Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, hat seinem ukrainischen Amtskollegen Volodymyr Zelensky die Lieferung weiterer Raketen für die Luftverteidigungsbatterien Patriot verweigert. Die britische Zeitung Financial Times berichtete darüber in ihrem Kommentar zu den Ergebnissen des jüngsten Treffens zwischen dem amerikanischen und dem ukrainischen Präsidenten in Washington.
Ich erinnere daran, dass Volodymyr Zelensky dieses Treffen selbst als sehr gut bezeichnet hat. Trump erklärte während des Treffens mit Zelensky, er könne diese Raketen nicht liefern, weil auch die Vereinigten Staaten selbst zusätzliche Bestände benötigten.
Später bestätigte der amerikanische Präsident übrigens in einem Gespräch mit US-Journalisten, dass er keine Patriot-Raketen liefern werde. Man kann also sagen, dass die britische Zeitung lediglich Tatsachen festgestellt hat, die vom amerikanischen Präsidenten selbst bestätigt wurden.
Die Befürchtungen Donald Trumps haben ihre eigene Logik. Wie bekannt ist, wurde das Problem des Mangels an Luftabwehrraketen in den Vereinigten Staaten selbst seit den ersten Wochen des Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran wiederholt in den amerikanischen Medien thematisiert.
Auch der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky sprach darüber. Er erklärte, dass die Vereinigten Staaten an einem der ersten Tage dieser groß angelegten Militäroperation gezwungen gewesen seien, rund 800 Raketen einzusetzen, um die Angriffe des Iran abzuwehren. Und das zu einem Zeitpunkt, als die amerikanischen Unternehmen pro Jahr nur rund 665 Raketen für Patriot-Batterien herstellen.
Nach verschiedenen Schätzungen verfügen die Vereinigten Staaten derzeit über rund 800 Raketen. Gleichzeitig betonte Volodymyr Zelensky, dass die Ukraine zur Abwehr der russischen ballistischen Bedrohung etwa 300 zusätzliche Raketen benötige.
Und so stellt sich die Frage, wie Donald Trump Zelensky entgegenkommen soll, wenn er seine Haltung zu den künftigen Perspektiven des Konflikts mit dem Iran buchstäblich jeden Tag ändert.
In den amerikanischen Medien erschienen Berichte, wonach Trump bereits neuen schweren Angriffen auf die iranische Militär- und Energieinfrastruktur zugestimmt habe, jedoch von seinen Militärs gestoppt worden sei. Diese hätten darauf hingewiesen, dass ein solcher Angriff und eine iranische Antwort gegen amerikanische Militärstützpunkte sowie gegen strategische Einrichtungen der Verbündeten der Vereinigten Staaten am Persischen Golf zur Erschöpfung des amerikanischen Luftverteidigungssystems führen würden. Die Amerikaner könnten dann für eine gewisse Zeit buchstäblich schutzlos einer neuen Bedrohung ausgeliefert sein – ähnlich wie die Ukrainer jetzt den russischen ballistischen Angriffen schutzlos gegenüberstehen.
Doch hier gibt es ein bemerkenswertes Paradox. Einerseits will die Regierung des Präsidenten der Vereinigten Staaten uns keine Raketen liefern, weil sie selbst ein Defizit bei ihrer eigenen Sicherheit im Bereich der Luftverteidigung hat. Andererseits will sie dies entschieden nicht eingestehen.
Nachdem der Bericht der Financial Times erschienen war, betonte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, dieser entspreche nicht der Wahrheit und die Vereinigten Staaten verfügten über genügend Luftabwehrraketen für den eigenen Bedarf. Auch in dieser Erklärung des Verteidigungsministers von Donald Trump steckt eine gewisse Logik. Das Pentagon möchte auf keinen Fall, dass die Gegner der Vereinigten Staaten erkennen, wie fragil die Sicherheit des Landes angesichts der neuen Herausforderungen derzeit ist.
Einzugestehen, dass die Vereinigten Staaten ein Problem bei der Produktion von Patriot-Raketen haben und die amerikanische Armee nicht über genügend dieser Raketen verfügt, käme praktisch einer Aufforderung an den Iran und andere Gegner der Vereinigten Staaten gleich, neue Angriffe auf amerikanische Militärstützpunkte oder strategische Einrichtungen der Verbündeten Amerikas zu starten – mit einem einfachen Ziel: die amerikanischen Streitkräfte schon jetzt zum Verbrauch ihrer Luftabwehrraketen zu zwingen, um die Möglichkeiten der US-Armee auf ein tatsächliches Minimum zu reduzieren.
Und danach könnte der Iran, wie wir verstehen, seine Bedingungen nicht nur den Vereinigten Staaten diktieren, sondern vor allem den Staaten am Persischen Golf, die sich tatsächlich den iranischen Angriffen schutzlos ausgeliefert sehen könnten. Man denke nur an ihre Öl- und Gasanlagen, ihre Raffinerien und Ölfelder. Man kann sich vorstellen, welches Ausmaß die Krise der Weltwirtschaft annehmen würde, wenn der Iran all dies bombardieren könnte, ohne dass die Amerikaner darauf reagieren könnten, weil ihnen schlicht die Mittel dazu fehlten.
Wenn das Pentagon jedoch nicht eingestehen will, dass ihm Raketen fehlen, dann stellt sich die nächste Frage: Warum werden diese Raketen dann nicht an die Ukraine geliefert, wenn es keinen Mangel gibt? Worin besteht das Problem?
Gerade auf diese Frage werden Trump und Hegseth kaum eine logische Antwort geben können. Denn sie müssten entweder eingestehen, dass ihnen infolge der Fehlentscheidungen des amerikanischen Militärkommandos während des Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran tatsächlich Raketen fehlen und sie sich in einer für sie höchst ungewöhnlichen Lage befinden – was sie auf keinen Fall zugeben wollen –, oder der Ukraine zumindest eine gewisse Anzahl von Raketen zur Verfügung stellen, damit wir wenigstens einen Teil der russischen Angriffe abwehren können.
Genau an diesem Punkt lässt sich in den Beziehungen zu dieser Regierung ansetzen. Denn die Lieferung zumindest eines Teils der Abfangraketen für die Patriot-Batterien an die Ukraine wäre bis zu einem gewissen Grad eine Rettung für das Ansehen des Präsidenten der Vereinigten Staaten und seines Verteidigungsministers. Wenn die Vereinigten Staaten der Ukraine zusätzliche Raketen für Patriot-Batterien liefern würden, könnten sie damit demonstrieren, dass sie selbst keinen Mangel an Luftverteidigungsmitteln haben.
Und möglicherweise würde dies auch der amerikanischen Sicherheit dienen. Denn wenn die Iraner davon überzeugt wären, würden sie keine zusätzlichen Angriffe auf amerikanische Militärstützpunkte am Persischen Golf durchführen. Amerikanische Soldaten würden nicht sterben, und es würden keine Voraussetzungen für eine umfassende Energiekrise entstehen, die – sollte sie vor den Wahlen im Herbst 2026 eintreten – unter den Trümmern der Weltwirtschaft nicht nur die politische Karriere Donald Trumps, sondern auch die eines möglichen republikanischen Nachfolgers im Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten begraben könnte. Denn eine solche Krise würde die Republikanische Partei selbst zugrunde richten.
Und wenn man den Versuch, eine solche politische Katastrophe und Untersuchungen gegen den Präsidenten selbst sowie gegen Mitglieder seiner Familie zu vermeiden, mit wenigstens einigen Dutzend Abfangraketen bezahlen müsste, dann sollte Donald Trump dies vielleicht tun, um zumindest den unbändigen Wunsch des Iran zu zügeln, den amtierenden amerikanischen Präsidenten in eine politische Falle zu locken, aus der er sich dann nicht mehr befreien könnte.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп відмовив Зеленському | Віталій Портников. 05.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 05.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.