Die USA sind in Isolation geraten | Vitaly Portnikov. 14.03.2026.

Bei dem virtuellen Treffen der Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten bestand nur Donald Trump auf der Möglichkeit, die Sanktionen gegen Russland zu lockern, um das Ölgleichgewicht wiederherzustellen und einen erheblichen Anstieg der Ölpreise zu vermeiden, der im Zusammenhang mit dem anhaltenden Krieg im Nahen Osten und der faktischen Blockade der Straße von Hormus durch Iran entsteht.

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz und der kanadische Premierminister Mark Carney, die an diesem Treffen teilnahmen, bestätigten ihre Position, wonach die Sanktionen gegen Russland fortgesetzt werden müssen. Sie erklärten, dass alle Teilnehmer der G7-Diskussion Donald Trump genau dies während der entsprechenden Gespräche deutlich gemacht hätten.

Friedrich Merz bemerkte, er sei überrascht gewesen, als er nach dem Gespräch mit Donald Trump und den anderen Teilnehmern der Gruppe der hochentwickelten Volkswirtschaften der demokratischen Welt erfuhr, dass man in Washington ihre Warnungen nicht berücksichtigt habe. Dies könne sowohl darauf hinweisen, dass Trump grundsätzlich die Position seiner Verbündeten nicht respektiert, als auch darauf, dass er die Gruppe der Sieben nicht als Gemeinschaft der führenden Staaten der demokratischen Welt wahrnimmt.

Denn der Begriff der demokratischen Welt ist für den amtierenden amerikanischen Präsidenten zweitrangig im Vergleich zu seinen Beziehungen zu autoritären Führern wie Vladimir Putin oder Xi Jinping. Und außerdem ist Trump in der Situation, in der er sich befindet, schlicht in Hektik geraten und versteht nicht, was er mit den steigenden Ölpreisen anfangen soll.

Das kann übrigens auch eine Antwort auf eine andere Frage sein. Trump hatte offensichtlich nicht damit gerechnet, dass Iran einen Krieg im Persischen Golf beginnen würde, indem er amerikanische Militäranlagen auf dem Territorium arabischer Staaten sowie die Infrastruktur jener Länder angreift, die die Stationierung amerikanischer Militärbasen auf ihrem Gebiet erlaubt haben. Trump hatte offensichtlich auch nicht damit gerechnet, dass Iran zur Blockade der Straße von Hormus greifen würde, weil er glaubte, dass dies selbst für die Ajatollahs aus wirtschaftlicher Sicht unvorteilhaft sei. Und wie so oft bei diesem rational denkenden amerikanischen Präsidenten hat er sich verrechnet, weil er die Psychologie religiöser Fanatiker oder autoritärer Führer wie Vladimir Putin nicht versteht, die bereit sind, kurzfristige wirtschaftliche Interessen für ein globales Ziel zu opfern.

Trump will keinen Anstieg der Ölpreise – selbst wenn er sagt, man müsse einem kurzfristigen Preisanstieg zustimmen, um das iranische Regime zu zerstören –, weil er nicht sicher ist, dass seine Wähler aus den ultrakonservativen Kreisen der Vereinigten Staaten dieser Logik zustimmen würden. Zumal viele von ihnen Donald Trump gerade deshalb gewählt haben, damit der amerikanische Präsident nicht länger an globalen Kriegen teilnimmt. Und damit solche globalen Kriege nicht zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage für die Amerikaner selbst führen.

Angesichts der bevorstehenden Wahlen zum amerikanischen Kongress, die zu einem Triumph der Demokraten führen könnten – und damit möglicherweise zu einem schnellen Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump und seinem Rücktritt vom Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten, falls die Demokraten plötzlich die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses gewinnen –, tritt die Frage des wirtschaftlichen Wohlergehens der Amerikaner in den Vordergrund. Denn bekanntlich stimmen ein großer Teil der sogenannten unentschlossenen Wähler in den Vereinigten Staaten sowie ein Teil der republikanischen Wählerschaft mit ihrem Geldbeutel ab. Und Trump, der überwältigende Wahlsiege gerade durch diesen „Geldbeutel-Effekt“ errungen hat, versteht das wie kaum ein anderer.

Möglicherweise hat ihn genau dies dazu veranlasst, sich mit einem Hilferuf an den russischen Präsidenten Vladimir Putin zu wenden – sowohl als möglichen Vermittler in Kontakten mit Iran als auch als jemanden, der dazu beitragen könnte, dass die iranischen Ajatollahs Donald Trump eine gewisse Illusion eines Sieges verschaffen. Eine Illusion, die es ihm ermöglichen würde, die iranische Operation ohne große energiepolitische und wirtschaftliche Verluste zu beenden, die sich bereits abzeichnen. Und außerdem deshalb, weil russisches Öl – selbst wenn man Putin vorübergehend erlaubt, es an Länder wie Indien, Bangladesch und andere Staaten des globalen Südens zu verkaufen, die aufgrund der Blockade der Straße von Hormus in eine echte Energiekrise geraten – die Ölpanik möglicherweise dämpfen könnte.

Heute lassen sich einige recht einfache Tatsachen feststellen. Solche Maßnahmen führen wegen der Markterwartungen und wegen des anhaltenden Krieges nicht zu einem Rückgang der Ölpreise. Weder die Freigabe strategischer Ölreserven, von der Donald Trump unmittelbar nach Bekanntwerden der drohenden großen Energiekrise sprach, noch die Lockerungen für Russland haben zu einer Senkung der Ölpreise geführt. Sie haben lediglich dazu geführt, dass Putin nun seinen Haushalt auffüllt, den er dringend für die Fortsetzung des Krieges in der Ukraine benötigt, und auf zusätzliche 10 Milliarden Dollar hoffen kann, wenn die amerikanischen Erleichterungen für russisches Öl über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben – und dafür gibt es alle politischen und militärischen Voraussetzungen.

Denn selbst Donald Trump spricht inzwischen bereits von mehreren Wochen Krieg mit Iran, während die iranischen Ajatollahs völlig andere, deutlich längerfristige Pläne haben könnten, die Vereinigten Staaten und Israel in diese Konfrontation hineinzuziehen. Und nur vom Umfang ihres verbleibenden militärischen Potenzials hängt nun ab, wann einer der wichtigsten Kriege im Nahen Osten tatsächlich enden wird.

Ein weiteres Ergebnis ist die faktische Isolation der Vereinigten Staaten von ihren Verbündeten. Praktisch keiner der Teilnehmer der Diskussion über eine Lockerung des Drucks auf Russland unterstützte Donald Trump. Einerseits, weil die Führer der anderen entwickelten Volkswirtschaften der Welt verstanden, dass eine Lockerung für russisches Öl das Ölgleichgewicht nicht verändern und nicht zu dem Ergebnis führen würde, auf das der amerikanische Präsident hofft – schlicht gesagt wissen sie im Unterschied zu Donald Trump etwas über Wirtschaft. Andererseits, weil sie begriffen, dass eine solche Entscheidung Washingtons einmal mehr die Schwäche der amerikanischen Position gegenüber den Ländern des globalen Südens und gegenüber China unterstreichen würde und damit auch nicht den Interessen Donald Trumps selbst entspricht.

Vladimir Putin wird sich die Taschen füllen, während der Präsident der Vereinigten Staaten nach Peking reisen wird – sofern sein Besuch im April überhaupt stattfindet, denn wir wissen nicht, wie weit sich die Krise in der Welt bis dahin entwickelt haben wird – und dort ohne „Karten“ erscheinen wird, jene Karten, die Donald Trump so gern als Metapher für politische Positionen verwendet. Mit diesen geschwächten Positionen, ohne Karten, wird er mit dem vor Selbstbedeutung strotzenden Vorsitzenden der Volksrepublik China und Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas, Xi Jinping, sprechen müssen.

Allerdings nur für den Fall, dass Xi Jinping bis April nicht zu dem Schluss kommt, dass die Schwäche der Vereinigten Staaten so groß ist, dass man in Asien einen eigenen Konflikt beginnen könnte, um noch einmal zu zeigen, dass die Vereinigten Staaten wenig ausrichten können, wenn es um ernsthafte autoritäre Führer geht und nicht um „Pappfiguren“ wie Ajatollah Khamenei.

Und wenn schon das islamische Regime Irans mehrere Wochen lang gegen die Vereinigten Staaten standhalten kann – was soll man dann erst über China sagen? Oder über Russland?


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Titel des Originals: США оказались в изоляции | Виталий Портников. 14.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 14.03.2026.
Originalsprache: ru
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Putin setzt den Raketen-Terror fort | Vitaly Portnikov. 14.03.2026.

Ein massiver russischer Angriff auf mehrere ukrainische Regionen, wobei das Gebiet um Kyiv das Hauptziel war. Zirkon, Iskander, Kalibr, Drohnen. Insgesamt etwa 500 Luftziele, die vor allem gegen die ukrainische Energieinfrastruktur gerichtet waren. Das zeigt, dass der russische Präsident Putin selbst im März nicht auf den Versuch verzichtet, die ukrainische Infrastruktur zu zerstören. Und gerade die Zerstörung der Infrastruktur ist heute die wichtigste Stoßrichtung der Moskauer Aktionen.

Dieser Angriff kann aus mehreren Gründen als erwartbar bezeichnet werden. Russland befindet sich derzeit sowohl wegen der Situation seines militärisch-industriellen Komplexes als auch wegen der Tatsache, dass eine enorme Zahl von Raketen und Drohnen während der massiven Angriffe in den Wintermonaten eingesetzt wurde, in einer schwierigen Lage. Zudem hoffen die Russen, dass den Ukrainern angesichts des Krieges im Irak die Systeme der Luftverteidigung ausgehen werden. Gleichzeitig ist jedoch offensichtlich, dass es für Russland bereits nicht mehr so einfach ist, neue Arsenale für massive Angriffe aufzubauen, wie es noch im vergangenen Jahr der Fall war. Hier macht sich die Arbeit der ukrainischen Armee im Kampf gegen den militärisch-industriellen Komplex der Russischen Föderation bemerkbar.

Man muss verstehen, dass jeder Schlag gegen ein militärisches Unternehmen Russlands, gegen einen Militärflugplatz, gegen einen Startplatz für Raketen oder Drohnen die Möglichkeiten Putins für lange Zeit einschränkt. Gerade deshalb können wir jetzt, da Russlands Krieg gegen die Ukraine vor dem Hintergrund eines großen Konflikts im Nahen Osten stattfindet und alle erkannt haben, wie ernst dieser Konflikt ist und welche gemeinsamen Anstrengungen Russland und Iran unternehmen, um die Infrastruktur ihrer Gegner zu schwächen, über die Notwendigkeit eines entschlosseneren Einsatzes sprechen – nicht nur in Form von Hilfe bei der Lieferung von Luftverteidigungssystemen an die Ukraine. Wir verstehen, dass es davon in den kommenden Monaten nicht sehr viele geben wird. Es geht auch um jene Waffen, die es ermöglichen, den militärisch-industriellen Komplex der Russischen Föderation zu neutralisieren.

Es mag so erscheinen, als sei jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für solche Gespräche, denn die Vereinigten Staaten sind mit dem Iran-Krieg beschäftigt, und mit jedem neuen Tag dieses Krieges wird deutlicher, dass Amerika lange in diesen Krieg verwickelt sein wird und erhebliche Anstrengungen unternehmen muss, um die Aktivität des iranischen Regimes zu begrenzen, das auf die Entfesselung einer großangelegten Energiekrise in der Welt abzielt.

Man sollte jedoch beachten, dass es ernsthafte und reale Differenzen zwischen den westlichen Ländern gibt – zwischen der Position von Präsident Donald Trump gegenüber Russland und der Position der europäischen Staaten gegenüber der russischen Aggression. Und diese Differenzen haben bereits einen anderen Charakter als zu Beginn von Trumps Präsidentschaft. Die Idee, die Sanktionen gegen die Russische Föderation zu lockern und Putin größere Möglichkeiten für den Krieg gegen die Ukraine zu verschaffen, fand bei sechs der sieben Länder der Gruppe der Sieben – also der am weitesten entwickelten Volkswirtschaften der Welt – kein Verständnis.

Tatsächlich sind Trumps Vereinigte Staaten mit ihren offensichtlichen Sympathien für Putin und Putin in der zivilisierten Welt isoliert geblieben. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir den Vereinigten Staaten in einem schwierigen Krieg nicht helfen sollten, der zu einer schweren Energie- und Wirtschaftskrise in den Vereinigten Staaten selbst führen und ihren Einfluss in der Welt bereits in den nächsten Jahren erheblich schwächen könnte – und damit die Präsidentschaft Donald Trumps zu einer der größten Herausforderungen für Amerika in seiner Geschichte machen würde. Aber es bedeutet, dass wir eigene Gespräche mit den europäischen Ländern über die Lieferung weitreichender Waffen als Antwort auf solche russischen Angriffe führen können.

Zumal mit jedem solchen Angriff das Verständnis wächst, dass Russland sich Europa nähert. In dieser Nacht etwa ließ Polen bereits seine Luftwaffe aufsteigen, weil man in Warschau befürchtete, dass russische Drohnen in den polnischen Luftraum eindringen könnten – und natürlich möchte man nicht, dass sich das wiederholt.

Früher schauten die europäischen Länder darauf, wie sich die Regierung des Präsidenten der Vereinigten Staaten im Fall der Lieferung bestimmter Waffensysteme an die Ukraine verhalten würde. In der Zeit, als Joseph Biden Präsident der Vereinigten Staaten war, als die Vereinigten Staaten sich an Werte hielten und nicht an die Interessen der Person im Oval Office. Man kann sagen, dass dies eine allgemeine Regel war.

Jetzt sollte die allgemeine Regel sein, den Entscheidungen und Ansichten Donald Trumps keine Aufmerksamkeit zu schenken – oder sogar im Gegenteil entsprechend dem zu handeln, was Trump für seine Politik gegenüber Europa als unerwünscht betrachtet – und zu begreifen, dass Trumps Politik gegenüber Europa sehr oft Putins Politik ist, dass die Ansichten beider Präsidenten über die Europäische Union und über die europäische Stabilität identisch sind. Es ist kein Zufall, dass die Grenzen des amerikanischen Europas, des russischen Europas und des chinesischen Europas – wenn man etwa an das Verhalten von Viktor Orbán oder Robert Fico denkt – erstaunlicherweise zusammenfallen.

Und genau das sollte unsere Schlussfolgerung aus jedem neuen massiven russischen Angriff sein.

  • Erstens: sich daran zu erinnern, dass die Schwierigkeiten mit den Luftverteidigungssystemen mit der Unüberlegtheit der Entscheidungen der politischen und militärischen Führung der Vereinigten Staaten unter Donald Trump zusammenhängen.
  • Zweitens: mit den Europäern und unseren anderen Verbündeten über die Lieferung solcher Waffen zu sprechen, die die Russen abschrecken können – trotz all des unsinnigen Geredes, das wir aus dem Weißen Haus von Trump und seinen Beratern, den Geschäftsleuten, hören.
  • Drittens: mit den Mitteln, die wir bereits heute in Form eigener ukrainischer Technologie haben, den militärisch-industriellen und militärischen Komplex der Russischen Föderation zu zerstören.

Das ist der Weg zur Beendigung des Krieges – ein Weg, der nichts mit jener Imitation eines Verhandlungsprozesses zu tun hat, die Trump so sehr gefällt und die ihm ermöglicht, so zu tun, als würde er tatsächlich den Weg zur Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine beschreiten.


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Titel des Originals: Путін продовжує ракетний терор | Віталій Портников. 14.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 14.03.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Trump: Die USA brauchen keine Hilfe | Vitaly Portnikov. 13.03.2026.

Heute betonte der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, dass die Vereinigten Staaten keine ukrainischen Drohnen benötigten, um den anhaltenden iranischen Angriffen entgegenzutreten, und unterstrich, dass die Vereinigten Staaten selbst über die besten Drohnen der Welt verfügten, um die Fortsetzung der iranischen Angriffe sowohl mit Raketen als auch mit Drohnen zu bekämpfen.

Die Vereinigten Staaten haben tatsächlich inzwischen eine große Partie eigener Drohnen in den Nahen Osten entsandt, die übrigens ursprünglich für Lieferungen in die Ukraine vorgesehen waren. Es handelt sich um Drohnen, die mithilfe künstlicher Intelligenz gesteuert werden. 

  • Aber erstens sind diese Drohnen Stand heute immer noch um ein Vielfaches teurer als ukrainische Drohnen. 
  • Zweitens ist unklar, ob die Anzahl dieser Geräte ausreicht, um den Kampf gegen die iranischen Angriffe fortzusetzen. 
  • Drittens ist unklar, inwieweit diese Drohnen die Sicherheit nicht nur der amerikanischen Militärbasen und anderer Objekte in der Region des Persischen Golfs, sondern auch der Länder des Persischen Golfs selbst gewährleisten können, deren Wohnviertel weiterhin von den Iranern angegriffen werden. Und es ist keineswegs zufällig, dass sich nicht nur Vertreter des Pentagon, sondern auch arabische Führer hilfesuchend an die Ukraine gewandt haben, die zahlreiche Gespräche mit dem Präsidenten der Ukraine, Volodymyr Zelensky, sowie mit vielen anderen ukrainischen Funktionären geführt haben.

Derzeit befinden sich in Kyiv zahlreiche Besucher aus vielen Ländern, darunter auch aus Ländern des Nahen Ostens, die die ukrainische Erfahrung im Kampf gegen Drohnen studieren, vor dem Hintergrund der Befürchtung, dass der Krieg, der schon jetzt über die Grenzen des Persischen Golfs hinauswächst, weiter anwachsen und für viele Regionen der Welt zum Alltag werden wird, so wie er für die Ukraine und für eine ganze Reihe von Ländern des Nahen Ostens bereits zu einem endlosen Alltag geworden ist. Deshalb wirkt diese Erklärung Donald Trumps, gelinde gesagt, ganz im Stil dieses amerikanischen Präsidenten, der praktisch nicht bereit ist, die Tatsache anzuerkennen, dass die Vereinigten Staaten sich nicht so auf den Krieg mit Iran vorbereitet haben, wie sie es angesichts ihrer militärischen Macht hätten tun müssen. Und wir sehen, dass die Tatsache, dass dies heute in der ganzen Welt bemerkt wird, nicht nur Trump missfällt, sondern auch Funktionären wie dem amerikanischen Verteidigungsminister Pete Hegseth.

Ich erinnere daran, dass es, als dieser Mann als Leiter des Pentagon bestätigt wurde, ernste Zweifel an seiner Kompetenz gab, und Hegseth es nur dank der Stimme eines einzigen Senators, der bereit war, für diesen Kandidaten Donald Trumps zu stimmen, geschafft hat, auf den Sessel des Verteidigungsministers der Vereinigten Staaten zu gelangen. Und jetzt können wir begreifen, warum eine große Zahl von Senatoren solche Zweifel an Hegseths Kompetenz und seiner Fähigkeit hatten, auf die Herausforderungen zu reagieren, mit denen die Vereinigten Staaten in dieser schwierigen Präsidentschaft nicht umhin konnten, konfrontiert zu werden.

Aber, wie mir scheint, ist das wichtigste Ereignis des heutigen Tages nicht eine weitere Tirade Trumps, der mit einer ganzen Reihe verschiedener, würde ich sagen, widersprüchlicher Aussagen auftritt. Und über diese Aussagen werden wir ebenfalls sprechen. Sondern die bereits offizielle Entscheidung der Vereinigten Staaten, die Ölverbote gegen die Russische Föderation aufzuheben. Und Russland hat die Möglichkeit erhalten, sein Öl an Länder wie Indien, an Länder wie China, möglicherweise auch an Bangladesch zu verkaufen, sofern dieses Öl vor dem 12. März dieses Jahres auf Schiffe verladen wurde.

Bekanntlich gab es mit diesem Öl ernsthafte Probleme. Russland hatte es auf Schiffe verladen und konnte keine Käufer finden. Und übrigens entsteht der Eindruck, dass die Nachrichtendienste der Russischen Föderation sich auf einen möglichen Angriff Trumps gegen Iran vorbereitet haben, sofern es überhaupt keine vorherige Absprache gab, aber lassen wir uns nicht in Verschwörungstheorien verlieren. Sie erkannten offenbar, dass Trump, gelinde gesagt, in eine Energiekrise geraten würde und gezwungen sein würde, mit Putin Kompromisse einzugehen. Denn wenn man sich nicht die Kompetenzen der Nachrichtendienste der Russischen Föderation vorstellen will, die das wahrscheinliche Fiasko Trumps und die Notwendigkeit vorausgesehen haben, russisches Öl wieder freizugeben, dann müsste man von einer Absprache zwischen zwei Präsidenten sprechen, die die Iran-Operation von Anfang an als eine Operation geplant haben, die Russland helfen sollte, jene Probleme zu überwinden, die der russische Präsident mit dem Haushalt hatte.

Wir werden nicht annehmen, dass sich die ganze Welt um Putin und seine Wünsche dreht, außer in dem Sinne, dass Putin Informationen über Trump besitzt, die dem Tag, an dem sie vom Kreml veröffentlicht würden, der politischen Karriere des amerikanischen Präsidenten ein Ende setzen könnten. Wobei es, wiederum, sehr schwer ist, sich vorzustellen, was das für Informationen sein müssten, dass Trump sich so sehr davor fürchtet. Zumal wir sehen, dass selbst aufsehenerregende Informationen, die mit den sogenannten Epstein-Akten zusammenhängen, keinen gewaltigen Eindruck auf jenen Teil der amerikanischen Gesellschaft machen, der dem amerikanischen Präsidenten und jener ultrarechten radikalen Ideologie, zu deren Banner er in den letzten Jahren und insbesondere nach seiner Rückkehr ins Oval Office geworden ist, sektenhaft treu bleibt.

Wie dem auch sei, das ist wirklich ein ernstes Problem. Und heute spricht der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, bereits von 10 Milliarden Dollar, die Russland dank dieser amerikanischen Geste zugunsten Putins verdienen könnte. Das stößt bei den europäischen Partnern der Vereinigten Staaten auf Ablehnung. Und der Bundeskanzler Friedrich Merz hat das heute bereits gesagt, ebenso wie der Präsident Frankreichs Emmanuel Macron. Und das zeugt noch einmal von einer ziemlich einfachen Tatsache. In der Situation, in der wir uns befinden, in einer Situation, in der offensichtlich ist, dass Donald Trump die Vereinigten Staaten in einen Krieg nach dem anderen hineinziehen wird, dass das militärisch-technische und wirtschaftliche Potenzial seines Landes erschöpft werden wird, wie es nach seiner Wiederwahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten vorauszusehen war, werden die Krisenerscheinungen in den Vereinigten Staaten wie eine Schneeball anwachsen.

In dieser Situation muss sich die Ukraine in ihrer Konfrontation mit der Russischen Föderation, die seit dem 24. Februar 2022 nicht eine einzige Minute lang über ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges nachdenkt, in erster Linie auf Europa stützen und begreifen, dass mit der Schwächung der politischen Positionen Donald Trumps, und wir sehen diese Schwächung jetzt und sie wird sich verstärken, die Europäer mit dem amerikanischen Präsidenten und seinen aufgeblasenen Mitarbeitern in einem anderen Ton sprechen werden als in den ersten Monaten seiner Präsidentschaft, als man glaubte, ein angenehmer Ton und die Bereitschaft, mit allen Eskapaden Trumps einverstanden zu sein, seien der Weg zu seinem Herzen. Es stellte sich jedoch heraus, dass man, um in sein Herz zu gelangen, einfach Putin sein muss. Und das ist alles. Es genügt, Putin zu sein, um in Trumps Herz zu gelangen.

In dieser Situation ändert sich, wie wir verstehen, jetzt bei den Europäern die Haltung zu ihren Beziehungen zum amerikanischen Präsidenten und zu seiner Ukraine-Politik. Und wir können zumindest hoffen, dass diese Situation mit Trump und seiner Haltung zur Ukraine den Europäern bald helfen wird, die Hilfe für unser Land in seiner Konfrontation mit Russland ernster zu nehmen. Das könnte, so seltsam es auch klingt, eine direkte Folge des Iran-Krieges sein, eine direkte Folge auch strategischer Natur. Verstehen Sie?

Wissen Sie, was hier wichtig ist: Wir sehen jetzt eine einfache Sache. Iran fällt es ziemlich schwer, Israel zu erreichen, einfach deshalb, weil zwischen Iran und Israel andere Länder liegen, in deren Luftraum iranische Drohnen und iranische Raketen abgeschossen werden können. Und das wirkt sich natürlich auf die Effizienz und auf die Wirksamkeit der iranischen Angriffe aus. Die Iraner haben das sowohl während ihres ersten als auch während ihres zweiten Angriffs auf Israel gesehen. Wenn man sich vorstellt, dass es zwischen Iran und Israel kein Jordanien und kein Syrien gäbe, dann wären, wie Sie verstehen, die iranischen Angriffe gegen Israel angesichts auch der Größe des israelischen Territoriums viel schwerwiegender, wirksamer und zerstörerischer.

Und genau so sind die Angriffe Irans auf die Länder des Persischen Golfs. Im Iran hat man erkannt, dass Angriffe auf diese Länder, ihre Verwandlung in Gebiete, die für Investitionen und Entwicklung ungeeignet sind, was in den Plänen der Islamischen Republik für die kommenden Monate des amerikanisch-iranischen Krieges vorgesehen ist, nicht nur Schläge gegen diese Länder selbst sein können, sondern auch gegen die Vereinigten Staaten, gegen ihre wirtschaftlichen Interessen und gegen ihre Sicherheit in der Region des Nahen Ostens. Und das kann natürlich auch ein indirekter Schlag gegen die Positionen Israels sein. Denn, wie Sie verstehen, die arabische Straße, die jetzt unter diesen Angriffen leidet und neue fürchtet, macht für die entstandene Situation nicht Iran verantwortlich, sondern Israel, das die Operation zur Vernichtung der iranischen Führung begonnen und so das Unglück über die Araber gebracht habe. Zumal die Iraner ständig sagen: „Wir würden euch nicht angreifen, wenn es bei euch keine amerikanischen Militäranlagen gäbe, und die Vereinigten Staaten helfen Israel, mit dem Regime der Ajatollahs abzurechnen.“ Dass den Kampf die Ajatollahs selbst begonnen haben, die nie ein Geheimnis daraus gemacht haben, Israel vernichten zu wollen, ist der arabischen Straße völlig gleichgültig, denn die arabische Straße lebt selbst vom Traum der Vernichtung Israels. Für sie ist daran nichts besonders Unangenehmes oder Unüberwindbares.

Und nun kehren wir nach Europa zurück und sehen uns Folgendes an. Was wäre, wenn es etwa zwischen den europäischen Ländern und Russland nichts gäbe, also kein ukrainisches Territorium? Ja, man kann sagen, dass Drohnen und Raketen auch vom Territorium Belarus aus gestartet werden können, aber so oder so ist die Entfernung nach Deutschland, etwa nach Frankreich, größer; vom Territorium der Ukraine aus aber kann man Raketen und Drohnen starten, die Polen und Rumänien unmittelbar betreffen, schließlich auch Bulgarien und die Türkei, also eine große Zahl von NATO-Ländern. Von Ungarn und der Slowakei spreche ich gar nicht, weil diese Länder eher, würde ich sagen, Gebiete russischen Interesses als Beschussziele sein könnten. Aber wenn sich dort die Regierungen ändern und Viktor Orbán und Robert Fico im politischen Nichts verschwinden, was ja irgendwann geschehen wird, dann könnten auch diese Länder zu ernsthaften Beschusszielen der Russischen Föderation werden, wenn sie die Ukraine beherrschen würde.

So ist das Überleben der Ukraine, ihre Fähigkeit, der russischen Aggression zu widerstehen, die Unmöglichkeit, Raketen und Drohnen vom Territorium der Ukraine aus, also vom Territorium der ehemaligen Ukraine, das Teil der Russischen Föderation geworden wäre, auf europäisches Gebiet abzufeuern, nicht nur unser Interesse, sondern auch das Interesse unserer europäischen Partner. Und darüber muss gesprochen werden.

Wir haben eben diese Karten, um die Worte des amerikanischen Präsidenten zu benutzen:

  • Das ist die Fähigkeit, in einem modernen Krieg zu kämpfen. Die Amerikaner, wie wir sehen, beherrschen das nicht besonders gut.
  • Das ist das Territorium, das Europa von Russland trennt. Im Grunde das Territorium einer Festung.
  • Das ist auch die Fähigkeit, das militärische und militärisch-technische Potenzial der Russischen Föderation direkt auf ihrem souveränen Territorium zu zerstören. Etwas, was sich heute kein europäisches Land leisten kann, was aber mit unserer Hilfe eine gewaltige Zahl von Militärfabriken, Flugplätzen, strategischen Objekten und Einrichtungen der Russischen Föderation vernichten und in Asche verwandeln kann.

Und dafür braucht man Raketen großer Reichweite, dafür braucht man eine Modernisierung der Drohnen, dafür braucht man die Verwandlung Russlands in ein Gebiet der ständigen Zerstörung all dessen, was Krieg führen kann. Auch das ist eine Lehre aus dem Iran-Krieg. Und das ist eine weitere Folge dessen, was geschieht. Einerseits die sehr negative Folge, dass Putin faktisch triumphiert und Geld sammelt, um seine Angriffe auf die Ukraine fortzusetzen. Andererseits kann man Geld haben, aber keine Waffen. Und genau das könnte eine Antwort auf das gemeinsame Vorgehen der Präsidenten der Vereinigten Staaten und Russlands sein, auf das gemeinsame Vorgehen dieser Koalition der Dreistigkeit. Auch das ist ein sehr wichtiger Punkt, den man ansprechen muss.

Nun zur Macht im Iran, zu ihrer Effizienz, zu ihrer Fähigkeit, auf die Herausforderung zu reagieren. Warum ich heute davon gesprochen habe? Weil man heute unter den Menschen im Iran den Präsidenten Irans Masoud Pezeshkian sehen konnte, einige andere iranische Politiker. Darüber berichtete auch der Sekretär des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung Irans, Ali Larijani, einer der radikalsten iranischen Politiker, der nicht nur ganz auf die Blockade der Straße von Hormus, sondern auch auf die physische Liquidierung Präsident Trumps schon in den nächsten Wochen und Monaten ausgerichtet ist. Soweit ich verstehe, sind Larijanis Drohungen gegen Trump nicht einfach Drohungen, sondern eine Mitteilung über konkrete Arbeit, der sich das Regime der Ajatollahs widmen möchte, um den amerikanischen Präsidenten möglichst rasch zu liquidieren. Und das ist eine reale Gefahr.

Aber Larijani sagte, indem er Fotos von Pezeshkian und anderen iranischen Politikern unter Menschen zeigte: Sie seien unter den Menschen. „Und wo sind eure Politiker? Auf Epsteins Insel. Haha.“ Aber ich wäre an Larijanis Stelle nicht so spöttisch und würde Epsteins Insel nicht erwähnen, denn es ist zwar interessant zu erfahren, dass Pezeshkian unter Menschen ist, aber noch interessanter ist etwas anderes: Wo ist der Oberste Führer der Islamischen Republik? Die erste Person im Staat und im Unterschied zu Pezeshkian der Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Islamischen Republik Iran. Ja, wir sehen, dass Pezeshkian die Angriffe auf die iranische Führungsspitze überlebt hat und dass er, wie auch der Leiter des iranischen Außenministeriums Abbas Araghchi, ständig Erklärungen abgibt. Aber das ist nicht die erste Person im Staat. Die erste Person im Staat war bis zu seiner Liquidierung Ali Khamenei. Und nun ist die erste Person sein Sohn Mojtaba Khamenei. Über seinen Gesundheitszustand weiß in Wirklichkeit niemand etwas.

Donald Trump sagt heute, dass Mojtaba Khamenei am Leben sei, aber es sei unbekannt, in welchem Zustand er sich befinde. Mojtaba Khameneis Ansprache an die Welt und an die Iraner wurde von einem Fernsehsprecher verlesen, was, wie Sie verstehen, eine beispiellose Situation ist. Die Iraner selbst nennen ihn einen Veteranen des Ramadan-Krieges, also eben dieses Krieges, sagen aber nichts über seinen wirklichen Zustand.

Und dabei ist es ein sehr wichtiger Punkt im Zusammenhang mit dem, was mit der Macht im Iran geschieht, dass das Korps der Wächter der Islamischen Revolution, das die Macht in diesem Land hält, gezielt einen Menschen auf den Posten des Staatsoberhaupts gehoben hat, der seine Familie bei der amerikanisch-israelischen Bombardierung der Residenz des Obersten Führers verloren hat und somit allen Grund hat, sich an den Amerikanern für die Vernichtung seiner Familie zu rächen. Im Grunde halte ich es sogar für möglich, dass die Wahl Mojtabas genau die Legitimierung möglicher Bemühungen des Korps im Hinblick auf Terroranschläge gegen die Führung der Vereinigten Staaten und Israels ist. Und natürlich soll ein solcher Mensch schon allein durch seine Anwesenheit die Fortsetzung der Blockade der Straße von Hormus und anderer iranischer Handlungen in einer Situation sanktionieren, in der, realistisch gesprochen, Mojtaba Khamenei selbst von niemandem gesehen wurde und unbekannt ist, ob er physisch überhaupt noch existiert.

Das bedeutet nicht, dass er nicht erscheinen wird, falls er lebt. Das könnte ein medizinisches Problem sein. Aber ich halte es auch für möglich, dass er nicht erscheinen wird. Und dass nach einer gewissen Zeit irgendein anderer Oberster Führer mit einer anderen Vorstellung von dem, was geschehen soll, auftauchen wird, wenn die Menschen, die weiterhin die Macht im Iran halten, es brauchen. Auch das kann eine durchaus reale Folge jener Ereignisse sein, die wir heute beobachten. Insofern können wir in dieser Situation ziemlich genau begreifen, wie sich die Lage mit Mojtaba entwickeln kann. Das ist eine Wette auf den Krieg, und der Krieg dauert in diesen Minuten an. Es gibt ernste Explosionen, die man in Teheran hört. 

Jetzt gibt es eine Erklärung der libanesischen Bewegung Hisbollah. Diese Organisation spricht von ihrer Bereitschaft zu einer langen Konfrontation mit Israel. Und auch das ist ein ziemlich ernstes Problem. Und Teil dieser gesamten Konfrontation ist, wie Sie wissen, die Lage in der Straße von Hormus. Wobei bis zum Ende unklar ist, was in dieser Situation eigentlich geschieht. Hat Iran die Meerenge vermint oder nicht? Und wenn es sie vermint hat, auf welche Weise kann es jene Minen aktivieren, die es auf dieser wichtigen Route für den Transport von Öl und anderen wichtigen Rohstoffen der Weltwirtschaft ausgelegt hat?

Der Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten sagte, sein Ministerium arbeite an dieser Situation, und es gebe keinen Anlass zur Sorge. Aber bereits Hunderte, wenn nicht Tausende von Schiffen warten darauf, die Straße von Hormus zu passieren; andere meiden sie und erhöhen damit die Kosten der Rohstoffe. In dieser Situation kann der Ölpreis gar nicht anders, als zu steigen. Und natürlich können wir uns nicht vorstellen, wie sich die weitere Entwicklung der Ereignisse darstellen wird. Denn in Wahrheit ist die Straße von Hormus jetzt fast der wichtigste Trumpf Irans im Kampf gegen Trump. Wenn sie nicht freigemacht wird und die Ölpreise weiter steigen, dann wird sich das natürlich auf die Weltwirtschaft auswirken, auf die Geldbörsen der Amerikaner, auf die Stabilität der Wirtschaft der Länder des Persischen Golfs, und diese Länder werden auf Trump Druck ausüben, auch mit der Drohung, auf Investitionen in die amerikanische Wirtschaft zu verzichten, die der amerikanische Präsident vor Kurzem mit so viel Stolz präsentierte. All das kann zu einer realen, ernsten Belastungsprobe für Donald Trump in seinem Krieg mit der Islamischen Republik werden. All das könnte genau zu jenem Moment werden, der Trump zwingen müsste, Probleme schneller zu lösen, um diesen Krieg zu stoppen. Aber wiederum: unter Erhaltung des Regimes oder nicht? Und wie stellt sich Trump Kommunikation und Zusammenleben mit diesem Regime vor?

Offensichtlich werden all diese Fragen auch von Zelensky erörtert, der in Bukarest war, jetzt in Paris ist, mit dem Präsidenten Rumäniens spricht, mit dem Präsidenten Frankreichs spricht. Übrigens ist heute ein interessanter Moment, der bereits von Versuchen der Ukraine spricht, im Kontext der iranischen Frage präsent zu sein, das Treffen des Präsidenten der Ukraine mit dem iranischen Kronprinzen Reza Pahlavi, den viele als Führer des iranischen Widerstands und der iranischen Opposition ansehen, zumindest als Menschen, der die iranische Opposition vereint. Das ist eine ziemlich ernste Sache, die ebenfalls davon zeugt, dass die Ukraine zumindest ihr Interesse an den Veränderungen demonstriert, die eintreten müssen, wenn es den Vereinigten Staaten gelingt, in der Geschichte des Regimes der Ajatollahs einen Schlusspunkt zu setzen.

Und reden wir uns nicht ein, dass das Regime sich in einer solchen Situation unbedingt halten wird. Ja, natürlich kann man mit Raketenbombardements kein Regime dieses Typs stürzen. Und hier muss man, wenn dieses Regime standgehalten hat, sofort sagen, dass es auch weiterhin existieren kann. Aber es stellt sich die Frage, wie lange? Wie effektiv kann es in seinem Kampf gegen das eigene Volk sein, das dieses radikale Regime zu einem großen Teil schlicht hasst? Wie werden sich die Möglichkeiten des Korps der Wächter der Islamischen Revolution und der Basidschi, seiner zivilen Hilfstruppe, erhalten, falls die amerikanisch-israelische Operation irgendwann zu Ende geht? Das heißt, wenn es nach dem Ende des Krieges einen Aufstand gegen das Regime geben sollte, inwieweit wird es dem Regime, noch dazu ohne Ayatollah Khamenei mit seiner unbestreitbaren Popularität unter den dem Regime zugeneigten Iranern und seiner, wenn Sie so wollen, symbolischen Verkörperung von Stabilität – er hat den Iran schließlich mehrere Jahrzehnte geführt –, gelingen, dem standzuhalten?

Wir kennen natürlich die Antwort auf diese Frage nicht, und Trump kennt sie ebenfalls nicht, aber offensichtlich wird das alles nicht so einfach sein wie früher, dass der Nahe Osten sich bereits vor dem Hintergrund eines der gefährlichsten und blutigsten Kriege der jüngeren Geschichte rasant zu verändern beginnt. Ich spreche noch gar nicht davon, dass die terroristische Organisation Hisbollah tatsächlich eine zweite Front gegen Israel eröffnet hat. Sie schlägt gegen den Norden Israels. Und offensichtlich hat sie während der ganzen Zeit – auch das ist eine gute Geschichte über Friedfertigkeit – seit dem Waffenstillstand zwischen ihr und Israel Raketen für wesentlich schwerere Schläge gegen den Norden Israels angehäuft. Wiederum erinnere ich daran, dass Israel zwar die Operation gegen Iran begonnen hat, die Hisbollah aber nicht angegriffen hat und sich an die früher getroffenen Entscheidungen über einen Waffenstillstand hielt.

Israel hat Iran nicht zuerst angegriffen. Wie Sie sich erinnern, wurden die ersten beiden Angriffe gerade von der Islamischen Republik gegen Israel verübt. Israel hat die Hisbollah nicht zuerst angegriffen. Die Hisbollah ist zweimal selbst in den Krieg eingetreten. Das erste Mal, um ihren Genossen aus der terroristischen Organisation Hamas zu helfen, die am 7. Oktober 2023 einen Überfall auf Israel verübten und seine Bürger als Geiseln nahmen. Und jetzt hat sie beschlossen, in den Krieg auf der Seite Irans einzugreifen, obwohl sie zumindest im Interesse der Stabilität im Libanon die realen Möglichkeiten gehabt hätte, am Waffenstillstand festzuhalten.

So ist das, und darin liegt eine völlig offensichtliche Sache im Zusammenhang mit der Entwicklung dieses Krieges in eine unklare Richtung, wenn es außerdem die ebenfalls sehr reale Möglichkeit der Eröffnung noch einer dritten Front gibt, die wir nicht vergessen dürfen. Das ist die jemenitische Front, das sind die Handlungen der Huthi, die sich jetzt scheinbar beruhigt haben. Und man könnte meinen, dass sie sich beruhigt haben, weil infolge der früheren Angriffe der Vereinigten Staaten und Israels ihr Potenzial erschöpft war. Aber es gibt keine Garantien dafür, dass sie sich nicht einfach auf neue Beschießungen und neue Blockaden der Handelswege vorbereitet haben. Denn wenn gleichzeitig mehrere für die Weltwirtschaft lebenswichtige Meerengen blockiert werden, dann wird das eine echte Falle sein, in die diese Weltwirtschaft geraten wird. Und übrigens müssen wir uns bewusst machen, dass es dabei nicht nur um die Weltwirtschaft als solche geht, sondern dass es Märkte gibt, die für steigende Ölpreise am anfälligsten sind. Und zu diesen Märkten gehören etwa Japan und Südkorea. Die Aktien der Unternehmen dieser Länder werden jetzt faktisch zu Schleuderpreisen aufgekauft. Und das könnte wiederum bestimmte Begehrlichkeiten in der Volksrepublik China wecken.

Übrigens möchte ich Sie daran erinnern, dass derzeit nicht nur Russland sein Öl verkauft und sich an den Ergebnissen der Trump’schen Handlungen erfreut. Auch China transportiert völlig ungehindert Öl durch die Straße von Hormus. Für China, für seine Schiffe, ist die Straße von Hormus nicht blockiert. Sie haben mit Iran vereinbart, dass ihre Schiffe passieren dürfen. Und jetzt ist es interessant, dass auch Frankreich und Italien Verhandlungen mit Iran über die Möglichkeit aufgenommen haben, dass ihre Tanker durch die Straße von Hormus fahren dürfen. Das heißt, niemand setzt besonders viel Hoffnung auf die Versprechen des Verteidigungsministers der Vereinigten Staaten, dass die Vereinigten Staaten dieses Problem lösen und jedes einzelne Schiff eskortieren würden, weil niemand weiß, in welchem Zustand sich die Straße von Hormus wirklich befindet und ob Iran dort nicht Bedingungen geschaffen hat, unter denen keine Patrouillen helfen werden. Das ist eine sehr ernste Frage, die für die weitere Entwicklung der Ereignisse wichtig ist.

Und es stellt sich die Frage: Wenn die europäischen Verbündeten der Vereinigten Staaten mit Iran über die Straße von Hormus verhandeln, bedeutet das, dass sie sicher sind, dass die Menschen, die Iran heute regieren, morgen nicht verschwinden werden und dass man mit ihnen sprechen muss? Ganz abgesehen davon, dass auch der Präsident der Türkei, Recep Tayyip Erdoğan, weiterhin eine enorme Vorsicht gegenüber diesen Leuten zeigt und ständig sagt, sein Land müsse in dieser Situation sehr vorsichtig sein. Heute wandte sich der iranische Außenminister Abbas Araghchi mit Grußworten auf Türkisch an die Türkei. Das heißt, wir sehen, dass Erdoğan eine offensichtliche Unwilligkeit zeigt, sich in irgendeinen Aspekt dieses Krieges hineinziehen zu lassen. Er sagte heute klar, sein Land werde sich nicht am Konflikt zwischen Iran, Israel und den Vereinigten Staaten beteiligen. Genau das ist ein wichtiger Punkt im Zusammenhang mit dem, was heute rund um den Iran-Krieg geschieht.

Das sind also, würde ich sagen, die ersten Nachrichten des heutigen Tages. Wir verstehen, dass der Krieg weitergehen und sich entwickeln wird, dass die Eskalation zunehmen, die Ölpreise steigen und die Wirtschaftskrise sich verschärfen wird. Es ist sehr wichtig, im wachsenden Chaos, das mit jedem weiteren Tag Donald Trumps im Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten zunimmt, einen Platz für die Ukraine und für ihre Verteidigung zu finden. Chaos 25–29. So werden wir das nennen. Man könnte jede Sendung so nennen, solche Serien machen wie „Santa Barbara“.

Ich werde auf die Fragen antworten, die bereits während dieser Sendung gestellt wurden.

Frage. Im Jahr 2019 habe ich Ihren Vortrag in Charkiw gehört. Damals sagten Sie, dass uns eine lange Periode populistischer Herrschaft bevorstehe, das aber nicht bedeute, dass der Populismus siegen werde. Wie lange müssen wir noch in der Irrenanstalt des Populismus leben?

Portnikov. Nun, das ist eine sehr gute Frage. Ich muss sagen, dass ich Ihnen keine genaue Prognose nach Jahren geben kann, wie lange wir noch in diesem Wahnsinn des Populismus leben werden. Aber ich sage sofort: Eine große, würde ich sagen, Besonderheit dieser Periode ist, dass die Lage im Hinblick auf die künftige Entwicklung der Ereignisse zwischen Populismus und gesundem Menschenverstand mit der Entwicklung neuer Informationstechnologien zusammenhängt und damit, dass eine riesige Zahl von Menschen, die sich früher nicht für Politik interessierten, keine Wähler waren, nicht glaubten, politische Prozesse hätten irgendwie mit ihrem Leben zu tun, jetzt Teil all dieser Prozesse sind. Und das ist ein wichtiger Moment in der gesamten Entwicklung der Zivilisation, die wir beobachten. Aber so war es immer, wenn sich reale Ereignisse im Zusammenhang mit der Entwicklung des künftigen politischen Prozesses änderten.

Verstehen Sie: Ich kann Ihnen jetzt klar sagen, dass die Situation mit der Entwicklung neuer Informationstechnologien gefährlich aussieht, aber auch das Aufkommen des Buchdrucks war sehr gefährlich. Es hat die Französische Revolution ausgelöst. Wem gefiel denn die Guillotine? Ich denke, die Welt wird sich daran anpassen, sie wird all diese Bedrohungen verstehen, die Menschen werden verantwortungsvoller werden, sie werden verantwortungsvoller mit Versprechen umgehen. Aber das ist eine Frage der Generationen. Wir sind die ersten Generationen von Menschen, die unter Bedingungen sozialer Netzwerke, eines neuen Umgangs mit Information und künstlicher Intelligenz leben. Damit ist es anfangs sehr schwer fertigzuwerden.

Nun, verstehen Sie, wenn Sie noch in der analogen Zeit gelebt haben: Wie viel Zeit brauchten Sie für politische Nachrichten? 30 Minuten am Abend, in jedem Land um 9 oder 10 Uhr. Eine Nachrichtensendung. Danach beruhigten Sie sich. Jetzt ist es: Handy, Handy, Handy. Was ist passiert? Was ist passiert? Nun ja, natürlich raucht Menschen, die an ein solches Informationsvolumen nicht gewöhnt sind, irgendwann der Kopf. Ich kann mir das theoretisch vorstellen, einfach weil ich Journalist bin. Ich arbeite mein ganzes Leben von morgens bis abends mit Information. Aber ich kann mir auch einen Menschen vorstellen, der nie gelaufen ist, und dann sagt man ihm: „Lauf einen Marathon.“ Natürlich ist das nicht dasselbe, aber praktisch doch. Das ist ein Informationsmarathon. Und damit hängt ebenfalls sehr viel zusammen. Wenn du unerfahren bist, kommst du natürlich nicht ins Ziel oder kommst mit einer Atemnot an, die man sich kaum vorstellen kann. Und deshalb geschieht all das.

Und ja, ich könnte Ihnen sagen: Wissen Sie, diese Widersprüche, insbesondere das, was zwischen Marktdemokratien und Markt-Autokratien geschieht, enden zwangsläufig in großen Kriegen. Aber es gibt Atomwaffen, die es vor den Weltkriegen nie gab. Auch das hängt in gewissem Maße mit dem zusammen, was wir beobachten. Auch das muss man begreifen. Also lassen Sie uns einfach verstehen, dass wir in einer schwierigen Welt leben, in der es ernste Widersprüche gibt, aber zugleich die Furcht vor Krieg besteht, weil es die atomare Bedrohung gibt. Dass wir in einer Welt neuer Informationstechnologien leben und damit umgehen lernen müssen. Das ist einfach die Anfangsphase. Und sie ist immer so, auch wenn das nicht bedeutet, dass es angenehm ist.

Frage. Wie soll man darauf reagieren, dass Meinungsführer aus Israel, die die Ukraine unterstützen, zugleich ultrarechts sind, Trump vergöttern und von einem ultrarechten Europa träumen? Ich unterstütze Israel, aber das empört mich.

Portnikov. Hören Sie, wenn Menschen uns in unserem Kampf gegen Russland unterstützen, zugleich aber eigene politische Ansichten haben, dann müssen Sie das einfach als Pluralismus akzeptieren. Ihnen mögen ihre politischen Ansichten nicht gefallen, aber wenn sie die Gerechtigkeit des ukrainischen Kampfes und die Ungerechtigkeit der russischen Handlungen verstehen, können Sie ihnen nicht verbieten, Trump zu lieben. Zumal sie meinen, Trump habe viel für Israel getan. Hier darf man sich nicht empören, sondern muss nachsichtig sein. Zumal Sie sehen, dass Trumps Politik israelischen Interessen schaden kann. Irgendwann werden sie das verstehen. Ich kenne viele Israelis, die die Ukraine unterstützen, die keine linken Ansichten haben, aber die Gefahr von Trumps Herrschaft begreifen. Das ist also eine sehr plurale Angelegenheit.

Frage. Ist diese Erklärung Trumps jetzt eine Bedrohung für die Hilfe an die Ukraine? „Ich sage Ihnen eines zur Ukraine. Die Ukrainer müssen für alles bezahlen, und sie bezahlen über die NATO.“ Und seine Erklärung, ukrainische Technologien abzulehnen.

Portnikov. Ich würde das nicht so verstehen. Das ist keine Erklärung, ukrainische Technologien abzulehnen, sondern der Versuch zu demonstrieren, dass die Vereinigten Staaten, ganz stolz und selbstherrlich, niemandes Hilfe brauchen. Und es wäre sehr merkwürdig, wenn Trump, der ständig sagt, er sei das Oberhaupt des technologisch stärksten Staates der Welt, tatsächlich jemand wäre, der sich wegen irgendwelcher Drohnen mit irgendeiner Ukraine messen müsste, die doch keine Karten in der Hand habe. Natürlich ist er nicht in der Lage, das irgendwie anzuerkennen. Die amerikanischen Militärs werden ukrainische Drohnen nehmen, und nicht nur amerikanische, wenn sie ihnen für den Schutz vor iranischen Angriffen nützlich sind, ganz gleich, was Donald Trump in einem Interview sagt. Dasselbe gilt für die Aussage, die Ukrainer müssten für alles bezahlen, und sie zahlten über die NATO. Nun ja, wiederum: Das ist doch keine Forderung an uns, nicht über die NATO zu zahlen. Das ist einfach ein unglücklich gebauter Satz. Was auch immer gewesen sein mag und was auch immer Trump denken mag, Trump kann uns nicht sagen: „Nein, wenn nicht ihr, sondern die NATO zahlt, werde ich euch keine Waffen liefern“, denn das ist unlogisch. Aber eines ist klar: Er will uns keine Waffen kostenlos geben, wie das unter Präsident Biden geschah. Aber Sie können doch nicht die Werte Präsident Bidens und das Niveau Präsident Bidens als werteorientierten Politiker mit dem Niveau der Werte Präsident Trumps vergleichen, dem jegliche Werte fehlen, der in einer Welt lebt, in der es keine Werte gibt, sondern nur blankes Geld.

Und übrigens, wenn Trump sagt: „Nun, wir helfen der Ukraine, und dann können die Russen Iran helfen.“ Das ist eben Ausdruck des Fehlens von Werten, verstehen Sie? Das ist eine völlig offensichtliche Sache, denn er versteht nicht, dass die Vereinigten Staaten der Ukraine helfen, weil sie einem Land helfen, das Opfer einer Aggression und eines Bruchs des Völkerrechts geworden ist. Er denkt: „Wir helfen der Ukraine gegen Russland, und Russland hilft Iran gegen uns. Alles normal.“ In seinem Kopf gibt es keine Kategorien von Gut und Böse. Schenken Sie dem Satz also keine Aufmerksamkeit.

Frage. Wie ist Ihre Meinung, war der Schlag Irans gegen die Türkei, ein NATO-Mitglied, in Wahrheit ein Test des fünften NATO-Artikels ist und dass dahinter jemand anderes steckt?

Portnikov. Ich denke, dass die Türkei selbst keinerlei fünften Artikel der NATO testen will, keinerlei iranische Schläge gegen die Türkei anerkennt und sie niemals anerkennen wird. Denn wenn sie diese Schläge anerkennt, würde das bedeuten, dass sie selbst einen Schlag gegen Iran führen müsste, und das würde bedeuten, dass sie an einer gemeinsamen Operation mit Israel teilnimmt. Und das würde den politischen Tod Recep Tayyip Erdoğans und seiner Partei bedeuten. Also wird das niemals geschehen. Und Iran weiß das sehr gut, testet also nichts. Vielleicht testet es einfach die Reaktion der Türkei selbst.

Frage. Können die arabischen Staaten des Persischen Golfs ukrainische Drohnen direkt in der Ukraine in großem Umfang bestellen?

Portnikov. Sie können und sie werden es tun.

Frage. Und wird Trump das sehr gefallen?

Portnikov. Ich glaube nicht, dass in einer solchen Situation, in der es um Überleben und Sicherheit geht, irgendjemand auf Trump achten wird. Ich sage Ihnen: Das Interesse an ukrainischen Drohnen, an ukrainischen Technologien, an ukrainischer Erfahrung in diesem Drohnenkampf wächst mit jedem Tag und wird mit jedem Tag dieses Krieges weiter wachsen, der nicht so schnell enden wird, ganz gleich, was Trump denkt. Er hat keinen Chronometer in der Hand, mit dem er einen Krieg beenden könnte. Dieser Krieg kann sich lange hinziehen. Und die Staaten des Persischen Golfs verstehen das sehr gut. Ich denke also, dass alle kaufen werden.

Frage. Sie beschreiben realistische Kriegsszenarien. Häufig sprechen Sie zu Recht negative Szenarien an. Welchen Weg halten Sie für die Ukraine für optimal? Was können wir tun, um ihn näherzubringen?

Portnikov. Für die Ukraine ist optimal, dass die ukrainische Staatlichkeit erhalten bleibt und das ukrainische Volk auf dem Territorium dieser Staatlichkeit erhalten bleibt. Auf diese beiden für das ukrainische Volk wichtigsten Fragen gibt es derzeit keine hundertprozentige Antwort. Wir kämpfen jetzt, und dieser Krieg wird um den Erhalt des ukrainischen Staates und um den Erhalt des ukrainischen Volkes geführt. Das Hauptziel der Russischen Föderation ist die Liquidierung der ukrainischen Staatlichkeit durch die direkte Angliederung der Gebiete der Ukraine an die Russische Föderation als Subjekte und die Vertreibung von all jenen von diesem Territorium, die man als Ukrainer betrachten kann und die sich als Ukrainer betrachten werden, unter physischer Vernichtung eines großen Teils dieser Menschen. Das sind reale Ziele Russlands. Wie sollen wir diese Ziele bekämpfen, auf denen Russland bestehen wird? Indem wir in den kommenden Jahren dieses zermürbenden Krieges das militärische und militärisch-technische Potenzial der Russischen Föderation zerstören und selbst standhalten. Dazu braucht es europäische Hilfe, dazu braucht es weitreichende Waffen, dazu braucht es die Zerstörung des militärischen und militärisch-technischen Potenzials der Russischen Föderation und die Schaffung von Bedingungen, unter denen Russland keine ausreichenden Möglichkeiten mehr haben wird, eine Armee von Söldnern weiter zu unterhalten. Das ist das Programm, über das wir nachdenken müssen. Und genau das müssen wir tun, um es näherzubringen. Ich habe schon darüber gesprochen. Effektive Führung des Landes, Zusammenarbeit mit den Europäern, Erwartung der Rückkehr der Vereinigten Staaten auf die Weltbühne nicht als Staat Trumps, sondern als Staat der Werte.

Frage. In welchem Maß wächst jetzt Putins Appetit auf eine eigene Aggression gegen die USA vor dem Hintergrund all des Horrors, der im militärischen Führungssystem dieses Landes herrscht?

Portnikov. Ich glaube nicht, dass Putin die Vereinigten Staaten angreifen will, denn er weiß, dass er Führer einer nuklearen Supermacht ist, die es mit einer anderen nuklearen Supermacht zu tun hat. Aber dass es verschiedene hybride Dinge geben kann wie den Beschuss der amerikanischen Küste durch Iraner oder „Iraner“, das kann man in den nächsten Monaten erwarten. Wenn der Krieg im Nahen Osten nicht endet, halte ich es durchaus für möglich, dass das in der nächsten Zeit geschieht. Ich glaube also nicht, dass es einen amerikanisch-russischen Krieg geben wird, zumal angesichts des Einvernehmens, das zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation besteht, die wahre politische Partner sind.

Frage. Sollten die Amerikaner im Zusammenhang mit den Drohungen, Trump zu liquidieren, auf ein neues 11. September warten, falls diese Drohungen nicht umgesetzt werden können?

Portnikov. Ein 11. September ist nicht so leicht umzusetzen, wie es scheint. Für ein 11. September braucht man einen Staat, der sein Territorium für terroristische Ausbildung zur Verfügung stellt. Als es das 11. September gab, war das zum Beispiel Afghanistan. Das Taliban-Regime gab Osama bin Laden und seiner Organisation Al-Qaida die Möglichkeit zu einer solchen Ausbildung. Früher waren das der Irak Saddam Husseins, Libyen Muammar al-Gaddafis, die Sowjetunion. All das gab es. Jetzt sehe ich keine Staaten, die angesichts der Unberechenbarkeit Trumps oder gerade seiner Berechenbarkeit in diesem Fall bereit wären, ihr Territorium in ein Gebiet für die Ausbildung von Terroristen zu verwandeln. Derselbe Iran ist dazu, wie Sie verstehen, gegenwärtig nicht in der Lage. Eine solch groß angelegte Terroroperation wird also nicht so leicht vorzubereiten sein. Einzelne Terroranschläge hingegen wird es natürlich geben.

Frage. Werden die Kriege in der Ukraine und im Iran nicht schon im Herbst 2026 zu einer globalen systemischen Weltkrise führen?

Portnikov. Das ist möglich, aber höchstwahrscheinlich wird es einfach noch einen dritten Krieg geben. Es wird einfach viele Kriege geben. Und das wird die Geschichte des 21. Jahrhunderts sein. Ich denke an das Hinzutreten eines dritten Krieges zu diesen beiden, wenn es nicht gelingt, den Iran-Krieg schnell zu beenden. Ich hoffe, dass es gelingen wird, sehe dafür aber im Moment keine Voraussetzungen. Das könnte, verstehen Sie, der dritte Krieg sein – in Asien. Wenn China beschließt, dass die Vereinigten Staaten mit all ihren Ressourcen so sehr in den Iran-Krieg eingebunden sind, dass sie den Chinesen in Asien nichts antun können. Darin liegt die Gefahr. Und all das kann natürlich irgendwann zu einer globalen Weltkrise führen. Dem stimme ich vollkommen zu.

Frage. Vor etwa einer Woche fragte ich, ob unsere Verärgerung über diesen Krieg gegen Iran ähnlich gelagert sei. Und mich interessiert, ob Sie Ihre Meinung jetzt geändert haben. Trump hat uns selbst bei den Drohnen abgewiesen.

Portnikov. Als Sie über Ihre Verärgerung sprachen, habe ich Sie daran erinnert, dass Sie die Sicherheit der Ukraine nicht losgelöst von der Sicherheit anderer Länder betrachten können und nicht wollen dürfen, dass sich die ganze Welt mit ihren Handlungen und ihrem Wunsch, ihre Sicherheit zu schützen, nur um die Ukraine dreht. Als Sie sagten, Iran könne warten, Atomwaffen schaffen und gegen Israel schlagen, habe ich Sie daran erinnert, dass Israel eine andere Vorstellung von seiner Sicherheit und der Sicherheit seiner Bürger hat. Und solange Sie nicht lernen, in globalen Kategorien zu denken, müssen Sie begreifen, dass die Ukraine andere genauso interessieren wird. Und was Trump betrifft: Erstens denke ich nicht, dass er irgendjemanden bei den Drohnen abgewiesen hat. Und zweitens möchte ich Sie daran erinnern, dass Trump die Ukraine von Anfang an, mit Iran oder ohne Iran, ausschließlich als unangenehmes Hindernis für seine guten Beziehungen zur Russischen Föderation betrachtet. Mit Iran und ohne Iran hat er sich längst mit jeder Konzession der Ukraine abgefunden, um herzliche und profitable Beziehungen mit Präsident Putin aufzubauen und, wie er träumt, ihn von China loszulösen. Das ist für Trump ein weit wichtigeres Ziel als der Erhalt der Souveränität der Ukraine, aber er kann es nicht erreichen. Und sein Angriff auf die iranischen Ajatollahs hat an dieser Situation nichts geändert. Wenn Trump gekonnt hätte, hätte er das alles längst getan. Aber es gibt den Standpunkt der Europäer, es gibt den Standpunkt der ukrainischen Gesellschaft, es gibt den Standpunkt der ukrainischen Führung. Und das ist ein konsolidierter Standpunkt. Wenn wir an unserer Position festhalten, wird kein Trump diese Situation verändern.


🔗 Originalquelle

Art der Quelle:Artikel
Titel des Originals: Трамп: США не потребують допомоги |
Віталій Портников. 13.03.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 13.03.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Der Informationskrieg um die Mobilisierung: Mythen, Manipulationen und Realität. Oksana Bailo. 05.03.2026.

https://www.facebook.com/share/p/1CQK8AzrFR/?mibextid=wwXIfr

Ich musste die Kommentare unter dem vorherigen Beitrag schließen, weil sich dort ein Portal zur Hölle geöffnet hat: russische Bots in rührender Kollaboration mit unseren nützlichen Idiotinnen sowie mit allen möglichen Wehrdienstverweigerern, „Was-macht-das-schon“-Leuten und denjenigen, die auf die russische Welt warten.

Damit es nicht umsonst war, all diesen Müll zu lesen, werde ich einige der typischsten Narrative über die Mobilisierung herausgreifen und analysieren, die die russische Propaganda gerade aktiv verbreitet – und die leider auch ein Teil der ukrainischen Gesellschaft aufgreift.

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„Es gibt nichts, wofür man kämpfen sollte“

Die Seite, die sich verteidigt, kämpft nicht für etwas Abstraktes, sondern für sehr konkrete Dinge: für das Recht des eigenen Staates zu existieren, für die eigenen Städte und Häuser, für Kinder, die nicht unter Besatzung aufwachsen sollen.

Die Alternative dazu ist gut bekannt: Butscha, Isjum, Mariupol, Massengräber, Folterkeller, Deportationen von Kindern, Filtrationslager.

Wenn jemand meint, es gebe „nichts, wofür man kämpfen sollte“, dann sollte er ehrlich etwas anderes sagen: Ich will mein Leben nicht für die Souveränität des ukrainischen Volkes riskieren, nicht für die Freiheit meiner Kinder – und im Grunde würde mir auch das russische Joch passen.

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„Ich werde nicht für die Macht / für die Bankowa / für Zwei Millionen Korruptionsgeld in Moskau kämpfen“

Die ukrainischen Soldaten kämpfen nicht „für die Macht“, nicht „für die Bankowa“ und nicht für Zelensky. Sie kämpfen für ein Land, in dem ihre Familien leben. Die ukrainische Armee verteidigt den Staat und die Gesellschaft – nicht eine politische Konjunktur.

Die Macht wechselt. Das Land existiert entweder – oder es existiert nicht.

Und wir kämpfen gerade auch dafür, die Möglichkeit zu haben, diese Macht selbst und demokratisch zu verändern.

Übrigens haben viele von denen (ich vermute sogar die Mehrheit), die jetzt im vierten oder fünften Jahr an der Front sind, nicht weniger Beschwerden über die Regierung als Kommentatoren auf Facebook.

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„Sollen doch Abgeordnete / Beamte / ihre Kinder kämpfen“

Dieses Narrativ appelliert an Gerechtigkeit, wird aber für etwas anderes benutzt: die Frage der Verteidigung des Staates durch Hass auf die Regierung zu ersetzen.

Selbst wenn morgen alle Abgeordneten an die Front gehen würden, würde das keineswegs die Hunderttausenden Menschen ersetzen, die die Armee braucht. Die Armee wird nicht nach politischen Sympathien gebildet, sondern nach dem Prinzip der Verteidigung des Landes.

Kritik an der Regierung ist normal und schließt eine persönliche Beteiligung an den Verteidigungskräften nicht aus. Aber das als Argument zu benutzen, das eigene Land nicht zu verteidigen – das ist Manipulation.

(Ganz abgesehen davon, dass bei uns tatsächlich viele Abgeordnete und ihre Kinder kämpfen – man muss sich nur einmal informieren.)

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„Der Krieg muss beendet werden / man muss verhandeln“

Das klingt schön – bis man konkret wird. Worüber genau soll man verhandeln?

Über die Abtretung von Territorien? Über Millionen Menschen, die unter Besatzung bleiben? Über den Verzicht auf Souveränität?

Russland führt diesen Krieg nicht wegen „Verhandlungen“, sondern um die ukrainische Staatlichkeit und die ukrainische Identität zu zerstören. Alle früheren „Vereinbarungen“ hat Russland gebrochen. Die „Verhandlungen“, die jetzt stattfinden, sind nur eine Simulation und ein Versuch Russlands, den Krieg nicht zu beenden, sondern in die Länge zu ziehen.

Frieden ist etwas Wunderbares. Aber leider können nicht wir über das Ende dieses Krieges entscheiden – und die einzige Alternative zu unserem Widerstand ist derzeit die Kapitulation.

Und genau diese Kapitulation nennen diejenigen Frieden, die bereit sind, dafür mit fremder (und auch mit ihrer eigenen) Freiheit zu bezahlen.

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„Dann kämpf du doch bis zum letzten Ukrainer, wenn du so patriotisch bist“

Das ist eines der zynischsten propagandistischen Klischees. Erstens spricht niemand vom „letzten Ukrainer“. Es geht um die Verteilung der Verantwortung in einer Gesellschaft, in der Hunderttausende Menschen bereits im vierten oder fünften Jahr an der Front sind oder dienen.

Zweitens wird dieser Satz fast immer von denen benutzt, die grundsätzlich keinerlei Verantwortung übernehmen wollen.

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„Wie bequem ist es, alle zum Kämpfen zu schicken, wenn du eine Frau bist“

Erstens dienen Zehntausende Frauen in den Streitkräften – und viele von ihnen direkt an der Front.

Zweitens zahlen Frauen in diesem Krieg keinen geringeren Preis: Männer, Brüder, Väter, Partner, Freunde – sie sind an der Front, im Dienst oder gefallen.

Wenn eine Frau über die Mobilisierung von Männern spricht, die ebenfalls zur Armee kommen sollen, um – wenn schon nicht ihren Mann zu ersetzen – ihm wenigstens zu helfen, dann spricht sie nicht aus einer komfortablen Position. Sie spricht als Mensch, dessen Familie bereits den Preis dieses Krieges bezahlt.

Und nein, es ist für sie nicht „bequem“, auf die Frage „Wann wirst du mobilisiert?“ zu antworten, dass sie nicht wehrpflichtig ist. Bequem ist es, „sein bestes Leben zu leben“ für diejenigen, die sich seit fünf Jahren hinter dem Rücken ihres Mannes verstecken.

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„Wenn dein Mann fünf Jahre dient und noch lebt, dann ist er wohl nicht im Schützengraben / kämpft schlecht“

Das ist wahrscheinlich das Widerwärtigste von allem, was man ständig lesen muss.

Diejenigen, die jahrelang kämpfen und am Leben geblieben sind, überleben nicht deshalb, weil sie „schlecht“ oder „nicht dort“ kämpfen, sondern nur deshalb, weil wir als Staat überhaupt noch existieren.

Und statt sich darüber zu freuen, dass ein Mensch lebend nach Hause zurückkehren wird, begegnet man ihnen mit Abwertung und Verdächtigungen.

So etwas der Frau eines Freiwilligen zu schreiben ist schlicht moralische Verkommenheit – und wird von der russischen Propaganda sehr großzügig befeuert.

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„Wirst du deinen Sohn auch in den Krieg schicken?“

Eine Manipulation, die versucht, ein Gespräch über die Verteidigung des Landes in persönliche Erpressung zu verwandeln.

In Wirklichkeit kämpfen die meisten, die jetzt kämpfen, gerade deshalb, damit ihre Kinder in Zukunft nicht kämpfen müssen.

Sie kämpfen, um diesen Krieg jetzt zu stoppen – und ihn nicht der nächsten Generation zu überlassen. Damit ihre Söhne und Töchter in einem Land leben, das existiert – und nicht in Besatzung oder in einem neuen Krieg in ein paar Jahren.

Die Geschichte kennt viele Beispiele, in denen die Weigerung, sich „um des Friedens willen“ zu verteidigen, den Krieg nur aufschob – und ihn für die nächste Generation viel größer und blutiger machte.

Gerade deshalb geht es im heutigen Krieg darum, dass unsere Kinder eine Chance haben, niemals kämpfen zu müssen.

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Alle diese Narrative sehen unterschiedlich aus, aber in Wirklichkeit arbeiten sie auf ein Ziel hin: die ukrainische Gesellschaft von innen zu zersetzen und die Verteidigung des Landes unmöglich zu machen.

Deshalb ist es so wichtig, sie zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren: melden, blockieren, löschen.

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Kommentare

Kommentar 1:

Ja, solche Kommentare gibt es, und sie verletzen sehr diejenigen, die den Verlust ihrer Liebsten erlitten haben, diejenigen, deren Angehörige jetzt unser Land verteidigen.

Mir hat auch jemand so geantwortet: meine Angehörigen seien nicht an der Front, sondern irgendwo im Ausland, ich solle doch selbst kämpfen gehen.

Ich würde gehen, aber ich bin schon im achten Lebensjahrzehnt. Meine Angehörigen sind an der Front, mein Sohn kämpft, obwohl er nur eingeschränkt diensttauglich ist und eine Operation an der Wirbelsäule braucht. Trotzdem kämpft er freiwillig seit Beginn des Krieges.

Mein Neffe ging seit 2014 sein Heimatstadt Donezk verteidigen, er fiel 2023 und lag zwei Jahre und einen Monat an der Front, bis man ihn bergen konnte.

Es tat so weh, diesen Kommentar zu lesen. Verstehen diese Menschen wirklich nicht, dass Krieg ist und dass unser Land in Gefahr ist?

Wir müssen verteidigen, wir müssen unsere Ukraine für unsere Zukunft und für unsere Kinder und Enkel erkämpfen. Ist ihnen das wirklich egal?

Solange es solche Kommentare und solche Gedanken gibt, ist unser Land in Gefahr.

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Kommentar 2:

Leider habe ich all das schon gehört und gelesen. Und egal, was du schreibst oder sagst – diese Leute verstehen dich nicht einmal, sie hören dich nicht einmal.

Und leider gibt es sehr viele von ihnen. Ihnen ist egal, was passieren wird, egal unter wem und wo sie leben, Hauptsache der Krieg endet.

Sie glauben, wenn Russland kommt, werden sie genauso weiterleben wie zuvor.

Ich erzähle ihnen, wie Bekannte unter der Besatzung im Gebiet Cherson gelebt haben – sie glauben trotzdem, dass ihnen so etwas nicht passieren wird. Ich verstehe wirklich nicht, was in den Köpfen solcher Menschen vorgeht.

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Kommentar 3:

Ich erinnere mich an die Worte einer Großmutter aus Monastyryschtsche bei der Allee der Helden: „Für wen sind sie gestorben? Für die Regierung?“

Und meine Antwort :,„Für Sie, für mich, für all diese Menschen, die in dieser Stadt und in diesem Land leben – für ihre Familien. Die Regierung wechselt, aber ein Volk existiert entweder – oder es existiert nicht.“

Halten wir durch! 🙏🇺🇦

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Kommentar 4:

Ich stimme jedem Wort zu. Meine Söhne haben die Ukraine verteidigt, solange sie dazu die Möglichkeit und die Ehre hatten. Mein jüngerer Sohn ist gefallen… Ewiges Gedenken und Ehre. Der ältere hat seine Gesundheit geopfert.

Und wenn Menschen, die ich gut kenne, mit Tränen in der Stimme fragen: „Wofür ist dieser schöne junge Mann gestorben?“ – dann möchte ich sagen: Damit Menschen wie ihr hier stehen und mich das fragen können.

Ich bin stolz auf meine Söhne und ich hasse es, wenn das entwertet wird, was sie und Tausende andere für uns alle getan haben.

Ewiges Gedenken und Ehre denen, die gefallen sind, und Gesundheit unseren Jungen und Mädchen, die unsere Heimat verteidigt haben und verteidigen. Danke für euren Schutz.

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Kommentar 5:

Ich stimme jedem Ihrer Worte zu. Es ist schmerzhaft, solche Aussagen zu hören, sogar beleidigend – denn nach ihrer Logik sind unsere Kinder, die vom ersten Tag des Krieges an ihr Land und ihre Familien verteidigen, irgendwelche Versager.

Aber sie kämpfen seit Jahren, sie sind nicht „müde“, sie beißen die Zähne zusammen und vergießen ihr Blut oder sterben – wie mein Sohn – für diejenigen, die unter Mamas Rock sitzen und erzählen, wie man an der Front kämpfen soll.

Danke für Ihre Haltung.

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Kommentar 6:

Einer der letzten Sätze Putins war, dass der Krieg gegen die Ukraine „bis zum letzten Ukrainer“ dauern werde. Er spricht offen von Genozid.

Wie eine alte Frau sagte, die Auschwitz überlebt hat: Wenn jemand mit einer Waffe sagt, dass er dich töten wird – glaube ihm.

Deshalb gibt es hier keinen Raum für Kompromisse. Weder die Abgabe von Territorien noch ein Überlaufen zum Feind wird helfen.

Entweder die Ukraine kämpft – oder es gibt weder Ukraine noch Ukrainer.

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Kommentar 7:

Traurig ist nur eines: Dieses Land wird den Wehrdienstverweigerern gehören, ihren Kindern und Menschen, die nicht verstehen, wer und wofür kämpft.

Die Besten sind gefallen. Viele sind todmüde.

Wer keine Angehörigen im Krieg hat, lebt in einer anderen Realität.

Für euch Worte der Unterstützung ❤️ Ich umarme euch.

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Kommentar 8:

Wenn man mich fragt, wann ich meinen Sohn (er ist 18) in den Krieg schicke oder wann ich selbst gehe, gebe ich eine Einladung meines Mannes weiter, der seit Februar 2022 kämpft.

Er lädt alle Interessierten ein, zu ihm in den Osten zu kommen und dort mit ihm über Mobilisierung zu diskutieren. Er verspricht, alle Argumente höflich anzuhören.

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Kommentar 9:

Unsere Jugend ist sehr klug. Und es freut mich sehr, dass viele bewusste junge Menschen auf Studium im Ausland verzichten und bewusst zu Hause bleiben.

Ich kenne solche jungen Leute persönlich. Ihre Eltern könnten sie ins Ausland bringen, aber sie sagen: „Ich bleibe hier in meinem Land – und wenn es nötig ist, werde ich es verteidigen.“

Und die Mädchen – sie haben ein besonders starkes Gefühl für Gerechtigkeit und gehen in die Reihen der Streitkräfte. Respekt und Stolz der Nation.

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Kommentar 10:

Ich kämpfe seit Beginn des Krieges. Ich bin Sanitäterin im Evakuierungsteam, und mein Sohn hat auch gekämpft, er wurde inzwischen ausgemustert.

Wenn ich irgendwo schreibe, schreien sie immer: „Schick deinen Sohn!“ Aber wir sind am Anfang des Krieges selbst gegangen, uns musste niemand schicken.

Und ich stimme mit allem überein, was hier geschrieben wurde.

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Kommentar 11:

Für Menschen ohne Heimat und Familie gibt es nichts und niemanden, wofür sie kämpfen könnten. Deshalb berührt mich ihre Meinung überhaupt nicht.

Solche Menschen haben keinen gesellschaftlichen Wert.

Wer Familie und Kinder hat, wer im Leben etwas aufgebaut hat – der hat etwas und jemanden, für den er kämpft.

Der Vermögen von Abgeordneten interessiert sie nicht.


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Art der Quelle: Social Media
Autor: Oksana Bailo
Veröffentlichung / Entstehung: 05.03.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Trump täuscht Europa | Vitaly Portnikov. 13.03.2026.

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, versuchte während eines virtuellen Gipfels der Gruppe der Sieben seine Partner davon zu überzeugen, dass Iran bereit sei zu kapitulieren und dies nur deshalb nicht tue, weil es in Teheran keinen einzigen lebenden Führer gebe, der zu einer solchen Kapitulation bereit sei. Diese Aussagen Trumps erfolgten noch vor der ersten Ansprache an die Nation des neuen Obersten Führers Mojtaba Khamenei, der zum Widerstand gegen die Vereinigten Staaten, die Amerikaner und die Israelis aufrief und erklärte, wie wichtig es sei, die Blockade der Straße von Hormus als Druckmittel gegenüber den westlichen Ländern einzusetzen.

Auch die Nachrichtendienste in den Vereinigten Staaten und anderen westlichen Ländern betonen, dass es keinerlei Anzeichen dafür gibt, dass die iranische Führung über eine Kapitulation vor Trump nachdenkt. Deshalb bleibt unklar, ob Trump die Staats- und Regierungschefs der Gruppe der Sieben während dieses virtuellen Gipfels bewusst in die Irre geführt hat, indem er mit ihnen so sprach, als befände er sich auf einer Wahlkampfveranstaltung, oder ob sich der Präsident der Vereinigten Staaten tatsächlich in einer Realität befindet, die nichts mit der Situation zu tun hat, die sich im Nahen Osten und in der Welt herausgebildet hat, nachdem deutlich geworden ist, dass das Regime der iranischen Ajatollahs nach zwei Wochen der amerikanisch-israelischen Operation gegen die nuklearen und raketentechnischen Programme der Islamischen Republik seinen Einfluss im Land und seine Fähigkeit zur operativen Führung der Streitkräfte bewahrt hat.

Wichtig an diesem virtuellen Treffen des Präsidenten der Vereinigten Staaten mit den Staats- und Regierungschefs der Gruppe der Sieben war, dass der Präsident Frankreichs Emmanuel Macron, der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz und der britische Premierminister Keir Starmer den Präsidenten der Vereinigten Staaten aufforderten, Russland keine neuen Chancen zu geben und die Sanktionen gegen das Land im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg nicht zu lockern. Sie betonten die negativen Folgen eines solchen Schrittes Washingtons. Doch wie wir sehen können, hat der Präsident der Vereinigten Staaten diese Forderungen der Europäer völlig ignoriert. Und heute erklärte das Finanzministerium der Vereinigten Staaten die Lockerung der Sanktionen gegen die Russische Föderation und die Möglichkeit für Russland, Öl von Schiffen zu verkaufen, auf die es bis zum 12. März 2026 verladen worden war.

Damit hat Trump erneut demonstriert, dass der Präsident Russlands, Wladimir Putin, mit dem er bereits nach Beginn seiner Operation gegen Iran gesprochen hatte, der wichtigste und unbestreitbare Nutznießer dieses Krieges ist. Putin hat die Möglichkeit, sein Öl zu verkaufen und damit den Haushalt aufzufüllen, den er für die Fortsetzung des Krieges gegen die Ukraine benötigt. Putin hat die Möglichkeit, mit Trump auf Augenhöhe zu sprechen, denn den Berichten über das Gespräch zwischen dem amerikanischen und dem russischen Präsidenten zufolge hofft der Bewohner des Oval Office, dass der Hausherr im Kreml ihm helfen wird, aus der Situation herauszukommen, in die Trump geraten ist, nachdem die Operation gegen Iran nicht nach seinem Szenario verlaufen ist.

Putin genießt die Aufmerksamkeit der Führer der Staaten des Persischen Golfs, die ihrerseits auf seine Vermittlung im Konflikt mit Iran hoffen. Gleichzeitig können sich sowohl der russische Präsident selbst als auch sein Außenminister Sergej Lawrow erlauben, den Scheichs Vorhaltungen zu machen und sie daran zu erinnern, dass die Probleme, mit denen ihre Länder infolge der iranischen Bombardierungen konfrontiert sind, eine direkte Folge der amerikanischen und israelischen Aktionen gegen die Islamische Republik seien.

Und das, obwohl weder Saudi-Arabien noch die Vereinigten Arabischen Emirate, noch Bahrain, noch Kuwait, noch Katar, noch Oman direkt am Krieg der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran beteiligt waren, und einige dieser Länder den Vereinigten Staaten sogar nicht einmal erlaubt hatten, ihren Luftraum für die Durchführung der Operation zu nutzen. Übrigens zieht es Donald Trump, der bereits scharfe Kritik an Großbritannien geübt hat, vor, dies nicht zu erwähnen, da er weiterhin auf Investitionen aus den Ländern des Persischen Golfs hofft, die ohne Zweifel ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten aufgeben könnten, wenn sie erkennen, dass Amerika sie nicht vor Iran schützt – entweder weil es nicht will oder weil es dazu nicht in der Lage ist.

Aber wenn wir schon von Möglichkeiten sprechen: Auch Putin kann nicht allzu viel. Tatsächlich fehlt Putin, während er seine Vermittlungsbemühungen im Verhältnis zu Iran anbietet und Trump möglicherweise davon berichtet, jede reale Chance, die Stimmung der Führung der Islamischen Republik zu beeinflussen. Die beiden Gespräche, die der russische Präsident mit dem iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian geführt hat, sind gerade ein zusätzlicher Beleg für Putins Unfähigkeit, tatsächlich irgendetwas zu beeinflussen. Denn auch Pezeshkian selbst ist derzeit keine Figur, die reale Macht in der Islamischen Republik ausübt.

Wir haben bereits gesehen, wie nach der Entschuldigung des iranischen Präsidenten gegenüber den Führern arabischer Staaten, die iranischen Bombardierungen ausgesetzt waren, seine eigenen Worte von anderen iranischen Funktionären widerrufen wurden – darunter vom Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates Larijani und vom Parlamentspräsidenten Ghalibaf. Die Angriffe auf die arabischen Staaten gingen unterdessen weiter, als wäre nichts geschehen, denn hinter diesen Angriffen steht keineswegs der Präsident des Landes, der nach der Logik der iranischen Verfassung nicht einmal Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist, sondern das Korps der Wächter der Islamischen Revolution, dem es gelungen ist, eine weitere eigene Marionette auf den Posten des Obersten Führers und damit des Oberbefehlshabers zu bringen.

Mit den Führern des Korps der Wächter der Islamischen Revolution spricht Putin offenbar jedoch nicht, weil er sie in dieser Phase nicht besonders interessiert. Ganz abgesehen davon, dass Putin selbst dann, wenn er reale Möglichkeiten hätte, Druck auf die Iraner auszuüben, sie kaum nutzen würde. Denn der russische Präsident ist gerade daran interessiert, dass der Krieg im Nahen Osten einen langfristigen und stabilen Charakter annimmt und zu einer echten politischen Falle für Donald Trump wird, sodass sowohl er selbst als auch Amerika in diesem monatelangen – oder vielleicht, was für Putin die ideale Variante wäre, jahrelangen – Krieg ausbluten würden.

Damit gäbe es schlicht keine Alternative zu den Öllieferungen aus der Russischen Föderation. Der Ölpreis würde sich bei etwa 150 bis 200 Dollar halten, was natürlich Probleme für die Wirtschaft und Energieversorgung der ganzen Welt schaffen würde, Russland andererseits aber erlauben würde, trotz dieser Armut zu überleben und sogar den Krieg fortzusetzen – vielleicht nicht nur gegen die Ukraine, sondern auch gegen durch die Krise geschwächte europäische Staaten.

Die Vereinigten Staaten hingegen würden endgültig an Kraft verlieren und sich von der Unfähigkeit des amerikanischen Präsidenten Donald Trump überzeugen, auf die Herausforderungen zu reagieren, die so oder so mit den Erfahrungen zweier großer Kriege in Europa und im Nahen Osten verbunden wären. Zweier großer Kriege, zu denen sich zweifellos bald noch ein dritter und ein vierter gesellen werden. Und in dieser Situation ist Donald Trumps Unfähigkeit, zwischen seinen eigenen Erfindungen und dem, was tatsächlich in der Welt geschieht, zu unterscheiden, ein äußerst alarmierendes Signal – keineswegs nur für die Europäer.


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Titel des Originals: Трамп обманывает Европу | Виталий Портников. 13.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 13.03.2026.
Originalsprache: ru
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Öl unter Bedrohung: Die Ohnmacht der USA | Vitaly Portnikov. 12.03.2026.

Der Energieminister der Vereinigten Staaten, Chris Wright, hat eingeräumt, dass die amerikanischen Streitkräfte derzeit nicht bereit sind, Öltanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren. Mit einem entsprechenden Vorschlag war zuvor US-Präsident Donald Trump aufgetreten. Allerdings stellte sich heraus, dass es sehr viel schwieriger ist, Trumps Versprechen umzusetzen, als mit einem solchen Vorschlag aufzutreten.

Chris Wright stellte fest, dass das amerikanische Militär, das derzeit wiederholt Hilfsersuchen mehrerer Öltankerbesatzungen ablehnt, möglicherweise erst Ende März bereit sein wird, Schiffe zu eskortieren. Der demokratische Senator Chris Murphy, der an einer vertraulichen Unterrichtung über die Fortsetzung der amerikanisch-israelischen Operation gegen Iran sowie über die Lage in der Straße von Hormus teilnahm, betonte jedoch, dass die Führung der Vereinigten Staaten praktisch keinen Plan für eine mögliche Öffnung der Meerenge habe. Murphy äußerte sein Unverständnis darüber, dass die Initiatoren des Krieges gegen die iranischen Ajatollahs die Möglichkeit einer Blockade der Öltransportwege nicht vorausgesehen hätten.

Allerdings ist vollkommen klar, warum nichts dergleichen geschehen ist. Donald Trump bereitete sich auf einen blitzartigen Angriff gegen Iran vor und war möglicherweise überzeugt, dass nach der Beseitigung des Obersten Führers Irans, Ajatollah Ali Khamenei, sowie einer Reihe politischer Führer und Militärkommandeure der Islamischen Republik das Regime verschwinden würde, als hätte es all die Jahrzehnte nie gegeben. Doch Trumps Berechnungen sind gescheitert. Bereits dreizehn Tage nach Beginn des Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran kann man von einer solchen Stabilität des Regimes sprechen, dass es selbst die Routen für den Transport von Öl diktieren kann.

Zu den Hauptnutznießern der weltweiten Energiekrise zählen derzeit zwei Länder, zwei Verbündete: Iran und die Russische Föderation. Iran hat seine Ölverkäufe inzwischen sogar gesteigert – im Gegensatz zu den Staaten des Persischen Golfs, die sowohl ihre Verkäufe als auch ihre Förderung reduzieren müssen, weil das Öl nicht über die üblichen Routen transportiert werden kann.

Gleichzeitig verbieten die Vereinigten Staaten Israel, iranische Energieanlagen anzugreifen, aus Angst, solche Angriffe könnten eine noch größere Krise auf dem Öl- und Gasmarkt auslösen und damit bereits in den Vereinigten Staaten selbst eine wirtschaftliche Krise verursachen. Dort steigen die Benzinpreise weiter, was wiederum zu höheren Preisen für zahlreiche Waren und Dienstleistungen führen wird.

Russland gehört zu den wenigen Ländern, die in der Lage sind, den Mangel an Öl auf dem Weltmarkt auszugleichen. Und die Vereinigten Staaten sind praktisch gezwungen, in ihren Beziehungen zu Wladimir Putin Kompromisse einzugehen. Putin genießt diese Verwirrung seines amerikanischen Kollegen, der bekanntlich vor einigen Tagen im Kreml angerufen hat, um Unterstützung beim russischen Präsidenten zu suchen.

Tatsächlich mussten die Vereinigten Staaten in dieser Situation praktisch darüber hinwegsehen, dass Indien – das unter dem Druck Trumps auf den Kauf russischen Öls verzichtet hatte – wieder begonnen hat, in großem Umfang russisches Rohöl zu kaufen. Damit hat sich die Situation mit den russischen Ölverkäufen und mit den russischen Tankern, die mehrere Wochen, wenn nicht sogar Monate lang auf See nach Käufern gesucht hatten, zugunsten Wladimir Putins gewendet. Dies wirkt sich direkt auf die Auffüllung des russischen Staatshaushalts aus, der für den Präsidenten der Russischen Föderation so wichtig ist, um den Krieg gegen die Ukraine fortzusetzen – jenen Krieg, den Trump noch vor seiner Rückkehr ins Oval Office zu beenden versprochen hatte. Nun zeigt sich, dass die Handlungen des amerikanischen Präsidenten nicht zur Beendigung, sondern zur Fortsetzung dieses Krieges beitragen und dem Präsidenten der Vereinigten Staaten zugleich ein weiteres schweres außenpolitisches Fiasko drohen.

Neben Indien versuchen inzwischen auch andere Länder, von den Vereinigten Staaten eine Genehmigung für den Kauf russischen Öls zu erhalten. Zu diesen Ländern gehört beispielsweise Bangladesch, dessen Führung sich gerade heute an das Weiße Haus mit der Bitte gewandt hat, solche Käufe zu erlauben.

Und Iran kann nun den Durchgang der Tanker durch die Straße von Hormus dirigieren. Heute hat die Führung der Islamischen Republik beispielsweise Indien mitgeteilt, dass seine Tanker diese enge Passage der Energielieferungen ungehindert passieren könnten. Mehrere indische Tanker haben bereits ihre Fahrt durch die Straße von Hormus begonnen. Dies wird den indischen Premierminister Narendra Modi selbstverständlich dazu bewegen, sich jenen anzuschließen, die ein möglichst rasches Ende der amerikanischen Operation gegen Iran fordern werden – unabhängig davon, zu welchen Ergebnissen sie führen könnte.

Allerdings scheint das iranische Regime selbst keineswegs an einem schnellen Ende interessiert zu sein, weil es auf eine öffentliche Demütigung des Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Vereinigten Staaten selbst setzt. Der Präsident Irans, Masoud Pezeshkian, erklärte bereits, dass ein Ende der Kampfhandlungen nur möglich sei, wenn Iran verlässliche Sicherheitsgarantien erhalte, die einen neuen Angriff der Vereinigten Staaten ausschließen würden, sowie die Möglichkeit, einen vollständigen nuklearen Brennstoffkreislauf zu entwickeln. Dies ist natürlich weder für den Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump noch für den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu akzeptabel. Denn dann würde sich die Frage stellen: Wozu wurde diese Spezialoperation überhaupt begonnen? Kann man die Beseitigung des sechsundachtzigjährigen Ajatollah Ali Khamenei als irgendein ernsthaftes Ergebnis betrachten, das zu Veränderungen in der geopolitischen Situation der Welt geführt hat? Und vor allem: hat es die Sicherheit des jüdischen Staates gewährleistet – was im Grunde der Sinn der Bemühungen sowohl des Präsidenten der Vereinigten Staaten als auch des israelischen Premierministers war?

Es ist klar, dass Washington auf diese Bedingungen nicht eingehen wird. Daher kann man auch die Worte des Energieministers der Vereinigten Staaten infrage stellen, der behauptete, die Maßnahmen Donald Trumps gegen Iran könnten mehrere Wochen und nicht Monate dauern. Wie im Fall des russisch-ukrainischen Krieges besitzt der Präsident der Vereinigten Staaten keinen magischen Chronometer, der es ihm erlaubt, Kriege nach Belieben zu beginnen oder zu beenden.

Sowohl der Präsident der Russischen Föderation Wladimir Putin als auch die Führung Irans und der Vorsitzende der Volksrepublik China, Xi Jinping, sind daran interessiert, dass Trump sich aus der Falle des Nahostkonflikts nicht mehr befreien kann und dass dieser Konflikt möglichst lange andauert, die wirtschaftliche Lage in den Vereinigten Staaten verschlechtert und möglicherweise auch das Sicherheitsgefühl in diesem Land untergräbt. Dabei wird sogar darüber gesprochen, dass Iran versuchen könnte, mit Drohnen die Küste der Vereinigten Staaten zu beschießen, um sich für die Liquidierung des Obersten Führers und anderer Vertreter des Regimes zu rächen.

Sollte eine solche Operation tatsächlich durchgeführt werden, würde sie die Vorstellungen amerikanischer Bürger darüber, dass sie durch einen „wunderbaren Ozean“ geschützt sind, dauerhaft verändern. Dieser Mythos würde verschwinden – ebenso wie viele andere Mythen aus der Zeit der Präsidentschaft Donald Trumps.


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Titel des Originals: Нефть под угрозой: бессилие США | Виталий Портников. 12.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 12.03.2026.
Originalsprache: ru
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
.


Die Ziele des iranischen Krieges | Vitaly Portnikov @bestradioisrael. 10.03.2026.

Korrespondent. Gerade eben hat der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, veröffentlicht, dass sich bereits elf Staaten des Persischen Golfs wegen Drohnen oder Antidrohnen an die Ukraine gewandt haben. Kann das tatsächlich Realität sein?

Portnikov. Präsident Zelensky führte, wie Sie wissen, intensive Gespräche mit den Führern der Länder des Persischen Golfs. Und ich halte es durchaus für möglich, dass das Thema des Schutzes dieser Staaten vor Angriffen iranischer Drohnen sowie der Verbrauch von Raketen der Luftverteidigungssysteme durch diese Staaten und durch die Vereinigten Staaten im Kampf gegen Drohnen durchaus Thema eines Gesprächs mit dem ukrainischen Präsidenten gewesen sein könnte. Denn Sie verstehen ja, worum es geht. In den vergangenen vier Jahren führen nur zwei Armeen einen modernen Krieg, würde ich sagen, auf kurze Distanz. Das sind die Streitkräfte der Russischen Föderation, aber sie spielen sozusagen in einer anderen Mannschaft. Sie spielen in der Mannschaft Chinas, Irans und Nordkoreas. Und die Streitkräfte der Ukraine. Und nur die Streitkräfte der Ukraine haben in diesen Jahren verstanden, wie man Drohnen in Wohnvierteln bekämpft, wie man Drohnen in der Nähe strategischer Objekte bekämpft, die mit unvorhersehbaren Folgen für das angegriffene Land zerstört werden können, wie man Drohnen bekämpft, ohne nicht nur viele Millionen kostende, sondern auch knappe Raketensysteme zu verbrauchen. Deshalb ja: Ohne die Hilfe der Streitkräfte der Ukraine könnten sowohl die arabischen Länder als auch die Vereinigten Staaten schon in naher Zukunft auf sehr ernste Schwierigkeiten stoßen, wenn sie iranische Drohnenangriffe abwehren wollen. Mit Raketen, denke ich, könnte es einfacher sein, denn bei Raketen ist klar, welche Technologie zu ihrer Zerstörung eingesetzt werden kann. Da ist nur die Frage, ob die Abfangraketen ausreichen werden, wenn man mit denselben Abfangraketen auch auf Drohnen schießt. Aber wir nähern uns jener gefährlichen Grenze, an der es zu wenige Abfangraketen geben wird. Und übrigens nicht nur für den Nahen Osten, sondern auch für uns. Und so werden sowohl die Russische Föderation als auch Iran die Möglichkeit erhalten, mit ihren Drohnen Objekte anzugreifen, die sie für die nächsten Phasen sowohl des Krieges in der Ukraine als auch des Krieges im Persischen Golf vorgesehen haben.

Korrespondent. Es könnte doch auch so sein: Der Präsident der Ukraine hat ebenfalls erklärt, dass in Saudi-Arabien bereits ukrainische Antidrohnen-Spezialisten mit ihren Drohnen gelandet seien. Und hier kämpft die Ukraine gegen Iran. Und wir haben bereits gesehen, dass Iran sogar russische Drohnen vom Typ Geran-2 hat. Und es ergibt sich, dass diese Front sich nun auch im Persischen Golf auszuweiten beginnt, dass dort bereits gewissermaßen dieselben Kampflinien entstehen.

Portnikov. Nun, das ist doch Teil des globalen Krieges, in dem sich unsere Länder befinden. Und dieser globale Krieg wird, wie Sie verstehen, in den kommenden Jahren nur noch intensiver werden. Sowohl die Ukraine als auch Israel werden im Epizentrum dieser andauernden Kriege mit Zerstörungen und der Vernichtung strategischer Objekte stehen. Denn wir kämpfen ja nicht einfach gegen Russland und Iran. Wir kämpfen gegen Chinas Wunsch, zu einer geopolitischen Dominante zu werden. Wenn China nicht iranisches Öl kaufen und nicht russisches Öl kaufen würde, dann versichere ich Ihnen, würde auch Iran sich sehr viel vorsichtiger zu Fragen der Entwicklung von Atomwaffen und der eigenen Sicherheit verhalten, und Russland hätte seinen Krieg in der Ukraine längst beendet. Wenn Sie also sagen, die Front beginne sich auszuweiten, dann habe ich bereits 2022 in der israelischen Presse geschrieben, dass Russlands Krieg gegen die Ukraine ein israelischer Krieg ist, dass Iran Russland Drohnen nicht einfach aus großer Liebe zu Putin liefert, sondern weil es unser Land als Testgelände für spätere Angriffe auf Israel und möglicherweise für das Bestreben nutzt, den jüdischen Staat auf verschiedene Weise zu vernichten. Viele in Israel wollten das damals nicht verstehen. Ich hörte Gespräche darüber, dass „das nicht unser Krieg“ sei. Von Diplomaten, von Politikern und von Journalisten, mit denen ich damals sprach. Ich war über diese erstaunliche Blindheit erschüttert. Neben Iran zu leben, zu sehen, dass Iran Russland im Krieg faktisch unterstützt, zu sehen, dass China iranisches und russisches Öl kauft, und dieses System der Verbindungen dennoch nicht zu verstehen. Verstehen Sie, worin das Problem liegt? Ich würde sagen: sowohl das ukrainische als auch das israelische Problem. Wir haben in unseren Ländern immer versucht, regional zu denken. Israel schaut naturgemäß auf den Nahen Osten. Die Ukraine schaut naturgemäß auf Russland und auf die Kräfteverhältnisse in Mitteleuropa und im postsowjetischen Raum. Aber das ist ein globaler Krieg. Der Nahe Osten und der postsowjetische Raum sind nur kleine Kriegsschauplätze im Vergleich zu dem, was uns allen noch bevorsteht. Nur sind Israel und die Ukraine naturgemäß ins Zentrum der Ereignisse geraten. Ich kann Ihnen erklären, warum.

Korrespondent. Warum?

Portnikov. Weil beide unsere Länder von Feinden als vorübergehende Gebilde wahrgenommen werden können. Für Iran und für jene in der arabischen Straße, die seit Jahrzehnten von der Zerstörung des jüdischen Staates träumen, ist Israel nur ein Geschwür auf der Karte Palästinas. Wenn es dieses Geschwür nicht gäbe, dann wäre eben alles so, wie es sein sollte. „Das ist Palästina. Wir wollten immer, dass es hier ein arabisches Palästina gibt, eine muslimische Festung. Und jetzt haben wir endlich diesen Furunkel von unserem reinen Körper entfernt.“ Die Ukraine war für viele immer nicht mehr als ein Teil Russlands. Sie sehen doch, wie Russland unsere Gebiete annektiert und erklärt, das seien überhaupt ursprünglich russische Länder und dort lebten überhaupt ethnische Russen. „Es gibt keine Ukrainer in der Saporischschja-Region oder in der Region Cherson. Das sind Russen.“ Deshalb sind es im Verlauf dieses globalen Kampfes gerade jene Länder, die als Erste fallen, von denen man später sagen kann: „Sie waren nie da.“ Aber glauben Sie mir: Der Krieg wird auch zu denen übergehen, die völlig sicher sind, dass sie schon immer da waren. Das ist die Logik eines Weltkonflikts, mit der wir uns in den kommenden Jahren auseinandersetzen müssen.

Korrespondent. Wissen Sie, ich habe eine solche Version gehört, auch in Ihren Sendungen, glaube ich: Diese hybriden Kriege werden nicht abklingen, sie werden weiter schwelen, in unterschiedlicher Intensität, vielleicht mit irgendwelchen Waffenstillständen in Abschnitten, bis hin zu einem Dritten Weltkrieg, also sagen wir eines Krieges des Westens gegen China. Und als gestern davon gesprochen wurde, dass diese Konfrontation mit Iran und der Hisbollah nicht vier oder fünf Wochen dauern werde, sondern möglicherweise bis in den Herbst – könnte es nicht tatsächlich sein, dass jetzt ein weiterer solcher nicht endender Krieg begonnen hat, der bis zum Dritten Weltkrieg andauern wird?

Portnikov. Nun, erstens wissen wir nicht, wie lange das dauern wird. Hoffen wir, dass das iranische Regime zerschlagen werden kann, bevor es zu einer langwierigen Verteidigung und zu anhaltenden Schlägen gegen die Infrastruktur der Länder des Persischen Golfs, vielleicht des Südkaukasus und zu Terrorakten im Westen übergeht. Denn der Terror hat noch gar nicht begonnen – er wird ganz sicher kommen.

Korrespondent. Heute Nacht, nach der Fatwa dieses irakischen schiitischen Ajatollahs, wurde in Lüttich in Belgien etwas gesprengt.

Portnikov. Eine Synagoge?

Korrespondent. Ja.

Portnikov. Ja. Aber das ist Ajatollah Sistani persönlich. Das ist ja nicht einmal ein iranischer Ajatollah, sondern ein irakischer.

Korrespondent. Nun, er ist in der Welt offenbar sogar noch gewichtiger. Ihm hören 50 Millionen zu.

Portnikov. Die Schiiten hören ihm zu.

Korrespondent. Ja.

Portnikov. Nun, genau das ist auch etwas, was wir vergessen: Die Wurzel des Übels liegt nicht nur im radikalen iranischen Regime. Sie können Ayatollah Khamenei töten. Und dann stellt sich heraus, dass es da einen Menschen gibt, der gewissermaßen das Alphabet des Tötens diktieren kann. Und das ist Ajatollah Sistani. Er lebt ruhig im Irak und, wie Sie verstehen, wird ihn niemand antasten. Wobei – dass ihn niemand antasten wird, das kann auch ein Irrtum von mir sein. Das wird man sehen. Aber dennoch. Was den Dritten Weltkrieg betrifft: Ich halte es durchaus für möglich, dass er in Form hybrider Kriege verlaufen wird, denn Sie verstehen: Die Widersprüche in der Welt sind so ernst, dass sie auf keinem anderen Weg als dem militärischen gelöst werden können. Das ist einfach eine politische Regel. Aber angesichts des Vorhandenseins ziemlich großer nuklearer Potenziale bei den Beteiligten des Konflikts ist es möglich, dass sie keinen großen Krieg beginnen werden, weil sie das Schicksal ihrer Staaten fürchten, die Möglichkeit ihrer Vernichtung infolge eines Austauschs strategischer Nuklearschläge etwa zwischen den USA und China oder zwischen den USA und Russland. Hier sind also verschiedene Varianten möglich. Deshalb könnte ein Dritter Weltkrieg in eben dieser Form – als Reihe regionaler Konflikte, die miteinander verknüpft sind – in den kommenden Jahrzehnten stattfinden. Auch das ist eine durchaus mögliche Entwicklung.

Korrespondent. Und Ihrer Meinung nach befinden sich Israel und die Ukraine in der Realität, während Europa, vielleicht sogar Trump, sich offenbar in irgendeiner Blase befindet, die vielleicht nicht besonders nah an der Realität ist. Aber diese Information des Wall Street Journal, dass Trumps Söhne begonnen haben, in ein Unternehmen zu investieren, das ukrainische Drohnen produziert – könnte das bedeuten, dass die Ereignisse im Nahen Osten nun alle anderen, auch in Europa, in Richtung Nüchternheit verändern?

Portnikov. Ich würde das gern hoffen. Denn vielleicht bringt gerade diese Situation die Menschen dazu, die Realität zu sehen. Jetzt befinden wir uns nicht einfach in einer Irrealität, wir befinden uns in ideologischen Blasen. Sehen Sie: Sie werden mir doch nicht vorwerfen, dass ich ein politischer Anhänger Donald Trumps bin.

Korrespondent. Natürlich nicht.

Portnikov. Aber ich bin seit vielen Jahren darüber erstaunt, dass jede Handlung Trumps bei denen, die ihn nicht akzeptieren, allein deshalb Ablehnung hervorruft, weil es eben Trump ist, der diese Handlung unternimmt. Ist das nicht merkwürdig? Als Trump in seiner ersten Amtszeit von der Tribüne aus sagte, dass Nord Stream zur energetischen Abhängigkeit Europas von Russland führen werde, und deutsche Minister über ihn lachten – wen hätte man da unterstützen sollen? Die deutschen Minister oder Trump? Das möchte ich verstehen.

Korrespondent. Wir unterstützen jetzt Trump.

Portnikov. Nein, ich meine vom Standpunkt des gesunden Menschenverstands aus.

Korrespondent. Natürlich Trump.

Portnikov. Natürlich Trump. Und als General Soleimani liquidiert wurde, wen hätte man da unterstützen sollen?

Korrespondent. Trump.

Portnikov. Trump. Und als israelische Geiseln befreit wurden, wen muss man da unterstützen?

Korrespondent. Nun, Sie fragen einen Israeli. Natürlich.

Portnikov. Hören Sie, ich frage Sie nicht als Israeli und nicht als Jude. Ich frage Sie als Menschen, der sich von Logik und gesundem Menschenverstand leiten lässt.

Korrespondent. Trump tut viele vernünftige Dinge.

Portnikov. Trump tut viele vernünftige Dinge, die man unterstützen muss, und viele unvernünftige Dinge, dessen negative Folgen man benennen muss. Verstehen Sie: Wenn Trump gegen das iranische Regime kämpft und die russische Hilfe für dieses Regime nicht wahrnimmt, dann ist das seltsam. Darüber muss man laut sprechen. Wenn Trump begreift, dass man die Abhängigkeit vom iranischen Öl verringern muss, und damit zugleich dem russischen Öl neue Vorteile verschafft, dann ist das seltsam – darüber muss man sprechen. Aber wenn Trump den Nahen Osten von der Gefahr eines nuklearen Schlags durch Iran befreien will und alles tut, was er tun kann – vielleicht haben sie sich nicht gut genug vorbereitet, vielleicht haben sie die Folgen nicht verstanden, aber wir verstehen doch ihre Absichten. Der Kern dieser Absicht ist logisch, und genau das wird zurückgewiesen. Da heißt es dann: „Ihr habt den Krieg begonnen, ihr habt das Völkerrecht verletzt.“ Aber als Iran zweimal ohne jeden Anlass von israelischer Seite Israel mit seinen Raketen beschoss – erinnern Sie sich, wie es da mit dem Völkerrecht aussah?

Korrespondent. Das verstehen wir.

Portnikov. Warum leben wir in einer Welt, in der Iran das Völkerrecht verletzen darf, Russland das Völkerrecht verletzen darf, und wir an seinem Buchstaben festhalten und einfach zusehen sollen, wie man uns zerreißt? Das ist doch ebenfalls eine gute Frage, oder?

Korrespondent. Und der Ölmarkt reagierte sofort auf die Nachrichten über die Machtübernahme der Revolutionsgarden im Iran und den Umsturz mit Mojtaba Khamenei – also über eine neue Dynastie im Iran. Diese beiden Faktoren – dass die Revolutionsgarden tatsächlich an die Macht gekommen sind und dass ihnen möglicherweise selbst der Expertenrat im Iran kaum noch nötig ist, und dass das Land an Sanktionen gewöhnt ist und so noch lange weiter existieren kann. Und das Öl, das in die Höhe schießt – ich glaube, viele im Kreml haben heute Nacht den Champagner geöffnet.

Portnikov. Wissen Sie, ich muss Sie enttäuschen. Die Revolutionsgarden kamen an die Macht, als Khamenei zum Obersten Führer gewählt wurde. Auch er war ein schwacher Führer, wie sein Sohn. Und zu dem, was er wurde, wurde er erst dank der Unterstützung der Revolutionsgarden. Das muss man verstehen. Alles, was im Iran seit dem Tod Ayatollah Khomeinis geschieht, ist im Grunde vom Korps der Wächter der Islamischen Revolution bestimmt. Nicht zufällig war General Soleimani, den Trump schon in seiner ersten Amtszeit liquidieren ließ, faktisch ein halber Führer des Staates, eine Figur, die kaum weniger Autorität besaß als der Ayatollah. Deshalb geht es nicht darum, dass die Revolutionsgarden gestern an die Macht gekommen wären. Nein, es geht darum, dass sie die Macht im Iran bewahrt haben und jetzt alles Mögliche und Unmögliche tun werden, um die Länder des Persischen Golfs zu destabilisieren. Möglicherweise auch, um den Südkaukasus zu destabilisieren. Ich schließe diese Option nicht aus. Ebenso werden sie die Ölpreise erhöhen wollen. Ich verstehe die Ziele der Revolutionsgarden ganz genau. Das Korps will die Welt ringsum destabilisieren und sich nicht mit Donald Trump verständigen, sondern für Trump am Vorabend der Zwischenwahlen zum Kongress ein bequemes politisches Grab schaffen. Das ist ihr Ziel.

Korrespondent. Könnten Sie das mit der Destabilisierung des Kaukasus vielleicht etwas näher erläutern? Vielleicht habe ich tatsächlich nicht genug darüber nachgedacht, dass gerade der Angriff auf Nachitschewan und auf İğdır – heute wurde der Stützpunkt İğdır in der Türkei erneut von Iran beschossen. Dort evakuieren die USA bereits ihr Konsulat. Könnte das also tatsächlich der Wunsch Irans sein, gerade die nördliche Richtung, also den Kaukasus und die Türkei, zu destabilisieren?

Portnikov. Ich denke, Iran will allen Ländern, die mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten, zeigen, dass Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten gleichbedeutend ist mit Destabilisierung und Zusammenbruch und dass die Vereinigten Staaten sie nicht schützen werden. Das ist übrigens genau dasselbe, was Russland mit uns und anderen getan hat. Der Angriff auf uns nach dem Maidan von 2013–2014 war eine Erinnerung daran, dass wir zwar in den Westen wollen können, der Westen uns aber nicht schützen wird. Entweder wir sind mit Russland – oder wir sind in Trümmern. Das ist die Logik. Und was Aserbaidschan betrifft – erinnern Sie sich denn nicht daran, wie man sich im Iran über diesen Trumpschen Friedenskorridor durch das armenische Sjunik von Aserbaidschan nach Nachitschewan und weiter in die Türkei empörte? Die iranischen Führer haben doch immer gesagt, dass alle Korridore über ihr Territorium verlaufen müssten, weil das eine Garantie für ihre wirtschaftlichen Interessen, einschließlich der korrupten, und für ihre Sicherheit sei. Da weder Präsident Ilham Aliyev noch Präsident Recep Tayyip Erdoğan auf diese Warnungen hörten, geht man nun zur nächsten Phase des Drucks über. Und je radikaler das Regime sein wird, desto komplizierter wird seine Verhaltensbahn im Südkaukasus und auf dem Territorium der Länder des Persischen Golfs. Außerdem sind diese Handlungen gegenüber Aserbaidschan möglicherweise auch vorbeugende Maßnahmen, damit Präsident Ilham Aliyev nicht einmal daran denkt, was aus den drei iranischen Provinzen mit vorherrschendem aserbaidschanischem Faktor werden könnte.

Korrespondent. Welche Position nimmt Ihrer Meinung nach China derzeit ein?

Portnikov. China ist begeistert, wie Sie verstehen. Beide Kriege sollen nach seiner Auffassung die Möglichkeiten der Vereinigten Staaten untergraben und eine bipolare Welt schaffen, in der China über jene Länder verfügen kann, auf die es Einfluss hat und die ohne China schlicht nicht überleben würden. Hier ist es so: Trump müsste nach China fahren und Xi Jinping sagen: „Siehst du, ich kontrolliere jetzt das gesamte Weltöl, und du wirst mit mir verhandeln und legales statt illegales Öl kaufen müssen, jenes, das du in den letzten Jahren gekauft hast.“ Genauso muss Xi Jinping Trump im April sagen: „Du hast nichts erreicht, deine Wirtschaft stürzt ins Bodenlose. Entweder du verständigst dich mit uns zu meinen Bedingungen, oder wir schicken dich Anfang 2027 in Amerika ins Gefängnis.“ Das ist ein Kampf auf Leben und Tod.

Korrespondent. Und offenbar steht Europa nicht auf Trumps Seite.

Portnikov. Europa steht auf seiner eigenen Seite. Hier muss man wiederum beachten, dass die Vereinigten Staaten Europa gegenüber eine ganze Reihe von Fehlern begangen haben. Vielleicht hätte man seit Trumps Machtantritt Europa nicht vernachlässigen und nicht sagen sollen, Europa bedeute für Amerika überhaupt nichts, Amerika habe jetzt andere Richtungen? Wir verstehen doch, dass der Westen nur durch Einheit stark ist. Nun aber hat die gegenwärtige Administration den antiamerikanischen Kräften in Europa Möglichkeiten gegeben, denn der Antiamerikanismus war in Europa immer stark, und es ist für Politiker in Europa schwer genug, sich von antiamerikanischen Stimmungen fernzuhalten, auch deshalb, weil diese Stimmungen von einem großen Teil des potenziellen Elektorats getragen werden. Warum, glauben Sie, tritt der Vorsitzende des spanischen Ministerrats Pedro Sánchez mit solchen Erklärungen auf? Er will linker sein als die Linken, weil er sonst in Spanien die Macht verliert, weil ihm sonst ganz andere Leute im Nacken sitzen werden. Aber sehen Sie: Trump begünstigt einerseits den Erfolg ultrarechter politischer Kräfte. Andererseits gibt es in Polen den Europaabgeordneten und Führer einer der ultrarechten Parteien, die von Tag zu Tag stärker wird, Grzegorz Braun. Er ist nicht nur ukrainenfeindlich, nicht nur ein Antisemit, der, wie Sie sich erinnern, die Chanukkakerzen im polnischen Sejm auslöschte, sondern er sprach auch sein Beileid zum Tod Ayatollah Khameneis aus – er ist ebenfalls antiamerikanisch eingestellt. Da stellt sich also die Frage: Vielleicht sollte man nicht auf die europäischen Ultrarechten setzen, weil sie sich nicht als Anhänger der Vereinigten Staaten, sondern als gewöhnliche europäische Faschisten erweisen werden?

Korrespondent. Könnte sich die Situation in Europa ändern? Jetzt dieser Konflikt mit Orbán, mit der Beschlagnahmung von Geld und Gold, und wenn Magyar vielleicht doch gegen Orbán gewinnt, könnte dieses versteckt prorussische Gleichgewicht in Osteuropa dann ins Wanken geraten?

Portnikov. Ich würde das gern glauben. Der slowakische Premier Fico hat zum Beispiel bereits gesagt, dass er, falls Orban die Wahl verliere, selbst die Möglichkeiten der künftigen Entwicklung in Richtung Hilfe für die Ukraine blockieren werde. Für Europa wird es sehr schwierig sein, sein Einstimmigkeitsmodell zu überwinden, selbst wenn Orbán tatsächlich das Amt des Ministerpräsidenten verlieren sollte. Aber man möchte hoffen – übrigens möchte man hoffen, dass man auch auf Orbán Einfluss nehmen kann, wenn man die Abhängigkeit Ungarns und der Slowakei von europäischen Fonds berücksichtigt. Aber man wird sehen. Verstehen Sie, das Modell der Europäischen Union ist leider ziemlich schwierig, wenn es darum geht, richtige grundlegende Entscheidungen zu treffen. So ist Europa eben, wie es ist – ein anderes Europa gibt es vorerst nicht.

Korrespondent. Das heißt, wir befinden uns jetzt gewissermaßen in zwei sich überschneidenden Trends. Einerseits China, das die USA hineinzieht und vielleicht sogar bereit ist, Russland und Iran zu opfern, Hauptsache, der Westen wird geschwächt. Andererseits ultrarechte, fast schon faschistische Tendenzen in Europa, in denen all diese großen ehemaligen Imperien zerfallen und alle gegen alle stehen. Das wäre also nicht ein geeinter Westen gegen China.

Portnikov. Deshalb ist es in diesem Fall sehr wichtig, nicht nur die Solidarität, sondern auch die Demokratie zu bewahren. Es schien mir – zumindest angesichts der Erfahrung des Zweiten Weltkriegs –, dass wir alle verstanden haben, dass uns nicht gemeinsame wirtschaftliche und finanzielle Interessen, sondern vor allem gemeinsame Werte verbinden können. Ich würde sehr gern wollen, dass Trumps Administration zu diesen gemeinsamen Werten mit den Europäern zurückkehrt und dass die Europäer zu gemeinsamen Werten mit den Amerikanern zurückkehren: zur Unterstützung der Demokratie, zur Unterstützung der Freiheit der Völker. Aber wissen Sie, wenn wir die Freiheit unterstützen wollen, dann müssen wir nicht einfach daran denken, dass Nicolás Maduro vor ein amerikanisches Gericht gestellt werden sollte, sondern auch daran, dass es freie Wahlen in Venezuela geben muss – und nicht an die Idee, einen Pool von aus dem Weißen Haus gelenkten Diktatoren zu schaffen. Dass wir einen guten Obersten Führer des Iran und einen guten Präsidenten Venezuelas installieren. Sollen sie ihre eigene Bevölkerung unterdrücken, Hauptsache, sie handeln mit uns mit Öl und bedrohen uns nicht. Sie verstehen doch, dass dieses Modell nicht umsetzbar ist. Eine Diktatur wird immer einen Feind suchen.

Korrespondent. Nun, das ist keine Frage von Werten. Es ist keine Demokratie in Venezuela, keine Demokratie im Iran. Es ist einfach der Austausch eines Schurken gegen einen anderen, nur gegen unseren.

Portnikov. Richtig. Und ich würde mir wünschen, dass die amerikanische Administration zumindest dort, wo es möglich ist, die Möglichkeiten und Hebel hätte, den Völkern zu helfen, zu einer demokratischen Entwicklung zu gelangen. In Venezuela ist das ganz sicher möglich, denn dort gab es Wahlen, und dort hat ein Vertreter der Opposition gewonnen. Und es ist absolut nicht notwendig, die Regierung der Usurpatoren anzuerkennen, wie es die Administration Trump kürzlich getan hat. Deshalb verstehe ich, obwohl ich die Intentionen hinter der Festnahme Nicolás Maduros nachvollziehen kann, nicht, warum man, wenn man A sagt, nicht auch B sagt. Aber wiederum können wir B nur sagen, wenn wir in Werten denken und nicht in kurzfristigen Entscheidungen.

Korrespondent. Vielleicht haben wir diesen Punkt aber schon überschritten, an dem sich die Demokratie noch bewahren ließe, und befinden uns jetzt in irgendeiner anderen Tendenz, in der sich alle auf den Dritten Weltkrieg vorbereiten, und da ist dann schon kein Platz mehr für Prinzipien und Werte.

Portnikov. Glauben Sie denn nicht, dass die Alliierten im Zweiten Weltkrieg gerade deshalb gesiegt haben, weil sie demokratische Staaten waren? Wenn das drei Despotien gegen eine vierte gewesen wären, wüsste man noch nicht einmal, was geschehen wäre. Die Alliierten siegten ja nicht nur, sie zogen auch an – sie zogen etwa deutsche Wissenschaftler jüdischer und nicht nur jüdischer Herkunft an, die den Vereinigten Staaten halfen, modernste Waffen zu entwickeln. Sie zogen eine große Zahl von Menschen an, die gegen den Nationalsozialismus kämpfen wollten. Stellen Sie sich nun vor, drei nazistische Staaten kämpften gegen zwei weitere. Es ist überhaupt nicht klar, wie sich die Ereignisse dann entwickelt hätten. Ich würde die Errungenschaften der amerikanischen Demokratie oder der europäischen Demokratie in Großbritannien und Frankreich nicht als irgendein unnötiges Erbe beiseiteschieben, das man wegwerfen könnte, wenn wir uns schon auf den Dritten Weltkrieg vorbereiten. Nein. Ich sage Ihnen noch mehr: Israel hat in allen Kriegen im Nahen Osten gerade deshalb gesiegt, weil es eine sich dynamisch entwickelnde Demokratie und ein Fenster der Bürgerrechte im Nahen Osten war, weil die Israelis ihre Landsleute nicht zwingen mussten, ihre Heimat zu verteidigen.

Korrespondent. Und was wird Präsident Trump dann – um zum Schluss zusammenzufassen – seinen Wählern und der ganzen Welt als Sieg präsentieren können? Ich meine konkret diesen Konflikt, diesen israelisch-amerikanisch-iranischen Krieg.

Portnikov. Präsident Trump, das israelische Volk und Ukraine können drei verschiedene Siege haben, verstehen Sie? Präsident Trump kann meinen, ein Sieg sei einfach die Verringerung des militärischen Potenzials Irans und die Bereitschaft Irans zu irgendeiner bedingten Zusammenarbeit mit ihm. Für Israel ist ein Sieg natürlich der Zusammenbruch des iranischen Regimes, und ebenso für die Ukraine, übrigens, damit dieses Regime sich verändert und Israel nicht mehr mit Vernichtung und der Ukraine nicht mehr mit Waffenlieferungen an Russland droht. Wenn man ehrlich ist, ist das natürlich eine utopische Idee. Aber die Garantie unserer Existenz ist ein demokratischer, nicht aggressiver Iran. Ein demokratisches, nicht aggressives Russland. Das ist heute eine Utopie. Aber Sie verstehen doch sehr gut: Ein Sieg über ein radikales Regime, das bestehen bleibt, ist einfach ein aufgeschobener Krieg.

Korrespondent. Es ergibt sich also, dass Amerika nicht unbedingt auf der Seite Israels steht. Ich meine im Krieg, in den Kampfhandlungen schon. Wegen der unterschiedlichen Ziele. Mehr noch, diese Ziele ändern sich morgens und abends je nach Trumps Äußerungen. Es kann sehr gut sein, dass die Ziele verschieden sind.

Portnikov. Nun, Sie sehen es doch: Wenn man sagt: „Fasst das iranische Öl nicht an, wir brauchen es selbst.“ So wie man uns sagt: „Fasst in Russland den Hafen von Noworossijsk nicht an, dort liegen unsere Investitionen.“ Vielleicht sollten Sie nicht an das iranische Öl und nicht an Investitionen in Konsortien denken, die über Noworossijsk Öl liefern? Vielleicht sollten Sie an das Schicksal der zivilisierten Welt denken und nicht ausschließlich an Ihr Geld, denn am Ende wird Sie jemand einfach in die Luft sprengen, und dann werden Sie überhaupt kein Geld mehr verdienen – Fetzen eines Menschen verdienen kein Geld.


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Titel des Originals: Цели иранской войны | Виталий Портников @bestradioisrael. 10.03.1026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 10.03.1026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Die Streitkräfte der Ukraine zerstörten Schlüsselbetriebe Russlands | Vitaly Portnikov. 11.03.2026.

Nach dem Raketenangriff auf das Brjansker Werk Kremnij L, das einer der wichtigsten Lieferanten von Produkten für den militärisch-industriellen Komplex der Russischen Föderation ist, setzt die Ukraine ihre massiven Angriffe auf russische militärische und strategische Unternehmen fort. Insbesondere wurde heute die Stadt Toljatti Ziel eines solchen Angriffs, in der sich wichtige Betriebe der chemischen Industrie der Russischen Föderation befinden. Es wird von großen Bränden und Explosionen in dieser russischen Stadt berichtet, die in ihrer Wirkung mit den Angriffen auf das militärische Werk in Brjansk vergleichbar sind.

Damit wird Wladimir Putin daran erinnert, dass das Spiel der Zerstörung des Potenzials des Gegners von zwei Seiten gespielt werden kann und dass der russische militärisch-industrielle Komplex in den kommenden Monaten verheerende Schäden erleiden kann – ebenso wie für die russische Wirtschaft wichtige Unternehmen –, wenn der russische Staatschef nicht darüber nachdenkt, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden.

Natürlich ist der reale Weg zu einer Beendigung eines solchen Krieges in Wirklichkeit keineswegs das Ergebnis von Verhandlungen zwischen russischen, ukrainischen und amerikanischen Delegationen und auch nicht die Geschichten über angebliche Billionen, mit denen Putins wichtigster „Problemlöser“ Sergej Dmitriew Steve Witkoff und Jared Kushner füttert, sondern vielmehr die Verringerung des russischen militärischen Potenzials.

Wir sehen das bereits sowohl an der Logik des russisch-ukrainischen Krieges als auch an der Logik des Krieges im Nahen Osten. Solange diktatorische Regime über Raketen und Drohnen verfügen, setzen sie ihre Aktionen zur Destabilisierung feindlicher Länder fort, feuern Geschosse ab und versuchen, die Wirtschaft zu destabilisieren. Doch wenn es weniger Raketen und weniger Drohnen gibt, nimmt auch die Intensität des Krieges ab. Und das haben wir im Verlauf der russischen Aktionen in diesem Krieg bereits mehrfach gesehen.

Erinnern wir uns zumindest an das Jahr 2022, als die Russische Föderation Waffen einsetzte, die sich noch aus sowjetischer Zeit in ihren Lagern befanden, und daran, wie sich der Krieg veränderte, als Russland seinen militärisch-industriellen Komplex modernisieren musste – etwas, wozu es offensichtlich nicht bereit war, weil es mit einem schnellen Ende des Krieges gegen die Ukraine gerechnet hatte.

Und auch Russland selbst ist stets den Weg gegangen, das Potenzial seines Gegners zu verringern. Erinnern wir uns daran, dass die Russen sich sorgfältig auf den Krieg gegen unser Land vorbereitet haben. Sie organisierten Brände und Explosionen in Lagern mit ukrainischen Waffen. Sie versuchten, auch solche Lager in Ländern Mitteleuropas zu erreichen. Es ist bereits bekannt, dass Mitarbeiter der Hauptverwaltung des Generalstabs der Streitkräfte der Russischen Föderation Sabotageakte in solchen Lagern etwa in der Tschechischen Republik organisiert haben und versuchten, einen der wichtigsten Manager im Waffenhandel aus Bulgarien zu töten. Und genau das ist eine reale Vorbereitung auf den Krieg – die Schaffung von Bedingungen, damit das angegriffene Land im Moment des Angriffs keine Möglichkeit hat, seine Ressourcen aufzufüllen.

Und genau davon muss die Ukraine ausgehen. Wenn man die Möglichkeiten des russischen militärisch-industriellen Komplexes verringert, wenn man Produktionsketten unterbricht – so wie es übrigens bereits beim Angriff auf das Werk in Wotkinsk geschehen ist und wie es jetzt beim Brjansker Werk geschehen ist –, wird die gesamte Raketenproduktion verlangsamt oder sogar gestoppt. Und damit gelangen all diese Raketen und Drohnen nicht in unseren Himmel und fallen nicht auf unsere Köpfe.

Und natürlich kann auch das, was jetzt im Nahen Osten geschieht, zu dieser Verringerung der russischen Bestände beitragen. Denn trotz der Lokalisierung der Drohnenproduktion auf dem Territorium der Russischen Föderation verstehen wir bereits jetzt, dass Iran weiterhin eine wichtige Rolle bei der militärischen Unterstützung Russlands gespielt hat und dass dies eine Art Symbiose war. 

So wie wir in den Drohnen, die auf ukrainischem Gebiet einschlagen, iranische Komponenten finden und den Beitrag iranischer Drohnenentwickler zum militärischen Potenzial der Russischen Föderation erkennen, sehen wir auch russische Komponenten in den Drohnen, die jetzt im Nahen Osten in Israel und in den Ländern des Persischen Golfs explodieren. Wir sehen sogar russische Namen dieser Drohnen. Es kann aber auch eine andere Situation sein: dass Iran weiterhin Drohnen für die Russische Föderation zusammenbaut und sie einfach mit dem russischen Namen Geran kennzeichnet, um den Verdacht einer intensiven militärisch-technischen Zusammenarbeit mit Moskau von sich abzulenken.

Ich erinnere Sie daran, dass das Regime der Ajatollahs niemals bestätigt hat, militärischer Sponsor der Russischen Föderation zu sein, und den ukrainischen Vorwürfen hinsichtlich seiner Beteiligung am russisch-ukrainischen Krieg nie zugestimmt hat. Doch jetzt wird all das weniger relevant – aus dem einfachen Grund, dass Iran schlicht die physische Möglichkeit verliert, neue Waffen an die Russische Föderation zu liefern. Denn Iran selbst benötigt Drohnen für Angriffe gegen Israel, gegen amerikanische Militäranlagen, gegen die Länder des Persischen Golfs und möglicherweise später auch gegen Länder des Südkaukasus.

Wir wissen nämlich nicht, welche Pläne Iran hinsichtlich einer Ausweitung des Krieges in der Region auf andere Länder hat, die ihn in der Konfrontation mit den Vereinigten Staaten nicht unterstützen. Auch das ist eine wichtige Geschichte, über die man sprechen muss, wenn wir über russische Waffen sprechen. Aber natürlich sind gerade solche Angriffe wie auf Brjansk und Toljatti am wirksamsten. Denn eine Sache ist es, die Lieferung von Drohnen für die Russische Föderation zu unterbrechen, und eine ganz andere, Bedingungen zu schaffen, unter denen der militärisch-industrielle Komplex Russlands tatsächlich nicht mehr so funktionieren kann, wie es Putin und andere Vertreter seines Umfelds brauchen, die von einer Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges träumen.

Und genau die Verringerung der Möglichkeiten des militärisch-industriellen Komplexes Russlands wird Putin früher oder später tatsächlich dazu zwingen zu erkennen, dass sein Krieg gegen die Ukraine ihm nicht die Ergebnisse bringen wird, auf die er weiterhin manisch hofft – nämlich die Zerstörung der ukrainischen Staatlichkeit und die Verwandlung der Ukraine in eine Reihe von Regionen innerhalb Russlands, so wie es bereits mit einem Teil unserer besetzten Gebiete geschehen ist.


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Titel des Originals: ЗСУ рознесли ключові заводи РФ | Віталій Портников. 11.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 11.03.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Eskalation im Nahen Osten: Wie geht es weiter? | Vitaly Portnikov. 10.03.2026.

Unsere heutige Sendung wird der Frage gewidmet sein, wie sich die Lage im Krieg der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran entwickeln könnte. Welche realen Folgen kann diese Operation in naher Zukunft haben? Wie könnte die Welt infolge der Entwicklung dieses Krieges aussehen, und was wird mit der Weltwirtschaft in der Phase seiner Eskalation und seines wahrscheinlichen Endes geschehen?

Übrigens kann von einem Ende noch gar keine Rede sein. Trotz der Tatsache, dass der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump sagt, dass bis zum Ende des Krieges nicht mehr viel Zeit bleibe, dass Iran bereits seine Flotte, sein Raketenpotenzial, seine Möglichkeiten, auf die Amerikaner und Israelis zu antworten, verloren habe, sehen wir in Wirklichkeit, dass die iranischen Angriffe weitergehen. Ja, vielleicht sind sie nicht mehr so intensiv wie in den ersten Tagen dieser erbitterten Konfrontation, aber das bedeutet nicht, dass sie aufgehört haben.

So wurde buchstäblich wenige Minuten vor unserem Gespräch ein iranischer Schlag gegen Katar bekannt. Und die Behörden dieses Landes riefen die Bürger auf, zu Hause zu bleiben und wegen der realen Gefahren für die Sicherheit nicht auf die Straße zu gehen. Das Korps der Wächter der Islamischen Revolution, das faktisch die iranische Staatsführung ausübt, erklärte, man könne Raketen und U-Boote einsetzen, um die Durchfahrt von Tankern durch den Persischen Golf zu verhindern. Es heißt sogar, das Korps habe mit der Verminung des Persischen Golfs begonnen, was die Passage von Ölschiffen durch diese für die Weltwirtschaft wichtige Route in absehbarer Zukunft im Prinzip unmöglich machen könnte. Und damit wäre bei einem optimistischen Szenario ein stabiler Anstieg der Ölpreise auf 90 bis 110 Dollar pro Barrel verbunden, was seinerseits bereits in den nächsten Monaten, wenn nicht Wochen, zu einem atemberaubenden Anstieg der Treibstoffpreise und der Preise für Güter des täglichen Bedarfs führen würde.

Natürlich versprechen die Vereinigten Staaten, sie würden den Tankern helfen, die Straße von Hormus zu passieren. Bereits jetzt wurde durch den Energieminister der Vereinigten Staaten bekannt, dass ein solcher Tanker tatsächlich von den Seestreitkräften der Vereinigten Staaten begleitet wurde. Allerdings hat das Korps der Wächter der Islamischen Revolution diese Erklärung dementiert, und danach trat in den Vereinigten Staaten niemand mit einer Gegendarstellung auf. Aber der Post des Energieministers der Vereinigten Staaten in den sozialen Netzwerken verschwand auf geheimnisvolle Weise. Und so bleibt zu verstehen, ob er ihn gelöscht hat, um keine zusätzliche Aufmerksamkeit von Seiten der Iraner zu provozieren, oder ob es diese Episode tatsächlich nicht gegeben hat. Denn wir hören ständig von Versuchen, die Meerenge freizubekommen. Darüber sprach man auch in Pakistan, ein großer Teil dessen Öls durch die Straße von Hormus geht, und davon, dass Pakistan seine eigene Flotte einsetzen werde, aber real geschieht nichts.

Donald Trump schließt die Möglichkeit von Verhandlungen nicht aus, obwohl unklar ist, wann und mit wem, denn wir haben die Frage der Wahl des Obersten Führers Irans, des Sohnes des getöteten Ayatollah Khamenei, Mojtaba, bereits besprochen. Aber es stellt sich die Frage: Wo ist Mojtaba überhaupt? Alle anderen iranischen Führer, die die israelische Bombardierung der Regierungsviertel Teherans überlebt haben, entfalten, kann man sagen, eine intensive öffentliche Tätigkeit.

Der Präsident Irans Masoud Pezeshkian erscheint auf den Fernsehbildschirmen, spricht mit dem Präsidenten Russlands, Putin, mit dem Präsidenten der Türkei Erdoğan und anderen ausländischen Politikern und Staatsführern.

Der Sekretär des Hohen Nationalen Sicherheitsrates Ali Larijani, den man heute für den realen Führer Irans hält, tritt mit harten Erklärungen auf und betonte heute sogar, dass der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump von den Iranern liquidiert werden könne.

Eine ebenso öffentliche Tätigkeit entfaltet der Sprecher des iranischen Parlaments Ghalibaf. Dieses Duo, Larijani und Ghalibaf, gilt in seiner Haltung gegenüber den Vereinigten Staaten als weit radikaler als der getötete Ayatollah Khamenei.

Aber es stellt sich die Frage: Wo ist der zweite Führer? Ist er tatsächlich in einem Zustand, in dem er das Land führen kann? Wurde er bei der Bombardierung der Regierungsviertel Teherans verletzt, als Mitglieder seiner Familie getötet wurden? Oder versteckt er sich einfach, weil Israel bereits erklärt hat, dass jeder neue Oberste Führer Irans zu seinem Ziel werde? Somit will das Korps der Wächter der Islamischen Revolution, das auf Ayatollah Mojtaba Khamenei setzt, um seinen Einfluss auf die iranische Macht in der kommenden Periode zu stärken, nicht, dass er stirbt, weil es für das Korps der Wächter der Islamischen Revolution schlicht keine bequemere Figur geben könnte.

Das heißt, im Grunde sehen wir uns mit einer ziemlich merkwürdigen Situation konfrontiert: Selbst wenn die Vereinigten Staaten den Krieg wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage sowohl in ihrem Land als auch in der ganzen Welt beenden wollen würden, würden die Iraner diesen Krieg nicht beenden wollen.

Erstens, weil sie glauben könnten, dass die Fortsetzung dieses Krieges ihnen den politischen Zusammenbruch Donald Trumps und Probleme in den amerikanisch-israelischen Beziehungen garantieren könnte. Und somit ist das für die Iraner ein Krieg zur Erschöpfung der Vereinigten Staaten. So seltsam das im gegenwärtigen Kontext auch klingt. Ja, die Vereinigten Staaten erschöpfen Iran, töten iranische Führer, aber wenn wir von religiösen Fanatikern sprechen, dann glauben diese, dass jeder neue Kriegstag und jede neue tragische für die Weltwirtschaft Kriegswoche ihre Feinde so begraben werde, dass diese nie wieder wagen würden, sich ihnen entgegenzustellen. Und das kann sie zu immer neuen Verbrechen und zur Fortsetzung des Krieges inspirieren.

Zweitens gibt es noch einen weiteren wichtigen Punkt. Was, wenn es eine einheitliche iranische Macht schlicht nicht gibt? Wenn es das Korps der Wächter der Islamischen Revolution gibt, das überzeugt ist, militärische Aktionen gegen amerikanische Objekte im Persischen Golf und gegen die Länder des Persischen Golfs führen zu müssen, dass man das Feuer des Krieges weiter anheizen müsse. Und wenn es irgendwelche Führer gibt, wie den Präsidenten Irans, vielleicht sogar einen lebenden und relativ gesunden Obersten Führer, die keinen Einfluss auf die Handlungen der Militärs haben, weil das tatsächliche Machtzentrum real ausgeschaltet wurde. Dann könnten sogar irgendwelche Verhandlungen mit politischen Führern den Vereinigten Staaten nichts bringen, selbst wenn Donald Trump die Kampfhandlungen beenden will und angesichts des wirtschaftlichen Zustands, in dem sich die Amerikaner am Vorabend der für den amerikanischen Präsidenten so wichtigen Zwischenwahlen befinden, in Panik gerät. Das ist eine ziemlich wichtige Frage. Und natürlich ist das der Frage Wettrüstens. Wem gehen die Ressourcen schneller aus, wer wird die Möglichkeit haben, zumindest sporadische Beschießungen des gegnerischen Territoriums fortzusetzen. Wer seine Hauptvorräte an Raketen und Drohnen vernichten kann, der wird meinen, die Bedingungen für das Ende dieses Krieges diktieren zu können.

Hier könnte übrigens die ukrainische Rolle ziemlich wichtig sein, denn jetzt spricht man bereits vom Auftauchen der ersten ukrainischen Spezialisten im Nahen Osten. Sie sind bereits angekommen. Die Verhandlungen der Ukraine mit den Führern arabischer Länder, die ukrainische Drohnen kaufen möchten, gehen weiter. Gerade heute hat Saudi-Arabien Interesse an diesen Drohnen gezeigt. Und auch das ist, wie Sie verstehen, ein sehr wichtiger Punkt.

Und es gibt Informationen, dass Volodymyr Zelensky Donald Trump bei ihrem letzten Treffen in Mar-a-Lago vorgeschlagen habe, die Abwehrdrohnen zu kaufen, die wichtig sind, um  iranische Drohnen zu bekämpfen. Und das traf damals bei der amerikanischen Seite auf keinerlei Verständnis, was ebenfalls eine zusätzliche Illustration der Kompetenz jener Menschen gibt, die heute die Vereinigten Staaten führen, ihres Verständnisses des modernen Krieges.

Und jetzt, da die Amerikaner auf eine solche existenzielle Gefahr und einen möglichen Fehlschlag der Operation gestoßen sind, begannen sie, an ukrainische Waffen zu denken. Gleichzeitig wissen wir aber, dass Trump gestern aus eigener Initiative Putin angerufen hat. Und natürlich kann man annehmen, dass er Putin als Vermittler bei möglichen Verhandlungen mit den Iranern nutzen wollte, wenn man berücksichtigt, dass der Präsident der Russischen Föderation in den letzten Tagen bereits zweimal mit dem Präsidenten Irans gesprochen hat.

Aber in einem solchen Fall wäre das eine unglaubliche Naivität. Denn Trump sollte begreifen, dass Putin Iran nutzt, um Amerika zu schwächen. Putin ist nicht sein Freund. Putin ist ein Mensch, der ihn genauso gern in einem politischen Grab sehen würde wie Präsident Pezeshkian. Vielleicht nicht aus persönlicher Abneigung gegen Trump selbst, denn zu Trump mit seinen prorussischen Sympathien verhält sich der russische Präsident besser als zu anderen Präsidenten der Vereinigten Staaten. Dennoch kommt der politische Niedergang  jedes Präsidenten der Vereinigten Staaten, eine politische Krise, eine Wirtschaftskrise in dem von ihm gehassten Staat, Putin zugute.

Putin braucht, dass Amerika schwach aussieht und Russland, das er bereits als geopolitischen Hegemon der modernen Welt, zumindest Europas, sieht, stark. Dann wird es den Amerikanern nicht gelingen, ihm Bedingungen für die Zukunft der Ukraine zu diktieren, und Putin wird den Nachbarstaat verschlingen können, als hätte es ihn nie gegeben. Worin unterscheiden sich seine Pläne zur Verschlingung der Ukraine von den amerikanischen Plänen, die darauf beruhen, dass Iran Israel vernichten wolle? Worin unterscheidet sich diese russische Position von der iranischen? Aber mit Iran spricht Trump in der Sprache der Tötung Ayatollah Khameneis, und mit Russland spricht er in dem Ton eines Menschen, der auf russische Hilfe für Amerika hofft.

Und interessant ist, dass Donald Trump in dieser Situation mit Putin darüber sprach, dass er gern irgendwelche Ölfragen lösen würde. Nach dem Gespräch zwischen dem amerikanischen und dem russischen Präsidenten tauchte sogar die Information auf, dass die Vereinigten Staaten sich auf die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland vorbereiten würden, um den Ölmarkt zu entlasten. Diese Information über die Absichten des amerikanischen Präsidenten unterstreicht nur die Schwäche Amerikas in diesem Konflikt. Denn warum tun die Amerikaner das? Natürlich stieß das bereits auf die negative Reaktion des ukrainischen Präsidenten. Und ich sage hier: Einerseits brauchen die Amerikaner Drohnen, damit ihre Militärbasen nicht Ausrüstung im Wert von Milliarden Dollar und Menschen verlieren. Andererseits sind die Amerikaner bereit, unsere Feinde zu finanzieren, die uns töten. So kann es doch nicht sein. Vorerst kam jedoch aus dem Weißen Haus die Information, dass keinerlei Entscheidungen über die Aufhebung der Ölsanktionen gegen irgendein Land getroffen worden seien und dass solche Entscheidungen nur der Präsident der Vereinigten Staaten nach entsprechenden Konsultationen treffen könne.

Aber wiederum trat auf der Bühne der Sondergesandte des amerikanischen Präsidenten Steve Witkoff auf, der dafür bekannt ist, mehr als einen Verhandlungsprozess ruiniert zu haben. Und Witkoff sprach bereits davon, dass er hoffe, es werde noch eine Runde amerikanisch-ukrainisch-russischer Verhandlungen geben. So, als wäre die offensichtliche Erfolglosigkeit aller vorherigen Runden nicht offensichtlich, und Witkoff redet weiter von Fortschritt. Aber was in dieser Situation interessant ist: Witkoff erzählte, Putin habe Trump versichert, dass Russland Iran keine Aufklärungsinformationen für Angriffe auf amerikanische Objekte liefere. Nun, und Trump hat ihm offenbar geglaubt. Das heißt: Wenn du an Desinformation glauben willst und nicht die Tatsache akzeptieren willst, dass dein geliebter Putin besondere Anstrengungen unternimmt, damit deine Militärbasen und deine Soldaten vernichtet werden, dann wird es eben so sein.

Aber interessant ist, dass der Sondergesandte des amerikanischen Präsidenten, der bekanntlich zusammen mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner an den letzten Verhandlungen mit der iranischen Delegation teilgenommen hat, sagte, er wisse nicht, wie diese Operation Donald Trumps enden werde. Und auch das ist eine sehr wichtige Frage, dass es im Weißen Haus keinerlei Verständnis dafür gibt, wie der Krieg mit Iran enden soll. Das wird inzwischen öffentlich eingeräumt. Und übrigens sagen das auch die europäischen Verbündeten der Vereinigten Staaten bereits. Bundeskanzler Friedrich Merz, der kürzlich im Weißen Haus war und Donald Trump traf, sagte, ihn beunruhige sehr, dass es keinerlei klares Verständnis dafür gebe, wie die Operation gegen Iran enden solle und was am Ende das Ergebnis sein solle, welches Ergebnis sie haben müsse. Auch das ist also ein ziemlich wichtiger Punkt zum Verständnis der Lage, denn klar ist, dass in dieser Geschichte trotz der entschlossenen Aussagen Trumps kein reales Finale erkennbar ist.

Und wir verstehen warum. Denn es gab einen Plan, der darauf beruhte, dass die Bombardierung Irans schnell sein militärisches Potenzial zerstören und zum Zusammenbruch des Regimes führen werde. Derzeit gibt es keinerlei reale Anzeichen dafür, dass das Regime die Kontrolle über das Land verliert. Die iranischen Schläge gegen die arabischen Länder und die Destabilisierung des Ölmarktes dauern an. Und es gibt den offensichtlichen Punkt, dass man nicht versteht, wie man die Lage selbst einige Wochen nach dieser Operation kontrollieren soll. Und inwieweit man sicher sein kann, dass das gesamte Raketen- und Drohnenpotenzial Irans zerstört wurde. Und vor allem: Selbst wenn es zerstört ist, das Regime aber erhalten bleibt, wo ist die Garantie, dass das Regime nicht ziemlich schnell mit Hilfe seiner Freunde aus China und Russland wiederhergestellt wird?

Und was soll die Ukraine in einer solchen Situation tun, wenn die Amerikaner die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland vorbereiten, wenn sie erneut optimistische Prognosen über Verhandlungen, ja sogar über einen Wendepunkt in diesen Verhandlungen verbreiten, tatsächlich aber erhält Russland neue Gelder, um den Krieg gegen die Ukraine in den kommenden Jahren fortzusetzen? Es ist klar, was. Heute wurde mit Storm-Shadow-Raketen ein Schlag gegen das Brjansker Mikroelektronikwerk geführt, das für die Produktion eben jener Raketen sehr wichtig ist, die friedliche Ukrainer angreifen, insbesondere der Iskander-Raketen. Sie haben bereits gesehen, dass sich nach den Schlägen der ukrainischen Armee gegen das Werk in Wotkinsk die Zahl der Raketen, die auf unsere Köpfe fallen, verändert hat, einfach deshalb, weil Russland nicht genügend Produktionskapazitäten zur Herstellung dieser Todesgeschosse besitzt. Und ich hoffe sehr, dass es nach der Vernichtung der Werkhallen des Werks in Brjansk ebenfalls weniger Raketen geben wird.

Ich habe lange gesagt, dass das reale Rezept für das Ende des russisch-ukrainischen Krieges darin besteht, Russland die Zähne auszuschlagen, seinen militärisch-industriellen Komplex zu zerstören, den Russen die Möglichkeit zu nehmen, neue Raketen und Drohnen zu produzieren. Wenn sie keine Möglichkeiten haben, beenden sie den Krieg. Wenn sie Möglichkeiten haben, setzen sie den Krieg fort. Und das ist eine Regel, die sowohl für Russland als auch für Iran gilt.

Und deshalb meine ich, dass wir, wenn wir über die Lieferung von Drohnen sprechen, die die Vereinigten Staaten so dringend brauchen, damit sie ihre Militärbasen im Nahen Osten nicht verlieren, was natürlich ein Vorspiel zum Zusammenbruch ihres geopolitischen Einflusses wäre, nicht Abfangraketen verlangen sollten, sondern Raketen für eigene Angriffe. Wenn die Amerikaner ihren Feind vernichten wollen, müssen wir unseren auch vernichten wollen. Und es muss uns absolut egal sein, dass dieser Feind besondere Sympathien des Präsidenten Trump und seines, würde ich sagen, vom Geschmack illusorischer russischer Gelder berauschten Umfelds genießt. Das muss in dieser ganzen Situation wichtig sein, die mit dem russisch-ukrainischen Krieg zu tun hat und damit, wie sich dieser russisch-ukrainische Krieg auf die Lage im Nahen Osten auswirkt und umgekehrt.

Insofern kann sich die Situation natürlich auch zum Besten für uns verändern, und vieles wird nicht am Verhandlungstisch entschieden werden – der nächste Woche stattfinden könnte oder auch nicht –, sondern von der Entwicklung der Ereignisse rund um Iran, und vor allem davon, in welchem Zustand sich die russische Armee und der russische militärisch-industrielle Komplex befinden werden. All das ist, wie mir scheint, ebenfalls eine völlig klare Sache, die in der nahen Zukunft das Wesen dessen bestimmen wird, was in diesen beiden Konflikten geschieht, die, kann man sagen, die Welt und ihre Entwicklung in den nächsten Jahren bestimmen.

Insofern scheint mir, dass wir die Frage stellen müssen, wie sich die Lage real entwickeln kann. Im Weißen Haus sagt man, die Operation gegen Iran werde erst dann enden, wenn Trump entscheide, dass ihre Ziele erreicht worden seien. Das heißt: nicht dann, wenn ihre Ziele erreicht sind, sondern dann, wenn ihre Ziele aus Trumps Sicht erreicht sein könnten, und Trump kann das schon morgen entscheiden.

Die Varianten der Entwicklung sind also folgende.

Erste Variante: Die Vereinigten Staaten ziehen zusammen mit Israel in einen monatelangen Krieg hinein, zumindest zur vollständigen Vernichtung des iranischen Raketen- und Drohnenpotenzials. Vom nuklearen Potenzial spreche ich gar nicht erst. Dabei ist unklar, inwieweit diese Ergebnisse erreicht werden können. Angesichts der Tatsache, dass sich iranische Raketen und iranische Drohnen in Gebirgsmassiven befinden können und Tiefenbomben schlicht nicht ausreichen könnten, um all dieses Potenzial zu zerstören. Das ist ein solcher Punkt. Gleichzeitig würde die tatsächliche Vernichtung des iranischen Potenzials für Trump und Netanjahu das Ende des Krieges bedeuten, zumindest bis zur Wiederherstellung dieses Potenzials in der Zukunft. Aber Trump sagt, er wolle in diesem Krieg einen Schlusspunkt setzen, damit man nicht gezwungen sei, nach einigen Jahren, nach zehn Jahren, wieder darauf zurückzukommen. Aber warum in zehn Jahren? Dieser Krieg dauert weniger als zehn Tage. Der vorige Krieg dauerte zwölf Tage, und danach sprach man in den Vereinigten Staaten – und in gewisser Weise auch in Israel, wenn auch nicht mit derselben Sicherheit – davon , dass das nukleare Potenzial Irans beseitigt, sein Raketenprogramm eliminiert und Iran keine Gefahr mehr für die Vereinigten Staaten und Israel sei. Obwohl die Nachrichtengemeinschaft der Vereinigten Staaten sofort sagte, dass die Operation ihr Ziel nicht erreicht habe. Wer sagt, dass das jetzt nicht genauso sein könnte? Dass die Operation in einigen Tagen endet und sich dann nach einigen Monaten mit denselben erschütternden Ergebnissen für die Weltwirtschaft wiederholt, die regelrecht ins Fieber geraten würde. Ich weiß nicht, inwieweit Trump dazu nach einigen Monaten bereit wäre, aber nach den Zwischenwahlen, sagen wir, nach den Zwischenwahlen. Auch das ist also eine Variante.

Zweite Variante ist, dass der Krieg schon in einigen Tagen endet, weil Trump von den wirtschaftlichen Folgen des Krieges bereits genug abgeschreckt sein dürfte. Das wird nicht zu einem Einvernehmen zwischen den Vereinigten Staaten und Israel führen. Premierminister Benjamin Netanjahu wird seine eigene Vorstellung davon haben, wie der Krieg enden soll. Präsident Trump seine eigene. Ich schließe nicht aus, dass Trump in dieser Situation Netanjahu beschuldigen wird, dass das gewünschte Ergebnis nicht erreicht wurde. Offensichtlich wird Trump selbst niemals an Problemen und Niederlagen schuld sein. Und der erste Kandidat dafür, für schuldig erklärt zu werden, weil angeblich falsche Informationen gegeben und eine falsche Taktik gewählt worden sei, ist der Premierminister Israels. Auch darauf sollte man sich vorbereiten. Das ist die zweite Variante der Entwicklung.

Die dritte Variante der Entwicklung ist sehr real: die Ausweitung des Konflikts nicht nur auf die Länder des Nahen Ostens, sondern auch auf die Länder des Südkaukasus. Sie sehen, dass Iran diese Länder vorsichtig, aber doch angreift. Und die Reaktion in diesen Ländern ist ebenfalls sehr interessant. Während der Präsident Aserbaidschans Ilham Aliyev ziemlich hart auf die iranischen Angriffe reagiert, verhält sich der Präsident der Türkei Recep Tayyip Erdoğan, würde ich sagen, sehr skeptisch gegenüber der Möglichkeit einer Konfrontation mit Iran. Er rät ihnen, vorsichtig zu sein und so weiter. Warum? Weil er sich, wie andere Führer der Länder des globalen Südens, wie die arabischen Führer, den Luxus nicht leisten kann, gegen Iran Krieg zu führen. Denn jeder Schlag gegen Iran, der von der Türkei, von Pakistan oder von arabischen Ländern aus geführt wird, würde von der Straße in diesen Ländern als verbündete Handlung gegenüber Israel gewertet werden. Und das würden selbstverständlich alle Gegner ausnutzen, besonders in Wahlländern wie der Türkei. Karikaturen von küssenden Erdoğan und Netanjahu würden zum Thema der oppositionellen türkischen Presse werden. Und Erdoğan könnte dem nicht entkommen. Aliyev mag das egal sein, Erdoğan aber ist es nicht egal. Und in diesem Sinne liegt hier natürlich ein enormes Problem, das all diesen Ländern nicht erlaubt, die Vereinigten Staaten zu unterstützen, mögen Lindsey Graham und andere amerikanische Politiker sie auch noch so laut anbrüllen. Denn für sie ist es besser, von Amerikanern angebrüllt zu werden, als auf den Unmut ihrer eigenen Bevölkerung über das zu stoßen, was im Krieg der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran geschieht. Sie können keine realen Teilnehmer einer solchen Geschichte sein.

Eine weitere Variante ist, dass Trump entscheidet, das Regime müsse real besiegt werden, dies sei aber ohne eine Bodenoperation unmöglich, und er beschließt, in der einen oder anderen Form eine Bodenoperation durchzuführen. Im Weißen Haus sagt man, das sei möglich, er schließe eine solche Möglichkeit nicht aus, aber Trump selbst hat kein einziges Mal gesagt, dass er eine solche Operation real durchführen könne. Auch das ist eine Variante der Entwicklung, aber nicht weniger riskant als die Raketenoperation, die definitionsgemäß nicht zu einem Regimewechsel führen kann. Denn wir verstehen: Eine Bodenoffensive bedeutet schwere Kämpfe in den Bergen, eine gewaltige Zahl menschlicher Opfer. Und das ist genau das, wogegen jeder Wähler gestimmt hat, der sich als Anhänger der ultrarechten radikalen Maga-Bewegung versteht. Sie meinen, Amerika wieder groß zu machen, ohne seine Teilnahme an Weltkriegen. Doch wie Sie sehen, sind sie im Prinzip bereit, sich an dem zu beteiligen, was sich in diesen großen Kriegen entwickelt. Wie wir es auch drehen und wenden mögen. Insofern verstehen wir, dass auch das eine Variante ist, die angesichts der amerikanischen Zwischenwahlen fast ausgeschlossen ist.

Wenn Trump sich zu einer Bodenoperation entschließt, die mit massenhaften Todesfällen unter amerikanischen Soldaten einhergehen wird, wird er nicht nur Proteste in den Vereinigten Staaten bekommen, große Proteste, und zwar von seinen eigenen Anhängern, sondern auch eine programmierte Niederlage bei den Zwischenwahlen und ein Impeachment, und zwar in beiden Kammern des Parlaments, weil die Republikaner dann beide Kammern verlieren werden. Und Trump versteht das als politisches Tier sehr gut.

Das sind also die ersten möglichen Varianten der Entwicklung der Ereignisse. Wir werden versuchen, auf die Fragen zu antworten, die während dieser Sendung bereits gestellt wurden.

Frage. Kann die Hilfe für die Ukraine im Zusammenhang mit neuen Kriegen fast aufhören?

Portnikov. Nein, ich glaube das nicht. Der Ukraine helfen die europäischen Länder. Die europäischen Länder verstehen sehr gut, dass die Ukraine sie von russischen Ambitionen trennt. Im Maße der Entwicklung der militärischen Lage in der Welt können zum iranischen Krieg bald neue große Kriege hinzukommen, insbesondere in Asien. Ohne die Ukraine müsste man eine direkte Grenze zu Russland haben. Der Ukraine wird also geholfen werden. Wir können nur von einem Waffenmangel infolge der Verwandlung der Konflikte in globale Konflikte sprechen. Gerade jetzt diskutieren wir bereits aktiv über einen Mangel an Abfangraketen. Er ist absolut real.

Und genau deshalb ist es wichtig, dass die Ukraine den Vereinigten Staaten und den Ländern des Persischen Golfs mit Drohnen hilft, damit sie nicht inkompetent Patriot-Raketen gegen billige Drohnen einsetzen. Das ist nicht nur unser Beitrag zur Sicherheit der Vereinigten Staaten und der Länder des Persischen Golfs, die in den Krieg gegen Iran hineingegangen sind, ohne überhaupt zu begreifen, wie sehr sich der Krieg in den letzten Jahren verändert hat. Das ist einfach eine erschütternde Entdeckung, die wir alle gemacht haben, als diese Operation der Vereinigten Staaten gegen Iran begann.

Frage. Halten Sie es nicht für logisch, dass es für die USA unmöglich ist, zurückzugehen, ohne die Region zu stabilisieren, was derzeit ebenfalls unmöglich erscheint?

Portnikov. Nein, ich glaube, Donald Trump kann jederzeit aufhören und die Verantwortung dafür, dass bestimmte Ergebnisse nicht erreicht wurden, auf Israel abwälzen. Auch das kann leider geschehen. Aber die Vereinigten Staaten und Israel haben bereits vieles erreicht. Sie haben die Spitze der militärischen und politischen Führung Irans vernichtet. Sie haben einen großen Teil von Irans Raketenpotenzial, seine Drohnen und möglicherweise jene nuklearen Arsenale vernichtet, die für die Herstellung einer Atombombe nötig sind. Möglicherweise haben sie diesen Prozess um mehrere Jahre gebremst. Und wir müssen uns bewusst sein, dass das Regime Irans letztlich nicht so stark ist. Es gibt gesellschaftlichen Widerstand gegen dieses Regime. Niemand wird sagen, dass es ewig sein wird. Obwohl ich nicht ausschließe, dass Protestbewegungen überhaupt keine Bedeutung mehr für die weitere Entwicklung der Ereignisse haben werden, wenn es die Regime bestehen bleibt.

Frage. Berücksichtigen die Vereinigten Staaten die Möglichkeit terroristischer Akte in verschiedenen Teilen der Welt mithilfe von Selbstmordterroristen aus Iran?

Portnikov. Ich denke, nicht nur aus Iran, sondern auch aus jenen Organisationen, die mit Iran verbunden sind. Natürlich werden solche Möglichkeiten immer berücksichtigt. Explosionen in Synagogen haben bereits begonnen. Der Nationale Sicherheitsrat Israels hat eine Warnung an seine Bürger und generell an Menschen jüdischer Nationalität herausgegeben, mit dem Aufruf, weltweit vorsichtig zu sein, sich in dieser Zeit nicht jüdischen Einrichtungen zu nähern und keine Kontakte mit jüdischen Gemeinden zu pflegen, weil all das als gefährliche Orte gilt. Das sind also alles ziemlich ernste Momente, verbunden mit dem Bewusstsein, dass die terroristische Gefahr wächst. Aber die Geheimdienste existieren eben dafür, diese terroristische Gefahr zu bekämpfen.

Frage. Wie groß sind die Chancen für die Ukraine, Tomahawks im Austausch gegen Antidrohnen zu bekommen?

Portnikov. Ich halte sie für gering, aber wissen Sie, die Welt verändert sich so schnell, dass all diese meine Prognosen keine besondere Bedeutung haben könnten. Zumindest müssen wir darüber sprechen. Wir dürfen nicht so tun, als bräuchten wir das nicht. Wir müssen erklären, dass nur die Zerstörung des militärisch-technischen Potenzials der Russischen Föderation letztlich auch die Möglichkeiten solcher Länder wie Iran verändern wird. Wir sehen doch, dass in iranischen Drohnen russische Komponenten stecken. In russischen Drohnen iranische Komponenten. Das alles ist eine Symbiose von Ländern, die an der Untergrabung der Stabilität des Westens interessiert sind und im Prinzip bereits vieles erreicht haben.

Frage. Die Demonstration amerikanischer militärischer Macht in einem realen Krieg ist sehr positiv für die westliche Welt. Schadet hier nicht Trumps Unsicherheit bei Zielen und Aufgaben der Sache?

Portnikov. Natürlich schadet sie. Aber wir müssen verstehen, dass Trump sich seiner Ziele und Aufgaben sicher war. Es stellte sich nur heraus, dass das alles eine illusorische Sicherheit war. Und das ist bereits ein sehr wichtiger Moment. Trumps illusorische Sicherheit bestand nicht in den Zielen und Aufgaben, sondern darin, dass Trump eine Realität im Kopf hatte. Und jetzt, da sich herausgestellt hat, dass er einem echten Krieg, dem Widerstand Irans und der Bereitschaft Irans begegnet, so zu handeln, dass alles ringsum destabilisiert wird, ist das für ihn eine Überraschung. Er sagte ja selbst laut, dass der Beschuss der Länder des Persischen Golfs durch Iran und dass Iran den Weltölmarkt destabilisieren könne, für ihn eine Überraschung sei. Im Prinzip ist das eine politische Aufgabe, die ein Student der Fakultät für internationale Politik lösen kann. Dass Trumps Umfeld in einem solchen Maß inkompetent ist, dass es die realistischste Entwicklung der Ereignisse infolge des Angriffs auf Iran nicht vorausberechnet hat, spricht im Grunde davon, dass die Vereinigten Staaten von Menschen geführt werden, die weit davon entfernt sind zu verstehen, wo sie sich befinden.

Trumps Kalkül besteht darin, durch die Zerschlagung der Kriegsmaschine Irans das Korps der Wächter und die Armee ohne Verteidigungsmittel zu lassen, um sie zur Kapitulation zu zwingen. Aber haben sie dafür fast 50 Jahre lang ein Regime aufgebaut? Natürlich nicht dafür. Mehr noch, ich glaube, dass sie sich lange auf einen Krieg mit den Vereinigten Staaten und Israel vorbereitet haben. Der Zwölf-Tage-Krieg konnte sie davon überzeugen, dass ein neuer Krieg unvermeidlich sei und dass man ihn mit schweren Schlägen gegen die Positionen des Gegners empfangen müsse. Und sie begriffen, dass sie Israel nicht wirksam treffen können, dass sie ihm keinen Schlag versetzen können, der den jüdischen Staat von der Erdoberfläche tilgt, was ein wichtiger Teil ihrer Ideologie bleibt, weil sie keine Grenze zu Israel haben. Deshalb beschlossen sie, auf die Länder des Persischen Golfs und möglicherweise auf den Südkaukasus zu schlagen. Für einen Terrorstaat ist das eine absolut logische Entscheidung. Und das spricht noch einmal dafür, dass dieses Regime ganz sicher nicht einfach die Waffen niederlegen will. Zumindest ist es bereit, alles ringsum zu destabilisieren und in Brand zu setzen. Aber ich habe bereits gesagt, dass die Leute aus Trumps Umfeld das hätten verstehen müssen.

Frage. Es sieht so aus, als seien zwei der drei geopolitischen Titanen der Gegenwart, Russland und die USA, jeweils in ihren eigenen Fallen stecken geblieben. Bedeutet das, dass der dritte Titan, die VR China, ihre Fehler studieren und daraus Nutzen ziehen wird?

Portnikov. Hören Sie, verstehen Sie, worin das Problem liegt? Ihre Idee, dass die Volksrepublik China irgendwelche Schlussfolgerungen aus fremden Fehlern ziehen könnte, setzt voraus, dass China von einer demokratischen, wählbaren, verantwortlichen Führung regiert wird und nicht vom Zentralkomitee der Kommunistischen Partei. Sie müssen verstehen, dass, wenn ein Land von einem Einparteiensystem regiert wird, in dem die Hauptaufgabe eines Beamten darin besteht, sich nach oben anzudienen und nicht ein Ergebnis zu erzielen, es keinerlei reale Schlussfolgerungen zu den Fehlern geben wird, die die Vereinigten Staaten und Russland machen. Es wird sie nicht geben. Das ist wie bei den riesigen Wirtschaftsprojekten Chinas, das Milliarden, Dutzende Milliarden Dollar in Projekte investiert, die sich praktisch nicht rentieren können. 90 Prozent der chinesischen Investitionen in der Welt führen zu Verlusten für China selbst. Warum? Irgendwelche Projekte werden gemacht? Weil das Präsidenten gefällt, die China gegenüber loyal sind. Einige Projekte werden gemacht, um irgendwelche Verschuldungsinteressen zu schaffen, damit Länder, die solchen Projekten zustimmen, China etwas schulden. Einige Projekte werden ohne Verständnis der geopolitischen Komponente durchgeführt, wie es etwa bei den Investitionen in Venezuela der Fall war. Aber das ist eine ganze Maschine des Parteiapparats. Wenn schon der sowjetische Parteiapparat vor unseren Augen – ich meine die Menschen, die in der Sowjetunion lebten – ineffektiv war und das ganze Wesen dieses Apparats in Loyalität zum Chef bestand, nicht einmal zum Staat, sondern zum ersten Chef, dem du dienst, warum glauben Sie dann, dass China anders aufgebaut ist? Es ist genau so aufgebaut. Deshalb wird es keine Schlussfolgerungen geben, es wird nichts geben. Dieses System ist zu Fehlern verurteilt. Jedes Mal, wenn Sie es mit einem System personalistischer Macht zu tun haben, in dem Loyalität das Wichtigste ist – und das ist jetzt sowohl in Russland als auch in den Vereinigten Staaten und in China so –, werden Sie am Ende nur Fehler bekommen. Zweifeln Sie nicht daran.

Frage. Kann Iran zu terroristischen Akten auf dem Territorium der USA sowie der Länder des Persischen Golfs greifen, um die Lage zu destabilisieren?

Portnikov. Ja, ich denke, das kann es. Ich schließe die Möglichkeit einer terroristischen Gefahr in den nächsten Monaten nicht aus, aber das wird bereits von der operativen Arbeit der amerikanischen Geheimdienste und der Geheimdienste der arabischen Länder abhängen. Übrigens lässt sich das in den arabischen Ländern vielleicht sogar leichter auf diese Weise vorhersehen, aus dem einfachen Grund, dass dort autoritäre Regime herrschen, alles abgehört und überwacht wird, man weiß, wer eingereist ist und wer nicht. Das heißt, dort ist es schwerer, einen Terroranschlag zu verüben, als in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Frage. Wie können wir die Sympathisanten der Republikaner in der proisraelischen Diaspora erreichen? Trump des Verrats am gemeinsamen Ziel im Krieg gegen Iran beschuldigen, also des Verzichts der USA auf einen Regimewechsel?

Portnikov. Nun, bislang ist doch gar nichts geschehen. Sie können Trump im Hinblick auf die Umstände dessen, was geschieht, in nichts beschuldigen. Insofern denke ich, dass es darum jetzt nicht geht. Aber eines ist klar: Israel und die Ukraine werden von denselben Drohnen angegriffen. Ich denke, darüber kann man sprechen. Und dann überschätzen Sie die Bedeutung der, wie Sie sagen, proisraelischen Diaspora. Die überwältigende Mehrheit der Juden in den Vereinigten Staaten ist anders eingestellt und stimmt für die Demokraten. Dort gibt es also keine proisraelische Diaspora. Es gibt Evangelikale, die Israel unterstützen, es gibt eine gewisse Zahl amerikanischer Juden, die für die Republikaner stimmen, eine sehr kleine. Aber die Mehrheit der amerikanischen Juden ist hinsichtlich der Handlungen Israels in Gaza und hinsichtlich des Iran-Krieges völlig anders eingestellt. Auch das muss man verstehen.

Frage. Ist es nicht logisch, dass uns Ukrainer dieser Krieg allmählich wütend macht, weil die Liquidierung der Ajatollahs ruhig noch ein bisschen hätte warten können? Amerikanische Hilfe und Sanktionen gegen Russland sind viel wichtiger.

Portnikov. Nun, wenn Sie kein Mitgefühl mit fremden Problemen haben, dann ist natürlich auch niemand verpflichtet, Mitgefühl mit Ihren zu haben, wie man sagt. Wenn man in den Vereinigten Staaten meinte, dass Iran kurz davor stehe, Atomwaffen zu bekommen und Israel zu vernichten – Israel, das man, wie Witkoff sagt, mit einer einzigen Bombe vernichten kann –, dann mussten die Amerikaner natürlich sofort reagieren. Und dieses Gerede, dass die Ajatollahs hätten warten können, stammt aus demselben Arsenal wie das Gerede, Putin könne auch warten, und mit der Ukraine werde schon nichts passieren. Das ist ein großes Land, es wird noch drei oder vier Jahre Krieg aushalten, und in dieser Zeit wird es Israel nicht mehr geben. Deshalb denke ich, dass all diese Probleme gemeinsam gelöst werden müssen. Eine andere Sache ist, dass die Amerikaner die ganze Tiefe der iranischen Operation möglicherweise nicht begriffen haben, aber das ist bereits eine andere Geschichte.

Frage. Wenn die Iraner die Straße von Hormus tatsächlich nicht sperren können, wie viele Blogger behaupten, warum besetzen die Vereinigten Staaten und Israel dann nicht die Insel Chark mit ihrer Ölinfrastruktur?

Portnikov. Nun, es ist unbekannt, inwieweit die Vereinigten Staaten und Israel die Insel Chark derzeit überhaupt besetzen können. Zweitens ist die Straße von Hormus real gesperrt. Durch sie wird kein Öl geliefert. Und hier gibt es noch ein weiteres Problem. Die Vereinigten Staaten könnten befürchten, dass die Besetzung der Insel Chark und die Zerstörung ihrer Ölreserven ihrerseits zu einer weiteren Destabilisierung der Lage auf dem Ölmarkt führen würden, vor der Donald Trump Angst hat. Sie haben doch gesehen, dass Washington sofort sagte, man sei mit diesen Handlungen absolut nicht einverstanden, als Israel zum ersten Mal Irans Ölfelder angriff. Insofern gibt es hier einen ziemlich wichtigen Punkt, der mit der Entwicklung dieser Situation mit dem Öl für Trump zusammenhängt.

Frage. Neulich hieß es, Japan sei an der gemeinsamen Produktion von Seedrohnen interessiert und wolle das ukrainische Modell der Küstenwache übernehmen. Warum sollte man solche Informationen überhaupt ankündigen?

Portnikov. Warum denn nicht ankündigen? Das zeigt, dass Japan ein ernsthafter Gegner sein kann, würde ich sagen, wenn jemand es angreifen will. Und die Produktion von Seedrohnen oder ein Modell der Küstenverteidigung wird für jeden Geheimdienst ohnehin zur Tatsache. Hier gibt es noch eine andere Situation mit Japan, über die man sprechen muss und über die heute berichtet wird. Das ist eine reale Änderung der Ansätze zur Waffenlieferung Japans an andere Länder. Japan überprüft tatsächlich jene Artikel der Gesetzgebung, die es nicht erlauben, tödliche Waffen an kriegführende Länder zu liefern. Und natürlich wäre das eine enorme Hilfe Japans, wenn es dazu käme. Und die Ukraine könnte einer der ersten Nutznießer werden. Wenn diese Entscheidungen nun von Regierung und Parlament getroffen werden und die Beschränkungen für die Lieferung tödlicher Waffen aufgehoben werden, dann können wir, wie Sie verstehen, sehr viele moderne und interessante Entwicklungen erhalten. Auch das ist ein völlig neuer Moment. Wenn wir eine Verteidigungszusammenarbeit mit Japan haben und wir natürlich damit rechnen, dass diese Beschränkungen tatsächlich aufgehoben werden und dass bei uns ein Tauschhandel oder ein gegenseitiger Kauf von Waffen beginnt. Das kann durchaus passieren.


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Ескалація на Близькому Сході: що далі ? |
Віталій Портников. 10.03.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 10.03.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Die Ukraine und die Herausforderung des Iran-Krieges. Vitaly Portnikov. 09.03.2026.

https://hromada.us/uk/articles/2026/03/09/ukraine-and-the-challenge-of-the-iranian-war?fbclid=IwZnRzaAQdUe9leHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZAo2NjI4NTY4Mzc5AAEesVe2rktbjmETV-Pdzg7-q1fJsuirG9CnAvyH_4CEuuVp6beXaP7ewWNwIo0_aem__jO9FMwAIrDkaXve6JlPtA

Der Krieg gegen Iran hat eine Wahrheit gezeigt, die man gewöhnlich erst versteht, nachdem der Kampf begonnen hat: Militärische Operationen sind immer Praxis und nicht Theorie. Die Vereinigten Staaten entwickelten einen Plan für Luftangriffe und die Zerstörung des militärischen Potenzials der Islamischen Republik, doch in den ersten Tagen des Krieges gaben sie Millionen Dollar für den Kampf gegen iranische „Shaheds“ aus – dieselben Shaheds, mit denen die Ukrainer in den ersten Monaten des Krieges Russlands gegen die Ukraine „Bekanntschaft“ machten und die unser Land nun schon im fünften Jahr terrorisieren.

Und übrigens: Schon damals, im Jahr 2022, schrieb ich, dass die Iraner Drohnen nicht einfach so und nicht einmal nur des Geldes wegen an die Russen liefern. Die Ukraine erwies sich für Iran als ein echtes Testgelände zur Erprobung künftiger Kriege im Nahen Osten. Die Iraner halfen ihrem Verbündeten im Kreml – und lernten zugleich selbst.

Und nun haben diese neuen Kriege begonnen – und es stellte sich heraus, dass die Gegner Irans darauf nicht vorbereitet waren und nicht nur in eine sicherheitspolitische, sondern auch in eine finanzielle Falle geraten sind. Schon die Tatsache, dass man sich an die Ukraine mit der Bitte wandte, im Kampf gegen iranische Drohnen zu helfen, ist ein guter Beweis dafür.

Vier Jahre russisch-ukrainischer Krieg sind eine wichtige Erfahrung für beide Armeen. Man kann sagen, dass der moderne Krieg heute sowohl in Moskau als auch in Kyiv erprobt wird. Nur spielt Russland für eine andere Mannschaft. Es hilft Iran und Nordkorea, führt gemeinsame Militärübungen mit China durch und ist an der Destabilisierung Europas interessiert. Die Russen werden den Iranern helfen, amerikanische Ziele zu treffen – und nicht den amerikanischen Militärs erklären, wie sie sich vor feindlichen Angriffen schützen können.

So verfügt die zivilisierte Welt heute nur über die Erfahrung der ukrainischen Armee – und das ist eine unschätzbare Erfahrung. Denn die ukrainische Armee hat in diesen vier Jahren nicht nur den modernen Krieg gelernt und ihn zugleich mitgestaltet. Sie hat auch die Erfahrung des Widerstands eines kleineren Gegners gegen einen größeren ausgearbeitet – und genau deshalb können die Ukrainer die Taktik Irans verstehen. Und genau die Ukrainer können erklären, wie man sich gegen Iran verteidigt und wie man sein Regime dazu zwingt, auf aggressive Handlungen gegenüber seinen Nachbarn zu verzichten – Handlungen, die bereits jetzt die Weltwirtschaft destabilisieren und schnell zu einem unvorhersehbaren Kollaps führen können.

Ja, der Krieg der USA und Israels gegen Iran kann viele Risiken für die Ukraine mit sich bringen. Dazu gehört der Anstieg der Ölpreise, der Putin die Möglichkeit geben könnte, den russischen Staatshaushalt mit neuen Petrodollars zu füllen. Dazu gehört auch ein möglicher Mangel an Abfangraketen – denn wenn man Drohnen mit „Patriot“-Raketen abschießt, wird dieser Mangel bereits in den nächsten Wochen spürbar sein. Und vergessen wir nicht, wie viele Länder inzwischen nach Abfangraketen „jagen“ werden.

Gleichzeitig wird jedoch die Notwendigkeit gemeinsamer Maßnahmen im Kampf gegen autoritäre Regime immer offensichtlicher. Man kann natürlich die wirklichen Absichten Russlands ignorieren – aber das wäre so, als würde man einen Elefanten im Raum nicht bemerken. Früher oder später wird die Administration von Präsident Trump einfach zu einer einfachen Schlussfolgerung gelangen müssen: Ohne die ukrainische Erfahrung ist es unmöglich, die Sicherheit amerikanischer Militärstützpunkte im Nahen Osten (und nicht nur dort) zu gewährleisten und überhaupt die Logik des modernen Krieges zu verstehen.

Und das bedeutet die Notwendigkeit, der Ukraine zu helfen, sich gegen die russische Aggression zu verteidigen – anstatt gefährliche Illusionen über ein Einvernehmen mit Putin zu pflegen.


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Titel des Originals: Україна і виклик іранської війни. Віталій Портников. 09.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 09.03.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
Link zum Originaltext:

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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