Neue Schläge gegen Russland | Vitaly Portnikov. 10.06.2026.

Der Ukraine ist es erneut gelungen, empfindliche Objekte der russischen Ölraffinerie- und militärisch-industriellen Infrastruktur zu treffen.

Unter Beschuss gerieten ein Rüstungsunternehmen in Tscheboksary, das Werk „Progress“, das für die Herstellung hochpräziser russischer Technik wichtig ist – all jener Raketen, die anschließend in ukrainischen Städten und Siedlungen einschlagen –, sowie die Ölraffinerie Kuibyschew. Und dies ist bei Weitem keine vollständige Liste der Objekte, die in dieser Nacht getroffen wurden.

Natürlich mag auf den ersten Blick die Tatsache überraschen, dass wir erneut über Unternehmen sprechen, die bereits zuvor in Meldungen über ukrainische Angriffe erwähnt wurden. Tatsächlich ist an einer solchen Situation jedoch nichts Unlogisches. Denn wir verstehen sehr gut, dass Schläge gegen den militärisch-industriellen Komplex der Russischen Föderation und gegen die russische Ölverarbeitung nicht einfach spektakuläre Aufnahmen und Videoreportagen von den Schauplätzen sind. Vor allem geht es darum, die Unternehmen der russischen Ölraffinerieindustrie und des militärisch-industriellen Komplexes außer zu viel Geld Betrieb zu setzen. Es ist der Versuch, ihre weitere Tätigkeit infrage zu stellen.

Weder Videoaufnahmen noch Fotos der Brände nach ukrainischen Angriffen geben Antwort auf die wichtigste Frage: Nach wie vielen Wochen oder vielleicht sogar Tagen stellt die Russische Föderation die Kapazitäten ihrer Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes und ihrer Ölraffinerien wieder her?

Das ist die entscheidende Frage. Denn solche Angriffe werden nicht für Videoreportagen und nicht zur fotografischen Dokumentation durchgeführt, sondern damit die Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes der Russischen Föderation und die Ölraffinerien ihre Arbeit einstellen. Nur unter diesen Bedingungen kann man darauf hoffen, dass man in Russland beginnt, über die Möglichkeit nachzudenken, wenn schon nicht einer Beendigung, dann zumindest einer zeitweiligen Aussetzung des russisch-ukrainischen Krieges.

Um also irgendein reales Ergebnis zu erzielen, müssen Angriffe auf bestimmte Unternehmen systematisch erfolgen. Man darf ihnen keine Möglichkeit geben, ihre Werkhallen wiederherzustellen, keine Möglichkeit, die notwendigen Reparaturarbeiten fortzusetzen, damit die Betriebe erneut arbeiten können. Ziel ist es, dass die Militärindustrie der Russischen Föderation und ihre Ölverarbeitungsindustrie ihre Tätigkeit einstellen und damit die Voraussetzungen für die Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges in den kommenden schwierigen Jahren verlieren.

Man kann nicht sagen, dass es in dieser Situation keine Erfolge gibt. Im Gegenteil: Wir sprechen heute davon, dass Russland mehr Öl verkauft als jemals in den vergangenen Jahren. Und dank der Bemühungen der Regierung des Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump wird es zudem die höchsten Öleinnahmen der letzten Jahre erzielen, weil es die Möglichkeit hat, sein Öl an Staaten des Globalen Südens zu verkaufen – entsprechend den faktisch aufgehobenen Sanktionen der Vereinigten Staaten. Doch dieses große Verkaufsvolumen zeigt zugleich, dass die Ölverarbeitungsindustrie der Russischen Föderation nicht funktionieren kann. Einerseits erhält Russland enorme Einnahmen aus dem Ölverkauf, die es benötigt, um den russisch-ukrainischen Krieg in den kommenden Jahren fortzuführen. Andererseits ist es gezwungen, mit derselben Währung – mit Yuan oder Rupien –, die es aus dem Ölverkauf erhält, Erdölprodukte einzukaufen, die eigentlich auf den Raffinerien der Russischen Föderation hätten hergestellt werden könnten, wenn diese nicht durch ukrainische Angriffe zerstört würden.

Damit haben wir die Möglichkeit, zumindest in gewissem Maße jene enormen Einnahmen zu verringern, die der russische Staatshaushalt heute dank der Krise in der Straße von Hormus und dank des Verhaltens der amerikanischen Regierung erhält. Deshalb sehen wir, dass sich in der Russischen Föderation vor dem Hintergrund gewaltiger Öleinnahmen eine echte Treibstoffkrise entwickelt.

Und das ist nicht nur eine Treibstoffkrise für die Bevölkerung der Russischen Föderation. Es sind auch ernsthafte Probleme für die russische Armee. Die einzige reale Antwort der Ukraine auf die Vergrößerung des russischen Staatshaushalts zur Fortsetzung des Krieges – und wir müssen verstehen, dass diese Einnahmesteigerung Präsident Putin ermutigt und ihm die Hoffnung gibt, dass der Abnutzungskrieg noch sehr lange andauern und letztlich zur Kapitulation der Ukraine führen wird – kann die Zerstörung des Ölverarbeitungskomplexes der Russischen Föderation sein, also die Erhöhung der russischen Ausgaben für Erdölprodukte sowie die Zerstörung der russischen Logistik. Das bedeutet die schrittweise Isolierung russischer Regionen ebenso wie der besetzten Gebiete, was die Fortsetzung der Kampfhandlungen erschweren und reale Probleme nicht nur für die Ölverarbeitungsindustrie Russlands und den militärisch-industriellen Komplex der Russischen Föderation schaffen wird, sondern für die gesamte russische Wirtschaft.

Denn wenn es keine Erdölprodukte gibt, können Unternehmen nicht arbeiten, der Gütertransport kommt zum Erliegen, und letztlich wird die wirtschaftliche Entwicklung der jeweiligen russischen Regionen praktisch gestoppt.

Ja, das ist ein langfristiges Programm. Aber wir leben in einem langen Krieg, und die einzige Möglichkeit, zumindest darauf zu hoffen, dass in den kommenden Jahren ein verständlicher Ausweg aus diesem Krieg gefunden wird, besteht darin, die Voraussetzungen für einen solchen Ausweg zu schaffen. Eine dieser Voraussetzungen ist die Systematik ukrainischer Angriffe auf die Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes und der Ölverarbeitung der Russischen Föderation.

Umso mehr, wenn sich die Qualität der ukrainischen Angriffe verbessert, wenn ukrainische ballistische Raketen erscheinen und wenn die Partner uns Raketen liefern, die es ermöglichen, das Territorium der Russischen Föderation wirksamer zu treffen und russische Ressourcen zu zerstören.

Das Verhalten des russischen Präsidenten in den letzten Tagen, seine offensichtliche Weigerung, reale Verhandlungen mit Kyiv zu führen, sowie der Versuch der russischen Führung, vor dem Hintergrund der Vorbereitung neuer zerstörerischer Angriffe auf die Ukraine Friedfertigkeit vorzutäuschen, zeigen, dass Putin seine Überzeugung nicht geändert hat, dass ein Abnutzungskrieg zwangsläufig zum Erfolg führen werde.

Das bedeutet, dass er weiterhin darauf hofft, seine Wirtschaft werde seiner Armee ermöglichen, die Zerstörung der Ukraine fortzusetzen.

Gerade die ukrainischen Angriffe auf russische Unternehmen sollen Putin davon überzeugen, dass seine Hoffnungen zumindest in der absehbaren Zukunft vergeblich bleiben.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Нові удари по Росії | Віталій Портников. 10.06.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 10.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Die Streitkräfte der Ukraine zerstörten Schlüsselbetriebe Russlands | Vitaly Portnikov. 11.03.2026.

Nach dem Raketenangriff auf das Brjansker Werk Kremnij L, das einer der wichtigsten Lieferanten von Produkten für den militärisch-industriellen Komplex der Russischen Föderation ist, setzt die Ukraine ihre massiven Angriffe auf russische militärische und strategische Unternehmen fort. Insbesondere wurde heute die Stadt Toljatti Ziel eines solchen Angriffs, in der sich wichtige Betriebe der chemischen Industrie der Russischen Föderation befinden. Es wird von großen Bränden und Explosionen in dieser russischen Stadt berichtet, die in ihrer Wirkung mit den Angriffen auf das militärische Werk in Brjansk vergleichbar sind.

Damit wird Wladimir Putin daran erinnert, dass das Spiel der Zerstörung des Potenzials des Gegners von zwei Seiten gespielt werden kann und dass der russische militärisch-industrielle Komplex in den kommenden Monaten verheerende Schäden erleiden kann – ebenso wie für die russische Wirtschaft wichtige Unternehmen –, wenn der russische Staatschef nicht darüber nachdenkt, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden.

Natürlich ist der reale Weg zu einer Beendigung eines solchen Krieges in Wirklichkeit keineswegs das Ergebnis von Verhandlungen zwischen russischen, ukrainischen und amerikanischen Delegationen und auch nicht die Geschichten über angebliche Billionen, mit denen Putins wichtigster „Problemlöser“ Sergej Dmitriew Steve Witkoff und Jared Kushner füttert, sondern vielmehr die Verringerung des russischen militärischen Potenzials.

Wir sehen das bereits sowohl an der Logik des russisch-ukrainischen Krieges als auch an der Logik des Krieges im Nahen Osten. Solange diktatorische Regime über Raketen und Drohnen verfügen, setzen sie ihre Aktionen zur Destabilisierung feindlicher Länder fort, feuern Geschosse ab und versuchen, die Wirtschaft zu destabilisieren. Doch wenn es weniger Raketen und weniger Drohnen gibt, nimmt auch die Intensität des Krieges ab. Und das haben wir im Verlauf der russischen Aktionen in diesem Krieg bereits mehrfach gesehen.

Erinnern wir uns zumindest an das Jahr 2022, als die Russische Föderation Waffen einsetzte, die sich noch aus sowjetischer Zeit in ihren Lagern befanden, und daran, wie sich der Krieg veränderte, als Russland seinen militärisch-industriellen Komplex modernisieren musste – etwas, wozu es offensichtlich nicht bereit war, weil es mit einem schnellen Ende des Krieges gegen die Ukraine gerechnet hatte.

Und auch Russland selbst ist stets den Weg gegangen, das Potenzial seines Gegners zu verringern. Erinnern wir uns daran, dass die Russen sich sorgfältig auf den Krieg gegen unser Land vorbereitet haben. Sie organisierten Brände und Explosionen in Lagern mit ukrainischen Waffen. Sie versuchten, auch solche Lager in Ländern Mitteleuropas zu erreichen. Es ist bereits bekannt, dass Mitarbeiter der Hauptverwaltung des Generalstabs der Streitkräfte der Russischen Föderation Sabotageakte in solchen Lagern etwa in der Tschechischen Republik organisiert haben und versuchten, einen der wichtigsten Manager im Waffenhandel aus Bulgarien zu töten. Und genau das ist eine reale Vorbereitung auf den Krieg – die Schaffung von Bedingungen, damit das angegriffene Land im Moment des Angriffs keine Möglichkeit hat, seine Ressourcen aufzufüllen.

Und genau davon muss die Ukraine ausgehen. Wenn man die Möglichkeiten des russischen militärisch-industriellen Komplexes verringert, wenn man Produktionsketten unterbricht – so wie es übrigens bereits beim Angriff auf das Werk in Wotkinsk geschehen ist und wie es jetzt beim Brjansker Werk geschehen ist –, wird die gesamte Raketenproduktion verlangsamt oder sogar gestoppt. Und damit gelangen all diese Raketen und Drohnen nicht in unseren Himmel und fallen nicht auf unsere Köpfe.

Und natürlich kann auch das, was jetzt im Nahen Osten geschieht, zu dieser Verringerung der russischen Bestände beitragen. Denn trotz der Lokalisierung der Drohnenproduktion auf dem Territorium der Russischen Föderation verstehen wir bereits jetzt, dass Iran weiterhin eine wichtige Rolle bei der militärischen Unterstützung Russlands gespielt hat und dass dies eine Art Symbiose war. 

So wie wir in den Drohnen, die auf ukrainischem Gebiet einschlagen, iranische Komponenten finden und den Beitrag iranischer Drohnenentwickler zum militärischen Potenzial der Russischen Föderation erkennen, sehen wir auch russische Komponenten in den Drohnen, die jetzt im Nahen Osten in Israel und in den Ländern des Persischen Golfs explodieren. Wir sehen sogar russische Namen dieser Drohnen. Es kann aber auch eine andere Situation sein: dass Iran weiterhin Drohnen für die Russische Föderation zusammenbaut und sie einfach mit dem russischen Namen Geran kennzeichnet, um den Verdacht einer intensiven militärisch-technischen Zusammenarbeit mit Moskau von sich abzulenken.

Ich erinnere Sie daran, dass das Regime der Ajatollahs niemals bestätigt hat, militärischer Sponsor der Russischen Föderation zu sein, und den ukrainischen Vorwürfen hinsichtlich seiner Beteiligung am russisch-ukrainischen Krieg nie zugestimmt hat. Doch jetzt wird all das weniger relevant – aus dem einfachen Grund, dass Iran schlicht die physische Möglichkeit verliert, neue Waffen an die Russische Föderation zu liefern. Denn Iran selbst benötigt Drohnen für Angriffe gegen Israel, gegen amerikanische Militäranlagen, gegen die Länder des Persischen Golfs und möglicherweise später auch gegen Länder des Südkaukasus.

Wir wissen nämlich nicht, welche Pläne Iran hinsichtlich einer Ausweitung des Krieges in der Region auf andere Länder hat, die ihn in der Konfrontation mit den Vereinigten Staaten nicht unterstützen. Auch das ist eine wichtige Geschichte, über die man sprechen muss, wenn wir über russische Waffen sprechen. Aber natürlich sind gerade solche Angriffe wie auf Brjansk und Toljatti am wirksamsten. Denn eine Sache ist es, die Lieferung von Drohnen für die Russische Föderation zu unterbrechen, und eine ganz andere, Bedingungen zu schaffen, unter denen der militärisch-industrielle Komplex Russlands tatsächlich nicht mehr so funktionieren kann, wie es Putin und andere Vertreter seines Umfelds brauchen, die von einer Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges träumen.

Und genau die Verringerung der Möglichkeiten des militärisch-industriellen Komplexes Russlands wird Putin früher oder später tatsächlich dazu zwingen zu erkennen, dass sein Krieg gegen die Ukraine ihm nicht die Ergebnisse bringen wird, auf die er weiterhin manisch hofft – nämlich die Zerstörung der ukrainischen Staatlichkeit und die Verwandlung der Ukraine in eine Reihe von Regionen innerhalb Russlands, so wie es bereits mit einem Teil unserer besetzten Gebiete geschehen ist.


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Titel des Originals: ЗСУ рознесли ключові заводи РФ | Віталій Портников. 11.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 11.03.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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