Womit Zelensky zu Trump fliegt | Vitaly Portnikov. 25.11.2025.

Wir sprechen in diesen angespannten Tagen weiter darüber, was rund um den sogenannten Trump-Plan geschieht. Wie weit er sich überhaupt umsetzen lässt, wie sehr wir heute mit einer Entwicklung der Ereignisse rechnen können, die zu einer Aussetzung des russisch-ukrainischen Krieges führen könnte. Und das ist, wie Sie verstehen, ein ziemlich wichtiges Thema unseres täglichen Dialogs. In diesen Tagen versuchen wir alles Mögliche zu tun, um uns in dieser schwierigen Situation zurechtzufinden, die sich rund um diese Vergangenheit entwickelt hat.

Also: Genau heute Abend haben sowohl der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, als auch der Leiter seines Präsidialamtes, Andrij Jermak, der bekanntlich die ukrainische Delegation bei den Verhandlungen mit den Amerikanern anführte, beide gesagt, dass der Präsident der Ukraine bereit ist, in die Vereinigten Staaten zu fliegen und mit Präsident Donald Trump zu sprechen. Dabei sagt Andrij Jermak, Zelensky könne dies bereits in den nächsten Tagen tun, und Volodymyr Zelensky präzisiert, dass er bereit sei, mit Donald Trump heikle Fragen zu besprechen, die mit dem zusammenhängen, was die Delegationen der Vereinigten Staaten und der Ukraine in Genf nicht untereinander abgestimmt haben – die Delegationen, die vom Außenminister der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, und vom Leiter des Präsidialamtes, Andrij Jermak, angeführt wurden.

Wie bekannt, ging es um die Frage der Territorien. Wir verstehen, worum es geht, was nicht geregelt ist: dass Donald Trump und seine Berater der Ansicht sind, die Ukraine müsse das gesamte Territorium des Gebietes Donezk räumen, das derzeit von den ukrainischen Streitkräften kontrolliert wird. Und Donald Trump ist außerdem der Meinung, der Konflikt müsse entlang der Kontaktlinie in den Gebieten Saporischschja und Cherson eingefroren werden. Die ukrainische Seite ist hingegen der Auffassung, dass die Kontaktlinie entlang der gesamten Linie verlaufen soll, an der die russischen und ukrainischen Truppen heute aufeinandertreffen, und zwar ohne Abzug ukrainischer Truppen von irgendeinem Abschnitt.

Kurz gesagt: Trump ist der Meinung, wir müssten die Truppen aus dem Donbass abziehen. Zelensky ist nicht dieser Meinung. Und Zelensky möchte, dass diese Frage gemeinsam mit den europäischen Partnern diskutiert wird, die mittlerweile – sozusagen – gelernt haben, in Washington seine Unterstützergruppe zu sein, wenn es um solche schwierigen Fragen geht, weil sie daran natürlich auch selbst interessiert sind.

Aber es gibt hier einen Punkt. Bedeutet das, dass Zelensky in den nächsten Tagen tatsächlich in Washington auftauchen und sich mit Trump treffen wird? Trump wird sich in den nächsten Tagen nicht in Washington aufhalten. Der Präsident der Vereinigten Staaten plant, den Feiertag im Mar-a-Lago, seiner Residenz im Bundesstaat Florida, zu verbringen.

Zelensky kann natürlich auch dorthin kommen, aber es liegt absolut auf der Hand, dass unter diesen Umständen ein solches Treffen kaum schnell stattfinden wird, denn Donald Trump braucht weniger ein Gespräch mit Volodymyr Zelensky über irgendwelche nicht geregelten Fragen, als vielmehr die Unterzeichnung seines sogenannten Friedensplans mit Volodymyr Zelensky, damit es ein amerikanisch-ukrainisches Abkommen wird.

Auf jeden Fall können die Konsultationen zwischen der amerikanischen und der ukrainischen Seite darüber weitergehen. Die ukrainische Seite versucht einfach, dem Weißen Haus ihre Konstruktivität zu demonstrieren. Und übrigens tut Andrij Jermak das über dasselbe Medium Axios und über dieselben Journalisten von Axios, die an dem Leak des 28-Punkte-Friedensplans von Trump beteiligt waren – jenes sogenannten Friedensplans, der nach Ansicht vieler von Steve Witkoff und Jared Kushner unter Diktat des russischen Sonderbeauftragten Kirill Dmitrijew geschrieben wurde oder zumindest unter dem Einfluss dieses russischen Beamten, der von Putin in die Vereinigten Staaten geschickt worden war, um die Einführung umfassender Sanktionen gegen die russischen Ölriesen Rosneft und Lukoil zu verhindern.

Das heißt, die Ukraine versucht in diesem Farce, der sich um den faktisch nicht existierenden Friedensplan Trumps abspielt, mit der Russischen Föderation ein Informationsspiel auf dem russischen Informationsfeld zu spielen und sie dort zu übertrumpfen. Niemand kann bestreiten, dass die Ukraine Frieden will. Präsident Zelensky ist bereit, sich mit Trump zu treffen. Er ist bereit, mit ihm heikle Fragen zu besprechen und ist bereit, dies in den nächsten Tagen zu tun. Und Zelensky ist bereit, gemeinsam mit europäischen Partnern zu kommen, weil alle sehr wollen, dass der Trump-Plan umgesetzt wird – zumindest in der Form, in der es den Delegationen gelungen ist, den Großteil der Punkte dieses Plans bei dem Treffen in Genf zu vereinbaren.

Lassen Sie uns nun eine Analyse der möglichen Entwicklung der Ereignisse vornehmen, um zu verstehen, dass wir es nicht mit einem Friedensplan, sondern mit einem Friedens-Farce zu tun haben. Stellen wir uns die Situation vor, dass Zelensky zu Trump kommt. Der Friedensplan, der zwischen den Delegationen von Rubio und Jermak abgestimmt wurde, wird um den Punkt ergänzt, dass die Truppen entlang der Kontaktlinie getrennt werden müssen. Zelensky überzeugt Trump davon. Die Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Ukraine setzen ihre Unterschriften unter diesen Plan, unter dieses amerikanisch-ukrainische Abkommen. 

Und dann muss man diesen Plan den Russen präsentieren. Und der Kreml sagt: „Entschuldigen Sie, aber dieses Dokument widerspricht dem Geist von Alaska, dem Geist von Anchorage.“ Wie übrigens auch der Leiter des russischen Außenministeriums, Sergej Lawrow, gesagt hat: „Wir werden dem nicht zustimmen, weil es dem Geist von Anchorage widerspricht.“

Stellen wir uns nun eine andere Variante vor, an der Russland stärker interessiert ist. Trump überzeugt Zelensky, setzt ihn unter Druck, droht mit vollständiger Einstellung der militärischen Hilfe, mit vollständiger Einstellung der finanziellen Hilfe. Und Zelensky stimmt dem Abzug der ukrainischen Truppen von den Gebieten des Donezker Oblasts zu, die sich heute unter Kontrolle der legitimen ukrainischen Staatsmacht befinden. Und sie unterzeichnen dieses Dokument in dieser Form. 

Und die Russen müssen es unterzeichnen. Was sagen die Russen? Sie haben es erraten: „Wir werden dieses Dokument nicht unterzeichnen, weil es dem Geist von Anchorage widerspricht. In ihm fehlt dieses, dieses und jenes. Denn bei dem Treffen der amerikanischen und ukrainischen Delegationen in Genf wurden unter dem Druck der Ukraine und ihrer europäischen Partner, die Krieg und keinen Frieden wollen, aus dem Plan für Russland wichtige Punkte gestrichen, die Russland keine Sicherheit garantieren.“

Das heißt, in jeder denkbaren Entwicklung der Ereignisse – und ich möchte, dass Sie das verstehen – gibt es keinerlei Gründe anzunehmen, dass Russland irgendein Projekt eines amerikanisch-ukrainischen Friedensplans unterzeichnen wird, denn das ist ein Farce und kein Plan. Russland hat nicht die Absicht, an irgendwelchen Unterzeichnungen teilzunehmen. Der Präsident der Russischen Föderation ist auf die Fortsetzung eines jahrelangen Krieges eingestellt. Einen Friedensplan Trumps, der auf diese Art umgesetzt werden könnte, hat es nicht gegeben, gibt es nicht und wird es nicht geben.

Was hat es gegeben? Es gab einen Vorschlag von Kirill Dmitrijew, der darauf abzielte, die Einführung von Sanktionen gegen Rosneft und Lukoil zu verhindern. Wie ich schon mehrfach erklärt habe, versuchte Dmitrijew, diesen Vorschlag in Form eines Entwurfs eines Friedensplans umzusetzen, den er Witkoff präsentierte. Und Witkoff seinerseits legte ihn Jared Kushner, dem Schwiegersohn Trumps, vor. Dmitrijew hoffte, dass Witkoff und Kushner Trump davon überzeugen würden, keine Sanktionen gegen Russland zu verhängen, zumindest so lange nicht, bis dieser Friedensplan geprüft worden sei, der als ein weiterer Beweis für den Friedenswillen Russlands erscheinen sollte.

Aber Trump ist nicht darauf eingegangen. Der Friedensplan gefiel ihm, aber die Sanktionen aufzuheben, hat er nicht begonnen. Damit hat sich Putin lächerlich gemacht, der seinen Ostap Bender nach Washington geschickt hatte (Ostap Bender – literarische Figur, ein listiger Hochstapler aus sowjetischen Romanen, Symbol für Betrug und Manipulation), um die inkompetenten Amerikaner davon zu überzeugen, dass er ein großer Friedensfreund sei. Und Trump hat sich lächerlich gemacht, der beschlossen hat, für einen Friedensplan geradezustehen, der von den Russen niemals akzeptiert werden wird.

Und deshalb betreibt Trump genau dieselbe, ich würde sagen, diplomatische Schaunummer, mit der wir uns jahrelang auch selbst beschäftigt haben, als wir internationale Konferenzen einberiefen, die Beschlüsse fassten – einschließlich des Friedensforums in der Schweiz –, die keinerlei Bezug zur Beendigung des Krieges hatten, weil Russland nicht die Absicht hatte, an diesen Konferenzen teilzunehmen.

Weiter. In der Verwaltung des Präsidenten der Vereinigten Staaten gibt es, wie das immer der Fall ist in Büros, in denen alle darauf ausgerichtet sind, die Launen eines einzigen Menschen zu bedienen, einen Wettstreit darum, wer Trump in dieser Situation am besten bedienen kann. Die einen denken dabei an irgendwelche amerikanischen Interessen, die anderen an ihre eigenen politischen und Geschäftsinteressen. 

Witkoff und Kushner dachten bei der Ausarbeitung dieses Plans offensichtlich daran, dass sie, falls dieser Plan angenommen würde – wir müssen uns wieder sagen, dass es sich um Leute handelt, die weit weg von der Politik sind, die einfach nicht besonders verstehen, womit sie es zu tun haben – schlicht entschieden haben, dass sie damit etwas Geld und die Liebe Trumps verdienen können. Geld von russischen Vermögenswerten. Und die Liebe Trumps dadurch, dass Trump zum großen Friedensstifter wird und am Ende diesen ersehnten Friedensnobelpreis erhält.

Rubio versucht einerseits, die Situation in die Realität zurückzuholen. Andererseits will er das so tun, dass er nicht Trumps Zorn auf sich zieht. 

J. D. Vance versucht zu zeigen, dass er aus Sicht der Lösung solcher Probleme wesentlich effektiver ist als Witkoff, Rubio oder Kushner. Und so versucht er, selbst zum Kurator dieses Prozesses zu werden, und ist der Ansicht, dass die beste Möglichkeit für ihn darin besteht, Druck auf die Ukrainer auszuüben, damit sie die Bedingungen annehmen, die Trump stellt, damit niemand daran zweifelt, dass man Trump nicht widersprechen darf.

Deshalb hat Vance sich in diese Angelegenheit eingemischt und, wie Sie wissen, den Armee-Minister der Vereinigten Staaten, Dan Driscoll, nach Kyiv geschickt. 

Jermak sagt gegenüber Axios, er habe Driscoll erst kennengelernt, aber er habe das Gefühl, ihn schon ewig zu kennen. Das ist eine erstaunliche Sache. Das heißt, es beginnt ein Mensch sich mit dem russisch-ukrainischen Prozess zu befassen, der von all dem nicht die geringste Ahnung hatte und plötzlich die Möglichkeit erhält, zur zentralen Figur zu werden.

Und das ist übrigens noch nicht das Ende, denn Driscoll, der sich noch nie damit befasst hat, der die Spezifik der Frage nicht kennt, trifft sich jetzt mit irgendwelchen russischen Vertretern in Abu Dhabi. Niemand weiß, wer das ist. Das können die nächsten Hochstapler sein, die Putin in die Vereinigten Arabischen Emirate geschickt hat, um dem gutgläubigen Driscoll die Augen zu vernebeln. Und dort befindet sich außerdem eine ukrainische Delegation unter Leitung von General Budanow, die den Armee-Minister der Vereinigten Staaten vielleicht von irgendwelcher Inkompetenz abhalten kann – oder auch nicht. Es ist unbekannt, wie er seine Kontakte mit der ukrainischen Delegation bewerten wird.

Eine weitere Person, die sich in diese Situation eingeklinkt hat, ist der Finanzminister der Vereinigten Staaten, Scott Bessent, der gesagt hat, der Präsident der Vereinigten Staaten habe mit dem Vorsitzenden der Volksrepublik China, Xi Jinping, vereinbart, dass sie gemeinsam für die Erreichung des Friedens in der Ukraine arbeiten würden. Das entspricht ebenfalls nicht der Wirklichkeit. Der Vorsitzende der Volksrepublik China hat dem Präsidenten der Vereinigten Staaten klar gesagt – und es gibt eine offizielle Mitteilung darüber –, dass er hofft, dass so bald wie möglich Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine stattfinden und dass der Konflikt beendet wird, weil die Ursachen, die zu ihm geführt haben, beseitigt würden. Was, wie Sie verstehen, nichts anderes ist als die wörtliche Wiederholung der Position des Präsidenten der Russischen Föderation durch den Vorsitzenden der Volksrepublik China.

Bemerkenswert ist, dass chinesische offizielle Quellen das im Grunde gar nicht besonders erwähnen. Sie konzentrieren sich vor allem darauf, dass Xi Jinping Trump klar gesagt hat, dass es ohne Taiwan nichts geben wird und dass es keine neue Weltordnung geben wird, solange die Volksrepublik China nicht die Kontrolle über die Insel Taiwan erlangt hat, auf der seit dem Zweiten Weltkrieg die demokratische Regierung der Republik China sitzt, die nach der Niederlage der Kuomintang-Partei im Bürgerkrieg gegen die Kommunisten vom chinesischen Festland vertrieben wurde. Trump wurde klar gemacht, dass, wenn die Vereinigten Staaten nicht von ihrer Unterstützung für Taiwan abrücken, China keine Normalisierung seiner Beziehungen zu den Vereinigten Staaten betreiben wird und ernsthafte Druckmittel gegen die Vereinigten Staaten einsetzen kann, die die Republikaner den Sieg bei den Nachwahlgängen kosten könnten – zum Beispiel, indem es die wirtschaftliche Waffenruhe aufkündigt und aufhört, amerikanische Sojabohnen zu kaufen. Und damit würde die ganze Basis der Unterstützung für Trump und die Republikaner direkt vor unseren Augen zusammenbrechen, weil die Farmer mit ihrer Soja auf die Straße gehen würden.

Warum sagt Bessent das dann? Weil Bessent ein völlig anderes Verständnis von Wirtschaft und Finanzen hat. Er ist ein Mensch, der der Ansicht ist, dass man hart handeln muss, dass man keine besonderen Beziehungen zu autoritären Ländern aufbauen sollte, sondern ihnen einen Wirtschaftskrieg erklären, sie vom Markt verdrängen und ihnen Verluste zufügen muss. Er hat lange auf seine Chance gewartet, um einen Wirtschaftskrieg gegen die Russische Föderation zu beginnen.

Und man muss verstehen, dass für Bessent nicht einmal die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges besonders wichtig ist. Er versucht einfach, den russisch-ukrainischen Krieg für das wirtschaftliche Begräbnis Russlands zu nutzen. Ein solcher Mensch würde die russische Wirtschaft auch ohne jeden Krieg zerstören, aber jetzt hat er die Möglichkeit dazu.

Und Sie haben gesehen, dass Bessent mit Freude an den Sanktionen gegen Rosneft und Lukoil gearbeitet hat. Ich denke, dass er in den nächsten Monaten, wenn dieser Krieg nicht abflaut, neue Sanktionen vorbereiten wird, die die Russische Föderation und ihre Wirtschaft in den Sarg legen sollen. Er hat Putins Hauptfavoriten Timtschenko, man kann sagen, dessen Hauptgeldbörse nach Abramowitsch, beim Kauf von Aktien der Firma Lukoil in den Vereinigten Staaten abblitzen lassen – gemeint ist die Firma Gunvor, die Timtschenko gehört. Er sprach verächtlich über Ostap Bender, über die russische politische Führung, über Kirill Dmitrijew, und lachte über dessen Kommentar.

Und jetzt will Scott Bessent ganz dieselbe Geschichte mit chinesischen Firmen wiederholen, weil es ihm, wie ich denke, vollkommen egal ist, was aus den Ergebnissen der Nachwahlgänge wird. Er braucht jetzt, dass diejenigen chinesischen Unternehmen bankrottgehen, die eine Bedrohung für die amerikanische Wirtschaft darstellen. Er will einen wirtschaftlichen Schlag gegen China mit Hilfe von Sanktionen, nicht mit Zöllen. Aber dafür muss er Trump beweisen, dass Xi Jinping nicht das tut, was Trump will.

Das heißt, wir sehen, dass Trump wie ein kleines Kind für fremde Interessen genutzt wird. Zelensky will ihm seine Konstruktivität beweisen und ihm die Idee gemeinsamer Verhandlungen mit den Europäern einpflanzen, was Trump offensichtlich nicht besonders will. Jermak demonstriert Trump, dass der Präsident der Ukraine schon buchstäblich morgen bereit ist, nach Mar-a-Lago zu fliegen und mit der Familie Trump Feiertage zu feiern. Vance will Trump beweisen, dass er für ihn unersetzlich ist, damit Trump ihn als seinen Nachfolger ausruft. Witkoff und Kushner zeigen ihm verschiedene Zettelchen, um zu demonstrieren, dass sie den Friedensnobelpreis sehr ernst nehmen und in der Lage sind, einen Plan zu erstellen, der zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges führen könnte. 

Rubio will Trump nicht verärgern, damit Trump ihm nicht wegen der völlig aus der Luft gegriffenen Pläne seiner Helfer böse ist, und versucht gleichzeitig, die Situation in irgendeiner professionellen Bahn zu halten, um nicht zuzulassen, dass Punkte verwirklicht werden, die vor den Europäern und sogar vor den Republikanern und Demokraten im Repräsentantenhaus und im Senat wie Kapitulationsbedingungen aussehen. Denn Sie haben gesehen, dass der Plan in den Vereinigten Staaten selbst vernichtender Kritik ausgesetzt war. J. D. Vance musste sich sogar vor amerikanischen Gesetzgebern rechtfertigen und sagen: „Wie kann das sein, dass Sie der russisch-ukrainische Krieg mehr beschäftigt als die innenpolitischen Probleme?“ Auch kein Mensch von großem Verstand. 

Er braucht die Unterstützung all dieser Leute für die kommenden Vorwahlen 2028. Und noch ist unbekannt, ob er tatsächlich Trumps Nachfolger wird, ob Trump ihn nicht verbrennt – und sich selbst – mit seinen genialen Vorstellungen von Wirtschaft, und er hat sich schon mit allen überworfen. Nun und Bessent versucht natürlich, diese Situation zu nutzen, um dann den makellosen Ruf von Xi Jinping in Trumps Augen zu beschmutzen und harte Sanktionen gegen die chinesische Wirtschaft, gegen chinesische Unternehmen zu erreichen. 

Und dann ist da noch Putin, der Trump beweisen will, dass der Trump-Plan genial und wunderbar ist, wie der Geist von Anchorage, der erfunden ist, wie der Geist von Hamlets Vater. Und dass die Ukrainer und Europäer, die keinen Frieden wollen, irgendetwas umschreiben und Trump so daran hindern, den Krieg zu beenden. Was für Schweine.

Nun das Interessanteste: Was wird unser kleiner Junge aus unserem wunderbaren Kindergarten Mar-a-Lago tun, wenn er sieht, dass der nächste „Bumm“ passiert ist? Was meine ich damit? Wen wird er beschuldigen? Wer wird schuld sein? Schauen Sie: Wenn Zelensky dem Abzug der ukrainischen Truppen aus dem Gebiet Donezk nicht zustimmt und Russland danach den Trump-Plan ablehnt, wird natürlich Zelensky schuld sein. Und Trump wird sagen: „Dann führt euren Krieg, so lange ihr wollt, aber entschuldigt, warum sollen wir euch helfen? Wir hatten einen großartigen Plan. Wir haben gesagt, dass Putin nur bereit ist, den Krieg zu beenden, wenn ihr ein kleines Gebiet räumt, das ihr sowieso verliert. Und ihr wollt weiterkämpfen? Dann kämpft ohne unsere Aufklärungsdaten, kämpft ohne unsere Waffen. Und wenn Putin dann das ganze Gebiet Donezk einnimmt, kommt ihr wieder. Und dann reden wir noch einmal mit unserem wunderbaren Wladimir aus dem Kreml.“

Aber wenn Zelensky dem Abzug der Truppen aus dem Gebiet Donezk zustimmt, verstehen Sie sehr gut, dass dies zu einer scharfen Destabilisierung der Lage in der Ukraine führen kann, weil es einerseits keine Beendigung des Krieges geben wird – denn Russland wird trotzdem keinem Friedensplan zustimmen, weil Putin nicht die Absicht hat, den Krieg zu beenden. Und andererseits wird es in der ukrainischen Gesellschaft ein klares Gefühl des Verrats geben. Und auch damit wird Russland arbeiten. Es wird versuchen, über seine Leute darauf zu drängen, dass die Zeit gekommen sei, aufzustehen, sich hinzulegen, die Ketten zu sprengen, die verräterische Macht zu stürzen und eine neue zu wählen.

Und Sie verstehen, dass das keine russischen Konserven aus irgendwelchen prorussischen Parteien sein werden. Nein. Das werden speziell geschulte Leute sein, Patrioten aus völlig pro-demokratischen, pro-europäischen Kräften. Sie sehen ja, dass einer von ihnen schon durch alle sozialen Netzwerke rennt und erzählt, wie dringend der Trump-Plan angenommen werden müsse, und nicht einmal erklärt, dass Russland überhaupt nicht vorhat, diesen Plan anzunehmen – im Wortsinne überhaupt nicht. Nun, das ist die eine Variante. Und es gibt eine andere, in der wir sehen, dass Zelensky nicht zugestimmt hat – dann ist er schuld.

Wenn Zelensky zustimmt, ist er nicht schuld. Aber es kommt zu einer Destabilisierung der Lage in der Ukraine. Das heißt, die Weigerung, die Truppen aus dem Gebiet Donezk abzuziehen, ist eine sichere Art, sich Trumps Unmut zuzuziehen, weil er Zelensky beschuldigen wird, seinen wunderbaren Friedensplan torpediert zu haben. Die Zustimmung zum Abzug der ukrainischen Truppen aus dem Gebiet Donezk kann Trumps Beleidigung auf Zelensky verhindern, kann aber zur Destabilisierung der Lage in der Ukraine selbst beitragen.

Putin bleibt in jedem Fall der Gewinner. Dies ist eine brillante Diversions-Spezialoperation des Kremls. Ja, sie sind die Sanktionen nicht losgeworden, aber jetzt sind sie in einer Situation, in der jede Variante ein Gewinn ist. Endlich konnte ich das genau formulieren. Wenn man nachts kaum schläft… Aber ich habe, wie Sie verstehen, einen ernsthaften Grund, für den ich ausgerechnet Putin danken muss – genauso wie für die Spezialoperation. Raketen, Schaheds. Ich möchte übrigens, völlig ohne Ironie, den Angehörigen und Nahestehenden der bei diesem Angriff in Kyiv Getöteten mein aufrichtiges Beileid ausdrücken.

Aber genau das ist die Idee. Wenn Zelensky den Abzug der Truppen ablehnt, ist er schuld, Trump ist auf ihn beleidigt. Man kann daran arbeiten, dass Amerika auf seine weitere militärische Unterstützung der Ukraine verzichtet und auf Ersatzteile für Patriots, auf Komponenten für HIMARS, auf all das. Und wenn Zelensky dem Abzug der Truppen aus dem Gebiet Donezk zustimmt, kann man den Boden für eine Destabilisierung der Lage im feindlichen Land bereiten, das „wir in Moskau vernichten wollen“.

Was müssen wir tun, um nicht in diese Falle zu tappen, die von den Diversanten aus Kreml und Lubjanka gebaut wurde? Die Aufgabe ist schwer. Aber sie lässt sich lösen. Wir müssen unsere Positionen halten. Sozusagen nicht dem Abzug der Truppen aus dem Gebiet Donezk zustimmen, aber gleichzeitig keinen Zorn Trumps auf uns ziehen. Es braucht also Schritte, um dem amerikanischen Präsidenten zu erklären, dass sein russischer Kollege nicht die Eroberung des Gebietes Donezk durch seine Truppen anstrebt, sondern die Destabilisierung der Lage in der Ukraine.

Dass die Ukraine ihre befestigten Festungen im Gebiet Donezk noch lange verteidigen kann und noch eine enorme Zahl russischer Besatzer vernichten kann – und so nach und nach die demografische Situation in Russland ins Negative dreht. Sie verstehen ja, dass das russische Volk dank Putin im Grunde in den Tartarus marschiert. So viele Opfer hat es lange nicht mehr gegeben. Und es sind alles Männer, die niemanden mehr zeugen werden. Wenn Putin zuerst die nationalen Minderheiten Russlands ausgelöscht hat, löscht er jetzt schlicht die Russen aus. Er ist ein Russentöter, weil er sie wie Fleisch dorthin wirft, auch wenn es dafür Geld gibt. Und Sie sehen, dass er Pläne für eine große Mobilisierung ohne Geld hat, um einfach einen Schlusspunkt in der Geschichte des russischen Volkes zu setzen. Bye-bye.

Und dass man, wenn man irgendeine Feuerpause akzeptieren will, dies entlang der Kontaktlinie tun muss. Diese Position muss man verteidigen. Vielleicht braucht Zelensky dafür tatsächlich europäische Partner, aber er darf Trump dabei nicht verärgern. Das ist keine einfache Aufgabe, aber wir erinnern uns, dass wir es mit einem Menschen mit kindlichem Bewusstsein zu tun haben, dem man etwas Goldenes, Wunderschönes vor der Nase hin- und herwedeln muss, ihm etwas versprechen muss – er ist ja gierig wie 150 Witkoffs –, ihm auch etwas versprechen. Man muss in diesem Kindergarten das Stück „Der Besuch des Weihnachtsmanns bei den Kindern“ spielen – „la-la-la, la-la-la. ‚Schtschedryk‘ singen wir, la-la-la, la-la-la. Trump respektieren wir. La-la-la-la-la-la.“ So in etwa kann man zu ihm sagen: „La-la-la-la-la-la. Dort sind alle seltenen Erden bei Kramatorsk, sie sind alle wunderbar. La-la-la, la-la-la. Dort werden die Amerikaner sie fördern. Wir geben sie nicht an Putin. Und alle tanzen. Und Macron, und Zelensky, bam-bam-bam.“ So irgendwie.

Man darf diesen Menschen nicht als adäquaten Menschen wahrnehmen. Die wichtigste Aufgabe im Umgang mit Trump lautet: Um Himmels willen, nehmt ihn nicht als adäquaten Menschen wahr. Der adäquate Trump ist schon lange von uns gegangen und wird nicht zurückkehren, wenn es ihn überhaupt jemals gegeben hat. Ironie hin oder her, aber das ist tatsächlich die Aufgabe, die gelöst werden muss, wenn wir unsere eigenen Positionen halten und eine Destabilisierung der Lage im Land verhindern wollen. Das ist im Grunde Aufgabe Nummer eins für Zelensky und unsere europäischen Verbündeten. Man muss auch als Axiom begreifen:

Russland wird keinem Friedensplan zustimmen, weil Russland an einem jahrelangen Krieg interessiert ist, der am Ende zur Vernichtung der Ukraine führt. Und der einzige Ausweg aus diesem Krieg ist nicht ein Friedensabkommen mit Russland, sondern die Zerstörung seiner Wirtschaft und seiner Demografie, die Vernichtung des Aggressors in einem Ausmaß, dass er von seinen geliebten Knien für mindestens 30 Jahre nicht mehr vom Boden hochbekommt. Danach wird es einfach eine Provinz der Volksrepublik China, mit der wir eine wunderbare Grenze haben werden. Dort eine rote Flagge, bei uns keine rote Flagge.

Kurz gesagt: Das ist Aufgabe Nummer eins. Andere Aufgaben gibt es nicht. Es gibt keine Aufgabe „Beendigung des Krieges“, weil der Krieg ohne Russland nicht beendet werden kann – und Russland hat nicht die Absicht, ihn zu beenden. Sie sehen es ja an all den russischen Verlautbarungen. Und es ist sehr gefährlich, wenn die ukrainische Gesellschaft erneut in der gefährlichen Illusion eines schnellen Kriegsendes lebt. Auf die Ukrainer werden Drohnen und Raketen fliegen, sie werden in den Trümmern ihrer Städte sterben und denken: „Das ist nur, weil Zelensky den Trump-Plan nicht unterschrieben hat. Natürlich müssen wir jemanden finden, der unterschreibt.“ Es gibt keinen Plan, es gibt keine solche Chance, aber es gibt immer eine reale Chance, Russland energetisch und wirtschaftlich ausbluten zu lassen, sodass es ohne Geld dasteht. Je schneller das geschieht, desto schneller endet der Krieg. Das ist es, was ich immer versuche zu erklären.

Und in dieser Situation, während wir darauf warten, wissen wir nicht, wie lange wir Trump als unseren Verbündeten am Kragen halten müssen. Ich habe schon erklärt, wie – alle Liedchen habe ich heute vorgesungen. Danke, Freunde, dass ihr diese Analyse des heutigen Tages angehört habt. Gebt ein „Gefällt mir“, kommentiert, schreibt Gedichte über Trump, die Zelensky ihm in Mar-a-Lago vorlesen kann. In jeder beliebigen Sprache, Trump ist das egal, Hauptsache, das Wort „Trump“ kommt vor. Sucht Reime auf das Wort „Trump“. Schöne.

Und jetzt beantworte ich Fragen, die während dieser Sendung eingegangen sind.

Frage. Kann die Ukraine später ihre Zustimmung zum sogenannten Trump-Plan zurückziehen?

Portnikov. Das ist übrigens eine sehr gute Frage. Stellen wir uns vor, wir haben diesen Plan unterschrieben, und die Russen haben ihn nicht unterschrieben. Ist unsere Unterschrift eine Konstante? Oder sagen wir doch: „Nun, vielleicht müssen wir einen neuen Plan gemeinsam mit Trump ausarbeiten, damit die Russen ihn unterzeichnen. Diesen Plan haben die Russen abgelehnt, also vergessen wir dieses Abkommen.“ Ich muss Ihnen sagen, dass man gar nichts zurückziehen muss. Ich erinnere Sie an das wunderbare Abkommen über seltene Erden. Erinnern Sie sich? Es bedeutet exakt gar nichts – null. Und nicht nur, weil wir nicht wissen, was es in Wirklichkeit in den ukrainischen Bodenschätzen gibt und worum es in diesem Abkommen ging, sondern auch, weil Trump dieses Abkommen längst vergessen hat, obwohl niemand irgendetwas zurückgezogen hat. Er hat es einfach vergessen. Er erwähnt es überhaupt nicht mehr, weil er es nur brauchte, um eine mögliche Hilfe für die Ukraine zu rechtfertigen, die es nicht gibt. Da haben Sie die Antwort.

Frage. Glauben Sie, dass Donald Trump wirklich ehrlich daran glaubt, dass er all diese Kriege beendet hat, oder ist das nur politische Rhetorik zur Schaffung eines Friedensstifter-Images?

Portnikov. Wissen Sie, ich würde Ihnen gern sagen, dass das politische Rhetorik zur Schaffung eines Friedensstifter-Images ist. Aber dann wäre ich ein Mensch, der an die Kraft politischer Analyse glaubt – und ich glaube an die Kraft der Medizin. Und ich möchte Sie davon überzeugen, dass Donald Trump aufrichtig daran glaubt, dass er all diese Kriege beendet hat. Donald Trump ist überhaupt ein Mensch, der aufrichtig an das glaubt, was er im jeweiligen Moment sagt, auch wenn er eine halbe Stunde später das Gegenteil behaupten kann. Und deshalb sollten ihn nicht politische Analytiker analysieren, sondern Menschen mit einer völlig anderen Spezialisierung. Andererseits wirkt dieser aufrichtige Glaube an das, was er im Moment sagt, obwohl er eine halbe Stunde später das Gegenteil sagen kann, sehr überzeugend auf Menschen, die in der Bewusstseinswelt einer religiösen Sekte leben und für die das völlig normal ist. Schauen Sie sich bitte die Zeichentrickserie „South Park“ an, damit Sie verstehen, wie das aussieht. Die Folge, in der die Helden der Serie mit einem Mormonenjungen zur Schule gehen und diesen wunderbaren Mormonenjungen fragen, wie denn der Mann, der diese Religion geschaffen hat, Herr Smith, überprüft hat, dass ihm diese neue Fassung des Wortes Gottes, das Buch Mormon, tatsächlich vom Herrn selbst diktiert wurde. Der Mann, der im Grunde die Mormonenkirche in den Vereinigten Staaten gegründet hat, schrieb dies auf nach den Offenbarungen von Herrn Smith, der behauptete, Gott diktiere es ihm. Und man sagte zu ihm: „Verbrenne dieses Buch, sag ihm, dass es verbrannt wurde, und lass es dir noch einmal diktieren. Dann vergleichen wir die Texte, und wenn sie sich unterscheiden, heißt das, er diktiert aus sich selbst heraus.“ Er ging zu Smith, sagte ihm, dass das Buch vernichtet sei. Smith wurde wütend und sagte, Gott habe sich zornig darüber gezeigt, dass sie eine so wunderbare Offenbarung verbrannt oder verloren hätten, und er werde ihm nun einen völlig neuen Text diktieren. „Und so“, sagte der Mormonenjunge, „erkannten wir, dass es eine göttliche Offenbarung war.“ 

Wenn Sie Präsident in einem Land sind, in dem eine enorme Zahl von Bürgern die Britischen Inseln verlassen hat, gerade weil sie aus unkritischen religiösen Sekten stammten und auf den Inseln keinen Platz hatten, und sich später zu ihnen Verfolgte und Notleidende aus aller Welt gesellten, dann müssen Sie verstehen, dass bei einem großen Teil der Amerikaner von vornherein und durch die familiäre Erziehung das kritische Denken fehlt. Sonst würden sie nicht zu protestantischen, kleinen, man kann sagen abgeschotteten religiösen Gemeinschaften laufen, in denen alles seit Jahrhunderten auf dem Fehlen kritischen Denkens beruht. Das ist ein wunderbarer Nährboden für die Tätigkeit solcher großartigen Menschen wie Trump. Obwohl Trump, wie Sie wissen, nicht sehr religiös wirkt.

Frage. Haben Sie bemerkt, dass vor dem Hintergrund dieser bescheuerten Friedenspläne im Westen niemand mehr die bestialischen Beschüsse Putins kommentiert? Ist das Kriegsmüdigkeit? Oder die Angst, Putin zu verschrecken und dem Zustandekommen des Friedensplans im Wege zu stehen?

Portnikov. Natürlich ist es in erster Linie die Unwilligkeit, Putin irgendwie zu verärgern. Denn wenn man Putin ständig als Kriegsverbrecher bezeichnet, kann er beleidigt sein und nicht mehr mit dem wunderbaren Jungen Donnie befreundet sein, ihm keine kleinen Spielzeuge schenken und ihm keine 100 Milliarden Dollar versprechen, von denen Donnie zusammen mit Witkoff und Kushner wunderbare Profite erhält. Wie kann man so einen wunderbaren Menschen beleidigen? Witkoff hat ja schon gesagt, dass Putin ein großartiger Mensch ist und er ihm glaubt. Was brauchen Sie noch? 

Und natürlich gibt es auch Kriegsmüdigkeit. Wenn Sie sagen, dass man im Westen nicht kommentiert, dann müssen Sie verstehen: Westliche Medien und westliche Politiker sind so eingerichtet, dass sie über das sprechen, was für ihr Publikum wichtig ist. Wenn sie sehen, dass das Publikum auf bestimmte Themen nicht mehr reagiert, sprechen sie weniger darüber. Aber wie Sie sehen, hat der Trump-Plan die Ukraine wieder in die Informationslandschaft der Vereinigten Staaten zurückgeholt, weil nur der Faule sich nicht gegen diesen Plan geäußert hat – sowohl im republikanischen als auch im demokratischen politischen Establishment. Hier muss man zu Trump sagen: „Danke dafür. Danke, danke, Donald, danke, danke.“ Wie oft muss man es sagen? Danke, danke, danke, danke, danke, danke, danke, danke, danke, danke. Zehn Mal, zehn. Schreiben Sie es auf. Ich habe zwölf Mal gedankt.

Frage. Wie kann Russland einen dritten Weltkrieg beginnen, wenn es nicht mit der Ukraine fertig wird? Die Ressourcen müssten doch um ein Vielfaches größer sein.

Portnikov. Das ist nicht ganz so. Russland kann die Ukraine auf dem Weg eines normalen Krieges nicht besiegen. Aber der Dritte Weltkrieg kann ausgelöst werden, ohne Panzer, Infanterie und Flugzeuge. Erstens mit Hilfe einer Armee von Drohnen, die wir bereits im Luftraum europäischer Länder gesehen haben, und zweitens durch den Einsatz von Atomwaffen, worüber Menschen aus Putins politologischer Umgebung mehrfach gesprochen haben – zum Beispiel der Politologe Sergej Karaganow, der schon mehrmals gesagt hat, man müsse eine Atombombe auf Europa werfen.

Übrigens bin ich der Meinung, dass, wenn Karaganow das sagt, es bedeutet, dass im Kreml und im russischen Generalstab ernsthaft darüber gesprochen wird, als realistische Option. Was ist damit gemeint? Warum will Putin die Ukraine mit Bodentruppen besetzen? Weil er glaubt, dass es sich um russisches Territorium handelt, das dem Besitzer zurückgegeben werden muss. Deshalb geht es hier nicht nur um Drohnen und Raketen, sondern auch um Truppen. Europa wird niemand besetzen. Europa ist in dieser Situation für Putin nicht als besetztes Gebiet interessant. Europa wird eingeschüchtert und zerstört werden. Wenn Sie also sagen, Russland habe nicht genug Ressourcen, nicht genug Menschen, nicht genug Militärs, nicht genug Waffentechnik – aber Atomwaffen, um sie auf Warschau oder Budapest zu werfen – nun, Budapest vielleicht nicht –, sagen wir auf Berlin, davon gibt es genug.

Das ist der Dritte Weltkrieg. Der Dritte Weltkrieg ist nicht das, was Sie im russisch-ukrainischen Krieg sehen. Das ist immer noch ein lokaler Konflikt, verzeihen Sie, wenn man das Territorium und die Tatsache berücksichtigt, dass sich die Frontlinie seit 2023 nicht verschiebt. Aber der Dritte Weltkrieg wird ein Krieg ohne direkten Kontakt der Truppen sein. Das kann ein Schlagabtausch mit taktischen Atomwaffen gegen militärische Ziele des Gegners in Europa sein. Und wenn die Amerikaner entscheiden, dass das zu viel ist, ein Austausch strategischer Atomschläge zwischen den Vereinigten Staaten und Russland mit dem Ziel, Moskau, Washington, New York und Petersburg zu vernichten. Moskau und Petersburg tauchen im Witkoff-Plan auf.

Wo liegt hier das Problem? Warum sollte man das nicht tun können, ich kann es nicht verstehen. Haben Sie etwa nicht bemerkt, dass Atomwaffen aufgehört haben, Abschreckungswaffen zu sein und zu Erpressungswaffen geworden sind? Das ist Ihr Weg in den Dritten Weltkrieg. Welche Ressourcen? Wovon sprechen Sie? Welche Ressourcen braucht man, um zehn Flugzeuge zu starten, die wir alle drei Tage in unserem Himmel sehen, nur dass sie dann mit Nuklearladungen bestückt sind und Europa erreichen, nicht die Ukraine. Das sind alles potenzielle Träger von Atomwaffen. Wo ist das Problem? Was fehlt da? Sie sehen den Dritten Weltkrieg wie den Zweiten, als würde die russische Armee mit breiter Front auf Europa vorrücken. Nein, so wird es heute nicht sein. Europa wird zugrunde gehen, ohne je mit einem russischen Soldaten zusammenzutreffen.

Und nun stellt sich die Frage: Wozu braucht er dann die Ukraine? Erstens, damit ein größeres Territorium von Russland kontrolliert wird, und zweitens, damit diese Raketen aus Uschhorod und nicht aus Brjansk gestartet werden können.

Gerade eben hat der Präsident der Vereinigten Staaten einen Tweet abgesetzt, den ich während dieser Sendung vorlesen möchte und der im Prinzip die Frage beantwortet, wie Trump aus dieser Situation herauszukommen gedenkt:

„In der vergangenen Woche haben mein Team und ich bedeutende Fortschritte bei der Frage der Beendigung des Krieges zwischen Russland und der Ukraine erzielt – eines Krieges, der niemals begonnen hätte, wenn ich Präsident gewesen wäre. Übrigens: Wenn ich Präsident gewesen wäre, hätte auch dieser Krieg niemals begonnen. Ich möchte, dass Sie das wissen. Im vergangenen Monat wurden 25.000 Soldaten getötet. Der ursprüngliche 28-Punkte-Friedensplan, der von den Vereinigten Staaten ausgearbeitet wurde, wurde unter Berücksichtigung zusätzlicher Vorschläge beider Seiten überarbeitet. Und jetzt bleiben nur noch einige wenige Punkte, bei denen es Meinungsverschiedenheiten gibt. Zum Zweck der endgültigen Abstimmung dieses Friedensplans habe ich meinen Sondergesandten Steve Witkoff beauftragt, sich in Moskau mit Präsident Putin zu treffen, und Armee-Minister Dan Driscoll wird sich mit der ukrainischen Seite treffen. Ich, Vizepräsident J. D. Vance, Außenminister Marco Rubio, Kriegsminister Pete Hegseth und der Leiter der Verwaltung des Weißen Hauses, Suvas, werden über alle Fortschritte informiert. Ich hoffe auf ein baldiges Treffen mit Präsident Zelensky und Präsident Putin, aber nur dann, wenn die Vereinbarung über die Beendigung dieses Krieges endgültig ist oder sich in der Endphase befindet. Danke für Ihre Aufmerksamkeit für diese sehr wichtige Frage und lassen Sie uns alle hoffen, dass der Frieden so schnell wie möglich erreicht wird.“

Sie verstehen, Freunde, dass wir unser Gespräch im Prinzip mit diesem Tweet des Präsidenten Trump hätten beginnen müssen, weil er vieles klärt. Aber er ist genau während unserer Sendung erschienen. Und im Prinzip bin ich sogar zufrieden, dass wir jetzt gemeinsam real einschätzen können, was Trump zu tun gedenkt. Er schickt Witkoff nach Moskau und Driscoll nach Kyiv, um den endgültigen Plan abzustimmen. Das ist im Wesentlichen klassische Shuttle-Diplomatie. Und er beabsichtigt, sich nicht nur mit Zelensky, sondern auch mit Putin zu treffen, wenn alle Punkte des Plans abgestimmt sind und der Plan von beiden Präsidenten unterschrieben ist, also angenommen, und nicht nur von Zelensky. Das ist eine völlige Veränderung des Ansatzes. Und sie ist logisch und richtig, denn man kann den Krieg nur beenden, wenn Zelensky und Putin damit einverstanden sind, nicht Zelensky und Trump. Die einzige Frage, die außerhalb unseres heutigen Analyse-Rahmens bleibt, lautet: Wen wird Trump im Falle des Scheiterns dieses Plans verantwortlich machen – Zelensky oder Putin, oder beide – und welche Entscheidungen wird er treffen, wenn ihm klar wird, dass dieser Plan nicht umgesetzt werden kann.

Aber man muss Trump das Seine lassen: Jetzt geht er in eine sehr entschlossene, sehr riskante und sehr ernsthafte diplomatische Offensive – auch gegenüber Moskau. Und wünschen wir ihm Erfolg bei der Offensive auf Moskau.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: З чим Зеленський летить до Трампа | Віталій Портников. 25.11.2025.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 25.11.2025.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Kyiv. U-Bahn-Station. Oleg Kiy.

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Die Nacht zum 25. November 2025. Kyiv. Eine U-Bahn-Station – tief und rettend.

Zuerst ist der Granit so kalt, dass es scheint, als hätte er schon all die Wärme aufgesogen, die diejenigen abgegeben haben, die hier vor uns lagen. Aber wir wärmen ihn wieder mit unseren Körpern.

Licht gibt es kaum – nur schwache Notlampen und ein mattes Flackern der Handybildschirme. Manche haben noch „1 %“, manche schon einen schwarzen Bildschirm.

Die Menschen liegen da: manche als Familie, manche eng aneinandergedrückt, weil es so wärmer ist, manche allein – ganz wie im normalen Leben. Sie atmen. Manche röcheln, manche stöhnen im Schlaf, andere schweigen einfach und starren an die Decke oder auf das rettende Telefon.

Das kleine Kind, verängstigt von den Explosionen, schreit nicht mehr – es heult. Die Eltern können es nicht beruhigen, schämen sich für ihre Ohnmacht und warten nur darauf, dass es vor Erschöpfung nachgibt.

Die Mutter hält ihm die Hände über die Ohren, als könne sie damit das Echo der Explosionen dämpfen, das tief im Inneren geblieben ist.„Woher nimmst du nur so viel Kraft zum Leiden… Wir sind hier, wir sterben nicht, mein Sonnenschein… wir schlafen nur… schlaf auch du…“ – flüstert sie und küsst ihr Kind an die Schläfe, und ihr Körper zittert – vor ihrer eigenen Angst, aber vor allem wegen ihres untröstlichen Kindes.

Nicht weit weg – eine Großmutter. In ihren Händen eine kleine Ikone. Nach jedem Gebetskreis küsst sie sie, bekreuzigt sich und flüstert: „Vergib uns, Herr… vergib…“ Dann legt sie sich mit dem Gesicht zur Wand und weint leise – ohne Tränen, ohne Stimme, nur ihre Schultern zittern.

Oben ist es schon vier Uhr morgens, Explosionen und Autoalarmanlagen sind zu hören. Auf die Stadt prasseln „Kinschal“-Raketen, Erde und Himmel erzittern wie ein einziger Körper.

Ein Wohnhochhaus steht in Flammen.Ein Mann steht auf einem zerstörten Balkon und versucht verzweifelt, das Feuer mit einem Eimer Wasser zu löschen – es wirkt hoffnungslos. Das Innere des Hauses brennt wie ein gewaltiger Fackelstoß.

In der toten nächtlichen Stille zwischen den Explosionen hört man Schreie aus den Fenstern, jemand ruft nach der Rettung eines Kindes irgendwo auf einem höheren Stockwerk.

Endlich sind die Rettungskräfte da, es gibt Hoffnung, aber nicht für alle – manche können nicht mehr rechtzeitig erreicht werden.

Um sechs Uhr morgens beginnt wieder eine Angriffswelle. Die schlimmste. Die Stadt dröhnt, als würde jemand mit einem Hammer darauf einschlagen.

Das kleine Kind in der U-Bahn hat sich inzwischen beruhigt, liegt nicht im Kinderwagen, sondern in den Armen der Mutter. Die Mutter ist todesmüde, freut sich aber darüber, dass ihr Kind den Menschen um sie herum, die schlafen, keine Umstände macht.

Als um 8:37 Uhr endlich „Entwarnung“ gegeben wird, sammeln sich alle und kriechen nach oben. Draußen – der Geruch des Krieges. Über der Stadt schwarzer Smog. Vom U-Bahn-Eingang aus sieht man nicht, wie das fremde Leben weiterbrennt.

Diese Nacht hat mindestens sechs Bewohner Kyjivs das Leben gekostet.

Kyiv erwacht: Manche gehen in die U-Bahn, um zur Arbeit zu fahren, andere kommen aus ihr heraus wie aus einem Schutzraum.

Die Mutter trägt das Kind auf dem Arm – dasselbe Kind – der Vater den Kinderwagen und die Sachen. Sie wollen die Rollen nicht tauschen, kein Risiko eingehen: Es soll noch schlafen, und die Erwachsenen halten irgendwie durch.

Die Mutter küsst ihren schweren Schatz sanft auf die Stirn. Kyiv steht – wie immer – es hat standgehalten. Die Stadt beginnt wieder zu arbeiten, für das Leben und zur Unterstützung der Front.

Denn ein anderes Zuhause haben wir nicht…


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Art der Quelle: Social Media

Autor: Oleg Kiy
Veröffentlichung / Entstehung: 25.11.2025.<Oleg Kiy Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Änderungen im Friedensplan: Details | Vitaly Portnikov. 24.11.2025.

Also, unser heutiges Treffen soll den ersten, man könnte sagen, Ergebnissen jener Verhandlungen gewidmet sein, die zwischen der ukrainischen und der amerikanischen Delegation in Genf in der Nacht vom 23. auf den 24. November zu Ende gegangen sind. Von diesen Verhandlungen wurde sehr viel erwartet. Viele waren der Ansicht, dass von ihnen abhängt, wie sich in Zukunft die ukrainisch-amerikanischen Beziehungen gestalten werden.

Jetzt kann man sagen, dass beide Seiten der Verhandlungen optimistisch gestimmt sind. Es hat keine ernsthaften Meinungsverschiedenheiten, keine ernsthaften Skandale bei den Verhandlungen gegeben, trotz des bedrohlichen und wenig verständlichen Posts des US-Präsidenten Donald Trump, der gestern, unmittelbar vor diesen Verhandlungen, veröffentlicht wurde. Es heißt, der ukrainischen Delegation sei es gelungen, eine ganze Reihe von Punkten zu streichen, die die ukrainische Gesellschaft nach dem Auftauchen des Entwurfs des amerikanischen Friedensplans in den Medien ziemlich stark getriggert hatten.

Der stellvertretende Außenminister der Ukraine, Serhij Kyslyzja, sagt, dass der aktualisierte Plan der Vereinigten Staaten nicht mehr an den erinnere, der am Anfang auftauchte, dass die Vereinigten Staaten nicht mehr darauf bestehen, die Zahl der Streitkräfte der Ukraine auf 600.000 Soldaten zu begrenzen, und das war einer der kritischsten Punkte dieses Dokuments für die ukrainische Seite.

Und eben diese wichtigsten sensiblen Fragen, die die Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Ukraine während eines möglichen Treffens im Weißen Haus erörtern sollen, sind die territorialen Fragen und die Sicherheitsvereinbarungen zwischen den Vereinigten Staaten, der NATO und Russland. Sie sind auch noch nicht ausgearbeitet, aber offensichtlich können die Präsidenten sie besprechen.

Obwohl für diese Woche bisher kein Treffen zwischen den Präsidenten der Ukraine und der Vereinigten Staaten geplant ist. Und mir scheint, dass das der wichtigste Punkt ist, den wir mit Ihnen feststellen müssen. Trump hatte vor, sich vor dem Thanksgiving Day in den Vereinigten Staaten, also vor diesem Donnerstag, mit dem Präsidenten der Ukraine, Volodymyr Zelensky, zu treffen. Und wenn es kein ausgereiftes Dokument gibt, dann hat Trump keinen Sinn darin, sich mit dem Präsidenten der Ukraine zu treffen, weil er offensichtlich wollte, dass ein verständliches Dokument vorliegt, das er und Zelensky bei einem Treffen im Weißen Haus unterzeichnen könnten.

Nun stellt sich die Frage: Hat die Unterzeichnung dieses Dokuments durch Trump und Zelensky irgendeine reale Beziehung zum russisch-ukrainischen Krieg? Keine. Denn die Ukraine führt keinen Krieg mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Ukraine führt Krieg mit Russland.

Ein Treffen muss, falls es überhaupt jemals eine realistische Perspektive auf ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges gibt, zwischen dem Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, und dem Präsidenten der Ukraine, Volodymyr Zelensky, stattfinden. Nur diese beiden Politiker können sich über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges einigen. Alle anderen Politiker, einschließlich des Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump, können ausschließlich Vermittler sein, die die Frage der Unterstützung der Ukraine in ihrem Widerstand gegen die Russische Föderation zu lösen haben, damit die Position der Ukraine stark ist und damit die Russische Föderation in den nächsten Jahren dieses zermürbenden Krieges die Ukraine nicht zu einer vollständigen Kapitulation vor Russland zwingen kann. Dafür ist Druck auf Russland nötig, dafür ist Unterstützung für die Ukraine nötig.

Aber Sie verstehen sehr gut, dass, wenn Zelensky und Trump irgendein Friedensabkommen unterzeichnen, man es sofort wegwerfen kann, denn es ist kein Abkommen zwischen den kriegführenden Seiten. Natürlich können die Vereinigten Staaten dieses Abkommen der Russischen Föderation vorschlagen, aber das bedeutet nicht, dass die Russische Föderation ihm irgendeine Aufmerksamkeit schenken wird, wenn dort Punkte enthalten sind, die den Präsidenten der Russischen Föderation und die höchste politische und militärische Führung dieses Staates, der fest entschlossen ist, weiter mit der Ukraine zu kämpfen, bis dieses verhasste Land zerstört ist, nicht zufriedenstellen.

Und dieser Entschluss verschwindet nirgendwo, wie Sie verstehen, bis zu dem Moment, in dem die Russen noch Geld, Ressourcen und Menschen haben, um diesen brutalen und ungerechten Krieg fortzusetzen.

Nun weiter. Was denkt die Russische Föderation darüber? Der Berater des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, sagte heute, dass die Russen mit dem amerikanischen Plan, den sie kennen, zufrieden seien. Aber sie sind völlig unzufrieden mit dem europäischen Plan, über den wir bereits gesprochen haben und der sich offensichtlich vom ersten amerikanischen Ansatz dadurch unterscheidet, dass er nicht so sehr „realistischer“ ist – realistische Friedenspläne können Vermittler überhaupt nicht vorlegen – sondern dadurch, dass er die ukrainischen Vorstellungen darüber, wie der Krieg enden müsste, wenn man darauf Einfluss nehmen könnte, besser versteht.

Das ist die genaue Formulierung. Es gibt den ukrainischen Wunsch, den Krieg zu beenden – sagen wir so, den ukrainischen Traum davon, wie der Krieg enden soll. Und es gibt den russischen Traum darüber, wie der Krieg enden soll. Diese Träume haben keinerlei Berührungspunkte. Und der Plan der Europäer spiegelt den ukrainischen Traum wider. Die russischen Vorschläge zur Beendigung des Krieges spiegeln den russischen Traum wider.

Der ukrainische Traum bedeutet die Bewahrung eines souveränen, ukrainischen, demokratischen Staates, der das volle Recht hat, seine Bündnisse zu wählen. Außerdem muss ich sagen, dass die neuen Änderungen zum sogenannten Trump-Plan nicht mehr vorsehen, dass die Ukraine sich ausdrücklich von diesen Bündnissen – in erster Linie von der NATO, wie wir verstehen – lossagen muss.

Der russische Traum hingegen sieht das Verschwinden des ukrainischen Staates von der politischen Landkarte der Welt und die Eingliederung der ehemaligen ukrainischen Regionen in Russland als Subjekte seiner Föderation vor.

Hier gibt es nichts, worüber man sich einigen könnte. Der einzige Ausweg aus der Situation ist die Fortsetzung des Krieges bis zu dem Moment, in dem sich eine der Seiten als unfähig erweist, entweder die Aggression fortzusetzen oder den Widerstand. Es gibt keinen anderen Ausweg aus dem russisch-ukrainischen Krieg, es gab ihn nie, es gibt ihn nicht und glauben Sie mir, es wird ihn nicht geben.

Das heißt, unsere Aufgabe – wenn wir nicht wollen, dass die Ukraine von der politischen Weltkarte verschwindet und Millionen von Ukrainern getötet oder aus ihren Heimatstädten vertrieben werden – besteht in der Zerstörung des wirtschaftlichen und demografischen Potenzials der Russischen Föderation. Ich sage es gleich jedem, der diese Sendung sieht: Es gibt keinerlei andere Mittel, um diesen Krieg in den 20er oder 30er Jahren dieses Jahrzehnts zu beenden. Es gibt sie nicht. Aber es gibt Chancen, Druck auf Russland auszuüben.

Jetzt können Sie fragen, wie es der ukrainischen Delegation überhaupt so leicht gelungen ist, den Plan, den die Amerikaner anfangs so verteidigt hatten, zu verändern? Wie konnte sie hier diplomatische Meisterschaft beweisen? Aber das ist keine diplomatische Meisterschaft, das ist der Dilettantismus der Trump-Administration.

Wie ich schon mehrfach gesagt habe, gab es überhaupt keinen „Plan“. Es ist nicht schwer, etwas zu ändern, das kein offizielles Dokument ist, sondern ein völlig dilettantischer Ansatz von Steve Witkoff und Jared Kushner – dem Sonderbeauftragten Trumps, einem Immobilienmakler, der von keiner Politik, mit der er sich beschäftigt, irgendetwas versteht, und dem Schwiegersohn Trumps, der ständig versucht, politische Probleme – ob im Nahen Osten oder jetzt in der Ukraine – durch das Lobbying seiner eigenen Geschäftsinteressen zu lösen.

Und natürlich haben beide Herren vor allem das Ziel, dem amerikanischen Präsidenten zu gefallen, um durch die Fortsetzung der Beziehungen zu ihm ihre eigenen, vor allem geschäftlichen, Probleme zu lösen.

Eben deshalb gibt es im Nahostplan irgendeinen Friedensrat unter Vorsitz von Trump, und in diesem Plan, den wir als amerikanischen Plan betrachten, gibt es ebenfalls einen Friedensrat unter Vorsitz von Trump. Und das ist übrigens, wenn man es ernst nimmt, gar nicht lustig. Trump ist Präsident auf vier Jahre. Im Jahr 2029 wird er das Oval Office verlassen und zu einem gewöhnlichen Rentner werden. Selbst wenn er versuchen wird, Einfluss auf die Republikanische Partei zu nehmen – dort wird sich niemand mehr für ihn interessieren, weil alle wissen werden, dass dieser Mensch niemals ins Weiße Haus zurückkehrt. Und was wird dann?

Wissen Sie, das jüdische Volk existiert seit vielen Jahrtausenden. Es existierte vor Trump, es wird nach Trump existieren, es wird existieren, wenn man Trump schon vergessen hat. „Wozu brauchen wir dieser Friedensrat?“ – könnten die Israelis fragen, wenn Trump nicht mehr Präsident der Vereinigten Staaten ist. Wird der nächste Präsident der Vereinigten Staaten auch irgendeinen Friedensrat im Nahen Osten anführen oder was?

Dasselbe bei den Ukrainern. Die Ukrainer existieren seit Jahrtausenden als Nation. Es wird also irgendeinen Friedensrat bis 2029 geben. Dann geht Trump in den Ruhestand, um in Mar-a-Lago Golf zu spielen – was er übrigens auch jetzt mit demselben Erfolg tut, ohne die Dokumente zu lesen, die man ihm unter die Nase hält. Und was wird 2029 sein? Wird der neue Präsident der Vereinigten Staaten den Friedensrat leiten oder wird er sagen: „Hören Sie, das ist irgendein Unsinn, dieser Friedensrat. Ich habe genug eigene Angelegenheiten ohne Ihre Räte.“

Das wirkt alles völlig absurd, aber offensichtlich gefällt es Trump. Und deshalb kann man in einer solchen Situation natürlich auf die Meinung der Amerikaner darüber Einfluss nehmen, was rund um den Friedensplan geschieht.

Warum sind die Amerikaner in Wirklichkeit so leicht auf Änderungen eingegangen? Weil sie gesehen haben, welche Reaktion all diese verrückten Punkte von Witkoff und Kushner hervorgerufen haben, als sie in den Medien veröffentlicht wurden. Offensichtlich auf Geheiß des Sonderbeauftragten des russischen Präsidenten, Kirill Dmitrijew, der dachte, wenn es ihm nicht gelungen ist, die Aufhebung der Sanktionen gegen Rosneft und Lukoil zu erreichen, dann soll er eben mit denen ein bisschen spielen, die seine Erwartungen nicht erfüllt haben.

Das war im Grunde ein Schlag gegen die Positionen der amerikanischen Staatsmänner. Und Rubio, der diesen Plan offensichtlich auch gelesen hatte und verstanden hat, dass das völliger Blödsinn ist, konnte das nicht laut sagen, um Trump nicht zu verärgern – Trump ist es völlig egal, welcher Plan es ist, Hauptsache der Krieg ist beendet, denn er glaubt aus irgendeinem Grund, dass er ihn beenden kann. Genau deshalb wartete er auf den Moment, in dem er die Delegation anführen, mit den ukrainischen Vertretern sprechen würde und alle Bedingungen aus diesem Plan verschwinden würden, die unmittelbar auf Trumps politischen Ruf und seine eigene politische Karriere und seinen Ruf als jemanden, der immer noch möchte, dass die Republikaner ihn zum Präsidentschaftskandidaten wählen, Einfluss haben.

Es kann durchaus sein, dass sich bis zum Beginn des Präsidentschaftswahlkampfes Trump und J. D. Vance so sehr diskreditieren, dass niemand Trump ernsthaft als jemanden wahrnimmt, der in der Lage ist, im Oval Office seinen Nachfolger zu benennen. Und J. D. Vance wird niemand ernst nehmen als jemanden, der auf irgendetwas Ernsthaftes Einfluss nehmen und etwas verstehen kann, denn J. D. Vance ist ein genauso großer Dilettant und Populist wie Witkoff und Kushner.

Übrigens haben Sie ja bemerkt, dass J. D. Vance versucht hat, Kurator des Friedensprozesses im russisch-ukrainischen Kontext zu werden. Er hat Witkoff zur Seite gedrängt und nach Kyiv wurde der Heeresminister Dan Driscoll geschickt, einer der engsten Vertrauten des Vizepräsidenten.

Aber sobald sie sahen, dass etwas nicht so läuft, wie sie wollten, haben sie die Sache sofort hingeschmissen. Und Driscoll wirkte bei den Verhandlungen schon überhaupt nicht mehr wie eine seriöse Figur – ebenso wenig wie Witkoff –, weil sie alles sehr gut verstehen, wenn sie mit der Realität konfrontiert sind. Leider findet diese Begegnung mit der Realität im Weißen Haus nicht oft statt. Es wäre wünschenswert, dass sie öfter stattfindet.

Jetzt stellt sich eine gute Frage. Warum sagen die Russen dann, dass ihnen der Trump-Plan gefällt? Nun, die Russen machen genau dasselbe wie wir. Wir sind daran interessiert, dass Trump neue Sanktionen gegen die Russische Föderation verhängt, dass er den Austausch von Geheimdienstinformationen mit den Streitkräften der Ukraine fortsetzt, dass wir die Zustimmung der Vereinigten Staaten zur Lieferung neuer Waffen erhalten, dass die Vereinigten Staaten uns im Krieg helfen.

Die Russen hingegen sind am Gegenteil interessiert: dass die Vereinigten Staaten keine Sanktionen gegen die Russische Föderation verhängen, dass die Streitkräfte der Ukraine so wenig Waffen wie möglich haben. Und sie glauben, dass eine ernsthafte Konfrontation mit Trump zur Verschärfung der Sanktionen führen könnte.

Warum sollten sie also jetzt diese Konfrontation suchen? Warum sollten sie jetzt sagen, Trump schlage Pläne vor, die ihnen nicht gefallen, sodass er ausrastet? Sie werden lieber die Europäer zu Feinden des Friedens erklären.

Übrigens weiß ich nicht, ob Sie es bemerkt haben, aber der Hauptfeind Moskaus sind jetzt nicht mehr die Vereinigten Staaten. Es gibt keinen derartigen Antiamerikanismus mehr – es ist klar, dass man Opa Donald nicht wütend machen darf. Der Hauptfeind Russlands ist Großbritannien. Großbritannien ist für sie geradezu ein monströses Gebilde, das Russland ständig zerstört, das es ständig an der Entwicklung hindert. In Großbritannien sitzen die wichtigsten Falken, die größten Befürworter des Krieges, sie versuchen alle, das arme Russland zu zerstören. Und sie versuchen alle, die Ukraine für diese Zerstörung zu benutzen.

Früher wurde Großbritannien im russischen ideologischen Diskurs einfach als kleiner Hündchen der Vereinigten Staaten wahrgenommen, als Insel, die einfach das tut, was die Amerikaner ihr sagen. So nahm man etwa den britischen Premierminister Tony Blair wahr, als er Teilnehmer amerikanischer Friedensmissionen und Kriege war. Aber der britische Premierminister Keir Starmer und seine Vorgänger in diesem Amt, sagen wir Boris Johnson, haben nun ein völlig anderes Image in der russischen Propaganda.

Und das liegt nicht daran, dass in Russland irgendjemand wirklich glaubt, Großbritannien spiele die führende Rolle in der Weltpolitik. Nein. Es liegt daran, dass die Russen immer ein Feindbild brauchen. Die Ukrainer taugen nicht als solches, denn sie sind nur Bewohner einer russischen Provinz, die einfach wieder in den Stall zurückgetrieben werden müssen. Sie können also nicht der Hauptfeind sein und überhaupt nicht mit dem tapferen russischen Soldaten kämpfen. Nein, das tun sie angeblich mit britischen Händen.

Warum britischen Händen? Weil die Amerikaner jetzt nicht der zu hi Hauptfeind sein können. Weil es nicht befohlen ist, Trump zu beschimpfen. Und das ist so ein Irrsinn. Aber aus diesem Irrsinn resultiert, dass der Berater des Präsidenten der Russischen Föderation, Juri Uschakow, sagt, er unterstütze den Trump-Plan und sei bereit, den Weg der weiteren Zusammenarbeit mit den Amerikanern auf dieser Grundlage zu gehen. Obwohl den Russen niemand irgendeinen Plan gezeigt hat. Das ist das Problem.

In diesem Zusammenhang kann man also klar sagen, dass die Russen sich einfach mit diplomatischen Manövern beschäftigen, in der Hoffnung, die Amerikaner so von neuen Sanktionen gegen die Russische Föderation und von neuer Unterstützung für die Ukraine abzuhalten. Und der Plan selbst ist genau aus dieser Perspektive entstanden, wie ich schon mehrfach zu erklären versucht habe.

Der Plan ist nur deshalb entstanden, weil Kirill Dmitrijew, den Putin nach Washington geschickt hatte, um der Verhängung von Sanktionen gegen Rosneft und Lukoil entgegenzuwirken oder sie zumindest hinauszuzögern, diesen Plan an Witkoff „verkauft“ hat – in der Hoffnung, dass er entsprechend auf Trump einwirkt und die Sanktionen aufgeschoben werden.

Und Witkoff versuchte, diesen Plan, den er dann mithilfe des Friedensrats und der Hilfe von Jared Kushner „vervollkommnete“ – mein Gott, was für ein Horror das alles ist –, Trump als Beweis dafür zu präsentieren, wie großartig er die russisch-ukrainischen Probleme löst.

Und aus dieser, ich würde sagen, Affäre ist ein Dokument entstanden, das übrigens niemand irgendjemandem zu zeigen beabsichtigte und an dem die Amerikaner weiterarbeiteten, weil sie nicht wussten, was sie damit anfangen sollten. Und später hat Dmitrijew dieses Dokument an die Journalisten von Axios durchgestochen.

Andererseits hat das verschiedenste Prozesse beschleunigt. Trump hat heute versucht, mit Xi Jinping über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu sprechen. Das Gespräch erwies sich als erfolglos. Xi Jinping sprach sich dafür aus, dass Russen und Ukrainer so schnell wie möglich Verhandlungen aufnehmen. Das hat auch der chinesische Vertreter bei den Vereinten Nationen gesagt, aber er hat klar betont, dass diese Verhandlungen zur Überwindung der Ursachen des Konflikts führen müssen.

Das heißt, der Vorsitzende der Volksrepublik China und Generalsekretär der 

Kommunistischen Partei dieses Landes hat sich so geäußert, wie sich Putin äußert, und damit die völlige Synchronität und Identität der Ansichten Moskaus und Pekings darüber demonstriert, wie der Krieg enden soll. Denn die Beseitigung der Ursachen des Konflikts bedeutet die Beseitigung der Souveränität der Ukraine. Die Ursache des Konflikts ist aus Sicht Russlands die Souveränität der Ukraine. Die Ukraine kann aus ihrer Sicht überhaupt nicht auf der politischen Landkarte der Welt existieren, denn das ist irgendein völlig erfundener künstlicher Staat, mit dem man um jeden Preis abrechnen muss.

Aus Sicht Chinas kann die Ukraine so existieren wie Belarus – als politische Provinz der Russischen Föderation, die sich ausschließlich nach Moskau und Peking richtet und deren Existenz auf der politischen Weltkarte in Form eines widerwärtigen russischen Satellitenstaaten-Limotrophen von Xi Jinping selbst garantiert wird.

Doch im Gespräch zwischen Trump und Xi Jinping gab es noch ein anderes wichtiges Detail, das mir gefährlicher erscheint, denn in den offiziellen Berichten der Agentur Xinhua über das Gespräch des Staatsoberhauptes der Volksrepublik China mit dem amerikanischen Präsidenten ist kein Wort darüber zu finden, dass Xi Jinping über den russisch-ukrainischen Krieg gesprochen hätte. Es gibt aber eine klare Aussage, dass die Rückkehr Taiwans zu China zur Essenz der neuen Weltordnung werden müsse.

Das heißt, Xi Jinping hat eigentlich klar gesagt, worum sich die Beziehungen zwischen China und den Vereinigten Staaten in den kommenden Jahrzehnten drehen sollen. Russland soll sich die Ukraine zurückholen. Und China soll sich Taiwan zurückholen. Darin besteht die gesamte Logik des Staatsoberhauptes der Volksrepublik China. Es war also vergeblich, dass Donald Trump ihn angerufen hat.

Aber es gab auch ein fruchtbareres Gespräch – den EU-Gipfel zur Ukraine, der, so erstaunlich es klingt, in Luanda stattgefunden hat. Warum in Luanda? Weil in der angolanischen Hauptstadt gerade für diesen Tag ein Treffen auf der Ebene Europäische Union – Afrika geplant war. Das ist eines der traditionellen Treffen, die im Rahmen der Zusammenarbeit der Europäer mit anderen Kontinenten stattfinden. Und vor dem Hintergrund dieses Trump-Plans und der sofortigen Verhandlungen, die nach dessen Veröffentlichung zwischen der amerikanischen und der ukrainischen Delegation sowie Vertretern der Institutionen der Europäischen Union stattfanden, mussten sich die europäischen Staats- und Regierungschefs darüber beraten, was sie weiter tun sollten.

Und man kann verstehen, dass dort Einigkeit herrschte. Sowohl diejenigen, die in Luanda waren, als auch jene, die sich virtuell anschlossen, sprachen klar über die Notwendigkeit weiterer Unterstützung der Ukraine und ihrer Souveränität. Sie bewerteten den Verhandlungsprozess in Genf positiv, denn er beseitigte die Befürchtung, die Amerikaner könnten in irgendeiner Weise Druck auf die Ukraine ausüben und sie praktisch zwingen, Bedingungen der Kapitulation vor Russland zu akzeptieren.

Und, wie Sie sehen, gab es keine besonderen Kommentare seitens der Führung der Europäischen Union. Viktor Orbán hat sich in dieser Frage in keiner Weise geäußert, denn er hat offenbar nach den Genfer Verhandlungen auch für sich selbst erkannt, dass er zwar diesen amerikanischen Plan unterstützen kann, dass sich der amerikanische Plan aber so verändern kann, dass er ihm aus Sicht der Interessen des Präsidenten der Russischen Föderation nicht mehr gefällt.

Und übrigens entsteht nun ein großes Problem für die Ungarn, nämlich dass sie aus einigen regionalen Beratungen und Diskussionen einfach ausgeschlossen werden. Zum Beispiel wird im Dezember in Finnland ein Treffen der Staats- und Regierungschefs der sogenannten östlichen Teile der Europäischen Union stattfinden. Das erste Treffen in einem solchen Format. Dorthin werden buchstäblich alle Regierungschefs der nördlichen Länder, der baltischen Länder und der Staaten Mitteleuropas eingeladen. Alle werden dort sein – sozusagen –, außer dem ungarischen Premierminister oder Präsidenten und dem Premierminister beziehungsweise Präsidenten der Slowakei. Obwohl dies offensichtlich Mitteleuropa ist, wurden sie einfach nicht eingeladen.

Das heißt, man betrachtet sie nicht als Menschen, mit denen man die Sicherheit und die Zukunft des osteuropäischen Teils der Europäischen Union erörtern kann. Und ich glaube, dass dies eine ernsthafte außenpolitische Niederlage zweier Populisten ist – Viktor Orbán und Robert Fico. Und sie sollten verstehen, dass das eine marginale Geschichte ist, die sie am besten vergessen und darüber nachdenken sollten, wie sie ihre Positionen in der Europäischen Union überhaupt wiederherstellen können.

So wurde also dieser EU-Ukraine-Gipfel in Angola meines Erachtens zu einem entscheidenden Faktor, der die Bereitschaft der Europäer demonstrierte, uns sogar in einer Situation zu unterstützen, in der die Amerikaner eventuell „zurückrudern“ könnten. Obwohl es dafür bisher keine Anzeichen gibt.

Aber wir wissen ja, dass die Europäer vor diesen Verhandlungen in Genf begonnen hatten, untereinander zu erörtern, wie sie die nachrichtendienstlichen Informationen der Vereinigten Staaten ersetzen könnten, falls Donald Trump in einem Anfall von Erpressung die Bereitstellung dieser Informationen verweigern sollte.

Und ich glaube, dass auch das für die Amerikaner ein ziemlich unangenehmes Signal ist, denn wenn die Europäer anfangen zu zeigen, dass sie bei ihrer Unterstützung für die Ukraine ohne die Amerikaner auskommen können, entsteht sofort eine andere Frage. Wozu wird Donald Trump dann für Putin nötig sein, wenn die Ukrainer kämpfen, die Europäer ihnen Waffen liefern, Geld geben, nachrichtendienstliche Informationen liefern, Sanktionen ohne Koordination zwischen Amerikanern und Europäern nicht aufgehoben werden können – was alle sehr gut verstehen? Worüber soll man dann mit Donald Trump sprechen, wenn es keinen Sinn hat, wenn er weder auf die Ukraine noch auf Europa Einfluss nehmen kann?

Und ich glaube nicht, dass die Amerikaner leicht auf ihre bisherige außenpolitische Einflussstärke verzichten werden, egal was sie sonst sagen. Zumal jetzt, wie Sie sehen, ziemlich ernsthafte Diskussionen rund um diesen Plan unter amerikanischen Politikern stattfinden. Und wenn ihn anfangs alle einhellig verurteilten, so hat man jetzt, da er verändert wird, im Kongress begonnen zu sagen, dass man ihn sehen möchte, dass man verstehen möchte, worüber die Amerikaner mit den Ukrainern sich einigen. Man beginnt sogar zu sagen, dass dieser Plan im Kongress abgestimmt werden müsse.

Auch das ist interessant. Senator Lindsey Graham, der bekanntlich einer der großen Lobbyisten für eine Sanktionsoffensive gegen Russland und seine Verbündeten ist, trat genau mit einer solchen Idee auf. Mir scheint, dass das auch keine schlechten Momente sind.

Im Allgemeinen hätte dieser Plan eigentlich zu einem riesigen Problem für uns werden können. Und er wurde zu einem riesigen Problem für Donald Trump und die gesamte Ganoven-Clique, die dieses Dokument vorbereitet und Trump damit praktisch „untergeschoben“ hat. Denn, verstehen Sie, man kann sich in der Politik nicht ständig wie Dilettanten benehmen. Das rächt sich immer.

Und Sie verstehen sehr gut, dass ich damit keineswegs nur die Vereinigten Staaten meine. Dilettantismus bedeutet, nicht zu verstehen, was souveräne Interessen sind. Dilettantismus bedeutet, nicht zu verstehen, worin sich das Opfer vom Aggressor unterscheidet. Dilettantismus bedeutet, zu versuchen, ideologische und existenzielle Fragen ausschließlich mit Geld zu lösen – als könne man alles mit Geld kaufen. Dilettantismus bedeutet, nicht zu verstehen, warum ein Land eine Regierung der nationalen Einheit, der nationalen Rettung braucht. Und warum das Fehlen einer solchen Regierung direkt dazu beiträgt, dass ein Land verlieren und verschwinden kann. All das ist sehr gefährlich.

Auf russischer Seite sehen wir ebenfalls dilettantische Herrschaft. Alle waren daran gewöhnt, von Putin als irgendeinem Genie des politischen Manövers zu sprechen, was völliger Unsinn ist. Putin kann nur etwas tun, weil er es mit Dilettanten zu tun hat. Und obwohl er aus Sicht seiner Geheimdienstschulung ein guter Taktiker ist, hat er keinerlei Ahnung, womit er es zu tun hat, wenn es um Länder, Völker und Interessen geht.

Putin glaubt aufrichtig an die Finanzierung des Maidan durch das State Department – an all diesen Quatsch, den die russischen Propagandisten erzählen. Er existiert tatsächlich in Putins Kopf. Für ihn ist alles, was er sieht, ein Krieg der CIA gegen den FSB und des State Departments gegen Lawrow. Und wenn das State Department den Ukrainern nicht helfen würde, ihre Souveränität zu verteidigen, gäbe es schon längst ein Gebiet Kyiv der Russischen Föderation.

Das alles kommt von mangelnder Bildung. Von der Tatsache, dass Putin zu der Zeit, als man Bücher hätte lesen sollen, Geldbündel in Koffern in Petersburg gepackt hat. Verstehen Sie, das ist eine ziemlich ernsthafte Geschichte seiner Bildung und seiner Biographie. Und als man ihm sagte, er müsse Bücher lesen, hat er verschiedene Spinner wie Iljin gelesen und war begeistert von dem, was sie schrieben – nämlich das, was er in den Korridoren der Leningrader Filiale des KGB der Sowjetunion gehört hatte. Dieser ganze chauvinistische Müll, den man ihm zum Lesen vorlegte, fiel auf fruchtbaren Boden – sofern er ihn überhaupt gelesen hat.

Darin besteht das Problem: Professionalität wird ersetzt durch Wünsche und eine völlig irreale Welt, in der die russische politische Führung lebt – aber auch die amerikanische lebt in einer irrealen Welt. Und bei uns gibt es, würde ich sagen, ebenfalls unsere eigene Art der Wahrnehmung der Realität.

Aber dass diese Geschichte mit dem idiotischen Plan jetzt im Grunde schon abwärts geht, ist ein großer Erfolg. Man kann unser Land und die Ukrainer dazu beglückwünschen. Das sind also die ersten Ergebnisse dessen, was wir mit Ihnen sehen.

Ich werde auf die Fragen antworten, die während der Sendung eingegangen sind.

Frage. Warum konnte Zelensky das, was man ihm anfangs gegeben hat, nicht unterschreiben? Das spielt doch keine Rolle, und jetzt wird nur Zeit mit diesen Diskussionen vergeudet.

Portnikov. Ich glaube, dass ein Staatspräsident, der sein Land respektiert, kein Kapitulationsprogramm unterschreiben darf, selbst wenn das politisch keine Rolle spielt. Und außerdem verstehe ich nicht, worin Sie hier eine Zeitvergeudung durch Diskussionen sehen. Es wirkt, als ob Sie meinen, wenn irgendein Plan unterschrieben würde, würde Putin ihn dann anschließend in der Form akzeptieren, in der er unterschrieben wurde. Worin liegt die Zeitvergeudung? Das hat überhaupt keine Bedeutung im Hinblick auf die Zeit.

Zelensky, ebenso wie die ukrainische Führung, braucht es, dass es in den amerikanischen Vorschlägen keine Punkte gibt, die die ukrainische Souveränität erniedrigen. Denn wenn wir akzeptieren, was unsere Souveränität erniedrigt, wird uns niemand helfen. Es gibt keine Zeitvergeudung, weil es keine Chance gibt, dass die Russen etwas Ähnlichem zustimmen. Das ist doch ganz einfach.

Sie haben gesagt, dass ihnen der amerikanische Plan als Grundlage gefällt. Dann werden sie sagen, dass er sich unter dem Druck der Ukrainer und Europäer verändert hat. Und dass ihnen das nicht gefällt. Auf Wiedersehen. Damit ist die ganze Geschichte zu Ende.

Verknüpfen Sie diesen Plan nicht mit einem Kriegsende. Wie ich Ihnen bereits zum 155. Mal wiederhole, gibt es keinerlei Voraussetzungen für ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges in absehbarer Zukunft. Es gibt sie nicht. Es gibt sie einfach nicht. Aber sie werden in dem Moment entstehen, in dem das wirtschaftliche und demografische Potenzial der Russischen Föderation ihr nicht mehr erlaubt, diesen Krieg fortzusetzen. In welchem Jahr oder Monat das geschieht, weiß niemand. Das ist die einzige Voraussetzung. Deshalb beeile ich mich nicht mit Prognosen, weil ich hoffe, dass ihre Wirtschaft nicht im Jahr 2035, sondern schon 2025 zusammenbricht. Aber vielleicht kommt es auch anders. Das ist Wirtschaft.

Frage. Ist es realistisch, dass die Russen diesen Friedensplan befürworten könnten?

Portnikov. Nein, die Russen haben in absehbarer Zeit keinerlei Wunsch, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden. Sie hoffen, dass sie die Ukrainer „einfrieren“, sie in die Knie zwingen und zur Kapitulation zu den Bedingungen zwingen können, die der Präsident der Russischen Föderation diktieren wird. Danach wird die Mehrheit der Ukrainer vertrieben, ein Teil vernichtet. Das ist ihr realer Plan. Andere Pläne interessieren sie nicht. 

Aufhalten kann sie nur die wirtschaftliche Verarmung der Russischen Föderation. Andernfalls wird der Krieg weitergehen und im Falle eines russischen Sieges wird all das verwirklicht. Und Sie werden das nicht mehr sehen, weil man Sie töten wird. Das ist die Perspektive. Andere gibt es nicht. Also kämpfen wir dafür, dass die Amerikaner und Europäer stärker Druck auf Russland ausüben, dass die russische Wirtschaft degradiert und russische Eltern nicht wissen, wie sie ihre Kinder ernähren sollen. Das sind die Mittel gegen den Krieg.

Frage. Sie sagten, dass Zelensky bis zum Ende des Krieges im Amt des Präsidenten bleiben müsse. Aber ist unsere Niederlage nicht programmiert, wenn man diese Person nicht zugunsten einer Einheitsregierung absetzt?

Portnikov. Zelensky ist der legitime Präsident der Ukraine, und es gibt keinen anderen legitimen Präsidenten der Ukraine, denn Zelensky ist der einzige Mensch, der die Pflichten des Präsidenten auf Grundlage eines gesamtgesellschaftlichen Mandats ausüben kann. Ob Sie Zelensky mögen oder nicht, ob ich Zelensky mag oder nicht – es gibt keinen anderen legitimen Präsidenten der Ukraine. Und bis zu Wahlen, die vielleicht noch lange nicht stattfinden, weil es keinerlei Voraussetzungen für ein Kriegsende gibt, bleibt das so. 

Wenn bei der ukrainischen politischen Elite und in der ukrainischen Gesellschaft das Verständnis für eine Regierung der nationalen Einheit reift, bedeutet das keineswegs, dass Zelensky zurücktreten muss. Es bedeutet, dass er seine Pflichten im Rahmen der ukrainischen Verfassung tatsächlich erfüllen muss und dass die Regierung ihre Pflichten im Rahmen der Verfassung erfüllt. Was ist das Problem? Es gibt kein Problem. Die Tatsache, dass Volodymyr Zelensky Präsident der Ukraine bleibt, hat keinen Einfluss auf eine solche Konstellation.

Außerdem möchte ich diejenigen von Ihnen fragen, die sagen, Zelensky müsse zurücktreten: Was soll nach einem Rücktritt Zelenskys passieren? Wenn Zelensky gemäß der ukrainischen Verfassung das Präsidentenamt verlässt, wird der Vorsitzende der Werchowna Rada der Ukraine bis zu den Präsidentschaftswahlen amtierender Präsident. Das ist derzeit Ruslan Stefantschuk, Vertreter der Partei „Diener des Volkes“, die im Parlament eine klare Mehrheit hat – so haben die Ukrainer entschieden – und die diese Mehrheit auch weiterhin haben wird, weil es in absehbarer Zeit keine Parlamentswahlen geben wird, da es keine Voraussetzungen für ein Kriegsende gibt.

Stellen wir uns vor, die Werchowna Rada entscheidet, einen anderen Parlamentspräsidenten zu wählen – er wird trotzdem ein Vertreter der Partei „Diener des Volkes“ sein. Gerade diese politische Kraft wird das entscheiden. Ob Zelensky zurücktritt oder nicht – die Frage, wer die Pflichten des Präsidenten ausübt, wird von der Partei „Diener des Volkes“ entschieden werden, deren Vorsitzender Zelensky ist. Was bilden Sie sich da ein? Es gibt keinerlei Chancen auf einen Machtwechsel bis zum Ende des Krieges. Vergessen Sie das.

Die einzige Chance ist, wie ich schon sagte, die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit und die Bereitschaft der Regierungspartei, Befugnisse mit anderen demokratischen Kräften zu teilen. Aber trotzdem wird die Mehrheit bei den „Dienern“ bleiben. So hat es das ukrainische Volk entschieden. Das ist sein Kreuz bis zum Ende des Krieges. Es muss es tragen. Ein schweres Kreuz. Ja, es können unvorhergesehene Folgen eintreten, aber die Menschen müssen für ihre Entscheidung mit ihrem eigenen Schicksal einstehen. Das ist richtig. Das ist gerecht. Alles andere ist ungerecht.

Frage. Sehen Sie noch eine Bedeutung der Vereinigten Staaten bei der Regelung des Krieges, außer der Bereitstellung von Geheimdienstinformationen? Wenn man das ausklammert – wozu brauchen wir Amerika dann überhaupt noch?

Portnikov. Das ist eine sehr gute Frage. Und ich muss sagen, dass sie nicht so einfach ist. Die Vereinigten Staaten liefern uns nicht nur Geheimdienstinformationen, sie tun in diesem Krieg viel mehr. Unsere Infrastruktur wird zum Beispiel durch Patriot-Systeme geschützt. Neue Patriots können uns ohne Zustimmung der Vereinigten Staaten nicht geliefert werden. Die Patriots, die bei uns im Einsatz sind, werden auch durch amerikanische Ersatzteile, amerikanische Hilfe und so weiter instand gehalten. 

Wir haben HIMARS, für die ebenfalls Munition gebraucht wird. Wenn wir diese Munition nicht haben, genauso wie keine Raketen für Patriot, hört das alles einfach auf zu funktionieren. 

Wenn die Vereinigten Staaten beschließen, dass Starlink uns keine Dienste mehr leisten soll, und die Firma Elon Musks zu einem entsprechenden Schritt verpflichtet wird, bleiben Armee und Land ohne Satellitenverbindung. Das alles sind völlig offensichtliche Dinge. 

Wenn die Briten uns Storm-Shadow-Raketen liefern, holen sie – wie Sie verstehen – dafür die Erlaubnis der Amerikaner ein, weil die Amerikaner an diesen Raketen beteiligt sind. 

Seien Sie keine Kinder. Wenn die Vereinigten Staaten es wollen, können sie selbst dann, wenn sie uns nicht direkt helfen, sondern Waffen an die Europäer verkaufen, unser militärisches Potenzial ernsthaft schwächen – nicht nur über Geheimdienstinformationen.

Außerdem wollen sich die Europäer nicht mit den Vereinigten Staaten überwerfen, denn für sie sind die Vereinigten Staaten Garant ihrer eigenen Sicherheit. Und sie versuchen alles, um zumindest bis zur Neuaufstellung ihrer eigenen Rüstungsindustrie und Armeen in den europäischen Ländern die euroatlantische Solidarität zu bewahren, weil die Europäer sich daran erinnern, dass sie an die größte Nuklearmacht der Gegenwart grenzen – die Russische Föderation. Wir können vergessen, mit wem wir Krieg führen, aber sie wissen sehr genau, wer ihr Nachbar ist.

Frage. Gestern sagten Sie, dass alle normalen Menschen in Erwartung des Friedens leben und deshalb an die Möglichkeit eines Waffenstillstands glauben. Und davor sagten Sie im Gegenteil, dass das Unreife und Unrealismus sei. Wo liegt denn die Wahrheit?

Portnikov. Warum widerspricht die eine These der anderen? Ein normaler Mensch will immer Frieden und glaubt an die Möglichkeit des Friedens. Aber das ist Unreife und kein Realismus. Was ist daran unverständlich? Das ist ein Instinkt. Ein Mensch kann an alles Mögliche glauben, aber gleichzeitig mit kühlem Verstand begreifen, dass sein Schicksal der Krieg ist. Und gerade solche Menschen, die verstehen, dass ihr Schicksal der Krieg ist und dass Frieden derzeit etwas Unerreichbares ist, sind die, die in einem jahrelangen, endlosen, aus Sicht eines Kriegsendes aussichtslosen Krieg überleben. Darin sehe ich keinen besonderen Widerspruch. Ich sage Ihnen nur: Wenn ein Mensch – jeder Mensch – nach Frieden strebt, ist er bereit, an jede Information zu glauben, die ihn diesem Frieden näherbringt.

Übrigens – glauben Sie mir –, die überwältigende Mehrheit der Ukrainer, die sagen: „Ach, wenn Zelensky alles unterschreiben würde, was auch immer, Hauptsache es wäre vorbei“, versteht zwei Dinge nicht. Erstens haben sie das, was sie wollen, dass Zelensky unterschreibt, nicht gelesen – Zelensky hat es aber gelesen. Und zweitens verstehen sie nicht, dass Putin ohnehin nichts unterschreiben wird. Nichts unterschreiben wird. Zumindest nicht in der aktuellen Phase.

Frage. Warum reden die Russen ständig von irgendwelchen Vereinbarungen in Alaska – über die es keine offiziellen Stellungnahmen gab? Ist das eine Diskreditierung Trumps?

Portnikov. Natürlich lügen sie. Sie haben doch mit eigenen Augen gesehen, was in Alaska passiert ist. Sie sind rausgekommen, Trump sagte, es gebe keine Vereinbarungen, und ging. Es gab nicht einmal ein gemeinsames Essen der Delegationen. Putin hat eine historische Vorlesung gehalten und ist ebenfalls gegangen, ohne irgendeine Vereinbarung zu erwähnen. Ja, Trump vollzog im Flugzeug, also buchstäblich in der Luft, eine komplette Kehrtwende – und fing an zu erzählen, was für ein erfolgreicher Gipfel das gewesen sei. Aber es gab keine Vereinbarungen. Ich belüge Sie doch nicht. Habe ich Sie jemals belogen? Ich bin ja nicht Putin.

Frage. Könnten Sie die Situation nicht zwei Schritte im Voraus prognostizieren? Die Amerikaner unterstützen den aktualisierten Plan. Den Russen sind diese Vorschläge völlig egal. Was wird als Nächstes passieren?

Portnikov. Krieg. Es wird Krieg geben. Die Russen werden Waffen anhäufen, um die ukrainische Energieversorgung zu zerstören. Die Ukrainer werden Kräfte sammeln, um die russische Ölverarbeitung zu zerstören und Schläge gegen die russische Energie zu führen. Die Amerikaner werden neue Sanktionen gegen Russland verhängen, weil Trump auf Putin beleidigt sein wird, weil er den von ihm „gebilligten“ Plan nicht angenommen hat. Kirill Dmitrijew wird in Washington versuchen, Steve Witkoff zu überzeugen, dass Putin einen neuen guten Friedensplan habe und dass wir vielleicht in einem halben Jahr zu neuen Lösungen kommen werden. Das ist alles. Es wird sich fortsetzen, was sich in den vergangenen vier Jahren fortgesetzt hat. Und das kann sich immer weiter fortsetzen.

Das Einzige – ich wiederhole es –, ich halte es für möglich, dass diese Sanktionen, hören Sie mir gut zu, die jetzt von Trump gegen Rosneft und Lukoil verhängt wurden und noch verhängt werden könnten, sich so stark auf das wirtschaftliche Potenzial der Russischen Föderation auswirken, dass Putin tatsächlich einen Waffenstillstand wollen wird. Wenn das geschieht, wird Putin keine Vermittlungsbedingungen Trumps brauchen. Russen und Ukrainer werden sich über einen Waffenstillstand selbst einigen. Aber verstehen Sie: Der Trump-Plan selbst hat weder Sinn noch Zweck, und darin haben die Europäer recht. Man muss beginnen – egal was Putin und seine Propagandisten erzählen und was Xi Jinping sich ausdenkt – beim Waffenstillstand, und nicht bei der Beseitigung der Ursachen des Konflikts. So enden Kriege. Zuerst wird das Feuer eingestellt, weil die Menschen nicht weiterkämpfen wollen, und dann spricht man am Verhandlungstisch über irgendwelche Ursachen des Konflikts. Anders geht es nicht. Es geht nicht anders.

Frage. Was glauben Sie, was passiert, wenn Russland den Plan ablehnt? Wie wird Trump sich verhalten?

Portnikov. Das hängt davon ab, wen er für das Scheitern verantwortlich macht – die Ukrainer, die zu unrealistische Bedingungen gestellt haben, oder die Russen, die nicht bereit waren, die gemeinsam von Amerikanern und Ukrainern abgestimmten Bedingungen zu akzeptieren. Wenn er die Russen beschuldigt, wird er die Sanktionen verschärfen. Das ist alles.

Frage. Wozu hat man das Abkommen über die Mineralien unterschrieben? Ist das jetzt schon nicht mehr aktuell?

Portnikov. Das Abkommen über die Mineralien wurde unterschrieben und bereits wieder vergessen. Damals ging Trump davon aus, dass er uns auf diese Weise ausplündern kann, wobei unklar ist, auf welcher Basis, denn niemand weiß, was sich in diesen ukrainischen Bodenschätzen tatsächlich befindet. Deshalb ist auch das ein großer Bluff, den dieser selbe Mann erfunden hat, der jetzt die Idee von fünfprozentigen Sanktionen gegen Staaten, die mit Russland Handel treiben, ausdenkt – Lindsey Graham. Er riet Zelensky, Trump mit etwas „Realem“ zu ködern, mit etwas Realem aus Sicht Trumps. So entstand die Idee der Mineralien. Niemand weiß, ob sie vorhanden sind und ob man sie fördern kann. Ein großer Teil der Vorkommen soll sich auf besetzten Gebieten befinden. Darauf kann man sich immer berufen und sagen: „Sehen Sie, es gibt nichts, alles ist dort.“ Das war also ein Bluff unserer Seite, um Trump zu interessieren. Und Trump hat diesen Köder tatsächlich geschluckt.

Aber warum? Nicht weil er nicht versteht, dass da eigentlich nichts ist, sondern weil er damals glaubte, dass er, falls er die Ukraine finanziell unterstützen muss, seine eigene Basis hintergehen müsse – die Basis, die ihn früher oder später fragen würde: „Warum hilfst du überhaupt anderen Ländern, wenn du versprochen hattest, das nicht zu tun? Warum kümmerst du dich überhaupt um das alles, Trump?“ „Na wie – warum? Weil ich ihnen nicht Milliarden gebe, ich gebe ihnen nur Geld, das wir später wieder zurückholen. Hunderte Milliarden, Billionen.“ Sobald er aber verstanden hatte, dass er der Ukraine kein Geld geben müsste, hat er das sofort vergessen, weil es von Anfang an keine Bedeutung hatte. Gar keine, verstehen Sie, gar keine.

Als damals die Hysterie herrschte: „Oh, Zelensky hat sich im Oval Office nicht richtig verhalten, Trump ist beleidigt, jetzt wird er das Mineralienabkommen nicht unterschreiben“ – nun, er hat es unterschrieben. Niemand erinnert sich daran. Nicht einmal Trump. Wenn Sie ihn fragen: „Und was ist mit dem Mineralienabkommen?“ – er erinnert sich nicht.

Frage. Kann es nicht zufällig anders kommen, als wir denken, und irgendetwas Putin stoppen?

Portnikov. Zufällig kann alles Mögliche passieren. Zufällig kann Putin durch den Kreml gehen, ein Ziegelstein fällt auf ihn, dann noch einer, er stürzt, man wählt Medwedew zum Präsidenten und der drückt auf den roten Knopf und von Washington bleibt nur eine Erinnerung. So etwas kann zufällig passieren, aber im Allgemeinen gibt es in der Politik, wenn man es ernst meint, keine Zufälle. In der Politik gibt es Gesetzmäßigkeiten.

Die Gesetzmäßigkeit ist ziemlich einfach. Sie besteht darin, dass wir das wirtschaftliche Potenzial der Russischen Föderation nicht genau kennen. Wir lesen im Kaffeesatz, wenn wir ehrlich sind. Vielleicht hat Russland genügend Kraft, noch zehn Jahre zu kämpfen und nicht nur die Ukraine, sondern auch andere Staaten durch Erschöpfung von der Landkarte zu tilgen. Vielleicht wird es aber bereits in ein paar Monaten sagen: „Schluss, Schluss, Schluss, wir wollen eine konstruktive Lösung.“ Wenn wir das Potenzial der russischen Wirtschaft genau einschätzen und verstehen könnten, wie lange es reicht – sechs Monate oder sechs Jahre –, dann könnten wir über etwas konkret sprechen.

Das Hauptproblem all unserer Diskussionen besteht darin, dass wir zwar verstehen, dass Russland so lange kämpfen wird, wie es Kräfte hat, wir aber nicht wissen, wie viele Kräfte es sind. Und darin liegt das Hauptproblem dessen, was wir besprechen. Und auch mein Hauptproblem, denn wenn ich das genau wüsste, würde ich Ihnen klar das Jahr oder wenigstens das Jahrzehnt nennen, in dem das enden wird. Da ich das nicht weiß, Sie es nicht wissen und niemand es weiß, können wir nur Vermutungen anstellen.

Aber die Frage ist ja nicht, ob wir Vermutungen anstellen oder nicht. Die Frage ist, dass wir verstehen, was in Richtung der Erschöpfung Russlands zu tun ist. Sanktionen, Angriffe auf die Ölverarbeitung, Angriffe auf Infrastrukturobjekte, das Hineinstoßen Russlands in eine wirtschaftliche Sackgasse, aus der es sich jahrelang nicht erholen kann. Jahrelang. Und je schneller das geschieht, desto besser für die Russen selbst. Dann sterben weniger Menschen, das russische Volk hat eine Chance, irgendwie zu überleben, und es gibt weniger Möglichkeiten, andere zu töten. Ich denke zwar, dass sie das überhaupt nicht interessiert – ob weniger oder nicht –, aber dennoch. Denken wir also in diese Richtung.

Trumps Sanktionen gegen Rosneft und Lukoil sind ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn der Kongress das Gesetz zu sekundären Sanktionen gegen russische Sponsoren verabschiedet, ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn Trump irgendwann beginnt, uns nicht nur amerikanische Waffen für europäisches Geld zu verkaufen, sondern selbst Geld und Waffen zur Verfügung stellt – ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Gehen wir also in die richtige Richtung.

Übrigens sind auch die gestrigen Verhandlungen in Genf Schritte in die richtige Richtung.


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Titel des Originals: Зміни в мирному плані: деталі | Віталій Портников. 24.11.2025.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 24.11.2025.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Verhandlungen zwischen den USA und Russland in Abu Dhabi: Details | Vitaly Portnikov. 25.11.2025.

Der US-Heeresminister Dan Driscoll traf sich in Abu Dhabi mit Vertretern der Russischen Föderation, um den sogenannten Friedensplan der Regierung von Donald Trump zu besprechen.

Zur Erinnerung: Driscoll, der als einer der engen Verbündeten des US-Vizepräsidenten J. D. Vance gilt, hatte sich zuvor in Kyiv mit dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky getroffen, um über jenen Friedensplan zu beraten, der offenbar vom US-Sonderbeauftragten Steve Witkoff in Zusammenarbeit mit dem Schwiegersohn des Präsidenten, Jared Kushner, während der Konsultationen mit dem Sonderbeauftragten des russischen Präsidenten, Kirill Dmitrijew, ausgearbeitet wurde.

Deshalb glauben viele, dass es sich weniger um einen amerikanischen Friedensplan handelt, sondern vielmehr um Vorschläge der Regierung der Russischen Föderation, deren Hauptziel es ist, US-Sanktionen gegen Russland zu verhindern.

Danach nahm Driscoll an den Verhandlungen in Genf teil, die von US-Außenminister Marco Rubio geleitet wurden. Und nun – wie wir sehen – ist es nicht Rubio und auch nicht Witkoff, der ebenfalls Teilnehmer dieses Verhandlungsprozesses in der Schweiz war, sondern Driscoll, der sich mit den russischen Vertretern trifft.

Allerdings hat sich der von der Trump-Regierung vorgeschlagene Plan nach den Genfer Gesprächen erheblich verändert. Vertreter der US-Regierung betonen nun, man sei bereit, den Plan weiter für Diskussionen zu öffnen – unter anderem bei einem Treffen zwischen dem ukrainischen Präsidenten Zelensky und dem US-Präsidenten Donald Trump. Doch wann ein solches Treffen stattfinden könnte, weiß derzeit niemand.

Es stellt sich also die Frage: Welchen Plan hat Driscoll überhaupt mit den russischen Vertretern besprochen? Den ursprünglichen Plan, den Witkoff und Kushner in enger Zusammenarbeit mit Putins Vertreter erstellt hatten – oder den Plan, der nach der Reaktion der ukrainischen Seite bereits geändert wurde?

Ebenfalls bemerkenswert ist, dass der Kreml nicht vom „Friedensplan Trumps“ spricht, sondern von einem Entwurf des Friedensplans, der angeblich der russischen Seite übermittelt worden sei. Dies sagte Putins Pressesprecher Dmitri Peskow. Seine Worte unterscheiden sich von der früheren Position des Kremls, als Peskow – und zuvor die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa – betont hatten, dass man nichts von einem Friedensplan wisse, der in den US-Medien veröffentlicht worden war und für die Trump-Regierung zu einem politischen Skandal wurde.

Peskow sagte, der Plan entspreche dem „Geist von Anchorage“, obwohl völlig unklar ist, was damit gemeint ist, wenn man bedenkt, dass das Treffen zwischen Trump und Putin in Alaska mit einem völligen Fiasko endete – und Trump selbst bei einem kurzen Gespräch mit Journalisten betonte, dass keinerlei Einigungen erzielt worden seien.

Juri Uschakow, ein Berater des russischen Präsidenten, behauptet weiterhin, dass Russland bereit sei, den sogenannten Friedensplan der Trump-Regierung als Grundlage für weitere Verhandlungen zu betrachten. Gleichzeitig lehnt Russland jedoch strikt den Plan ab, der von den Europäern vorgelegt wurde, da er nicht der Sichtweise der russischen Seite entspricht.

Damit beobachten wir dieselbe Taktik, der Putin stets gegenüber Donald Trump folgte:

Die Russen lehnen die Vorschläge des US-Präsidenten nicht ab, betonen, dass Trump angeblich entschlossen sei, den Krieg zu beenden – bieten aber keine konkreten Lösungen an, außer jenen Maximalforderungen, die der Kreml für unverzichtbar hält. So schaffen sie in erster Linie Voraussetzungen für Zeitgewinn, um die militärischen Operationen und Angriffe auf die Ukraine fortzusetzen.

Ein eindeutiger Beleg dafür ist die Tatsache, dass Russland genau zu dem Zeitpunkt, an dem US-Vertreter Konsultationen mit ukrainischen und russischen Delegationen führten, einen weiteren massiven Angriff auf die ukrainische Infrastruktur durchführte, unter Einsatz einer großen Zahl von Raketen und Drohnen – mit Kyjiw als Hauptziel.

Dies zeigt erneut, dass der russische Präsident Wladimir Putin keinerlei reale Absicht hat, den Krieg zu beenden, solange das zentrale Ziel seines Krieges – die Zerstörung des ukrainischen Staates – nicht erreicht ist.

Doch die Frage stellt sich, ob Putin angesichts neuer, von Trump verhängter Sanktionen überhaupt noch die Ressourcen hat, seine Ambitionen weiterzuführen – und ob er nicht besser den Krieg vorübergehend pausieren sollte, um Kräfte für neue Angriffe zu sammeln, sowohl gegen die Ukraine als auch möglicherweise gegen europäische Staaten.

In einem solchen Szenario erscheint es für Putin nützlicher, auf Vorschläge Trumps zu hören. Aber: Auf welche genau? Wir sehen nicht nur eine Konkurrenz mehrerer Friedenspläne, sondern auch erhebliche Veränderungen in der amerikanischen Position selbst.

Zudem beobachten wir, dass die offensichtliche Bereitschaft der Trump-Administration, faktisch eine Kapitulation vor Russland in Betracht zu ziehen, auf massive Kritik in den USA stößt – und zwar sowohl von republikanischen als auch demokratischen Senatoren und Kongressabgeordneten.

Sogar der US-Vizepräsident J. D. Vance, der als Koordinator dieser Phase des Friedensprozesses gilt, gerät in öffentliche Auseinandersetzungen mit republikanischen Abgeordneten – und zeigt Überraschung darüber, dass die Frage des Kriegsendes in der Ukraine die Senatoren offenbar mehr beschäftigt als innenpolitische Probleme der USA.

Doch diese gereizte Reaktion von Vance – der angesichts der Konfrontation mit Republikanern möglicherweise vergisst, dass er selbst Präsidentschaftskandidat werden will – beweist, dass die Trump-Administration keinen echten Kapitulationsprozess durchsetzen kann.

Jeder Weg zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges muss die Position der Ukraine und ihrer europäischen Verbündeten berücksichtigen.

Die Tatsache, dass diese Position im US-Establishment breit unterstützt wird, lässt der Trump-Regierung nur sehr wenig Spielraum – selbst bei Gesprächen mit russischen Vertretern, mit denen Dan Driscoll nun weiter verhandelt.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Перемовини США і Росії в Абу-Дабі: деталі | Віталій Портников. 25.11.2025.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 25.11.2025.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Ein neuer Friedensplan oder ein alter Plan der Demütigung. Vitaly Portnikov. 23.11.2025.

https://vilni-media.com/2025/11/23/novyj-plan-myru-chy-staryj-plan-prynyzhennia/

Nicht nur das Schicksal, sondern auch der endgültige Inhalt des neuen „Friedensplans“ des amerikanischen Präsidenten Donald Trump bleiben ungewiss. Die Verhandlungen der amerikanischen Vertreter mit der ukrainischen Delegation und den Europäern beginnen erst. Es scheint, dass dieser Plan für den ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky und sein Büro eine echte Überraschung war – obwohl man in Washington behauptete, den Inhalt der Vorschläge mit den Ukrainern besprochen zu haben. Doch der einzige Ausländer, mit dem Steve Witkoff, der Vertreter von Präsident Trump, in der Vorbereitungsphase des Plans sprechen konnte, war der russische Sonderbeauftragte Kirill Dmitrijew.

Allerdings wurde Dmitrijew nach Washington geschickt, nicht um mit Witkoff an Friedensplänen zu arbeiten, sondern um die Aufhebung oder zumindest die Verschiebung von Sanktionen gegen die größten russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil zu erreichen. Diese Aufgabe erfüllte Dmitrijew jedoch nicht. Trump implementierte nicht nur die Sanktionen, sondern versprach sogar neue, härtere Sanktionen. Doch im Weißen Haus nahm man Dmitrijews Plan positiv auf und beschloss, damit weiterzuarbeiten. Wie schon in früheren Kontakten Witkoffs mit den Russen glaubte der Sonderbeauftragte von Präsident Trump fälschlicherweise, Putin sei fest entschlossen, den Krieg zu beenden, da er Angst vor US-Sanktionen habe. Nicht zufällig fiel die Veröffentlichung des US-Plans in den Medien zeitlich praktisch mit dem Tag der endgültigen Umsetzung der Sanktionen gegen Rosneft und Lukoil zusammen. Die Idee war wohl: Putin wird uns um Aufhebung der Sanktionen im Austausch für ein Kriegsende bitten, und wir bieten ihm „bequeme“ Friedensbedingungen an, die Trump längst vorgeschlagen hatte – mitsamt ukrainischer Zustimmung. Voilà!

Am Ende standen beide Präsidenten – der russische und der amerikanische – als Narren da. Putin blieb auf Sanktionen sitzen, die ihm ernsthafte Haushaltsverluste bescheren. Und Trump blieb ohne Putins Bereitschaft, den Krieg für die Aufhebung der Sanktionen zu beenden. Für den US-Präsidenten ergibt es nun keinen Sinn mehr, die Ukraine zu überreden, demütigende Friedensbedingungen zu akzeptieren, die in Wahrheit eher Kapitulationsbedingungen ähneln. Stellen wir uns vor, Trump hätte Zelensky „geknackt“ und gezwungen, Bedingungen zu akzeptieren, die von der Mehrheit der Ukrainer nicht akzeptiert würden und deren rechtliche Ausgestaltung völlig unklar ist. Und Putin hätte – wie vorhersehbar – die amerikanisch-ukrainische Vereinbarung nicht akzeptiert.

Doch auch Zelensky befindet sich in einer schwierigen Lage. Für den ukrainischen Präsidenten ist es wichtig, weder den amerikanischen – oder besser gesagt: den russischen – Bedingungen zuzustimmen, die die ukrainische Souveränität infrage stellen und eine Wiederholung der Aggression nicht ausschließen, noch sich mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten zu überwerfen und riskieren, keine nachrichtendienstlichen Informationen und keine Militärhilfe mehr zu erhalten. Deshalb werden sich die nächsten Tage vor allem der Lösung dieser schwierigen Aufgabe widmen. Doch Zelensky kann beruhigt sein, denn er ist in diesem Labyrinth nicht allein.

Schaut man realistisch auf die Dinge, erkennt man: Wir haben es nicht mit einem Plan von Trump, sondern mit einem Plan für Trump zu tun. Steve Witkoff verfasste dieses unprofessionelle Dokument, um Trump seine Effizienz zu beweisen – umso wichtiger angesichts des möglichen Zusammenbruchs des Friedensprozesses im Nahen Osten. Marco Rubio versucht, im Prozess zu bleiben, um sich die Gunst des Präsidenten zu sichern. Gleiches gilt für Vizepräsident J. D. Vance, der kaum verbirgt, dass er sich als Trumps Nachfolger sieht und dem Präsidenten seine eigene „Effektivität“ demonstrieren will: die Aufmerksamkeit von den „Epstein-Files“ abzulenken und einen lauten Sieg im Stil des „Trump-Friedensstifters“ zu präsentieren. Doch sowohl Vance als auch Witkoff haben buchstäblich keine Ahnung, was sie tun, und Rubio versteht sehr gut, dass mit diesem Ansatz gar nichts funktionieren kann – doch er kann dies weder offen zeigen noch aussprechen, um nicht Trumps Zorn zu provozieren. Denn dem US-Präsidenten geht es nicht nur um Frieden in der Ukraine, sondern auch um den Nobelpreis, der nach seiner Rückkehr ins Oval Office aus unerklärlichen Gründen zu einer fixen Idee geworden ist.

Heißt das also, dass Frieden in der Ukraine auf absehbare Zeit überhaupt nicht erreichbar ist? Nein, das heißt es nicht. Die Degradation des energetischen und wirtschaftlichen Potenzials Russlands wird früher oder später ein Ende seiner Möglichkeiten, den Krieg fortzuführen, erzwingen – und hier können sowohl westliche Sanktionen als auch ukrainische Angriffe auf russische Energie-Infrastruktur eine Rolle spielen. Doch Friedenspläne, die die Ukraine demütigen und Russland für seine brutale und grundlose Aggression belohnen, werden Putin nur dazu motivieren, den Krieg fortzusetzen.


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Titel des Originals: Новий план миру чи старий план приниження. 23.11.2025.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 23.11.2025.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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EU-Gipfel zur Ukraine: Details | Vitaly Portnikov. 24.11.2025.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union haben einen Dringlichkeitsgipfel abgehalten, der der Frage gewidmet war, wie Frieden in der Ukraine erreicht werden kann. Die Außergewöhnlichkeit dieses Treffens zeigt sich bereits am Ort seiner Durchführung: Der Gipfel fand in der Hauptstadt Angolas, Luanda, statt, da zu derselben Zeit der EU-Afrika-Gipfel geplant war. Für die Gespräche mit den afrikanischen Staatschefs waren zahlreiche europäische Regierungschefs sowie die Präsidentin der Europäischen Kommission und der Präsident des Europäischen Rates nach Angola gereist.

Doch es musste nicht nur über Afrika gesprochen werden, sondern auch über den russisch-ukrainischen Krieg. Ein Teil des EU-Afrika-Gipfels war dem Plan gewidmet, der zuvor in Genf zwischen den Vertretern der Ukraine, der USA und europäischen Institutionen diskutiert worden war.

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder, die nicht in Luanda waren, nahmen online an dem Gipfel teil. Im Anschluss erklärte der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, es habe bedeutende Fortschritte und neuen Schwung in den Gesprächen gegeben. Gemeint waren offenbar weniger reale Verhandlungen über ein Kriegsende als vielmehr der politische Dialog, der zurzeit zwischen den USA, der Ukraine und Europa stattfindet.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, sprach von der Notwendigkeit, die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine zu respektieren, und betonte, dass allein die Ukraine darüber entscheiden könne, wie groß ihre Streitkräfte sein müssen. Das entspricht der Haltung der Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten, die den US-Entwurf zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges als Dokument betrachten, das die Souveränität der Ukraine gefährdet und den brutalen Aggressor für seinen Angriff auf ein Nachbarland belohnt.

Doch die europäischen Staats- und Regierungschefs wollen diesen Entwurf selbstverständlich nicht derart kommentieren, dass der amerikanische Präsident Donald Trump verärgert wird – insbesondere da überdeutlich wurde, dass Trump von den Details des Plans nichts wusste, bevor er öffentlich wurde. Als klar wurde, dass die Hauptpunkte dieses Papiers nicht nur in Kyiv und europäischen Hauptstädten, sondern sogar in Washington Empörung hervorriefen – dort äußerten sich zahlreiche führende Senatoren und Abgeordnete beider Parteien –, sprachen viele offen davon, es handle sich um einen Kapitulationsplan für die Ukraine. Zudem warnte man, diese Strategie beschädige das internationale Ansehen der USA und wirke eher wie ein Zeichen amerikanischer Schwäche als von Stärke.

Für die europäischen Staats- und Regierungschefs geht es jetzt vor allem darum, aus der unklaren Lage herauszukommen, die nach Veröffentlichung des Plans entstanden ist. Einerseits wollen sie jede Versuche zurückweisen, der Ukraine russische Kapitulationsbedingungen aufzuzwingen – denn der Kreml stellt Kyiv klar vor die Wahl: Kapitulation militärisch oder kapitulieren politisch. Andererseits wollen sie das Ansehen des US-Präsidenten retten – damit Trump nicht merkt, dass jeder gemerkt hat, dass er bereit gewesen wäre, vor Putin zu kapitulieren, ohne die Bedingungen zu kennen.

Die Lage ist natürlich katastrophal. Doch von der Europäischen Union wird nicht nur erwartet, ein Gegenkonzept zu den Vorschlägen des US-Sonderbeauftragten Steve Witkoff und von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner vorzulegen – Vorschläge, die nach deren Treffen mit dem Sondervertreter des russischen Präsidenten, Kirill Dmitrijew, entstandene wurden –, sondern auch konkrete Maßnahmen zur weiteren Unterstützung der Ukraine im laufenden Krieg.

Ursula von der Leyen betonte, dass auf diesem Hintergrund die Diskussion über sogenannte Reparationskredite für die Ukraine weitergehe – Kredite, die dem ukrainischen Staat helfen könnten, einen Haushalt aufzustellen und die Streitkräfte im Kampf gegen die russische Aggression zu unterstützen. Dies unabhängig von allen „Friedensverhandlungen“, die in Wirklichkeit nur scheinbar stattfinden.

Das ist ein zentraler Punkt für das Verständnis der Lage, denn Wladimir Putin schickte Kirill Dmitrijew nach Washington nur, um die Einführung von Sanktionen zu stoppen – speziell gegen Rosneft und Lukoil, die sowohl Werkzeuge des russischen Krieges gegen die Ukraine als auch private Geldquellen Putins und seines mafiösen Umfelds sind. Ziel war es, die militärische und finanzielle Unterstützung der Ukraine zu unterbinden.

Und das könnte auch eines der Hauptziele des pseudodiplomatischen Friedensprozesses sein, den Putin dem Westen aufzudrängen versucht: Nicht den Krieg beenden, sondern einen Verhandlungsprozess starten, der die USA und die EU dazu bringt, die Unterstützung der Ukraine einzustellen.

Denn wozu noch Geld ausgeben, wenn der Krieg angeblich „bald vorbei“ ist? Und selbstverständlich könnte dieser Krieg nur mit einer militärischen Niederlage der Ukraine enden – und mit der Eingliederung des zerstörten Landes in die Russische Föderation.

Für manche im Umfeld Trumps, die schon von einer gemeinsamen Erschließung arktischer Ressourcen mit dem Putin-Regime träumen, mag das nicht schockierend wirken – wir sehen ja bereits Vertreter dieser neuen US-Elite, die keinerlei Verständnis für Werte oder Gewissen haben. Aber für die Europäer ist es ein absoluter Albtraum – denn der Vormarsch eines aggressiven und unberechenbaren Russlands bis an die Grenzen der zivilisierten Welt stellt die Frage, ob Europa seine eigene Sicherheit in dieser Nachbarschaft bewahren kann.

Deshalb diskutiert die EU in großer Eile, was zu tun ist – sowohl während der laufenden Debatte über den Friedensplan als auch angesichts dessen, was geschehen wird, wenn klar wird, dass dieser Plan erneut ein totgeborenes Dokument ist, das in der Praxis zu keiner Lösung des russisch-ukrainischen Krieges führen wird.

Damit der Krieg wirklich beendet werden kann – und damit die Ukrainer den Moment erleben, an dem die russische Wirtschaft unter dem Druck der Aggression zusammenbricht und die Bürger des Aggressorstaates keine andere Wahl mehr haben, als diese Politik aufzugeben –, braucht es echte Unterstützung der EU für die Ukraine und entschiedenen Widerstand gegen jeden Kapitulationsplan. Selbst dann, wenn einzelne Vertreter der Trump-Administration solche Pläne ernst nehmen und der US-Präsident selbst hofft, das Ergebnis werde wichtiger sein als die fragwürdigen Methoden, mit denen man im Weißen Haus derzeit versucht, dieses Ergebnis zu erreichen.


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Art der Quelle: [Artikel / Essay / Interview/ Social Media / Gedicht / Lied]
Titel des Originals: [Originaltitel, falls bekannt]
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 24.11.2025.
Originalsprache: ru
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Verhandlungen in Genf: das Wichtigste | Vitaly Portnikov. 24.11.2025.

Die Verhandlungen zwischen der amerikanischen und der ukrainischen Delegation in Genf über den sogenannten Friedensplan des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, sind zumindest ohne jeden Skandal zu Ende gegangen.

In einer gemeinsamen Erklärung, die nach diesen Gesprächen veröffentlicht wurde, bezeichnen beide Seiten die Verhandlungen als konstruktiv, konzentriert und von gegenseitigem Respekt geprägt.

Der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, betonte nach den Gesprächen, dass es Signale gebe, wonach die Amerikaner begonnen hätten, die ukrainischen Anmerkungen zu hören.

Damit besteht Hoffnung, dass ein großer Teil jener Punkte, die in Kyiv Besorgnis ausgelöst hatten, zumindest diskutiert werden kann. Und dies ist umso wichtiger, da sich nun auch europäische Staats- und Regierungschefs einschalten.

Der US-Außenminister Marco Rubio sagte nach den Gesprächen, er wisse nichts über einen alternativen europäischen Plan zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges. Das mag so sein, aber die Frage liegt nicht im europäischen Plan. Die Frage besteht paradoxerweise darin, dass die europäischen Führer den Präsidenten der Vereinigten Staaten über den Inhalt seiner eigenen Vorschläge aufklären müssen.

Das Wall Street Journal betont, dass Donald Trump höchstwahrscheinlich nicht über seinen eigenen Plan im Bilde sei und seine Mitarbeiter den Präsidenten lediglich darüber informieren würden, dass es bestimmte Vorschläge gebe, die zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges führen könnten. Und Donald Trump empfehle daraufhin, diese Arbeit fortzusetzen.

Und genau das müssen alle verstehen, die die amerikanische Politik beobachten. Der Präsident der Vereinigten Staaten liest nicht etwa die Dokumente, die auf seinem Schreibtisch landen. Wenn man es ganz genau nimmt, liest er sie überhaupt nicht. Und deshalb ist Trumps Wissen über den Inhalt der Vorschläge, die er selbst vertritt, gelinde gesagt begrenzt.

Und die europäischen Staats- und Regierungschefs treten, wenn sie mit dem US-Präsidenten sprechen, in die Rolle von Lehrern, die einem Schüler erklären, was er in einem Aufsatz geschrieben hat, den in Wirklichkeit seine Angehörigen wenige Minuten vor Schulbeginn verfasst haben.

Ja, es ist eine paradoxe Situation, aber wir werden ihr begegnen, bis Donald Trump seine paradoxe politische Karriere beendet. Vielleicht hat es in der Geschichte der Vereinigten Staaten niemals einen Präsidenten gegeben, der Dokumente nicht gelesen hat, die er anschließend verteidigt. Doch genau mit einem solchen erstaunlichen Experiment haben wir es jetzt zu tun – einem Experiment an den Vereinigten Staaten und an der Welt. Und die Folgen dieses Experiments sind bislang nicht absehbar.

Und das betrifft sowohl die Zukunft der USA als auch den russisch-ukrainischen Krieg. Deshalb sei erneut betont: Einen Trump-Plan gab es nie und wird es auch nie geben. Es handelt sich lediglich um eine Sammlung von Vorschlägen, die der Sonderbeauftragte des US-Präsidenten, Steve Witkoff, und der Schwiegersohn des US-Präsidenten, Jared Kushner, unter gewisser Beteiligung des US-Außenministers Marco Rubio vortrugen, über die Existenz dieser Vorschläge Trump informierten und später dasselbe Dokument dem Präsidenten der Ukraine, Volodymyr Zelensky, vorlegten.

Und ja, ein solches Dokument könnte eine Art Entwurf jener Vorschläge sein, die Steve Witkoff von Kirill Dmitrijew, dem Sonderbeauftragten des Präsidenten der Russischen Föderation, zugespielt erhielt – in der Hoffnung, damit die Einführung amerikanischer Sanktionen gegen die russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil zu verzögern.

Dabei bin ich absolut sicher, dass Dmitrijew seine Vorschläge nicht mit dem russischen Präsidenten Putin abgestimmt hat, denn sein Ziel war nicht die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges, sondern ausschließlich das Verzögern der Sanktionen. Und Dmitrijews Vorschläge hatten keinerlei Bezug zur tatsächlichen Haltung des Kremls zur Beendigung des Krieges.

Am Ende wurden sowohl die Sanktionen gegen die russischen Ölkonzerne eingeführt als auch der von Dmitrijew vorgeschlagene Plan überarbeitet.

Doch das Wichtigste ist, dass der Präsident der Russischen Föderation von Anfang an nicht die Absicht hatte, irgendeinem Plan zuzustimmen – selbst dann nicht, wenn er ihm von seinem eigenen Beauftragten vorgelegt wurde. Denn genauso wie der Präsident der Vereinigten Staaten könnte auch Putin gar nicht über die Details des Plans informiert gewesen sein, und er hatte Dmitrijew nie beauftragt, mit den Amerikanern über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu verhandeln – eines Krieges, den er seit dem 24. Februar 2022 keinen einzigen Tag zu beenden gedachte und dies auch gegenwärtig auf absehbare Zeit nicht beabsichtigt.

Dmitrijew hatte lediglich einen Auftrag: dafür zu sorgen, dass die Sanktionen nicht greifen. Witkoff hingegen hatte lediglich einen Auftrag von Trump: ihm einen Friedensplan vorzulegen, der für die russische Seite akzeptabel wäre.

Witkoff hielt Dmitrijews Dokument für eine Chance, dass ein Friedensplan von Putin gebilligt werden könnte. Wozu hätte Dmitrijew es sonst vorgeschlagen? Und mit diesem Papierchen reisten die amerikanischen Vertreter nach Kyiv zu Präsident Volodymyr Zelensky.

Nichts außer Wahnsinn und Inkompetenz findet sich in dieser ganzen Geschichte. Alle Beteiligten – Witkoff, Kushner, Dmitrijew – wirken wie völlige Dilettanten, nicht nur bei der Ausarbeitung von Friedensplänen, sondern sogar bei der Erfüllung der Aufgaben, die ihnen ihre Vorgesetzten gestellt hatten.

Putin brauchte die Aufhebung der Sanktionen. Dmitrijew scheiterte daran. Witkoff brauchte einen Plan, dem Putin zustimmen würde. Auch daran scheiterte er – denn es ging nicht um Druck auf Zelensky.

Es werden nur wenige Tage dieser Woche nötig sein, bis die ganze Geschichte mit dem Friedensplan damit endet, dass die Organisatoren dieses Abenteuers versuchen werden, alles daranzusetzen, damit man sie so schnell wie möglich vergisst.

Es sei denn natürlich, das Weiße Haus hält weitere Spekulationen über ein nicht existierendes Dokument und Putins unmögliche Zustimmung für wichtiger in der Medienlandschaft als die Fortsetzung der Diskussion über die sogenannten Epstein-Files.


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Titel des Originals: Перемовини у Женеві: головне | Віталій Портников. 24.11.2025.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 24.11.2025.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Krieg oder Frieden? Oleksiy Pavlyuk. 23.11.2025.

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Krieg oder Frieden? In Wirklichkeit haben wir eine solche Wahl derzeit nicht. Die Wahl lautet: Krieg, eine Pause im Krieg, Niederlage – und dementsprechend Genozid und Verlust der Unabhängigkeit. Und diese Pause im Krieg wird mit hoher Wahrscheinlichkeit schon nach wenigen Jahren zur Niederlage führen.

Eine Niederlage im Krieg würde bedeuten, dass die gesamte Intellektuelle Elite gefoltert und ermordet wird, alle Soldaten und ihre Familien, alle Nationalisten und Patrioten, alle Ingenieure, die Waffen entwickelt haben. Millionen werden emigrieren, Millionen werden nach Sibirien deportiert… Und in ihre Häuser werden Moskowiter einziehen. Ukrainische Kultur und Geschichte werden verboten.

Das wäre eine Katastrophe von nationalem Ausmaß.

Solange wir jedoch kämpfen, haben wir nicht verloren. Ja, wir ziehen uns langsam zurück, aber der Feind verliert dabei um ein Vielfaches mehr Menschen, Technik und Geld.

Was für ein dauerhafter Frieden kann überhaupt möglich sein, wenn „ein Vertrag mit Moskowien nicht einmal das Papier wert ist, auf dem er geschrieben steht“? Wer kann ihn garantieren? Die USA hängen von politischen Strömungswechseln im Inneren ab und haben einen Kurs auf Selbstisolierung eingeschlagen. Europa kann nur mit Geld helfen. China hat eigene Interessen auf der ganzen Welt. Wer ist bereit, etwas zu garantieren und der Ukraine mit großer militärisch-technischer Kraft zu Hilfe zu kommen? Niemand…

Können wir alle im Kampf für die Existenz unserer Nation und unseres Landes sterben? Ja, das können wir. Aber der Feind wird um ein Vielfaches mehr verlieren. Sind sie bereit, genauso viele Männer zu verlieren, wie die gesamte UdSSR im Zweiten Weltkrieg verlor? Ich glaube nicht.

Einmal sagte mein Kamerad, dass er lieber mit der Waffe in der Hand sterbe, als mit einem Koffer auf dem Weg zur westlichen Grenze…


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Autor: Oleksiy Pavlyuk
Veröffentlichung / Entstehung: 23.11.2025.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Die USA ändern den Friedensplan | Vitaly Portnikov. 23.11.2025.

In diesen Minuten werden in Genf die Verhandlungen zwischen der amerikanischen und der ukrainischen Delegation fortgesetzt. Das ist bereits die zweite Verhandlungsrunde, wobei die erste Runde, die einige Stunden bevor die Delegationen miteinander sprachen, zu Ende ging, von vielen als entscheidende Verhandlungsrunde zwischen Ukrainern, Amerikanern und Europäern bezeichnet wurde.

Warum entscheidend? Weil gerade in dieser Runde darüber gesprochen wurde, wie die amerikanische Delegation ihren Plan versteht – als Dogma oder als einen Rahmen von Ideen, der den Ukrainern für eine weitere Diskussion vorgelegt werden soll. Und diese erste Verhandlungsrunde zwischen der amerikanischen und der ukrainischen Delegation hat gezeigt, dass es sich genau um einen solchen Rahmen von Ideen handelt.

Bezeichnend ist auch die Tatsache, dass der Leiter der amerikanischen Delegation der Außenminister der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, ist. Also genau jener Mensch, der es vorzog, den Plan nicht als „Plan“ zu bezeichnen und damit die Möglichkeit geschaffen hat, dass die amerikanische Delegation nun Korrekturen der Punkte dieses Plans diskutieren kann.

Hier muss man noch eine weitere recht wichtige Sache verstehen. Seit dem Moment, als der Plan in den Medien auftauchte, ist in der Administration des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, bereits das Verständnis gereift, dass dieser Plan nicht nur in Kyiv und nicht nur in den europäischen Hauptstädten Irritation hervorruft, sondern auch in Washington.

Auch eine große Zahl amerikanischer Senatoren und Kongressabgeordneter, sowohl aus der Republikanischen als auch aus der Demokratischen Partei, darunter viele, die offenkundige Unterstützer des amerikanischen Präsidenten Donald Trump sind, haben ihre völlige Ablehnung geäußert, diesem Plan zuzustimmen.

Viele nannten ihn eine echte Kapitulation der Ukraine. Viele verglichen das, was in den Medien unmittelbar vor den Verhandlungen zwischen Amerikanern und Ukrainern veröffentlicht wurde, mit München. Genau jenem München, in dem der britische Premierminister Neville Chamberlain mit dem Reichskanzler Deutschlands, Adolf Hitler, über das Schicksal der Tschechoslowakei verhandelte.

Die Teilnehmer dieses Treffens – Chamberlain, Daladier, Hitler und Mussolini – öffneten die Tore für den verheerenden Zweiten Weltkrieg. Und keine Beteuerungen des britischen Premierministers, er habe seinem Land den Frieden gebracht, wirken aus historischer Perspektive überzeugend.

Und Trump, der weiterhin beansprucht, in einer Situation Friedensstifter zu sein, in der er in Wirklichkeit keinen der Konflikte, die direkt vom Druck der Vereinigten Staaten abhingen, bis zum Ende gelöst hat, will natürlich in der russisch-ukrainischen Kriegsfrage nicht eine solche Reputation haben. Deshalb ist das, was gerade geschieht, vorerst der Versuch des Weißen Hauses, den negativen Effekt dieses pseudofriedensplans für Trumps Reputation zu minimieren – eines Plans, der offensichtlich vom Sondergesandten des amerikanischen Präsidenten, Steve Witkoff, und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner aus einem Entwurf zusammengesetzt wurde, der ihnen als Absichtserklärung vom Sondergesandten des Präsidenten der Russischen Föderation, Kirill Dmitrijew, übergeben worden war, wobei Dmitrijew selbst keinerlei realen Einfluss auf die Entscheidungen des Kremls hat und von Putin ausschließlich dafür benutzt wurde, den verheerenden Sanktionsdruck gegen die russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil auszubremsen. 

Diese Sanktionen sind trotz der Bemühungen Dmitrijews und anderer Lobbyisten russischer Interessen im amerikanischen Establishment bereits vorgestern in Kraft getreten, was natürlich die Perspektive ernsthafter Verluste der Russischen Föderation bei der weiteren Ausgestaltung des Haushalts dieses aggressiven, degenerierenden Staates schafft.

Und wir wissen bereits – wiederum aus eben jenem Medium Axios, das faktisch als Instrument für Mitteilungen über alles dient, was rund um diesen Friedensplan geschieht –, dass die amerikanische Delegation während dieses Treffens die Ukrainer beschuldigte, sie hätten in den Medien jene für die US-Administration unangenehmen Punkte des Trump-Plans veröffentlicht, die wie eine Kapitulation vor Russland aussahen. Dies hat genau jener Axios-Journalist Barak Ravid mitgeteilt, der als erster den skandalösen Friedensplan von Donald Trump publizierte.

Und in dieser Situation wurde bekannt, dass aus irgendeinem Grund gerade die Ukrainer schuld daran sein sollen, dass negative Einzelheiten des Plans in die amerikanische Presse durchgesickert sind. Obwohl der Sondergesandte des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff, in einem Text, der versehentlich statt als Privatnachricht allgemein zugänglich gemacht wurde und an Barak Ravid ging, betonte, der Journalist habe sich höchstwahrscheinlich auf einen gewissen geheimnisvollen „K.“ gestützt.

Dieser K. ist offensichtlich nicht „Z.“ und nicht „J.“, sondern der Sondergesandte des Präsidenten der Russischen Föderation, Kirill Dmitrijew, der diese Informationssensation in der amerikanischen Presse überhaupt erst geschaffen hat.

Danach traten Vertreter der Ukraine mit optimistischen Erklärungen zum Stand der Verhandlungen auf. Und schließlich trat auch Marco Rubio mit einer ebenso optimistischen Erklärung auf. Das heißt, die Leiter der Delegationen – der Außenminister der Vereinigten Staaten und der Leiter des Büros des ukrainischen Präsidenten – erklärten, dies sei ein fortschrittliches Treffen mit großer Produktivität gewesen.

Auch dies zeugt von einer ziemlich ernsthaften Veränderung der Situation – oder vielleicht nicht einmal von einer Veränderung, sondern von einer Rückkehr zur Normalität –, als klar wurde, dass es nicht gelingen wird, der Ukraine und Europa einen im Kreml ausgearbeiteten und im Weißen Haus von Zweierschülern abgeschriebenen Kapitulationsplan aufzuzwingen.

Trump benimmt sich wie Trump. Trump ist Trump. Trump ist einfach Trump. Deshalb hat sich Trump zu Beginn der Verhandlungen – so wie er sich immer bei irgendwelchen Verhandlungen benimmt – einfach wie ein Gopnik aufgeführt, der seinen Gesprächspartner unter Druck setzt, um ihn mit bloßem Oberkörper auf dem Fußballplatz einzuschüchtern.

Genau diesen Politikstil strahlt der amtierende amerikanische Präsident seit vielen Jahren aus – zuvor bekannt als Immobilienmakler und Bauträger zahlreicher amerikanischer und nicht nur amerikanischer Städte mit Wolkenkratzern, die weit von jeder Ästhetik entfernt sind.

„Ich habe einen Krieg geerbt, der niemals hätte stattfinden dürfen. Einen Krieg, der für alle verlustreich ist, insbesondere für die Millionen von Menschen, die völlig unnötig ums Leben kamen. Die ukrainische Führung hat null Dankbarkeit für unsere Bemühungen gezeigt. Und Europa kauft weiterhin Öl aus Russland. Die USA verkaufen weiterhin riesige Mengen an Waffen an die NATO, die in der Ukraine verteilt werden“, schrieb Trump.

Präsident Volodymyr Zelensky ist mit seinem amerikanischen Kollegen umgegangen wie mit einem launischen Kind und hat den Vereinigten Staaten erneut seinen Dank ausgesprochen. Obwohl ich Sie daran erinnern möchte, dass die Amerikaner sich bei den Ukrainern bedanken müssten – dafür, dass sie das Völkerrecht und jene Weltordnung verteidigen, die mit so vielen Schwierigkeiten nach dem Zweiten Weltkrieg und in den Verhandlungen von Jalta und Helsinki etabliert wurde, gegen dem aggressiven Russland, das dieses Völkerrecht verletzt hat.

Deshalb möchte ich Ihnen immer sagen: Glauben Sie nicht denen, die behaupten, die Ukraine müsse sich bei den Vereinigten Staaten bedanken. Bedanken müssen sich die Vereinigten Staaten bei der Ukraine. Verbeugen muss sich Trump vor Zelensky. Wir verteidigen ihre Interessen und ihre Sicherheit.

Alle anderen Thesen sind Idiotie, die man nicht einfach so glauben sollte. Jeder Verrückte kann sich alles Mögliche ausdenken. Die nationalen Interessen der Vereinigten Staaten bestehen in der Verteidigung der Weltordnung und einer Welt mit Regeln. Für die Verteidigung dieser Weltordnung ist in den letzten vier Jahren kein einziger amerikanischer Soldat auf europäischem Boden gefallen. Diese amerikanische Rolle erfüllen die ukrainischen Soldaten. Während die Amerikaner sich einfach hinter die Röcke ihrer Frauen verstecken und die Mission nicht erfüllen, die sie nach dem Zweiten Weltkrieg übernommen haben.

Man kann sich für Geld bedanken – für das Geld, das einem Land gegeben wird, das durch die Aggression genau jenes Staates zerstört wurde, der versucht, die Weltordnung zu zerstören. Aber man muss mit Menschen sprechen wie mit Erwachsenen. Wenn die Ukraine fällt und die Regeln zerstört werden, oder wenn die Ukraine ihr Territorium einbüßt und ein Teil dieses Territoriums als Gebiet eines fremden Staates anerkannt wird, werden all diese Tricks später wiederholt werden – auch in den Vereinigten Staaten.

So wie die Europäer offensichtlich nicht bereit sind, Atomwaffen zu ihrem Schutz einzusetzen, kann sich herausstellen, dass auch die Nachfolger von Donald Trump nicht bereit sein werden, Atomwaffen gegen eine neuerliche Aggression einzusetzen, mit der Amerika im Laufe seiner Geschichte mehrmals konfrontiert war. Man darf also die historische Rolle der Ukraine in dieser Situation nicht unterschätzen und sich einreden, wir seien hier nur ein armes, schmutziges Kätzchen, das von Rittern in strahlender Rüstung gerettet wird.

Nein, das stimmt nicht, denn es geht um gemeinsame Interessen – sowohl um die Sicherheitsinteressen Europas als auch um die Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten. Und weder Russland noch die Volksrepublik China werden jemals echte Partner der Vereinigten Staaten sein. Sie werden alles daransetzen, dass dieser Staat, dem es infolge des gemeinsamen Sieges im Zweiten Weltkrieg gelungen ist, zu dem zu werden, was wir heute kennen, wieder auf die Position eines provinziellen nordamerikanischen Faktors zurückgestuft wird, dessen Einfluss selbst in Lateinamerika leicht unterlaufen werden kann. Schauen wir noch, wie sich die Situation rund um Venezuela entwickeln wird und welche Rolle China und Russland dort spielen werden. All das liegt in naher Zukunft.

Aber ich denke, dass mir einfach die Nerven fehlen würden, mit jedem Tweet von Donald Trump ernsthaft zu polemisieren. Zumal ich sehr gut verstehe, dass es hier nicht um den Inhalt geht, sondern um den Angriff an sich. Nun, Trumps Angriffe sind immer gleich und vorhersehbar.

Ich bin übrigens bereits froh, dass wir inzwischen wirklich verstehen, wie wir auf all das reagieren sollen. Und wir verstehen jetzt, wie man auf die Handlungen Amerikas reagieren kann, wenn wir von den Europäern lernen, die statt mit Trump zu streiten, einfach versuchen, ihn psychologisch zu bearbeiten.

Genau in diesen Minuten, während wir in unserer Sendung sind, findet ein Gespräch des amerikanischen Präsidenten mit dem britischen Premierminister Keir Starmer statt, der Trump die europäischen Sichtweisen darlegen wird. Und heute ist ein vollständiger europäischer Plan aufgetaucht – ein Plan, der in einer ganzen Reihe von Punkten eine Alternative zum amerikanischen darstellt und den die europäische Delegation ebenfalls bei diesen Verhandlungen vorgelegt hat.

Also, welche Punkte sind das? Denn im Allgemeinen handelt es sich um Punkte, die mit gesundem Menschenverstand zu tun haben.

  • Nach Beendigung des Krieges werden Maßnahmen für einen verlässlichen Frieden und Sicherheit geschaffen. Die Ukraine und die Russische Föderation verpflichten sich, die Waffenruhe in der Luft, zu Lande und zur See einzuhalten.

Das ist der erste Hauptpunkt, der übrigens vom Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, dem Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, unmittelbar nach Trumps Rückkehr ins Oval Office vorgeschlagen wurde.

Und das ist ein richtiger Punkt, ein logischer Punkt, denn über Frieden kann man nur unter den Bedingungen eines Waffenstillstands verhandeln. Jegliche Gespräche über Frieden in einer Situation, in der die Kampfhandlungen andauern, sind zum Scheitern verurteilt.

Und Trump versteht das sehr gut. Jeder versteht das sehr gut. Und auch Putin versteht es sehr gut, obwohl der sich einfach nicht darauf einlassen will und keinerlei Absicht hat, irgendeinen Frieden auf ukrainischem Boden zu vereinbaren, sondern in höchstem Maße darauf brennt, die Ukraine vollständig zu vernichten.

  • Die Ukraine und Russland nehmen unverzüglich Verhandlungen über die Überwachung der Einhaltung der Waffenruhe durch Drittstaaten auf.
  • Die Verbündeten der Ukraine werden unter Führung der USA die Einhaltung der Waffenruhe überwachen. Die Überwachung wird überwiegend aus der Ferne mit Hilfe von Satelliten, Drohnen und anderen Instrumenten erfolgen. Es werden Mechanismen geschaffen, mit deren Hilfe die Parteien Berichte über Verstöße gegen die Waffenruhe einreichen und Maßnahmen zur Behebung der Situation erörtern können.
  • Russland wird alle entführten ukrainischen Kinder zurückgeben. Der Prozess wird von internationalen Partnern überwacht.
  • Die Ukraine und Russland tauschen Kriegsgefangene nach dem Prinzip „alle gegen alle“ aus.
  • Russland lässt alle Zivilpersonen frei, die in Haft gehalten werden.
  • Territorialverhandlungen werden entlang der aktuellen Linie der Kampfberührung geführt.

Das heißt, es darf keinen Abzug der ukrainischen Streitkräfte aus den Gebieten geben, die der brutale Aggressor in vier Jahren dieses Krieges nicht erobern konnte.

  • Nach Erreichen eines stabilen Waffenstillstands ergreifen die Konfliktparteien Maßnahmen zur humanitären Hilfe, einschließlich Reisen von Familienangehörigen über die Kontaktlinie hinweg.
  • Bestätigung der Souveränität der Ukraine. Niemand wird die Ukraine zwingen, Neutralität zu akzeptieren.
  • Die Ukraine erhält rechtlich abgesicherte Sicherheitsgarantien, einschließlich von den USA, nach Analogie zu Artikel 5 des NATO-Vertrags.
  • Auf die ukrainischen Streitkräfte und die Verteidigungsindustrie der Ukraine werden keinerlei Beschränkungen auferlegt.
  • Als Garanten der Sicherheit der Ukraine wird eine Gruppe europäischer Länder und anderer interessierter Staaten auftreten.
  • Die Ukraine hat das Recht, auf ihrem Territorium Streitkräfte der Verbündeten zu stationieren.
  • Der Beitritt der Ukraine zur NATO ist mit Zustimmung aller Bündnismitglieder möglich.
  • Die Ukraine wird der Europäischen Union beitreten.
  • Bereitschaft der Ukraine, ein nichtnuklearer Staat zu bleiben und sich an den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen zu halten.
  • Andere territoriale Fragen werden mit Russland erörtert und nach vollständiger Einstellung der Kampfhandlungen entschieden.
  • Sobald die territorialen Fragen geregelt sind, verpflichten sich Russland und die Ukraine, sie nicht mit Gewalt zu verändern.
  • Die Ukraine erhält die Kontrolle über das Kernkraftwerk Saporischschja mit Beteiligung der USA sowie über das Wasserkraftwerk Kachowka zurück. Ein Mechanismus für die Übertragung der Kontrolle wird geschaffen.
  • Kyiv erhält freien Zugang für die Schifffahrt auf dem Dnipro und die Kontrolle über die Kinburn-Nehrung.
  • Die Ukraine und ihre Partner betreiben uneingeschränkte wirtschaftliche Zusammenarbeit.
  • Die Ukraine wird vollständig wiederaufgebaut und erhält finanzielle Entschädigung, unter anderem aus russischen Vermögenswerten, die so lange eingefroren bleiben, bis Russland die Ukraine für ihre Verluste entschädigt hat.
  • Die Sanktionen gegen Russland können schrittweise gelockert werden, sobald ein dauerhafter Frieden erreicht ist, und können im Falle eines Verstoßes gegen das Friedensabkommen wieder in Kraft gesetzt werden.
  • Der Höhepunkt dieses Plans soll der Beginn von Verhandlungen über die Normen der europäischen Sicherheit unter Beteiligung aller OSZE-Staaten sein, also ein Versuch, zu einem neuen Helsinki zurückzukehren.

Aber was möchte ich sagen: Das ist nicht der endgültige Plan. Es gibt noch eine weitere Planvariante, die von der Agentur Reuters veröffentlicht wurde. Und in diesem Plan heißt es beispielsweise, dass die Europäer vorschlagen, die Stärke der ukrainischen Armee auf 800.000 Soldaten festzulegen.

Das Kernkraftwerk Saporischschja soll unter Kontrolle der IAEO wieder hochgefahren werden, und die erzeugte Energie soll zu gleichen Teilen zwischen der Ukraine und Russland aufgeteilt werden. Das entspricht einem Punkt des Trump-Plans. Sie haben gesehen, dass in der Version, die ich gelesen habe und die in der Zeitung „Telegraph“ veröffentlicht wurde, das gesamte AKW der Ukraine zugesprochen wurde.

In dem Dokument, das Reuters veröffentlicht hat, heißt es, dass die NATO in Friedenszeiten keine Truppen dauerhaft in der Ukraine stationieren wird. Das heißt, es ist nicht vorgesehen, dass die Ukraine das selbst entscheiden soll. Und in dieser Planvariante, wie übrigens auch in Trumps Plan, wird die Möglichkeit einer Rückkehr Russlands in das Format der Gruppe der Acht eingeräumt.

In der Version, die von Reuters vorgeschlagen wird, heißt es, dass in der Ukraine so schnell wie möglich nach Unterzeichnung des Abkommens Wahlen abgehalten werden müssen. In dem Text, den ich zuvor zitiert habe, kam diese Frage überhaupt nicht vor.

Und in dem Dokument, das Reuters vorliegt, heißt es, dass die Ukraine die Kontrolle über die besetzten Gebiete nicht mit Gewalt wiederherstellen wird. In der Variante, die ich Ihnen davor vorgelesen habe, heißt es, dass die Beschränkung des Einsatzes von Gewalt nur nach der Klärung der territorialen Fragen zwischen Kyiv und Moskau gelten kann.

Dabei sehen beide europäischen Pläne, mit denen ich Sie gerade bekannt mache, vor, dass die Truppen entlang der Kontaktlinie stoppen müssen, während im Trump-Plan die ukrainischen Streitkräfte das gesamte Gebiet der ukrainischen Oblast Donezk verlassen und es unter die Kontrolle der russischen Besatzer stellen sollen.

Warum gehe ich überhaupt so ausführlich auf diesen Plan ein? Sie könnten übrigens fragen: „Warum lesen Sie all diese wunderbaren Punkte vor, die aus Sicht der Gerechtigkeit und des Völkerrechts viel realistischer sind als der Trump-Plan, wo doch völlig klar ist, dass der Präsident der Russischen Föderation der überwiegenden Mehrheit der Punkte dieses Plans nicht zustimmen wird?“

Natürlich wird er nicht zustimmen. Aber wer, sagen Sie mir, hat Ihnen gesagt, dass der Präsident der Russischen Föderation dem Plan zustimmen wird, der jetzt in Genf diskutiert wird? Der Präsident der Russischen Föderation hat überhaupt kein Interesse daran, irgendeinem Plan zuzustimmen, der zu einem schnellen Ende des Krieges führen würde.

Der Präsident der Russischen Föderation ist auf einen jahrelangen Krieg eingestellt, dessen Preis die Vernichtung der ukrainischen Staatlichkeit sein soll, die Vertreibung der Mehrheit der Ukrainer aus ihren Heimatgebieten und die Verwandlung der Ukraine in ein neues Sibirien – menschenleer und von Russland kontrolliert, nur eben in Europa. Das ist die zentrale Idee des Präsidenten der Russischen Föderation, der russischen Armee, der russischen Nation.

Warum soll man den Plan diskutieren? Ich sage Ihnen, warum. Die Europäer wollen zum einen Donald Trump wieder in die Bahn des gesunden Menschenverstands zurückholen und ihm erklären, dass sein Plan, der jetzt präsentiert und mit der ukrainischen und der europäischen Delegation erörtert wird, nicht die Ukrainer, sondern die amerikanische Regierung selbst erniedrigt und Donald Trump in seinen Beziehungen zu Putin als hilflosen Schwächling darstellt – und damit Moskau und Peking zusätzliche Möglichkeiten für noch frechere Schritte zur Einschränkung der Interessen der Vereinigten Staaten schafft. Und in jedem Fall kann schon die Diskussion beider Konzepte die Lage in eine realistischere Richtung bewegen. Das ist so.

Aber zugleich ist es auch ein Signal an Putin: Es gibt jetzt den Trump-Plan, in dem einige Punkte enthalten sind, die Moskau entgegenkommen könnten. Die wirtschaftliche Lage Russlands verschlechtert sich. Hoffen wir, dass Trumps Sanktionen gegen Rosneft und Lukoil greifen und Russland viele Gelder in seinem Haushalt fehlen werden. Hoffen wir, dass, wenn Russland zu keinerlei Friedensverhandlungen bereit ist, auch sekundäre Sanktionen gegen die Verbündeten der Russischen Föderation greifen werden und man so einen solchen Schlag gegen die russische Wirtschaft landen kann, dass normale Bürger der Russischen Föderation nicht mehr normal leben können und die soziale Stabilität in der Russischen Föderation sowie die Möglichkeit der Menschen, unter härteren Sanktionen zu überleben, beendet werden.

Denn wir verstehen, dass nur der Zusammenbruch der Wirtschaft der Russischen Föderation und die Unfähigkeit der Russen, physisch zu überleben, die aggressiven Wünsche der Russischen Föderation zumindest für eine Zeit einschränken kann. Denn sobald die Russen wieder zu normalem Konsum zurückkehren, werden sie wieder töten, schießen und vergewaltigen wollen.  

Das russische Imperium baut genau darauf auf – auf dem Wunsch einer ganzen Nation, seit der Zeit Iwan Kalitas, zu töten, zu schießen und zu vergewaltigen. Nun, damals schossen sie noch nicht – man müsste nachschauen, ob es Gewehre schon gab. Handrohre hatte das Moskauer Fürstentum wohl bereits. So oder so haben sie sich die ganze Zeit mit nichts anderem beschäftigt.

Und in dieser Situation könnte Putin, wenn er wirklich über den Zustand seiner eigenen Wirtschaft beunruhigt ist, sich denken: Wenn er einen solchen Plan nicht annimmt, werden die nächsten Bedingungen schlimmer. Da gibt es einen Plan, der den Interessen der zivilisierten Welt, der Ukraine und Europas entspricht. In diesem Plan hinkt Russland hinterher, selbst wenn es um die G-8 geht.

Und im Plan, den Trump anbietet, kann man über Dinge verhandeln, die für Russland vorteilhaft sein können – darunter auch über die Rückgabe eines größeren Teils seiner eingefrorenen Vermögenswerte und so weiter. Und er schafft die Möglichkeit für reale russische Handlungen zur Destabilisierung der Lage in der Ukraine in Friedenszeiten.

All das kann sich real entwickeln. Gerade eben ist zwar eine Erklärung von Marco Rubio aufgetaucht, in der er sagt, er habe noch keinen Gegenplan aus Europa gesehen, aber der Außenminister der Vereinigten Staaten sagte, er habe mit Präsident Trump gesprochen, und Trump sei mit seinem Plan zufrieden. Rubio ist optimistisch, was die Möglichkeiten angeht, was sich hier machen lässt.

Und die offenen Fragen seien nicht unüberwindbar. Es gebe einige Fragen, so Rubio, an denen weitergearbeitet werden müsse. Schauen wir, wie es in dieser Situation weitergehen wird, denn Rubio hat, sagen wir, keinen Plan gesehen, aber Keir Starmer kann dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von diesem Plan erzählen, und dann wird der Präsident der Vereinigten Staaten von diesem Plan erfahren. Das ist das Erste.

Grundsätzlich verstehen wir sehr gut, dass sich die Ereignisse jetzt eher auf der amerikanisch-ukrainischen und der amerikanisch-europäischen Schiene abspielen. Und gerade weil das so ist, kann man heute sagen, dass dies vorerst ein Schauspiel für einen einzigen Hauptdarsteller ist – für den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump.

Warum ist es für uns überhaupt wichtig, dass diese Verhandlungen positiv enden? Das hat im Grunde nichts mit dem Ende des Krieges zu tun – verstehen Sie – sondern damit, dass wir gute Beziehungen zu den Vereinigten Staaten bewahren, den Zugang zu den Geheimdienstinformationen, die uns die Vereinigten Staaten zur Verfügung stellen, erhalten.

Obwohl die europäischen Verbündeten bereits jetzt darüber diskutieren, wie ein Mechanismus zur Ersetzung der Geheimdienstinformationen der Vereinigten Staaten aussehen soll, falls die Amerikaner aufhören, diese Informationen zu liefern, und wie der weitere Sanktionsdruck auf die Russische Föderation aufrechterhalten werden kann, um ihre Wirtschaft endgültig und dauerhaft über viele Jahre hinweg zu ruinieren, damit Russland sich über lange, dunkle, perspektivlose Jahrzehnte in der Geschichte des russischen Volkes nicht aus dem wirtschaftlichen Abgrund erheben kann.

Je mehr Jahrzehnte sie am Boden dieses Lochs herumkriechen, desto größer ist die Chance auf Frieden in Europa. Zumindest kann dieses Loch das Tschekisten-Regime zerstören und den Völkern Russlands Möglichkeiten für eine konstruktivere Entwicklung in der Zukunft eröffnen.

Aber man muss sie durch dieses Loch kriechen lassen. Nichts darf ungestraft bleiben. Keine Unterstützung, keine verantwortungslose Abstimmung in irgendeinem Land. Das Karma muss jeden einholen, bei dem Gewissen und Verstand nicht am rechten Platz sind.

So sehen wir jetzt die Situation, wie sie sich zum jetzigen Zeitpunkt darstellt und uns im Grunde das Wichtigste gezeigt hat: dass die ukrainische Delegation sich nicht mit der amerikanischen zerstritten hat, dass die Vereinigten Staaten bereit sind, die Punkte dieses Pseudoplans weiter zu diskutieren; dass die Vereinigten Staaten die roten Linien beider Seiten in der Ukraine verstehen und im Begriff sind, die Rolle der Europäischen Union und der NATO bei der Regelung noch weiter zu erörtern; dass in den nächsten Tagen Änderungen eingebracht werden können.

Russland seinerseits, ich beziehe mich erneut auf Rubio, muss seine Position noch äußern. Ich denke, dass Russland seine Position gar nicht äußern wird, weil es all das nicht braucht. Nun, irgendwie werden sie sagen: „Sie wissen, da ist etwas drin, da nicht, wir können uns treffen.“ Trump kann sich mit Putin treffen, aber bisher ist von einer möglichen Begegnung zwischen Trump und Zelensky die Rede. Und das ist ebenfalls ein nicht schlechter Moment in Bezug auf das, was im russisch-ukrainischen Krieg geschieht und den Versuch, ihn mit einer Kapitulation unseres Landes zu beenden.

Und wir müssen eines verstehen: Bei diesem Tempo ist es unmöglich, bis Thanksgiving irgendein Dokument zu unterzeichnen. Der Außenminister der Vereinigten Staaten sagt, es brauche einfach mehr Zeit und noch mehr Zeit. Wie viel Zeit ist das? Vier oder fünf Tage, wie sie ursprünglich wollten, oder vier oder fünf Wochen – die Lieblingszahl eines gescheiterten Politologen. Politologe – das ist noch freundlich gesagt. Oder vier Jahre.

Lassen wir die Ironie beiseite, denn derzeit ist das Wichtigste, aus diesem Kreis dieses verrückten Plans herauszukommen und irgendein reales Dokument zu formulieren, das von den Vereinigten Staaten und der Ukraine Russland vorgelegt werden kann. Russland wird es ablehnen. Und ab diesem Moment beginnt eine neue Runde, eine neue Etappe der Verschlechterung der amerikanisch-russischen Beziehungen – was durchaus in unserem Interesse liegt.

Wir müssen im Grunde so handeln, dass die Vereinigten Staaten und Russland keinerlei Möglichkeit haben, sich hinter unserem Rücken zu einigen, und dass Donald Trump und Wladimir Putin zu erbitterten Feinden werden. Das ist unser Interesse, das ist das Interesse Europas. Und in einer solchen Situation wird Putin niemals in irgendeine G-8 zurückkehren.

Das sind die ersten vorläufigen Ergebnisse dieser Genfer Verhandlungen. Falls nach dieser Runde der Delegationen während unseres gemeinsamen Gesprächs noch irgendwelche Ergebnisse auftauchen sollten, werde ich Sie natürlich unbedingt darüber informieren.

Frage. Hat die Ukraine die Möglichkeit, dem Trump-Plan zuzustimmen und dann ihre Zustimmung nach der Ablehnung durch Russland wieder zurückzunehmen?

Portnikov. Warum sollte man die Zustimmung zurücknehmen? Nun, die Ukraine stimmt dem Trump-Plan zu, Russland lehnt diesen Plan ab. Das bedeutet einfach, dass es neue Verhandlungen auf neuer Grundlage und einen neuen Friedensplan geben wird. Wenn Russland nicht bereit ist, an diesem Friedensprozess teilzunehmen, hat das, worauf sich die Vereinigten Staaten und die Ukraine einigen, überhaupt keine Bedeutung. Verstehen Sie?

Mich erinnert die Geschichte mit diesem Pseudofriedensplan insgesamt sehr an die Geschichte mit dem Mineralien-Abkommen. Wie viele Emotionen gab es, wie heftig wurde Zelensky kritisiert, er habe sich im Büro von Donald Trump falsch verhalten. Übrigens, was ist jetzt der Grund für Trumps hysterischen Tweet und seine Vorwürfe gegen unser Land gewesen? Hat sich auch diesmal jemand angeblich falsch verhalten? Oder liegt das Problem vielleicht doch im physischen Zustand Trumps selbst und nicht darin, wie jemand mit ihm spricht? Nun, das ist nur eine Anmerkung.

Und später wurde dieses Abkommen über Mineralien doch noch unterzeichnet. Und Trump warf Zelensky vor, dass der große Steve Besant persönlich nach Kyiv gefahren sei, obwohl es dort gefährlich sei, und Zelensky das Abkommen nicht unterschrieben habe. Heute erwähnt Trump dieses Abkommen gar nicht mehr. Als ob es diese Vereinbarung nie gegeben hätte. Er hat bereits andere Spielzeuge, denn er ist einfach ein großes Kind im Präsidentenbüro, in dem es keine Erwachsenen mehr gibt, sondern nur Schmeichler.

Und deshalb, wenn sich Russland diesem Friedensplan nicht anschließt – und höchstwahrscheinlich wird es das nicht tun, denn es interessiert sich nicht für irgendwelche Korrekturen, keine, keine, keine –, dann wird Trump einfach vergessen, dass es einen solchen Prozess gab, bis zur nächsten Etappe.

Frage. Spielt die Person Marco Rubio in der jetzigen Situation eine besondere Rolle, oder ist es egal, wer genau Leiter der US-Delegation ist?

Portnikov. Nein, das spielt eine enorme Rolle. Die Person Marco Rubio ist von großer Bedeutung, denn Steve Witkoff ist einfach ein Immobilienmakler und Geschäftsmann. Er versteht überhaupt nichts von Politik, egal welcher. Auf dem Weg zur Beilegung des Nahostkonflikts hat er ungefähr dieselbe Anzahl von Fehlern gemacht wie in der Situation mit dem russisch-ukrainischen Krieg.

Nur ließ sich jener Konflikt lösen, weil Israel faktisch bereits physisch die Hamas, ihre Kämpfer und ihre Infrastruktur im Hamas-Hauptquartier vernichtete. Und ihre Sponsoren in Katar und der Türkei verstanden, dass weitere Schritte zur physischen Auslöschung aller Kämpfer führen würden, sogar derjenigen, die potenziell ihre verbrecherischen Reihen hätten auffüllen können.

Und weil Trump im Unterschied zu Biden keine Rücksicht auf die humanitäre Seite dieser Tragödie nehmen wollte – ich meine die Tragödie der Zivilbevölkerung von Gaza –, war es leichter, einen Waffenstillstand zu erreichen. Denn als Katar den Hamas-Leuten erklärte, es sei Zeit aufzuhören zu kämpfen, weil es ihnen kein Geld mehr geben werde, blieb Trump nur noch, Druck auf Israel auszuüben. So wurden alle Fehler von Steve Witkoff vergessen, der bis heute ständig danach drängt, direkt mit den Hamas-Terroristen zu verhandeln – nur wollen die nicht wirklich mit ihm reden.

Jared Kushner, der zweite Teilnehmer dieses Prozesses und einer der Autoren des Plans, ist einfach Trumps Schwiegersohn. Er war während der ersten Amtszeit Trumps ein absoluter Dilettant in allen Fragen und ist es bis heute geblieben.

Marco Rubio hingegen ist ein erfahrener Politiker, Senator mit langjähriger Erfahrung, ein Falke der amerikanischen Außenpolitik, ein Mensch, der – wie wir verstehen – die russische Führung absolut nicht akzeptiert. Ein Mitstreiter John McCains. Im Senat traten Rubio und McCain, solange McCain lebte, als außenpolitisches Tandem auf.

Natürlich versteht Rubio alles sehr gut. Er ist lediglich gezwungen, vorsichtig zu sein, um nicht aus Trumps Umfeld herauszufliegen, denn die gesamte Republikanische Partei ist derzeit – vorerst, die Epstein-Akten könnten das ändern – auf Trump fixiert. Aber Rubio kann professionelle Entscheidungen treffen und Trump von deren Zweckmäßigkeit überzeugen.

Ich erinnere Sie daran, dass Trump, nachdem er mit Putin gesprochen und sich mit ihm über ein Treffen in Budapest verständigt hatte, gerade Rubio beauftragte, die Bedingungen dieses Treffens mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zu besprechen. Und nachdem Lawrow Rubio zu verstehen gegeben hatte, dass Putin keineswegs bereit sei, von seinen Maximalforderungen im russisch-ukrainischen Krieg abzuweichen, sondern Trump erneut für seine eigenen Zwecke auszunutzen gedenke, wurde das Treffen abgesagt.

Ich möchte Ihnen sagen, dass das Treffen in Budapest stattgefunden und zu einer weiteren Schande für Trump geworden wäre, wenn Trump den bewährten Weg gegangen und Steve Witkoff nach Moskau geschickt hätte. Von daher ist das, was Rubio jetzt tut, ganz in unserem Interesse.

Frage. Warum ist Zelensky gerade jetzt mit einer Rede über schwierige Entscheidungen herausgekommen? Es ist doch längst nicht der erste Plan. Passiert diesmal wirklich etwas Besonderes?

Portnikov. Diesmal passiert in der Tat sehr viel. Erstens hängt von dem Verhalten der ukrainischen Führung und der ukrainischen Delegation ab, wie die Amerikaner in den kommenden Monaten und Jahren zu Hilfe für uns stehen werden. Wie Sie verstehen, brauchen wir diese Hilfe. Was immer wir sagen mögen, wir haben Patriot-Systeme im Einsatz, sie müssen gewartet werden.

Die Amerikaner erörtern neue Etappen der militärischen Unterstützung. Genau dafür übrigens kam die Delegation unter Leitung des Heeresministers Dan Driscoll, dem man erst im letzten Moment sagte, er solle mit Zelensky auch über die Pläne sprechen. Geheimdienstinformationen brauchen wir ebenfalls. Warum sollte man auf all das verzichten?

Eine scharfe Ablehnung des Plans kann zu einer Trump-Hysterie führen. Wir sehen ja, dass er bereits eine Hysterie veranstaltet hat, als bei den Verhandlungen noch nichts entschieden worden war.

Und der Korruptionsskandal. Zelensky hat natürlich, als jemand, der immer weiß, wie man die Aufmerksamkeit von brisanten Themen ablenkt, die seine eigene Reputation betreffen könnten, beschlossen, dass er diese wirklich ernste Situation nutzen könne, damit alle den Korruptionsskandal vergessen.

Aber glauben Sie mir, weder der Korruptionsskandal wird verschwinden, denn diese Geschichte mit dem Plan wird abflauen, noch werden die Epstein-Akten in den Vereinigten Staaten verschwinden, denn auch diese Geschichte mit dem Plan wird abflauen.

Frage. Während der gesamten Amtszeit Trumps wird er uns mehr als einmal so eine Schweinerei unterjubeln. Wird sich denn in Zukunft gar nichts ändern?

Portnikov. Nichts wird sich in Zukunft ändern. Suchen Sie keine schwarze Katze in einem dunklen Zimmer. Suchen Sie keinen gesunden Menschenverstand im Weißen Haus.

Aber das ist nicht von großer Bedeutung. Wichtig ist, dass die amerikanischen Sanktionen wirken und Russland immer weiter degeneriert, degeneriert und degeneriert. Die Degeneration Russlands ist der Weg in die helle Zukunft der Menschheit. Es spielt also keine große Rolle, welche Pläne dort vorgeschlagen werden, wenn Putin sie, wie Sie verstehen, ohnehin nicht akzeptieren will.

Frage. Jetzt, wo Zelensky sagt, dass Trumps Team die ukrainischen Unterhändler hört, vieles sich ändert – ist das schlecht, ist das gut? Könnte Putin einem Friedensplan zustimmen, in der Hoffnung – im Lichte der Erfahrung mit dem Friedensabkommen im Vietnamkrieg –, dass dieses Abkommen die weitere Besetzung der Ukraine erleichtert?

Portnikov. Wenn ein Abkommen die weitere Besetzung der Ukraine erleichtert, könnte Putin auf einer bestimmten Etappe einem solchen Abkommen vielleicht zustimmen. Aber wer sagt denn, dass wir einem solchen Abkommen zustimmen müssen und die Europäer ebenfalls?

Vergessen Sie nicht, was die Ukraine vom Süden Vietnams eigentlich unterscheidet. Zynisch gesagt: Südvietnam war für keinen der einflussreichen Akteure ein Puffer. Es ging einfach darum, dass die Kommunisten einen der wenigen nichtkommunistischen Staaten in Indochina vernichten wollten.

Denn zu dieser Zeit zeichnete sich ab, dass nicht nur Nordvietnam, sondern auch Laos und Kambodscha kommunistisch werden würden, und sie wurden prochinesisch, noch bevor sie kommunistisch wurden. Sagen wir, der kambodschanische König Norodom Sihanouk hatte sich, selbst als er noch einen nichtkommunistischen Staat regierte, praktisch auf enge Beziehungen zu China verlegt.

Wer war also daran interessiert, das aufzuhalten? Thailand, Malaysia – es gab nur sehr wenige Kräfte, die tatsächlich an der Erhaltung Südvietnams interessiert waren und Möglichkeiten hatten, dafür etwas zu tun.

Hier ist die Situation völlig anders. Die Ukraine ist ein realer Sicherheits-Puffer für Europa. Und selbst Politiker wie Viktor Orbán möchten ganz und gar nicht, dass irgendwo an der ungarischen Grenze Russen erscheinen. Denn die Ungarn erinnern sich daran, was passiert, wenn an der ungarischen Grenze Russen auftauchen.

In jedem Fall sind alle Europäer in dem Punkt vereint, dass die Ukraine als Staat erhalten bleiben muss. Sie können unterschiedliche Vorstellungen von der ukrainischen Staatlichkeit haben. Sagen wir, manche wollen nur einen reinen Puffer wie Orbán, manche sind bereit, uns in der Europäischen Union zu sehen, und manche auch in der NATO. Aber ein solcher Konsens existiert.

Und dieser Konsens beeinflusst natürlich die amerikanische Position, denn Amerika versteht seine Rolle in Europa – mit oder ohne Trump – so oder so. Nun, ungefähr so würde ich es formulieren.

Frage. Inwieweit untergraben die Vereinigten Staaten ihren Status als Verbündeter, wenn sie Abkommen hinter dem Rücken der Europäer schließen? Können solche Schritte den Einfluss der USA in Europa langfristig schwächen?

Portnikov. Das ist selbstverständlich ein ernstes Problem, wenn die Vereinigten Staaten sich faktisch von dem Modell der euroatlantischen Solidarität abwenden, das seit dem Zweiten Weltkrieg auf dem Kontinent vorherrschte.

Dabei muss man sagen, dass es nicht so war, dass die Amerikaner selbstlose Verteidiger dieser Idee waren, während die Europäer davon profitierten. Nein, die Vereinigten Staaten waren gerade Befürworter dieses Modells. Selbst als es darum ging, die europäischen Militäretats zu erhöhen, ging man immer davon aus, dass diese Erhöhungen dazu führen würden, dass die Europäer mehr amerikanische Waffen kaufen.

Auch das muss man sich vor Augen halten, um keine Illusionen zu haben. Und gerade deshalb ist der militärisch-industrielle Komplex der europäischen Länder viel schwächer als der amerikanische, weil die Europäer immer davon ausgingen, dass sie eng mit dem amerikanischen militärisch-industriellen Komplex kooperieren könnten. Mehr noch: Die Zusammenarbeit mit dem amerikanischen militärisch-industriellen Komplex war stets eine Bedingung für den amerikanischen Schutz Europas vor potenziellen Aggressoren.

Deshalb schauen jetzt alle in Europa mit weit aufgerissenen Augen auf das, was wir sehen. Und ich verstehe sie. Ich würde ebenfalls mit weit aufgerissenen Augen hinschauen.

Frage. Wird Europa zumindest teilweise die Frage der militärischen Hilfe auch ohne amerikanische Waffen lösen können?

Portnikov. Sie scheinen etwas verpasst zu haben. Wenn Sie sich jetzt die Statistik der Waffenlieferungen anschauen, werden Sie sehen, dass die überwiegende Mehrheit der Waffen, die wir erhalten, europäischer Herkunft ist. Die amerikanischen Waffen, die wir dank des Hilfspakets bekamen, das noch während der Präsidentschaft Bidens verabschiedet wurde, kommen nicht mehr. Es kommt nur ein kleiner Teil amerikanischer Waffen, der ebenfalls von den Europäern bezahlt wird.

Und ich habe keinerlei Zweifel, dass Donald Trump nicht bewusst darauf verzichten wird, dass diese Waffen weiter von den Europäern gekauft werden, denn dies sind Einnahmen des amerikanischen militärisch-industriellen Komplexes, amerikanischer Rüstungsbetriebe – und Donald Trump, wie Sie bereits sehen konnten, ist nicht der Mensch, der auf Geld verzichtet.

Also kann sich im Grunde gar nichts ändern. Das Einzige, was wir tatsächlich verlieren könnten, wenn es um die Vereinigten Staaten geht, ist wirklich wichtig – und das sind die Geheimdienstinformationen.

Wenn die Europäer einen effektiven Mechanismus zur Ersetzung der amerikanischen Geheimdienstinformationen entwickeln können – das ist eins. Wenn die Vereinigten Staaten ihre Waffen weiter an die Europäer verkaufen – das ist zwei. Wenn Amerika seine Sanktionen gegen Russland nicht aufhebt – was ohne Berücksichtigung der europäischen Position sehr schwer sein wird –, dann ist überhaupt nicht klar, womit Donald Trump uns real erpressen könnte. Wir haben immer gesagt, man wisse nicht, womit Putin Trump erpressen könne. Aber ich frage Sie: Womit kann Trump uns erpressen?

Frage. Warum glauben so viele Menschen, Putin sitze da, warte nur darauf, dass man ihm irgendeinen Friedensplan anbietet? Woher kommt dieser Unsinn in den Köpfen nicht dummer und gebildeter Menschen?

Portnikov. Weil selbst nicht dumme, gebildete Menschen mit der Hoffnung leben, dass ein Krieg, der keinerlei Voraussetzungen für ein Ende hat, trotzdem irgendwann endet. Jeder normale Mensch möchte in Frieden leben und lebt in der Hoffnung auf Frieden, selbst wenn Kriege Jahrzehnte andauern, ohne Anzeichen eines Endes.

Und wir befinden uns gerade in einem solchen Konflikt, der schon seit 11 Jahren andauert und weitere 25 Jahre dauern kann, selbst wenn die aktive Phase der Kampfhandlungen abflaut. Die Menschen wollen sich damit nicht abfinden. Menschen überleben in solchen Ländern nur, weil sie ihr Leben im Warten auf Veränderungen verbringen. Wie Mario Vargas Llosa über seinen Verwandten in Peru schrieb: Er wurde in der Erwartung von Veränderungen geboren und starb in der Erwartung von Veränderungen.

So wird auch das Schicksal der Ukrainer sein. Manche werden in der Hoffnung geboren, dass der militärische Konflikt abflauen könnte, und in dieser Hoffnung sterben. So leben die Israelis.

Aber wie wollten Sie, dass Menschen im Krieg leben? Dass sie begreifen, dass der Krieg ein ewiges Merkmal ihres Lebens sein wird und sie niemals wieder einen friedlichen Tag sehen werden? Glauben Sie, dass Menschen so überleben? Nein. Genau deshalb befinden sich viele Menschen im Konflikt mit dem gesunden Menschenverstand, selbst wenn sie Verstand haben.

Aber andererseits sage ich Ihnen noch einmal: Man darf nicht glauben, Russland könne mit Spaten Krieg führen. Man darf nicht glauben, dass Russland Krieg führen kann, wenn es kein Geld im Haushalt hat. Die zentrale Aufgabe, die mit der Beendigung dieses Krieges zusammenhängt, besteht – wie ich schon mehrfach gesagt habe – darin, Russland mithilfe realer Sanktionen handlungsunfähig zu machen, die verschärft werden müssen, und durch die Kontrolle der bereits eingeführten Sanktionen, die die Situation der russischen Wirtschaft ebenfalls real verändern können.

Die Russen sind aber bereits außer sich wegen dessen, was geschieht, wegen dessen, was sich bereits in jenem Plan geändert hat, den Kirill Dmitrijew im Schnabel zu Steve Witkoff getragen hat. Und das wird ebenfalls ein offensichtliches Zeichen dafür sein, wie sie Frieden überhaupt wahrnehmen. Auch dies ist eine ziemlich ernsthafte Geschichte.

Nur damit Sie verstehen, was russische Telegram-Kanäle über Rubio schreiben. Sie hatten nach Rubio gefragt. „Mit Rubio stimmt etwas nicht. Vielleicht ist es ein Spiel, aber amerikanische Senatoren haben jetzt über die Äußerungen des Außenministers berichtet, als hätte er gesagt: Der Friedensplan sei russisch, er habe damit nichts zu tun. Sofort erinnert man sich an das Telefonat Lawrow–Rubio, das den Gipfel in Budapest abgesagt hat. Schließlich ist das Hauptteam für die Verhandlungen Vance, Driscoll, das Militär. Wenn du negative Informationen in den amerikanischen Medien siehst, denkst du an Rubio und an seinen Wunsch, Präsident der Vereinigten Staaten zu werden.“

Das heißt, sobald sie jemanden mit den geringsten Anzeichen – und bei Rubio sind sie minimal – von gesundem Menschenverstand in Trumps Administration sehen, beginnen sie sofort alles zu verstehen. In dieser Hinsicht gibt es also bereits eine ziemlich ernsthafte Reaktion auf den europäischen Friedensplan vonseiten der russischen Propagandisten.

„Das ist nicht einmal Minsk. Es ist schlimmer. Wenn die Amerikaner diesen Bedingungen zustimmen und sie nach Russland bringen, wird sich nach einer Woche niemand mehr an diesen Versuch einer Friedensregelung erinnern“, schreibt einer der Propagandisten, der Abgeordnete der Staatsduma der Russischen Föderation, Michail Matwjejew. Er sagt, dass Zelenskys Antwort an die EU auf den Trump-Plan bedeute, „sie setzen auf die Fortsetzung des Krieges und sind überzeugt von der Unvermeidlichkeit ihres Sieges, ungeachtet der Zahl der Opfer des ukrainischen Volkes, die auf ihrem satanischen Altar dargebracht werden“. Oh, wie schön sie sprechen. „Dabei ist kaum anzunehmen, dass die Vereinigten Staaten aus dem Verkauf von Waffen, aus Geheimdienstinformationen und aus der Zielzuweisung ihrer Raketen auf russische Städte aussteigen werden. Womit kann der Kreml antworten? Wohl kaum mit einer allgemeinen Mobilmachung, der Zerstörung der Brücken über den Dnipro und der Tunnel in den Karpaten.“ Reine Poesie. „Wodurch kann man die Ukraine zwingen, um Frieden zu bitten, außer durch die Zerschlagung ihrer Armee und die Zerstörung der Front? Durch nichts. Also steht uns eine neue Eskalationsstufe bevor. Uns bleibt nur, auf Gott zu hoffen.“ Die Russen sollen nicht auf Gott hoffen. Gott sieht sie nicht und hasst sie, weil sie sich wie Söldner des Teufels benehmen. „Und auf den russischen Soldaten, der alles ertragen und vorwärtsgehen wird, ungeachtet von allem.“

Warum lese ich dieses Zitat eines Duma-Abgeordneten der Föderalen Versammlung der Russischen Föderation so ausführlich vor? Damit Sie sehen, dass selbst dieser Abschaum nicht erkennen kann, wo Russland die Ukraine in diesem Krieg besiegen könnte, und versteht, dass eine riesige Zahl russischer Soldaten ihr Leben auf unserem Territorium lassen wird, wenn Russland den Krieg fortsetzt. Und dass wir am Ende die Möglichkeit selbst der Wiederherstellung des russischen Volkes infrage stellen können. Denn alle jungen Männer in Russland werden schließlich in diese Armee gehen und in den ukrainischen Steppen sterben.

Für uns ist es wichtig, unsere eigenen Leute zu erhalten und alles zu tun, um möglichst viele russische Besatzer zu vernichten. Denn der Sieg in diesem Krieg hängt nicht nur von Stahl und Geld ab, sondern auch von der Demografie. Daran muss man ebenfalls denken.

Ich versuche Ihnen also zu erklären, dass es keine realen Möglichkeiten gibt, wie die Russen ihren Sieg in diesem Krieg wirklich erreichen könnten.

Nun noch eine der letzten Meldungen: Die Vereinigten Staaten und die Ukraine erwägen einen möglichen Besuch Volodymyr Zelenskys in Washington bereits in der Woche, die buchstäblich in einer Stunde beginnt. Die Reise wird jedoch nur stattfinden, wenn die Verhandlungen in Genf ernst genug verlaufen und Fortschritte erzielt werden. Konkrete Pläne für einen Besuch Zelenskys gibt es bislang nicht, aber es gibt noch eine Variante, die in Genf diskutiert wird – eine Reise des US-Heeresministers Driscoll nach Russland oder Gespräche mit russischen Vertretern auf neutralem Boden.

Russische Quellen teilen mit, dass die Russen derzeit keinerlei Pläne haben, sich mit den Amerikanern zu treffen. An diesem Punkt, denke ich, machen wir heute Schluss, Freunde. Ich denke, es liegen noch einige solcher schwierigen Tage vor uns.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: США змінюють мирний план | Віталій Портников. 23.11.2025.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 23.11.2025.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Trump schikaniert Zelensky | Vitaly Portnikov. 23.11.2025.

Donald Trump veröffentlichte kurz vor dem Treffen der amerikanischen, ukrainischen und europäischen Delegationen in Genf einen wütenden Beitrag in den sozialen Netzwerken, in dem er erneut der Ukraine Undankbarkeit gegenüber den Vereinigten Staaten für deren Bemühungen vorwarf, unsere Verteidigung gegen die russische Aggression zu unterstützen. 

Trump betonte abermals, dass der Krieg niemals begonnen hätte, wenn er nach den Wahlen 2020 Präsident der Vereinigten Staaten geblieben wäre, und beschuldigte sowohl die Vereinigten Staaten als auch die Ukraine jener Zeit eines Mangels an starker Führung.

Das heißt, diese Vorwürfe richten sich nicht nur gegen Trumps Nachfolger im Amt des US-Präsidenten, Joseph Biden – dem die Ukrainer die Hilfe verdanken, die wir nach Beginn der umfassenden russischen Aggression erhielten –, sondern auch gegen den ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky.

Trump behauptet, Biden habe der Ukraine die Hilfe kostenlos gewährt, und zeigt damit erneut, dass er nicht begreift, dass gerade die Vereinigten Staaten – und nicht das Opfer der Aggression – ein ureigenes Interesse daran haben müssen, einem Land zu helfen, das gegen Aggression kämpft und internationales Recht verteidigt. Daher wirkt die Frage der „Dankbarkeit“ aus Trumps Sicht wie ein groteskes Missverständnis der Gesetze moderner Politik.

Doch wie bekannt, versucht der amerikanische Präsident, mit seinen offensichtlichen Sympathien für autoritäre Führer und seinem realen Unverständnis für die Lage der heutigen Welt diese Gesetze so umzuschreiben, dass sie ihm gefallen.

Trotz des wütenden Tons der Aussagen des US-Präsidenten und der Großbuchstaben, die Trump gewöhnlich nutzt, wenn er seine irrationalen Positionen „beweisen“ will, muss man erkennen, dass hinter Trumps Ausfall durchaus eine klare Rationalität steckt. So bereitet sich Trump immer auf Verhandlungen vor: Er versucht, einen Vorteil zu erlangen, obwohl jeder sieht, dass der Kaiser nackt ist.

Es ist offensichtlich, dass Trump einen Plan verteidigt, den er möglicherweise gar nicht gesehen hat und der heute nahezu überall kritisiert wird – nicht nur in der Ukraine oder der Europäischen Union, sondern auch in den Vereinigten Staaten. Auch republikanische und demokratische Senatoren und Kongressabgeordnete äußern sich empört über diesen „Münchener Plan“, der an die Abmachungen des britischen Premierministers Neville Chamberlain mit Adolf Hitler erinnert.

Trump versteht sehr wohl, dass die Initiative der Autoren dieses Plans seine eigene Reputation beschädigen wird. Und dass er sich von seinen Träumen über den Nobelpreis – die zur fixen Idee des unausgeglichenen amerikanischen Präsidenten geworden sind – endgültig verabschieden muss, zumal vor dem Hintergrund eines möglichen Wiederaufflammens des Konflikts im Nahen Osten.

Gerade deshalb braucht der amerikanische Präsident, dass die ukrainische Delegation diesem absurden Plan zustimmt, ihn nicht – wie US-Außenminister Marco Rubio – in den meisten Punkten kritisiert und so die Möglichkeit eröffnet, schon kurz vor Thanksgiving, also in wenigen Tagen, eine Zeremonie zur Unterzeichnung eines amerikanisch-ukrainischen Plans zur Beendigung des Krieges durchzuführen.

Dass es in einer so kurzen Zeit völlig unmöglich ist, eine ganze Reihe juristischer und finanzieller Fragen zu klären, die in diesem Plan enthalten sind, scheint dem amerikanischen Präsidenten gar nicht in den Sinn zu kommen – oder es interessiert ihn schlicht nicht. Wie immer in Trumps politischer Karriere versucht der US-Präsident ausschließlich durch groben Druck und Arroganz Entscheidungen durchzusetzen, die dem gesunden Menschenverstand widersprechen. 

Er hofft, dass dieser Druck, der an mafiöse Erpressung erinnert und gegen Menschen gerichtet ist, die sich kaum gegen skrupellose Stärke wehren können, funktionieren wird – und dass die ukrainische Delegation den kapitulationsähnlichen Vorschlägen aus Trumps Umfeld zustimmt.

In dieser Situation erscheint es mir am logischsten und vernünftigsten, nicht auf die Beiträge Donald Trumps in den sozialen Netzwerken zu reagieren, diese Druckversuche und Großbuchstaben zu ignorieren und stattdessen an der eigenen Position festzuhalten. Es ist längst offensichtlich, dass diejenigen politischen Akteure gewinnen, die ihre Position wahren und Trumps hysterisches Verhalten ignorieren – denn der US-Präsident ist nicht in der Lage, lange Gegenwind auszuhalten.

Eine hervorragende Illustration ist das Herzliche Treffen des US-Präsidenten mit dem Bürgermeister von New York, Zahran Mamdani, der während seiner Wahlkampagne offen über die faschistische Ideologie sprach, von der sich Donald Trump leiten lasse, und über den „Diktator und Tyrannen im Präsidentensessel“.

Es ging sogar so weit, dass Trump akzeptierte, dass Zahran Mamdani ihn direkt im Oval Office einen Faschisten nannte. Denn offensichtlich spürte der US-Präsident, dass der Bürgermeister New Yorks keinerlei Kompromisse eingehen würde und dass nur eine Zusammenarbeit mit dem neuen Stadtoberhaupt Trump Hoffnung auf ein Mindestmaß an Stabilität in den Beziehungen zwischen der Bundesregierung und der New Yorker Verwaltung geben konnte.

Genau eine solche harte und kompromisslose, aber zugleich respektvolle Haltung muss jede Nation einnehmen, die es mit den Vereinigten Staaten zu tun hat, wenn diese von einem inkompetenten Präsidenten und seinem Umfeld geführt werden – einem Umfeld, das sich in erster Linie darauf konzentriert, Trump zu gefallen.

Und das ist noch nicht einmal das Schlimmste, denn offensichtlich ist, dass ein Teil dieses Umfelds – und vielleicht sogar Trump selbst – immer auch darauf ausgerichtet war, dem Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, zu gefallen, der diese Neigungen nutzt, um seine schrecklichsten politischen Träume und Ambitionen zu verwirklichen.


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп булить Зеленського | Віталій Портников. 23.11.2025.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 23.11.2025.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
https://youtu.be/EYpHtn3sBZwveröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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