Der russische Terror demoralisiert die Ukraine nicht. Kolumne von Vitaly Portnikov. 25.02.2026.


Ein ukrainischer Polizist am Ort der Explosion in einem Einkaufszentrum in Lwiw. 22. Februar 2026. Foto: Juri Djatschyschyn / AFP / East News

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Meldungen über Terroranschläge gegen ukrainische Polizisten führen zurück nach Moskau der frühen 2000er Jahre — zu den Sprengungen von Wohnhäusern, zu Explosionen in der Metro, zum „Nord-Ost“ und zu Beslan. Damals half die Atmosphäre der Angst der russischen Macht, sich zu festigen und ein gesellschaftliches Mandat für die Fortsetzung des Krieges zu erhalten. Heute setzt der Kreml erneut auf Terror — nun jedoch in der Ukraine. Doch die russische Erfahrung zeigt, dass Angst nicht immer zur Kapitulation führt. Manchmal stärkt sie nur den Widerstand.

Zurück in die Vergangenheit

Die erschütternden Nachrichten über Terrorakte gegen ukrainische Polizisten versetzten mich unerwartet in das Moskau der Zeit des zweiten Tschetschenienkriegs zurück. Die Stadt — und ganz Russland — lebten damals in einer Atmosphäre unaufhörlichen Terrors. Explosionen in der Metro, gesprengte Wohnhäuser in den Schlafvierteln der russischen Hauptstadt, Dubrovka, später Beslan …

All das erzeugte ein lähmendes Gefühl der Angst, erklärte die Notwendigkeit der Fortsetzung des Krieges im Kaukasus und die Bedeutung einer „starken Hand“. All das half dem Regime der Tschekisten, aus dem Schatten der Jelzin-Jahre zu treten und sich endgültig als vollwertige Herren Russlands zu etablieren.

Der neue Terror trägt ebenfalls das unverkennbare Siegel des FSB — nur mit einem anderen Ziel: der Destabilisierung der Gesellschaft in einem feindlichen Land. Bereits 2014 behauptete man im Kreml, man strebe keinen umfassenden Krieg mit der Ukraine an, sei jedoch bereit, im Osten und Süden des Landes „Benzin ins Feuer zu gießen“ — in der Erwartung, dass Destabilisierung und Demoralisierung der Gesellschaft die Kontrolle über den größten Teil des ukrainischen Territoriums ohne Kampf ermöglichen würden.

Der Kreml setzt auf Destabilisierung

Ja, der Februar 2022 verschob die Prioritäten zugunsten offener Eroberungspläne. Doch jetzt, da es der russischen Armee nach vier Jahren erbitterten Krieges nicht gelungen ist, auch nur das gesamte Gebiet der Region Donezk unter Kontrolle zu bringen, richtet sich das Interesse des Kremls erneut auf Destabilisierung. Und Destabilisierung erweist sich — wie schon so oft — als wichtiger als der Krieg selbst.

Die Anschläge auf Polizisten verfolgen mehrere Ziele zugleich. Erstens soll demonstriert werden, dass die Ukraine als Staat nicht funktioniert: Wenn nicht einmal die Sicherheit der Ordnungskräfte gewährleistet werden kann, worauf kann dann ein gewöhnlicher Mensch hoffen?

Zweitens eröffnet sich die Möglichkeit, in sozialen Netzwerken eine Kampagne gegen die Polizei zu organisieren — sowohl mithilfe eigener Bots als auch mithilfe „nützlicher Idioten“ — die finden sich immer. Die Hauptaufgabe besteht darin, zu destabilisieren. Und das Ziel der Destabilisierung ist es, die ukrainische Gesellschaft von der Unvermeidlichkeit und Notwendigkeit einer Kapitulation zu überzeugen.

Und genau in dieser Wette auf Destabilisierung liegt einer der größten Fehler des Kremls in diesem Krieg. Es ist geradezu erstaunlich — einen Krieg gegen eine ehemalige Sowjetrepublik zu führen und zugleich zu glauben, man kämpfe gegen eine völlig anders strukturierte Gesellschaft!

Die Ukrainer werden weiter Widerstand leisten

Die Explosionen von Wohnhäusern in Moskau hätten Putin eigentlich vom Gegenteil überzeugen müssen. Die Mehrheit der Russen begann nicht, ein Ende des Krieges zu fordern, der ihnen so viel Leid gebracht und ihnen faktisch das Gefühl der Sicherheit genommen hatte. Im Gegenteil: Der Kreml erhielt von der Bevölkerung ein Mandat zur Fortsetzung der Kampfhandlungen.

So überzeugt auch der Terror Moskaus in der Ukraine die Ukrainer von der Notwendigkeit weiteren Widerstands, weil er anschaulich zeigt, wozu Russland fähig ist und was es tun könnte, sollte es den Krieg gewinnen. Destabilisierung ist kein Schlüssel zur Demoralisierung, sondern ein Beweis für die Notwendigkeit, den Widerstand gegen den Feind fortzusetzen und Bedingungen nicht zu akzeptieren, die der Ukraine ihre Souveränität nehmen würden.

Das Unverständnis dieser einfachen Tatsache ist eines der zahlreichen Paradoxe dieses Krieges. So wie die Ukrainer nicht bereit sind zu begreifen, dass keinerlei soziale Probleme die chauvinistisch gesinnte Mehrheit der Russen dazu bringen werden, die Unterstützung für den Krieg und für Putins Regime aufzugeben, so kann man in Russland nicht verstehen, dass weder Entbehrungen noch Terroranschläge die Ukrainer dazu bewegen werden, auf ihr eigenes Land und ihre Identität zu verzichten.

Dieses erstaunliche Unverständnis dessen, was geschieht, wird letztlich zur Formel eines nun schon im fünften Jahr andauernden Krieges — und zur Antwort auf die Frage, warum es so schwierig, wenn nicht unmöglich ist, ihn in absehbarer Zukunft zu beenden.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Российский террор не деморализует Украину. Колонка Виталия Портникова. 25.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 25.02.2026.
Originalsprache: ru
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Die Ebenen des Krieges | Vitaly Portnikov. 23.02.2026.

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Wenige Tage vor dem vierten Jahrestag des Beginns des großen russischen Angriffs auf die Ukraine erschütterte eine Explosion im Zentrum von Lwiw die Stadt, die von den Strafverfolgungsbehörden als Terroranschlag eingestuft wurde.

Das Geschehene erinnerte erneut an die Vielschichtigkeit des russisch-ukrainischen Krieges, daran, dass er nicht ausschließlich auf ein Aufeinandertreffen von Armeen reduziert werden kann. Schließlich wird der Krieg gegen die Ukraine von einem Staat geführt, in dem die Macht von den Geheimdiensten monopolisiert ist – den Nachfolgern des ehemaligen Komitees für Staatssicherheit der UdSSR, das unter den neuen historischen Bedingungen unter den Bezeichnungen Föderaler Sicherheitsdienst und Auslandsgeheimdienst Russlands existiert. Doch die wichtigste Institution, die der KGB erlangt hat, ist das Amt des Präsidenten Russlands. Das wichtigste Büro des Landes, von dem die Tschekisten immer geträumt haben: Welcher Wachmann möchte nicht einmal auf dem Stuhl seines eigenen „Objekts“ sitzen!

Man muss verstehen, dass sich der Krieg der Tschekisten vom Krieg der Generäle unterscheidet. Ja, im Kreml würde man sich natürlich wünschen, dass die Armee einfach das gesamte Territorium der Ukraine einnimmt und dem FSB ermöglicht, zu den Verfahren der „Filtration“ und „Feinderkennung“ überzugehen. Doch wenn es dem Militär, das für Putin nur eines der Instrumente zur Erreichung seines Ziels ist, nicht gelingt, heißt das nicht, dass sich der FSB beruhigt und auf das Ergebnis der militärischen Handlungen wartet.

Die Destabilisierung eines feindlichen Landes durch Terror ist ein wichtiger Faktor zur Unterstützung der Armee, denn sie erlaubt es, die Bevölkerung eines solchen Landes in ständiger Anspannung zu halten, unerwünschte Politiker und Aktivisten auszuschalten und neue Spaltungslinien zu schaffen. Übrigens: Wenn ich von einem feindlichen Land spreche, möchte ich daran erinnern, dass für die Spitze des FSB zeitweise auch Russland selbst ein solches Land war – damals, als es in der russischen Gesellschaft noch Stimmungen gab, die mit dem Wunsch nach einem normalen menschlichen Leben verbunden waren. Die Armee führte Krieg in Tschetschenien, während die Tschekisten Terror organisierten, Wohnhäuser in Moskau und anderen russischen Städten sprengten, oppositionelle Politiker und Journalisten ermordeten – also „arbeiteten“.

Ein weiterer wichtiger Faktor bei dem Versuch, die Ukraine zu erobern, ist politische Propaganda. Bis 2014 wurde sie – gemeinsam mit den der ukrainischen Macht und den Oligarchen nahestehenden Fernsehsendern wie „Inter“ oder „1+1“ – vom russischen Fernsehen betrieben, das für viele Ukrainer die wichtigste Informationsquelle blieb. Gerade dieses Fernsehen trug zum Sieg von Leonid Kutschma bei den Präsidentschaftswahlen 1994 und von Viktor Janukowytsch 2010 bei und half damit real bei der Degeneration der ukrainischen Gesellschaft und dabei, die Ukraine in der „Grauzone“ des russischen Einflusses zu halten. Nach 2014 wurde das russische Fernsehen durch die Sender Medwedtschuks ersetzt, und nach 2022 begannen anonyme Telegram-Kanäle eine ebenso wichtige Rolle bei der „Verdummung“ der Ukrainer zu spielen. Und jetzt sehe ich eine neue Tendenz: Die Russen werden mit Hilfe Rechtsradikaler aus dem Westen auf den ukrainischen Markt zurückkehren. Formal werden wir die Eröffnung irgendwelcher amerikanischer oder europäischer Medien sehen, faktisch wird es derselbe FSB sein.

Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor ist wirtschaftlicher Druck – verbunden mit der Bestechung nicht nur von Machthabern und Oligarchen, sondern auch der Bevölkerung selbst, die das alte Sprichwort von der Mausefalle und dem kostenlosen Käse allzu gern vergisst – oder besser gesagt: vom billigen Gas. Mit Hilfe von Gas versuchte man bereits zu Zeiten Boris Jelzins, die Ukraine festzuhalten und ihre Hinwendung zum Westen zu verhindern. Putin war bereits zu offenem Erpressen bereit, das sich nach dem Maidan 2004 und dem Sieg von Viktor Juschtschenko bei den Präsidentschaftswahlen noch verstärkte. Und niemand hat gesagt, dass Russland künftig keine wirtschaftlichen Instrumente einsetzen wird – mehr noch: Selbst wenn man sich die derzeit unrealistische Situation eines baldigen Endes der Kampfhandlungen vorstellen würde, wird der Kreml versuchen, Instrumente wirtschaftlicher Erpressung in jedes Friedensabkommen einzubauen. Natürlich mit Unterstützung der amerikanischen Administration, in der selbst auf der Ebene von Vizepräsident J. D. Vance von der Bedeutung des Handels zwischen Russland und der Ukraine gesprochen wurde. Wie könnte man eine solche Sichtweise nicht ausnutzen?

Die Aufzählung all dieser Instrumente überzeugt davon, dass es auf die Frage „Wann wird der russisch-ukrainische Krieg enden?“ nur eine richtige Antwort gibt – niemals. Solange die Russen glauben, dass die ukrainische Staatlichkeit liquidiert und das ukrainische Volk ausgelöscht werden muss, wird der Konflikt gleichzeitig auf mehreren Ebenen der Eskalation weitergehen, selbst wenn Moskau nicht genug Kräfte für intensive militärische Aktionen hat. Auf genau eine solche Entwicklung sollten sich sowohl die Bürger der Ukraine vorbereiten, die zu Hause leben, als auch jene, die sich im Ausland befinden.

Denn die Bewahrung des Staates und des ukrainischen Volkes unter den Bedingungen eines langen Krieges, von Terror, Propaganda und wirtschaftlichem Druck wird unsere wichtigste Aufgabe bleiben. Und die Jahre des russisch-ukrainischen Konflikts – selbst wenn man seinen Beginn auf den Maidan 2013–2014 und den russischen Einmarsch auf der Krim und im Donbas datiert – haben gezeigt, dass man einer solchen Aufgabe selbst in den schwersten Momenten gewachsen sein kann, vorausgesetzt, man bewahrt Einheit, gesunden Menschenverstand und ein realistisches Verständnis der Lage.


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Art der Quelle: Essay
Titel des Originals: Поверхи війни. Віталій Портников. 23.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 23.02.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Neue Terroranschläge in der Ukraine | Vitaly Portnikov. 23.02.2026.

Explosion in Mykolajiw an einer stillgelegten Tankstelle, als Polizeibeamte zur Schichtablösung dort eintrafen. Sieben Personen wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Und eine Explosion in einer Polizeidienststelle in der Region Dnipropetrowsk. Zum Glück gab es dort keine Todesopfer. Und all das vor dem Hintergrund des jüngsten Terroranschlags in Lwiw, als Polizisten zu einem fingierten Notruf wegen eines angeblichen Eindringens in ein Geschäft gerufen wurden. Wie Sie wissen, kam dabei eine Polizistin ums Leben, viele Menschen wurden verletzt.

Natürlich ist das kein Zufall. Das ist der Beginn einer neuen Putin’schen Spezialoperation gegen die Ukraine – nun verbunden mit Terror, und zwar gezielt mit Terror gegen die Nationale Polizei der Ukraine, gegen die Strafverfolgungsbehörden. Putin denkt überhaupt nicht in Kategorien eines klassischen Krieges als Frontverlauf, sondern in einer Reihe von Spezialoperationen, die er zur Erschöpfung und Zerstörung des Gegners durchführt. Das ist die elementare Logik eines Offiziers des ehemaligen Komitees für Staatssicherheit der Sowjetunion, das später zum Föderalen Sicherheitsdienst der Russischen Föderation wurde. Und jetzt sehen wir eine neue Phase dieser Tätigkeit Putins, eine neue Spezialoperation – Terror gegen Polizisten, gegen Sicherheitsorgane.

Warum gerade gegen die Polizei? Das ist selbstverständlich der Versuch, Unzufriedenheit mit der Staatsmacht als solcher zu provozieren. „Sie ist ineffektiv, unsere Polizei ist ineffektiv. Normale Menschen werden nicht in die Luft gesprengt – Polizisten schon. Mit ihnen hat man natürlich kein Mitleid, weil sie ihre Arbeit schlecht machen. Sie sind ohnehin korrupt, sie verdienen unser Vertrauen nicht. Warum sollten wir mit ihnen Mitleid haben?“ Selbst wenn solche Stimmungen nicht unter vielen Menschen vorhanden sind, werden sie von russischen Bots in den sozialen Netzwerken angeheizt werden. Und natürlich ist auch das Teil der Arbeit zur Schwächung der Ukraine.

Schon als wir vom Terroranschlag in Lwiw erfuhren, sagte ich, dass dies erst der Anfang sei. Wie wir sehen, ließen die Ereignisse leider nicht lange auf sich warten. Man möchte den in Mykolajiw verletzten Polizisten und ihren Angehörigen sein Mitgefühl aussprechen. Selbstverständlich kann es weitere Terrorakte geben, die gezielt darauf ausgerichtet sind, eine Welle des Misstrauens in der ukrainischen Gesellschaft gegenüber den Strafverfolgungsbehörden zu erzeugen.

Das ist systematische Arbeit. Es gibt einen Plan, es gibt Verantwortliche, sie erfüllen ihre Aufgaben. So war es beispielsweise auch in Russland selbst während des zweiten Tschetschenienkrieges, als plötzlich Wohnhäuser in die Luft flogen. Zunächst in Wolgodonsk – und wie es in der Russischen Föderation üblich ist, beunruhigte die Explosion eines Hauses in einer fernen Provinz niemanden besonders. Russland lebt generell nicht mit Blick auf seine Provinz. Dann begannen Häuser in Moskau selbst zu explodieren – was natürlich sofort zu Hauptnachrichten im damaligen russischen Staat wurde.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Häuser explodierten in Wohnbezirken, nicht im Zentrum Moskaus, um zu zeigen, dass die Terroristen Menschen angreifen, die völlig außerhalb der Politik stehen, außerhalb der Elite, die nichts mit den Ereignissen im Kaukasus zu tun haben. Aber diese niederträchtigen Leute töten einfache, unbeteiligte Menschen. Und die Explosionen hörten erst auf, als in einem Haus in Rjasan, das offenbar das nächste Opfer der FSB-Leute werden sollte, zufällig Sprengstoffvorräte entdeckt wurden.

Dem damaligen Leiter des Föderalen Sicherheitsdienstes Russlands, einem der engsten Vertrauten Putins – Patruschew –, blieb nichts anderes übrig, als die öffentliche Meinung auf ihre Gutgläubigkeit zu testen und sich damit zu rechtfertigen, dass es sich gar nicht um Sprengstoff, sondern um Zucker gehandelt habe – und überhaupt seien es nur gewöhnliche FSB-Übungen gewesen.

Dabei verstand jeder sehr gut, dass es nur eine Organisation gibt, die an jenen Sprengstoff gelangen konnte, der bei den Explosionen der Häuser in der russischen Hauptstadt verwendet wurde. Und als dieser Sprengstoff in Rjasan gefunden wurde – er wurde nur in einem einzigen Betrieb hergestellt und um ihn zu erhalten, brauchte man eine entsprechende Genehmigung aus Moskau, vom FSB –, irritierte das niemanden. Nicht einmal, als der Sänger des russischen Regimes, der Schriftsteller Prochanow, den Roman „Herr Hexogen“ über diese Ereignisse schrieb.

Und jetzt sehen wir eine sehr ähnliche Situation – ebenfalls ohne besondere, ich würde sagen, intellektuelle Anstrengung, einfach nach einem Dienstplan, der offensichtlich von jemandem aus der Führung des Föderalen Sicherheitsdienstes Russlands oder des Auslandsgeheimdienstes der Russischen Föderation oder eben jener Hauptverwaltung des Generalstabs gebilligt wurde, deren Leiter noch vor kurzem von Putin als Chef der russischen Delegation bei Verhandlungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten eingesetzt wurde.

Fast jeden Tag nun Anschläge gegen Polizisten, die einerseits Hass auf die Polizei schüren und andererseits die Gesellschaft einschüchtern sollen: „Wenn sogar die Polizei in die Luft gesprengt wird, welche Sicherheitsgarantien können wir dann noch haben?“ – damit die Menschen das häufiger sagen, damit es mehr Destabilisierung gibt, damit mehr Verständnis entsteht, dass der einzige Ausweg für einfache Menschen, wenn sie überleben wollen, die Kapitulation vor Russland zu Putins Bedingungen sei.

Und dass das so nicht funktioniert, dass die Zunahme des Terrors neben den fortgesetzten massiven Angriffen gegen die Ukraine die Ukrainer nicht zur Kapitulation und zur Zustimmung zur Zerstörung ihres Staates bewegt – das beunruhigt weder Putin noch seine Kollegen an der Lubjanka. Sie sind es gewohnt, nach genehmigten Plänen von Spezialoperationen zu arbeiten und fest daran zu glauben, dass diese Pläne früher oder später zu dem Ergebnis führen werden, das der Präsident der Russischen Föderation benötigt – zur Erfüllung jener Aufgabe, die Putin seinen FSB-Leuten und Militärs bereits im Februar 2022 gestellt hat, als er die Entscheidung traf, die Ukraine anzugreifen, um die ukrainische Führung und später auch die ukrainische Staatlichkeit zu liquidieren.

Praktisch genau am 23. Februar 2022 hatte Putin sich endgültig über das Tempo seiner Spezialoperation und darüber entschieden, wie sie sich entwickeln sollte. Und jetzt, da von seinem Blitzkrieg nicht einmal mehr eine Erinnerung geblieben ist, bleibt ihm nichts anderes übrig, als den Terror fortzusetzen.


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Titel des Originals: Нові теракти в Україні | Віталій Портников. 23.02.2026.
Autor / Verfasser / Kanal: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 23.02.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Putin rettet den Iran | Vitaly Portnikov. 23.02.2026.

Am Vorabend eines möglichen neuen Schlages der Vereinigten Staaten gegen den Iran berichtet die Zeitung Financial Times über ein geheimes Abkommen zwischen den Regierungen der Russischen Föderation und der Islamischen Republik, das auf eine erhebliche Verstärkung der iranischen Luftverteidigung abzielt.

Es geht vor allem um Luftverteidigungssysteme kurzer Reichweite. Im Zentrum des Geschäfts steht der Flugabwehrkomplex „Werba“, der unter Bedingungen von Wärme-Störsignalen effektiv arbeitet.

Die Financial Times stellt fest, dass diese russische Entwicklung eine der effektivsten in ihrem Bereich ist. Und damit kann man bezeugen, dass der russische Präsident Wladimir Putin eine Entscheidung zur faktischen Rettung des Iran getroffen hat – in einer Situation, in der der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, weiterhin der Führung der Islamischen Republik mit neuen Schlägen gegen Entscheidungszentren und militärische Objekte in Teheran und anderen Städten des Iran droht.

Berichte über eine neue militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Iran erscheinen zudem vor dem Hintergrund von Behauptungen, dass Donald Trump höchstwahrscheinlich eine Entscheidung über einen gezielten Schlag gegen iranische Objekte treffen könnte. Und selbstverständlich wird das Vorhandensein russischer Luftverteidigungssysteme es Teheran – zumindest aus Sicht der militärischen und politischen Führung der Islamischen Republik – ermöglichen, einen solchen Angriff effektiv abzuwehren, was wiederum die Wirksamkeit der amerikanischen Drohungen mindern würde.

Damit beobachten wir eine recht paradoxe Situation. Während die Vereinigten Staaten sich im Wesentlichen einer effektiven Unterstützung der ukrainischen Luftverteidigung angesichts der verstärkten russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Nachbarlandes enthalten und ihre Vermittlerrolle bei den russisch-ukrainischen Verhandlungen betonen, als würden sie nicht bemerken, wer Aggressor und wer Opfer in dem Krieg ist, den Wladimir Putin vor vier Jahren gegen die Ukraine begonnen hat, nimmt die Russische Föderation ihre Bündnisverpflichtungen gegenüber dem Iran deutlich ernster.

Wie bekannt, enthielt das Abkommen über gegenseitige Hilfe zwischen Moskau und Teheran – anders als das Abkommen zwischen Moskau und Pjöngjang – keinen Passus über militärischen Schutz im Falle eines Angriffs auf eine der Vertragsparteien. Doch nun unternimmt Russland trotz dieses Unterschieds ernsthafte Schritte zur Stärkung der militärischen Macht des Iran, ungefähr so, wie es dies mit Nordkorea tut – nach Ansicht vieler Beobachter im Austausch nordkoreanischer Waffen und der Beteiligung nordkoreanischer Militärangehöriger am Krieg Russlands gegen die Ukraine gegen die Lieferung von Hochtechnologien an Pjöngjang, die für die Modernisierung des nordkoreanischen Nuklearkomplexes wichtig sind.

Und die Vereinigten Staaten scheinen diese russische Position nicht zu bemerken und versichern die Welt weiterhin von der Bereitschaft Präsident Wladimir Putins, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden und ein sogenanntes Geschäft mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump einzugehen. Mehr noch: In Washington denkt man immer noch über eine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation nach, während Russland kaltblütig Maßnahmen ergreift, um die amerikanischen Möglichkeiten im Nahen Osten zu untergraben, was sich selbstverständlich sowohl auf die politischen Ratings des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, als auch auf die regionalen Positionen der Vereinigten Staaten auswirken wird.

Und das in einer Zeit, in der sowohl Präsident Donald Trump als auch der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu die Öffentlichkeit weiterhin von ihren guten Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin überzeugen. Objektiv betrachtet unternimmt Putin jedoch Schritte, die darauf abzielen, die Rolle der Vereinigten Staaten im Nahen Osten erheblich zu schwächen, für Israel eine reale Bedrohung durch einen effektiven Raketenangriff seitens des Iran zu schaffen, auf den Israel nicht mehr so reagieren könnte wie in der jüngeren Vergangenheit.

Und selbstverständlich werden in einer Situation, in der ein Kompromiss mit dem Iran gesucht werden muss, auch die so Russland nahestehenden Monarchien des Persischen Golfs auftreten, die ebenfalls Schritte zur Herstellung vertrauensvoller Beziehungen zu Wladimir Putin unternommen haben.

Wie man so sagt: Wenn du dich freiwillig mit einem Raubtier in einen Käfig begibst, wundere dich nicht, wenn es dir am Ende den Kopf abbeißt. Und sei froh, wenn dein Kopf heil bleibt und du nur weniger bedeutende Körperteile verlierst.

Dass man in der Administration von Präsident Trump – möglicherweise aufgrund der Inkompetenz des amerikanischen Staatsoberhauptes selbst, möglicherweise aufgrund der Unfähigkeit seiner Mitarbeiter, die Situation zu verstehen, oder aufgrund ihres Unwillens, den alternden Präsidenten zu verärgern – den militärischen Bund zwischen Russland und dem Iran und dessen Festigung vor dem Hintergrund von Trumps Drohungen gegen die Islamische Republik entschieden nicht wahrnehmen will, ist selbstverständlich nicht nur ein Problem für die amerikanische Administration und für Trump, der während seiner Zeit im Oval Office bereits eine Reihe inkompetenter politischer Entscheidungen getroffen hat – nicht nur im Zusammenhang mit der Situation im Nahen Osten –, sondern ein Problem für den gesamten Nahen Osten und selbstverständlich für die ganze Welt.

Denn wenn Russland tatsächlich die Möglichkeit erhält, ungestraft das Luftverteidigungssystem des Iran zu stärken und dem iranischen Regime Zuversicht in den morgigen Tag und Bereitschaft zur Konfrontation mit den Vereinigten Staaten und Israel zu verleihen, wird sich dies sowohl auf die Stabilität im Nahen Osten als auch auf die Positionen Russlands in Europa und im postsowjetischen Raum auswirken – und vor allem auf die geopolitische Position der Volksrepublik China, die formal nicht an der Wiederaufrüstung des Iran beteiligt ist, in Wirklichkeit jedoch sowohl Moskau als auch Teheran ermöglicht, den lästigen Trump mit all seinen Drohungen zu ignorieren. Denn gerade der Ankauf russischen und iranischen Öls durch China schafft die Plattform, die es dem Iran erlaubt, für russische Waffen zu bezahlen, und Russland letztlich ermöglicht, diese zu produzieren.

Und nicht zu bemerken, dass beide Länder als Stellvertreter der Volksrepublik China in deren geopolitischer Konfrontation mit den Vereinigten Staaten agieren, kann wiederum nur Donald Trump, der noch immer Illusionen darüber hegt, er könne Russland von China lösen und profitable Verträge abschließen, die Billionen Dollar für seine nächsten Verwandten und Berater einbringen sollen – die möglicherweise gerade aus persönlichem Interesse die Wahrheit über die russisch-amerikanischen Beziehungen und über all die Gefahren, die eine solche Entwicklung aus Eigennutz und Kurzsichtigkeit für die Vereinigten Staaten, für Israel und für andere amerikanische Verbündete im Nahen Osten mit sich bringt, entweder vor dem amerikanischen Präsidenten oder vor sich selbst verbergen. 

Doch etwas anderes von der Herrschaft Trumps in Bezug auf die Stabilität der Lage in der Region zu erwarten, scheint mir von niemandem mit klarem Verstand je ernsthaft erwartet worden zu sein.


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Titel des Originals: Путин спасает Иран | Виталий Портников. 23.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 23.02.2026.
Originalsprache: ru
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Russland rekrutiert Terroristen | Vitaly Portnikov. 22.02.2026.

Der Organisation des Terroranschlags in Lwiw wird eine Einwohnerin von Kostopil im Gebiet Riwne, Iryna Sowetzi, verdächtigt, die wenige Wochen vor der Tat nach Lwiw gezogen war. Nach vorläufigen Angaben könnte sie Anweisungen zur Durchführung dieses Anschlags über Telegram erhalten haben.

Und wir sehen, dass die Durchführung dieser sogenannten weiteren Spezialoperation ziemlich amateurhaft wirkt. Die Frau verließ den Ort, an dem der Sprengsatz deponiert wurde, mit einem gewöhnlichen Taxi. Sie wurde relativ schnell gefunden. Doch das ist eine absolut typische Taktik der russischen Geheimdienste – nach Menschen zu suchen, die bereit sind, ein Verbrechen zu begehen. Diese Menschen kümmern ihre Kuratoren selbstverständlich nicht. Das Wichtigste ist, in der Gesellschaft eine Atmosphäre des Misstrauens und des Hasses zu säen.

Hasses – gegen wen? Wir verstehen, gegen wen. Gegen den Staat. Denn die Idee besteht darin, dass die Begehung terroristischer Aktionen gerade gegen Vertreter des Staates es ermöglicht, entsprechende Propagandakampagnen in denselben sozialen Netzwerken zu starten, die zur Rekrutierung von Saboteuren genutzt werden, die Terrorakte begehen – gegen die Territorialen Rekrutierungszentren, gegen andere staatliche Institutionen, die „doch einfach leben, wie sie wollen, während wir im Krieg leiden“. Auf dieser Grundlage können Tausende Bots aktiviert werden.

Und das ist ebenfalls, wie ich bereits mehrfach betont habe, Teil des Krieges. Denn für Putin und seine Mitstreiter ist Krieg nicht nur militärisches Handeln. Mehr noch, ich würde sagen, dass diese Leute sich mit militärischen Handlungen gar nicht besonders auskennen, weil sie aus dem System des ehemaligen Komitees für Staatssicherheit der Sowjetunion stammen. Und genau deshalb halten sie jegliche Spezialoperationen, jegliche terroristische Handlungen für ein viel gewichtigeres Argument bei der Schaffung entsprechender Stimmungen in der Gesellschaft als alle anderen Handlungen, die mit der weiteren Entwicklung der Ereignisse an der Front zusammenhängen.

So haben sie auch im eigenen Land gehandelt. Ich möchte daran erinnern, dass während der Tschetschenienkriege, besonders während des zweiten Tschetschenienkrieges, vor allem versucht wurde, in der russischen Gesellschaft eine Atmosphäre der Panik und Angst zu säen. Die Idee bestand darin, dass eine solche Atmosphäre es der Macht erlauben würde, im Kaukasus zu tun, was immer sie wollte.

Ich erinnere mich sehr gut, wie der erste Tschetschenienkrieg mit Hilfe von Geschichten über Russen vorbereitet wurde, die bei den Tschetschenen als Sklaven gehalten würden. Ich erinnere mich, was während des zweiten Tschetschenienkrieges geschah, als Wohnhäuser in Moskau und anderen russischen Städten explodierten und die Menschen bereit waren, jeder Handlung ihrer eigenen Regierung zuzustimmen – solange sie nur Ordnung schuf und das terroristische Nest in Tschetschenien vernichtete.

Und dass faktisch Teppichbombardements von Grosny und anderen tschetschenischen Städten und Siedlungen stattfanden, kümmerte in Russland natürlich niemanden. Denn wenn ein Mensch in Angst lebt, denkt er nicht über solche Kategorien nach. Er will nur, dass ihm und seiner Familie ein Gefühl von Sicherheit gegeben wird.

Hier ist im Grunde die gleiche Situation, nur mit einem anderen Nenner. Die Ukrainer sollen Sicherheit wünschen und begreifen, dass ihre Regierung diese Sicherheit nicht garantiert, dass Sicherheit für sie und ihre Familien nur im Falle der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges gewährleistet werden kann. Und der russisch-ukrainische Krieg hat nur ein reales Rezept für sein Ende: die Kapitulation der Ukraine vor Russland und das Verschwinden des ukrainischen Staates von der politischen Landkarte dieser Welt.

Welchen Unterschied macht es, unter welcher Flagge Sie leben, wenn Ihnen nichts droht, wenn Sie von einer viel effektiveren Regierung geschützt werden als Ihrer ukrainischen? Dass diese effektive russische Regierung selbst Anschläge inszeniert und nun auch uns Anschläge beschert – das wird die von der terroristischen Welle verängstigten Menschen natürlich nicht interessieren, zumal wenn sie entsprechend in sozialen Netzwerken vorbereitet wurden. Denn das ist eine mehrschichtige Arbeit: Einerseits die Suche, Vorbereitung und Bezahlung von Saboteuren in sozialen Netzwerken, andererseits die Suche, Vorbereitung und Propagierung nützlicher Idioten in sozialen Netzwerken.

Und hier muss klar gesagt werden, dass die Russen Meister sind. Schon die Entstehung  von Telegram zeigt, dass die alte Schule nicht vergessen wurde. Telegram ist zu einem echten, ich würde sagen, meisterhaften Instrument der Desinformation geworden.

Ich erinnere mich gut daran, wie in den Zeiten meiner beruflichen Jugend, als klar wurde, dass niemand Vertrauen in die Informationen der sowjetischen Nachrichtenagentur TASS hatte – auch nicht ausländische Journalisten, die damals in die Sowjetunion kamen, um über Gorbatschows Perestroika zu berichten – eilig eine unabhängige Nachrichtenagentur Interfax gegründet wurde, deren Sitz und Büros sich im staatlichen Rundfunk- und Fernsehkomitee der Sowjetunion befanden und später auch am Alten Platz im Zentralkomitee der KPdSU, die jedoch als unabhängige Agentur wahrgenommen wurde. Diese schuf übrigens später auch eine entsprechende Filiale in der Ukraine, die dem zweiten Präsidenten der Ukraine, Leonid Kutschma, half, der für seine engen Beziehungen zu Boris Jelzin und dessen Premierminister Wiktor Tschernomyrdin bekannt war. Und man muss sagen, dass ausländische Journalisten vollkommen in diese Falle tappten und lange Zeit Interfax vertrauten, während entsprechende Nachrichten von TASS bei ihnen keinerlei Vertrauen erweckten.

So ist es auch mit Telegram: Als die Russen erkannten, dass die Ukrainer ihren Fernsehsendern nicht mehr vertrauen, dass es keine Medwedtschuk-Kanäle mehr gibt, verstanden sie schnell, dass man ein Netzwerk anonymer Kanäle schaffen kann, die einerseits das schreiben, was der durchschnittliche Ukrainer entsprechend seinem recht einfachen Politikverständnis lesen möchte – ein Verständnis, das zusätzlich noch durch die Fernsehserie über „Diener des Volkes“ geprägt wurde – und andererseits unter diesem Deckmantel Informationen liefern, die der russischen Führung und den russischen Geheimdiensten nützen, und gleichzeitig auf Telegram Ausführende für die Absichten der russischen Geheimdienste suchen.

Und in diese Falle geriet nicht nur der durchschnittliche Ukrainer, der anonyme Information nicht von professioneller unterscheiden kann. Nein, in diese Falle geriet ein ganzes Büro des ukrainischen Präsidenten, das ein eigenes Netzwerk von Kanälen schuf – angeblich, um den Informationsraum zusätzlich zum unbeholfenen „Marathon“ zu monopolisieren, in Wirklichkeit aber, um genau nach dem Szenario zu handeln, das in den Büros an der Lubjanka geschrieben wurde.

Und wenn der Präsident der Ukraine jetzt von einer möglichen Rekrutierung der Saboteurin über Telegram spricht, sollte er daran denken, dass in eben diesem Telegram ein ganzes Netzwerk von Kanälen existiert, die weniger auf reale Information als auf Propaganda im Interesse bestimmter politischer Kräfte und einzelner Personen ausgerichtet sind – Personen, die entweder tatsächlich mit der Macht verbunden sind oder Teil der Macht sind –, auf den Kampf gegen die Opposition, auf den Kampf gegen nüchterne Meinungen.

Und das ist ebenfalls Sabotage. Sabotage, die den Russen ungefähr so nützt wie der Terroranschlag in Lwiw und alles, was sie weiter planen werden – sowohl mit Hilfe dieses sozialen Netzwerks als auch mit anderen, an der Lubjanka gut bekannten Instrumenten.

Das sind die Schlussfolgerungen, die man ziehen muss, wenn wir über die Tragödie von Lwiw sprechen.


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Titel des Originals: Росія вербує терористів | Віталій Портников. 22.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 22.02.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Museum der Illusionen. Vitaly Portnikov. 22.02.2026.

https://zbruc.eu/node/123657?fbclid=IwZnRzaAQI6QRleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZAo2NjI4NTY4Mzc5AAEeMLvClG6pUjDGijLySlGsrxClW8OhyQq_UvdPJ_iuMtS7MaCMzmIf-5ZAqDM_aem_YUC9fl-d5AyhPXHjne7WEQ

In den letzten Jahrzehnten sind Museen der Illusionen zu einem echten Markenzeichen des Welttourismus geworden – wohin man auch reist, man kann immer ein solches besuchen. Paris, Vilnius, Barcelona, Wien, Krakau, New York, Washington, Philadelphia, San Diego, San Francisco, Denver, Tel Aviv, Dubai, Osaka, Shanghai, Kapstadt, Nairobi, Sydney… Allein die Aufzählung der Städte würde fast den gesamten Umfang dieses Textes einnehmen. Und in dieser Industrie gibt es ein bestimmtes Merkmal unserer Zeit – die Menschen wollen der Realität immer mehr entfliehen, von Computerspielen bis hin zu entsprechenden Museen…

Wenn man die Situation aufmerksam betrachtet, sehen wir, dass unser ganzes Leben inzwischen in einem Museum der Illusionen vergeht. Die Ukrainer – zumindest die überwiegende Mehrheit – hatten die Illusion, dass Russland die Ukraine niemals angreifen würde, und diese Überzeugung bestimmte auf erstaunliche Weise weiterhin die Wahrnehmung der Realität – oder, genauer gesagt, der Anti-Realität; selbst die Besetzung der Krim und des Donbas änderte daran nichts. Putin lebt weiterhin in der Illusion eines unvermeidlichen Sieges über die Ukraine – und ich weiß nicht, ob er in diesen vier Jahren seinen Glauben daran aufgegeben hat, dass die Ukrainer vom Einmarsch der russischen Truppen träumen.

Im Jahr 2014 sagte Putin, als er die Möglichkeit der Entsendung seiner Truppen in die Ukraine kommentierte, dass „doch einmal jemand von den ukrainischen Militärs versuchen solle, auf seine eigenen Leute zu schießen – die russischen Soldaten würden hinter den Menschen stehen, nicht davor, sondern dahinter“. Und ich schrieb damals einen Artikel darüber und sprach von der Bereitschaft des russischen Präsidenten, ukrainische Frauen und Kinder als lebenden Schutzschild für seine Armee zu benutzen. Daraufhin wandte sich das Außenministerium der Russischen Föderation an den Konzern, auf dessen Plattform mein Text veröffentlicht worden war, mit dem Vorwurf der Verleumdung und manipulativen Verdrehung von Putins Worten: Er habe doch gemeint, dass Frauen und Kinder selbst den Wunsch hätten, vor der russischen Armee zu stehen! Und ich wertete diese Beschwerde der russischen Diplomaten natürlich als offene Verhöhnung. Doch später, als ich sah, wie Putin seinen „Blitzkrieg“ und seine Parade plante, wurde mir klar, dass sie möglicherweise nicht scherzten – sie lebten einfach in „ihrer“ Realität.

Doch kehren wir in die Welt der Illusionen zurück. Trump lebt in der Illusion von Abmachungen mit Putin und gemeinsamen Geschäften. Ich weiß nicht, ob Zelensky tatsächlich noch immer in der Illusion lebt, er könne Putin bei einem persönlichen Treffen von irgendetwas überzeugen – aber Tatsache ist, dass er sich den Beginn seiner Präsidentschaft genau in diesem illusorischen Licht vorgestellt hatte. Gewöhnliche Menschen in vielen Ländern der Welt stimmen massenhaft und überzeugt für Gauner und Nichtsnutze, die ihnen schöne Bilder malen, statt politische Programme anzubieten. Warum man danach noch ein Museum der Illusionen besuchen und Geld ausgeben sollte, verstehe ich überhaupt nicht.

Dank des Triumphs neuer Informationstechnologien und der meisterhaften Kontrolle alter Abenteurer über die Algorithmen der Informationsverbreitung hören die Menschen auf, Illusion und Realität zu unterscheiden. Im Jahr 2019, während des Triumphs Zelenskys, beklagten viele, dass die Ukrainer für eine Fernsehserie stimmten und nicht für eine politische Position. Aber im Jahr 2026 wirkt das Abstimmen für eine Serie fast wie ein Triumph des gesunden Menschenverstands – denn ein großer Teil der Menschen ist bereit, für ein TikTok-Bild zu stimmen.

Man kann sich fragen, was ein Mensch meines Berufs außer der Annahme dieser Herausforderung tun kann – sich auf dem neuen Informationsfeld mit einer Armee inkompetenter Idioten messen, die den Menschen einfach sagen, was diese hören wollen, damit sie die Welt ihrer eigenen Erfindungen und ihrer eigenen Unwissenheit nicht verlassen müssen. Und kann ich ernsthaft hoffen, in einer Welt selbstverliebter Milliardäre und dummer „Influencer“ zu gewinnen?

Natürlich habe ich vor zu gewinnen. Mehr noch – ich bin von meinem Sieg überzeugt. Und wissen Sie, warum? Weil die Realität existiert!

Im Museum der Illusionen kann ein riesiger Lastwagen auf Sie zufahren – und es wird keinerlei Folgen haben. Auf der Straße, also im wirklichen Leben, bleibt nicht einmal ein nasser Fleck von Ihnen übrig. Im Museum der Illusionen wird man Sie – und sich selbst – davon überzeugen, dass Putin es nicht wagen wird, uns anzugreifen. Im wirklichen Leben werden unsere Städte bombardiert, man wird uns töten und erfrieren lassen. Im Museum der Illusionen werden die Ukrainer russische Panzerbesatzungen mit Blumen und Tänzen empfangen – im wirklichen Leben werden sie sie töten.

Verstehen Sie jetzt, worin der Unterschied zwischen Illusion und wirklichem Leben besteht? Ja, Sie verstehen es. Die Ukrainer sind eines der ersten Völker, die nun gezwungen sind, in einer vollkommen realen Welt zu leben, gleichgültig, welche Illusionen unser Leben begleitet haben. Aber zweifeln Sie nicht: Bald wird es viele solcher Völker geben.

Ich bin von meinem Sieg überzeugt, gerade weil ich weiß: Keine Illusion kann die Realität besiegen – ich weiß das nicht erst seit meiner journalistischen Tätigkeit, sondern seit ich mich erinnern kann. Man kann mir sagen, die Menschheit habe immer vom Glauben gelebt – und das habe ihr nicht geschadet. Aber verwechseln wir nicht die Begriffe. Glaube gewinnt nur dann Bedeutung, wenn er nicht von Worten und Gleichnissen, sondern von Taten und der Bereitschaft zur Selbstaufopferung begleitet wird. Wenn Sie mir nicht vertrauen – fragen Sie in Gedanken Jesus Christus, er wird Ihnen alles erklären.

Deshalb: Wenn Sie sich in der Welt der Realität einsam fühlen, fürchten Sie sich nicht. Die Illusion wird niemals siegen, selbst wenn sie zu Wahlerfolgen und zu Orgien in den sozialen Netzwerken fähig ist. Das Leben wird immer sowohl den Tod als auch die Lüge besiegen – und deshalb sollten Sie auf seiner Seite stehen, wenn Sie überleben und sich selbst nicht verlieren wollen.


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Art der Quelle: Essay
Titel des Originals: Музей ілюзії. Віталій Портников. 22.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 22.02.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Terroranschlag in Lwiw | Vitaly Portnikov. 22.02.2026.

Ein schrecklicher Terroranschlag im Zentrum von Lwiw. Eine Mitarbeiterin der Strafverfolgungsbehörden kam ums Leben. Mehrere weitere Polizeibeamte wurden verletzt. Sie befinden sich derzeit im Krankenhaus. Nach vorläufigen Angaben handelt es sich um 14 Polizisten.

Die Polizeibeamten waren zu einem fingierten Notruf ausgerückt, der ein Eindringen einer Person in eines der Handelsgeschäfte in Lwiw betraf. Das heißt, der Terroranschlag war sorgfältig vorbereitet. Um möglichst viele Opfer zu fordern, wurde gemeldet, dass sich an dem Ort, an dem der Sprengsatz platziert war, ein Vorfall ereigne. Und natürlich verstehen wir, dass es sich um eine typische Waffe der Destabilisierung handelt, wie sie dem Vorgehen der russischen Spezialdienste eigen ist.

Was man vor allem nach den Worten des Beileids an die Angehörigen der Getöteten, an die Familien derjenigen, die jetzt unter diesem Terroranschlag leiden, an die Verletzten selbst sagen möchte: Im Grunde braucht man sich über diese Grausamkeit nicht zu wundern. Natürlich laufen derzeit Ermittlungen, die Ursachen werden festgestellt.

Aber sagen Sie, wie viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, dauern Ermittlungen zu Terroranschlägen auf dem Territorium der Russischen Föderation selbst? Schließlich waren die Menschen, die in Russland an die Macht kamen, nicht bereit, ihre eigenen Mitbürger zu schonen – zugunsten von Putins Ratings und seines komfortablen Machtantritts in der Russischen Föderation.

Gerade mit Terroranschlägen, gerade durch Zusammenarbeit mit Terroristen haben sie die Russen eingeschüchtert und die Schaffung dieses Tschekistenstaates ermöglicht, den sie bis heute regieren und noch viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, regieren wollen – eines Staates, der die Ukraine angegriffen hat, weil das Ziel dieses Tschekistenstaates die Rückkehr der Russischen Föderation zu den Grenzen der Sowjetunion von 1991 ist. Das wollten sie immer.

Und es scheint „nur“ ein Terroranschlag in Lwiw zu sein. Doch wir sehen, dass es eine ganze Reihe von Spezialoperationen gibt, mit denen sich diese Leute befassen, wenn sie an einem Plan zum Abbau der ukrainischen Staatlichkeit arbeiten. Ein Teil davon sind militärische Handlungen, die Besetzung von Territorium durch die russische Armee. Aber für die Leute von der Lubjanka war das immer nur ein Teil ihrer Bemühungen.

Der andere Teil des Plans sind Terroranschläge unterschiedlicher Art, die Vernichtung der ukrainischen Führung, die Ermordung von gesellschaftlichen Aktivisten und Politikern, von ukrainischen Patrioten. Übrigens sollte man daran erinnern, dass sich genau das in den letzten Jahren gerade in Lwiw ereignet hat. Propaganda, das ständige Bemühen, die ukrainische Gesellschaft durch Lügen und Zwietracht zu destabilisieren – ebenfalls ein absolut wirksames und ernstzunehmendes Instrument, mit dem sie sich, man kann sagen, seit den ersten Tagen der ukrainischen Unabhängigkeit beschäftigen.

Zunächst waren es russische Fernsehsender, Journalisten, Propagandisten, die sogar mit einer speziellen Mission in die Ukraine kamen, um dort zu arbeiten. Als nach der Annexion der Krim und dem Beginn des Krieges im Donbas der ukrainische Informationsraum von russischen Fernsehsendern gesäubert wurde, erschienen propagandistische Fernsehkanäle, die einfach weiterhin die russische Agenda in die Köpfe der ukrainischen Bürger einhämmerten.

Und dafür wurden keine Gelder gescheut. Wie bekannt, wurden ganze Holdings mit verdeckter russischer Beteiligung geschaffen. Als auch diese prorussischen Fernsehsender aufhörten zu arbeiten, begann man Telegram als Plattform für anonyme Nachrichten zu nutzen, die ebenfalls dazu dient, das Bewusstsein des ukrainischen Bürgers zu vergiften, ihn auf das Schlimmste vorzubereiten, in ihm Verzweiflung und die Überzeugung zu säen, dass der ukrainische Staat früher oder später von der politischen Landkarte der Welt verschwinden werde, dass dieser Staat es nicht wert sei, nicht nur verteidigt zu werden, sondern dass es nicht einmal wert sei, in ihm zu leben.

Jetzt, da das Vertrauen in Telegram geringer ist, versichere ich Ihnen, dass die Russen durch die Hintertür in die Ukraine zurückkehren werden – mithilfe rechtskonservativer Kräfte des Westens, aus denselben Vereinigten Staaten, aus europäischen Ländern. Formal werden es sogenannte amerikanische oder europäische Fernsehsender sein, tatsächlich aber gewöhnliche russische Propaganda, betrieben – natürlich hinter den Kulissen – von Vertretern des Föderalen Sicherheitsdienstes der Russischen Föderation und des Auslandsgeheimdienstes Russlands. Alles wird sehr kultiviert aussehen, einfach wie der Weg der Ukraine nach Westen und nicht nach Osten.

Und auch das ist ein gewichtiger Teil ihrer Tätigkeit, denn Terror und Propaganda sind die Hauptwaffen des ehemaligen Komitees für Staatssicherheit der Sowjetunion, das zum Föderalen Sicherheitsdienst der Russischen Föderation wurde. Und ein Vertreter dieses Dienstes ist Präsident Russlands. Er ist nicht Marschall Schukow, sozusagen, er ist Marschall Berija. Und was wir in Lwiw gesehen haben, ist die typische Handschrift eines solchen Tschekisten-Marschalls, der hofft, auf diese Weise Revanche dafür zu nehmen, dass seine Armee machtlos ist.

Und all das geschieht vor dem Hintergrund eines weiteren massiven Angriffs Russlands auf die Ukraine, denn es gibt noch eine Form des Terrors, dessen Meister sich Putin erwiesen hat: den Energieterror, den Wunsch, die Ukraine auszufrieren, den Wunsch zu siegen – wenn schon nicht im echten Krieg, weil es im echten Krieg nicht gelingt. Und wenn schon nicht im propagandistischen Krieg, weil auch das zusätzliche Anstrengungen und die Schaffung von Umgehungswegen erfordert – dann wenigstens im demografischen Krieg.

All diese Komponenten der sogenannten endgültigen Lösung der ukrainischen Frage, an die man sich immer erinnern muss, wenn wir schreckliche Explosionen im Zentrum einer ukrainischen Stadt hören – und sich diese Explosionen dann als weiterer Terroranschlag erweisen.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Теракт у Львові | Віталій Портников. 22.02.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 22.02.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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„Flamingos“ trafen die „Iskander“ | Vitaly Portnikov. 21.02.2026.

Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine bestätigte einen Schlag mit „Flamingo“-Raketen gegen den Industriekomplex des Werks Wotkinsk in Udmurtien. Es handelt sich um eines der wichtigsten Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes der Russischen Föderation, das unter anderem Komponenten für die Raketen „Kinschal“ und das System „Oreschnik“ herstellt.

Und das Wichtigste an diesem Schlag ist nicht einmal die Tatsache, dass ukrainische Raketen eines der bedeutendsten Unternehmen des russischen militärisch-industriellen Komplexes treffen konnten. Solche Treffer gab es auch zuvor. Entscheidend ist die Entfernung Udmurtiens und des Werks Wotkinsk von der russisch-ukrainischen Grenze, von der Frontlinie.

Damit kann man von einer Vergrößerung der Distanz sprechen, die ukrainische Raketen überwinden können, und davon, dass es in Russland – zumindest in seinem europäischen Teil – keine sicheren Orte mehr gibt, nicht nur vor Drohnenüberflügen, sondern auch vor Raketenangriffen. Das kann selbstverständlich reale Probleme für den militärisch-industriellen Komplex der Russischen Föderation in Zukunft schaffen.

Und genau das bestätigt die Tatsache, über die wir seit vielen Monaten sprechen. Hätte der Westen der Lieferung eigener weitreichender Waffen an die Ukraine zugestimmt und deren Einsatz erlaubt, statt abzuwarten, bis solche weitreichenden Waffen in der Ukraine selbst auftauchen, hätte dies möglicherweise den russischen Präsidenten Putin dazu gezwungen, über die Notwendigkeit nachzudenken, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden.

Nicht weil in ihm ein solcher Wunsch entstanden wäre, sondern weil eine solche Notwendigkeit aufgrund der Probleme entstanden wäre, die mit dem militärisch-industriellen Komplex der Russischen Föderation zusammenhängen, mit der Sicherheit der russischen Waffen, die – wie wir verstehen – von Putin keineswegs nur für die Fortsetzung des Krieges gegen die Ukraine vorbereitet werden. Der russische Führer hat weit ehrgeizigere Pläne für die Zukunft.

Und nun können wir klar erkennen, womit Putin bei den Verhandlungen mit ukrainischen Politikern und Militärs sowie mit amerikanischen Vermittlern beschäftigt ist. Er versucht, sich gegen solche Lieferungen abzusichern. Denn gerade nachdem Putin den amerikanischen Präsidenten Donald Trump angerufen und ihm von dessen herausragendem friedensstiftendem Beitrag erzählt sowie seine eigene Friedfertigkeit betont hatte, verzichtete Trump sogar darauf, die Frage einer Übergabe von „Tomahawk“-Raketen an die Ukraine zu prüfen, obwohl er zuvor unterstrichen hatte, dass er über eine solche Perspektive nachdenke, und das US-Verteidigungsministerium Trump eindeutige Informationen geliefert hatte, dass das amerikanische Arsenal durch die Übergabe von „Tomahawks“ an die Ukraine keinen Schaden nehmen würde.

Doch nun hat Trump eine Idee entwickelt, die mit der Realität nichts zu tun hat: dass Verhandlungen mit Russland mit Putins Zustimmung zur Beendigung des Krieges enden könnten und dass die Übergabe weitreichender Waffen an die Ukraine den russischen Präsidenten nur abschrecken, verärgern und ihn zwingen würde, den Verhandlungstisch zu verlassen. Aus Sicht realer Politik ist es jedoch genau umgekehrt.

Und selbstverständlich gibt die amerikanische Weigerung ihrerseits den Europäern, die sich hier am amerikanischen Verständnis orientieren, welche Waffenparameter die Ukraine im Krieg einsetzen darf, nicht die Möglichkeit, eigene Raketen zu liefern. Trotz aller Skepsis europäischer Politiker gegenüber dem sogenannten Friedensprozess, den Putin ausschließlich für Trump imitiert, beeilen auch sie sich nicht mit der Übergabe weitreichender Waffen an die Ukraine.

Vor kurzem sagte Bundeskanzler Friedrich Merz ganz offen, dass keine Verhandlungen zum Ende des Krieges führen würden, dass Putin die Verhandlungsplattform nicht für Einigungen nutzen wolle, sondern um Zeit zu gewinnen. Gleichzeitig jedoch beeilt sich der Bundeskanzler, der während seines Wahlkampfes erklärte, hätte er die Macht in Deutschland, würde er der Ukraine „Taurus“-Raketen liefern, nicht mit der entsprechenden Entscheidung. Sie steht schlicht nicht auf der Tagesordnung der deutschen Regierung.

Es bleibt Großbritannien, das – wie wir sehen – in letzter Zeit ebenfalls recht vorsichtig an die Übergabe eigener weitreichender Waffen herangeht. Zumindest hören wir nicht viel darüber, dass diese Waffen derzeit an der russisch-ukrainischen Front eingesetzt werden. Und so läuft letztlich alles auf die Möglichkeiten der „Flamingo“-Raketen oder solcher Raketen hinaus, die als „Flamingos“ ausgegeben werden können und aus westlichen Komponenten in ukrainischen Betrieben zusammengesetzt werden.

Dabei werden die Russen selbstverständlich Jagd auf diese Betriebe machen und alles tun, um nicht nur den Einsatz dieser Raketen, sondern auch ihre Herstellung unmöglich zu machen. Und das ist natürlich weitaus gefährlicher, als Raketen in westlichen Militärbetrieben zu montieren und sie anschließend in die Ukraine zu transportieren.

Doch selbst unter solchen Bedingungen zeigen wir zumindest Ergebnisse. Wir wissen nicht, wie der Beschuss eines der wichtigsten Unternehmen des russischen militärisch-industriellen Komplexes ausgegangen ist, aber wir verstehen, dass die Russen von solchen Schlägen nicht begeistert sind. Noch vor der Mitteilung des Generalstabs der Streitkräfte der Ukraine betonten sogenannte russische Militärblogger in ihren Berichten über Treffer auf das Werk Wotkinsk und den dortigen Brand, dass man nun von einer Modifizierung ukrainischer Raketen sprechen könne und dass es in Russland selbst praktisch keine sicheren Orte mehr aus Sicht ukrainischer Angriffe gebe. Und gerade das Bewusstsein der Russen für diese unbestreitbare Tatsache schafft selbstverständlich reale Probleme für das weitere Funktionieren ihrer militärischen Betriebe und dafür, inwieweit diese Betriebe künftig ihre Mission erfüllen können.

Und wenn diese Betriebe – ebenso wie die Unternehmen des russischen Ölraffineriekomplexes – mit „Tomahawks“ oder anderen weitreichenden Raketen beschossen würden, wenn Russland ohne die Waffen bliebe, die es – ich erinnere – zum Terror gegen die ukrainische Zivilbevölkerung, gegen Frauen und Kinder in der Ukraine einsetzt, dann hätte Putin selbstverständlich ganz andere Emotionen. Und er würde nicht darüber nachdenken, Trump erneut von 12 oder besser 14 Billionen Dollar zu erzählen, die amerikanische und russische Führer gemeinsam verdienen könnten, sondern darüber, wie er aus dem Krieg aussteigen und seinen militärisch-industriellen Komplex erhalten kann – als Demonstration dafür, dass Russland weiterhin ein einflussreicher Akteur auf dem globalen Waffenmarkt und ein bedeutender Staat in den Beziehungen zu den Vereinigten Staaten und China ist.

So aber wird Putin selbstverständlich ganz andere Gedanken, ganz andere Motive haben, und er wird bereits auf das Jahr 2029 blicken, wenn man beginnt, Donald Trump zu vergessen.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: „Фламінго“ вдарили по „Іскандерах“ |Віталій Портников. 21.02.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 21.02.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Was ist der Grund für unseren Kampf und Widerstand? LB.ua. Kirilo Danilchenko. 21.02.2026.


Ukrainische Soldaten an der Front. Facebook-Seite des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte.

https://lb.ua/society/2026/02/21/723303_chomu_mi_voyuiemo_chinimo_opir.html?fbclid=IwZnRzaAQGYbtleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZAo2NjI4NTY4Mzc5AAEemROQkxAcieOWaB4eChdzXSC6tN7ZSuF5LoIvi0n3jHZo31VqIMMsQxou6rE_aem_OfBU3SbCNeUdpbNecZTidA

Es kam kürzlich ein Mann in einem Facebook-Kommentar zu mir und sagte: „Ich verstehe nicht, warum ihr das macht? Warum leistet ihr so erbitterten Widerstand? Ist das irgendeine instinktive Geschichte – zu versuchen zu überleben und nicht in einen Keller in der ‚DNR‘ zu geraten?“

Der Mann hat einfach im Schulunterricht gefehlt, wo erklärt wurde, dass Menschen keine Instinkte haben, sondern nur Reflexe. Gleichzeitig sitzt er selbst „instinktiv“ in den USA. So eine Geschichte. Da es aber vielen unklar ist, sprechen wir es einmal aus.

Es gibt keinerlei Interessen Europas in der Ukraine oder in Russland, für die wir hier kämpfen. Das ist Unsinn, Verschwörungstheorie. Die Interessen Europas in Russland sind: Deutschland, das in Mulino (RF) beim Aufbau eines Ausbildungszentrums für Militärangehörige half, wo 100.000 Personen pro Jahr ausgebildet werden; der Verkauf von Perücken, Kutschen und Schmuck an Geliebte gegen Öl, Getreide und Hanf. In welchem Jahrhundert das auch immer geschieht. Weckt mich in 100 Jahren, und ich sage: Russland liefert Rohstoffe nach Europa und kauft Luxus und Technologien. Europa wollte, dass in Mailand die Geliebten von Funktionären von „Einiges Russland“ herumhüpfen und dass russische Neureiche in London ganze Stadtviertel aufkaufen. Aber dem „Opa“ war nach „Action“ und „historischen Ländereien“ zumute. Europa ist gezwungen zu reagieren.

Die derzeit völlig erwartbare Reaktion besteht darin, Ressourcen denen zu geben, die wissen, wie man den Gegner vernichtet. Einen Gegner, der Gebiete erobern will, die heute Bestandteil der Europäischen Union sind (und „historische russische Ländereien“ sind auch Finnland, die baltischen Staaten und Polen). Fallen wir, muss man an der Ostflanke nicht nur kanadische Brigaden und polnische Divisionen stationieren, sondern Infrastruktur aufbauen, Wohnungen für Militärangehörige errichten – das sind Billionen Euro. Aber das heißt nicht, dass wir für die Interessen Europas kämpfen. Wir haben unsere eigenen Interessen.

Und unser Interesse ist sehr einfach. Unser Interesse ist, nicht in ein System zu geraten, in dem man für einen „falschen“ Witz in eine Strafkolonie kommt oder auf eine Flasche gesetzt wird. Nicht in ein System, in dem Konkurrenten direkt beim Kreml vor den Augen ihrer Freundin ermordet werden und die Mörder ruhig nach Tschetschenien fliehen. Nicht in ein System, in dem politischen Konkurrenten Gift in den Körper gerieben wird und man höhnisch lacht: „Beweist es doch, zeigt es.“

Dort kann es übrigens sogar wohlhabender sein. Mit dem Mutterschaftskapital für das zweite Kind kann man eine Wohnung kaufen, so etwas gibt es bei uns nicht. Dort verdienen CNC-Arbeiter in der Rüstungsindustrie 150.000–200.000 Rubel – 1.500–2.000 Dollar. Früher oder später werden die Russen viel Geld ins besetzte Mariupol bringen, eine Verbindung mit dem Hafen aufbauen, vielleicht die Metallurgie nicht wiederherstellen, aber sich eine Schwerindustrie ausdenken, die Menschen mit Fernsehen „programmieren“ und sie durch Gesichtserkennungstechnologie und Kontrolle ihrer Aktivitäten im Internet überwachen. Jetzt, da Telegram und andere YouTubes blockiert sind, werden sie irgendein „Tscheburnet“ erschaffen, in dem sie Sternchen dafür vergeben, wie gut du Putin schmeichelst.

Und bis dahin spielen sie „Civilization VII“, siedeln das halb zerstörte Mariupol mit Leibeigenen aus depressiven Regionen an, wo der Frühling im Mai beginnt. Den Einheimischen geben sie ein Dutzend Wohnungen und versprechen günstige Hypotheken. Das Fernsehen wird ihnen sagen, wen sie lieben sollen. Und wer die Ukraine zu sehr liebt, wird in den „Keller“ verschleppt – zu brutalen Verhören und Misshandlungen.

Erkläre ich es verständlich? Deshalb leisten wir so erbitterten Widerstand. Die jahrelange Front bei Awdijiwka hat uns – neben der Schaffung „äußerster Spannung“ – die Möglichkeit gegeben, Produktion zu verlagern, einen Teil der aktiven Bevölkerung in sichere Gebiete zu bringen, ihnen Ruinen, „Wartende“-Rentner zur Last ihres Rentenfonds und mit Minen verseuchtes Gebiet zu hinterlassen. Überflutete Minen, zerstörte Überführungen und Billionen für den Wiederaufbau. Geblieben sind nur diejenigen, die keiner weiteren Propaganda mehr bedürfen. Aber Kinder, wirtschaftlich aktive Bevölkerung, Maschinen oder Produktionsstrassen – das ist nicht geblieben, geblieben sind nur Ruinen.

Außerdem haben wir Erfahrung gewonnen, und Europa hat gesehen, dass russische

 Luft- und Weltraumstreitkräfte nur ein schöner Name sind: Sie werfen Gusseisen aus 50 km Entfernung und sind nicht in der Lage, eine MiG-29 abzuschießen, die von unserer Seite dasselbe „Gusseisen“ abwirft. Das heißt, zumindest auf strategischer Ebene herrscht Gleichstand in der Luft, und auf See gibt es gar keine Chancen. Also muss man die Landstreitkräfte und Drohnen entwickeln.

Russland muss alles entwickeln – wenn der Kreml vorhat, nicht nur gegen die Ukraine Krieg zu führen. Es braucht eine umfassende Reform der Streitkräfte, die unmöglich ist, während man mit uns Krieg führt. Das Geld wird nicht reichen. Man muss die nukleare Abschreckung ausbauen und atomgetriebene U-Boote bauen, versuchen, die Flotte wiederherzustellen, und sich gegen Drohnen verteidigen.

Europa erfüllt seine Aufgaben, wir erfüllen unsere. Wir müssen den besetzten Donbass in einem Zustand hinterlassen, der eine schnelle militärische Nutzung unmöglich macht. Damit Russland das Gebiet nicht stabilisieren, ideologisch festigen und als Ausgangspunkt für weitere Expansion – etwa Richtung Belarus, Georgien, Kasachstan oder die baltischen Staaten – nutzen kann. Und natürlich bis an die Linie des Dnipro vorzurücken. Das brauchen wir nicht. Deshalb ist ein Verlassen von Gebieten für uns ausgeschlossen. Sobald wir ein Gebiet aus irgendeinem Grund verlassen, werden die Russen hineingehen: zuerst mit Polizeieinheiten und Fernsehen, und dann wird es sein wie mit der Besetzung des entmilitarisierten Rheinlands. Und die Welt wird sagen: „Wollt ihr etwa einen Atomkrieg? Sie versprechen, nicht weiterzugehen, man muss ihnen glauben.“

Deshalb ist alles einfach. Vielleicht sind es für manche Instinkte oder sie haben keine Erklärung, aber ich habe eine. Ich will nicht in eine Diktatur. Ich will nicht raten, welcher meiner Posts oder welches Wort mich in Foltergefängnis bringt. Ich will kein Gift einer tropischen Kröte in der Unterwäsche, wenn ich Korruption untersuche. Ich will nicht im „Keller“ landen, während angepasste Mitläufer Hypotheken und staatliche Prämien kassieren und sich jahrzehntelang mit demselben, künstlich verjüngten Herrscherporträt zufriedengeben.

Wenn man uns zwingen kann, den Festungsgürtel zu verlassen, kann man uns auch zwingen, Saporischschja zu verlassen. Dann ließe sich etwa bei Belgorod und Kursk eine „Pufferzone“ einrichten und behaupten:  „Ihr wollt doch nicht, dass die Ukrainer wieder, vor Wut rasend, unsere Infrastruktur angreifen? Warum tun sie das nur, wir haben doch nur bei Frost ihre Heizkraftwerke zerstört, und sie sind so unmenschlich.“ Das ist ein Weg ins Nichts.

Wir handeln wie ein Immunsystem: Was eindringt, wird nicht willkommen geheißen, sondern mit Abwehrreaktionen beantwortet, mit Fiber und Abwehrstoffen. Wir bilden im freien Gebiet Leukozyten und Phagozyten aus und schicken sie über die Frontlinie. Und dort explodieren aus irgendeinem Grund Gauleiter und Raketen werden dorthin gelenkt, wo es nötig ist. Vielleicht werden sie in Europa hergestellt, ebenso wie viele Millionen Granaten und Millionen Drohnen. Ihr habt doch selbst davon gesprochen, es „wie die Großväter“ zu machen? Ihr wolltet doch europäische Territorien und wieder die Stiefel im Finnischen Meerbusen waschen?

So ist es eben: Toleranz darf man nicht mit einem Zustand verwechseln, in dem ein Organismus nicht mehr reagieren oder sich wehren kann. Ja, wir führen einen schweren Krieg. Ja, es ist schwer für uns. Ja, wir haben Hunderttausende Verwundete und Versehrte. Aber wir haben keine Wahl – es ist, als dringe ein Virus in uns ein, das unsere eigenen Kräfte gegen uns wenden will, indem es eine alternative Geschichte verbreitet und dafür einen „ewigen Zaren“ als Preis für vermeintliche Stabilität anbietet.

Unsere Hoffnung ist, ihnen finanziell die Grundlage zu entziehen, damit sie keine Massenrekrutierung mehr finanzieren können. Sie dagegen setzen darauf, dass uns Infanterie fehlt und Soldaten abspringen. Der Kern des Ganzen ist: Ein alter Machthaber wollte als „Wiedervereiner verlorener Gebiete“ in die Geschichte eingehen. Und es gab im Land keine politische Kraft mehr, die ihn hätte aufhalten können – das politische System war zuvor weitgehend ausgeschaltet worden.

Keine Freimaurer, Reptiloiden oder raffinierten EU-Pläne verlängern den Krieg. Wir verlassen kein Territorium, weil das den nächsten Krieg für uns schwerer und für sie leichter machen würde. Wer nicht glaubt, dass es erneut zu einem Krieg kommen kann, sollte sich ansehen, wie lange die Teilungen der polnisch-litauischen Adelsrepublik vorbereitet wurden – trotz unterzeichneter „ewiger“ Friedensverträge: rund 150 Jahre.

Der physische Tod der Patruschews und Putins oder ein wirtschaftlicher Zusammenbruch auf das Niveau der Neunziger – das ist heute das reale Ende des Krieges. Ihr könnt das akzeptieren oder bestreiten, aber so stehen die Dinge im Jahr 2026. Euch fällt es leichter – ich habe alles 2014 akzeptiert und lebe seit vielen Jahren damit.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Чому ми воюємо і чинимо опір? LB.ua.
Кирило Данильченко. 21.02.2026.

Autor: Kirilo Danilchenko
Veröffentlichung / Entstehung: 21.02.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Ein Gespräch, auf das ihr nicht vorbereitet seid. Pylyp Dukhliy . 18.02.2026.

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Töten ist zur Norm unseres Lebens geworden. Töten wird zur Voraussetzung unseres Überlebens und zur Bewahrung unserer Identität als Nation. Wir töten nicht nur, wir freuen uns über diese Tötungen, und die Menschen, die sie begehen, erhalten zusätzliche Privilegien, Prämien, Ränge, Anerkennung und gesellschaftlichen Respekt.

Wir sind zu einer Nation von Tötenden geworden. Und solange neben uns Unmenschen leben, sind wir gezwungen, Tötende zu bleiben. Wir sind gezwungen, ein inneres Narrativ zu formen, das auf die Bereitschaft zur Vernichtung anderer Menschen ausgerichtet ist. Entweder wird das Teil unserer Mentalität, unseres Lebens – oder wir verschwinden als Nation.

Wir werden zu Exporteuren des Todes. Unsere Erfahrung, unsere Bewaffnung haben einen hohen Wert und sind weltweit gefragt, weil wir derzeit weltweit führend bei Innovationen im Bereich der massenhaften Tötung von Menschen sind.

Ich schreibe das ohne jede negative Konnotation, als Feststellung einer Tatsache. Im Kontext dieses Beitrags ist ein „Tötender“ nicht jemand, der das Gesetz bricht, sondern jemand, der einem anderen Menschen das Leben nimmt.

Was ich oben schreibe, ist eine sehr grausame Realität.

In der Psychologie gibt es den Begriff der moralischen Trauma. Um nicht in sie hineinzufallen, hat unsere Gesellschaft unbewusst bestimmte Narrative und Schutzmechanismen entwickelt. Ihr Ziel ist es, sich vom Aggressor abzugrenzen, eine Polarität zwischen „wir“ und „sie“ zu schaffen – und je stärker diese Polarität, desto stärker der Schutz vor moralischer Trauma.

Sie sind Aggressoren, die gekommen sind, um zu töten, zu vergewaltigen und Verbrechen auf fremdem Boden zu begehen – aus Eigennutz, zur Unterhaltung, zur eigenen Größe. Wir sind Verteidiger, die gezwungen sind zu töten, um sich selbst zu schützen. Die Entmenschlichung der Russen ist ein Instrument.

Wir sind zu Spezialisten darin geworden, Polaritäten zu schaffen, Spaltung als Schutzmechanismus zu nutzen. Dazu gehören Sprache, Kultur, Dekolonisierung, die Heroisierung der Kämpfer der Verteidigungskräfte – selbst wenn das nicht immer der Realität entspricht – und so weiter.

Wenn wir das nicht tun, diese Grenzziehung nicht schaffen, werden wir in eine kollektive moralische Trauma fallen und die Waffen niederlegen.

Genau darauf sind die Informations- und psychologischen Operationen der Russen ausgerichtet: alles anzugreifen, was Unterschiede zwischen uns und ihnen schafft. Die russische Sprache und Kultur in der Ukraine zu unterstützen. Bei jeder Gelegenheit das Militär, einschließlich der Wehrersatzämter, abzuwerten, „einfache Russen“ als Opfer darzustellen, zu versuchen, von Ukrainern das Bild von Menschen mit niedrigen moralischen Prinzipien zu zeichnen, und so weiter.

Solange der Krieg andauert, ist unsere kollektive Spaltung unser Schutz vor moralischer Trauma, unser Weg, uns von ihnen zu distanzieren. Es ist genau der Ort, an dem der Übergang vom „Tötenden“ im rein linguistischen Kontext zum „Verteidiger“ im Kontext moralischer Rechtfertigung stattfindet.


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Art der Quelle: Social Media
Titel des Originals: Розмова до якої ви не готові. Pylyp Dukhliy . 18.02.2026.
Autor: Pylyp Dukhliy
Veröffentlichung / Entstehung: 18.02.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
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