„Ich sehe beim russischen Führungskreis keinen Willen zu einer Massenmobilisierung“ – Vitaly Portnikov. 06.12.2025.

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„Ich sehe beim russischen Führungskreis keinen Willen zu einer Massenmobilisierung“ – Vitaly Portnikov. 06.12.2025.

„Die russische Führung hat eine Söldnerarmee geschaffen und damit den Protest in der russischen Gesellschaft minimiert“. Diese Meinung äußerte der Journalist, Publizist und Moderator Vitaly Portnikov in der Sendung des Fernsehsenders Espreso.

„Ich sehe bislang beim russischen Führungskreis keinen Willen, zu einer Massenmobilisierung überzugehen. Sie haben eine Söldnerarmee geschaffen und damit den Protest in der russischen Gesellschaft minimiert. Denn man sagt: ‚Wie reagieren sie denn nicht auf diese Menge von Opfern?‘ Erstens war für die Russen die Zahl der Opfer aus Sicht der Wahrnehmung der Realität niemals besonders wichtig. Aber das ist dennoch eine besondere Situation, die sich sowohl vom Zweiten Weltkrieg als auch von Afghanistan unterscheidet. Denn in diesen Kriegen fragte man die Menschen nicht, ob sie dienen wollten oder nicht. Und bei ihren Verwandten, bei den Angehörigen, gab es immer eine Frage an das Regime: Warum habt ihr sie dorthin geschickt? Nun, während des Zweiten Weltkriegs stellte sich diese Frage nicht – da stellte sich die Frage nach der Zahl der Opfer, allgemein danach, warum die sowjetischen Marschälle den Krieg wie Schlachter führten. Aber dass die Menschen das Vaterland verteidigen, dass ein Aggressor gekommen ist – das weckte bei niemandem Zweifel. Und deshalb gab es auch keinen solchen Konflikt darüber, dass jemand zwangsweise mobilisiert wurde“, betonte er.

Mit Afghanistan war die Situation bereits anders – dorthin schickte man Wehrpflichtige. Und das gefiel den Menschen absolut nirgendwo.

„Und selbst wenn sie nicht protestierten, entstand dadurch eine gewisse Kluft zwischen ihnen und dem Regime. Denn man sah doch: Es starben 18- bis 19-jährige Jungen, meine Altersgenossen, die dort überhaupt nicht dienen wollten. Und das größte Grauen bestand damals darin, überhaupt zur Armee zu kommen und nach Afghanistan geschickt zu werden. Dabei fehlte es an Soldaten. Gerade in der Zeit des Afghanistan-Krieges wurde die Entscheidung gefällt, dass Studenten nicht mehr die Möglichkeit haben würden, erst ihr Studium abzuschließen und dann – wie es vorher üblich war – in die Streitkräfte zu gehen. Stattdessen sollten sie in die Armee eintreten, sobald sie das wehrpflichtige Alter erreichten. Mit 18 Jahren – du hattest gerade dein erstes oder zweites Studienjahr beendet – und dann gingst du in die Armee, und man konnte dich nach Afghanistan schicken. Und das hat, wie Sie verstehen, sehr vielen Menschen das Leben zerstört“, erzählte er.

Vitaly Portnikov wies darauf hin, dass heute eine völlig andere Situation bestehe, da man Geld für die Unterzeichnung eines Vertrags anbiete.

„Das ist übrigens auch eine Folge des Tschetschenien-Krieges. Denn während des Tschetschenien-Krieges sah die russische Führung, dass die Gesellschaft äußerst negativ reagierte, wenn Wehrpflichtige nach Tschetschenien geschickt wurden. Das führte zu Massenprotesten. Das führte zur Gründung des Komitees der Soldatenmütter. Und schließlich entschied man, dass Wehrpflichtige nicht in Kampfgebieten dienen dürfen. Deshalb wurden sie in diesem Krieg nur dann eingesetzt, als es zu einer Situation in der Oblast Belgorod kam – nicht einmal in der Oblast Kursk. Denn das ist gewissermaßen kein Kampfgebiet. Dort ist jemand hineingekommen, dort gab es irgendwelche Saboteure, jemand bewachte etwas – das war es dann aber auch. Was die Mobilisierung betrifft, ist es jetzt anders. Wenn man den Menschen Geld zahlt und sie sich für dieses Geld freiwillig zum Dienst bereit erklären, einen Vertrag unterschreiben – und so ein Mensch stirbt –, wie wird das in der Gesellschaft wahrgenommen? Überhaupt nicht. Nun, das ist eben ein riskanter Beruf mit gutem Gehalt. Er wollte ein gutes Gehalt, ich wollte kein gutes Gehalt – ich lebe, aber er hat mit seinem Leben oder seiner Gesundheit bezahlt. Nun, das eben für Geld. Warum sollten wir Putin dafür Vorwürfe machen? Putin hat ihn ja nicht dorthin gezwungen. Er hat ihm Geld angeboten“, sagte er.

Wenn aber plötzlich nach diesen vier Jahren eines solchen Krieges nach diesen Regeln kein Geld mehr gezahlt würde und man stattdessen einfach mobilisieren würde, könnte das zu einer völlig anderen Reaktion der Gesellschaft führen. Dann würde der Krieg tatsächlich russisch werden.

„Die Menschen würden beginnen zu fragen: ‚Sagen Sie bitte, wofür haben wir vier Jahre lang gekämpft? Wir haben gekämpft, gekämpft, gekämpft, gekämpft – und nicht zu Ende gekämpft.‘ Und jetzt sind wir gezwungen, eine Massenmobilisierung auszurufen. Vielleicht sollte man dann unsere politische Führung fragen, unsere Generäle: Warum konnten sie in vier Jahren die Ukraine mit dieser großen Armee nicht besiegen, sodass sie jetzt noch zusätzlich Menschen mobilisieren müssen, die sich nach vier Jahren gar nicht damit beschäftigen wollen? Und das ist übrigens genau die Frage, die Wladimir Putin die ganze Zeit auch Donald Trump stellt: Wenn du das in vier Jahren nicht lösen kannst, was willst du dann überhaupt? Und genau diese Fragen würden dann schonungslos aufkommen, sobald eine Massenmobilisierung beginnt. Deshalb glaube ich, dass sie nach Mechanismen suchen werden – aber so, dass es nicht wie eine offene Mobilisierung aussieht. Denn, wie gesagt, sie haben die Erfahrung Afghanistans, sie haben die Erfahrung des Tschetschenien-Krieges und sie haben die Erfahrung ihrer eigenen Mobilisierung während des russisch-ukrainischen Krieges, als die Menschen nicht einmal einen Tag abgewartet haben. Erinnern Sie sich an die Schlangen an der georgischen Grenze, an allen Grenzen? Das war für sie eine ziemlich deutliche Lehre. Umso mehr in Mosskau, wo die russische Wirtschaft hinterherhinkt. Kaum jemand möchte, dass Menschen, die einen wichtigen Teil dieser Wirtschaft ausmachten, das Land verlassen – wenn sonst im Land alles passt“, fügte er hinzu.


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Art der Quelle: Interview
Titel des Originals: Не бачу в російського керівництва бажання йти на масову мобілізацію, – Портников. 06.12.2025.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 06.12.2025.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Trump lässt die Europäer fallen | Vitaly Portnikov. 08.12.2025.

Nach der Veröffentlichung der Strategie der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten, die die Absichten des Präsidenten des Landes, Donald Trump, und seines Teams in Bezug auf ihre Haltung zur Welt widerspiegelt, die die Vereinigten Staaten umgibt, herrscht bei vielen in Europa – bei Politikern ebenso wie bei Beobachtern und gesellschaftlichen Akteuren – echte Verzweiflung.

Es genügt, einen Blick auf die Titelseiten der europäischen Zeitungen zu werfen, um zu verstehen, wie sehr diese Strategie die Europäer tatsächlich erschreckt hat. Denn zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg verabschieden sich die Vereinigten Staaten auf staatlicher Ebene faktisch von der Idee der euroatlantischen Integration – jener Idee, die über viele Jahrzehnte hinweg den Kern der Sicherheit sowohl der Vereinigten Staaten als auch der europäischen Länder gebildet hat.

Gerade diese Idee half den Vereinigten Staaten, zum wichtigsten Hüter der Demokratie in der modernen Welt zu werden und im Kalten Krieg gegen die Sowjetunion standzuhalten. Eben diese Idee nährte die Hoffnungen der Europäer auf die Zukunft.

Und was ist nun aus diesen Hoffnungen geworden? Nun, erstens muss man verstehen, dass die Veröffentlichung dieser Strategie an sich keine besondere Sensation darstellt. Die Vorstellung davon, wie die Administration Trump und ihre Unterstützer zu Europa stehen würden, wurde bereits auf der Münchner Sicherheitskonferenz klar artikuliert, als der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, J. D. Vance, eine Rede über die künftigen außenpolitischen Vorstellungen der neuen Administration hielt.

Zweitens kann man nicht sagen, dass Europa der Administration Trump auf Grundlage dieser Strategie völlig gleichgültig sei. Es interessiert sie – nur eine andere Europa. Ein Europa, in dem ultrarechte populistische Kräfte an die Macht kommen sollen. Wenn man so will: Orbáns Groß-Europa.

Das ist freilich schwer vorstellbar. Es wäre so, als hätten in den 1920er- und 1930er-Jahren die Präsidenten der Vereinigten Staaten den Machtantritt Benito Mussolinis oder Adolf Hitlers gefördert. Doch man muss die Wahrheit sagen: Schon damals gab es in den Vereinigten Staaten nicht wenige Politiker und Geschäftsleute, die offen mit ultrarechten, faschistischen, nationalsozialistischen Ideologien auf dem europäischen Kontinent sympathisierten und es für normal hielten, dass ihr Land – das man schon damals als Vorbild demokratischer Reformen betrachtete – mit Hitler-Deutschland und dem faschistischen Italien zusammenarbeitete.

Erst der Zweite Weltkrieg, in dem die Vereinigten Staaten auf der Seite der Alliierten gegen Berlin und Rom kämpften, machte diese Sympathien praktisch tabu und begrub die politischen Karrieren jener, die mit Faschismus und Nationalsozialismus sympathisiert hatten.

Doch inzwischen sind acht Jahrzehnte vergangen. Wir sehen, dass die Impfung gegen ultrarechte Herrschaft nicht mehr wirkt – und keineswegs nur in den Vereinigten Staaten. Schließlich erschien der Slogan „Wir können es wiederholen“ gerade in der Russischen Föderation genau zu dem Zeitpunkt, als Russland sich endgültig in einen klassischen faschistischen Staat verwandelte, dessen Machthaber ungeschickt versuchen, die Praktiken Hitlers und Mussolinis zu kopieren.

Warum sollte das Gleiche nicht auch in den Vereinigten Staaten geschehen können? Dafür gibt es eine recht einfache Antwort: Eine faschistische oder allgemein ultrarechte Diktatur ist eben eine Diktatur – keine Demokratie. Ein ultrarechter Politiker kann sich in einer demokratischen Gesellschaft, dort, wo es Wahlen gibt, nicht dauerhaft an der Macht halten.

Und um die Macht eines ultrarechten Politikers zu sichern – das ist ein Gesetz der Geschichte –, braucht es erstens die vollständige Abschaffung realer Wahlpraktiken, und zweitens einen großen, möglichst siegreichen Krieg. Genau dieses Gesetz der Geschichte wurde durch die Praxis Benito Mussolinis in Italien und Adolf Hitlers in Deutschland anschaulich demonstriert. Und genau dieses Gesetz wird auch durch das Handeln von Wladimir Putin belegt.

Zunächst nutzte er die Früchte der liberalen Wirtschaftsreformen in Russland in den 1990er-Jahren, und nachdem die brutale Diktatur der russischen Tschekisten etabliert worden war, erlaubte er sich einen großen Krieg gegen die Ukraine. All dies sind Elemente der Machterhaltung und der Zementierung des Regimes.

Wie stellt man sich eine solche Entwicklung in den Vereinigten Staaten vor? Es ist klar, dass Donald Trump die elektorale Demokratie nicht zerstören kann – und vermutlich auch gar nicht wirklich zerstören will. Ebenso ist klar, dass ein großer, umfassender Krieg mit Hunderttausenden oder Millionen gefallenen Amerikanern auf dem Schlachtfeld – und solche Handlungen würden den Ultrarechten tatsächlich beim Machterhalt helfen – das Letzte ist, was Donald Trump wollen würde, der sich selbst als Friedenspolitiker wahrnimmt, der Amerika von allen möglichen Kriegen befreit.

Und genau darin besteht der Widerspruch. Der Krieg ist der Schlüssel zu seinem politischen Erfolg und zum Machterhalt der Ultrarechten. Gleichzeitig ist er aber auch die größte Geißel dieser ultrarechten Bewegung, die von der Idee lebt, dass sich die Vereinigten Staaten in keinerlei ernsthafte Konflikte einmischen sollen.

Deshalb sollte man diese Strategie auch nicht allzu sehr dramatisieren. Gerade deshalb, weil wir es hier mit einer Übergangsherrschaft zu tun haben. Donald Trump hat kein reales Rezept zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Amerikaner in der Tasche. Bekannt ist, dass er dafür sprichwörtlich nichts in der Tasche hat. 

Und es ist völlig unklar, wie die Republikaner künftig Wahlen gewinnen wollen, wenn es einerseits keine reale wirtschaftliche Verbesserung geben wird und sich andererseits die politischen Ansichten Trumps und seines Teams immer weiter von den politischen Ansichten der Mehrheit der Amerikaner entfernen werden – und zwar keineswegs nur von denen der demokratischen Wählerschaft. 

Wie wir sehen, kann hier ohnehin keine Rede von Sympathie für Trump sein, sondern auch viele unentschlossene Wähler verfolgen die politischen Praktiken des Präsidenten und seines Teams mit Entsetzen. Und mit der Zeit werden sich immer mehr republikanische Wähler sowohl von Trump als auch vom Trumpismus und von MAGA abwenden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass nicht eines Tages etwa J. D. Vance Präsident der Vereinigten Staaten werden könnte. Doch J. D. Vance würde – wie jeder Anpassungspolitiker – Präsident als Anti-Trumpist werden, der alle Praktiken seines Vorgängers geißeln und ausrotten würde, so wie Nikita Chruschtschow einst mit seinem Idol und Förderer Josef Stalin verfuhr, dem er bis zu seinem Erscheinen auf dem Posten des Ersten Sekretärs des Zentralkomitees der KPdSU praktisch seine gesamte politische Karriere verdankte.

Welche Schlussfolgerung ist also aus all dem zu ziehen? Ja, Trump mag die Europäer im Stich lassen wollen – aber das Wichtigste ist, dass er es in der Praxis nicht wird tun können. Der Verzicht auf eine reale Zusammenarbeit mit Europa wird nicht gelingen. Es wird den Vereinigten Staaten auch nicht gelingen, echte Verbündete weder der Russischen Föderation noch der Volksrepublik China zu werden, die aufrichtig an der Schwächung des geopolitischen Einflusses Amerikas interessiert sind – und das keineswegs nur in Europa und nicht einmal nur im asiatisch-pazifischen Raum, sondern auch in Lateinamerika.

Wir leben nicht im 19. Jahrhundert. Überall dort, von wo Amerika sich zurückzieht, kommt China selbstbewusst nach. Und auch diese Gesetzmäßigkeit müssen wir verstehen.

Deshalb sollte man, anstatt sich Asche aufs Haupt zu streuen und sich über die Tatsache zu wundern, dass es den Ultrarechten gelungen ist, in dem für die Demokratie wichtigsten Land der Welt an die Macht zu kommen, einfach die Tendenzen abwarten, die wir heute auf der amerikanischen politischen Bühne beobachten, und begreifen, dass wir es in jedem Fall mit politischen Todgeweihten zu tun haben. Wichtig ist nur, selbst nicht unterzugehen, während sich die Ultrarechten in Amerika in politische Leichen verwandeln.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп кидает европейцев | Виталий Портников. 08.12.2025.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 08.12.2025.
Originalsprache: ru
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Trump ist erneut von Zelensky enttäuscht | Vitaly Portnikov. 08.12.2025.

Donald Trump ist erneut vom ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky enttäuscht, der – seinen Worten zufolge – die jüngsten Vorschläge im Zusammenhang mit einer friedlichen Regelung in der Ukraine möglicherweise nicht akzeptieren werde.

Allerdings wirken die Kommentare Donald Trumps, gelinde gesagt, seltsam. Er erklärt, dass die russische Seite dieser Initiative zugestimmt habe. Dabei haben wir aus dem Kreml bislang keinerlei offizielle Bestätigungen dafür gehört, dass die Russische Föderation dem in Moskau von den Sondergesandten Trumps, Steve Witkoff und Jared Kushner, präsentierten Friedensplan zustimmt.

Wie bekannt ist, hat der Berater des Präsidenten der Russischen Föderation, Juri Uschakow – und er war der einzige Beamte, der die Gespräche zwischen dem russischen Präsidenten Putin und den amerikanischen Vertretern offiziell kommentiert hat – betont, dass es in den Vorschlägen der Vereinigten Staaten Punkte gebe, denen Moskau zuzustimmen bereit sei, und Punkte, die man in der russischen Hauptstadt nicht akzeptiere. Damit gibt es schlicht niemanden, der den Umstand bestätigen könnte, dass Russland dem amerikanischen Friedensvorschlag zugestimmt habe.

Ebenso erstaunlich ist die Behauptung Trumps, dass die amerikanischen Vorschläge von ukrainischen Vertretern angenommen worden seien, die an den Konsultationen mit Witkoff und Kushner teilgenommen hätten. Denn Beamte können keine Entscheidungen anstelle von Staatsoberhäuptern treffen. Was würde Trump selbst sagen, wenn ein Untergebener – etwa der Außenminister oder der Sondergesandte Witkoff – irgendwelchen Vorschlägen zustimmen würde, ohne dass er selbst überhaupt Einsicht in den Inhalt des Dokuments gehabt hätte?

Allerdings kann ich mir durchaus vorstellen, dass so etwas bei Trump tatsächlich passieren könnte, denn es entsteht der Eindruck, dass der amerikanische Präsident Dokumente schlicht nicht bis zum Ende liest. Doch zumindest mit dem wesentlichen Inhalt der Vorschläge muss man ihn vor der endgültigen Entscheidung zwangsläufig vertraut machen. Trump ist verpflichtet zu wissen, was er unterschreibt, selbst wenn er es nicht liest.

Doch darum geht es eigentlich gar nicht. Die entscheidende Frage ist, dass Trump nicht behauptet, Zelensky habe die Vorschläge abgelehnt, weil ihm der Inhalt des amerikanischen Plans nicht gefalle. Seine Vorstellung ist vielmehr, dass Zelensky dieses Dokument gar nicht gelesen habe. Und möglicherweise bezieht er sich dabei auf den Umstand, dass Umerow und Hnatow gerade heute in London den ukrainischen Präsidenten über die Ergebnisse ihrer Gespräche mit Kushner und Witkoff informieren sollen.

Auf diese Weise sind Trumps Aussagen eine Art Druck auf Zelensky, damit dieser den Vorschlägen zustimmt, selbst wenn sie von ukrainischer Seite nicht akzeptiert werden.

Die Aufgabe der ukrainischen Vertreter bestand natürlich nicht darin, den Vorschlägen des Sondergesandten des Präsidenten der Vereinigten Staaten und dessen Schwiegersohn zuzustimmen oder sie abzulehnen, sondern darin, sich mit diesen Vorschlägen vertraut zu machen, eigene Vorschläge zu unterbreiten und anschließend selbstverständlich zu speziellen Konsultationen mit dem Präsidenten der Ukraine sowie mit den führenden Politikern der europäischen Staaten zu fliegen. Diese werden sich übrigens gerade heute mit Zelensky treffen und die Situation rund um den Friedensplan besprechen.

In Wirklichkeit ist all dies nichts weiter als das übliche weiße Rauschen, das der Tätigkeit Donald Trumps im Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten eigen ist. Denn selbst wenn man sich vorstellen würde, dass sein Druck auf Zelensky Wirkung zeigt und der ukrainische Präsident jenen Vorschlägen der amerikanischen Seite zustimmen würde, die den nationalen Interessen der Ukraine entschieden widersprechen – etwa dem Abzug der ukrainischen Truppen aus dem Teil des Gebiets der Oblast Donezk, der heute von der legitimen ukrainischen Regierung kontrolliert wird –, bedeutet das noch lange nicht, dass Trump das Ende des Krieges erreichen würde. Denn wie ich bereits vielfach erklärt habe, gibt es beim Präsidenten Russlands keinerlei Interesse an einem solchen Ende des Krieges zu den Bedingungen, die Trump vorschlägt und die nicht das Verschwinden des ukrainischen Staates von der politischen Landkarte der Welt vorsehen. Und ein solches Interesse wird es bei Putin auch nicht geben, solange sich der russische Präsident nicht vom Fehlen wirtschaftlicher und demografischer Ressourcen zur Fortsetzung des Krieges überzeugt hat.

Ohne massiven Druck genau auf Putin, ohne den Kampf um die Zerstörung der russischen Wirtschaft – und nicht mit Träumen vom Geldverdienen in der Zusammenarbeit mit Putin – werden Trump und seine Umgebung sich lächerlich machen. Und das wird für die ganze Welt offensichtlich sein. Diese ihre Schande wird noch in die Geschichte eingehen und ihnen nicht einmal einen zusätzlichen Dollar einbringen.

Allerdings muss dafür, dass Trump und jene inkompetenten Menschen, die den selbstverliebten amerikanischen Präsidenten umgeben, dies begreifen, noch etwas Zeit vergehen – meiner Einschätzung nach jedoch nicht allzu viel. Bis dahin wird Trump weiterhin handeln wie ein Elefant im Porzellanladen und versuchen, nicht auf diejenigen Druck auszuüben, auf die man tatsächlich Druck ausüben müsste, um zumindest in absehbarer Zukunft irgendein konkretes Ergebnis zu erzielen, sondern auf diejenigen, die er zwingen kann, seiner wirren Vorstellung zuzustimmen. Einfach deshalb, weil die Ukraine an der Unterstützung der Vereinigten Staaten interessiert ist.

Doch auch hier ist Trump in seinen Handlungen eingeschränkt, gerade weil er sich zusammen mit seinem Team in einer offensichtlichen politischen Minderheit in den Vereinigten Staaten befindet. Die Ukraine wird sowohl von den Wählern der Demokratischen Partei der Vereinigten Staaten unterstützt, die auf einen Sieg bei den Zwischenwahlen bereits im November des kommenden Jahres hoffen – und damit auf den Beginn des Endes der ruhmlosen Ära Trumps –, als auch von den Wählern der Republikanischen Partei der Vereinigten Staaten, von denen die Mehrheit trotz der Position der Ultrakonservativen aus der postfaschistischen MAGA-Bewegung weiterhin versteht, wo Gut und Böse liegen, und dem russischen Präsidenten Putin sowie Russland in seiner neofaschistischen Ausprägung äußerst ablehnend gegenübersteht.

Bereits im Januar dieses Jahres wird Trump, beunruhigt über das, was mit dem Wahlkampf in seinem Land und der Möglichkeit eines neuen Impeachments geschehen könnte, gezwungen sein, den Meinungen seiner Landsleute deutlich mehr Aufmerksamkeit zu schenken als heute.

Man kann sagen, dass Trump derzeit die Rolle von Aschenputtel auf dem politischen Ball spielt. Bereits am 1. Januar 2026 wird die Kutsche seiner Popularität beginnen, sich in einen Kürbis zu verwandeln, und sein Umfeld in Ratten, die, wenn sie nicht in alle Richtungen auseinanderlaufen, so zumindest über ein Leben nachdenken werden, in dem es nicht nur Donald Trump selbst nicht mehr geben wird, sondern nicht einmal mehr eine Erinnerung an den amtierenden amerikanischen Präsidenten und seine Möglichkeiten. Und in dieser Situation ist die beste – ich würde sagen: instrumentelle – Handlung, um diesem ständigen Druck Trumps nicht nachzugeben, einfach den Moment abzuwarten, in dem er sich diese unangebrachte Dreistigkeit nicht mehr leisten kann.


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Titel des Originals: Трамп знову розчарований Зеленським | Віталій Портников. 08.12.2025.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 08.12.2025.
Originalsprache: uk
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Was kommt als Nächstes mit dem „Friedensprozess“ | Vitaly Portnikov. 

In den letzten Wochen und natürlich auch in dieser letzten Woche haben wir ziemlich gründlich den Verhandlungsprozess verfolgt, der im Rahmen der unerwarteten Veröffentlichung in den amerikanischen Medien dieses Friedensplans stattfindet, der – wie wir wissen – buchstäblich vor ein paar Wochen auf den Seiten der amerikanischen Medien erschienen ist und sich als eine sehr unerwartete Entwicklung herausgestellt hat, sogar, wie mir scheint, für die Administration von Donald Trump. Denn alle aktiven Schritte zur Umsetzung dieses Plans begannen genau in dem Moment stattzufinden, als dieser Plan im Portal Axios veröffentlicht wurde.

Und ich habe immer noch die Frage: Was wäre passiert, wenn dieser Plan nicht veröffentlicht worden wäre? Hätten dann solche intensiven Friedensverhandlungen begonnen? Hätte Donald Trump begonnen, sich zu diesem Plan zu äußern und ihn zu unterstützen? Denn wir sehen ja, dass wir es mit einem ziemlich unausgereiften Dokument zu tun haben, das – und das ist das Wichtigste, wie mir scheint – überhaupt nicht abgestimmt worden war, weder mit Kyiv noch mit der Europäischen Union, nicht getestet an der Reaktion der Russen, nicht solcher Leute wie Kirill Dmitriev, sondern solcher, die tatsächlich Entscheidungen treffen. Das heißt, Wladimir Putin.

Und wie sich die Ereignisse entwickelt hätten, wenn es dieses Leak dieses Plans, offensichtlich von Kirill Dmitriev in die amerikanischen Medien, nicht gegeben hätte, wissen wir nicht. Aber jetzt entwickeln sie sich eben so, wie sie sich entwickeln. Und unsere heutige Sendung wird gewissen Ergebnissen dieses Prozesses gewidmet sein, weil es tatsächlich im Verlauf der ganzen Woche solche Zwischenbilanzen gegeben hat.

Ein Versuch, irgendwelche Ergebnisse zu erreichen, war die Reise von Steve Witkoff und Jared Kushner in die russische Hauptstadt. Es gab mehrere Verhandlungsrunden zwischen den amerikanischen Vertretern und der ukrainischen Delegation unter Leitung von Rustem Umjerow. Und gestern, wie wir uns erinnern, schaltete sich auch Volodymyr Zelensky per Videokonferenz in diese Verhandlungen ein. Morgen werden Gespräche mit den europäischen Spitzenpolitikern stattfinden, die Volodymyr Zelensky in London führen wird.

Emmanuel Macron ist offenbar auf der Suche nach neuen Wegen, Druck auf die Russische Föderation auszuüben, erfolglos nach Peking geflogen. Wie man aus der Reaktion des französischen Präsidenten entnehmen kann, hat der Vorsitzende der Volksrepublik China, Xi Jinping, jene Vorschläge, die von den europäischen Führern im Zusammenhang mit der Notwendigkeit der Beendigung des Krieges Russlands gegen die Ukraine unterbreitet werden konnten, nicht ernsthaft aufgenommen.

Was haben wir am heutigen Tag? Auf der einen Seite haben wir optimistische Beteuerungen buchstäblich von allen Seiten. So spricht der Präsident der Ukraine. So sprechen europäische Beamte. So spricht Donald Trump. So spricht Keith Kellogg und andere Vertreter der amerikanischen Administration, dass der Frieden gleichsam ganz nah sei und man buchstäblich in ein paar Wochen ein Ergebnis erreichen könne, dass nur noch einige wenige grundlegende Fragen übrig seien, an denen gearbeitet werde, dass die Distanz zum Frieden noch nie so kurz gewesen sei.

Auf der anderen Seite sehen wir, dass es keinerlei reale Beweise dafür gibt, dass die Russische Föderation diese Verhandlungen überhaupt ernst nimmt. Daher ist vollkommen unklar, mit wem die Ukraine, die Vereinigten Staaten, die Europäische Union überhaupt gedenken, einen Frieden auszuhandeln. In dieser Lage würde ich sagen, dass solche Informationen vor allem die ukrainische Gesellschaft destabilisieren. Und wenn Putin das Ziel dieses pseudo-friedensplanerischen Vorhabens nicht nur darin sah, Sanktionen gegen die Ölunternehmen der Russischen Föderation zu verhindern, sondern auch neue Schritte zur Destabilisierung der Ukraine zu unternehmen, kann man sagen: Das funktioniert.

Denn viele Menschen, die diesem Friedensprozess folgen, wünschen sich irrational, dass der Krieg endet und wollen sich nicht eingestehen, dass wir erst in den ersten Jahren dieses Krieges leben. Und natürlich wollen diejenigen, die überzeugend darlegen, dass der Krieg noch vier Jahre dauern kann, sie nicht nur nicht anhören, sondern nicht einmal hören. Zumal aus der Sicht eines Menschen, der sich in Politik nicht auskennt – und wir müssen im Übrigen daran denken, dass wir von Leuten regiert werden, die sich in Politik nicht auskennen.

„Wenn sich schon solche ernsthaften Führer wie der Präsident der Vereinigten Staaten so intensiv mit diesem Problem beschäftigen, mit dem Präsidenten der Russischen Föderation in Kontakt stehen, mit dem Vorsitzenden der Volksrepublik China in Kontakt stehen – das kann doch kein weißes Rauschen sein.“ Doch, es kann weißes Rauschen sein, wenn das Ziel des Präsidenten der Russischen Föderation, ich würde sagen eines ziemlich starken Taktikers, eben dieses weiße Rauschen ist; dann wird es weißes Rauschen geben.

Wir versuchen uns einzureden, dass das Hauptproblem des Friedensplans zum jetzigen Zeitpunkt – wie übrigens auch die Amerikaner und Europäer sagen – in den territorialen Zugeständnissen und in Sicherheitsgarantien liege. Und man muss kein großer Spezialist sein, um zu verstehen, dass das alles nicht der Wirklichkeit entspricht.

Die territorialen Zugeständnisse konzentrieren sich auf die Frage des Abzugs der ukrainischen Truppen vom Gebiet der Oblast Donezk. Und das soll gewissermaßen zur realen Bedingung für die Einstellung der Kampfhandlungen werden, was an sich schon aus Sicht der russischen Position unlogisch erscheint, denn Russland spricht ja konsequent von der Notwendigkeit, das sogenannte Nazi-Regime in Kyiv zu vernichten.

Wenn die ukrainischen Streitkräfte aus der Oblast Donezk abgezogen werden, und auf allen anderen Abschnitten der Front der Status quo erhalten bleibt, hieße das, dass das sogenannte Nazi-Regime weiter existiert und dass Russland das Wichtigste nicht erreicht hat – die Zerstörung dieses Regimes und die Verwandlung der Ukraine in diesen von ihnen erträumten Satellitenstaat oder gar in ein Gebiet der Russischen Föderation. Dann müsste man eingestehen, dass die Russische Föderation vier Jahre lang für Kramatorsk und Slowjansk Krieg geführt hat.

Ebenso bleibt das Schicksal jener Gebiete der Oblaste Saporischschja und Cherson völlig unklar, die formell von der Russischen Föderation annektiert wurden, sich faktisch aber unter der Kontrolle der ukrainischen Armee befinden – einschließlich der Regionalzentren dieser Pseudosubjekte der Russischen Föderation, Saporischschja und Cherson. Wir müssen daran erinnern, dass diese Städte aus Sicht der russischen Verfassung Regionalhauptstädte russischer Regionen sind. Und Melitopol oder Nowa Kachowka sind die provisorischen Sitze der pseudo-regionalen Verwaltungen dieser Subjekte der Russischen Föderation. Das heißt, es stellt sich heraus, dass man die Truppen aus der Region Donezk abziehen kann – das sei eine Prinzipienfrage –, aber aus anderen annektierten Gebieten die Truppen nicht abzuziehen braucht.

Zwar betonen die Russen sofort, dass es sich um einen eingefrorenen Konflikt handele. Das heißt, sie schließen die Möglichkeit einer Wiederaufnahme des Konflikts zwecks „Befreiung“ dieser Gebiete von den ukrainischen Streitkräften in naher Zukunft nicht aus. Aber dann ist überhaupt nicht klar, von welchen Kriterien sie sich leiten lassen wollen, wenn sie in einem Subjekt der Russischen Föderation den Abzug der Truppen fordern und in anderen dies nicht tun.

Das heißt, wenn wir von einem Abzug der ukrainischen Truppen aus dem Donbas sprechen, können für mich nur zwei Versionen entstehen, warum Putin davon spricht. Die erste Version ist für mich die offensichtlichste: dass das einzige Ziel des russischen Präsidenten darin besteht, den Präsidenten der Ukraine zu zwingen, offiziell die Tatsache anzuerkennen, dass die ukrainischen Truppen diese Gebiete verlassen, um so die Ukraine zu destabilisieren und ihr gesamtes Territorium im Verlauf der nächsten Monate infolge des Zusammenbruchs von Armee und Gesellschaft zu erobern. Denn der Präsident Russlands hofft auf einen Bürgerkrieg in der Ukraine oder auf eine Destabilisierung, die durch seine verdeckten Agenten ausgelöst wird, die nirgendwohin verschwunden sind.

Ich möchte Sie ebenfalls daran erinnern: Wenn Sie glauben, dass es bei uns keine russische Agentur mehr gibt – natürlich hat sich ein Teil davon gezeigt, als man ihnen 2022 sagte, sie sollten sich zeigen, aber ein Teil der Schläferagenten wird sich zwangsläufig 2026 auf verschiedensten Positionen und Ebenen zeigen, falls tatsächlich unter dem Druck Donald Trumps und seiner wunderlichen Administration die Ukraine dem Abzug der Truppen aus dem Donbas zustimmen sollte. Aber daran glaube ich nicht besonders. Sogar an ein solches Szenario der Ereignisse glaube ich nicht so recht. Destabilisierung ist der Hauptpunkt.

Stellen wir uns vor, dass Putin nicht auf Destabilisierung setzt, sondern tatsächlich den Abzug der ukrainischen Streitkräfte vom Gebiet der Oblast Donezk als Bedingung für einen Waffenstillstand fordern könnte. Warum? Weil wir uns möglicherweise nicht vollständig des Ausmaßes der Probleme bewusst sind, die in der russischen Wirtschaft und in den russischen Streitkräften entstanden sind, und glauben könnten, dass der Präsident Russlands seiner Armee Zeit zur Erholung geben möchte – für einen neuen Schlag gegen die Ukraine.

In dieser Situation wäre die Besetzung eines strategisch wichtigen Gebietes ohne Kampf, mit Festungsstädten, die die russische Armee noch jahrelang unter großen Verlusten erobern könnte, in einer Lage, in der es ihr bereits an Menschen fehlt, die man für Geld rekrutieren kann, während Putin eine allgemeine Mobilmachung zu veranstalten fürchtet, auch ein mögliches Szenario.

Aber man muss verstehen, dass dann ein Abkommen geschlossen würde, das erstens die Ukraine destabilisiert, weil die Ukrainer natürlich nur mit wenig Enthusiasmus akzeptieren werden, dass ihre Armee Gebiete verlässt, für die sie jahrelang gekämpft hat. Zweitens entstünden neue strategische Positionen für die russische Armee. Drittens würde dieses Abkommen ausreichend Klauseln enthalten, die später als ukrainische Vertragsverletzungen interpretiert werden könnten, um einen neuen Angriff der russischen Armee von weitaus komfortableren Positionen aus zu starten als denen, die sie heute einnimmt.

Und außerdem erinnere ich noch einmal daran, dass es selbst in einem solchen Friedensabkommen offensichtlich wäre, dass der Konflikt um die Oblaste Saporischschja und Cherson eingefroren bliebe. Und selbst wenn in irgendeinem Friedensabkommen stünde, dass die Seiten sich verpflichten, dieses Problem auf friedlichem Wege zu lösen, verstehen Sie genau, dass es der Russischen Föderation völlig egal ist, was irgendwo geschrieben steht. Und wenn wir hören, dass, sollte sie diese Bestimmungen des Friedensabkommens verletzen, Donald Trump sehr böse auf sie würde – na, machen Sie sich bitte nicht lächerlich.

Sie haben doch gesehen, wie Donald Trump „böse“ wird. Nichts als offener Spott und Verachtung ruft dieser Mensch beim Präsidenten der Russischen Föderation, bei der politischen und militärischen Führung Russlands hervor. Und wie Putin in Wirklichkeit zu Trump, den Trumpisten und Trumps Umfeld steht, konnte man sehen, als er ganz selbstbewusst zu einem Treffen mit Trumps eigenem Schwiegersohn zu spät kam, der zwei Stunden lang auf ihn warten musste. Und das war eine völlig bewusste Demütigung, denn wir wissen ja bestens, dass Putin ausschließlich vorsätzlich zu spät kommt.

Wenn er irgendwelche Menschen wirklich respektiert und mit ihnen einen ernsthaften Dialog führen möchte, zwingt er sie nicht, im Vorzimmer auf ihn zu warten. Können Sie sich Putin vorstellen, der zu einem Treffen mit Xi Jinping zu spät kommt? Können Sie nicht? Nun, dann müssen Sie den Platz von Kushner und Witkoff auf der politischen Landkarte der Russischen Föderation verstehen – im Vorzimmer vor dem Büro des Präsidenten der Russischen Föderation. Ich bin sicher, dass diese Leute nie und nimmer im Ruheraum des Präsidenten der Russischen Föderation waren und auch nie dort sein werden. Das ist ein „Zarenplatz“, zu dem solche, ich würde sagen, Geschäftemacher seriöse Tschekisten nur in gefrorenem Zustand zulassen, um den Zustand der Leiche zu begutachten. Das ist alles, was man wissen muss.

Aber die Leute beginnen zu glauben. Eine riesige Zahl von Menschen. Vergessen Sie nicht, dass wir es genau mit jener Bevölkerung zu tun haben, die 2019 für illusorische Vereinbarungen mit Russland gestimmt hat. Die überwiegende Mehrheit der Menschen beginnt zu glauben, dass man durch den Verlust von Territorium Frieden erreichen kann. Und genau das ist es, was Putin braucht.

Jetzt zur zweiten Frage, die ebenfalls als ziemlich ernsthaft diskutiert wird – die Frage der Sicherheitsgarantien. Man kann sich einfach nicht auf Sicherheitsgarantien einigen. Was mir ebenfalls wie ein absolut irrealer Bewusstseinsstrom vorkommt. Wir haben doch über die letzten Jahrzehnte stets gesagt, dass die einzige reale Sicherheitsgarantie in Europa der NATO-Beitritt eines europäischen Landes ist. Und wie klug waren unsere Nachbarn, dass sie in jener Zeit, die wir auf das Wählen prorussischer Politiker, Sozialisten, Kommunisten und oligarchischer Parteien in die Werchowna Rada verwendet haben, auf andere Scherereien, mit denen sich die ukrainischen Wähler in den 1990ern und zum Teil in den 2000ern beschäftigt haben – mit Ausnahme der Wahlen nach den beiden Revolutionen, die Wahlen nach Revolutionen zählen ja nicht –, in dieser ganzen Zeit, wie ich sagen würde, eine Stabilität im Verständnis dessen herrschte, was mit uns geschieht.

Nun, all diese Länder sind der NATO beigetreten. Aber jetzt habe ich eine Frage: Hat irgendjemand eine Garantie, dass im Falle eines Angriffs Russlands, dieser nuklearen Supermacht unserer Zeit, des größten Atomstaates der heutigen Welt und einzigen solchen nuklearen Superstaates in Europa, eine andere große nukleare Supermacht – die Vereinigten Staaten –, die sich nicht in Europa befindet, bereit sein wird, die europäischen Länder vor diesem Ansturm zu verteidigen?

Bis zum Erscheinen Donald Trumps im Oval Office im Jahr 2025 waren sich alle absolut sicher, dass die euroatlantische Solidarität funktioniert. Selbst die erste Amtszeit Donald Trumps, ebenfalls völlig nicht auf den Nutzen der NATO ausgerichtet, hat den Europäern das Vertrauen in den morgigen Tag erhalten. Vielleicht, weil es den russisch-ukrainischen Krieg nicht in einem solchen Ausmaß gab. Und als Donald Trump damals von der Notwendigkeit sprach, dass die NATO-Staaten das Bündnis finanzieren und ihre Beiträge erhöhen müssten, sprach er selbst von Solidarität in dieser Frage.

Jetzt aber, wenn wir die Nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten aufmerksam lesen, können wir Lettland, Litauen, Estland und Polen keine Garantie geben, dass die Vereinigten Staaten für sie kämpfen werden, falls Russland sie angreift. Und Russland weiß das. Wir sehen, dass die Idee Donald Trumps selbst, die Idee der ultrarechten politischen Kräfte in den USA, die man vor hundert Jahren postfaschistisch oder faschistisch genannt hätte – nennen wir die Dinge bei ihrem Namen –, darin besteht, die Vereinigten Staaten nicht einmal in den Anfang des 20., sondern ins 19. Jahrhundert zurückzuführen, als Lateinamerika die einzige Interessenssphäre der Vereinigten Staaten war.

Und das funktioniert heute ebenfalls nicht, weil die Vereinigten Staaten damals der einzige wirtschaftliche Hegemon des Kontinents waren, während heute China eine vollständige wirtschaftliche Alternative zu den Vereinigten Staaten in Lateinamerika ist. Und jene Länder, die ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Amerika zurückfahren, werden automatisch ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Volksrepublik China ausbauen.

Wenn wir also von der amerikanischen Kanonenbootdiplomatie des 19. Jahrhunderts sprechen, müssen wir immer daran denken, dass diese militärische Diplomatie erstens durch die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Vereinigten Staaten und die Expansion ihrer Unternehmen abgesichert war, für die es heute eine Alternative gibt, und zweitens dadurch, dass sich die Vereinigten Staaten damals überhaupt nicht um Demokratie scherten und bereit waren, jede Diktatur zu unterstützen, die ihren Interessen entsprach, und sogar neue Staaten zu schaffen, die ihren Interessen entsprachen. So ist Panama auf der politischen Landkarte der Welt entstanden.

Heute funktioniert das nicht. Heute gilt: Selbst wenn man die Ukraine tatsächlich erobern und irgendeine Form der Kontrolle über sie etablieren möchte – was früher den Prinzipien der amerikanischen Politik nicht entsprach; früher befreiten die Amerikaner von Diktaturen, wie im Irak –, aber wer weiß, wie es unter Trump sein wird, so muss man in jedem Fall dort freie Wahlen abhalten. Und freie Wahlen führen längst nicht zwingend jene Administration an die Macht, die einem gefällt, zumal man selbst mit eigenen Händen alle Instrumente der „Soft Power“ zerstört hat. Auch das funktioniert also nicht.

Aber nochmals: Wenn die NATO als Sicherheitsgarant für Europa, zumindest für Mitteleuropa, nicht mehr funktioniert, welche Sicherheitsgarantien sollen uns dann die Amerikaner geben? Langstreckenraketen? Geld für eine neue Verteidigung, das sie uns jetzt nicht geben wollen, während wir Krieg führen? Was soll es geben, das die größte nukleare Supermacht der Menschheitsgeschichte von einem neuen Angriff abhält, wenn die andere Supermacht nicht mit ihr Krieg führen will, sich vor einem Atomkrieg fürchtet?

Und das betrifft nicht nur Trump. Was soll es in der Ukraine geben, das die putinsche Russische Föderation derart erschrecken würde, die sich überhaupt nicht um Verluste schert und mit kühler Gelassenheit auf ukrainische Angriffe auf Belgorod oder andere russische Städte blickt, diese Angriffe als direkten Beweis für die Russen wertend, dass die Ukraine eine Quelle der Instabilität ist und der Krieg mit ihr fortgesetzt werden müsse, bis dieser Staat, der den Russen nicht erlaubt, friedlich zu leben und Neujahr zu feiern, liquidiert ist?

Deshalb muss man die Wahrheit sagen: Unter Bedingungen, in denen die Vereinigten Staaten nicht vorhaben, real an der Verteidigung ihrer Verbündeten und Partner teilzunehmen, sind all ihre Sicherheitsgarantien ausschließlich auf dem Papier. Es existieren in der Realität keinerlei Sicherheitsgarantien, die die Ukraine vor Russland schützen könnten. Mit zwei Ausnahmen: Entweder der direkte Kriegseintritt der Vereinigten Staaten mit möglichem Einsatz eines nuklearen Faktors in diesem Krieg, oder die wirtschaftliche und politische Destabilisierung der Russischen Föderation mit der Erzeugung einer inneren Krise von solcher Kraft, dass die Russen eine gewisse Zeit mit diesen Problemen beschäftigt sein werden.

Das ist keine Garantie dafür, dass es keinen Krieg Russlands gegen die Ukraine geben wird. Es ist eine Garantie für eine Pause im Krieg Russlands gegen die Ukraine, für die Dauer dieser komplizierten innenpolitischen Periode wird Russland nicht gegen die Ukraine kämpfen. Aber wenn es sich erholt und wieder in einen „normalen“ Zustand kommt, wird es sich erneut auf die Eingliederung dieses Territoriums vorbereiten. Damit darüber niemand Zweifel habe.

Das Einzige, was wir vielleicht in dieser Zeit tun können, ist, ein hinreichend starker Staat zu werden, Mitglied der NATO und der Europäischen Union zu werden, falls sich diese russische Krise hinzieht, sodass es weder Trump noch Trumpismus mehr geben wird und diese Ideologie selbst verurteilt sein wird und sich die Vereinigten Staaten zu ihren Werten zurückbesinnen – aber das alles sind Hoffnungen, keine Prognosen.

Also liegen die Probleme der Friedensvereinbarung in Wirklichkeit nicht darin. Das Problem der Friedensvereinbarung, Freunde, besteht darin, dass überhaupt dieses idiotische Friedensabkommen diskutiert wird. Während darüber gesprochen werden müsste, die Feuerpause entlang der Front zu erreichen. Ich wiederhole noch einmal das, was ich in allen Sendungen gesagt habe und nicht müde werde zu wiederholen: Wenn Sie hören, dass jemand ein Friedensabkommen verhandelt, müssen Sie das als Diagnose verstehen, dass der Krieg weitergehen wird. Die einzige Möglichkeit zu verstehen, dass der Krieg zu Ende geht, ist die Bereitschaft der Parteien, die Einstellung des Feuers an der russisch-ukrainischen Front zu diskutieren.

Nicht unbedingt entlang der aktuellen Frontlinie. Die Russische Föderation kann als Bedingung für einen Waffenstillstand ebenfalls den Abzug der ukrainischen Streitkräfte etwa aus den Oblasten Donezk, Saporischschja und Cherson fordern. Und wir können dagegen sein. Wir können fordern, dass die russischen Truppen sich von irgendwo zurückziehen, und sie können sich weigern und erklären, dass sie das nicht tun werden.

Aber die Logik darf nicht die Logik eines Friedensvertrages sein. Das ist genau das, was man in der Ukraine, wie mir scheint, überhaupt nicht verstehen wollte, weil man die ganze Zeit sagte: „Wie? Wir stellen das Feuer ein, und dann greifen sie uns wieder an.“ Ja, natürlich. Es kann eine Serie russisch-ukrainischer Kriege der 20er bis 40er Jahre dieses Jahrhunderts geben.

Das hier kann nur der erste Krieg sein. Die Ukraine kann in eine Phase wie Israel eintreten – mit ewigen Kriegen, ständigen Mobilmachungen, Eroberungen ukrainischer Gebiete, Befreiungen ukrainischer Gebiete. All das ist möglich, aber wir können jetzt nicht in die Geschichte schauen. Die Israelis wussten 1948, als sie um ihre Unabhängigkeit kämpften, nicht, was 1956 oder 1967 sein würde. Und jeder Krieg stellte die Existenz des jüdischen Staates als solchen infrage.

Vielleicht werden irgendwann unsere Kinder oder Enkel einen Krieg gewinnen, der einen Punkt hinter die Frage der Existenz der Ukraine setzt. Und dann wird niemand mehr an der Stabilität der Existenz unseres Staates zweifeln. Aber möglicherweise vergehen bis dahin Jahrzehnte. Vielleicht ist das die Aufgabe der Enkel der heutigen Ukrainer.

Viele Ukrainer haben gesagt, sie wollten „zu Ende kämpfen“ und diesen Krieg nicht ihren Enkeln hinterlassen. So wird es nicht sein. Sie werden den Krieg Ihren Enkeln hinterlassen. Erfinden Sie sich da nichts. Ihre Aufgabe ist es, den Enkeln etwas zu hinterlassen, für das sie kämpfen können.

Dabei sind selbst ungünstige Bedingungen eines Waffenstillstands – Bedingungen eines Waffenstillstands. Und Gespräche über Frieden können sich jahrelang hinziehen. Es ist wie mit den Wiederaufbaukonferenzen für die Ukraine, die 2022 begonnen haben. Auf alle Fragen, warum wir über Wiederaufbau sprechen, wenn wir nicht einmal das Jahrzehnt wissen, in dem der Krieg endet – Jahrzehnt, nicht Jahr –, winkten alle nur ab, weil es natürlich wichtig war, auf einer Tribüne in der italienischen Schweiz aufzutreten. Ein wunderbarer Ort, ich liebe ihn sehr, aber ich hätte nie gedacht, dass man dorthin fahren müsse, um über den Wiederaufbau eines Landes zu diskutieren, in dem ein Krieg tobt, der nicht einmal ein vermutetes Endjahr hat. Darin liegt der Kern.

Dies ist also der Hauptpunkt: Dass wir in diesen Wochen nicht zur Konkretion übergegangen sind. Wir diskutieren weiterhin Artikel, die nichts mit der Einstellung des Feuers zu tun haben: territoriale Fragen und Sicherheitsgarantien. Das hat nichts mit einem Waffenstillstand zu tun. All das muss später diskutiert werden. Die Neutralität der Ukraine, Fragen des Wiederaufbaus, die Frage der territorialen Integrität, die Frage des Status der annektierten Gebiete, jegliche anderen humanitären oder politischen Fragen müssen erst nach dem Schweigen der Waffen diskutiert werden.

Mehr noch: Es wäre völlig logisch, dass das Feuer eingestellt wird, der Kriegszustand aufgehoben wird, Wahlen gemäß der ukrainischen Gesetzgebung ausgerufen werden und nach deren Durchführung Friedensverhandlungen mit denjenigen stattfinden, die von der Bevölkerung ein neues Mandat erhalten haben.

Denn diese Menschen werden im Wahlkampf – sowohl der neue Präsident der Ukraine als auch die Abgeordneten – ihren Mitbürgern klar sagen, welche Ideen sie während des Friedensprozesses vertreten werden. Das wird so etwas wie ein Referendum darüber sein, wie die ukrainische Gesellschaft die Fortsetzung der Ereignisse tatsächlich sieht. Und auch Russland wird darauf schauen.

So wie die Ukraine 2019 ihre Präsidentschafts- und Parlamentswahlen abgehalten hat und man in Moskau sie wie ein Referendum verstanden hat. Falsch verstanden. Und wir wissen übrigens jetzt, wie, denn einer der russischen Befehlshaber hat sich verplappert, dass sie sich geirrt hätten, als sie glaubten, dass 70 % der Bevölkerung für sie seien und 30 % gegen sie und dass sie die Ukraine leicht einnehmen würden.

Und wie haben sie das gerechnet? Glauben Sie, das sei eine Frage der Soziologie? Nein. Das ist eine Frage der Interpretation der Präsidentschaftswahlen. Wähler von Präsident Zelensky wurden als Menschen wahrgenommen, die sich eine Einigung mit Russland wünschen und apriori mit einer Kapitulation vor Russland einverstanden seien. Und 30 % der Wähler von Petro Poroschenko wurden als unerwünschte „Banderisten“ angesehen, die nach der Eroberung der Ukraine durch die russischen Streitkräfte und dem Einmarsch der Nationalgarde einfach vernichtet würden. Diese Menschen tauchten, wie Sie verstehen, in jenen Listen auf, die die russische Seite vor der Eroberung ukrainischer Gebiete zusammengestellt hatte. Das ist alles. Alles ganz einfach. „30 Prozent werden wir physisch vernichten, 70 % akzeptieren uns als Befreier, und Zelensky wird als jemand gesehen, der ihre Wünsche verraten hat.“

Das war eine völlig falsche Stimmenzählung, denn die überwiegende Mehrheit der Zelensky-Wähler wollte keine Kapitulation in einem Krieg mit Russland. Sondern sie glaubten – genauso wie der amtierende Präsident selbst, mit seinem völligen Unverständnis der Realität –, dass man mit Putin verhandeln könne. Verhandeln, nicht kapitulieren. Sich auf vorteilhafte Bedingungen einigen, nicht kapitulieren. Derjenige, der Serien verkaufen will, möchte, dass sein Film im Kino gezeigt wird und nicht, dass das Filmmaterial unterwegs verbrannt wird. Das ist nur ein Sprichwort.

Kurz gesagt, um es einfach zu formulieren: Man hätte das prorussische Publikum zählen müssen – die Wähler von Boiko und, sagen wir, damals von Wilkul, ich glaube, er war auch Präsidentschaftskandidat von der OPPOSITIONSPLATTFORM – Für das Leben und vom Oppositionsblock. Und die übrigen Wähler, die für Zelensky stimmten, einschließlich Zelenskys Wähler im ersten Wahlgang, musste man natürlich mit den Wählern Poroschenkos zusammenzählen. Und dann wären es 70 zu 30 gewesen, aber in umgekehrter Verteilung. Doch die Russen haben das nicht getan.

Und genau darin liegt auch jetzt eine Gefahr, wie Sie verstehen. Wenn in jener Situation, von der ich mit Ihnen spreche, bei den Präsidentschaftswahlen für einen Menschen gestimmt wird, der sagt, er sei in der Lage, sich mit Putin zu einigen, und dass lediglich der vorherige Präsident Zelensky sich in Wahrheit als Anführer einer „Kriegspartei“ herausgestellt habe und so weiter – wenn für einen solchen Menschen gestimmt wird, dann wird es keinen Friedensprozess geben, ich verspreche es Ihnen – sondern Krieg.

Das heißt, ein realer Friedensprozess wird nur dann stattfinden, wenn ein Mensch gewinnt, der sagt, dass eine Kapitulation vor Russland unmöglich ist, dass er auf klaren patriotischen Positionen steht, dass er mit Putin sprechen kann, aber nur dann, wenn die ukrainischen Interessen berücksichtigt werden. Mit einer solchen Person kann Moskau einen gewissen Kompromiss finden, weil es sehen wird, wie die Mehrheit der ukrainischen Bevölkerung tatsächlich eingestellt ist – nämlich nach vier Jahren Krieg nicht auf die Knie vor dem Moskauer gottgleichen Machthaber gefallen ist.

Aber ich garantiere Ihnen nicht, dass die Ukrainer logisch wählen werden. Und ich garantiere Ihnen nicht, dass Russland die Wahlergebnisse korrekt interpretieren wird. Auch nach den Wahlen kann es also Krieg geben und keinen Friedensprozess – aber es gibt eine Chance. Es gibt eine Chance.

Doch erneut: Wir sprechen mit Ihnen über die Logik eines Waffenstillstands. Und bis zu einer solchen Logik ist es derzeit noch sehr, sehr weit. Und was wird dann nötig sein? Es wird Zeit vergehen müssen, bis offensichtlich wird, dass diese Verhandlungen über ein Friedensabkommen wie ein Luftballon platzen müssen. Und dann wird in dieser Situation eine ganz konkrete Neuorientierung der Politik stattfinden. Ich kann Ihnen nicht sagen, welche, das heißt, ich kann Ihnen nicht sagen, wie Trump handeln wird. Aber höchstwahrscheinlich wird er versuchen, noch mehr Druck auf Putin auszuüben, damit Putin seine – wie soll ich sagen – komfortablen Friedensbedingungen akzeptiert.

Für uns ist es wichtig, dass Trump gezwungen ist, auf die Ergebnisse jener Meinungsumfragen zu achten, die es jetzt in Bezug auf die Ukraine sowohl unter Republikanern als auch unter Demokraten gibt, und zu begreifen, dass er, wenn er eine putinsche Position einnimmt, einfach die Zwischenwahlen verlieren wird – und das ist der Weg zum Impeachment. Ich glaube nicht wirklich, dass er mit Blick auf die Mehrheit den Senat verlieren wird, aber das Repräsentantenhaus in einer solchen Situation – leicht.

Wir brauchen, dass Trump, indem er versucht, Putin dazu zu zwingen, komfortable Bedingungen zu akzeptieren, so starken Druck auf Russland ausübt, dass Russland am Ende so sehr geschwächt sein wird, dass es bereit ist, auch nicht-komfortable Bedingungen zu akzeptieren. Aber all das ist eine Perspektive, die nicht nahe liegt.

Das ist also eine Analyse dieser ersten Woche. Natürlich werden wir mit Ihnen zu den Gesprächen über die zukünftige Entwicklung zurückkehren. In der nächsten Woche wird es europäische Treffen geben, wir werden sehen, wie die europäischen Partner auf all diese Schritte der Amerikaner reagieren.

Wir werden versuchen, die Fragen zu beantworten, die jetzt in dieser Sendung gestellt werden.

Frage. Zurzeit ertönen häufig Appelle und konkrete Vorschläge zu Veränderungen bei uns und bei den Partnern. Meistens in der Formulierung: Entweder wir verändern uns, oder wir gehen zugrunde. Sind wir jetzt wirklich so nahe am Kollaps?

Portnikov. Das ist eine Frage dessen, was man unter Kollaps versteht. Ehrlich gesagt ist die Lage an der Front natürlich schwierig, aber so schwierig ist sie schon in den letzten vier Jahren. Natürlich haben wir Probleme mit der Staatsführung, aber Probleme mit der Staatsführung haben wir seit mindestens sechs Jahren. Und das ist noch eine optimistische Zahl. Natürlich haben wir Probleme in den Beziehungen zu den Partnern, weil sie derzeit viele instrumentelle Fragen nicht lösen können, etwa die Frage der Finanzierung der Ukraine im Jahr 2026. Aber sie versuchen, das zu tun, sie suchen nach Wegen. Und ich bin sicher, dass diese Wege gefunden werden, denn wiederum will in Europa niemand, dass die russische Armee an die Grenzen Europas kommt.

Aber hier stellt sich eine ziemlich ernste Frage. Was muss passieren, damit wir von Kollaps sprechen? Die russische Armee befindet sich immer noch in Pokrowsk und versucht, die Stadt einzunehmen. Wir haben das Jahr 2025. Es sind fast vier Jahre Krieg vergangen. Wie Sie sich erinnern, waren die Russen sicher, dass sie die Oblast Donezk innerhalb weniger Wochen einnehmen würden. Selbst wenn wir uns vorstellen, dass sie Pokrowsk erobern – niemand hat gesagt, dass es leicht wird, das nächste strategische Zentrum im Donbas einzunehmen.

All diese Kämpfe entlang der gesamten Frontlinie bringen ebenfalls keine Ergebnisse, sondern sind eher psychologischer Druck und eine Demonstration der Möglichkeiten der russischen Armee. Wir wissen, je breiter die Front, desto schwerer ist es, an ihr zu kämpfen, wenn man im Angriff ist. Auch das sind völlig objektive Dinge. Und außerdem wollte ich immer fragen: Was ändert sich für den ukrainischen Staat und seine Existenz tatsächlich, wenn – stellen wir uns das vor – die Russen nach mehreren Jahren unserer Verteidigung noch einen Teil des ukrainischen Territoriums im Osten erobern? Zu Ruinen verwandelt – sie verwandeln es in Ruinen.

Das heißt, ich sehe daran nichts Gutes, aber ich frage, ob das ein Kollaps ist? Nein, das ist kein Kollaps. Je mehr Russland in der Ukraine Krieg führt, desto näher kommt es selbst zwei Dingen: seinem eigenen wirtschaftlichen Kollaps – ich sage nicht, dass der unbedingt 2026 oder 2027 eintreten wird, aber er wird eintreten, und er wird im Übrigen unumgänglich und irreversibel sein. Man soll nicht glauben, dass der russische Staat nach diesem Kollaps einfach zack – und sich wieder erholt. Nein. Und zweitens der Notwendigkeit, den Krieg auf eine europäische Front auszuweiten, denn die Russen verstehen sehr gut, dass solange uns die Europäer unterstützen, all ihre Anstrengungen vergeblich sind. Und inwieweit die Russen in der Lage sein werden, ihre Anstrengungen auszuweiten, das ist bereits eine gute Frage. Und wie Europa reagieren wird, ebenfalls.

Frage. Glauben Sie, dass die Ukraine nach dem Krieg einen ähnlichen Weg wie Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg vor sich haben könnte – mit einem raschen wirtschaftlichen Wachstum und Wiederaufbau?

Portnikov. Nein, das glaube ich nicht. Beide Teile Deutschlands, die zwischen West und Ost geteilt waren, hatten klare Sicherheitsgarantien von zwei größten Nuklearsupermächten in der Geschichte der Menschheit. Von zwei Ländern, die in der Lage sind, die Menschheit zu vernichten. Die Bundesrepublik Deutschland von den Vereinigten Staaten von Amerika. Andere Garanten dieses Regimes – zunächst der Besatzung, später der Sicherheitsgarantien – waren im Übrigen weitere Atommächte: Frankreich und Großbritannien. Die Deutsche Demokratische Republik erhielt Sicherheitsgarantien von einer anderen riesigen nuklearen Supermacht, der Sowjetunion. Und selbst dann, erinnern Sie sich, fühlte sich West-Berlin, das sich im Zentrum der DDR befand, aber von den westlichen Alliierten kontrolliert wurde, bis zur endgültigen Klärung seines Status, die sich über dreißig Jahre hinzog, nicht besonders sicher.

Die Ukraine ist im besten Fall – West-Berlin. Aber weder Ost- noch Westdeutschland, weil es heute keine Sicherheitsgarantien gibt, die die normale Entwicklung von Investitionen in die Ukraine gewährleisten würden. Und sowohl der Westen als auch der Osten wollten beide Teile Deutschlands zu Schaufenstern ihres Systemkonflikts machen – so weit, wie es jedem von ihnen gelang. Selbst Ostdeutschland sah viel besser aus als die anderen sogenannten sozialistischen Länder, gerade weil es als Schaufenster gebraucht wurde.

Aber diejenigen, die selbst in West-Berlin Geld investierten, waren sich ihrer Investitionen keineswegs sicher. Sie verstanden, dass sie in ein Schaufenster investierten, aber wie lange dieses Schaufenster existieren würde, wusste niemand. Ganz zu schweigen davon, dass sie ihr Geld aus diesen Investitionen in der Bundesrepublik selbst absichern konnten.

So ist es auch hier: Man kann natürlich die Ukraine entwickeln, unter der Bedingung, dass das ganze Geld daraus nicht in der Ukraine ist und nicht verloren geht. Aber das ist eine ganz andere Sache als die Entwicklung der Ukraine selbst. Daher habe ich keine besonders optimistischen Prognosen bezüglich dieses simplen Punktes, den wir diskutieren. Ich würde natürlich gern sehen, dass sich die Ukraine so entwickelt, aber dafür gibt es keine objektiven Voraussetzungen.

Wird das von Sicherheitsgarantien abhängen? Ja, wenn sie entstehen, wenn wir genau wissen, dass die Ukraine ihre Unabhängigkeit und Souveränität garantiert, dass die Russen uns nie wieder angreifen. In diesem Fall können wir ohne jeden Zweifel auf ein rasches wirtschaftliches Wachstum hoffen. Und unter Berücksichtigung der Besonderheiten des korrupten Systems der ukrainischen Staatsführung und der sowohl vertikalen wie horizontalen Korruption in der ukrainischen Gesellschaft können wir innerhalb von 20–25 Jahren bestimmt Niveau Rumäniens erreichen. Na gut, 30 Jahre.

Frage. Trump und seine Helfershelfer verhalten sich faktisch wie Agenten Putins. Wann wird die Elite der USA endlich angemessen darauf reagieren?

Portnikov. Eine gute Frage. Danke dafür. Ich glaube nicht, dass Trump und seine Administration sich wie Agenten Putins verhalten. Ihre gesamte Ideologie ist die Ideologie des amerikanischen Isolationismus, die in der Zwischenkriegszeit – zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg – absolut Mainstream war. Und übrigens sympathisierten viele amerikanische Unternehmer und Politiker damals aufrichtig mit Adolf Hitler und Benito Mussolini.

Niemand hat sie als Agenten Hitlers oder Mussolinis betrachtet. Das war ihre Ideologie: Dass Europa selbst mit seinen Problemen fertig werden müsse, dass eine starke Hand nötig sei, dass Hitler Deutschland aus wirtschaftlichen Ruinen herausgeführt habe. Und vor allem, dass dies nicht die Sphäre amerikanischen Einflusses sei. Was hätten die USA in Europa verloren? Gibt es starke wirtschaftliche Staaten, muss man mit ihnen Handel treiben, und die Europäer sollen ihre Probleme selbst lösen.

Wenn wir sehen, dass sie meinen, ihre Hauptaufmerksamkeit müsse dem Wettbewerb mit China gelten und dass für den Erfolg dieses Wettbewerbs mindestens die Neutralität Russlands notwendig sei – wie aus ihrer Nationalen Sicherheitsstrategie hervorgeht –, verhalten sie sich vollkommen adäquat. Das ist einfach ihre Ideologie.

Man darf Ideologie nicht mit Agententätigkeit verwechseln. Ich sehe bislang nichts inadäquates in ihrem Handeln, gemessen an dieser Ideologie. Ich würde sogar sagen, dass sie sich gezwungen sehen, sich zurückzuhalten, weil das der amerikanischen Gesellschaft nicht sehr gefällt.

Frage. Mit welcher Wahrscheinlichkeit in Prozent schätzen Sie eine chinesische Aggression im Pazifik unter der Präsidentschaft Trumps ein, und wie ist Ihre Prognose hinsichtlich seiner Reaktion?

Portnikov. Trump wird nicht mit China Krieg führen. Man sollte sich darüber keine Illusionen machen. Doch ich bin mir nicht sicher, dass Xi Jinping derzeit bereit ist zu einer realen Aggression gegen Taiwan, aus einem einfachen Grund: Das könnte wirtschaftliche Folgen haben, die für die chinesische Wirtschaft sehr gefährlich wären. Gerade die Gegner Chinas in aller Welt könnten diese Gelegenheit nutzen, um China wirtschaftlich zu isolieren. Denn wenn eine wirtschaftliche Isolation Chinas heute zu ernsten sozialen Problemen und Erschütterungen führte, ohne eine logische Erklärung zu haben, dann wäre im Falle eines Angriffs auf Taiwan sehr leicht zu erklären, warum die Menschen schlechter leben: „Wegen des Krieges Chinas gegen Taiwan, wir können mit einem Aggressorland nicht handeln.“

Es wäre wie mit Russland. Sie verstehen sehr gut, dass – hätte vor dem großen Angriff Russlands auf die Ukraine jemand von den deutschen Politikern gesagt: „Wir schließen Nord Stream und werden niemals wieder Gas aus Russland beziehen“, das im deutschen Publikum milde gesagt auf Unverständnis gestoßen wäre. Gut, Sie wollen kein Gas über Nord Stream beziehen. Aber es gibt doch das ukrainische Gastransportsystem. Das ist doch billiges Gas.

Der Krieg verändert alles. Ein Krieg zwingt jede Gesellschaft, unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Die Ukraine unterscheidet sich nur darin, dass unsere Führer diese unpopulären Entscheidungen nicht treffen wollen und nicht darin, dass die Gesellschaft während des Krieges nicht bereit wäre.

Frage. Wenn die Ukraine zuerst ausblutet, wie könnte der Prozess der Russifizierung ablaufen? Werden gleich von Anfang an Erschießungen und Filtrationslager direkt in den Höfen und Häusern eingerichtet?

Portnikov. Nein, so wird das nicht sein. Es wird Referenden in jeder ukrainischen Oblast geben – über die Ausrufung der Unabhängigkeit oder den Anschluss an die Russische Föderation. So, wie es in den besetzten Gebieten geschieht. Sie sehen ja das Szenario. Ich nehme übrigens an, dass man im ersten, zweiten, vielleicht dritten Jahr sogar erlauben wird, die ukrainische Sprache als Unterrichtssprache in den Schulen zu wählen – und sie dann verbieten wird.

In dieser Zeit werden die Gebiete von illoyaler Bevölkerung „gereinigt“ – ebenfalls auf rein wirtschaftlichem Wege. Man wird Ihnen einfach sagen, dass Sie, wenn Sie Ihre Wohnung verkaufen, Eigentum besitzen wollen, Bürger der Russischen Föderation sein müssen. Nach einem, zwei Jahren wird alles klar sein. Und diejenigen, die diese Pässe annehmen, werden loyal sein, weil das ihre Entscheidung ist. Eine wirtschaftliche – man muss ja irgendwie leben. Und mit der Wahl des Passes wird auch die Wahl der Sprache kommen: „Nun, in unserem Land gibt es eine Sprache. Was soll man da machen? Jetzt ist es Russland, wir können nichts tun.“

Die Menschen, die damit nicht einverstanden sind, werden entweder ausreisen oder getötet. Sind Elemente eines Partisanenkampfes möglich? In manchen Gebieten ja, in manchen nein. Das hängt vom Grad der Nähe der jeweiligen Region zur russischen Zivilisation als solcher ab.

Frage. Wie schätzen Sie den durchschnittlichen Bildungsstand der Amerikaner ein? Es wirkt so, als ob sie ein ziemlich dummes Volk wären.

Portnikov. Das sagen Bürger eines Landes mit unglaublich klugen Entscheidungen bei Wahlen in den Jahren 2019 oder 2010 – da quillt der Bildungsgrad direkt heraus. Das nennt man: „Wenn meine Kuh schon muht, sollte deine schweigen.“ Ich kann manchmal einfach nicht anders – diese kindliche Selbstgewissheit freut mich fast.

Natürlich verwandeln sich Wahlen weltweit, wenn man ehrlich spricht, heute in einen Wettstreit neuer Informationstechnologien. Es ist überhaupt nicht überraschend, dass Donald Trump TikTok so sehr gefällt. Natürlich kann man in dieser Situation sagen, dass heute Menschen an Wahlprozessen teilnehmen, die sich früher wenig für Politik interessiert haben, die nur dank der sozialen Netzwerke zu Wahlen kommen. Natürlich. So ist es. Aber der amerikanische Wähler hat sehr oft für Leute gestimmt, deren Wahl Ihnen unverständlich wäre, und hat aus wirtschaftlichen Gründen gewählt, ist sehr oft übers Ohr gehauen worden. Sehr oft haben amerikanische Wahlen zur Großen Depression geführt. Amerikanische Wahlen haben einen wirtschaftlichen Charakter, der in erster Linie mit dem aktuellen Lebensstandard im jeweiligen Moment zusammenhängt. Sie basieren, wie Sie wissen, auf einigen wenigen Bundesstaaten, die ihre Parteipräferenzen nicht festgelegt haben.

Denn die Vereinigten Staaten sind in Wirklichkeit zwei politische Staaten in einem. Und es gibt einige Bundesstaaten, die einfach nicht entscheiden können, zu welchem dieser politischen Staaten sie gehören. Das hat nichts mit Intelligenz zu tun, das ist eine Frage der Orientierung und wirtschaftlichen Präferenzen.

Frage. Warum wird manchmal die Frage einer Wiederwahl Trumps aufgeworfen? Ist das überhaupt möglich?

Portnikov. Nein, das ist nicht möglich. Aber Folgendes ist möglich: Wenn bei den Wahlen 2026 die Demokraten die Kontrolle über beide Häuser des Kongresses erhalten, können sie Donald Trump des Amtes entheben – ihm also ein Impeachment aussprechen. Juristisch gesprochen: Wenn dieses Impeachment stattfindet, kann der Vizepräsident, J. D. Vance, neuer Präsident der Vereinigten Staaten werden. Wenn die Demokraten auch für den neuen Präsidenten Gründe für ein Impeachment finden, dann wird der Vizepräsident der Vereinigten Staaten der Vizepräsident, der vorher im Kongress gewählt wurde. Das wird ein Senator oder Kongressabgeordneter der Demokraten sein. Und auf diese Weise wird ein Demokrat schon vor den Wahlen 2028 Präsident der Vereinigten Staaten.

Aber im Moment habe ich viele Fragen. Erstens: Wird es überhaupt zu einem Impeachment des Präsidenten Trump kommen? Zweitens: Wird man auch dem Vizepräsidenten Vance, falls er Präsident wird, ein Impeachment aussprechen können? Drittens: Werden die Demokraten überhaupt die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses erhalten? Wissen Sie, man sollte nicht „Hopp“ sagen, bevor man gesprungen ist. Das sind alles offene Fragen.

Aber wenn die Demokraten 2026 die Kontrolle zumindest über eine Kammer des Kongresses erlangen – das Repräsentantenhaus – und dort alle politischen Initiativen Trumps rigoros blockieren, dann wird Präsident Trump zur „lame duck“, zur lahmen Ente. Und alle werden bereits darüber nachdenken, wer der nächste Präsident der Vereinigten Staaten sein wird. Und die Republikaner werden eine real neue Person suchen, die nach dieser Phase des Trumpismus bei den Wahlen gewinnen kann.

Ich bin nicht einmal sicher, dass das J. D. Vance sein wird, oder überhaupt eine Person, die Trump unterstützen wird. Das ist ebenso möglich. Wir wissen nicht, wie das „Zeitalter Trump“ enden wird. Es kann enden, während Trump im Amt ist. So ist es mehr als einmal gewesen.

Frage. Wer von den europäischen Spitzenpolitikern kann heute zum Führer bei der Schaffung einer antirussischen Militärkoalition Europas werden?

Portnikov. Sie suchen ständig irgendwelche Führer, dabei ist ein gesellschaftlicher Bedarf nötig, verstehen Sie? Denn ein Führer erscheint dank eines gesellschaftlichen Bedarfs. Winston Churchill war eine Kompromissfigur, die nur deshalb Premierminister Großbritanniens wurde, weil die Konservativen, als der Zweite Weltkrieg begann, eine Regierung der nationalen Einheit bilden wollten, um zu zeigen, dass sie die Fehler der vorherigen Periode verstanden hatten. Aber die Labour-Partei wollte nicht, dass diese Regierung vom anerkannten Führer der Konservativen, Neville Chamberlain, geführt wird, der damals Premierminister Großbritanniens war.

Und alle brauchten eine zufällige Figur, die unter den Konservativen kein besonderes Ansehen genoss, nicht einmal die Partei führte – die Partei wurde von Chamberlain geführt – und die auch bei den Labour-Leuten keinen großen Autorität als ernsthafte Figur hatte. Und so konnten sie in diese Regierung ihren eigenen Führer, Clement Attlee, den anerkannten Führer der Labour-Partei, als Vizepremier entsenden.

Aber der gesellschaftliche Bedarf, die Bereitschaft der Briten zum Widerstand, hat aus Churchill „Churchill“ gemacht – eine sehr widersprüchliche Figur, die ihre Ansichten darüber, wie man sich in kritischen Situationen zu verhalten habe, mehrmals geändert hat.

So auch hier: Wenn es einen Bedarf europäischer Gesellschaften zum Widerstand geben wird, wird eine Gruppe von Politikern entstehen, die zu einem solchen Widerstand bereit ist. Dafür braucht man keinen einzelnen Führer. Wenn es einen solchen gesellschaftlich-elektoralen Bedarf nicht geben wird, werden Politiker erscheinen, die bereit sind, sich mit Russland zu einigen – dafür braucht man ebenfalls keinen Führer.

Nicht Führer machen Geschichte. Geschichte machen bewusste Völker. Das muss jeder verstehen, der immer noch einen „guten Zaren im Büro“ sucht. Geschichte wird von den Völkern geschrieben, nicht von denen, die an die Spitze bestimmter Nationen treten, wenn diese ihr eigenes Bild der Zukunft erarbeitet haben. Das muss man sich immer vor Augen halten.

Die Rolle der Persönlichkeit in der Geschichte ist praktisch minimal. Maximal ist der Bedarf der Menschen nach bestimmten Prozessen. Auch wenn die Biografien der Menschen, die zu Ausdrucksfiguren dieser Prozesse werden, natürlich sehr groß sind – es ist offensichtlich und interessant, wie sich Menschen an diese Bedürfnisse anpassen.

Und es gibt Menschen, die einfach ihrem Volk gefallen wollen. Nun, dann kann es sein, dass von diesem Volk am Ende nichts übrig bleibt. Hoffen wir, dass das nicht mit uns geschieht.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: fЩо далі із «мирним процесом» | Віталій Портников. 07.12.2025., falls bekannt]
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 07.12.2025.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Die Großväter des Krieges. Jaroslaw Nyschtschyk.

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Eines der Phänomene in den Streitkräften der Ukraine, das Militärhistoriker noch erforschen werden, sind die Großväter.

Ja, die Großväter. Diese netten ländlichen und städtischen Männer im Alter von 55+. Nicht immer haben sie Enkel – aber daran wird der Status eines „Großvaters“ auch nicht gemessen.

Ein Großvater ist ein Mann, der das Leben bereits gesehen hat. Zu Hause ist er erschöpft von schwerer Arbeit, von Lebensproblemen, von einer glücklichen Ehe, in der er seine Frau fürchtet.

Den Einzug in die Armee nahm er ziemlich philosophisch: „Heh.“ Als man ihn in den Kleinbus des Wehramtes setzte, schrie er nicht über die ganze Straße: „Leute, helft mir, rettet mich!“ Denn er ist ein Großvater und kein Clown.

Dann kommt der Moment, in dem der Großvater die Pixeluniform anzieht. Und dann geschieht ein Wunder. Seine Gesundheit wird dadurch nicht besser. Aber das letzte Mal trug er eine Uniform, als er zwanzig war. Die Uniform steht für jene Zeit, als er jung war, gesund und den Frauen gefiel. Und nun hat er die Aufmerksamkeit der Frauen wiedergewonnen.

Der Großvater macht sich eine Modellfrisur, der Großvater bringt seinen Bart in Ordnung. Der Großvater läuft niemals schmutzig herum wie ein Penner. Der Großvater verweigert niemals eine Aufgabe. Wenn Großväter eine Stellung halten, dann nimmt man sie nur ein, wenn die Großväter gefallen sind, denn das Motto der Großväter in den Streitkräften lautet: „Dorthin kommen wir noch – aber zurück nicht mehr, die Gesundheit ist nicht mehr wie früher.“

Drei Großväter, denen man Essen, Trinken und Munition auf die Stellung bringt, können eine Kompanie von Vertragssoldaten im Alter von 18 bis 24 ersetzen.

Der Großvater isst immer bedächtig. Er hastet nie. Er wird niemals sagen, dass irgendein Essen nicht schmeckt. Besonders gute Geschmacksnoten verleihen 25 Gramm. Ich habe noch keinen einzigen Großvater gesehen, der ein Säufer war. Großväter betrinken sich nicht. Großväter ziehen ihre 25 Gramm „für die Gesundheit“.

Aber im Leben eines Großvaters kann während des Dienstes auch eine schreckliche Zeit kommen. Der Großvater beginnt traurig umherzugehen. Der Großvater weint nachts oft ins Kopfkissen. Er spricht mit niemandem darüber, und fertigt den Politoffizier jedes Mal barsch ab.

Der Großvater ist bald 60. Das Höchstalter für den Militärdienst. Der Großvater, der sich nicht vor Gleitbomben und FPV-Drohnen fürchtete, hat Angst, zu seiner Liebsten zurückzukehren, mit der er 40 Jahre in einer glücklichen Ehe lebt. Denn das ist kein Kommandeur – dort kann man auch eine körperliche Zurechtweisung bekommen. Die Liebste wird ihn nicht dafür loben, dass der Großvater seine 25 Gramm trinkt und auf seine Gesundheit achtet.

Der Großvater wird keine lustigen Fahrten mehr auf starken Fahrzeugen machen, der Großvater wird nicht mehr durch die Waldstreifen laufen und die Jungs antreiben. Der Großvater ist kein „Herr Feldwebel“ mehr, er ist jetzt:

„Mykola, verdammt nochmal, geh Schweinestall sauber machen.“

Der Großvater wird sich nicht mehr mit Komplimenten an jede Tankstellenbedienung heranmachen, deren Namen er an allen frontnahen Tankstellen kennt.

Er ist jetzt nicht mehr Bart, Eber, Casanova, Schamane, Orkhund, Schädel, Granit, Bestie, Der Graue, Der Kalte, Der Junge, Der Goldene, Liebling, Der Hübsche.

Er wird jetzt wieder einfach Großvater Mykola sein (ersetzen Sie den Namen nach Belieben).

Jetzt wird ihn der junge Kamerad nicht mehr „Opa“ nennen.

Und dann weinen die Großväter auch.


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Art der Quelle: Social Media
Autor: Jaroslaw Nyschtschyk
Veröffentlichung / Entstehung: 07.12.2025.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach, veröffentlicht auf uebersetzungenzuukraine.data.blog.


Die Belaweschskaja-Puschtscha. Vitaly Portnikov. 07.12.2025.

https://zbruc.eu/node/123074?fbclid=IwZnRzaAOid6tleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZAo2NjI4NTY4Mzc5AAEeHaJ0QJiZoVi4dV5SiY7Mem1ed4MK4F1pRBsuX0aEbQXzgPPbQGktJL0urow_aem_sGYdt10GHhiRkYIZLwxQ7Q

Am 7. Dezember 1991 trafen sich die Staats- und Regierungschefs der Ukraine, der Russischen Föderation und von Belarus in der Regierungsresidenz in der Belaweschskaja-Puschtscha, um der Existenz der Sowjetunion ein Ende zu setzen.

Aus heutiger historischer Perspektive erscheint eine solche Entscheidung logisch und nahezu unvermeidlich. Doch praktisch niemand – selbst nach dem ukrainischen Referendum vom 1. Dezember – konnte daran glauben, dass es tatsächlich dazu kommen würde. Ich erinnere mich gut daran, wie nach den ersten Meldungen über die Unterzeichnung des Abkommens zur Gründung der GUS Kollegen aus verschiedenen Hauptstädten der damals noch bestehenden Unionsrepubliken mich anriefen und fragten, was dort eigentlich passiert sei. Und die wichtigste Stadt, in der niemand verstand, was geschehen war, war Moskau.

Die russische Propaganda bezeichnet unseren ersten Präsidenten Leonid Krawtschuk üblicherweise als den Haupttotengräber der Sowjetunion. Doch daran ist kein Körnchen Wahrheit. Denn Leonid Makarowytsch flog nach Minsk keineswegs, um die Sowjetunion zu Grabe zu tragen, sondern im Gegenteil, um Boris Jelzin zu erklären, dass die Ukraine nach dem Referendum vom 1. Dezember keinerlei Absicht und keinerlei Möglichkeit habe, im Bündnis zu bleiben oder sich irgendeiner erneuerten Reinkarnation dieses Bündnisses anzuschließen. Was sollte daran Besonderes sein? Schließlich waren zuvor bereits die drei baltischen Staaten aus der Sowjetunion ausgeschieden, deren Wiederherstellung der Unabhängigkeit vom Staatsrat der UdSSR offiziell anerkannt worden war. Und niemand war der Ansicht gewesen, dass das „Abfallen“ von drei Republiken das Ende der Sowjetunion bedeuten würde.

Doch mit der Ukraine war die Geschichte eine völlig andere. In Moskau wollte man hartnäckig nicht glauben, dass die Ukraine „tatsächlich“ aus der Sowjetunion austreten würde – genauso hartnäckig, wie man sich nach 2014 nicht damit abfinden wollte, dass die Ukraine nicht mehr an der Tätigkeit der GUS teilnimmt und Einladungen zu Gipfeltreffen der Organisation nicht nur an Poroschenko, sondern auch an Zelensky weiter verschickte. Jelzin sagte seiner Beraterin Galina Starowoitowa, dass „Michail Sergejewitsch das irgendwie regeln wird“, sollte das ukrainische Referendum zugunsten der Unabhängigkeit ausgehen. Selbst nach dem erfolgreichen Referendum betrachtete man es in Moskau weiterhin lediglich als zusätzlichen ukrainischen Trumpf bei den Verhandlungen über einen erneuerten Unionsvertrag.

Jelzin, der nach dem 1. Dezember erkannte, dass Gorbatschow überhaupt nichts mehr „regeln“ würde, flog nach Minsk gerade deshalb, um herauszufinden, unter welchen Bedingungen die Ukraine auch künftig Teil der Union bleiben wolle – und das ist kein Scherz. Vor der Reise traf sich Jelzin eigens mit Gorbatschow, um seine bevorstehende Begegnung mit Krawtschuk zu besprechen – und nach diesem Gespräch stellte er fest, dass „ohne die Ukraine der Unionsvertrag jeden Sinn verliert“.

Aber genau darin lag das Problem: In Moskau waren alle überzeugt, dass die Ukraine diesem Vertrag auf jeden Fall beitreten würde – Jelzin musste lediglich klären, unter welchen Bedingungen. Doch in der Belaweschskaja-Puschtscha erwartete den russischen Präsidenten eine Überraschung: Krawtschuk erklärte ihm unmissverständlich, dass er nach dem 1. Dezember vom ukrainischen Volk kein Mandat für die Unterzeichnung eines neuen Unionsvertrages habe. Einfach gesagt: Die Ukraine ist nun ein unabhängiger Staat – genau das konnte man in Moskau partout nicht begreifen! So fand in der Belaweschskaja-Puschtscha in Wahrheit ein Treffen des Staatschefs eines unabhängigen Staates mit den Führern zweier Unionsrepubliken innerhalb der UdSSR statt. Auch das muss man verstehen: Die Parlamente Russlands und von Belarus hatten keine Akte über die Unabhängigkeit verabschiedet (der Oberste Sowjet der BSSR hatte der Souveränitätserklärung den Status eines Verfassungsgesetzes verliehen), und es hatte keine Referenden über die Unabhängigkeit gegeben. Von allen Führern, die sich bei Minsk versammelt hatten, war nur Krawtschuk der Leiter eines neuen, international anerkannten Staates.

Und genau an diesem Punkt setzte ein anderer Mechanismus in Gang, den Jelzin ebenfalls im Vorfeld mit seinen Mitstreitern besprochen hatte – die Entscheidung über die Auflösung der Union und die Schaffung eines neuen zwischenstaatlichen Gebildes. Für Jelzin, in dessen Umfeld es eine große Gruppe von Befürwortern der russischen Unabhängigkeit unter Führung des damaligen Staatssekretärs der RSFSR Gennadi Burbulis gab, war dies eine gute Gelegenheit, sich endlich endgültig des ihm lästig gewordenen Gorbatschow zu entledigen. Und vor allem – das ist das Wichtigste –, das sagte mir Jelzin, als wir uns wenige Wochen vor den Ereignissen in Belaweschje trafen: „Mit der Ukraine bin ich Präsident eines europäischen Staates, ohne die Ukraine bin ich Präsident eines asiatischen. Und ich möchte kein Präsident eines asiatischen Staates sein.“

Und ja, Jelzin war überzeugt, dass es sich nur um eine kurze Periode von Zugeständnissen handeln würde und dass er am Ende tatsächlich Präsident eines neuen Unionsstaates werden würde – nur ohne Gorbatschow und mit Ukraine.

Nun zur für uns wichtigsten Frage: Warum ging Krawtschuk auf dieses Abkommen ein? Schließlich hätte er Belarus ohne jede Entscheidung verlassen können, indem er Jelzin – als einem Unterhändler Gorbatschows – einfach mitteilte, dass es keine Ukraine im erneuerten Bündnis geben werde, und Jelzin und Schuschkewitsch viel Erfolg bei der Ausarbeitung eines neuen Unionsvertrags wünschte. Doch das lässt sich leicht aus der Perspektive des Jahres 2025 sagen. Damals aber, im Dezember 1991, hatte Krawtschuk möglicherweise keine Gewissheit über die Loyalität der eigenen Armee und der übrigen Sicherheitsstrukturen – und auch nicht über seine Fähigkeit, die Unabhängigkeit im Falle eines Drucks aus Moskau zu verteidigen. Er erhielt die Möglichkeit, Gorbatschow von Jelzin zu trennen und das Unionszentrum zu paralysieren. Hätte er sich geweigert, die Vereinbarung zu unterzeichnen, hätte er sie hingegen vereint.

Was danach geschah, wissen wir gut. Die Gemeinschaft verwandelte sich nicht in einen neuen Unionsstaat, und Russland gab seinen Wunsch nicht auf, die Ukraine zu erobern und sie im Rahmen seines eigenen imperialen Projekts zu bewahren. Die Vereinbarung von Wiskuli verwandelte sich in einen aufgeschobenen großen Krieg, in dessen ersten Monaten Leonid Krawtschuk starb.


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Art der Quelle: Essay
Titel des Originals: Пуща. Віталій Портников. 07.12.2025.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 07.12.2025.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Die Amerikaner erpressen Zelensky | Vitaly Portnikov. 07.12.2025.

Zu den ukrainischen Unterhändlern, die in diesen Tagen in den Vereinigten Staaten Gespräche mit dem Sonderbeauftragten von Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, sowie mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner geführt haben, hat sich heute auch Präsident Volodymyr Zelensky dazugeschaltet, der im virtuellen Format mit den amerikanischen Vertretern die wichtigste Frage im Zusammenhang mit dem nebulösen Friedensabkommen erörterte, das dem Krieg Russlands gegen die Ukraine ein Ende setzen soll.

Die Hauptthemen dieser Gespräche waren, wie die Publikation Axios betonte, die in den letzten Wochen nahezu die wichtigste Quelle zu diesem Friedensplan geworden ist, die Fragen der Territorien und der Sicherheitsgarantien.

Bekanntlich hat der russische Präsident Putin bereits mehrfach betont, dass man über irgendeine Waffenruhe und ein Ende der Kampfhandlungen nur dann sprechen könne, wenn die Streitkräfte der Ukraine jenen Teil des Gebiets der Donezker Region verlassen, der bis heute von der legitimen ukrainischen Regierung kontrolliert wird.

Gerade die Diskussion über den Abzug der ukrainischen Truppen aus der Donezker Region erscheint mir in erster Linie als der Versuch Putins, die innenpolitische Situation in der Ukraine zu destabilisieren und Bedingungen für eine Ausweitung der russischen Besatzungszone zu schaffen – keineswegs nur auf dem Gebiet der Donezker Region. Denn sich vorzustellen, dass Putin den Krieg allein um des Erwerbs eines Teils der Donezker Region willen beenden möchte, ist derzeit wenig realistisch.

Doch wie bekannt, haben wir in den letzten Tagen vom russischen Präsidenten auch von der „Befreiung“ der sogenannten Noworossija gehört. Das kann auch auf eine Steigerung der Ansprüche Putins hinweisen, der fordern könnte, dass die ukrainischen Truppen ebenfalls die Gebiete der Saporischschja- und der Cherson-Region verlassen – und sogar auf eine Ausweitung der Ansprüche auf die gesamte linksufrige Ukraine, die ebenfalls ohne große Probleme zur Noworossija erklärt werden könnte. Aus der Sicht der ideologischen Ansätze Putins kann jede ukrainische Region als „bolschewistisches Geschenk“ an die Ukraine deklariert und somit von der Russischen Föderation vereinnahmt werden.

Wie Putin in dieser Richtung weiter handeln wird, wissen wir nicht. Aber wir sehen, dass auch die Amerikaner nicht besonders bereit sind, den Abzug der ukrainischen Truppen aus der Donezker Region einfach als die beste Entwicklungsmöglichkeit anzuerkennen. Und es werden offenbar irgendwelche alternativen Vorschläge vorbereitet, die aus meiner Sicht vom russischen Präsidenten nicht akzeptiert werden dürften.

Ganz zu schweigen davon, dass Putin kaum mit der bloßen faktischen Anerkennung der Kontrolle der Russischen Föderation über die Krim, den Donbas und andere annektierte ukrainische Regionen zufrieden sein wird. Putin wird von Trump und den europäischen Staats- und Regierungschefs verlangen, die Tatsache seiner Besatzung auch juristisch anzuerkennen – was aus Sicht der derzeit in den Vereinigten Staaten geltenden Gesetzgebung kein amerikanischer Präsident tun kann. Und ganz zu schweigen von der mangelnden Bereitschaft europäischer Staats- und Regierungschefs, den Ergebnissen einer Besatzung zuzustimmen, die sie an die entsprechenden Handlungen der Diktatoren Adolf Hitler und Josef Stalin erinnern würden, die zu Beginn des Zweiten Weltkriegs entschlossene Verbündete waren. Man sollte überhaupt nicht glauben, dass die Europäer dem zustimmen könnten.

Doch wie wir sehen, gehen territoriale Verhandlungen weiter. Das heißt, sowohl Witkoff als auch Kushner halten weiterhin daran fest, dass gerade in der Lösung dieser Frage tatsächlich ein Schlüssel zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges liege. Ich sage gleich: Eine solche Lösung, die mit der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges verbunden wäre, existiert nicht.

Eine weitere schwierige Frage, auf die die Amerikaner möglicherweise eine Antwort suchen, diese aber kaum finden werden, ist die Frage der Sicherheitsgarantien für die Ukraine. Volodymyr Zelensky will reale Garantien. Doch nachdem die neue Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten veröffentlicht wurde, ist überhaupt nicht mehr klar, ob es diese realen Garantien gibt.

Früher gingen wir davon aus, dass die reale Garantie für die Sicherheit der Ukraine unser Beitritt zur NATO sei und damit die Anwendung von Artikel 5 des Nordatlantikvertrags auf uns, der eine gemeinsame Verteidigung der Partnerstaaten für das Land vorsieht, das angegriffen wird. Doch nun ist offensichtlich, dass die Vereinigten Staaten alles daransetzen, sich ihrer Verantwortung für die Sicherheit des europäischen Kontinents zu entledigen. Und heute wird niemand in den Vereinigten Staaten selbst klar sagen können, ob Washington tatsächlich bereit wäre, beispielsweise die baltischen Staaten oder Polen zu verteidigen, falls diese Länder von den Streitkräften der Russischen Föderation angegriffen würden.

Und wenn sich herausstellt, dass Artikel 5 nicht mehr als ein so unumstößlicher Beweis für Sicherheit erscheint, wie er es über all die Jahrzehnte des Bestehens des Nordatlantischen Bündnisses war – bis zum letzten Wahlsieg Trumps bei den Präsidentschaftswahlen in den USA –, dann stellt sich die Frage: Wie sollen die Sicherheitsgarantien für die Ukraine aussehen, wenn sich die Vereinigten Staaten entschieden gegen einen Beitritt unseres Landes selbst zur Nordatlantischen Allianz aussprechen? Und können wir tatsächlich auf eine klare Entscheidung hoffen, die impliziert, dass die Vereinigten Staaten im Falle eines neuen Angriffs der Russischen Föderation auf die Ukraine bereit wären, gemeinsam mit der Ukraine unsere Souveränität zu verteidigen?

Ich sage gleich: Wenn es in Washington überhaupt einen solchen Willen gegeben hätte, hätte eine solche Entscheidung bereits 2014 oder 2022 getroffen werden können, als demokratische Präsidenten – Barack Obama oder Joe Biden – an der Spitze der Vereinigten Staaten standen. Doch die letzte Person, die eine solche Entscheidung treffen wird, ist ein republikanischer Präsident und Isolationist nach seinen ideologischen Dogmen – Donald Trump.

Somit gibt es keine realen Garantien, die einen neuen Beginn des russisch-ukrainischen Krieges verhindern könnten – abgesehen vielleicht von der Bewaffnung der Ukraine mit modernen Waffen und der Umwandlung unseres Landes in eine echte Festung, bei deren Angriff der Feind schwere und bereits unvermeidliche Verluste erleiden würde.

Doch es stellt sich die Frage, inwieweit man jetzt auf eine solche Bewaffnung der Ukraine hoffen kann und wie viel Zeit dafür benötigt wird, damit in der Russischen Föderation kein Zeitfenster für einen neuen, noch ernsthafteren und aggressiveren Angriff auf die Ukraine entsteht, falls sich in den 2020er-Jahren dieses Jahrhunderts die Möglichkeit einer Waffenruhe an der russisch-ukrainischen Front ergeben sollte.

Und nun verstehen wir, dass Zelensky mit seinen amerikanischen Gesprächspartnern Fragen erörtert, auf die es in Wirklichkeit keine Antworten gibt. Denn die einzige Frage, die ukrainische und amerikanische Unterhändler eigentlich erörtern müssten, lautet: Wie kann man den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, zu einem Waffenstillstand an der russisch-ukrainischen Front zwingen, um danach ein Gespräch über die Bedingungen eines Friedensabkommens zwischen Russland und der Ukraine zu beginnen? Und solche Gespräche können 10 oder auch 25 Jahre andauern – wie wir es aus der Erfahrung aller früheren Konflikte kennen.

Da aber gerade ein solcher Ansatz derzeit mit den Amerikanern nicht angewandt wird, verdient alles, was wir heute beobachten, eine klare und verständliche Bezeichnung: weißes Rauschen.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Американці шантажують Зеленського | Віталій Портников. 07.12.2025.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 07.12.2025.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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DER AMERIKANISCHE BOOMERANG. TEIL 3: DIE AUFZUCHT DER MONSTER. WIE WESTLICHE GIER DIE ARMEE PUTINS UND DIE MACHT CHINAS ERSCHAFFEN HAT. Eduard Rubin. 04.12.2025.

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Ich spreche oft mit amerikanischen Politikern und Geschäftsleuten. Viele von ihnen verstehen aufrichtig nicht, wie es so weit kommen konnte. Wie es geschehen ist, dass der Westen im 21. Jahrhundert – trotz seiner gewaltigen wirtschaftlichen Stärke – plötzlich Geisel zweier Diktaturen wurde. Warum wächst die chinesische Flotte schneller als die amerikanische, und warum fliegen trotz Tausender Sanktionen weiterhin russische Raketen auf meine Heimatstadt Charkiw?

Als Anhänger der Republikaner sehe ich, dass Donald Trump versucht, dieses Schiff herumzureißen, indem er Zölle einführt und fordert, die Produktion ins eigene Land zurückzuholen. Aber seien wir ehrlich: Trump kämpft nicht einfach nur gegen ein paar „böse Jungs“ jenseits des Ozeans. Er kämpft gegen die Folgen einer 30-jährigen Politik Washingtons und Brüssels.

Die Feinde, gegen die die freie Welt heute kämpft, sind nicht aus dem Nichts entstanden. SIE WURDEN HERANGEZOGEN. SIE WURDEN GEFÜTTERT. Und die Rechnung für dieses Festmahl haben die westlichen Verbraucher und Konzerne bezahlt.

CHINA: MADE IN AMERICA

Beginnen wir im Osten. Die Verwandlung Chinas in den wichtigsten geopolitischen Rivalen der USA ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis des größten korporativen Betrugs der Geschichte.

In den 1990er-Jahren und zu Beginn der 2000er verkauften amerikanische Eliten ihren Wählern ein schönes Märchen: „Wenn wir mit China Handel treiben, wird es demokratisch.“ Bill Clinton nannte das eine „Win-Win-Strategie“.

Aber wer hat wirklich gewonnen?

2001 wurde China in die WTO aufgenommen. Das wurde von der mächtigsten Interessenskoalition durchgesetzt: der US-Handelskammer (US Chamber of Commerce) und dem Business Roundtable. Giganten wie BOEING, WALMART und GENERAL MOTORS wollten billige Arbeitskräfte und Zugang zu einem Milliardenmarkt.

Für ihre Quartalsberichte verlegten amerikanische Konzerne ihre Fabriken nach Shenzhen und Guangzhou. Sie übergaben kritische Technologien, bildeten chinesische Ingenieure aus und füllten das Budget der Kommunistischen Partei mit Dollar.

Das Ergebnis? Die USA erhielten Deindustrialisierung und den „Rostgürtel“, der heute Trump wählt. Und China nutzte dieses Geld nicht, um Demokratie aufzubauen, sondern um die größte Überwachungs- und Militärmaschine der Welt zu schaffen. Die amerikanische Wirtschaft hat mit eigenen Händen das ökonomische Fundament für ein Regime gebaut, das heute die Existenz der amerikanischen Führungsrolle bedroht.

RUSSLAND: EUROPÄISCHE BLINDHEIT UND DIE „GAZPROM-LOBBY“

Wenn China durch amerikanische Gier großgezogen wurde, dann wurde Putins Russland durch europäische – und besonders deutsche – Blindheit großgezogen.

In Deutschland nannte man diese Politik Wandel durch Handel. Die Idee war genauso naiv: Wenn wir genug Gas aus Russland kaufen, wird es zivilisiert.

Die Architekten dieser Katastrophe haben Namen. GERHARD SCHRÖDER, Bundeskanzler Deutschlands, der nach seinem Amtsende direkt in die Aufsichtsräte von Rosneft und Gazprom wechselte. ANGELA MERKEL, die selbst nach der Annexion der Krim 2014 weiter an Nord Stream 2 baute – und die Hilferufe aus Kyiv und Warschau ignorierte.

Die deutsche Wirtschaft, angeführt von Figuren wie JOE KAESER VON SIEMENS, stellte Verträge über Sicherheit. Man lieferte Turbinen, Werkzeugmaschinen und Technologien. Man glaubte, Geld rieche nach Gas – nicht nach Blut.

Diese Politik scheiterte mit einem lauten Knall. Die Einnahmen aus Energieträgern liberalisierten Russland nicht. Sie flossen in die Modernisierung der Armee, in die Entwicklung der Raketen Kalibr und Kinschal, die heute ukrainische Kraftwerke zerstören. Europa hat selbst den Strick bezahlt, mit dem man es nun zu erhängen versucht.

SILICON VALLEY IM DIENST DER DIKTATUREN

Doch man sollte nicht glauben, nur Ölkonzerne und Einzelhändler seien schuld. Auch der amerikanische Technologiesektor hat seinen Anteil.

Der digitale Totalitarismus, den wir heute in China und Russland sehen, wäre ohne westliche Technologie unmöglich. Unternehmen wie CISCO und GOOGLE stellten zu verschiedenen Zeiten Hardware und Software bereit, die zur Grundlage von Zensur- und Überwachungssystemen wie dem „Goldenen Schild“ wurden.

Moderne Datenanalysesysteme, im Westen entwickelt, werden von autoritären Regimen mit Begeisterung für die Kontrolle über die eigene Bevölkerung adaptiert. Technologien, die von freien Menschen geschaffen wurden, sind zu Gefängnisgittern für Millionen geworden.

DAS AMERIKANISCHE PARADOX

Heute sehe ich ein Paradox. Die USA stellen Milliarden für die Hilfe an die Ukraine bereit, um russische Technik zu zerstören. Doch die Mikrochips in dieser Technik sind oft amerikanisch oder taiwanisch – gefertigt auf amerikanischen Anlagen.

WIR KÄMPFEN GEGEN EIN MONSTER, DAS EINE WESTLICHE BLUTBAHN HAT.

Wenn Trump sagt, man müsse die Verbindungen zu China kappen und Europa zwingen, für seine eigene Sicherheit zu bezahlen, dann reagiert er auf eine Realität, die über Jahrzehnte geschaffen wurde. Doch allein die Ukrainer oder die Europäer dafür verantwortlich zu machen, ist ungerecht.

Wir, die Ukrainer, bezahlen heute mit Blut für die Fehler des Wandels durch Handel und für die Gier von Walmart. Wir zerstören Panzer, die auf Petrodollars gebaut wurden, die Europa an Moskau gezahlt hat.

Der Westen muss erkennen: In diesem Krieg kämpft er gegen seinen eigenen Schatten. Und um zu siegen, muss er aufhören, das Biest zu füttern – selbst dann, wenn es für den nächsten Quartalsbericht profitabel ist.


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Titel des Originals: АМЕРИКАНСЬКИЙ БУМЕРАНГ. ЧАСТИНА
3: ВИГОДОВУВАННЯ МОНСТРІВ. ЯК ЗАХІДНА ЖАДІБНІСТЬ СТВОРИЛА АРМІЮ ПУТІНА ТА МІЦЬ КИТАЮ

Autor: Eduard Rubin
Veröffentlichung / Entstehung: 04.12.2025.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Ukrainer wurden in die USA eingeladen: Einzelheiten | Vitaly Portnikov. 03.12.2025.

Unsere heutige Sendung wird dem Verlauf der Ereignisse im sogenannten Friedensprozess gewidmet sein, den Ereignissen rund um den Plan, den der amerikanische Präsident Donald Trump vorgeschlagen hat und der in den letzten Tagen während zahlreicher Verhandlungsrunden sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa, sowohl zwischen Amerikanern und Ukrainern als auch zwischen Amerikanern und Europäern so aufmerksam geprüft wird.

Gestern gab es, wie Sie wissen, eine Art entscheidende Etappe, weil, wie der Außenminister der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, sagte, man Russland in diese Situation „einbinden“, in diese Gleichung einbeziehen müsse. Und genau zu diesem Zweck sind der Sonderbeauftragte des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steven Witkoff, und dazu noch in Begleitung des Schwiegersohns des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Jared Kushner, in die russische Hauptstadt gereist, um mit dem russischen Präsidenten Putin zu verhandeln.

Und die Beobachter teilten sich sofort in zwei Gruppen, je nach Einschätzung dessen, was passieren könnte. Viele sagten, allein die Anwesenheit Kushners bei diesem Treffen sei schon ein Beweis für eine ernsthafte Entwicklung der Ereignisse, dass sich die Amerikaner mit den Russen über etwas einigen würden, dass es unbedingt ein Ergebnis geben werde, weil Kushner, der seinem Schwiegervater Trump viel näher steht als sein Freund Witkoff, nur dann auftauche, wenn es schon möglich sei, über irgendeine reale, siegreiche Erfolgsmeldung zu sprechen. Nun, und natürlich konnte Kushner in einer solchen Situation offenkundig darauf hoffen, dass Moskau die Vorschläge verstehe, die die Vereinigten Staaten vorgebracht und bereits mit der ukrainischen Delegation abgestimmt hatten.

Andere sagten, dass man überhaupt nichts erwarten müsse. Wie Sie wissen, gehörte ich zu dieser zweiten Gruppe, die meinte, dass die Verhandlungen mit nichts enden könnten, dass nun höchstwahrscheinlich nicht nur Witkoff, sondern auch Kushner zum Narren gemacht würden, dass Putin nichts akzeptieren würde und dass die meisten grundsätzlichen Vorschläge der Vereinigten Staaten als solche charakterisiert würden, die die russische Seite nicht annehmen könne, und dass sie den Kreml ohne jegliche Ergebnisse und sogar ohne Erklärungen verlassen würden.

Mich wunderte nur, dass Witkoff nach diesem Treffen mit Putin ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky in Europa angesetzt hatte, um ihm offenkundig von irgendwelchen Ergebnissen zu berichten, die sich in die Logik der sogenannten „Pendeldiplomatie“ einfügen sollten. „Wir haben mit den Ukrainern gesprochen, dann mit den Russen. Über deren Vorschläge haben wir ebenfalls mit den Ukrainern gesprochen. Danach reden wir wieder mit den Russen, um ein reales Ergebnis zu erzielen.“ Aber all das ist nicht geschehen. Witkoff hat sich nicht mit Zelensky getroffen, genau deshalb, weil der Sonderbeauftragte des Präsidenten der Vereinigten Staaten dem Präsidenten der Ukraine nichts zu sagen hatte.

Damit ist diese Geschichte im Grunde zu Ende gegangen. Er ist zusammen mit Jared Kushner in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt, der nach Aussagen derjenigen, die bei diesen Verhandlungen dabei waren, verärgert darüber gewesen sein soll, dass Putin einfach nicht über das sprach, was Kushner für das eigentliche Wesen des Problems hält.

Aber wenn die amerikanischen Vertreter das Wesen des Problems im Ende des russisch-ukrainischen Krieges sehen, dann besteht für Putin das Wesen des Problems im bloßen Fakt der Existenz der Ukraine, die ihm die Amerikaner nicht erlauben, seinem Staat einzuverleiben. Das sind völlig unterschiedliche Sichtweisen auf das „Wesen“. Und solange die Amerikaner nicht begreifen, worin das Wesen von Putins Problemen besteht, werden sie auf alle möglichen Arten mit dem Kopf gegen die Wand rennen.

Jetzt haben wir vom Außenminister der Ukraine, Andrij Sybiha, erfahren, dass die Amerikaner die Verhandlungen mit den Russen positiv bewerten und die ukrainische Delegation nach Washington einladen. Was kann das in Wirklichkeit bedeuten, wenn man es ernsthaft betrachtet? Das ist das, was ich den Geist von Anchorage nenne – aber den echten Geist von Anchorage, nicht den Unsinn, mit dem die Russen stets das Fiasko des für den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, beschämenden Treffens mit dem russischen Staatschef Putin in Alaska zu überdecken versuchen.

Was ist der Geist von Anchorage? Trump und Putin treten nach einem völlig ergebnislosen Treffen vor die Journalisten, währenddessen Putin sich völlig gelassen über seinen amerikanischen Gesprächspartner lustig gemacht hat, der, wie wir sehen, es schon allein aufgrund seiner physischen Verfassung derzeit schwer hat, stundenlange Verhandlungen durchzustehen.

Putin hielt für die versammelten Journalisten eine kurze Geschichtsvorlesung, wobei er den russisch-ukrainischen Krieg als zweitrangiges Thema bei seinem Treffen mit Trump nur am Rande streifte. Der verärgerte Trump sagte den Journalisten, dass man keinerlei Deal habe erreichen können, und sie gingen weg, ohne eine einzige der Fragen der Journalisten zu beantworten, die sich in Alaska in Erwartung irgendeiner ausgedachten Sensation versammelt hatten.

Doch bereits im Flugzeug – und wie Sie wissen, ist der Flug von Alaska nach Washington viele Stunden lang – zog Trump, der seine zahlreichen Niederlagen immer gern als Siege verkauft, seine Schuhe aus, schlüpfte in bequemes Flugschuhwerk und begann zu erzählen, wie erfolgreich doch sein Treffen mit Putin gewesen sei. Und später war er sehr beleidigt, als praktisch die gesamte amerikanische Presse, alle Medien, alle Fernsehsender dieses Treffen für jeden – ich würde sagen – bewussten Menschen bei gesundem Verstand als Niederlage und Schande des Präsidenten der Vereinigten Staaten charakterisierten. Nicht die erste, wie wir verstehen, und nicht die letzte in dieser wundersamen Präsidentschaft.

Und so verteidigte Trump weiterhin die Idee, dass er in Wirklichkeit doch gesiegt habe. Denn, wie Trump selbst bei der gestrigen ebenfalls bemerkenswerten Sitzung der amerikanischen Regierung sagte, habe er immer recht, mache alles immer richtig und wisse alles. Das ist so ein psychologischer Zustand eines Menschen, der sich nie in dem irrt, womit er eigentlich überhaupt nichts zu tun hat und wovon er keinerlei Ahnung hat.

Und jetzt wird sich dieselbe Situation wiederholen. Witkoff und Kushner haben in Moskau ein demütigendes Fiasko erlitten – von Putin, der ihnen eine weitere Vorlesung gehalten und betont hat, dass er nicht beabsichtige, sich auf irgendwelche amerikanischen Forderungen, Ideen und Vorschläge einzulassen.

Ja, vielleicht hat Putin zum Schein einigen zweitrangigen Punkten zugestimmt, die den Krieg aber in keiner Weise beenden, doch das spielt keine Rolle, denn die Situation an sich ist absurd, verstehen Sie? Wenn die Amerikaner mit den Russen nicht über eine Feuerpause sprechen – was übrigens ebenfalls Teil dieses idiotischen Geistes von Anchorage ist –, sondern statt über einen Waffenstillstand zu sprechen und Druck auf Russland und seine Wirtschaft auszuüben, damit Russland einfach aufhört zu schießen, wie es ein Klassiker formuliert hat, stattdessen irgendwelche Artikel eines Friedensvertrags diskutieren, den man zehn Jahre hintereinander besprechen kann – dafür ist er ja ein Friedensvertrag –, dann ist in dieser Situation natürlich der einzige vollständige Sieger Putin gewesen, ist er und wird er bleiben. Denn Putin möchte Verhandlungen vor dem Hintergrund von Kriegshandlungen führen. Das hat er bereits im Winter und Frühjahr 2022 gezeigt. Was hat sich geändert? Nichts. Aber die Igel fressen weiter den Kaktus.

Ich denke also, dass – wenn sich die amerikanische Delegation mit der ukrainischen in Washington trifft – es genauso sein wird. Sie werden von gewaltigen Erfolgen berichten, die bei diesen Verhandlungen erzielt worden seien, dass sie von den Ukrainern Antworten auf irgendwelche russischen Vorschläge erwarteten, die es gegeben habe, und auf Ergänzungen, die zu diesem Schema des sogenannten Friedensplans vorgeschlagen worden seien, den die amerikanische und die ukrainische Delegation erörtert hatten.

Die ukrainische Delegation kann etwas akzeptieren, etwas nicht akzeptieren. Wieder werden Fragen gestellt werden, auf die die Amerikaner keinerlei Antworten haben. Warum sollten die ukrainischen Truppen das Gebiet der Oblast Donezk verlassen, das die Russen seit vier Jahren nicht erobern können, nur weil Trump vorhersagt, dass die Russen es früher oder später erobern werden? Und warum zur Hölle sollten die Ukrainer einem Kriegsende ohne jegliche Sicherheitsgarantien seitens der Vereinigten Staaten zustimmen? Und wie sollten diese Sicherheitsgarantien aussehen? Und was ist mit den eingefrorenen russischen Vermögenswerten? Wie wird das aussehen und wie wird der Wiederaufbau der Ukraine aussehen? Selbst wenn es uns irgendwann gelingt, die Kampfhandlungen zu beenden – auf all diese Fragen haben die Amerikaner nicht einmal den Hauch einer Antwort.

Sie werden reden. Vielleicht werden Witkoff und Kushner erneut zu Putin fahren, und der wird ihnen wieder eine Vorlesung halten. Und erneut stellt sich die Frage: Wann wird das sein? Werden die amerikanischen Vertreter es noch vor den Weihnachtsfeiertagen schaffen, den russischen Präsidenten erneut zu treffen? Wenn nicht, dann, wie wir wissen, kommt das politische Leben sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Russland während der Feiertage praktisch zum Stillstand. Nun, das ist dann für einen einfachen Zeitraum – ich würde sagen – vom 24., aber nach dem amerikanischen Festkalender in Wirklichkeit ab dem 15. Dezember, dem ersten Tag von Chanukka, bis zum 7. Januar, dem Weihnachtsfest nach altem Stil, das in der Russischen Föderation gefeiert wird.

Das heißt, betrachten Sie dies als unsere letzten 10–12 Tage, in denen theoretisch noch irgendwelche Verhandlungen stattfinden können. Und möglicherweise ist die Kalkulation der Amerikaner genau die, die es einmal bei der Vereinbarung über Mineralien gab: Wenn die Feiertage vorbei sind, erinnert sich niemand mehr an diesen Friedensplan, und es beginnt irgendeine andere Tagesordnung im Zusammenhang mit dem russisch-ukrainischen Krieg, denn man kann sagen, dass dies einfach Teil der politischen Show unter Beteiligung Trumps ist.

Juri Uschakow, der außenpolitische Berater des russischen Präsidenten, der beauftragt ist, diese ganze Geschichte zu kommentieren, trat heute mit eigenen Erklärungen zum künftigen Verlauf der Ereignisse im russisch-amerikanischen Dialog auf. Und was an diesen Erklärungen wichtig war – ebenso übrigens wie an den Erklärungen eines anderen russischen Beamten, des Kreml-Pressesprechers Dmitri Peskow, der diese Situation ebenfalls kommentierte: Die Russen sind einerseits nicht bereit, der Mehrheit der amerikanischen Vorschläge zuzustimmen, möchten sich andererseits aber nicht mit Trump überwerfen.

Deshalb sagen die Russen erstens, dass Putin die amerikanische Vereinbarung nicht abgelehnt habe. Nein, das seien einfach die ersten Konsultationen und der erste Versuch, sozusagen, die Position des jeweils anderen zu verstehen. Ich wiederhole nochmals: Selbst wenn die Friedensverhandlungen drei Jahre lang andauern, passt das Putin völlig. Man wird so alle drei bis vier Monate die Uhren abgleichen.

Noch ein wichtiger Punkt – das ist bereits das, was Uschakow sagt: Sie sprächen nur mit den Amerikanern, mit den Europäern sprächen sie nicht. Die Europäer seien unfreundlich eingestellt, und die Russen würden ihnen ständig vorschlagen, konstruktiver zu sein. Aber sie würden nicht konstruktiver. Das liege also alles auf dem Gewissen der Europäer, obwohl diese allmählich etwas angemessener zu werden begännen, besonders nach der Situation an der Frontlinie, „am Boden“, wie sie es gern nennen.

Und so hätten sie mit den Amerikanern all diese Fragen offen diskutiert, weil sie überhaupt nur mit den Amerikanern sprechen, aber zu nichts seien sie gelangt. Es sei einfach eine angenehme Zeit, die sie da mit den Amerikanern und mit Trumps Team verbracht hätten, mit denen sie den Frieden in der Ukraine besprechen. Aber welche Ergebnisse? Es gibt kein Ergebnis. Das ist im Grunde das Wesen dessen, was in diesem Dialog geschieht.

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt, über den man ebenfalls sprechen muss, besteht darin, dass die Europäer nicht nur nicht an den Verhandlungen mit Russland teilnehmen – was übrigens sehr gut ist, denn ich finde, dass man mit den Russen nichts zu besprechen hat –, sondern Möglichkeiten suchen, der Ukraine im Haushalt 2026–2027 zu helfen. Denn ich erinnere daran, dass das ukrainische Parlament diesen Haushalt mit einem Defizit verabschiedet hat. Und dieses Defizit muss, wie Sie verstehen, durch westliche Hilfe gedeckt werden.

Jetzt wissen wir bereits, heute erschien eine Erklärung der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, darüber, wie zwei Drittel des Finanzbedarfs der Ukraine für die kommenden zwei Jahre gedeckt werden sollen. Das sind 90 Mrd. Euro von benötigten 136 Mrd. Euro. Den Rest müssen internationale Partner abdecken. Es stehen zwei Entscheidungen zur Abstimmung. Erstens ein Kredit der Europäischen Union. Diese Entscheidung kann nur einstimmig angenommen werden. Und die zweite Entscheidung ist der sogenannte Reparationenkredit, bei dem die Guthaben aus eingefrorenen russischen Vermögenswerten in der Europäischen Union genutzt werden. Und diese Entscheidung kann mit qualifizierter Mehrheit getroffen werden.

Das heißt, selbst wenn der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán oder der slowakische Ministerpräsident Robert Fico, die vielleicht keinen Appetit auf eine solche Entscheidung haben, beschließen, dagegen zu stimmen, werden ihre Stimmen nichts bedeuten.

Und nun stellt sich die Frage, wie diese Gelder bereitgestellt werden. Erstens sind das Gelder zur Haushaltsunterstützung der Ukraine. Und hier werden die Instrumente genutzt werden, die schon eingesetzt wurden, damit die Ukraine in dieser schwierigen Zeit des Widerstands überleben konnte. Und zweitens ist das militärische Unterstützung. Übrigens zeigt die Tatsache, dass die Europäer dies auf zwei Jahre planen, auch den Realismus der europäischen Wahrnehmung – niemand erwartet das Ende des Krieges bis 2027–2028.

Alle verstehen inzwischen, dass dies ein jahrelanger Krieg ist. Die ersten vier Jahre sind vergangen. Das kann sich noch einige Jahre fortsetzen, vorausgesetzt natürlich, Russland verfügt weiterhin über das wirtschaftliche und demografische Potenzial zur Fortführung des Krieges.

Bislang sehen wir keine wirklichen ernsthaften Probleme, die den russischen Präsidenten dazu zwingen würden, über ein Ende des Krieges nachzudenken. Wir können uns aus einem einfachen Grund irren: Putin könnte die tatsächliche Situation in seiner eigenen Wirtschaft vor uns verbergen, sodass in Wirklichkeit alles viel schlimmer sein könnte. Hoffen wir darauf, aber grundsätzlich muss man sich darauf einstellen, dass der Krieg möglicherweise nicht einmal zwei Drittel seiner weiteren Dauer hinter sich hat und noch Jahre und Jahre eines zermürbenden Widerstands zweier verfeindeter Staaten bevorstehen. Nun, das ist die geopolitische Realität.

Aber wenn die Europäer davon sprechen, dass sie die Ukraine zwei Jahre lang haushaltspolitisch unterstützen wollen, ist das ein weiteres wichtiges Signal an die Russische Föderation: „Selbst wenn ihr weiter die Ukraine bombardiert, um die Infrastruktur dieses Landes zu zerstören, seine Wirtschaft zu ruinieren und der Ukraine nicht zu erlauben, sich normal zu entwickeln – Europa wird die Ukraine unterstützen, damit sie euch Widerstand leistet und es keine Illusionen darüber gibt, dass ihr die Ukraine wirtschaftlich vernichten könnt. Europa wird der Ukraine helfen, und erschöpft wird eure degenerierte Wirtschaft sein, denn wir werden alles tun, damit auch wir uns vollständig von euren Energieträgern lösen und damit die Länder des globalen Südens immer größere Probleme bekommen, wenn sie weiterhin eure Energieträger kaufen.“

Und ich denke, das ist der einzig richtige Ansatz, denn der einzig richtige Ansatz muss ein solcher wirtschaftlicher Zusammenbruch Russlands sein, nach dem der Nachbarstaat sich über mehrere Jahrzehnte nicht mehr normal aufrichten kann. Das heißt, die russische Wirtschaft muss in eine solche Sackgasse getrieben werden, dass die russische Bevölkerung keine Möglichkeiten zu einem normalen Leben über viele Jahrzehnte hinweg finden kann und sich nur mit ihrem eigenen Überleben beschäftigt – mit dem Überleben des einfachen Russen, mit der Suche nach Überlebensmöglichkeiten – und dass, wenn sich das auf Dutzende Millionen Menschen erstreckt, die in ihrem eigenen Land keinen Platz finden, dies ihre aggressiven Ambitionen stoppen kann.

Ja, Sie werden sagen, dass sie dann umso mehr in die Armee gehen werden, dass es für sie eine größere finanzielle Versuchung geben wird zu töten. Sie töten ja für Geld. Aber was ist, wenn es kein Geld gibt, um diese niederträchtigen und gemeinen Söldner zu bezahlen? Und wie Sie sehen, beeilt sich Putin nicht, eine allgemeine Mobilisierung durchzuführen, weil er versteht, dass er bis zu einem gewissen Grad einen sozialen Vertrag mit der russischen Gesellschaft hat. „Wir werben diejenigen an, die keinen Platz in diesem Leben haben, für Geld. Wir reinigen unser Land von Lumpen, denen wir bezahlen. Die überwältigende Mehrheit dieses Lumpenpacks stirbt. Und ihr hindert uns nicht am Kriegführen und arbeitet zudem noch in den Rüstungsbetrieben der Russischen Föderation für ganz gutes Geld, das wir alle aus dem Ölverkauf erhalten. Und wir führen ein wunderbares Leben auf fremdem Blut, auf dem Blut der Ukrainer, die wir mit Vergnügen töten, um ihr Land zu bekommen, und auf dem Blut der unglücklichen Lumpen, die wir entsorgen, weil wir sie nicht brauchen. Also, lasst sie für die Ordnung buckeln.“

Aber wenn es kein Öl und Gas gibt, mit deren Geld man die Beschäftigten des militärisch-industriellen Komplexes der Russischen Föderation bezahlen kann – eines Komplexes, der mit jedem Kriegstag nur wachsen und sich vergrößern wird, weil der Bedarf an Eskalation dieses Krieges sich ebenfalls vergrößern wird, auch in Richtung Europa –, wenn es also keine Gelder aus dem Öl gibt, dann gibt es keine Möglichkeit, für Rüstungsproduktion zu bezahlen, keine Möglichkeit, Söldner zu bezahlen, dann steht man vor der Notwendigkeit einer echten Mobilisierung von Bürgern, die daran nicht teilnehmen wollen und lieber die Besetzung der „sakralen Krim“ oder der jetzt für die Russen „wichtigsten Stadt“ „Krasnoarmeisk“ beobachten möchten. So nennen diese Schurken von ihren Sofas aus Pokrowsk weiterhin. Das ist ebenfalls eine reale Sache, die geschieht.

Und ich halte das für den entscheidenden Punkt in unserem Verständnis davon, wie man diesen Krieg beenden kann: Es ist die Erschöpfung des wirtschaftlichen, demografischen und sozialen Potenzials der Russischen Föderation. Und es ist der Nachweis des Westens, dass er bereit ist, die Ukraine so lange zu unterstützen, wie es nötig sein wird – so lange, wie Russland bereit ist, Krieg zu führen.

Jetzt ist bereits bekannt, wer zu Verhandlungen mit den Vertretern von Präsident Trump in die Vereinigten Staaten reisen wird. Rustem Umjerow, Andrij Hnatow und alle, die für diese Verhandlungen nötig sind, werden das Gespräch mit den Vertretern von Präsident Trump fortsetzen. Und derzeit, so der ukrainische Präsident, bestehe das Verständnis, dass eine Möglichkeit entstanden sei, den Krieg zu beenden.

Das sagt Zelensky in den letzten Tagen ständig, aber wie das konkret umgesetzt werden soll, wissen wir bislang nicht. Wir wissen jedoch, was der finnische Präsident Alexander Stubb gesagt hat, der ebenfalls von den nächsten Tagen spricht und davon, ab wann man davon sprechen könne, ob es den Teilnehmern dieses Konflikts – vor allem natürlich der westlichen Seite – gelungen ist, ihn zu regeln und was erreicht werden konnte.

Stubb spricht jetzt von Frieden zu ungerechten Bedingungen für die Ukraine. Wenn man sein Interview genau zitieren will: Er – ein Mensch, der, wie Sie wissen, ständig mit Donald Trump Golf spielt – sagt, er sei enttäuscht gewesen, als er den Friedensplan gesehen habe, und dass die Finnen darauf vorbereitet sein müssten, dass die Bedingungen für einen gerechten Frieden in der Ukraine nicht erfüllt würden. Und jetzt arbeite die Europäische Union daran, dass im Friedensprozess die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine gewahrt blieben.

„Die Realität war so, dass Frieden entweder gut oder schlecht sein oder einen gewissen Kompromiss darstellen kann. Die Realität ist auch, dass die Finnen darauf vorbereitet sein müssen, dass, wenn der Frieden kommt, all die Bedingungen eines gerechten Friedens, über die in den letzten vier Jahren so viel gesprochen wurde, offensichtlich nicht erfüllt sein könnten.“ Das ist ebenfalls die klare Meinung des finnischen Präsidenten.

Stubb ist bis heute nicht sicher, dass Trump überhaupt von dem Plan mit den 28 Punkten wusste. Und er glaubt, dass es überhaupt nicht so war, aber wir werden das nie erfahren. Und als Stubb diesen Plan sah, hielt er ihn für äußerst unangenehm und beleidigend für die Ukraine. Im amerikanischen Entwurf wurde Finnland ebenfalls im Kontext von Sicherheitsgarantien erwähnt. Und übrigens verstehen die Finnen bis heute nicht, wie Finnland dort hineingeraten ist. „Vielleicht, weil wir die stärksten Streitkräfte in Europa haben. Und das ist ja großartig.“

Insofern kann man sagen, dass wir sehen, dass führende europäische Politiker, ich würde sagen, die reale Kontakte zu den Vereinigten Staaten haben, ebenfalls sagen, dass sie keine Voraussetzungen für irgendeinen real gerechten Frieden sehen. Aber wir werden sehen. Noch einmal: Ich denke, dass die Situation bis zu den Zwanzigern des Dezember klarer wird oder einfach in der Luft hängen bleibt. Und danach kann es sein, dass wir schlicht nichts mehr über diesen Friedensplan erfahren werden, dass es eine völlig andere Tagesordnung geben wird, die mit der Entwicklung der Ereignisse rund um den russisch-ukrainischen Krieg zusammenhängt.

Damit sie mich richtig verstehen: Es kann sein. Und wir sprechen jetzt deshalb jeden Tag über die Entwicklung der Ereignisse rund um diesen Friedensplan, damit wir ein realistisches Bild vom Verlauf jener Prozesse haben, die diesen Kriegsverlauf verändern können. Das ist ebenfalls eine völlig reale Sache, wenn man darüber spricht, wie sich die Ereignisse in den nächsten Wochen entwickeln könnten. Die Frage ist nicht, ob wir tatsächlich einen realistischen Friedensplan sehen werden, sondern ob wir wenigstens in gewisser Weise darauf vorbereitet sein können, was rund um die Lösung der Probleme des russisch-ukrainischen Krieges in der nächsten Zukunft geschehen wird.

Und dass wir verfolgen können, was in Bezug auf die Hilfe für die Ukraine geschieht. Denn dass ich jetzt so ausführlich bei den Fragen der Finanzierung unseres Landes im Jahr 2026 verweile, liegt daran, dass uns die Hälfte des Haushalts fehlt – damit es diesbezüglich bei niemandem irgendwelche Illusionen gibt. Das ist ebenfalls eine Frage dessen, ob die Ukraine kämpfen kann. Und das ist ebenfalls eine Frage, die in erster Linie von der Europäischen Union abhängt, von der Form, in der die Hilfe für die Ukraine in der nächsten Zukunft geleistet wird.

Denn, wie Sie verstehen, kann kein Land ohne Haushalt, ohne Geld Krieg führen. Und während wir mit Ihnen über die Erschöpfung Russlands sprechen, können wir uns selbst erschöpfen. Und jetzt stellt sich die Frage, inwieweit der Westen bereit ist, sich mit unserer Erschöpfung abzufinden, wenn man bedenkt, dass die Frage des Widerstands des ukrainischen Volkes gegen die russischen Invasoren eine Frage realer Sicherheitsgefühle für die Europäer selbst ist.

Ich denke, dass Putin uns viel Gutes tut, wenn er sagt, dass er bereit ist, mit Europa Krieg zu führen. Jedes Mal, wenn Putin betont, dass sein Land bereit sei, gegen Länder der Europäischen Union, gegen NATO-Länder auf dem europäischen Kontinent zu kämpfen, erinnert er die Europäer daran, dass sie nicht uns helfen, sondern ihre eigene Sicherheit schützen und uns so vor Entscheidungen über einen Friedensplan schützen, die wirklich ungerecht und gefährlich für die Ukraine wären. Und Sie haben die Umfragen gesehen, dass die Hälfte der Ukrainer bereit ist zu demonstrieren, wenn diese Bedingungen tatsächlich gefährlich sind und, ich würde sagen, nicht garantieren, dass der Krieg sich in den nächsten Jahren nicht wiederholt.

Das sind die heutigen, ich würde sagen, Nachrichten im Zusammenhang mit dem russisch-ukrainischen Krieg und dem Verhandlungsprozess. Aber niemand hat gesagt, dass, wenn wir diese Sendung beendet haben, nicht erneut der Präsident Trump auf den Radaren auftauchen wird. Ich denke, er müsste schon aufgewacht sein. Und nun wird er ebenfalls beginnen, über das zu sprechen, was mit dem russisch-ukrainischen Krieg geschieht.

Frage. Sagen Sie bitte, welches aus Ihrer Sicht das realistischste Szenario für die Entwicklung der Ereignisse in diesem Krieg in den nächsten sechs Monaten ist?

Portnikov. Wenn im Friedensprozess kein Durchbruch erzielt wird, werden die nächsten sechs Monate dieses Krieges den vergangenen vier Jahren ähneln. Es wird Stellungskämpfe an der Frontlinie geben. Ja, die Russen können sich in gewissem Maße vorarbeiten, einzelne Ortschaften einnehmen, sie können sich auch nicht vorarbeiten, sie können an dieser Frontlinie stehen. Sie sehen, dass selbst rund um Pokrowsk weiterhin Kämpfe stattfinden.

Die Beschüsse ukrainischen Territoriums mit russischen Raketen und Drohnen werden weitergehen. Es wird von Zeit zu Zeit massive Angriffe geben, und die Versuche, die ukrainische Energieinfrastruktur zu zerstören, werden weitergehen. Aber ungefähr im Februar werden sie bereits abnehmen, denn dann ist der Winter vorüber und das macht keinen Sinn mehr. Und für die Russische Föderation sind solche Angriffe schließlich ziemlich teuer.

Der Ausbau des militärisch-industriellen Komplexes der Russischen Föderation wird weitergehen, die Anhäufung von Waffen möglicherweise für einen nächsten Krieg gegen europäische Länder. Die Ukraine wird weiterhin den russischen Raffineriekomplex zerstören, Häfen, die gesamte Infrastruktur, die nötig ist, damit Russland Geld verdient. Die Schläge gegen die russische Tankerflotte werden verstärkt werden – sowohl auf den Meeren als auch in Form von Sanktionsschlägen, in Form von Kontrolle der Schiffe dieser Flotte. Die amerikanischen Sanktionen gegen die Russische Föderation könnten verstärkt werden.

Das heißt, der Krieg wird zur Routine, an die wir uns in diesen vier Jahren eigentlich schon hätten gewöhnen sollen und an die wir uns möglicherweise in den nächsten vier Jahren, grob gesagt, gewöhnen müssen. Ich sehe also im nächsten Halbjahr, wenn es keine Vereinbarungen über einen Waffenstillstand und über einen Friedensprozess geben wird – und ich sehe zumindest heute keine Voraussetzungen für solche Vereinbarungen –, lediglich weitere sechs Monate eines Krieges, der seit vier Jahren andauert und, grob gesagt, noch vier Jahre andauern kann.

Ich weiß nicht, wann er enden wird. Ich halte es für möglich, dass er in vier Monaten enden kann, wenn sich die Bedingungen ergeben. Aber wenn er nicht endet, wird es eben Routine sein. Der Krieg wird zur Routine. Und das Hauptziel dieses Krieges ist weniger der Sieg an der Front als die Erschöpfung beider verfeindeter Länder. Die Ukraine will Russland erschöpfen, Russland will die Ukraine erschöpfen. Das ist die Logik eines modernen Krieges, wenn die Hauptakzente im Hinterland liegen, weil die Russen verstehen, dass sie militärisch nichts erobern können.

Die Technologie entwickelt sich ständig weiter, die Möglichkeiten werden immer geringer. Sie wollen die Ukraine in eine menschenleere Wüste verwandeln, und wir wollen Russland in eine ökonomische, energetische Wüste verwandeln. Das ist die Logik des russisch-ukrainischen Krieges der 20er, vielleicht sogar der 30er Jahre des 21. Jahrhunderts.

Und ich denke, dass der Krieg 2026 eskalieren und in einen hybriden Krieg der Russischen Föderation gegen europäische Länder übergehen kann, möglicherweise bereits unter Einsatz von Kympfwaffen. Auch darauf muss man sich vorbereiten.

Frage. Warum sagt Alexander Stubb, der Präsident Finnlands, dass die Ukraine gezwungen sein wird, Frieden zu ungünstigen Bedingungen zu unterschreiben? Und zusätzlich hat Italien sich geweigert, Waffen zu kaufen.

Portnikov. Nun, Italien hat sich vorerst geweigert, Waffen zu kaufen, sie nehmen an diesem Programm nicht teil, scheinbar aus eigenen haushaltspolitischen Erwägungen. Vielleicht hoffen sie weiterhin darauf, dass man in naher Zukunft tatsächlich irgendein Verständnis über das Kriegsende findet. Dann müssten die Italiener kein Geld für militärische Hilfe für die Ukraine ausgeben. Auch das kann in naher Zukunft aus Sicht der Italiener, wie sie die Situation sehen, durchaus so sein.

Als Präsident Stubb das sagte, scheint mir, dass ich ihn Ihnen bereits zitiert habe, und er hat es etwas anders formuliert. Er sagte, dass die Finnen darauf vorbereitet sein müssten, dass nicht alle Bedingungen eines gerechten Friedens, über die vier Jahre lang gesprochen wurde, erfüllt werden könnten.

Ich sehe überhaupt keinen Grund zu glauben, dass der Krieg unter irgendwelchen gerechten Bedingungen enden könnte. Der Krieg hätte unter gerechten Bedingungen, zu Bedingungen eines gerechten Friedens enden können, wenn wir die Grenzen von 1991 erreicht, sie gesichert und irgendwie einen Waffenstillstand mit der Russischen Föderation hätten vereinbaren können.

Ein Krieg, während dessen russische Truppen sich auf dem Territorium der Ukraine befinden, weiter vorrücken, neue Ortschaften besetzen und die ganze Ukraine im Inneren zerstören, kann nur zu ungerechten Bedingungen enden. Leben Sie nicht in Illusionen. Der Krieg wird zu ungerechten Bedingungen enden.

Die Bedingung, dass die Russen die Kontrolle über einen Teil des ukrainischen Territoriums behalten – das ist eine ungerechte Bedingung. Die Bedingung irgendeiner ukrainischen Neutralität – das ist eine ungerechte Bedingung. Die Frage ist, wie diese ungerechten Bedingungen aussehen werden, aber einen gerechten Frieden wird es hier nicht geben. Vergessen Sie das.

Die Garantie eines gerechten Friedens kann nur die Entkräftung der Russischen Föderation und der Zusammenbruch ihres Staatsapparates sein. Objektive Gründe dafür gibt es heute nicht. Man kann natürlich darauf warten und dann einen gerechten Frieden schließen. Aber die Frage ist, wer bis dahin noch auf der politischen Weltkarte stehen bleibt.

Frage. Kann Trump die Unterstützung für die Ukraine blockieren, wenn er den Krieg bis zu den Zwischenwahlen nicht beendet und diese verliert?

Portnikov. Ich sehe für Trump derzeit keine Notwendigkeit, die Unterstützung für die Ukraine als solche zu stoppen. Erstens gibt es keine besonders große Unterstützung. Und Trump sagt stolz, dass die Amerikaner kein Geld mehr für diesen Krieg ausgeben. Ich halte das für einen strategischen Fehler der Vereinigten Staaten, für einen weiteren Fehler dieser beschämenden Präsidentschaft, die aus Fehlern besteht. Ich denke, dass Historiker dieser Präsidentschaft noch eine angemessene Bewertung geben werden – glauben Sie mir, keine besonders positive. Selbst wenn Trump zehn Nobelpreise bekäme, was ich bezweifle.

Aber wenn Trump die Unterstützung für die Ukraine vollständig aufgeben würde – den Austausch von Geheimdienstinformationen, die Sanktionen gegen Russland, all das –, womit wäre er dann überhaupt für Putin interessant? Und womit würde er Putin unter Druck setzen? Welche Karten hätte er dann? Nein, Trump wird die Unterstützung für die Ukraine nicht aufgeben.

Und wenn er die Zwischenwahlen verliert – ich hoffe sehr, dass die Republikaner sie tatsächlich verlieren, ich würde mir wünschen, dass das geschieht, weil es für sie eine ernste Lehre und eine Notwendigkeit wäre, ihre politischen Prioritäten neu zu bewerten –, dann wird es für ihn viel schwieriger, das zu tun, als vor den Nachwahlen, in denen er den Kongress weiterhin kontrolliert.

Frage. Sie sagten, der Erste, der blinzelt und Trumps Forderungen ablehnt, habe verloren. Können wir behaupten, dass Putin in dieser Runde verloren hat?

Portnikov. Nein, das können wir nicht, weil die Russen selbst sagen, dass sie niemanden abgewiesen hätten. Sie seien bereit, ihren konsultativen Prozess mit den Amerikanern fortzusetzen. Das sei nur das erste Treffen. Alle Kreml-Beamten, die mit Kommentaren zu diesen Verhandlungen aufgetreten sind, haben betont, dass sie zu einem weiteren Verhandlungsprozess bereit seien. Deshalb sehe ich nicht, dass im Moment überhaupt jemand verloren hätte. Im Gegenteil, jetzt werden die Amerikaner versuchen, ihre Gespräche mit Putin als riesigen Erfolg darzustellen. Und auch das muss man verstehen. Bisher ist das nicht der Fall.

Putin wird verlieren, wenn Trump nach einer gewissen Zeit sagt, dass Putin keinen Frieden will, die Verhandlungen um der Verhandlungen willen fortsetzt, nicht auf die amerikanische Gespräche eingeht und er daher irgendwelche Sanktionen gegen Russland verschärft. Wobei Sie ebenfalls verstehen müssen, dass Sanktionen ihre Grenze haben.

Frage. Warum fragen Journalisten Trump nicht, warum bei dem schlechten Biden die Ukraine Territorien zurückerobert hat, während bei dem großartigsten Trump die Ukraine zurückweicht und die Raketenangriffe stärker geworden sind?

Portnikov. Trump kann die Verantwortung dafür nicht bei sich, sondern bei der Ukraine abladen, die die Chancen nicht genutzt habe. Ich denke, dass Trump genug, ich würde sagen, Verständnis dafür hat, was man in einer solchen Situation antworten muss. Und Trump wird ganz klar sagen, dass man gerade weil klar gewesen sei, dass ein langer Krieg zu einem Vorteil Russlands führen würde, möglichst schnell habe aufhören, nicht ihn in einen langjährigen Krieg verwandeln dürfen, der die Ukraine erschöpfe, die ihrem demografischen und militärischen Potenzial nach kleiner ist als die Russische Föderation. Ein kleines Land, das lange mit einem großen Krieg führt, erschöpft sich schneller. Das ist für Trump keine große Aufgabe.

Frage. Worauf spielt Putin an, wenn er von den Ursachen des Konflikts spricht?

Portnikov. Er meint die Verwandlung der Ukraine in eine Antirussland und in ein aggressives Land, das der Westen nutzt, um Russland zu schwächen. Und er glaubt, dass nur das Verschwinden dieses Landes von der politischen Weltkarte und die Eingliederung „historischer russischer Gebiete“ in Russland, wovon russische Abgeordnete und russische Propagandisten sprechen, die Beseitigung der Konfliktursachen sein werde. Dass die eigentliche Ursache des Konflikts am 24. August 1991 lag, als die Werchowna Rada der Ukraine unsere Unabhängigkeit erklärte, und am 1. Dezember 1991, als – zu Enttäuschung der überwältigenden Mehrheit der Russen – die Ukrainer diese Unabhängigkeit im Referendum unterstützten, darüber spricht er nicht. Ich erinnere mich sehr gut daran, dass das für die Russen damals ein Schock war. Die Entscheidung des ukrainischen Parlaments nahmen sie ruhig hin, weil sie glaubten, dass das ukrainische Volk niemals eine Auflösung der brüderlichen Bande mit dem russischen Volk unterstützen würde. Für die überwältigende Mehrheit der Russen wurden die Ukrainer von diesem Tag an zu Verrätern, an denen man sich rächen müsse. Und es ist für mich sehr merkwürdig, dass viele Ukrainer selbst über viele Jahre hinweg nicht begriffen haben, wie man sie in Russland wahrnimmt, und nicht begriffen haben, dass die Russen unseren Staat als ein temporäres Gebilde betrachten, das unter allen Umständen liquidiert werden müsse. Am besten auf wirtschaftlichem Wege, oder auf politischem. Aber wenn das nicht gelingt, dann, wie Putin gestern an Europa gewandt gesagt hat, ist Russland bereit zum Krieg. Daher gilt: Wenn es die Ukraine gibt, wird es Spannungen in den Beziehungen zu Russland geben, wird es eine Bereitschaft Russlands zum Krieg geben. Die einzige Möglichkeit für Russland, diesen Krieg zu beenden, ist, die Ukraine zu zerstören. Die einzige Möglichkeit für die Ukraine, diesen Krieg zu beenden, ist, Russland seines Potenzials zu berauben, sie zu zerstören. Keine andere Möglichkeit, diesen Krieg wenigstens auf das Niveau eines über viele Jahre eingefrorenen Konflikts zu bringen, existiert, hat nie existiert und wird nie existieren. Und jeder, der das Ende des Krieges sagen wir in absehbarer Zeit erlebt, falls es dazu kommt, muss wissen, dass der Krieg bald wieder aufflammt. Es gibt keinerlei Chancen, dass es anders sein könnte, solange das russische Volk mit seinen Ambitionen existiert. Es gab seit 1991 keinen Tag, an dem das anders gewesen wäre. Nun ja, niemand glaubt es trotzdem.

Frage. Was ist der wahre Grund, warum Putin keine Mobilisierung ausruft? Wegen Geldmangels oder will er diesen Lumpen einfach auslöschen?

Portnikov. Ich denke, dass Putin die Mobilisierung genau deshalb nicht ausruft, weil wir von einem sozialen Pakt in der Russischen Föderation sprechen. Als Putin versucht hat, eine echte Mobilisierung ohne Geld auszurufen – das war, wie Sie sich erinnern, im ersten Jahr des russisch-ukrainischen Krieges – haben eine Million Menschen Russland verlassen. Das war eine Art Referendum. Die Russen haben gezeigt, dass sie nicht kämpfen wollen. Und im Kreml hat man daraus Schlussfolgerungen gezogen, man hat sehr gut verstanden, dass es in dieser Situation eine reale Möglichkeit gibt, die normale soziale Stabilität in Russland zu verlieren, wenn man sie mit Gewalt in eine Armee treibt, die Ukrainer töten soll. Das ist ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt im Zusammenhang mit dem, was rund um den russisch-ukrainischen Krieg geschieht. Und auch das müssen Sie verstehen. Putin wird sich mit allen Mitteln gegen eine Mobilisierung wehren.

Obwohl ich sicher bin, dass die russischen Generäle sich gerade eine allgemeine Mobilisierung wünschen würden, weil sie immer ausschließlich aufgrund von Fleischangriffen gewonnen haben. Hören Sie, unsere Großväter, Urgroßväter – von der überwältigenden Mehrheit derjenigen, die jetzt diese Sendung sehen – sind bei diesen Fleischangriffen im Zweiten Weltkrieg umgekommen. Und die Schlächter, die diese Fleischangriffe organisiert haben, angefangen bei Marschall Georgi Schukow und endend mit all den anderen sogenannten „Marschällen des Sieges“, wussten gar nicht, wie man anders Krieg führt. Sie kennen doch diesen wunderbaren Witz über ein Gespräch zwischen General Dwight Eisenhower und Marschall Georgi Schukow, als Eisenhower Schukow fragt, wie die sowjetische Armee Minenfelder räumt. Und er sagt: „Na wie, wir schicken dort einen Zug rein.“ Das ist natürlich ein Witz, aber dieser Witz hätte sehr gut in der Realität stattfinden können.

Ich möchte Sie überhaupt daran erinnern, dass hinter der sowjetischen Armee in den ersten Kriegsjahren sogenannte Sperrtruppen marschierten, die vom wahren Marschall des Sieges, Marschall der Sowjetunion Lawrenti Berija, aus NKWD-Truppen gebildet worden waren. Denn bis zu dem Zeitpunkt, an dem man begonnen hatte, jenen sowjetischen Soldaten, die versucht hatten, sich vor einer unvermeidlichen Niederlage zu retten, von diesen Sperrkommandos ins Gesicht zu schießen, damit sie nur nach vorn auf diese Fleischangriffe gingen, waren die sogenannten sowjetischen Feldherren, diese Genies der Strategie und Taktik, nicht in der Lage gewesen, überhaupt irgendeinen Krieg zu führen – und das Ergebnis waren Dutzende Millionen Opfer dieser Unfähigkeit und Inkompetenz, weil, wissen Sie, aus 40 Millionen Opfern wird selbst ein Affe ein großer Feldherr. Ich sage das ganz klar. Wir müssen die Geschichte des Zweiten Weltkriegs neu bewerten, wenn wir die Zahl der sowjetischen, deutschen, britischen und amerikanischen Opfer berücksichtigen. Dann wird alles klar. Selbst mit den deutschen Opfern ist das nicht zu vergleichen.

Und wie lernen all diese russischen Generäle? Wie lernt man überhaupt an russischen Militärakademien? Sie lernen auf dem Erbe all dieser „Marschälle des Sieges“. Und ich, als jemand, der, wie mir scheint, alle Marschallmemoiren gelesen hat, die es gab, noch in meiner Kinder- und Jugendzeit, war entsetzt über diese Unfähigkeit und Grausamkeit dieser roten Napoleons.

Nun, die letzte Nachricht dieser Ausgabe ist, dass Präsident Donald Trump von Steven Witkoff und Jared Kushner über die Verhandlungen im Kreml informiert worden ist. Sie haben darüber auch die ukrainischen Delegationen informiert, nachdem sie nach Washington zurückgekehrt waren, wie berichtet wird. Dieses Treffen im Weißen Haus wird ebenfalls als gründlich, produktiv bezeichnet, obwohl völlig unklar ist, worin seine wirkliche Produktivität besteht.

Jetzt werden wir den weiteren Verlauf der Ereignisse abwarten, wir werden auf die Reaktion des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, warten und, wie man sagt, den Finger am Puls behalten. Welchen Puls? Dieser Puls ist normal, wenn man all diese wunderbaren Nachrichten berücksichtigt. Also ganz egal, ob man den Finger in einer solchen Situation am Puls hat oder nicht – der Puls wird, würde ich sagen, der Situation angemessen sein. Mir scheint, das ist klar. Sie sehen, bei dieser ganzen Aufregung habe ich jetzt einen Puls von 78. Messen Sie bitte Ihren eigenen Puls und schreiben Sie ihn in die Kommentare. Und damit beende ich unser heutiges Gespräch.


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Titel des Originals: Українців запросили до США: подробиці | Віталій Портников. 03.12.2025.
Autor : Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 03.12.2025.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Ein bequemer Krieg für die Welt. Serhii Marchenko. 01.12.2025.

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Wir haben unseren Krieg für die Welt sehr bequem gemacht. Wir haben alle Interessen berücksichtigt. Wir haben abgewogen und vernünftig gehandelt.

In Afrika gibt es nichts zu essen und die Kinder Afrikas brauchen die gestohlene ukrainische Weizen aus den besetzten Gebieten? Bitte sehr! Fahrt ihn hin, nur zu, guten Appetit!! Es macht ja nichts, dass ukrainische Kinder unter Beschuss sterben – Hauptsache, die afrikanischen Kinder hungern nicht!

Indische Taxifahrer brauchen russischen Treibstoff? Bitte sehr, steuert eure Tanker ins Schwarze Meer und finanziert den Krieg gegen die Ukraine! Wir verstehen ja: nichts Persönliches, nur Geschäft! Ihr braucht Geld, und wir werden schon leiden – daran sind wir ja inzwischen gewöhnt!

Ich denke, das war ein großer Fehler – der Welt zu erlauben, sich Hausschuhe anzuziehen, ein Bier zu nehmen, sich aufs Sofa zu setzen und im Fernsehen dabei zuzuschauen, wie wir getötet werden. Denn wenn ihr jetzt fragt, warum die Welt sich plötzlich nicht mehr um unsere Probleme kümmert – warum sollte sie sich kümmern, wenn es ihr doch gut geht? Ihr ruft ja auch nicht bei den Stadtwerken an, wenn ihr Strom und Wasser habt und der Aufzug funktioniert. Warum sollte man das dann von anderen erwarten, wenn bei ihnen sowieso alles in Ordnung ist?

Damit die Welt uns hilft, muss man ihr die Hausschuhe wegnehmen, das Bier ausschütten und eine Scheibe einschlagen, damit sie HÖRT, FÜHLT, BEGREIFT, warum wir seit so vielen Jahren unter ihren Fenstern schreien.

Wegen unseres Krieges hungern Kinder in Afrika? Entschuldigt, aber wer hat euch das Recht gegeben, afrikanische Kinder höher zu priorisieren als ukrainische, die unter Beschuss sterben?? Ich bin GEGEN eine derart dumme Diskriminierung! Für mich ist ein ukrainisches Kind wichtiger als irgendwer in Afrika – auch wichtiger als deren Kinder.

Wegen des Mangels an russischem Öl wird Indiens BIP langsamer wachsen? Dann scheiß auf dieses Indien!!! Vielleicht denken sie dann endlich darüber nach, wie man den Krieg beendet, anstatt sich dumm mit Putin zu küssen und auf unserem Leid reich zu werden.

Angriffe auf russische Tanker sind gerechtfertigt, und solche Angriffe müssen fortgesetzt werden. Unabhängig von der Zugehörigkeit der Schiffe. Unabhängig von den Interessen unserer Partner. Wir haben Krieg, und unser nationales Interesse muss PRIORITÄR sein.

Das Schwarze Meer für Russland zu SCHLIESSEN – das sind die BESTEN Sanktionen, die es überhaupt geben kann. Und wir müssen das tun, um zu überleben. Allen, denen das nicht gefällt – geht zu Putin und fordert ein Ende des Krieges und die Befreiung des ukrainischen Landes. Nur so!


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Art der Quelle: Social Media / Gedicht / Lied]
Autor: Serhii Marchenko
Veröffentlichung / Entstehung: 01.12.2025.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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