Axios behauptet, dass Donald Trump während seines Gesprächs mit Volodymyr Zelensky wiederholt auf das Thema eines Endes der ukrainischen Angriffe auf russische Ölraffinerien zurückkam und dies damit erklärte, dass er einen weiteren Anstieg der Dieselpreise weltweit, insbesondere in den Vereinigten Staaten, befürchte.
Natürlich kann man verstehen, dass den amerikanischen Präsidenten das Problem steigender Dieselpreise beschäftigt. Für die Amerikaner ist das ein reales Problem, vielleicht ein weitaus wichtigeres als alle außenpolitischen Erfolge und Misserfolge ihres Präsidenten. Denn vom Dieselpreis, vom Treibstoffpreis hängen der Wohlstand amerikanischer Familien und die Preise nicht nur an den Tankstellen, sondern auch in den Supermärkten ab.
Und all das kann sich auf die Umfragewerte der Republikanischen Partei und auf ihre Ergebnisse bei den Zwischenwahlen auswirken. Trump fürchtet eine Niederlage seiner Parteifreunde, weil er sich bewusst ist, wozu diese Niederlage für ihn persönlich und für die Mitglieder seiner Familie führen könnte.
Das Hauptproblem besteht jedoch darin, dass sich der Dieselpreis weltweit nicht wesentlich ändern wird, wenn die Ukraine aufhört, russische Ölraffinerien anzugreifen. Ja, vor diesen Angriffen verkaufte Russland Diesel auf dem Weltmarkt, während es dazu jetzt nicht mehr in der Lage ist und Diesel aus anderen Ländern importiert. Aber die Menge russischer Produkte, die jetzt nicht mehr auf den Weltmarkt gelangt, lässt sich nicht einmal annähernd mit der Menge an Dieselkraftstoff vergleichen, die infolge der iranischen Blockade der Straße von Hormus und der Aktionen der jemenitischen Huthi-Organisation in der Nähe der Meerenge Bab al-Mandab nicht auf den Markt gelangt.
Das ist tatsächlich eine reale globale Energiekrise, die vor allem damit zusammenhängt, dass es Trump nicht gelungen ist, die Straße von Hormus wieder freizubekommen. Und infolge seines nicht durchdachten Krieges gegen Teheran ist er in eine echte geopolitische Falle geraten, aus der ihn weder der Staatschef der Volksrepublik China Xi Jinping noch der Präsident der Russischen Föderation Putin herauslassen wollen. Und dabei geht es nicht um in Russland produzierten Dieselkraftstoff. Es geht um Dieselkraftstoff, den die Länder am Persischen Golf produzieren, aber nicht auf den Markt bringen können.
Natürlich kann man Trump verstehen, wenn er bei Wahlkampfveranstaltungen den Anhängern der Republikaner sagt, das gesamte Problem bestehe ausschließlich darin, dass die Ukraine russische Ölraffinerien angreife und der Krieg Russlands gegen die Ukraine beendet werden müsse. Denn auf diese Weise versucht Trump, sich der Verantwortung für die inkompetente Führung des Krieges gegen den Iran und für die mangelnde Berücksichtigung der Folgen dieses Krieges zu entziehen.
Aber ein Gespräch mit dem Präsidenten der Ukraine sollte frei von einer solchen propagandistischen Überlagerung sein. Volodymyr Zelensky wird bei den Kongresswahlen nicht abstimmen. Mit ihm kann Donald Trump, wie mit jedem seiner Präsidentenkollegen, offen sprechen, ohne all jene Erfindungen, die er bei seinen Wahlkampfveranstaltungen oder in Gesprächen mit Journalisten verwendet.
Oder wir müssten zu dem Schluss kommen, dass der amerikanische Präsident tatsächlich nicht einmal die einfachen Größenordnungen versteht, die mit dem Anstieg des Dieselpreises zusammenhängen. Ich glaube aber keineswegs, dass Trump solche Dinge nicht versteht. Er versteht alles sehr gut.
Dann stellt sich die Frage, warum die Themen von Wahlkampfveranstaltungen zum Thema eines Gesprächs zwischen dem amerikanischen und dem ukrainischen Präsidenten werden. Denn Trump versteht sehr gut, dass, wenn die Ukraine aufhört, russische Ölraffinerien anzugreifen, Russland beginnt, seinen Dieselkraftstoff wieder auf dem Weltmarkt zu verkaufen, der Treibstoffpreis sich aber nicht verändert oder sogar noch steigt, dies selbst Donald Trumps Wählern umso deutlicher vor Augen führen wird, dass es nicht um die ukrainischen Angriffe geht, sondern um die Straße von Hormus.
Das heißt, Trump sägt mit seinem Versuch, die ukrainischen Angriffe zu stoppen, an dem Ast, auf dem er selbst sitzt – dem Ast der propagandistischen Verschleierung der Realität. Aus Sicht der Wahlkampflogik müsste er daran interessiert sein, dass die Ukraine ihre Angriffe fortsetzt, damit er Kyiv zumindest bis zum 3. November weiter beschuldigen und demonstrieren kann, dass er sich darum bemüht, die Preise zu senken.
Aber eine Vereinbarung mit Kyiv wäre ein Schlag gegen seine eigene Version. Die Angriffe hören auf, der Diesel kommt wieder auf den Markt, der Preis ändert sich nicht. Was geschieht dann also? Hat es vielleicht doch etwas mit dem Iran zu tun?
Es kann aber einen anderen, weitaus ernsteren Grund geben. Trump ist daran interessiert, dem Präsidenten der Russischen Föderation bestimmte politische Dienste zu erweisen, mit dem er künftig privilegierte Wirtschaftsbeziehungen unterhalten möchte. Trump glaubt weiterhin daran, dass der russisch-ukrainische Krieg enden wird und all diese im Kreml erfundenen Projekte, die Kirill Dmitrijew mit solcher Freude mit Steve Witkoff und Jared Kushner bespricht, verwirklicht werden – und dabei geht es um Milliarden und Abermilliarden Dollar.
Natürlich ist das ein typisches russisches Täuschungsmanöver. Niemand im Kreml hat vor, irgendwelche realen Geschäfte mit Trump, seinen Verwandten oder seinen Freunden zu machen. Aber niemand hindert Trump daran, an das Gegenteil zu glauben. Und wenn man deshalb in Moskau die Vertreter des Präsidenten der Vereinigten Staaten darum bittet, darauf hinzuwirken, dass die russischen Raffinerien nicht angegriffen werden – übrigens ebenso, wie Putin Trump davon zu überzeugen versuchte, ihm bei der Durchführung der Parade am 9. Mai zu helfen –, und Witkoff und Kushner dem amerikanischen Präsidenten von diesen Bitten Putins erzählen, dann kann die Situation völlig anders aussehen.
Unter dem Deckmantel von Gesprächen über eine Senkung der Dieselpreise versucht Trump, die russische Ölraffinerieindustrie vor einem endgültigen Zusammenbruch zu retten, der sich beschleunigen könnte, wenn die Ukraine über eigene ballistische Raketen verfügt und russische Ölraffinerien so zerstören kann, dass sie in den nächsten Jahren niemand mehr reparieren kann. Das könnte der eigentliche Preis dieser Frage sein. Und deshalb könnte Trump Volodymyr Zelensky erneut von der Notwendigkeit erzählen, die Angriffe auf die russischen Raffinerien einzustellen.
Aber zugleich kann er eines nicht: Putin dazu zwingen, wenigstens seine eigenen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur einzustellen und einer beiderseitigen Waffenruhe zuzustimmen. Und das macht Trumps Aufgabe, die Ölraffinerieindustrie der Russischen Föderation zu retten, praktisch unrealistisch.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп мучить Зеленського з дизелем |
Віталій Портников. 21.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 21.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.