Die Welt ist schockiert über Trump: Die Folgen | Vitaly Portnikov. 10.10.2026.

Gestern Abend, als der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, in seinem eigenen sozialen Netzwerk einen langen Tweet veröffentlichte, in dem er über beispiellose Vereinbarungen mit dem Präsidenten der Russischen Föderation, Putin, über die Lieferung von Dieselkraftstoff auf den Weltmarkt berichtete, sprachen wir sozusagen unmittelbar nach dieser Erklärung des amerikanischen Staatschefs darüber und versuchten zu verstehen, was eigentlich geschehen war, warum Trump Putin hilft, die Frage des Verkaufs von Dieselkraftstoff zu lösen. Wozu brauchen die Vereinigten Staaten das? Wozu braucht die Russische Föderation das? Was wird das tatsächliche Ergebnis dieser ganzen Geschichte sein?

Jetzt, da seit dem Telefongespräch zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation sozusagen schon ziemlich viel Zeit vergangen ist, können wir uns zumindest vorstellen, was infolge dieses Gesprächs tatsächlich geschehen ist und welche praktischen Auswirkungen das haben wird.

Nun, der erste Punkt betrifft gerade den Dieselkraftstoff. Es ist völlig offensichtlich, dass keine Vereinbarungen zwischen Trump und Putin über die Lieferung russischen Kraftstoffs auf die Weltmärkte den Dieselpreis senken werden. Das ist unmöglich. Trump und Putin haben vereinbart, dass die Russische Föderation im ersten Monat ungefähr 300.000 Tonnen Kraftstoff auf den Weltmarkt liefern kann, im zweiten 500.000, im dritten Monat eine Million Tonnen und dass sie je nach Zustand der Erdölraffinerien der Russischen Föderation bis zu drei Millionen Tonnen Diesel auf den Weltmarkt liefern kann, wenn es ihr gelingt. Denn wie wir wissen, verfügt die Russische Föderation derzeit schlicht nicht über solche Kraftstoffüberschüsse.

Aber man muss sagen, dass drei Millionen Tonnen Dieselkraftstoff genau die Menge sind, die Russland vor Beginn der ukrainischen Angriffe auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation auf den Weltmarkt lieferte. Und das spiegelte sich keineswegs in den Kraftstoffpreisen wider.

Denn damit die Kraftstoffpreise sinken, muss der Ölpreis sinken. Der Dieselpreis hängt vom Ölpreis ab. Es gibt weltweit keinen Mangel an Dieselkraftstoff, insbesondere auch nicht auf dem amerikanischen Markt. Mehr noch: Die Vereinigten Staaten gehören weiterhin zu den größten Dieselexporteuren der Welt und liefern monatlich bis zu sechs Millionen Tonnen Diesel auf den Weltmarkt. Sagen Sie mir bitte, warum sollte ein Staat, der jeden Monat sechs Millionen Tonnen Dieselkraftstoff an andere Länder verkauft, von einem anderen Staat 300.000 Tonnen kaufen? Und offensichtlich werden die Vereinigten Staaten diesen Kraftstoff auch nicht kaufen, weil sie ihn nicht brauchen.

Darüber hinaus können die Vereinigten Staaten diesen Kraftstoff auch aus dem einfachen Grund nicht kaufen, dass ein Gesetz der Vereinigten Staaten aus dem Jahr 2022 den Kauf von Öl und Gas aus der Russischen Föderation verbietet. Dieses Gesetz wurde vom Kongress verabschiedet, vom Präsidenten unterzeichnet und nicht aufgehoben. Deshalb gibt es keinerlei rechtliche Möglichkeit für die Vereinigten Staaten selbst, Dieselkraftstoff aus Russland zu kaufen. Und die Vereinigten Staaten haben auch keinen Bedarf, Dieselkraftstoff aus Russland zu kaufen. Eine Genehmigung des US-Finanzministeriums kann sich ausschließlich auf das Recht Russlands beziehen, seinen Dieselkraftstoff an andere Länder zu verkaufen. 

Aber Russland konnte diese Überschüsse auch ohne diese Genehmigung mithilfe seiner eigenen Schattenflotte verkaufen. Und es hat sie auch verkauft. Im September dieses Jahres hat Russland bereits rund 432 Tonnen Dieselkraftstoff an seine Nachbarländer in Zentralasien verkauft. Das ist der Überschuss, der auf dem Markt der Russischen Föderation vorhanden ist, und das belegen Meldungen aus diesem Land. Es gibt einen erheblichen Benzinmangel. Aber im Herbst entsteht gerade deshalb, weil die landwirtschaftlichen Arbeiten zu Ende gehen und dieselbetriebene Maschinen nicht mehr gebraucht werden, ein Überschuss an Dieselkraftstoff, selbst in der Situation, in der sich die Erdölverarbeitungsindustrie der Russischen Föderation nach den ukrainischen Angriffen befindet. Deshalb hat die Entscheidung von Trump und Putin keinerlei praktische Bedeutung. Auf den Verlauf des Krieges wird sie sich ebenfalls in keiner Weise auswirken, denn all die Behauptungen, Russland werde mit diesen Verkäufen innerhalb eines halben Jahres 4,5 Milliarden Dollar verdienen, sofern es überhaupt über diese gesamte Menge verfügt, sind ebenfalls sehr merkwürdig. Russland hätte dieses Geld auch ohne die amerikanische Entscheidung verdient. Einfach illegal, und jetzt wird es möglicherweise legal daran verdienen können. Das heißt, was es für Rupien und Yuan hätte verkaufen können, wird es möglicherweise jemandem gegen harte Währung verkaufen. Aber auch das hat keinerlei Einfluss auf die tatsächlichen russischen Ressourcen. Was sind schon 4,5 Milliarden Dollar für einen Staat innerhalb einiger Monate?

Dann können Sie fragen: „Warum macht Trump das überhaupt?“ Nun, ich denke, dass das mit irgendwelchen völlig anderen Vereinbarungen zusammenhängt, die er entweder mit Putin hat oder von denen er glaubt, dass sie bestehen. Bis zu einem gewissen Grad findet sich die Antwort auf die Frage, worüber Trump und Putin tatsächlich gesprochen haben, in der Mitteilung des Pressedienstes des russischen Präsidenten selbst, der von der iranischen Geschichte spricht. Putin traf sich gerade jetzt mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian. Er erörterte mit ihm Möglichkeiten irgendwelcher iranisch-amerikanischen Vereinbarungen über die Freigabe der Straße von Hormus. Ich erinnere daran, dass diese Meerenge entgegen dem, was Donald Trump erzählt, blockiert ist. Und deshalb ist der Ölpreis so hoch, deshalb sind die Preise an den Tankstellen so hoch, deshalb sind die Dieselpreise so hoch, deshalb ist alles so. Und Trump hat offensichtlich bereits verstanden, dass die pakistanischen Vermittler hier nichts für ihn erreichen können. Alle Bemühungen der arabischen Länder führen zu nichts. Die Meerenge ist geschlossen. Auf militärischem Wege kann er den Iran nicht besiegen. Und grundsätzlich bringt jeder neue Tag für ihn derzeit neue Gefahren im Hinblick auf eine militärische Konfrontation mit dem Iran.

Denn stellen Sie sich vor, was passiert, wenn der Iran über Shahed-Drohnen mit Strahlantrieb verfügt, und die wird er bekommen. Was wird dann überhaupt aus der Luftverteidigung der Vereinigten Staaten von Amerika, und was wird aus der Luftverteidigung Israels und der Golfstaaten, wenn Schwärme von Shahed-Drohnen mit Strahlantrieb auf sie zufliegen? Das sind doch Gebiete, die sich ihrer Größe nach nicht mit der Ukraine vergleichen lassen. Das könnten Gebiete werden, in denen die Infrastruktur vollständig zerstört wird. Man darf nicht glauben, dass Trump das nicht versteht. Er versteht es, deshalb sucht er nach Wegen, sich mit dem Iran zu einigen. Und Putin verkauft ihm als geschickter Zauberkünstler solche Möglichkeiten. Tatsächlich trat Putin gestern, und das ist der wichtigste Inhalt dieses Gesprächs, als jemand auf, der Trump Botschaften Peseschkians übermittelte und versprach, Peseschkian Botschaften Trumps zu übermitteln. Das wird Trump nicht retten.

Wozu braucht Trump das überhaupt? Er will, dass die Preise an den Tankstellen sinken. Er will sonst nichts. Man darf nicht glauben, dass Trump nicht versteht, was um ihn herum geschieht. Er versteht alles. Er versteht, dass die Republikaner bei den Kongresswahlen eine vernichtende Niederlage erleiden könnten. Und dass es jetzt nicht nur um das Repräsentantenhaus geht. Ich glaube nicht, dass Trump überhaupt noch hofft, das Repräsentantenhaus zu halten, aber er möchte die Mehrheit im Senat auf keinen Fall verlieren. Wenn jetzt Meinungsumfragen zeigen, dass der demokratische Kandidat im Bundesstaat Texas, der immer eine republikanische Hochburg war und einen republikanischen Präsidenten nach dem anderen hervorgebracht hat – Johnson, Bush senior, Bush junior –, vor dem republikanischen Kandidaten liegt, dann wäre das für die Amerikaner geradezu ein Umsturz. Es wäre eine echte Wahlkatastrophe für die Republikanische Partei, wenn sie den Senatssitz in Texas verliert. Und Trump tut alles, um das zu verhindern.

Und übrigens: Wir sagen ja, dass ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump, das zu seinem Rücktritt führen könnte, grundsätzlich unmöglich ist, weil die Demokraten im Senat keine Zweidrittelmehrheit haben und sie auch nicht bekommen werden, selbst wenn sie die Mehrheit im Senat erringen. Das ist alles richtig. Aber auch etwas anderes ist richtig. Als Richard Nixon während des Watergate-Skandals vom Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten zurücktrat, hatten die Demokraten ebenfalls keine Zweidrittelmehrheit im Senat. Die hatten sie nicht. Nixon genoss in der Republikanischen Partei ein Ansehen, das sich kaum mit dem Ansehen Trumps vergleichen ließ. Er war der anerkannte politische Führer der Republikaner, ein Mann, der seine zweite Präsidentschaftswahl in Folge gewonnen hatte. Ein ehemaliger Vizepräsident, der zwei Amtszeiten in der Administration von Dwight Eisenhower gedient hatte. Aber Nixon erkannte, dass die gegen ihn im Zusammenhang mit Watergate erhobenen Vorwürfe so schwerwiegend waren, dass sich genügend republikanische Senatoren finden würden, die bereit wären, ihn loszuwerden, um ihre eigenen politischen Karrieren fortsetzen zu können. So kam es zu seinem Rücktritt. Und übrigens erinnere ich daran, dass dieser Rücktritt Teil einer Krise war, in deren Verlauf zuvor auch der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, Spiro Agnew, sein Amt hatte aufgeben müssen, ebenfalls einer der republikanischen Führer, den man mit JD Vance unter Trump vergleichen kann.

Warum erzähle ich Ihnen das alles so ausführlich und greife dabei auf die amerikanische Geschichte zurück? Weil wir nicht wissen, was die Demokraten alles ausgraben könnten, wenn sie nach ihrem Sieg, selbst wenn es nur bei den Wahlen zum Repräsentantenhaus wäre, das Repräsentantenhaus in eine Untersuchungskommission verwandeln, die die tatsächliche Amtsführung von Präsident Trump sowie die Aktivitäten seiner Verwandten und Bekannten untersucht. Wir wissen es nicht, aber Trump weiß es. Und deshalb sucht er nach Wegen, diese Situation zu verhindern. Denn er kann glauben, dass die Republikaner, wenn sie die Mehrheit im Senat behalten, unter allen Umständen an ihm festhalten werden. Wenn die Republikaner aber auch den Senat verlieren, könnten sie sich bei einer ungünstigen Entwicklung der Ereignisse von ihm abwenden.

Trump kämpft um seine eigene Macht und um seine eigene Freiheit. Und dabei ist ihm der russisch-ukrainische Krieg völlig unwichtig, weil dieser möglicherweise keinen Einfluss auf seine Vorstellungen von seiner eigenen Macht und seiner eigenen Freiheit hat. Verstehen Sie? Für ihn kann es nur wichtig sein, zu überleben. Und er kann glauben, dass irgendwelche beispiellosen Vereinbarungen mit Putin ihm die Möglichkeit geben werden, Putin als wirksamen Vermittler in den Beziehungen zum Regime im Iran einzusetzen, das zu jenem Regime wird, das ihn faktisch an der Kehle gepackt hat und bereit ist, ihn politisch zu erwürgen.

Und ich habe übrigens gesagt, dass die Iraner alles Mögliche und Unmögliche tun werden, um Donald Trump bei den Zwischenwahlen politisch zu vernichten, damit jeder künftige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika nach dieser Schande instinktiv davor zurückschreckt, den Iran anzurühren. Kein Putin wird sie von dieser Absicht abbringen, glauben Sie mir. Aber Putin nutzt das aus. Das ist ein Motiv, von dem sich der amerikanische Präsident vor seinem Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen leiten lassen konnte.

Ein anderer Punkt sind die Lukoil-Aktien. Das könnte sozusagen derselbe Teil der Geschichte sein, der finanzielle Anreiz, das, was schon immer die wahren Absichten Trumps, seiner Verwandten und seiner Freunde bestimmt hat. Diese Menschen sind vor allem ins Weiße Haus gekommen, um sich zu bereichern. Die tatsächlichen nationalen Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika sind ihnen scheißegal, das Geld aber nicht. Deshalb suchen sie nach Wegen, an die ausländischen Aktien von Lukoil zu kommen. Im Grunde dreht sich der gesamte Verhandlungsprozess darum.

Ich erinnere immer wieder daran: Russland hat sich in Wirklichkeit aus dem Verhandlungsprozess mit der Ukraine zurückgezogen und erklärt, dass es erst nach dem Abzug der ukrainischen Truppen aus den Gebieten Donezk und Luhansk an den Verhandlungstisch zurückkehren werde. Putin hält sich an dieses Versprechen. Während des gestrigen Gesprächs mit Trump sagte er erneut, dass Russland zu Verhandlungen bereit sei, dass aber die ukrainischen Angriffe auf Russland eine solche Rückkehr natürlich unmöglich machten. Es spielt keine Rolle, wie er das darstellt. Ich erinnere Sie einfach daran, dass es höchstwahrscheinlich keinerlei russisch-ukrainische Verhandlungen geben wird, solange die ukrainischen Truppen nicht aus den Gebieten Donezk und Luhansk abgezogen werden. Und wir werden diese Truppen nicht abziehen.

Und übrigens habe ich mir das ja nicht ausgedacht. Das ist keine Vorhersage von mir. Das wurde im Interview des US-Außenministers und Nationalen Sicherheitsberaters des Präsidenten, Marco Rubio, mit der griechischen Zeitung Kathimerini ganz klar gesagt. Ich habe es aufmerksam gelesen. Und dort sagt der Außenminister, dass die Verhandlungen blockiert sind, weil Russland den Abzug der ukrainischen Truppen aus dem Donbas fordert, die Ukraine sie aber nicht abziehen will. Deshalb finden keine Verhandlungen statt.

Jetzt können Sie fragen: „Und was passiert, wenn die ukrainischen Truppen die Gebiete Donezk und Luhansk verlassen? Kommt dann Frieden?“ Nein. Das kann eine Bedingung für Verhandlungen sein, während die Kampfhandlungen weitergehen. Und auch diese Verhandlungen können scheitern, weil Russland eine neue Bedingung stellen wird. Sagen wir: Zieht jetzt aus den Gebieten Saporischschja und Cherson ab, trefft noch irgendeine Entscheidung. Russland braucht keinerlei Verhandlungen. Russland muss die Ukraine vernichten. Es sucht einfach nach Vorwänden, um nicht reden zu müssen und sich nicht mit Trump zu streiten.

Dann können Sie fragen: „Warum sind Kushner und Witkoff dann nach Moskau und Kyiv gereist?“ Kushner und Witkoff sind nach Moskau gereist, um mit Dmitrijew und anschließend mit Putin über die Lukoil-Aktien zu verhandeln, und nach Kyiv, um diesen Besuch in Moskau zu tarnen, um ihn als friedensstiftenden Besuch auszugeben und nicht als einen Besuch wegen der Aktien. Deshalb hatten Kushner und Witkoff in Kyiv absolut nichts zu tun. Sie langweilten sich ganz offensichtlich, und ihre ukrainischen Gesprächspartner wussten nicht, weshalb sie gekommen waren und worüber sie eigentlich sprachen, weil sie grundsätzlich keinerlei Vorschläge mitgebracht hatten.

Und gestern, während der Verhandlungen Witkoffs mit der ukrainischen Delegation, die auf Ersuchen aus Kyiv in die Vereinigten Staaten gereist war, täuschte Witkoff ebenfalls Aktivität vor. Man darf auch nicht glauben, dass Witkoff irgendein Idiot ist. Er versteht alles ganz genau. Er versteht sehr gut, dass es keinen Verhandlungsprozess mit Russland gibt und auch keinen geben wird. Genauso wie er versteht, dass es keinen Verhandlungsprozess mit dem Iran gibt und auch keinen geben wird. Aber im Fall des Iran müssen sie verhindern, dass der Iran eine akute Phase des Krieges provoziert, die zu einer militärischen Katastrophe für die Vereinigten Staaten von Amerika führen könnte. Das ist unter den neuen militärtechnologischen Bedingungen keine Übertreibung. Die Vereinigten Staaten könnten sich als wehrlos erweisen. Sie werden einfach ihre gesamte Luftverteidigung im Kampf gegen Shahed-Drohnen ohne Strahlantrieb im Nahen Osten aufbrauchen. Und das war’s. Das ist dann die ganze Geschichte mit der Großmacht.

Und im Fall Russlands interessiert ihn einfach die Kohle, interessieren ihn die Lukoil-Aktien. Und er versucht, das mit all diesen sinnlosen Gesprächen zu verbergen. Wir haben doch darüber gesprochen, dass es dieses Treffen geben wird. Budanow, Umjerow, Kyslyzja und noch jemand aus dem Präsidentenbüro, Arachamija, mit Witkoff. Und dann soll es noch dieses große Treffen mit den europäischen nationalen Sicherheitsberatern geben. Und was ist? Was wissen Sie über dieses Treffen? Sie wissen nichts? Es hat doch bereits stattgefunden. Das alles fand statt, weil all diese Menschen versuchten, die Vereinigten Staaten von demonstrativen Vereinbarungen mit Moskau abzuhalten, weil sie wussten, dass diese Vereinbarungen näher rückten. Es gibt schließlich Geheimdienste, die hören das alles ab und verfügen unter anderem über Informationen aus amerikanischen und russischen Quellen. Sie versuchten, Trump davon abzuhalten, konnten ihn aber nicht von diesem Gespräch mit Putin abhalten. Danach erwies sich der gesamte Verhandlungsprozess als völlig sinnlos und für niemanden mehr notwendig. Finita la commedia.

Nun weiter. Präsident Zelensky reagierte sehr scharf. Man könnte sagen, dass er vorsichtiger hätte sein müssen. Jetzt heißt es, dass er damit womöglich jene wunderbare Partnerschaft zerstören könnte, die nach dem Skandal im Oval Office zwischen ihm und Trump entstanden ist. Aber was bringt diese wunderbare Partnerschaft? Ich würde gerne wissen, was diese Partnerschaft bringt, wenn Trump Entscheidungen trifft, die sogar gegen die Gesetzgebung der Vereinigten Staaten verstoßen und die er gar nicht umsetzen kann. Wenn Trump die finanzielle Unterstützung für die Ukraine grundsätzlich eingestellt hat und das vom Repräsentantenhaus verabschiedete Gesetz zur Unterstützung der Ukraine, das diese finanzielle Hilfe und die militärische Zusammenarbeit wiederherstellt, weder unterzeichnen noch auch nur im Senat behandeln lassen will.

Ich möchte Sie daran erinnern, dass Trump nicht, wie hier viele unserer ukrainischen Politiker, diese Opportunisten, zum Teufel mit ihnen, behaupten, die nationalen Interessen der Vereinigten Staaten verteidigt. Nein. Die Menschen, die das amerikanische Volk ebenso wie Trump gewählt hat, haben dieses Gesetz mit Stimmenmehrheit verabschiedet. Warum behandeln die Senatoren es nicht, und warum unterzeichnet Trump es nicht? Im Senat gibt es genügend Stimmen, um dieses Gesetz zu verabschieden. Das garantiere ich Ihnen. Der Vorsitzende der republikanischen Mehrheit im Senat, Senator Thune, setzt diese Frage auf Verlangen des Weißen Hauses einfach nicht zur Abstimmung an. Und Trump kann uns nicht etwas wegnehmen, was er uns gar nicht gibt. Das heißt, Trumps einziger wirklicher Trumpf ist derzeit der Austausch von Geheimdienstinformationen, der es uns ermöglicht, Erdölraffinerien anzugreifen.

Es gab Berichte, dass Witkoff und Trumps Schwiegersohn Kushner, der bekanntlich noch mit einem weiteren Abenteuer dieser Administration beschäftigt ist, nämlich dem Versuch, die Lieferung russischen Gases durch Nord Stream 2 wieder aufzunehmen, uns damit gedroht hätten, keine Geheimdienstinformationen mehr mit uns auszutauschen. Das ist zweifellos ein beunruhigender Punkt, obwohl Witkoff das öffentlich bestreitet und sagt, Amerika sei ein verlässlicher Partner. Ich glaube nicht, dass sie jetzt vor den Wahlen eine solche Entscheidung treffen werden, denn sie verstehen sehr gut, dass es einen großen Teil der Bevölkerung gibt, der mit der Ukraine sympathisiert und auf keinen Fall will, dass die Vereinigten Staaten Russland helfen. Und dass die Vereinigten Staaten Russland faktisch ermöglichen, Geld zu verdienen, und damit im Grunde den Krieg finanzieren, ist bereits ein ziemlich negativer Punkt. Wie Sie sehen, wird Trump dafür in Amerika kritisiert, und zwar nicht nur in der Demokratischen, sondern auch in der Republikanischen Partei.

Aber ich hoffe sehr, dass wir uns auf eine solche Wendung der Ereignisse vorbereitet haben. Schließlich brauchen wir die Geheimdienstinformationen, um die Wirtschaft der Russischen Föderation zu zerstören und ihre Erdölraffinerien anzugreifen. Dabei geht es nicht nur um Amerika und Starlink. Es geht nicht einmal um Starlink, sondern um amerikanische Satelliten. Ich möchte hoffen, dass wir uns wenigstens darauf vorbereitet haben und solche Informationen mithilfe europäischer Satelliten erhalten können. Das wäre ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt, denn grundsätzlich war schon vor vielen Monaten offensichtlich, dass Trump bei der erstbesten Gelegenheit versuchen würde, sich aus dieser Situation zurückzuziehen, die mit dem russisch-ukrainischen Krieg und dem Engagement der Vereinigten Staaten auf der Seite der Ukraine verbunden ist.

Aber noch einmal: Ich glaube nicht wirklich, dass das während des Wahlkampfes geschehen wird, denn Trump würde damit Kritik an seinen möglichen Handlungen im Zusammenhang mit dem russisch-ukrainischen Krieg Tür und Tor öffnen, gerade weil er im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit jener steht, die von den Vereinigten Staaten eine aktivere Unterstützung der Ukraine erwarten. Und auch das könnte dazu führen, dass er bei den Zwischenwahlen künftig einige Stimmen verliert. Das ist ganz sicher nicht das, was Donald Trump braucht. Ich denke, er braucht in der gegenwärtigen Situation auf der politischen Bühne Amerikas etwas völlig anderes. Deshalb muss man auch das alles klar verstehen.

Gleichzeitig kann man aber sagen, dass Trump weder das Wesen seiner eigenen Herangehensweise an diesen Konflikt noch die tatsächlichen Auswirkungen seiner Vereinbarungen mit Putin auf den Energiemarkt versteht. Nun, grundsätzlich muss man sich klarmachen, dass wir heute gerade Zeugen eines mangelnden Verständnisses für den wirtschaftlichen Sinn dieser Situation sind. Und auch hier muss man die Frage stellen: Versteht Trump das wirklich nicht? Ich denke, dass er auch das verstehen könnte. Er könnte einfach beschlossen haben, dass seine Vereinbarungen mit Putin ein wirkungsvoller Schritt für den Markt sind. Dass der Markt solche Vereinbarungen als etwas auffassen könnte, das eine Preissenkung ermöglicht. Jetzt ist Wochenende, wir werden das nicht sehen, denn das hängt so oder so mit den Börsen zusammen. Aber am Montag werden wir feststellen, wie realistisch diese Berechnungen Trumps sind und inwieweit infolge all seiner Gespräche der Preis für Dieselkraftstoff überhaupt zu sinken begonnen hat. Denn ich sage es noch einmal: Das Problem ist nicht ein Dieselmangel. Das Problem ist, dass der Ölpreis es nicht erlaubt, die Preise für Diesel und Benzin zu senken.

Möglicherweise besteht das Problem auch darin, dass auf dem russischen Markt Benzin fehlt. Und das führt zu einer größeren Nachfrage nach Kraftstoff insgesamt. Aber das sind alles solche, wissen Sie, Vermutungen, die in keiner Weise der wirtschaftlichen Logik dessen entsprechen, was tatsächlich geschieht. Zumal sich weitere, noch bedrohlichere Ereignisse abzeichnen. Grundsätzlich versuchen derzeit nicht nur wir, Russland auf dem Luftweg zu isolieren, sondern auch die jemenitischen Huthis versuchen, Saudi-Arabien zu isolieren. Sie wissen, dass es nicht nur in dieser Nacht tatsächliche und wirksame Versuche gab, den Luftraum der Russischen Föderation zu blockieren, sondern auch tatsächliche jemenitische Angriffe auf saudische Flughäfen. Dabei kamen drei Menschen ums Leben, ein Passagierflugzeug wurde zerstört, internationale Flüge wurden gestrichen. Und das am Vorabend eines bedeutenden internationalen Forums in Riad. Es ist nicht bekannt, inwieweit es jetzt überhaupt stattfinden wird, denn die Huthis haben gerade am Freitag erklärt, dass der Luftraum Saudi-Arabiens ihr Ziel, ihre Zielscheibe sei.

Und jetzt denken Sie einmal ernsthaft darüber nach, was mit den Ölpreisen geschehen wird, wenn wir sehen, dass Saudi-Arabien sogar darüber nachdenkt, einen wichtigen Investitionsgipfel zu verschieben, der in diesem Land stattfinden sollte. Natürlich wird es auch schwerwiegende Folgen für den globalen Energiemarkt haben, wenn am Flughafen von Riad Explosionen zu hören sind und sich herausstellt, dass Saudi-Arabien dem derzeit nichts entgegensetzen kann. Auch das muss man verstehen. Neue technologische Möglichkeiten eröffnen allen neue Chancen: Russland, die ukrainische Infrastruktur anzugreifen; der Ukraine, die Erdölraffinerien der Russischen Föderation anzugreifen; den jemenitischen Huthis, den Luftraum Saudi-Arabiens ins Chaos zu stürzen. Das ist einfach die Entwicklung des militärischen Fortschritts auf allen Seiten.

Und deshalb ist der Wunsch des amerikanischen Präsidenten verständlich, sein Land vor den Zwischenwahlen nicht in irgendeine neue Geschichte hineinzuziehen, die sehr schlechte Folgen für sein Ansehen und für das Militär haben könnte. Und deshalb will er dieses Heraushalten auch noch durch Gespräche darüber ersetzen, wie erfolgreich sich der Kraftstoffmarkt in den Vereinigten Staaten dank seiner Vereinbarungen mit Putin entwickelt. Das heißt, es wird der Eindruck erweckt, wir hätten irgendeinen Kraftstoffmangel, insbesondere einen Dieselmangel, und eine größere Kraftstoffmenge werde den Preis senken. So lässt sich dieser Propagandatrick genau beschreiben, der im Zusammenhang mit dem Gespräch zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation angewandt wurde.

Ich spreche schon gar nicht davon, dass gleichzeitig versucht wird, der Ukraine die Schuld an all diesen Vorgängen zu geben. Denn ein amerikanischer Beamter, der mit dem Medium Axios gesprochen hat, sagte bekanntlich: Sehen Sie, Trump hat beschlossen, sich mit Putin zu einigen, weil Zelensky seiner Bitte, die Erdölraffinerien der Russischen Föderation nicht anzugreifen, nicht nachgekommen ist. Aber was hat das damit zu tun? Das ist doch eine Form von Schizophrenie. Russland verliert infolge unserer Angriffe auf die Erdölraffinerien die Möglichkeit, Millionen Tonnen zu liefern. Millionen Tonnen Kraftstoff, sowohl Benzin als auch Diesel. Millionen. Allein Diesel wurden früher drei Millionen Tonnen im Monat geliefert. Und Trump hat mit Putin vereinbart, dass Putin 300.000 Tonnen liefern kann. Warum sollten wir also auf irgendwelche Appelle Trumps reagieren, wenn Trump seinen eigenen Appellen nichts Wirksames folgen lassen kann? Wir sind trotzdem im Vorteil. Wenn wir Russland die Möglichkeit genommen haben, allein mit Diesel, wenn wir nur über Diesel sprechen, Gewinne aus drei Millionen Tonnen im Monat zu erzielen, was macht es uns dann aus, dass Trump ihnen die legale Möglichkeit geschenkt hat, Gewinne aus 300.000 Tonnen zu erzielen, die sie auch ohne jeden Trump erzielt hätten? Ich sage es noch einmal: Sie hätten den Kraftstoff einfach woandershin geliefert. Um 300.000 Tonnen zu verkaufen, braucht man Trump nicht. Das hat der Verkauf russischen Kraftstoffs an die Länder Zentralasiens im vergangenen Monat gezeigt.

Das ist die ganze Antwort auf die Fragen, die jetzt gestellt werden: Warum wurde das alles gemacht, und sollten wir auf Trumps Bitte hören? Denn jetzt werden bei uns wieder Menschen auftauchen, die sagen werden, dass wir die Füße stillhalten und all diesen Entscheidungen zustimmen müssen. Nein, denn uns wird nichts im Gegenzug angeboten. Zelensky hat gestern und auch zuvor mehrfach erklärt, dass die Ukraine bereit ist, die Angriffe auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation einzustellen, wenn Russland aufhört, die ukrainische Energieinfrastruktur anzugreifen. Für Putin ist es offenbar viel wichtiger, die Energieinfrastruktur der Ukraine anzugreifen, als seine eigene Erdölverarbeitungsindustrie zu erhalten. Denn die Vernichtung der Ukraine und die Errichtung der Kontrolle über ihr Territorium sind in seinem Kopf viel wichtiger als die Erhaltung der Erdölverarbeitungsindustrie der Russischen Föderation. Nun, das ist ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt in der Situation, die mit Russlands Krieg gegen die Ukraine zusammenhängt. Ja, das kann eine völlig richtige Priorität sein.

Ja, Putins Handlungen können die russische Erdölverarbeitungsindustrie in den Zusammenbruch treiben. Aber daran ist doch nicht Zelensky schuld. Und Zelensky schlägt doch die ganze Zeit diese Variante einer Waffenruhe im Energiebereich vor. Und die Amerikaner haben übrigens ebenfalls an der Idee einer Waffenruhe im Energiebereich gearbeitet. Wenn aber der Präsident der Russischen Föderation sagt, dass das ein absurder Vorschlag sei, wer ist dann schuld? 

Wir werden einige Fragen beantworten, die bereits während dieser Sendung gestellt wurden.

Frage: Werden die Demokraten jetzt einen Weg finden, diesen populistischen Schachzug Trumps zu kontern und den Wählern zu beweisen, dass er die Preise nicht verändern, sondern die Vereinigten Staaten wegen ihrer Beihilfe für Putin noch tiefer in die Schande stürzen wird?

Portnikov: Nun, hören Sie, warum sollten die Demokraten den Wähler von irgendetwas überzeugen müssen? Der Wähler kommt an die Tankstelle und sieht alles auf der Preistafel. Auf der Preistafel, verstehen Sie? Und glauben Sie mir, die Dieselpreise werden dort nicht sinken, selbst wenn sie vielleicht für ein paar Tage sinken. Ich sage Ihnen noch mehr. Selbst wenn man sich irgendeine Entwicklung vorstellt, bei der die Dieselpreise zu sinken beginnen, braucht es in dieser Situation zwei bis drei Monate, bis sich das tatsächlich irgendwie einpendelt. Dafür ist es ohnehin schon zu spät. Aber bisher gibt es keinerlei Voraussetzungen dafür, dass die Preise an den Tankstellen sinken. Deshalb werden die Demokraten niemandem irgendetwas beweisen müssen. Die Preise sprechen für sich. Verstehen Sie? Wir diskutieren die Welt die ganze Zeit nach der Logik irgendeiner merkwürdigen PR. Aber wozu braucht man PR, wenn die Realität nun einmal so aussieht?

Frage: Werden die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen die Ukraine verhängen?

Portnikov: Nein, ich denke, das wird nicht geschehen. Zumindest vor den Zwischenwahlen wird das nicht geschehen. Aber wir könnten mit irgendwelchen Versuchen konfrontiert werden, der Ukraine beispielsweise Geheimdienstinformationen vorzuenthalten, wenn Zelensky nicht auf Trump hört. Das schließe ich nicht aus. Von Trump erwarte ich, wie Sie nach dieser erstaunlichen Entscheidung sehen, inzwischen alles Mögliche. Und diese Situation könnte dazu dienen, zu zeigen, dass eine Einigung mit der Ukraine unmöglich ist, oder uns die Hilfe zu entziehen und uns zur Kapitulation zu zwingen. Aber die Vereinigten Staaten leisten uns gar keine solche Hilfe, deren Entzug uns zur Kapitulation zwingen könnte. Die Vereinigten Staaten sind schon im vergangenen Jahr aus dem Spiel ausgestiegen. Sie leisten uns weder kostenlose militärische noch finanzielle Hilfe. Trump blockiert ein Gesetz, das bereits vom Repräsentantenhaus verabschiedet wurde. Ich habe es schon gesagt: Die Vereinigten Staaten verkaufen Waffen, die Rüstungsunternehmen verkaufen sie. Wenn Trump ihnen verbietet, Waffen an europäische Länder zu verkaufen, nimmt er ihnen vor den Zwischenwahlen ihre Gewinne. Ich glaube nicht, dass das geschehen wird.

Frage: Die Aufhebung von Sanktionen im Austausch gegen Öl – ist das die amerikanische Kunst des Deals oder einfach eine geopolitische Tankstelle bei Gazprom auf Kosten der Ukraine?

Portnikov: Ich verstehe, ehrlich gesagt, nicht so ganz, wovon Sie sprechen, denn es gibt keinerlei Aufhebung von Sanktionen im Austausch gegen Öl. Es gibt einfach eine Genehmigung für Russland, ein halbes Jahr lang seinen Dieselkraftstoff zu verkaufen, den Russland auch ohne diese Genehmigung wunderbar verkauft hat. Das ist also im Grunde völlig bedeutungslos, ehrlich gesagt.

Frage: Sollten wir auf einen Sieg der demokratischen Kräfte in den USA hoffen und eine stärkere Unterstützung der Ukraine bei der Verschärfung des Drucks auf Russland erwarten?

Portnikov: Die Außenpolitik der Vereinigten Staaten wird auf jeden Fall, selbst nach einem Wahlsieg der Demokraten, in den Händen des Präsidenten der Vereinigten Staaten bleiben, der dem Präsidenten der Russischen Föderation positiv gegenübersteht und dessen Weltbild auf Vereinbarungen zwischen drei Staatschefs beruht, zu denen er sich selbst, Putin und Xi Jinping zählt. Aber grundsätzlich werden die Demokraten, selbst wenn sie nur die Kontrolle über eine Kammer des Kongresses erlangen, ein Instrument in die Hand bekommen, das damit zusammenhängt, dass sie die Verabschiedung bestimmter Gesetze ermöglichen müssen, die die Administration braucht. Bei einem solchen Zusammenspiel haben Administrationen und ihnen oppositionell gegenüberstehende Kongresse, selbst wenn es nur um das Repräsentantenhaus ging, in der Regel immer einen Kompromiss gefunden. Aber ich weiß nicht, wie das während der zweiten Trump-Administration sein wird. Sie sehen doch, dass Trump nicht wie ein Mensch aussieht, der zu Kompromissen fähig ist. Er wirkt wie jemand, der keinerlei Grenzen kennt. Deshalb weiß ich nicht, wie das sein wird. Wir wissen nicht, wie die Situation bei einer solchen Wendung der Ereignisse aussehen wird. Wir wissen es einfach nicht, denn alles, was mit Trumps zweiter Amtszeit und mit diesem, ich würde sagen, psychischen Zustand zusammenhängt, in dem sich der Präsident der Vereinigten Staaten befindet, das wissen wir nicht.

Kommentar: Die amerikanische Lizenz für russischen Diesel ist das weltweit erste offizielle Abonnement zur Finanzierung russischer Raketen mit Cashback in Dollar.

Portnikov: Nun, das ist ein schönes Bild. Ich wiederhole noch einmal: Kein russischer Diesel wird in die Vereinigten Staaten von Amerika verkauft werden. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben jeden Monat einen Überschuss von sechs Millionen Tonnen Dieselkraftstoff. Und nach den in den Vereinigten Staaten geltenden Gesetzen haben sie keine Möglichkeit, diesen Kraftstoff zu kaufen. Das ist die, wie ich sagen würde, objektive Realität, wie Sie verstehen. Deshalb wird nichts davon geschehen. Es wird keinerlei Cashback in Dollar geben. Das ist eine Vereinbarung über nichts. Ich wiederhole es Ihnen noch einmal: Ihr Wert ist gleich null. Wenn Russland im Herbst einen Überschuss von 300.000 oder 400.000 Tonnen Dieselkraftstoff hat, hätte es ihn auch ohne Trump verkauft. An Amerika wird es ihn ohnehin nicht verkaufen. Worüber reden wir hier eigentlich? Hören Sie sich bitte diese Erklärungen an. Nicht einmal eine einzige Tonne russischen Kraftstoffs kann an die Vereinigten Staaten geliefert werden, weil die Vereinigten Staaten keine rechtliche Möglichkeit haben, ihn zu kaufen, und ihn auch nicht brauchen. Das ist die Antwort auf die Frage.

Frage: Ist das also wirklich das erste Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten, dass ein so geldgieriger Mensch im Oval Office sitzt? Was für eine Schande.

Portnikov: Nun, ein so geldgieriger Mensch sitzt offensichtlich zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten im Oval Office. Aber ich erinnere mich an viele Fälle, in denen amerikanische Präsidenten verhängnisvolle außenpolitische Fehler begangen haben. Deshalb kann ich grundsätzlich nicht sagen, dass das etwas völlig Neues ist. Ich glaube, Winston Churchill sagte, die Amerikaner würden tausend falsche Wege ausprobieren, bevor sie das Richtige tun. Die Administration von Donald Trump unterscheidet sich von ihren Vorgängern dadurch, dass sie tausend falsche Wege ausprobieren und trotzdem nicht das Richtige tun wird, weil Donald Trumps Verständnis dafür, was richtig und was falsch ist, verkümmert ist. Er versteht in der Regel nur seine eigenen Interessen, nur sich selbst. Mehr sieht er nicht, wie Sie sehen. Und die Menschen, die sich in seiner Nähe befinden, denken überhaupt nur an sich selbst und an ihre politische Zukunft.

Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio sind erbitterte Gegner im Kampf um die künftige Präsidentschaft. Und sie wissen, dass sie sich nicht mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, streiten dürfen, denn sie erwarten immer noch, dass er persönlich seinen Nachfolger empfehlen wird, der die Nominierung der Republikanischen Partei gewinnen wird. Sobald sie sehen, dass dieser Mensch in der Republikanischen Partei kein Ansehen mehr genießt, werden sie ihn noch im selben Monat verraten und sich einen Platz an der Sonne suchen, als Menschen, die seinem politischen Kurs oppositionell gegenüberstehen.

Vance wird das wohl kaum schaffen, weil er Vizepräsident ist, obwohl alles möglich ist. Rubio aber wird ihn ganz sicher verraten. Das wird nicht der erste solche politische Verrat in seiner politischen Biografie sein. Ein Mensch, der fähig ist, seine eigenen Werte um seiner Karriere willen zu verraten, wird auch den Menschen verraten, der Werte vertritt, die seinen eigenen entgegengesetzt sind. Nun, das ist die Formel. Das muss man also verstehen. Auch die Turbulenzen dieser Situation muss man verstehen.

Und noch etwas muss man verstehen. Bis zu diesen Zwischenwahlen bleibt glücklicherweise nicht mehr viel Zeit. Buchstäblich ein paar Wochen, ungefähr ein Monat, weniger als ein Monat dieses Wahlkampfes, wenn ich mich nicht irre, denn ich kann mich bei den Daten irren. Man muss doch einmal nachsehen, wann genau die Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten stattfinden. Am 3. November. Nun ja, weniger als ein Monat. Alles richtig.

Also, vom 10. Oktober bis zum 3. November rate ich Ihnen, sich anzuschnallen, die Sicherheitsgurte anzulegen. Es wird noch viel solchen Wahnsinn geben. Er wird nur noch zunehmen. Verstehen Sie, Donald Trump ist jetzt wie ein Fisch, den man aus einem Teich ans Ufer zieht. Und der Fisch will im Teich bleiben. Er wehrt sich, er ist schon fast auf dem Trockenen. Er atmet schwer, schlägt mit seinem schrecklichen Schwanz um sich, fühlt sich schlecht. Würden Sie denn, wenn Sie ein Fisch wären, wollen, dass man Sie aufs Trockene zerrt? Zumal Sie noch vor einigen Monaten für all diese Gauner, die Sie umgeben, ein echter Goldfisch waren und ihnen eine wolkenlose Zukunft versprochen haben, solange sie nur Ihre Wünsche erfüllen.

Deshalb ist das eine solche Krisensituation, deshalb kann jeder neue Tag eine neue Stufe des Wahnsinns bringen. Das muss man klar verstehen, wenn wir über den Verlauf dieser Ereignisse sprechen. Nun, ich denke, dass wir leider noch gezwungen sein werden, auf dieses Thema zurückzukommen und neue sensationelle, katastrophale Ereignisse im Zusammenhang mit dem Wahlkampf in den Vereinigten Staaten zu besprechen. Das garantiere ich Ihnen, ich garantiere Ihnen einfach, dass es noch viele unangenehme Nachrichten geben wird, mehr, als Sie denken. Aber wir werden sie auf jeden Fall besprechen und darüber sprechen, wie wir in dieser schwierigen Situation handeln sollen.

Nach dem 3. November 2026 werden wir uns alle auf die eine oder andere Weise in einer neuen politischen Welt wiederfinden, worauf wir uns ebenfalls vorbereiten müssen. Verstehen Sie, wir fliegen jetzt gewissermaßen, und am 3. November werden wir die Gangway des Flugzeugs der politischen Turbulenzen hinunter auf die sündige Erde steigen müssen. Wir müssen bereit sein für den Ausstieg, für einen Kaffee am Flughafen und für die Fahrt in die Stadt, in der wir bereits eine Vorstellung davon haben werden, was wir nach diesem Flug weiter tun sollen – in die Stadt einer neuen politischen Epoche. 


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Світ шокований Трампом: наслідки | Віталій Портников. 10.10.2026.
Autor: [Autor ]
Veröffentlichung: 10.10.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

Original ansehen

Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
.


Kommentar verfassen