Zelensky weist Trump zurück | Vitaly Portnikov. 23.09.2026.

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky betonte, dass der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump ihn bei ihrem Treffen erneut gebeten habe, die Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation einzustellen, und dies mit der Notwendigkeit begründet habe, den Dieselpreis zu senken.

Zelensky war jedoch nicht bereit, einer solchen Entscheidung einseitig zuzustimmen, und betonte, dass für manche vielleicht die Dieselpreise wichtiger seien, für die Ukrainer aber ihr Leben wichtig sei. Und natürlich ist in dieser Situation die Zerstörung der Ölverarbeitungsinfrastruktur der Russischen Föderation ein wichtiges Mittel, um das Putin-Regime zum Frieden und zur Einstellung der Angriffe auf unser Land zu zwingen.

Zelensky äußerte außerdem die meiner Ansicht nach völlig logische Überzeugung, dass der Dieselpreis, der in letzter Zeit weltweit und insbesondere an amerikanischen Tankstellen steigt, mit der Blockade der Straße von Hormus zusammenhängt und keineswegs mit den ukrainischen Angriffen auf russische Ölraffinerien.

Und hier wäre es natürlich wichtig herauszufinden, warum Trump ständig auf dem Thema des ukrainischen Diesels herumreitet. Weil er die Situation im Zusammenhang mit den Folgen der iranischen Blockade tatsächlich nicht versteht oder weil er einfach versucht, nicht für die Verschlechterung der Preissituation verantwortlich gemacht zu werden?

Aus dieser Sicht ist es, wie ich bereits mehrfach zu erklären versucht habe, für den Präsidenten der Vereinigten Staaten vorteilhafter, wenn Zelensky seinen Vorschlägen nicht zustimmt. Denn wenn man sich vorstellt, dass Kyiv auf weitere Angriffe auf russische Ölraffinerien verzichtet, Russland beginnt, seine Kapazitäten wiederherzustellen und statt Diesel zu kaufen, diesen wieder auf dem Weltmarkt zu verkaufen, die Preise an den Tankstellen sich dadurch aber nicht verändern, dann wird niemandem mehr bewiesen werden müssen, dass die Ursache keineswegs in den ukrainischen Angriffen liegt, sondern gerade in der iranischen Blockade der Straße von Hormus und in Trumps Unfähigkeit, die Beendigung dieser Blockade zu erreichen.

Der amerikanische Präsident scheint derzeit aufrichtig darauf zu hoffen, dass Teheran nach den Zwischenwahlen zum Kongress der Vereinigten Staaten bereit sein wird, bestimmten Bedingungen eines Friedensabkommens zuzustimmen. Doch das könnte sich als eine weitere gefährliche Illusion erweisen, denn totalitäre Regime denken im Gegensatz zu Demokratien nicht in Kategorien von Wahlen, sondern in Kategorien des permanenten Kampfes gegen ihre Feinde. Und dass Donald Trump für den Iran ein Feind ist, muss man meines Erachtens nicht einmal erklären.

Wichtig ist auch die Tatsache, dass Trump erneut keine reale Möglichkeit finden konnte, der Ukraine bei Angriffen auf die russischen ballistischen Systeme und die Abschussorte ballistischer Raketen zu helfen. Obwohl es aus theoretischer Sicht das Interesse der ukrainischen Führung an Angriffen auf den Ölverarbeitungskomplex der Russischen Föderation verringern könnte, wenn die Ukraine Starlink für solche Angriffe einsetzen würde.

Der Präsident der Vereinigten Staaten sagte dem Präsidenten der Ukraine jedoch, dass er sich mit dieser Frage an Elon Musk wenden müsse. Und Elon Musk – und hier handelt er völlig logisch – erinnert ständig daran, dass man sich wegen einer Entscheidung in dieser Frage an Donald Trump wenden müsse.

Und so befinden wir uns bei der Möglichkeit, Starlink für Angriffe auf die ballistischen Systeme der Russischen Föderation einzusetzen, in einer Art Teufelskreis. Trump erklärt, dass Musk darüber entscheiden müsse, und Musk erklärt, dass Trump darüber entscheiden müsse. In Wirklichkeit hat der Präsident der Vereinigten Staaten schlicht kein Interesse daran, den Einsatz von Starlink für Angriffe auf das souveräne Territorium der Russischen Föderation zu erlauben und damit erneut die Spielregeln zu verändern.

Vielleicht hofft Trump noch immer darauf, dass der russische Präsident Putin ihm entgegenkommen und zumindest die Frage einer Waffenruhe im russisch-ukrainischen Krieg lösen wird. Vielleicht hält es der amerikanische Präsident aber auch weiterhin für wichtig, die Beziehungen zum russischen Staatschef nicht endgültig zu beschädigen, während Putin und seine Vertreter Trump und den Vertretern des amerikanischen Präsidenten ständig erzählen, welch gewaltige gemeinsame Wirtschaftsprojekte zwischen der Russischen Föderation und den Vereinigten Staaten möglich wären, sollte der Krieg mit der Ukraine beendet werden.

Nur unterscheiden sich ihre Vorstellungen davon, wie und unter welchen Bedingungen dieser Krieg enden soll. Die Vorstellungen Trumps, Putins und offensichtlich auch Zelenskys sind unterschiedlich. Und das Wichtigste, was Putin vielleicht von Zelensky und Trump unterscheidet, ist, dass er überhaupt nicht in Kategorien eines Kriegsendes denkt und davon überzeugt ist, dass die Zeit, die Donald Trump früher oder später von der politischen Bühne der Vereinigten Staaten verschwinden lassen wird, ein Verbündeter des Kremls und nicht des Weißen Hauses bleibt.

In dieser Situation müsste der amerikanische Präsident natürlich nicht darüber nachdenken, wie die Angriffe auf die russische Ölverarbeitungsinfrastruktur beendet werden können, sondern darüber, wie der Druck auf die Russische Föderation aussehen müsste, um sie dazu zu bringen, jenen ursprünglichen Bedingungen zuzustimmen, die Trump Putin bereits 2025 gestellt hatte, als er dem russischen Präsidenten vorschlug, das Feuer an der russisch-ukrainischen Front einzustellen und realistische Friedensverhandlungen aufzunehmen. 

Angriffe auf die Ölverarbeitungsinfrastruktur der Russischen Föderation und die Zerstörung der energetischen Möglichkeiten Russlands sind genau der Weg, der den Kreml früher oder später dazu zwingen wird, den Krieg und seine Beendigung realistischer zu betrachten. Und wir sehen, dass gerade die ukrainischen Angriffe auf die russische Ölverarbeitungsinfrastruktur so offensichtliche Energiesponsoren der Russischen Föderation wie den Staatspräsidenten der Volksrepublik China Xi Jinping und den indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi dazu bringen, über eine politische Lösung des Problems nachzudenken.

Doch anstatt der Ukraine zu raten, die russische Ölindustrie effektiver anzugreifen, sagt Trump dem Präsidenten der Ukraine erneut, dass diese Angriffe eingestellt werden sollten, und kann dabei, wie wir sehen, nicht einmal so auf den ukrainischen Präsidenten einwirken, dass dieser auf die Vorschläge seines amerikanischen Amtskollegen hört.

Und hier befindet sich Trump tatsächlich in einer erstaunlichen Lage. Zum heutigen Zeitpunkt verfügt der amerikanische Präsident weder über reale Instrumente, um auf Moskau Einfluss zu nehmen, noch über reale Instrumente, um auf Kyiv Einfluss zu nehmen. Und wie wir sehen, hat Trump auch keinen wirklichen Willen, auf Moskau Einfluss zu nehmen. Es sei denn, er beginnt früher oder später, die Sanktionen aus dem Graham-Gesetz anzuwenden, doch das ist heute eher eine politische Annahme als eine tatsächliche Wendung der Ereignisse.

Und wenn ein Vermittler, der zudem eine Großmacht ist, keine Instrumente besitzt, um auf die im Krieg befindlichen Länder Einfluss zu nehmen, welche Vermittlerrolle kann er dann überhaupt spielen?


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Зеленський відмовив Трампу | Віталій
Портников. 23.09.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 23.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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