Ich bin deine Frau, deine Kosakenbraut / Я козачка твоя, я дружина твоя.

Ein Sternstrahl verglüht, und der Mond fällt hinab,
Wie ein Apfel so rot an der Seite.
Ich bin deine Frau, deine Kosakenbraut|
Mein blauäug’ger Held – dir zur Seite.|(2)

Auf dem Felde die Feuer, die Wacht hält die Nacht,
Und der Frieden verweht in der Weite.
Ich bin deine Frau, deine Kosakenbraut|
Mein blauäug’ger Held – dir zur Seite.|(2)

Reich die Hand mir zum Ritt, lass das Pfeilspiel vergeh’n,
Flieg mit mir durch die Steppe im Weiten.
Ich bin deine Frau, deine Kosakenbraut|
Mein blauäug’ger Held – dir zur Seite.|(2)

Warte du auf mich dort, und verlier nie den Mut,
Auf dem Weg durch die stürmischen Zeiten.
Ich bin deine Frau, deine Kosakenbraut|
Mein blauäug’ger Held – dir zur Seite.|(2)

Ein Sternstrahl verglüht, und der Mond fällt hinab,
Wie ein Apfel so rot an der Seite.
Ich bin deine Frau, deine Kosakenbraut|
Mein blauäug’ger Held – dir zur Seite.|(2)


Струменіє зоря і за обрій упав
Місяць яблуком червонобокий.
Я козачка твоя, я дружина твоя, |
Пане полковнику мій синьоокий. | (2)

В полі ватри горять, вартовії не сплять
Ген розвіявся спокій на попіл.
Я козачка твоя, я дружина твоя, |
Пане полковнику мій синьоокий. | (2)

Руку дам на коня, хай стріла обмина,
Полетімо удвох в степ широкий.
Я козачка твоя, я дружина твоя, |
Пане полковнику мій синьоокий. | (2)

Ти на мене чекай і надій не втрачай
На шляхах світової толоки.
Я козачка твоя, я дружина твоя, |
Пане полковнику мій синьоокий. | (2)

Пломеніє зоря і за обрій упав
Місяць яблуком червонобокий.
Я козачка твоя, я дружина твоя, |
Пане полковнику мій синьоокий. | (2)

Die hybride Imperium | Vitaly Portnikov. 04.08.2025.

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Wenn ein Krieg an der Front tobt – mit Schützengräben, Panzern, Drohnen und Raketen – dann ist er sichtbar. Aber viel gefährlicher ist der Krieg, der dort geführt wird, wo ihn niemand bemerkt. In Verhandlungen, Memoranden, in der Betonung ethnischer Fragen und kultureller Ansprüche. Und genau diesen Krieg führt Russland seit Jahrzehnten. Der 24. Februar 2022 war lediglich ein Moment, in dem dieser Krieg seine Form änderte.

Der russische Außenminister Sergei Lawrow erklärte kürzlich in einem Interview mit ungarischen Journalisten, dass Russland und Ungarn ein „gemeinsames Problem“ hätten: die angebliche Verfolgung nationaler Minderheiten in der Ukraine. Lawrow äußerte sich im Tonfall der schlimmsten kolonialen Imperien – so, als gäbe es keine ukrainische Staatlichkeit, sondern lediglich ein Gebiet, auf dem man „Russen, Ungarn, Rumänen, Polen“ – also wen auch immer – „schützen“ müsse, um damit eine Besatzung zu rechtfertigen.

Nach derselben Logik hatte der Kreml bereits die Annexion der Krim gerechtfertigt und den Krieg im Donbas entfacht. Noch vor Kurzem erklärte Walentina Matwijenko, die Vorsitzende des russischen Föderationsrats, auf einem Forum der Interparlamentarischen Union in Genf, die Aggression Russlands gegen die Ukraine sei erfolgt, um „das Töten im Donbas zu stoppen“. 2014, zur Zeit der Krim-Annexion, als es im Donbas noch keinen Krieg gab, erklärten russische Funktionäre, man müsse die Krim-Bewohner:innen vor einem mythischen „Zug der Nationalisten“ schützen. Ein Vorwand für den Krieg findet sich immer.

Und genau diese Logik ist das Rückgrat von Russlands hybrider Strategie – einer Strategie zur Zerstörung der europäischen Einheit, zur Diskreditierung der EU, zur Vernichtung der Idee europäischer Integration. Nicht durch Waffengewalt, sondern durch Unterstützung von Randgruppen, Bündnisse mit „nützlichen Idioten“ und das Schüren historischer Wunden.

Angefangen hat alles auf dem Balkan: Kriege, ethnische Konflikte auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien, die Unterstützung des Diktators Slobodan Milošević mit seiner Parole „Alle Serben sollen in einem Staat leben“, Auszeichnungen für Radovan Karadžić und Ratko Mladić, die Führer der bosnischen Serben… Letztlich bereitete Srebrenica den Weg für Butscha. Doch selbst nach Ende der Kriege in der Region gab Moskau keine Ruhe.

Ein besonders markantes Beispiel ist Nordmazedonien. Russland unterstützte mit allen Mitteln den damaligen Premierminister Nikola Gruevski – einen kleinen Autokraten mit korrupter Vergangenheit –, der das Land ins Chaos stürzen wollte, um den NATO-Beitritt zu blockieren. Als das scheiterte, floh er – wohin? Nach Ungarn. Dort nahm ihn Viktor Orbán auf, nach Milošević der nächste Liebling des Kremls, ebenfalls ein Nationalist. Heute blockiert Orbán Hilfe für die Ukraine, kritisiert die NATO, feilscht um Rabatte für russisches Gas und fordert „Rechte“ für die ungarische Minderheit in der Ukraine – in Formulierungen, die Putins Rhetorik auffallend ähneln.

Der Kreml agiert klar und konsequent: Er nutzt jeden bilateralen Konflikt, um Misstrauen gegenüber dem europäischen Projekt zu säen. Er unterstützt Nationalisten, wenn sie sich gegen Brüssel wenden. Er spricht von „Minderheiten“, wenn es hilft, Nachbarn gegeneinander aufzuhetzen. Und er findet in jedem Land „nützliche Idioten“, die sich als loyale Verbündete gerieren, aber nicht bemerken (oder nicht bemerken wollen), dass sie bloße Werkzeuge eines größeren Spiels sind.

Dabei muss man verstehen: Diese hybriden Angriffe sind nicht weniger gefährlich als Raketen. Sie unterminieren die Grundlagen der demokratischen Welt von innen heraus. Sie zeichnen ein Bild der EU als ineffektives Gebilde, das seine Verbündeten nicht schützen kann. Sie schaffen die Illusion, Moskau sei gar nicht so gefährlich, und Zusammenarbeit mit Russland lohne sich mehr als Konfrontation.

In diesem Zusammenhang ist die Haltung des ungarischen Oppositionspolitikers Péter Magyar bezeichnend – Vorsitzender der Partei „Tisza“, die bei den kommenden Wahlen gute Chancen auf einen Sieg hat. Schon jetzt spricht er sich gegen den beschleunigten EU-Beitritt der Ukraine und gegen den neuen EU-Haushalt aus. Das ist zwar nicht mehr Orbán, doch die Logik bleibt dieselbe – Magyar will keine Wählerstimmen von Orbán-Anhängern verlieren. Das zeigt: Selbst bei einem Machtwechsel könnte Ungarn ein Problem für Europa bleiben, wenn auch nicht mehr in dem Ausmaß wie heute.

Können wir dem etwas entgegensetzen? Ja. Aber nur, wenn wir die Bedrohung nicht unterschätzen. Wenn wir erkennen: Putin kämpft nicht nur an der ukrainischen Front. Sein Ziel ist die Zersetzung Europas, die Diskreditierung des europäischen Projekts, die Schwächung des kollektiven Westens.

Resilienz gegen diesen hybriden Krieg beginnt mit Aufklärung. Mit der Fähigkeit, Manipulationen zu erkennen. Mit einer klaren europäischen Haltung in Fragen des Minderheitenschutzes – ohne Doppelstandards. Und vor allem mit dem Verständnis: Die Einheit Europas wird heute nicht nur in den Schützengräben des Donbas verteidigt. Sie wird in jeder Stadt, in jedem Parlament, in jedem Interview verteidigt.

Die Geschichte hat gezeigt: Die Beschwichtigung von Aggressoren funktioniert nicht. Heute müssen wir erkennen: Auch die Beschwichtigung der „nützlichen Idioten“ des Aggressors führt zu Chaos und Niederlage.

Trumps letzter Trumpf | Vitaly Portnikov. 05.08.2025.

US-Präsident Donald Trump kündigt an, bereits in den kommenden Stunden neue Zölle gegen Indien zu verhängen, um das Land zum Verzicht auf den Kauf russischen Öls zu zwingen.

Am Vorabend des 8. August, an dem Trump die von ihm angekündigten Maßnahmen zur Ausübung von Druck auf Russland und dessen Energiepartner umsetzen will, versucht er, ein konkretes Ergebnis zu erzielen – eines, das den russischen Präsidenten Wladimir Putin dazu bringen soll, vom Krieg an der russisch-ukrainischen Front abzurücken.

Trump ist überzeugt: Wenn der Ölpreis um 10 Dollar pro Barrel fällt, wird Putin den Krieg aufgeben, einfach weil ihm die finanziellen Mittel für die Fortführung der Kampfhandlungen fehlen würden. Und natürlich könnte auch ein Verzicht der Volksrepublik China und Indiens auf den Kauf russischen Öls den Kremlchef ins Grübeln bringen, wie effektiv seine Fortsetzung des Kriegs gegen die Ukraine noch wäre.

Doch aktuell ist völlig unklar, wie Neu-Delhi auf den Druck Donald Trumps reagieren wird. Die Reaktion aus Peking war bereits absehbar: Die chinesische Führung zeigt sich offensichtlich wenig beeindruckt von neuen US-Zöllen. China hat bereits einen Zollstreit mit Trump durchgestanden. Wie bekannt ist, musste der US-Präsident damals Konzessionen gegenüber dem chinesischen Staatschef Xi Jinping machen und die ursprünglich eingeführten Zölle auf chinesische Produkte senken – nachdem China seinerseits Exportbarrieren für strategisch wichtige Güter (wie Seltene Erden) errichtete, die für die amerikanische Wirtschaft unerlässlich sind, und parallel Zölle auf US-Produkte erhob, die in China verkauft werden.

Diese Maßnahmen erwiesen sich als ausreichend wirksam, um die Verhandlungen zwischen den USA und China mit einer gegenseitigen Zollsenkung enden zu lassen. Es gibt keine Garantie, dass sich das Szenario diesmal nicht wiederholt.

Gerade deshalb ist Indien für Trump nun das naheliegendere Ziel. Indien, über Jahre strategischer Partner der Vereinigten Staaten, hatte auf besondere Beziehungen zu Washington im geopolitischen Konflikt mit Peking gesetzt – und scheint somit die geeignetere Zielscheibe zu sein, um dessen Regierung vom Kauf russischen Öls abzubringen.

Doch bisher fällt die Reaktion Neu-Delhis alles andere als zufriedenstellend für Washington aus. Premierminister Narendra Modi scheint nicht gewillt, die Verbindungen zur russischen Führung abzubrechen – aus Sorge, dass Moskau in eine noch tiefere Abhängigkeit von Peking gerät. Und das Verhältnis zwischen Russland und China war für Indien immer ein besorgniserregender Faktor, da die geopolitische Konkurrenz mit China eine der größten Herausforderungen für Neu-Delhi darstellt.

In Indien könnte man der Ansicht sein, dass eine völlige Abhängigkeit Russlands von China die Position der Volksrepublik in der Region zusätzlich stärken würde. Auch wenn – so meine Einschätzung – selbst fortgesetzte indische Ölkäufe Russland nicht mehr vor der Abhängigkeit von China retten können, spricht Modi womöglich dennoch aus dieser Perspektive.

Es geht hier nicht um Realität, sondern um politische Überlegungen. Narendra Modi könnte darauf bedacht sein, Trump zu widersprechen, denn er ist – man könnte sagen – ein Politiker „trumpistischen Typs“. Für ihn ist die Verteidigung der nationalen Souveränität ein wichtiges innenpolitisches Instrument. Sollte er Trumps Druck nachgeben, hätte das womöglich nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische Folgen – bis hin zum Machtverlust. Und Machtverlust ist für Politiker wie Modi keine Option.

Deshalb hört man derzeit aus Indien harte Worte und deutliche Vorwürfe – sowohl gegen die USA als auch gegen die Europäische Union. Letztere hat begonnen, Sanktionen gegen indische Raffinerien zu verhängen, die russisches Rohöl nutzen, um daraus Kraftstoffe für den europäischen Markt zu gewinnen – eine Praxis, die aufgrund der enormen Gewinnspanne zwischen billigem russischem Rohöl und teuren Endprodukten besonders lukrativ ist.

Indien könnte bereits heute beginnen, über neue energetische Zielsetzungen nachzudenken. Doch um tatsächlich vom Kauf russischen Öls abzurücken, braucht es eine klare politische Entscheidung. Offensichtlich ist auch: Im Falle eines Bruchs mit den USA müsste Indien ernsthaft über eine Neuausrichtung seiner Energiepolitik hin zu den Ländern des Globalen Südens nachdenken.

Neu-Delhi denkt laut darüber nach, den Ölkauf aus Iran und Venezuela wieder aufzunehmen und neue Abkommen mit den Staaten der ASEAN-Region zu schließen – um Trump klarzumachen: Ein Bruch mit Indien wird nicht Russland schwächen, sondern Staaten stärken, auf die Washington selbst Druck auszuüben versucht.

Noch sind die US-chinesischen Gespräche über Chinas Ölkäufe aus dem Iran nicht abgeschlossen, da denkt nun auch Indien darüber nach, iranisches Öl zu importieren – das, wie bekannt, dem Ayatollah-Regime das Überleben sichert und dessen nukleares Programm zur Vernichtung Israels weiter finanziert. Das heißt: Neben China könnte sich nun auch Indien an diesem System beteiligen – und dann wäre da noch das venezolanische Öl.

Trump steht dem Regime von Nicolás Maduro ausgesprochen feindlich gegenüber – nun aber würde Indien genau diesem Regime zum wirtschaftlichen Überleben verhelfen. Das heißt: Trumps Druck auf Indien könnte für ihn nach hinten losgehen. Statt Moskaus Position zu schwächen, könnte er Teheran, Caracas und letztlich Peking stärken.

Doch Trump bleibt kaum eine Wahl. Sollte sich herausstellen, dass sein Ultimatum keine Wirkung zeigt und Putin es schlicht ignoriert – wie es derzeit aussieht – dann wäre das der Anfang vom Ende des geopolitischen Einflusses der USA und ein Zeichen für die Stärkung von Russland und China – in Europa und in der Welt.

Das Risiko für Trump ist beträchtlich. Xi Jinping und Wladimir Putin beobachten genau, wie sich die Lage entwickelt – in der Hoffnung, daraus neue politische Vorteile zu ziehen, während der russisch-ukrainische Krieg weitergeht.

Deshalb wäre es für Donald Trump besser, wenn es ihm gelingt, Narendra Modi vom Kauf russischen Öls abzubringen.

Putin wird der Zusammenbruch der Front versprochen | Vitaly Portnikov. 05.08.2025.

Die Nachrichtenagentur Reuters betont, dass der russische Präsident Wladimir Putin kaum bereit sein wird, die Bedingungen seines amerikanischen Amtskollegen Donald Trump zu akzeptieren – selbst nachdem Trump das Ultimatum für Russland und ihre Energiepartner auf zehn Tage verkürzt hat. Und somit läuft diese Frist bereits in den nächsten Tagen ab.

Quellen der Agentur aus der russischen Führungsebene heben hervor, dass der russische Präsident keine offene Konfrontation mit seinem amerikanischen Kollegen anstrebt. Gleichzeitig seien jedoch die militärischen Ziele in der Ukraine für Putin wesentlich wichtiger und vorrangiger als jegliche Beziehungen zu Donald Trump oder einem anderen internationalen Führer.

Der Generalstab der Streitkräfte der Russischen Föderation hat Putin angeblich gemeldet, dass die ukrainische Front innerhalb weniger Monate zusammenbrechen werde. Damit würde die russische Armee die Möglichkeit erhalten, die gesamte Gebietsfläche der Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja zu erobern – Gebiete, die nach der vorübergehenden Besetzung durch Russland offiziell annektiert und in die Verfassung der Russischen Föderation als neue Subjekte dieses aggressiven Staates aufgenommen wurden.

Reuters-Quellen glauben, dass Putin erst dann zu Verhandlungen über einen Waffenstillstand an der russisch-ukrainischen Front bereit wäre, wenn Russland die vollständige Kontrolle über diese vier Regionen erlangt hat. Ich allerdings bin überzeugt, dass diese Quellen aus der russischen Führung gezielt westliche Journalisten desinformieren. 

Ich glaube grundsätzlich nicht an irgendwelche Informationsquellen für westliche Journalisten, die in Moskau arbeiten, ohne dass ihre Informationen zuvor mit der Propagandakampagne des Kremls und des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB abgestimmt wurden – jener Institution, die bekanntermaßen mit westlichen Journalisten in der russischen Hauptstadt zusammenarbeitet.

Meiner Meinung nach ist für Putin die vollständige Kontrolle über die Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja nicht deshalb nicht entscheidend, weil sie unbedeutend wären, sondern weil sie nur ein Teil seines größeren Plans sind: der vollständigen Besetzung des Ostens und Südens der Ukraine und der Eingliederung dieser Gebiete in die Russische Föderation – sowie der Umwandlung des verbleibenden ukrainischen Staatsgebiets in einen Marionettenstaat mit einer Regierung aus vom Kreml handverlesenen Vertretern, wie etwa Putins Marionette Wiktor Medwedtschuk.

Aus dieser Perspektive ist der Umstand, dass die russische Armee bislang keine vollständige Kontrolle über die genannten Regionen erlangt hat, keineswegs der Grund dafür, warum Putin nicht zum Waffenstillstand bereit ist – sondern eher der Vorwand, um den langjährigen Abnutzungskrieg gegen die Ukraine fortzusetzen, den er wenige Monate nach dem Scheitern seines Blitzkriegs beschlossen hat.

Selbst wenn man sich hypothetisch vorstellt, dass Russland die Kontrolle über die Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja erlangt und danach Friedensverhandlungen beginnt, könnte dies sowohl für den US-Präsidenten als auch für die ukrainische Führung ein böses Erwachen bedeuten. Höchstwahrscheinlich würde Putin Friedensbedingungen stellen, die für den Westen und für Kyiv absolut unannehmbar sind – und so eine neue Legitimation für die Fortsetzung des Kriegs schaffen.

Darüber hinaus: Wenn der sogenannte Zusammenbruch der Front nicht nur eine Fantasie des russischen Generalstabs und Putins ist, warum sollte Moskau dann an den Grenzen der vier genannten Regionen haltmachen? Warum nicht auch Charkiw, Dnipro oder Mykolajiw besetzen, dort ebenfalls fingierte Referenden abhalten und diese Regionen in die Russische Föderation eingliedern – und anschließend von der ukrainischen Armee den Rückzug auch aus diesen Gebieten verlangen?

Das ist die klassische Salami-Taktik, der Putin in der nächsten Phase des russisch-ukrainischen Kriegs folgen dürfte. Das Endziel dieses Krieges ist die vollständige Kontrolle über das gesamte Gebiet des von Putin verhassten ukrainischen Staates – entweder durch dessen Umwandlung in ein Marionettenregime oder gar durch vollständige Liquidierung des Staates und Eingliederung seines gesamten Territoriums in die Russische Föderation.

Ich bin der Ansicht, dass Putin bislang kein endgültiges Urteil über das Schicksal der ukrainischen Gebiete gefällt hat – schlicht, weil noch unklar ist, welchen Teil des Landes die russische Armee in den kommenden Jahren überhaupt besetzen kann.

Und hier stellt sich eine wichtige Frage: Was passiert, wenn die ukrainische Front in den kommenden Monaten nicht zusammenbricht und es der russischen Armee nicht gelingt, die vollständige Kontrolle über die vier genannten Regionen zu erlangen? Wird Putin dann zu einem Waffenstillstand bereit sein – oder setzt er den Krieg fort?

Die Antwort ist eindeutig: Putin wird den Krieg gegen die Ukraine unter allen Umständen fortsetzen. Er wird weitermachen, ob er nun die Kontrolle über Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja erlangt oder nicht. Es gibt kein anderes Szenario – nicht seit 2014 und spätestens seit Februar 2022, als Putin endgültig entschied, dass nicht das ukrainische Volk, sondern er selbst bestimmen sollte, wer in der Ukraine an der Macht ist.

Und dabei ist Putin bereit, jeden Preis zu zahlen, um seinen politischen Traum zu verwirklichen – einen Traum, der mit den Zielen des russischen Sicherheitsapparats, insbesondere des FSB, übereinstimmt, der realen Machtstruktur Russlands.

Die Millionen Toten auf russischer Seite interessieren weder Putin noch seine Verbündeten. Sie sind überzeugt, dass sich das russische Volk in den neu besetzten Gebieten „reproduzieren“ und sowohl den politischen als auch den demografischen Krieg gegen das ukrainische Volk und den frechen Westen gewinnen wird – der die Größe dieses Pseudoimperiums nicht begreifen kann.

Das ist die ganze Logik der Ereignisse, die uns in den 2020er, vielleicht sogar in den 2030er Jahren des 21. Jahrhunderts bevorstehen. Und kein Trump-Ultimatum wird die Lage ändern können.

Aber was könnte sie ändern? Eine mögliche Antwort: Der Mangel an realen finanziellen Ressourcen in der Russischen Föderation zur Fortführung dieses langjährigen Kriegs. Wir haben nun über Putins ambitionierte Pläne gesprochen – aber um sie umzusetzen, braucht es nicht nur Millionen Russen, die Putin bereit ist zu opfern, sondern auch Milliarden Rubel, um den militärisch-industriellen Komplex am Laufen zu halten und die gewaltige Söldnerarmee zu finanzieren, die er nach 2022 aufgebaut hat.

Wenn es dem Westen gelingt, Putin diese finanziellen Ressourcen zu entziehen, der Ölpreis sinkt und China wie Indien aufhören, russische Energieträger zu kaufen, dann besteht zumindest eine Chance, dass es in den kommenden Jahren zu einem Kriegsende kommen könnte – vorausgesetzt, Putin verfügt nicht mehr über die nötigen finanziellen oder demografischen Kapazitäten zur Fortsetzung des Kriegs.

Der Krieg wird sich selbstverständlich weiter ausdehnen und könnte in einen direkten Konflikt zwischen Russland und den Vereinigten Staaten oder Russland und dem Westen übergehen – ein direkter Zusammenstoß, der sogar in einen Atomkrieg münden könnte, mit dem Einsatz strategischer Nuklearwaffen durch jene Lager, die gegeneinander antreten, um ihr jeweiliges Verständnis darüber durchzusetzen, nach welchen Prinzipien und Werten die Menschheit im gefährlichen und stürmischen 21. Jahrhundert fortbestehen soll. Vielleicht dem letzten Jahrhundert eines solchen großen Krieges.

Modi gegen Trump und die Ukraine | Vitaly Portnikov. 04.08.2025.

Im Vorfeld möglicher Sanktionen gegen Russland und dessen Energiepartner erhöht US-Präsident Donald Trump den Druck auf Indien.

Hinter dieser Eskalation steckt eine klare Logik. Es ist offensichtlich, dass die Führung der Volksrepublik China keiner von den Vereinigten Staaten verhängten Zollmaßnahme zustimmen wird, sondern stattdessen eigene Zölle auf amerikanische Waren erheben könnte, die auf den chinesischen Markt gelangen – so wie es bereits während des ersten jüngeren Zollkriegs zwischen Washington und Peking geschah.

Indien hingegen könnte ein Land sein, das gegenüber den amerikanischen Forderungen empfindlicher reagiert. Schon allein deshalb, weil Indien ein strategischer Partner der Vereinigten Staaten ist. Es fürchtet den wachsenden Einfluss Chinas in der Region. Und sein Premierminister Narendra Modi galt bis vor Kurzem noch als persönlicher Freund von Donald Trump.

Doch es scheint, als sei diese alte Freundschaft nun zu Ende. Donald Trump hat Indien beschuldigt, weiterhin russisches Öl zu kaufen und aus dessen Raffinierung gewonnene Produkte gewinnbringend zu verkaufen. Und dass Indien sich dabei überhaupt nicht für die Menschen interessiert, die infolge des Kriegs in der Ukraine sterben.

Diese Vorwürfe des amerikanischen Präsidenten spiegeln die Realität wider. Sowohl China als auch Indien haben die vergangenen Jahre des russisch-ukrainischen Krieges genutzt, um riesige Mengen an Öl aus der Russischen Föderation mit erheblichen Rabatten zu kaufen. Indien hat diesen Einkauf zu einem lukrativen Geschäft gemacht, indem es russisches Öl in indischen Rupien bezahlt, es raffiniert und die Endprodukte dann in Dollar oder Euro auf dem westlichen Markt verkauft.

Dass Indien einer der größten Verbündeten Russlands im Hinblick auf die Energieeinnahmen des Kremls ist und mit seinen Käufen faktisch Putins Fähigkeit zur Fortsetzung des Kriegs gegen die Ukraine unterstützt, wurde bereits viel zu lange diskutiert. Doch im Gegensatz zu seinem Vorgänger Joseph Biden hat Donald Trump nun entschieden, die besonderen Beziehungen zu Indien aufs Spiel zu setzen – um Putins Kriegsmaschinerie zu schwächen.

Die indische Regierung hat bereits auf Trumps neue Drohungen reagiert und betont, dass sie ihre wirtschaftliche Souveränität verteidigen werde und die Vorwürfe des amerikanischen Präsidenten nicht akzeptiere. In Neu-Delhi wird darauf hingewiesen, dass sowohl die Vereinigten Staaten als auch die Länder der Europäischen Union, die Indien des Handels mit Russland beschuldigen, selbst weiterhin profitable Wirtschaftsbeziehungen mit der Russischen Föderation unterhalten.

Auch das ist ein Spiegelbild der Realität der letzten Jahre. Wenn es um russische Produkte geht, die für die amerikanische oder europäische Wirtschaft benötigt werden, wird weiter in Milliardenhöhe mit Russland gehandelt – ganz ungeachtet der Tatsache, dass dieselben Länder einerseits die Ukraine im Kampf gegen die russische Aggression unterstützen, andererseits aber eben diese Aggression mitfinanzieren.

Nur könnten die neuen Sanktionen Donald Trumps gegen Russland und dessen Energiepartner das Handelsvolumen zwischen den USA und Russland drastisch reduzieren. Wobei man fairerweise sagen muss: Das könnte letztlich ein größeres Problem für die amerikanische als für die russische Wirtschaft werden – angesichts der verbliebenen Handelsvolumina zwischen Moskau und Washington und der Bedeutung der russischen Produkte für amerikanische Unternehmen. Doch wie man sieht, ist Donald Trump bereit, auch dieses Risiko einzugehen, um Putin zum Nachdenken über einen Waffenstillstand an der russisch-ukrainischen Front zu bewegen.

Trotz der relativ scharfen Erklärungen aus Neu-Delhi gegenüber dem US-Präsidenten und den EU-Spitzen bedeutet das noch nicht, dass Indien auch nach dem Inkrafttreten von Trumps Sanktionen weiterhin russisches Öl kaufen wird. Es ist absehbar, dass die indische Regierung nach Auswegen suchen wird, um die negativen Folgen zu minimieren – zum Beispiel, dass indische Waren, die in die USA exportiert werden, einem 100-prozentigen Zoll unterliegen könnten. Und wenn man die bereits bestehenden 25 % auf indische Produkte mit einrechnet, wären das sogar 125 %. Indien hat schlicht nicht die gleichen Möglichkeiten wie die Volksrepublik China, um auf solche US-Zölle zu reagieren.

Auf der anderen Seite besteht das ernste Risiko, dass Neu-Delhi befürchtet, ein Abbruch der Beziehungen zur Russischen Föderation könne Moskau in eine vollständige Abhängigkeit von China treiben. Ein solches Bündnis zwischen Russland und China stellt für Indien ein erhebliches geopolitisches Risiko dar – eines, das Neu-Delhi möglicherweise ebenfalls nicht hinzunehmen bereit ist.

Premierminister Narendra Modi wird also vor einer schwierigen politischen und wirtschaftlichen Aufgabe stehen. Einerseits kann er sich keinen Bruch mit den Vereinigten Staaten leisten – ein solcher könnte sich negativ auf die wirtschaftliche Lage Indiens auswirken und zu innenpolitischer Instabilität führen. Andererseits kann Indien nicht riskieren, dass Russland und China sich eng zusammenschließen, während Indien durch den Verzicht auf russisches Öl zum Feind Russlands wird – einem Russland, das weiterhin darauf konzentriert ist, seinen Vernichtungskrieg gegen die Ukraine fortzusetzen.

Wie Narendra Modi dieses Dilemma lösen wird, ist schwer zu sagen. Aus dem indischen Kabinett hört man widersprüchliche Stimmen. Einige Minister erklären, Indien sei bereit, russisches Öl zu ersetzen – wirtschaftlich wäre das für Neu-Delhi kein großes Problem, denn vor dem großflächigen Krieg Russlands gegen die Ukraine hatte Indien ohnehin kein russisches Öl gekauft. Andere hingegen betonen, Indien werde sich dem Erpressungsversuch Donald Trumps nicht beugen und seine wirtschaftlichen Interessen sowie seinen wirtschaftlichen Handlungsspielraum verteidigen.

All diese widersprüchlichen Aussagen zeigen, dass in der indischen Hauptstadt noch keine endgültige Entscheidung darüber getroffen wurde, wie man sich in dieser kritischen Lage verhalten soll. Diese Entscheidung wird letztlich beim Premierminister selbst liegen.

Doch es ist offensichtlich, dass das, was Donald Trump über Indiens Hilfe für Russland zur Fortsetzung des Kriegs gegen die Ukraine sagt, eine harte politische und wirtschaftliche Realität darstellt – mit der Neu-Delhi sich wird auseinandersetzen müssen.

Trumps verkürztes Ultimatum. Vitaly Portnikov. 03.08.2025.

https://vilni-media.com/2025/08/03/skorochenyj-ultymatum-trampa/

Ich schreibe diesen Text vor dem Hintergrund einer weiteren heftigen Explosion in Kyiv. Fast direkt unter meinem Fenster ist eine ballistische Rakete explodiert, die von Russland auf die ukrainische Hauptstadt abgefeuert wurde – in der Nacht vor der Ankunft von Donald Trumps Sondergesandtem Steve Witkoff in Moskau. Zuvor hatte es einen massiven kombinierten Angriff mit Raketen und Drohnen auf Kiew gegeben – möglicherweise den größten der letzten Wochen. Und dieser Angriff erfolgte fast unmittelbar nachdem Präsident Trump angekündigt hatte, sein Ultimatum an den russischen Präsidenten Putin von fünfzig auf zehn Tage zu verkürzen – ein Zeitraum, der für die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges festgelegt wurde. Nach dessen Ablauf sollen die Vereinigten Staaten neue Sanktionen gegen Russland und dessen Energiepartner verhängen.

Die Art und Weise, wie Putin auf diese Verkürzung reagiert, zeigt seine vollständige Missachtung des Wunsches des amerikanischen Präsidenten, den Krieg zu beenden. Mit jedem Beschuss, mit jeder neuen Explosion in Kyiv und anderen ukrainischen Städten unterstreicht der russische Führer seine Bereitschaft, diesen Abnutzungskrieg so lange fortzuführen, wie es ihm beliebt. Und er zeigt damit: Kein Ultimatum seines amerikanischen Kollegen kann die von ihm getroffenen Entscheidungen beeinflussen.

Natürlich wurde das bereits unmittelbar nach Donald Trumps Rückkehr ins Oval Office deutlich. Die Gespräche mit Putin waren für den Kreml von Anfang an nur eine Simulation eines diplomatischen Prozesses, ein Mittel zur Zeitverzögerung – Zeit, die benötigt wurde, um sich auf neue Offensiven und Angriffe auf ukrainisches Territorium vorzubereiten. Darauf wurde schon damals hingewiesen. Nach dem sechsten Telefonat wurde das auch Trump selbst klar.

Offensichtlich hoffte der amerikanische Präsident, als er sein 50-Tage-Ultimatum verkündete, auf einen ernsthaften Dialog mit Putin, der in einem Waffenstillstand münden sollte. Doch es kam, wie es kommen musste: Putin ignorierte das Ultimatum, beachtete die Drohungen nicht. Und erst, nachdem Trump die Frist auf zehn Tage verkürzt hatte, kommentierte der russische Präsident die Lage sarkastisch auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Lukaschenko mit den Worten, „Enttäuschung entsteht durch überhöhte Erwartungen.“ Damit bezeichnete Putin selbst Trumps Versuch, den Krieg durch Dialog zu beenden, als naiv. Und man muss zugeben: In diesem Punkt erwies sich Putin als deutlich realistischer als sein amerikanischer Amtskollege.

Was soll Trump nun tun?

Der amerikanische Präsident selbst räumt ein, dass die Sanktionen, die er gegen Russland und dessen Energiepartner verhängen will, möglicherweise nicht den gewünschten Effekt erzielen werden. Ja, die Ölmengen, die Russland derzeit an Länder des Globalen Südens verkauft, könnten sinken, und die Einnahmen in den russischen Haushalt könnten zurückgehen. Aber das wird mit Sicherheit nicht ausreichen, um Putin in absehbarer Zeit zum Einlenken zu zwingen – zumindest nicht innerhalb der Amtszeit Trumps.

Kann der amerikanische Präsident Russland zum Stopp zwingen?

Meiner Meinung nach: Ja – aber nur, wenn er aufhört, ein Vermittler-Friedensstifter zu sein, und stattdessen zu einem echten Verbündeten der Ukraine wird.

Denn die Ukraine braucht moderne Waffen. Sie braucht Luftabwehrsysteme. Sie braucht Mittel, mit denen sie strategische Ziele der Russischen Föderation zerstören kann – um Ölraffinerien, Rüstungsbetriebe und Militärflugplätze in Asche zu legen. Ein Drache hört nur dann auf zu töten, wenn man ihm die Zähne zieht. Solange er sie noch hat, wird er sie benutzen.

Dazu braucht es jedoch ein ehrgeiziges Hilfsprogramm für die Ukraine. Keine Vereinbarungen mit Europa über den Kauf amerikanischer Waffen für ukrainische Bedürfnisse, sondern direkte Lieferungen im Wert von Milliarden Dollar – echte Haushaltsausgaben der USA. Die Hilfe für die Ukraine und der Zusammenbruch der russischen Kriegsanstrengungen müssen zur Priorität der Trump-Administration werden. Andernfalls wird der Krieg auch nach Trumps Abgang aus dem Weißen Haus weitergehen. Und das Gefährlichste: Die nationale Sicherheit der USA selbst wird untergraben.

Die Drohungen, die der Kreml über den ehemaligen Präsidenten Medwedew verbreiten lässt, sind keine leeren Worte. Sie sind ein Zeichen realer Bereitschaft zur Konfrontation mit dem Westen, die letztlich zum Einsatz von Atomwaffen führen kann. Und es ist keineswegs sicher, wer sie zuerst einzusetzen wagt – Putin oder Trump. Davon hängt das Leben von Dutzenden Millionen Amerikanern ab, die Opfer eines nuklearen Winters werden könnten.

Und um das zu verhindern, braucht es heute nicht einmal den Einsatz amerikanischer Soldaten – sondern schlicht Geld. Geld für die Unterstützung eines Landes, das eine gemeinsame Bedrohung aufhält. Denn diese Bedrohung richtet sich nicht nur gegen die Ukraine – sie richtet sich gegen die Vereinigten Staaten selbst und ihre europäischen Verbündeten. Meiner Ansicht nach haben die Ereignisse der letzten Wochen das überdeutlich gemacht.

Es steht ein Berg so hoch allein / Стоїть гора високaя.

Es steht ein Berg so hoch allein,
Und unten rauscht der Hain, der Hain,
Ein grüner Wald, so dicht und tief,
Fast wie im Himmelsschein.

Am Waldesrand, da schlängelt sich
Ein Fluss, so hell und klar,
Er glitzert wie Kristallglashell,
Zieht durch das Wiesental.

Am stillen Ufer, sanft versteckt,
Da liegen Boote klein,
Drei Weiden neigen sich dazu –
Als wollten sie nur wein’n.

Denn bald schon geht der Sommer fort,
Der kalte Wind weht rau,
Die Blätter fallen, treiben fort,
Und schwimmen mit der Au.

O Fluss, du tiefer, leiser Traum,
Wie deine Wellen zieh’n,
So ging’n auch meine frohen Tage,
Die mir im Herzen blüh’n.

Zu dir, mein Fluss, da kehrt der Frühling,
Mit neuem Grün zurück.
Doch meine Jugend – ach, sie bleibt
Für immer verlorenes Glück.

Es steht ein Berg, so stolz, so alt,
Der grüne Hain erklingt,
Die Vögel singen hell und frei,
Der Fluss im Sonnenlicht…

Стоїть гора високaя,
А під горою гай, гай, гай
Зелений гай, густесенький,
Неначе справ ді рай.

Під гаєм в'ється річенька,
Як скло, вода блищить, блищить,
Долиною зеленою,
Куди вона біжить.

Край берега, у затишку,
Прив'язані човни, човни,
Там три верби схилилися,
Мов журяться вони.

Що пройде красне літечко,
Повіють холода, холода,
Осиплеться їх листячко,
І понесе вода.

Ой, річенько, глубоконько!
Як хвилечки твої, твої,
Пробігли дні щасливії,
І радощі мої.

До тебе, люба річенько,
Ще вернеться весна, весна.
А молодість не вернеться,
Не вернеться вона!

Стоїть гора високая,
Зелений гай шумить, шумить,
Пташки співають голосно,
І річенька блищить...

Putins letzte Chance | Vitaly Portnikov. 04.08.2025.

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, plant, angesichts möglicher Sanktionen gegen die Russische Föderation und deren Energiepartner, seinen Sonderbeauftragten Keith Kellogg nach Kyiv und einen anderen Sonderbeauftragten, Steve Witkoff, nach Moskau zu entsenden. Wie bekannt ist, sollte Witkoff bereits heute in Moskau sein. Doch sein Flugzeug kehrte in die Vereinigten Staaten zurück, nachdem der Trump-Beauftragte im Nahen Osten verweilte.

In Washington behauptet man, die russische Führung selbst wolle Witkoff in der russischen Hauptstadt empfangen. Vom Kreml gibt es jedoch keine Bestätigung für ein solches Interesse. Offensichtlich möchte die amerikanische Administration den russischen Präsidenten zu Zugeständnissen im Hinblick auf ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges bewegen – und das vor der Einführung neuer Sanktionen. Und das nicht einmal deshalb, weil Trump diese Sanktionen nicht verhängen möchte, sondern weil der US-Präsident selbst ernsthafte Zweifel an deren Wirksamkeit äußert.

Und wenn diese Sanktionen tatsächlich in Kraft treten und wir feststellen, dass weder die Volksrepublik China noch Indien bereit sind, Trumps Forderungen zu berücksichtigen und weiterhin Öl aus der Russischen Föderation kaufen, dann wird sich zwangsläufig die Frage stellen: Welche weiteren Druckmittel hat der Präsident der Vereinigten Staaten überhaupt noch? Und wie könnte Trump den russisch-ukrainischen Krieg noch beeinflussen?

Es wird dann offensichtlich, dass alle Trumps Aussagen darüber, er könne den Krieg schnell durch Verhandlungen mit Putin und Zelensky beenden – und wenn diese Verhandlungen kein Ergebnis brächten, könne er entweder die Hilfe für die Ukraine einstellen, falls diese keinen Frieden wolle, oder die Ukraine bewaffnen und Russland sanktionieren, falls Russland keinen Frieden wolle – entweder ein Bluff waren oder ein Ausdruck tiefgreifenden Unverständnisses des US-Präsidenten für internationale Politik.

Trump würde so als hilfloser Führer erscheinen – im Kontrast zu einem starken, aggressiven Sieger Putin, der den Krieg trotz amerikanischen Drucks fortsetzt. Natürlich möchte der Präsident der Vereinigten Staaten eine solche vorhersehbare Demütigung vermeiden.

Und so könnte Steve Witkoff mit einem sogenannten „Letzte-Chance-Besuch“ nach Moskau geschickt werden. Nur ist es natürlich die letzte Chance für Trump, nicht für Putin. Der russische Präsident, der demonstrativ alle Ultimaten seines amerikanischen Amtskollegen ignoriert und ihn seit der Verkündung von Trumps erstem 50-Tage-Ultimatum nicht einmal erwähnt hat, könnte sich dem Besuch des US-Sonderbeauftragten nach Moskau verweigern – sofern er nicht überzeugt ist, dass nicht er es ist, der Zugeständnisse machen soll, sondern Trump bereit sein muss, Putins Bedingungen zur Kapitulation anderer Staaten zu akzeptieren. Damit erscheint die Mission von Steve Witkoff von vornherein zum Scheitern verurteilt – falls sie überhaupt stattfindet.

Eine andere Lage ergibt sich mit der Mission von Keith Kellogg. Bislang hatte der Sonderbeauftragte des US-Präsidenten für die Ukraine de facto keine echte Rolle im Verhandlungsprozess. Weder war Kellogg bei Gesprächen zwischen der amerikanischen und der ukrainischen Delegation zu sehen, noch bei Verhandlungen zwischen den Amerikanern und den Russen. Seine Hauptfunktion bestand darin, auf internationalen Konferenzen unterwegs zu sein und Europäer sowie Ukrainer zu beruhigen. Nicht einmal westliche Politiker suchten den Kontakt zu ihm, da sie wussten, dass er keinen realen Einfluss auf Trumps Entscheidungen hatte.

Doch nun, da sich die Eskalation zwischen den Vereinigten Staaten und Russland verschärft – Trump spricht davon, dass Atom-U-Boote bereits in der entsprechenden Region stationiert sind –, was auf die Gefahr eines ernsthaften strategischen Konflikts zwischen Russland und den USA hinweist, möglicherweise sogar mit einem Austausch nuklearer Schläge zwischen den beiden Supermächten, könnte Kellogg tatsächlich eine bedeutendere Rolle spielen. Zumindest in der Phase, in der Donald Trump nicht die Nähe Putins sucht, sondern versucht, Druck auf seinen russischen Kollegen auszuüben. Dieser Druck könnte weniger durch neue Sanktionen auf Russland ausgeübt werden – die auf absehbare Zeit kaum Wirkung zeigen dürften – als vielmehr durch die Fortsetzung der Hilfe für die Ukraine.

Wie ich bereits sagte: Der realistische Weg zur Beendigung des Krieges zwischen Russland und der Ukraine in den 2020er oder 2030er Jahren, vielleicht erst nach Trumps Ausscheiden aus dem Weißen Haus, führt über effektive Unterstützung für die Ukraine. Durch die Stärkung des ukrainischen Widerstands gegen die russische Aggression – die mit Wladimir Putin fortgesetzt wird, jedoch ohne den Druck, den Russland ausüben könnte, wenn diese Unterstützung ausbliebe.

Daher sollte die Forderung an die Vereinigten Staaten jetzt nicht in erster Linie nach neuen Sanktionen gegen Russland und seine Energiepartner lauten, sondern nach einer Unterstützung für die Ukraine in Milliardenhöhe – im Umfang von Dutzenden oder Hunderten Milliarden Dollar. Notwendig ist ein neues Gesetz des US-Kongresses über ein entsprechendes Hilfspaket, das es ermöglicht, amerikanische Rüstungsbetriebe auszulasten und gleichzeitig in die ukrainische Rüstungsindustrie zu investieren. Dazu sollte die Genehmigung für Angriffe mit Langstreckenraketen auf strategische Ziele in der Russischen Föderation kommen – mit dem Ziel, russische Militärfabriken und Flugplätze zu zerstören. Ebenso wie eine mögliche Zerschlagung der russischen Öl- und Raffinerieindustrie als solcher.

Denn wenn Russland nichts mehr liefern kann und seine Raffinerien brennen, werden China und Indien schlicht nichts mehr zu kaufen haben. Dann müsste Peking Russland direkt finanziell unterstützen, damit es den Krieg gegen die Ukraine überhaupt noch weiterführen kann. Und es ist mehr als fraglich, ob der chinesische Staatschef Xi Jinping wirklich bereit ist, einfach Geld für Russland auszugeben – so wie es die Vereinigten Staaten bislang für die Ukraine getan haben.

Und ohne eine solche effektive militärische Hilfe – die in erster Linie echte Hilfe sein muss, nicht etwa Kredite oder Abmachungen über seltene Erden – braucht man nicht darauf zu hoffen, dass der russisch-ukrainische Krieg erfolgreich und mit einer Niederlage Putins endet. Das alles muss Keith Kellogg von den ukrainischen Führungspersönlichkeiten zu hören bekommen.

Eine realistische, ernsthafte und wirksame Unterstützung über die kommenden Jahre des russisch-ukrainischen Kriegs hinweg. Sie sollte womöglich die gesamte Amtszeit Donald Trumps umfassen, damit der amtierende US-Präsident seinem Nachfolger wirksame Druckmittel gegen Putins Russland – oder seine Nachfolger, die zweifellos seine aggressive Politik im postsowjetischen Raum fortsetzen werden – hinterlässt. Und das nicht nur gegenüber der Ukraine, sondern womöglich auch gegenüber anderen Ländern des postsowjetischen Raums sowie Zentraleuropas.

Wenn Amerika den Krieg stoppen will, muss es viel Geld ausgeben. Wenn Amerika im Krieg leben will, muss es bei der Hilfe sparen.

„Völkermord“ in Gaza | Vitaly Portnikov | 04.08.2025.

Die Videoaufnahmen, die die reale Situation der israelischen Geiseln zeigen – entführt von der Terrororganisation Hamas bereits am 7. Oktober 2023 –, haben im Westen erwartungsgemäß für Schock gesorgt.

Der französische Präsident Emmanuel Macron, der gerade demonstrativ einen palästinensischen Staat anerkannt hat, fordert nun von der Hamas die Freilassung der Geiseln und ein Ende des Kriegs. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich empört über das Schicksal der unschuldigen Menschen. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte, Hamas müsse entwaffnet und die Kontrolle über den Gazastreifen abgeben. Übrigens äußern sich in ähnlicher Weise auch Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde.

Noch vor Kurzem jedoch stand die Lage der Zivilbevölkerung in Gaza im Mittelpunkt – die humanitäre Katastrophe, die in den letzten Wochen durch das destruktive Handeln der Hamas-Administration entstanden ist: Zuerst missbrauchte sie ihre Mitbürger als menschliche Schutzschilde, um sich gegen das Vorrücken der israelischen Armee zu verteidigen – und jetzt benutzt sie dieselben Menschen als Druckmittel, um Israel zu einem Waffenstillstand zu zwingen und der Hamas die Kontrolle über den Gazastreifen zu sichern.

Über die israelischen Geiseln sprach fast niemand. Der Westen reagiert vorhersehbar: impulsiv, auf Bilder und Videos. Aber man würde doch gern fragen, wie sich – in der Vorstellung von Emmanuel Macron oder Friedrich Merz – Menschen fühlen sollen, die seit Jahren in den Händen einer grausamen, fanatischen und terroristischen Organisation leben, die alles andere als humanistisch ist.

Gerade deshalb versucht Israel ja nicht nur, seine Bürger aus den Kerkern der Hamas zu befreien, sondern auch der Existenz dieser Terrororganisation ein Ende zu setzen – einer Organisation, die, solange sie den Gazastreifen kontrolliert, Israel angreifen wird, wann immer sich die Gelegenheit bietet.

Auch das ist Realität, die man nicht ausblenden darf. Seit den ersten Tagen nach der Geiselnahme im Gazastreifen ist der Gedanke, den Krieg gegen die Freilassung Unschuldiger einzutauschen, aktuell geblieben. Doch Hamas denkt gar nicht daran – stattdessen stellt sie immer neue Bedingungen für die Freilassung der beim Terrorüberfall vom 7. Oktober 2023 verschleppten israelischen Bürger.

Mich interessiert schon lange, wie man in westlichen Hauptstädten dazu steht, dass Hamas Unschuldige gegen Terroristen austauschen will – gegen Menschen, die an Anschlägen, Morden, Sabotageakten, Bombenattentaten beteiligt waren, allesamt gegen israelische Zivilisten gerichtet. Warum müssen für die Freilassung Unschuldiger Terroristen entlassen werden, die von einem rechtsstaatlichen und fairen Gericht verurteilt wurden?

Doch das sind heute fast belanglose Fragen, denn wir wissen längst, was nach dem 7. Oktober 2023 wirklich begann – und wie bestimmte Kreise im Westen die Nahosttragödie als Vorwand nutzen, um das jüdische Staat anzugreifen und eine antisemitische Welle zu verstärken, die nach dem Holocaust und dem Zweiten Weltkrieg scheinbar verschwunden war – oder zumindest als gesellschaftlich inakzeptabel galt, selbst für die zahlreichen Antisemiten, die in keiner westlichen Gesellschaft je verschwunden sind: Menschen, die Zeugen oder sogar Beteiligte am Holocaust waren und das Morden an ihren jüdischen Nachbarn mit angesehen haben.

Heute findet dieser nicht verarbeitete Hass seinen Ausdruck auf Demonstrationen unter den Fahnen eines immer noch nicht existierenden palästinensischen Staates und in antiisraelischen Parolen. Und angesichts der Stimmung ihrer potenziellen Wählerschaft scheuen sich selbst Politiker nicht, an diesen postnazistischen und postfaschistischen Demonstrationen teilzunehmen – dieselben Politiker, die sich vor nicht allzu langer Zeit noch nicht hätten vorstellen können, sich mit solcher Hetze zu beflecken.

Die Realität sieht indes genau so aus, wie sie nun einmal aussieht: Hamas will die Vernichtung der israelischen Bevölkerung und die Zerstörung des jüdischen Staates. Das ist ihr politisches Hauptziel. Und sie wird es verfolgen, solange sie existiert.

Dabei genießt die Organisation nahezu vollständige Unterstützung – sowohl im Gazastreifen als auch im Westjordanland, wo die Palästinensische Autonomiebehörde an der Macht ist. Diese wird von der Mehrheit der Bevölkerung nicht ernst genommen, gerade weil sie nicht hart oder laut genug die Zerstörung Israels fordert – also nicht entschlossen genug in der Rhetorik ist, die Hamas in ihrer Radikalität verkörpert.

Ganz Palästina – auf dem Gebiet des ehemaligen britischen Mandats – das ist es, was man im Westjordanland und im Gazastreifen will. Das ist es, was die Anhänger der Hamas und vieler weiterer palästinensischer Terrorgruppen fordern.

In diesem Sinne lügt der Korps der Islamischen Revolutionsgarden nicht, wenn er sagt, die Schaffung von zwei Staaten im Nahen Osten sei ein „Gewaltakt gegen das palästinensische Volk“. Er drückt damit aus, was nahezu jeder Bewohner von Ramallah oder Rafah tatsächlich denkt. Und daran lässt sich nichts ändern – außer durch jahrelange, systematische Aufarbeitung. Ohne die Vernichtung der Terroristen, ohne eine langfristige, ernsthafte, geduldige Arbeit mit ihren Unterstützern – so wie man sie in Europa mit der Bevölkerung unter ehemaligen NS- oder faschistischen Regimen geleistet hat. Und das, obwohl auch dort die Mehrheit die Diktaturen einst unterstützt hatte.

Die Vorstellung, man könne mit Hamas Frieden schließen, ist dieselbe Utopie, mit der sich auch viele nützliche Idioten der Linken weltweit trösten – genau wie die Idee, man könne mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verhandeln. Noch vor Kurzem dachte auch der Präsident der Vereinigten Staaten so – doch inzwischen scheint auch er begriffen zu haben, dass es mit Hamas nichts zu verhandeln gibt.

Wenn die Hamas die Zerstörung Israels zum Ziel hat und Russland die Vernichtung der Ukraine, dann werden ihre Führer und Anhänger dieses Ziel um jeden Preis verfolgen – und sich selbstverständlich auf keinen Kompromiss einlassen. Terror und Aggression lassen sich nur aufhalten. Wenn das nicht gelingt, dann muss man sich auf einen langen und düsteren Krieg einstellen – mit großem Leid für die Zivilbevölkerung.

Israel ist militärisch stärker als Hamas im Gazastreifen. Deshalb leidet dort die palästinensische Zivilbevölkerung mehr. Die Ukraine ist schwächer als Russland. Deshalb leidet dort die ukrainische Zivilbevölkerung mehr. So funktioniert der Krieg. Es leidet nicht, wer im Recht ist, sondern wer schwächer ist. Und wenn jemand militärisch stärker wird, schlägt sich das zwangsläufig auch auf die Zivilbevölkerung der angreifenden Seite nieder. So war es mit dem Gazastreifen. Und so ist es jetzt auch mit den russischen Grenzgebieten, wo die Zivilbevölkerung durch ukrainische Angriffe auf russische Militärziele ebenfalls zu Schaden kommt.

Diese Logik des Krieges mag einem nicht gefallen. Man kann sie ignorieren, verdrängen, so tun, als gäbe es sie nicht. Aber sie verschwindet deshalb nicht. Wenn man sich für eine Seite entscheidet, weiß man ganz genau, was man tut. Wer mit palästinensischer oder russischer Flagge demonstriert, weiß genau: Er unterstützt Terror, Mord und Aggression. Und keine Bilder palästinensischer oder russischer Kinder auf diesen Fahnen werden jemals rechtfertigen, was Hamas oder Russland tun. Sie werden nicht rechtfertigen, dass Hamas bereit ist, bis zum letzten Juden zu kämpfen – selbst wenn dafür unzählige Palästinenser sterben müssen. Genauso wenig wie Russland bereit ist, bis zum letzten Ukrainer zu kämpfen – selbst wenn dabei Millionen Russen umkommen.

Man muss sich immer erinnern: Wer ist der Aggressor? Wer hat den Krieg begonnen? Und was ist sein Ziel? Wer dieses Verständnis verweigert, wird zwangsläufig zum Komplizen von Terror und Krieg – selbst wenn er Fehler oder Versäumnisse aufseiten derer sieht, die sich gegen diesen Krieg verteidigen.

Wer gern trinkt – dem schenk gut ein / Ой хто п’є – тому наливайте.

Ob vom Herrn geschenkt,
oder von der heil’gen Bär’bel,
an meinem Tisch die Gäste,
die ich so sehr ersehnte.

Refrain:
Wer gern trinkt – dem schenk gut ein,
wer nicht mag – der lass es sein.
Wer sein Gläschen leert im Nu,
dem bringt Glück das Leben zu. (2×)

Ob vom Herrn geschenkt,
oder von der heil’gen Sonntag,
an meinem Tisch die Gäste,
die ich mir wünscht’ so lang schon.

Refrain.

O Onkel Panas,
bau dein Häuschen gleich bei uns!
Dann wird fröhlich eingeschenkt,
mal bei dir und mal bei uns.

Refrain.

Schwäne kamen, ließen sich nieder,
auf dem Bohlenboden wieder.
Trinkt der Gastgeber mit Lust,
trinken Gäste – wie’s sein muss.

Refrain

Trink es aus, trink es aus,
dann bist du beschwipst.
Schlaf dich aus, schlaf dich aus,
bis du wieder fit bist.

Refrain.

Warum zittert mir die Hand,
und ich trink nicht wie bekannt?
Irgendwo im Glas ein Loch –
weg die Schnaps, kein einz’ger Tropf.

Refrain

Auf das Wohl dem ganzen Haus,
allen hier geht Glück nicht aus.
Fluch dem Neid, der heimlich brennt,
weil er uns das Glück nicht gönnt.

Refrain.

Na dann los, dann los,
schenk nur langsam, schenk bloß!
Na dann los, dann los,
schenk nur langsam, schenk bloß!

Refrain


Чи це мені Господь дав,
чи свята Варвара.
коло мого столу гості,
які я бажала.

Приспів:
Ой хто п'є - тому наливайте,
хто не п'є - тому не давайте,
хто покаже в чарці дно,
тому щастя і добро. (2)

Ой чи мені Господь дав,
чи свята неділя.
Коло мого столу гості,
які я хотіла.

Приспів.

Ой дядько Панас,
ставте хату коло нас.
Будем пити та гуляти,
то у тебе то у нас.

Приспів.

Налетіли лебіді,
сіли на помості.
Бо як випʼють хазяї,
то і вип'ють гості.

Приспів.

Пий до дна, пий до дна,
то будеш пяненька.
Спи до дня, спи до дня,
будеш здоровенька.

Приспів.

Чогось ручечка трясеться,
і горілочка не п'ється.
Десь у денці дірка,
витекла горілка.

Приспів.

На здоровячко тому,
а хто в цьому домі.
На погибель ворогам,
що завидують нам.

Приспів.

Ну давай,давай,
помаленько наливай.
Ну давай,давай,
помаленько наливай.

Приспів.