Die Verhandlungen wurden wieder aufgenommen: Tag eins | Vitaly Portnikov. 04.02.2026.

In Abu Dhabi ist die erste Runde der Verhandlungen zwischen der russischen und der ukrainischen Delegation sowie amerikanischen Vertretern zu Ende gegangen. Über die Details dieses ersten Tages der neuen Verhandlungsrunde wird nichts berichtet, doch allein die Tatsache, dass Steve Witkoff und Jared Kushner in die Vereinigten Arabischen Emirate gereist sind, zeugt zumindest von der Ernsthaftigkeit der Absichten der Amerikaner.

Ich erinnere daran, dass vor diesem neuen Treffen, als es für den 1. Februar geplant war, der Außenminister der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, die Möglichkeit der Anwesenheit von Witkoff und Kushner dementiert hatte. Es wurden verschiedene Formen einer amerikanischen Präsenz erwogen, doch damals kamen Beobachter zu dem Schluss, dass die russisch-ukrainischen Gespräche dieses Mal bilateral sein würden.

Dass Witkoff und Kushner nun doch in die Vereinigten Arabischen Emirate gekommen sind, spricht für eine gewisse Veränderung der Lage, möglicherweise im Zusammenhang mit dem jüngsten Aufenthalt des Sonderbeauftragten des russischen Präsidenten, Kirill Dmitrijew, in Miami. Und man muss verstehen, dass die Anwesenheit amerikanischer Vertreter zumindest verhindert, dass die russische Delegation den Ukrainern direkt ins Gesicht lügt und den Verhandlungsprozess so imitiert, dass es für Washington nicht offensichtlich ist.

Gleichzeitig setzen russische Funktionäre ihre kämpferischen Erklärungen fort, die vom Wunsch des Kremls zeugen, bei den Verhandlungen Zeit zu schinden. Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, betonte, Moskau sei offen für Frieden. Doch während die Gespräche laufen, setzt Russland weiterhin die sogenannten Ziele der „militärischen Spezialoperation“ um. Und das, obwohl niemand klar definieren kann, worin diese Ziele eigentlich bestehen und was Moskau erreichen will, wenn es Objekte der ukrainischen Energieinfrastruktur zerstört, wie dies mit militärischen Zielen zusammenhängt und wie man das anders als als Völkermord bezeichnen kann.

Doch Peskow erklärt mit der für russische Beamte und Propagandisten typischen Niederträchtigkeit, dass die russischen Streitkräfte in Wirklichkeit nur Ziele angreifen würden, die mit den Streitkräften der Ukraine in Verbindung stehen. Selbst jetzt, da ein Krieg gegen die Zivilbevölkerung der Ukraine geführt wird, fehlt es dem Kreml an Mut, dies zumindest einzugestehen.

Interessant ist hier auch der Kommentar der Sprecherin des Außenministeriums der Russischen Föderation, Maria Sacharowa, die betonte, dass nach der Unterzeichnung eines Friedensabkommens zwischen Russland und der Ukraine die Truppen der sogenannten Koalition der Willigen, also vor allem der Mitgliedsstaaten des Nordatlantischen Bündnisses, ein legitimes Ziel für die russischen Streitkräfte sein würden. Diese Aussage ist voller Widersprüche, denn es stellt sich die Frage: Wenn Russland tatsächlich beabsichtigt, ein vollwertiges Friedensabkommen zu unterzeichnen, von dem Putin dem amerikanischen Präsidenten wiederholt gesprochen hat, von welchen legitimen Zielen und welchen militärischen Aufgaben kann dann die Rede sein, wenn die beiden Länder nicht mehr gegeneinander Krieg führen? Und wie gedenkt Russland dann, Angriffe auf ukrainisches Territorium zu führen? Das lässt sich nur mit einer geradezu banalen politischen Schizophrenie erklären, die der russischen Führung eigen ist.

Ich habe hier jedoch auf einen anderen Aspekt geachtet. Russland beginnt zu begreifen, dass es in einem Friedensabkommen nicht alle jene Artikel diktieren kann, die die Ukraine zu seinem Protektorat machen würden. Das heißt, es gibt zumindest zum heutigen Zeitpunkt keine Hoffnung darauf, dass im Friedensvertrag eindeutig festgelegt wird, dass die Ukraine kein Recht hat, Truppen anderer Staaten auf ihrem Territorium zu stationieren, insbesondere von NATO-Mitgliedsstaaten. Dass diese Demilitarisierung der Ukraine und die faktische Entziehung ihrer Souveränität, auf die Putin hoffte – und zwar nicht erst seit Beginn des großen Krieges Russlands gegen die Ukraine, sondern seit 2014, ja sogar seit 2004, als er sich erstmals unmittelbar am politischen Kampf in unserem Land beteiligte – nicht stattfinden wird.

Und dann wird nicht mehr die Ukraine eingeschüchtert, auf deren internationale Verpflichtungen, keine Truppen der Koalition der Willigen auf ihr Territorium zu lassen, man nun nicht mehr setzen sollte. Vielmehr werden westliche Länder eingeschüchtert, nach dem Motto: „Wenn ihr Friedenstruppen schafft, um einen neuen Angriff Russlands auf die Ukraine zu verhindern, werden wir vor allem euch angreifen. Wir brauchen dort eure Truppen nicht. Gebt uns die Möglichkeit, noch einen weiteren Krieg zu beginnen.“

Das ist natürlich keine Änderung der Position des Kremls, aber es ist eine Demonstration dessen, dass man in Moskau angesichts des schwierigen Zustands der russischen Wirtschaft ebenfalls daran interessiert ist, dass der Krieg so schnell wie möglich endet. Man kann sagen, dass sich die Ziele aller Teilnehmer dieser Verhandlungen – Donald Trump, Wladimir Putin und Volodymyr Zelensky – überschneiden. Nur die Vorstellungen darüber, wie der Krieg enden soll, stimmen natürlich nicht überein.

Putin muss den Krieg beenden, um die wirtschaftliche Stabilität zu retten, zumindest eine gewisse, um sein Regime zu erhalten. Dafür braucht er Zeit. Gleichzeitig muss dieser Krieg mit dem Zusammenbruch der ukrainischen Staatlichkeit enden oder zumindest mit der Umwandlung des ukrainischen Staates, dessen größten Teil seines Territoriums er nicht unter seine Kontrolle bringen kann, in ein russisches Protektorat. Genau damit hängen die Aussagen Sacharowas zusammen, denn es besteht ein klares Verständnis dafür, dass es, falls es nach dem Ende des russisch-ukrainischen Krieges nicht gelingt, die Ukraine in ein solches Protektorat zu verwandeln, und falls auf ihrem Territorium Truppen von NATO-Mitgliedsstaaten erscheinen, deren Verpflichtungen zumindest mit logistischer Unterstützung der Vereinigten Staaten verbunden sein könnten, einen neuen Angriff auf die Ukraine aus der Perspektive eines möglichen Beginns eines nuklearen Krieges zwischen zwei Supermächten zu einem riskanten Unterfangen machen würde.

Zumal Putin bereits sehr gut versteht, dass die politische Karriere Trumps im Jahr 2029 enden wird. Und wie der neue Präsident der Vereinigten Staaten auf seine Handlungen reagieren wird, falls es keinen russisch-ukrainischen Krieg gibt, weiß er einfach nicht. Dieser neue Präsident könnte deutlich härter sein. 

In dieser Situation muss Moskau natürlich alles daransetzen, dass der Krieg nicht mit dem Erhalt der ukrainischen Souveränität endet. Genau damit beschäftigen sie sich. Und bis klar wird, welche konkreten Gewinne der Kreml in dieser Richtung erzielen kann – nicht einmal aus den russisch-ukrainischen Verhandlungen, sondern aus einer direkten Konsultation Putins mit Trump selbst –, kann Putin keine politische Entscheidung über das Ende des russisch-ukrainischen Krieges treffen.

Und wir verstehen sehr gut, dass diese politische Entscheidung allein von ihm abhängt. Nur er, der Aggressor, der den Krieg gegen unser Land begonnen hat, kann ihn beenden. Und gerade weil es keine politische Entscheidung des russischen Präsidenten gibt, diskutieren die Delegationen bei den Verhandlungen in Abu Dhabi trotz seines Wunsches, so schnell wie möglich Ergebnisse zu erzielen, in erster Linie technische Details jener Regelung, die eintreten könnte, falls eine politische Entscheidung letztlich doch getroffen wird.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Перемовини відновилися: день перший | Віталій Портников. 04.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 04.02.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Putin hat Trump ausgenutzt: Wie geht es weiter | Vitaly Portnikov. 03.02.2026.

Mit dem nächtlichen Angriff auf ukrainische Städte hat der russische Präsident erneut demonstriert, wie wenig ihn die humanitäre Motivation interessiert, mit der sich der amerikanische Präsident angeblich an ihn gewandt hat. Putin schlug bei der kältesten Witterung zu und unterstrich damit noch einmal, dass seine Aufgabe bei den ständigen Schlägen gegen die ukrainische Energieversorgung überhaupt nicht „Krieg“ im klassischen Sinn ist, sondern der Versuch, die Ukraine zu zermürben, der Versuch, die Ukraine in ein Gebiet zu verwandeln, das zum Leben ungeeignet ist – nach einem, ich würde sagen, aus der Vergangenheit bekannten russischen Szenario: „Wenn ich etwas nicht erobern kann, wenn ich etwas nicht bekommen kann, dann zerstöre ich es. Wenn ich dich nicht haben kann, sollst du niemandem gehören.“

Aber wenn wir sagen, Putin habe seine Gespräche mit Trump missachtet, dann gehen wir natürlich eher von unserer eigenen Motivation aus, wie man das Geschehen bewertet, wenn es solche Abmachungen über ein Einstellen des Feuers gibt, über das sogenannte Energie-Waffenstillstandsabkommen, das es – wie wir verstehen – in Wirklichkeit von russischer Seite nie gegeben hat. Wie das jedoch der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, bewerten wird, ist eine Frage ganz anderer Art. Denn einerseits kann der amerikanische Präsident der Meinung sein, Putin habe seine Bitte einfach ignoriert. Andererseits kann er der Meinung sein, die Bitte sei erfüllt worden. Der Kreml sprach die ganze Zeit vom 1. Februar als dem Datum, bis zu dem es keine Bombardierungen geben werde, und rückte auch nicht von jenen Kommentaren ab, die Putins Pressesprecher Peskow abgegeben hatte.

Wann genau der Kontakt zwischen Trump und Putin stattfand, wann sie überhaupt auf eine Unterhaltung über dieses sogenannte Energie-Waffenstillstandsabkommen kamen, wissen wir nicht. Trump sagt, er habe Putin angerufen. Über den bloßen Umstand dieses Telefongesprächs wissen wir ebenfalls nichts, aber es kann sich herausstellen, dass Putin aus formaler Sicht genau innerhalb jener sieben Tage blieb, die er dem amerikanischen Präsidenten zugesagt hatte, und so sein Versprechen gegenüber Trump erfüllt hat. Und dass nach Ablauf dieser sieben Tage weiterhin kaltes Wetter herrschte – nun, Putin ist nicht der Wetterdienst. Daran ist er nicht schuld.

Natürlich ist das alles reine Kasuistik und zeigt ein völliges Fehlen eines echten Verständnisses der Situation. Das ist uns vollkommen klar. Gleichzeitig aber gibt es ein klares Verständnis dafür, dass Trump sich in seinen Beziehungen zum russischen Präsidenten von eigenen Motiven leiten lässt. Und wenn er glauben will, Putin habe sein Versprechen erfüllt, dann wird er genau das glauben. Wenn er glauben will, Putin halte seine Versprechen nicht, dann wird er das glauben – selbst dann, wenn Putin diesen Angriff gar nicht durchgeführt hätte.

Ich möchte also nur betonen: Putins Angriffe und Trumps Stimmung hängen nicht besonders eng miteinander zusammen; sie hängen vielmehr mit den tatsächlichen Motiven zusammen, von denen sich der amerikanische Präsident grundsätzlich leiten lässt, und damit, was er erreichen will, um den russisch-ukrainischen Krieg auf die eine oder andere Weise zu beenden. Zumal Trump unmittelbar vor diesem großen putinschen Angriff davon sprach, er werde bald gute Nachrichten zu diesem Krieg verkünden – als ob er das nie gesagt hätte, obwohl er es wiederholt gesagt hat: „Und ihr werdet sehen, es wird Nachrichten geben.“

Offensichtlich kann das mit der nächsten Runde der Verhandlungen in Abu Dhabi zusammenhängen. Und jetzt sehen wir, dass diese Runde sorgfältiger vorbereitet wird als die vorherige – irgendwelche Gespräche –, weil sie verschoben wurde, weil man in der Lage, die sich jetzt mit diesen Verhandlungen ergeben hat, zunächst davon ausging, dass Steve Witkoff, der Sonderbeauftragte des Präsidenten der Vereinigten Staaten, nicht dabei sein werde. Und später stellte sich heraus, dass er doch kommen wird. Das heißt: Die Amerikaner haben Erwartungen an diese Verhandlungen.

Aber wie mir scheint, haben die Russen tatsächlich keinerlei reale Motivation, dort irgendetwas zu vereinbaren – außer weiterhin Zeit zu gewinnen für den Krieg. Und das Wichtigste, was wir in dieser Situation begreifen müssen, ist die Veränderung des Charakters dieses Krieges. Wir sehen, wie sich die Lage mit jedem Tag dieses Krieges verändert, weil wir grundsätzlich verstehen müssen, dass der Krieg jetzt praktisch auf dem gesamten Territorium der Ukraine und auch jenseits ihrer Grenzen stattfindet, und dass Putin endgültig begriffen hat: Die Handlungen seiner Armee, die Einnahme bestimmter Territorien, werden ihm nicht den ersehnten Sieg und die Zerstörung der ukrainischen Staatlichkeit bringen.

Und das ist natürlich nicht das erste Mal, dass es so läuft – in den Kriegen, die Russland führt. Das ist nicht erst jetzt im russisch-ukrainischen Krieg passiert. Denn ich denke, nach dem Blitzkrieg von 2022, der in einem Fiasko endete, hat Putin sich schnell und operativ auf einen Zermürbungskrieg umgestellt, auf einen jahrelangen Krieg. Aber wenn unter dieser Zermürbungskrieg 2022 zunächst vor allem die Zermürbung der Armee meinte, dann ist er inzwischen endgültig zu einem Zermürbungskrieg gegen die Gesellschaft selbst geworden – zu dem Versuch, den Ukrainern zu beweisen, dass der einzige Ausweg für ihr Überleben die vollständige und bedingungslose Kapitulation vor der ehemaligen Metropole ist.

Die Handlungen, die Russland jetzt auf dem Territorium der Ukraine ausführt, sind genau das, worüber wir sprechen, wenn wir diese von russischen Sadisten eingeübten Muster beobachten: Wenn der Armee nichts gelingt, muss man das Hinterland zerschlagen. Man muss dafür sorgen, dass Menschen unter unmenschlichen Bedingungen leben. Man muss sie nach und nach dahin bringen zu begreifen, dass – je mehr Territorium sie abgeben, und vor allem: je mehr Souveränität sie im Krieg abgeben – desto schneller die Zerstörung ihrer normalen Lebensbedingungen aufhört.

Erinnert ihr euch: In den ersten Kriegsjahren sagten viele, es sei schrecklich, dass auf dem Schlachtfeld Menschen sterben und leiden, dass dort ein solcher Horror herrscht – sowohl im Krieg zwischen den Armeen als auch in den frontnahen Gebieten –, während in allen anderen Teilen der Ukraine die Menschen ein normales Leben führen. Und das sei ein furchtbarer Kontrast. Und ich versuchte zu erklären, dass gerade dieses normale Leben in ukrainischen Städten die Garantie dafür ist, dass die Ukraine in den kommenden Jahrzehnten auf der politischen Landkarte der Welt erhalten bleibt, weil das bedeutet, dass es Putin und Russland nicht gelingt, das normale Leben der Ukrainer zu zerstören, dass es Putin und Russland nicht gelingt, die Ukraine in ein Gebiet zu verwandeln, das zum Leben ungeeignet ist; dass die Russen keinen vollständigen und bedingungslosen Sieg in dem demografischen Krieg erringen können, in dem auf dem Territorium der Ukraine schlicht keine Bevölkerung mehr bleiben soll, in dem alle in andere Länder und Regionen flüchten sollen, und dieses Territorium – entvölkert und in eine Wüste verwandelt – den Russen zufällt; oder vielleicht nicht einmal zufällt, aber dennoch entvölkert und für Entwicklung unbrauchbar bleibt.

Nun sehen wir, dass Russland zur zweiten Phase dieses jahrelangen Krieges übergegangen ist: zur Zerstörung der Bedingungen für ein normales Leben der Ukrainer, zur Verwandlung großer Städte in Fallen für diejenigen, die dort bleiben. Das ist die ganze Logik. Jetzt sagt niemand mehr, dass große Städte normal leben. Viele verlassen die Städte – so wie sie sie in den ersten Monaten 2022 verlassen haben. Und das zeigt, dass ich in meiner Einschätzung dessen, worin der Charakter dieses Krieges besteht, recht hatte. Und nur wenn es der Ukraine gelingt, in der kommenden schwierigen Phase einer solchen Konfrontation mit Russland standzuhalten – und mehr noch: wenn es gelingt, den Zermürbungskrieg auf das Territorium der Russischen Föderation selbst zu tragen –, kann man davon sprechen, dass dieser Krieg mit der Bewahrung der Ukraine auf der politischen Landkarte der Welt enden wird, und mit dem Fortbestehen des ukrainischen Volkes in den Gebieten seines traditionellen ethnischen Lebensraums. Denn jetzt geht es genau darum: darum, dass die Ukraine verschwindet und das ukrainische Volk verschwindet – für Putin.

Genau dafür führt er diesen Krieg. Genau dafür diese Bombardierungen. Nicht, damit Putin ein paar Bezirke der Oblast Donezk unter seine Kontrolle bekommt. Auch ich halte die Vorstellung, dass all das wegen Slowjansk und Kramatorsk geschieht – diese Hunderttausenden Toten der Russen auf dem Schlachtfeld, dieser Verlust des wirtschaftlichen Potentials Russlands, der Verlust der Rolle Russlands als Energiedonor Europas, der Verlust der Villen der russischen Machthaber in Europa, ihrer Konten in westlichen Banken – für absurd. Alles für Kramatorsk? Ihr versteht doch selbst, dass es nicht so ist.

Aber die Ukraine ist es wert, all das zu opfern, weil sie die reale Brücke zur Wiederherstellung des russischen Imperiums in seinen vollwertigen sowjetischen Grenzen und zur geopolitischen Einflussmacht Russlands ist. Dann, glaubt mir, wenn all das zurückgeholt wird, kommen auch die Villen zurück, und das Geld, und die Rolle des Energiesponsors Europas – alles kommt zurück. Auch die Europäer selbst, dann nicht von denen geführt, die heute führen, sondern von ultrarechten und ultralinken Verbündeten Putins, werden Moskau alles geben, was es verlangt – und sogar mehr. In Russland versteht man das sehr gut. Und wir müssen verstehen, worum dieser Krieg geführt wird.

Und natürlich sehen wir, dass der Ansatz zur Beendigung dieses Krieges im Westen derselbe geblieben ist wie seit den ersten Tagen: „Lasst uns entscheiden, wie wir nach dem Krieg leben werden.“ Für mich ist das ein sehr merkwürdiger Ansatz, denn man kann beliebige Investitionsabkommen ausarbeiten, über beliebige Sicherheitsgarantien reden – aber wenn man nicht weiß, wie der russisch-ukrainische Krieg endet, sind all diese Gespräche über Sicherheitsgarantien und wirtschaftliche Investitionen nur der Versuch, die eigene Unfähigkeit zu kaschieren, Russland mit ernsthafteren Mitteln zur Beendigung des Krieges zu zwingen als denen, die der Westen bereits seit 12 Jahren des russisch-ukrainischen Konflikts anwendet.

Man muss anerkennen, dass sich der Westen als vollkommen hilflos und ohnmächtig erwiesen hat, Russland zum Ende dieses Konflikts zu zwingen. Und diese Hilflosigkeit des Westens – von den Vereinigten Staaten bis zur Europäischen Union – wird zu einem realen Trigger für die Verstärkung des politischen Einflusses der Volksrepublik China und der Russischen Föderation. Diese 12 Jahre sind die Jahre ihres vollständigen, bedingungslosen Sieges über die demokratische Welt. Und es ist sehr merkwürdig, dass wir das nicht sehen wollen – denn die Länder des globalen Südens sehen es sehr wohl. Und übrigens: Wenn Trump versucht, auf diese Länder härter Druck auszuüben, zumindest im Hinblick auf wirtschaftliche Verbindungen mit der Russischen Föderation, dann ist das bereits ein gewisses Ergebnis.

Wenn er sagt, Indien werde kein russisches Öl mehr kaufen – auch das kann ehrlich gesagt genau dasselbe sein wie all diese Gespräche über ein Energie-Waffenstillstandsabkommen, wie ihr versteht. Denn der indische Premierminister Narendra Modi kann im Gespräch mit Trump Dinge sagen, und das wäre eine völlig reale Grundlage, würde ich sagen, für Trumps Hoffnung, dass russisches Öl tatsächlich nicht mehr gekauft wird. Aber es kann sein, dass es von staatlichen Unternehmen Indiens, die der Regierung nahestehen, nicht mehr gekauft wird. Private Unternehmen aber können weiter bestimmte Mengen beziehen; es können irgendwelche Umgehungsschemata entstehen. Und das garantiert ebenfalls keineswegs, dass die Lage im Zusammenhang mit dem russisch-ukrainischen Krieg dadurch geregelt werden kann, dass China und Indien Trump versprechen, kein Öl zu kaufen, und diese Versprechen über bestimmte Konstruktionen umgehen, die sie praktizieren.

Also kann man fragen: Was ist der Ausweg aus der Situation? Übrigens sprach heute Senator Lindsey Graham, einer der Unterstützer Donald Trumps, über einen Ausweg: Es sei notwendig, dass die Ukraine Tomahawks erhält. Ich möchte euch an einen realen, würde ich sagen, Fakt erinnern, wie Russland es schafft, seine Haltung gegenüber den Vereinigten Staaten durchzusetzen. Es ist nicht das so, dass Sanktionen gegen Rosneft und Lukoil eingeführt werden – obwohl auch das sehr wichtig ist. Es ist nicht das, dass die Amerikaner ein paar russische Tanker in der westlichen Hemisphäre festgesetzt haben. Es ist vor allem das, dass wir keine weitreichenden Waffen erhalten. Und deshalb kann Putin sicher sein, dass seinem Raffineriekomplex in Wahrheit nichts Ernstes droht. Ja, natürlich kann man eine große Zahl von Kapazitäten außer Betrieb setzen, aber wenn diese Kapazitäten – wie wir verstehen – von Drohnen getroffen werden, kann man sie reparieren. Das wissen wir aus eigener Erfahrung.

Und in dieser Situation ist das ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt, über den wir sprechen, wenn wir das Verhältnis der russischen Schläge gegen die Energieversorgung und unserer Schläge gegen die russische Raffinerieindustrie betrachten. Wir schlagen mit Drohnen, die Russen schlagen mit Raketen. Sie können grundsätzlich bestimmte ukrainische Objekte so treffen, dass sie nicht wiederhergestellt werden können, während wir diesen Objekten, die für den Raffineriekomplex der Russischen Föderation wichtig sind, eher einen temporären Schlag versetzen können. Ganz zu schweigen davon, dass Schläge gegen Raffinerien zwar die Ausgabenlast für den russischen Haushalt erhöhen, aber wir dürfen nicht vergessen, dass das Gewicht der russischen Einnahmen aus Öl und Gas im russischen Budget im Vergleich zu früheren Jahren deutlich gesunken ist: 22 % im vergangenen Jahr.

Das bedeutet, dass die Russische Föderation aufgehört hat, ein Land zu sein, das real von Öl und Gas und deren Preis abhängt. Nichts Gutes gibt es daran für die Russische Föderation. Es bedeutet, dass Putin einfach die Steuern für die Bevölkerung erhöht, dass er in die Taschen gewöhnlicher Bürger greift, dass er in die Taschen der Wirtschaft greift – und dass diese Haltung zur Lage früher oder später zu ernsten Problemen für die gesamte russische Wirtschaft führen wird. Aber die Frage ist immer: Wann wird das eintreten? In den 20er Jahren dieses Jahrhunderts, in diesem Jahr, in den 30er Jahren dieses Jahrhunderts? Wie viele Probleme wird die Ukraine in dieser Zeit haben? Denn der Zermürbungskrieg wird so lange weitergehen, wie Putin Möglichkeiten hat. Und verstehen wir, dass, wenn es diese weitreichenden Waffen gäbe, all das für Russland viel schneller enden würde – nicht in hypothetischen fünf Jahren, sondern in fünf Monaten? Darauf muss man sich konzentrieren.

Aber der Westen denkt über das Niveau von Sicherheitsgarantien nach. Und das ist ebenfalls sehr wichtig, zumal vor dem Hintergrund des Besuchs des NATO-Generalsekretärs Mark Rutte. Und wir können diese Sicherheitsgarantien analysieren. Wobei man wiederum verstehen muss: All diese Sicherheitsgarantien würden erst dann in Kraft treten, wenn Abmachungen über das Ende des russisch-ukrainischen Krieges erreicht würden. Und ich frage mich immer: Wollen unsere westlichen Verbündeten dieses Ende durch Abmachungen mit Russland erreichen – oder ohne solche Abmachungen?

Denn wenn es Abmachungen mit Russland geben sollte, kann ich euch versichern, dass all diese Sicherheitsgarantien niemals mit der Russischen Föderation abgestimmt werden und dass die Russische Föderation niemals einem Modell von Sicherheitsgarantien zustimmen wird, das überhaupt die Beteiligung von NATO-Mitgliedstaaten am Schutz der Ukraine berücksichtigt. Das wird von keinem russischen Teilnehmer unterschrieben und niemals von Putin gebilligt werden. Daher gilt: Entweder ist der Westen bereit, für den Schutz der Ukraine das reale Risiko eines nuklearen Konflikts mit der Russischen Föderation einzugehen – selbst wenn es ein theoretisches Risiko ist. Oder wir verstehen, dass wir in dieser Situation keinerlei Sicherheitsgarantien unterschreiben können, egal, was gerade diskutiert wird.

Die Financial Times berichtete über drei Ebenen von Sicherheitsgarantien. 

  • 24 Stunden: eine diplomatische Warnung an Russland und Maßnahmen der ukrainischen Armee zur Wiederherstellung des Waffenstillstands. 
  • 48 Stunden: Einsatz der Kräfte der sogenannten Koalition der Entschlossenen unter Beteiligung der EU-Staaten, Großbritanniens, Norwegens, Islands und der Türkei. Und 
  • 72 Stunden: eine koordinierte Reaktion westlicher Kräfte einschließlich Unterstützung der Vereinigten Staaten – soweit ich verstehe, logistischer Hilfe. 

Und erneut: Das bestätigte der NATO-Generalsekretär Mark Rutte teilweise, der heute in der Werchowna Rada der Ukraine sprach. Er sagte, er habe diesen Artikel gelesen, bestätigte den Text jedoch nicht; er räumte aber ein, dass es tatsächlich drei Sicherheitsebenen für die Ukraine gebe. 

  • Die erste Ebene sei eine verstärkte ukrainische Armee, die von Partnern finanziert werde – die erste Verteidigungslinie. 
  • Die zweite Ebene sei die Koalition der Entschlossenen, aber der NATO-Generalsekretär erklärte nicht, wie diese Koalition im Falle eines neuen russischen Angriffs handeln würde. 
  • Und die dritte Ebene seien die Vereinigten Staaten, die im Sommer gesagt hätten, sie wollten sich beteiligen – obwohl wir von den Vereinigten Staaten keine Bereitschaft gehört haben, sich an Sicherheitsgarantien im Sinne militärischen Schutzes zu beteiligen.

Also ein solcher dreistufiger Schutz ohne konkrete Ausgestaltung der Beteiligung. Und ich sage ganz klar: Erstens ist es absolut sinnlos, diesen dreistufigen Schutz überhaupt zu diskutieren, solange der Westen nicht versteht, wie er Russland dazu zwingen will, einem solchen dreistufigen Ansatz zuzustimmen. Denn so klingt es eher wie ein Beruhigungs- und Schmerzmittel für die Ukraine: „Glaubt uns: Wenn der Krieg endet, schaffen wir solche Bedingungen. Aber unterschreibt zuerst ein Abkommen mit Russland, in dem klar steht, dass ihr ein neutraler Staat seid, dass ihr kein Recht habt, andere Staaten um Hilfe zu bitten, dass jede Präsenz von Truppen aus NATO-Mitgliedstaaten auf eurem Territorium als Bruch des Waffenstillstands gelten wird und diese Truppen als legitime Ziele betrachtet werden.“ Wir verstehen doch, dass die Russen darauf bestehen werden.

Aber in diesem ganzen, würde ich sagen, dreistufigen Ansatz gibt es eine rationale Sache. Erstens bin ich grundsätzlich der Meinung, dass es in der heutigen Welt überhaupt keine Sicherheitsgarantien gibt. Und all diese Gespräche über Sicherheitsgarantien für die Ukraine sind – ich wiederhole es – ein Beruhigungs- und Schmerzmittel. Wir wissen nicht einmal, wie Artikel 5 der NATO in unserer Zeit funktionieren wird, zumindest unter der Trump-Administration, unter Bedingungen, in denen diese Administration weiter über Grönland sprechen will, also faktisch bereit ist, die Souveränität eben jenes Dänemark zu verletzen, das Verbündeter der Vereinigten Staaten ist und dessen Souveränität die Vereinigten Staaten nach Artikel 5 schützen müssen. Deshalb kann man Sicherheitsgarantien in der heutigen Welt vergessen – einen dicken Punkt hinter diese Gespräche setzen.

Es gibt keine Sicherheitsgarantien mehr – erst recht keine Sicherheitsgarantien in einer Konfrontation mit nuklearen Supermächten –, denn die einzige Sicherheitsgarantie in einer Konfrontation mit einer nuklearen Supermacht ist die Bereitschaft einer anderen nuklearen Supermacht, unmittelbar am Konflikt teilzunehmen und nicht nur durch Bereitstellung von Aufklärungsinformationen oder sogar weitreichenden Waffen. Wenn die andere Supermacht nicht bereit ist, teilzunehmen, dann vergesst es: Ihr seid nicht in Sicherheit. Übrigens betrifft das nicht nur die Ukraine, sondern auch die europäischen NATO-Mitgliedstaaten. Sie haben diese Möglichkeit einer solchen Konfrontation nur noch nicht selbst erfahren – vor allem, weil die Ukraine alle russischen Ressourcen gebunden und faktisch gezeigt hat, dass Russland keine realen militärischen Möglichkeiten für einen Angriff auf europäische Staaten hat.

Aber niemand hat gesagt, dass diese Möglichkeiten nicht in ein paar Jahren auftauchen können – wie viele europäische Politiker sagen. Und niemand hat gesagt, dass diese Möglichkeiten nicht hybriden Charakter annehmen können: etwa im Drohnenkrieg, bei groß angelegten Sabotageakten auf dem Territorium feindlicher Länder. Das kann mit strategischen Militäranlagen und mit Kernkraftwerken zusammenhängen. Man kann vieles tun, um ein feindliches Land in ein Gebiet zu verwandeln, das zum Leben ungeeignet ist – so, wie es jetzt im russisch-ukrainischen Krieg geschieht. Und das wird die Realität des 21. Jahrhunderts in Europa sein, wenn Russland nicht gestoppt wird.

Und nun stellt sich die Frage: Wie? Ich denke, die wichtigste Sicherheitsebene ist die erste: eine starke ukrainische Armee. Viele sprechen vom koreanischen Szenario des Kriegsendes, davon, dass Armeen jahrzehntelang an der Kontaktlinie stehen bleiben. Ich glaube auch, dass es im russisch-ukrainischen Krieg so sein wird: Jahrzehnte der Feindseligkeit, des Misstrauens, der Vorbereitung auf einen neuen Krieg. Das ist bereits die Realität, aus der vielleicht weder die Ukraine noch Russland in den 20er bis 50er Jahren des 21. Jahrhunderts herauskommen werden. Das ist ein Konflikt für Jahrzehnte, ein normaler Friedensvertrag wird nicht zustandekommen. Generationen von Ukrainern und Russen werden in gegenseitigem Hass aufwachsen. Und das wird, kann man sagen, das Gesicht Europas prägen.

Aber wie verhindert man eine echte Wiederholung des Krieges – so wie es in Korea keinen Krieg gibt? Man kann sagen, die Hauptbedingung dafür sei die Präsenz der Amerikaner in Südkorea. Das stimmt. Aber die andere Wahrheit ist: das militärische Potential Südkoreas, das so ernsthaft ist, dass selbst unter Bedingungen, in denen Nordkorea Atomwaffen besitzt, Südkorea die Möglichkeit behält, dem Feind einen Schlag zu versetzen, der dem Bestehen seiner militärischen Objekte, seiner Hauptstadt, seines Regimes ein Ende setzt. Und zu meinem großen Bedauern gibt es keine anderen Sicherheitsgarantien, außer der Fähigkeit, das Nachbarland im Falle eines Angriffs zu einem Ziel zu machen, das zerstört werden kann. Alles andere ist völlig sinnloses Gerede. Das muss man begreifen.

Wenn es wirklich eine starke ukrainische Armee gibt – mit Raketenwaffen, mit starken Raketentruppen, mit eigener Waffenproduktion, mit dem Verständnis, die gesamte Gesellschaft auf die Aufgaben der Stärkung des militärisch-industriellen Komplexes zu konzentrieren –, dann kann eine solche Festung überleben. Wenn am Tag nach dem sogenannten Waffenstillstand – falls er in den nächsten Jahren überhaupt kommt – wieder Gespräche beginnen, dass die Ukraine irgendwie eine gemeinsame Sprache mit Russland finden müsse, dass man Handel treiben müsse, dass man verstehen müsse, man könne nicht immer so leben, dann wird man das auch im Westen sagen, und in der Ukraine selbst wird man für Politiker stimmen, die sagen: „Hört zu, wir müssen Straßen bauen, und ihr kommt wieder mit euren militaristischen Parolen. Ihr ruft uns wieder zum Krieg auf.“ So höre ich das ständig über mich: dass ich wolle, dass der Krieg weitergeht. Als ob ich und nicht Putin die Ukraine angegriffen hätte. Als ob ich und nicht Putin die Ukraine in eine Wüste verwandeln wolle. Als ob ich und nicht Putin nicht verhandeln wolle über reale Friedensabkommen. So wird es auch nach dem Krieg sein. Glaubt mir: Der überwiegende Teil der ukrainischen Gesellschaft wird bereit sein, sich selbst das Grab zu schaufeln, in das er dann fällt.

Ich glaube nicht, dass realistische Schlussfolgerungen gezogen werden – und sie müssen gezogen werden, wenn wir auf ukrainischer Erde leben und überleben wollen. Und genau das wird die Sicherheitsgarantie sein. Aber das kann nur mit Beteiligung der Partner geschehen. Die Ukraine ist nicht besonders groß – im Vergleich zu Russland –, nicht besonders groß in der Bevölkerungszahl – im Vergleich zu Russland –, und ein Land mit zerstörter Wirtschaft. Deshalb geht es nicht darum, was diese Koalition der Entschlossenen garantieren wird, die ohnehin nicht in einen direkten Konflikt mit der Russischen Föderation eintreten wird. Erinnert euch an meine Worte, falls der Krieg endet und ein neuer beginnt: Man wird dennoch einen Vorwand finden, nicht einzutreten, weil das ein direkter nuklearer Konflikt ist, mit dem praktischen Risiko, die Hauptstädte europäischer Länder in Wüste zu verwandeln. Davor wird man große Angst haben. Aber die Finanzierung der ukrainischen Armee, ihr Erhalt in einer Stärke von 800.000 Personen, die Entwicklung des ukrainischen militärisch-industriellen Komplexes – Drohnen, Raketen.

Man kann natürlich glauben, wir müssten vor allem Getreide produzieren. Aber wer schützt dieses Brot, wenn wieder Raketenangriffe beginnen? Man kann glauben, wir müssten Straßen bauen. Aber auf diesen Straßen werden wieder russische Panzer fahren, wenn Drohnen und Raketen ihnen dafür die Möglichkeit schaffen. Man kann natürlich glauben, die Hauptaufgabe eines Staates sei Wohlstand und Entwicklung. Aber wer schützt diesen Wohlstand und diese Entwicklung, wenn die Russen ihn zerstören wollen? Das sind sehr einfache Fragen, die als erstes sich stellen müssen, wenn wir über Sicherheitsgarantien für die Ukraine sprechen.

Eine starke Armee, ein starker Staat und eine bewusste Gesellschaft – und die Bereitschaft der Verbündeten von den Vereinigten Staaten bis Europa, dabei zu helfen. Ohne die Vereinigten Staaten wird in Russland, wie wir verstehen, zumindest in dieser Phase, niemand ernsthaft Rücksicht nehmen. Und dann kann man sagen, dass, wenn es eine solche Position gibt, sie auch in den Verhandlungen über das Einstellen des russisch-ukrainischen Krieges in dieser Phase stark sein wird – egal wie lange diese Verhandlungen stattfinden oder unterbrochen werden und wie viele Enttäuschungen es über diese Verhandlungen im russisch-ukrainischen Krieg gibt. Das ist, wie mir scheint, ebenfalls ein Fakt, den man begreifen muss, wenn wir über das sprechen, was jetzt in dieser Diskussion geschieht.

Ganz zu schweigen davon, dass es mir ziemlich bezeichnend erscheint, dass dieser Angriff genau in dem Moment stattfand, als der NATO-Generalsekretär in die ukrainische Hauptstadt eintraf – in der Nacht, bevor er in der Werchowna Rada sprechen sollte. Das sendet ebenfalls offensichtlich bestimmte Signale Putins: Ihm ist es völlig egal, wer was macht, wer wo spricht und wer wohin kommt; die NATO und die Europäer verachtet er. Denn selbst als nach Kyiv jemand von amerikanischen Beamten ohne irgendwelche ernsthaften Ämter kam, derselbe Keith Kellogg, über dessen realen Einfluss in der Trump-Administration man nur spekulieren konnte, weil er an keinem einzigen Verhandlungsdurchgang mit der Russischen Föderation teilnahm, da hörten die Beschüsse auf. Das ist ebenfalls ein sehr wichtiger Moment, der mit dem zusammenhängt, was im russisch-ukrainischen Krieg geschieht: Die Russen demonstrieren, dass sie Trump respektieren, amerikanische Beamte respektieren, gegenüber den Europäern jedoch verächtlich und ohne jede Ehrfurcht auftreten.

Und das, denke ich, sieht auch der NATO-Generalsekretär, weil er ein Mensch ist, der gute persönliche Beziehungen zu Trump hat. Er versteht: Das ist eine reale Möglichkeit, Trump Informationen zu übermitteln, seine Stimmung zu verändern. Aber wie ihr seht, wirkt das überhaupt nicht auf Russland. Und was kann auf sie wirken? Das, was Senator Lindsey Graham gesagt hat. Tomahawks.


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Titel des Originals: Путін використав Трампа: що далі | Віталій Портников. 03.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 03.02.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Eine unerwartete Wendung in den Verhandlungen | Vitaly Portnikov. 02.02.2026.

Der Sonderbeauftragte des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff, wird zu den Verhandlungen zwischen der russischen und der ukrainischen Delegation nach Abu Dhabi reisen, die am 3.–4. Februar stattfinden sollen.

Zuvor hatte der Außenminister der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, wie bekannt, die mögliche Anwesenheit von Steve Witkoff und Jared Kushner bei den für den 1. Februar geplanten Gesprächen ausgeschlossen. Marco Rubio erklärte, dass die Verhandlungen zwischen der russischen und der ukrainischen Delegation ohne die Anwesenheit amerikanischer Sonderbeauftragter stattfinden würden. Daraus ließ sich schließen, dass die Amerikaner von diesen Konsultationen keine ernsthaften Ergebnisse erwarteten und Witkoff sowie Kushner deshalb keine Notwendigkeit sahen, persönlich anwesend zu sein. Nun jedoch, wie wir feststellen können, ändert sich der amerikanische Ansatz. 

Ebenfalls interessant ist die Tatsache, dass Volodymyr Zelensky, der die weiteren Verhandlungen mit Mitgliedern der ukrainischen Delegation besprochen hat, betonte, man müsse sich vor allem auf die Kontakte mit der amerikanischen Seite konzentrieren. Daraus lässt sich schließen, dass man in Kyiv von Gesprächen mit den Russen vorerst nichts Substanzielles erwartet und sich darüber im Klaren ist, dass die russische Delegation weniger an der Suche nach Wegen zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges interessiert ist als an einer Verzögerungstaktik.

Somit sind für uns tatsächlich die Kontakte mit den amerikanischen Vertretern von entscheidender Bedeutung, um gemeinsamen Druck auf die Russen zu erörtern und den russischen Präsidenten dazu zu zwingen, nicht über Zeitgewinn, sondern über das Ende des russisch-ukrainischen Krieges nachzudenken. Dies erscheint als ein äußerst wichtiger Punkt für den weiteren Verlauf des Verhandlungsprozesses.

Wenn Amerikaner und Ukrainer während der Gespräche ihre eigenen Schritte und Absichten koordinieren und man in Moskau erkennt, dass es nicht möglich sein wird, ohne ernsthafte Zugeständnisse Putins die Zeit endlos hinauszuzögern, ist das eine Entwicklung. Wenn jedoch in den Vereinigten Staaten die russischen Absichten als Ausdruck eines tatsächlichen Willens des Kremls zur Beendigung des Krieges interpretiert werden, ist das eine völlig andere Geschichte.

Es sei daran erinnert, dass Steve Witkoff während des letzten Besuchs des Sonderbeauftragten des russischen Präsidenten, Kirill Dmitrijew, in Miami diesem gegenüber Komplimente äußerte und betonte, dass er die russischen Bestrebungen zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges durchaus positiv einschätze. Und ich erinnere daran, dass es genau Dmitrijew war, der – offenbar gemeinsam mit dem außenpolitischen Berater des Präsidenten der Russischen Föderation, Juri Uschakow – jenen Plan mit 28 Punkten entworfen hat, mit dem zunächst Witkoff und Kushner vertraut gemacht wurden und dessen Details später auch den Lesern amerikanischer Medien bekannt wurden.

Daher schließe ich nicht aus, dass eine der zentralen Aufgaben Dmitrijews derzeit darin besteht, die Amerikaner von Putins angeblichen Friedensabsichten zu überzeugen. Und möglicherweise gerade deshalb, weil Witkoff sich bei dem Treffen mit dem russischen Vertreter tatsächlich von diesen Absichten überzeugt hat, änderte er seine Haltung und entschloss sich nun, nach Abu Dhabi zu reisen, um persönlich an den Konsultationen zwischen Russen und Ukrainern teilzunehmen.

Die entscheidende Fragen sind jedoch: Auf wen wird Witkoff während dieser Konsultationen mehr Druck ausüben? Wer wird der tatsächliche Verbündete des amerikanischen Sonderbeauftragten bei den Verhandlungen sein – die Russen oder die Ukrainer? Wird Washington weiterhin darauf bestehen, dass die Ukrainer den Teil des Gebiets der Oblast Donezk verlassen, der sich derzeit unter der Kontrolle der legitimen ukrainischen Regierung befindet, und dies als reale Möglichkeit zur Beendigung des Krieges darstellen? Oder erkennen die Vereinigten Staaten, dass der Präsident der Russischen Föderation die Donbass-Frage nutzt, um die Kampfhandlungen hinauszuzögern und die Konfrontation mit der Ukraine fortzusetzen?

Das sind, wie ich sagen würde, die zentralen Fragen des aktuellen Verhandlungsprozesses. Denn wenn wir der Logik des Außenministers der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, folgen, der meint, dass sich derzeit alles auf die territoriale Frage konzentriert habe und alle anderen Fragen tatsächlich bereits gelöst seien, werden wir womöglich nicht bemerken, wie die Vereinigten Staaten gemeinsam mit der Russischen Föderation beginnen, Druck auf die Ukraine auszuüben. Und falls dieser Druck theoretisch Erfolg haben sollte, würden sie sehr schnell auf neue, noch härtere Bedingungen seitens Russlands stoßen.

So haben wir kürzlich etwa gehört, dass jegliche Form der Präsenz eines Friedenstruppenkontingents auf dem Territorium der Ukraine als unzulässig betrachtet wird. Wir hörten vom russischen Außenminister, dass es die Europäer seien, die den von Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump organisierten Friedensprozess behinderten, während sich Russland stattdessen direkt mit den Amerikanern ohne europäische Beteiligung verständigen wolle. Das heißt, es lassen sich sehr viele Wünsche und Forderungen formulieren, die selbst nach einer vermeintlichen Lösung der sogenannten territorialen Frage es Putin ermöglichen würden, die Ukraine weiter zu terrorisieren und seinen Abnutzungskrieg fortzuführen.

Deshalb ist die wichtigste Frage tatsächlich der Druck auf Russland. Und aus dieser Perspektive erscheint es mir positiv, dass zumindest aus wirtschaftlicher Sicht auch der Präsident der Vereinigten Staaten diesen Druck nicht vergisst. Er erklärte, er habe sich mit dem Premierminister Indiens darauf geeinigt, dass Indien künftig kein russisches Öl mehr kaufen werde, was zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges beitragen könne.

Je geringer die Energieeinnahmen des russischen Staatshaushalts werden – auch wenn dieser heute längst nicht mehr in dem Maße von Öl und Gas abhängt wie noch vor einigen Jahren –, desto stärker wird Putin gezwungen sein, über ein Ende des Krieges nachzudenken. Denn die weitere Suche nach Geld in den Taschen der eigenen Bevölkerung könnte selbst das derzeit noch bestehende Maß an sozialer Stabilität in der Russischen Föderation untergraben.

Und das erinnert uns erneut daran, dass das eigentliche Instrument zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges – unabhängig davon, welche Konsultationen oder Verhandlungen stattfinden – der Druck auf das Putin-Regime bleibt, und nicht Gespräche, in denen sich Putin weiterhin wohler fühlt als auf dem Schlachtfeld oder im wirtschaftlichen Dialog mit dem Westen. Sofern man Sanktionsdruck überhaupt als Dialog bezeichnen kann.


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Titel des Originals: Несподіваний поворот у перемовинах | Віталій Портников. 02.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 02.02.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Neue Umstände der Verhandlungen | Vitaly Portnikov. 02.02.2026

Der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, hat ein neues Datum für die Verhandlungen genannt, die zwischen der russischen und der ukrainischen Delegation stattfinden sollen. Wie bekannt war, ging man zuvor davon aus, dass Vertreter Moskaus und Kyivs unter Beteiligung nicht näher benannten amerikanischen Beamten bereits am 1. Februar zu Gesprächen zusammenkommen könnten. Am Sonntag jedoch fanden keinerlei Kontakte zwischen der russischen und der ukrainischen Seite statt. Nun ist von dem Zeitraum 4.–5. Februar die Rede.

Bislang ist unbekannt, wo genau die Verhandlungen stattfinden werden und ob die Vereinigten Staaten dabei vertreten sein werden. Doch unmittelbar vor der neuen Runde von Konsultationen gaben zwei hochrangige russische Politiker – der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrates der Russischen Föderation und ehemalige Präsident des Landes Dmitri Medwedew sowie der Leiter des russischen Außenministeriums Sergej Lawrow – Erklärungen ab, die deutlich machen, dass Russland seine Haltung vollständig beibehält und in absehbarer Zukunft kein Ende der Kampfhandlungen vorsieht.

Medwedew versicherte Journalisten, die mit ihm sprachen, des Sieges Russlands in diesem Krieg und betonte, dass sich dieser Krieg auch auf andere Länder ausweiten könne. Lawrow wiederum beschuldigte die Europäer, sie verhinderten die Entwicklung der russisch-amerikanischen Beziehungen.

Gemeinsam war diesen Erklärungen Medwedews und Lawrows vor allem der Wunsch, zu unterstreichen, dass Russland eine Großmacht sei, die zur Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten bereit sei. Und genau dies spiegelt die Taktik wider, der Putin im vergangenen Jahr gefolgt ist.

Er erinnert ständig daran, dass er zu Diskussionen und produktiver Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten bereit sei und dass selbst dann, wenn es keine ernsthaften Anzeichen für ein gegenseitiges Verständnis gebe, die Lage nicht zu einem größeren Konflikt eskalieren dürfe.

Darauf verwies auch Lawrow in seiner Erklärung, in der er betonte, eine schärfere Konfrontation zwischen der Russischen Föderation und den Vereinigten Staaten wäre nicht nur ein Fehler, sondern ein echtes Verbrechen. Dies ist zugleich eine Aufforderung an die Trump-Administration, ihre Unterstützung für die Ukraine nicht zu intensivieren, da eine solche Hilfe angeblich gerade zu einer Eskalation des Konflikts zwischen Moskau und Washington führen könne.

Man kann also sagen, dass Lawrow erklärt hat, was das eigentliche Ziel der Verhandlungen ist, mit denen sich Russland beschäftigt: eine wirksamere Unterstützung der Ukraine durch die Vereinigten Staaten zu verhindern und damit die Bedingungen für die eigenen Streitkräfte in diesem Krieg zu verbessern.

Das ist aus der Sicht eines Aggressors absolut logisch, der weiterhin darauf hofft, dass der Vormarsch seiner Truppen und die Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur die Nachbarstaat irgendwann zur Kapitulation zwingen und zu seinem Verschwinden von der politischen Landkarte der Welt beitragen werden. 

Für die Vereinigten Staaten hingegen ist diese Logik unverständlich, da sie eine faktische Unfähigkeit demonstrieren, ernsthaften Einfluss auf die russische Position auszuüben – trotz neuer Wirtschaftssanktionen gegen die russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil sowie der Jagd auf Tanker der russischen Schattenflotte.

So entsteht die Situation, dass die Vereinigten Staaten einerseits über die Bedrohungen sprechen, die Russland für Amerika selbst darstellt. So wird etwa die Einführung des Ausnahmezustands im Zusammenhang mit den Handlungen Kubas mit der Existenz einer russischen Radaranlage auf der Insel begründet – einer Anlage, die dort übrigens seit vielen Jahren nicht mehr existiert. Wenn es jedoch um den Krieg Russlands gegen die Ukraine geht, scheint man diese Bedrohung Russlands für die Vereinigten Staaten kaum wahrzunehmen.

Daher tritt die Frage, welche Themen bei den Verhandlungen behandelt werden sollen, angesichts der kriegerischen Erklärungen der russischen Führung in den Hintergrund. Einerseits demonstriert Moskau seine Bereitschaft zu solchen Konsultationen, andererseits zeigt es keinerlei Wunsch, eine kompromissfähige Position zu suchen.

Wie schon faktisch seit 2022 betrachtet der Kreml jegliche Verhandlungen mit der Ukraine ausschließlich als Mittel für weiteren Druck auf die Position der ukrainischen Führung und als Möglichkeit, in den Beziehungen zu den westlichen Staaten Zeit zu gewinnen. Mit dem Einzug Donald Trumps ins Oval Office hat sich diese Taktik nur noch verstärkt und richtet sich nun zusätzlich auf den Aufbau neuer Kontakte zur amerikanischen Administration, die selbstverständlich vor allem auf der Bewerbung wirtschaftlicher Beziehungen zwischen Moskau und Washington beruhen sollen – worüber Sergej Lawrow ebenfalls sprach.

Wie kann man auf eine solche Taktik Moskaus reagieren? Natürlich hofft derzeit kaum jemand auf Kompromisslösungen, die aus den russisch-ukrainischen Konsultationen hervorgehen könnten – vorausgesetzt, diese Konsultationen finden tatsächlich am 4.–5. Februar statt. Gleichzeitig kann die Ukraine jedoch nicht auf Konsultationen verzichten, da wir uns faktisch alle in einem Theaterstück für einen einzigen Zuschauer befinden: Donald Trump.

Und man sollte nicht vergessen, dass auch die Aufführung selbst Zwischenergebnisse liefert. Wenn beispielsweise das sogenannte Energie-Waffenstillstandsabkommen tatsächlich funktioniert hat und in den kommenden Tagen nicht aufgehoben wird – wobei es bereits Anzeichen dafür gibt, dass die Russen neue massive Angriffe auf die Ukraine vorbereiten –, dann ist dies bereits ein erstes Ergebnis der Konsultationen. Denn Donald Trump könnte praktische Resultate von den Treffen der russischen, ukrainischen und amerikanischen Verhandler erwarten und Putin zu solchen Konsultationen und zu praktischen Ergebnissen drängen.

Es könnte sich sogar herausstellen, dass das Energie-Waffenstillstandsabkommen nicht das einzige positive Ergebnis dieses theatralischen Prozesses bleibt, dass punktuelle Waffenruhen und Versuche der Deeskalation den gesamten Verhandlungsprozess begleiten werden – selbst dann, wenn er sich über Jahre hinzieht. Und genau dies würde die Alternative zu einem umfassenden Waffenstillstand und zu realistischen Perspektiven für ein Ende des Krieges in absehbarer Zeit darstellen.

Natürlich ist dies nicht das, was Donald Trump sich vom Verhandlungsprozess erhoffen würde. Und offensichtlich auch nicht das, was die Ukrainer sich wünschen. Aber es ist ebenso wenig das, was der russische Präsident sich wünschen würde, der bislang hofft, die nächsten Monate – vielleicht sogar Jahre – des russisch-ukrainischen Krieges mit völlig freien Händen, ohne Verpflichtungen, führen zu können.

So wird es jedoch nicht kommen. Denn mit jedem neuen Monat des russisch-ukrainischen Krieges wird Trump – zusätzlich gebunden durch den Wahlkampf in den Vereinigten Staaten – vom russischen Präsidenten immer neue Zugeständnisse verlangen, im Austausch für das Ausbleiben neuer Sanktionen und für neue Schritte, die die angebliche Konstruktivität der Position Putins demonstrieren sollen.


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Titel des Originals: Нові обставини перемовин | Віталій
Портников. 02.02.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 02.02.2026./span>
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Warum die Verhandlungen verschoben wurden | Vitaly Portnikov. 01.02.2026.

Die neue Runde der ukrainisch-russischen Verhandlungen, die an diesem Sonntag beginnen sollte, wurde auf die kommende Woche verschoben. Bislang ist unbekannt, wann diese Konsultationen wieder aufgenommen werden und wo sie stattfinden sollen; ebenso unklar ist das Format der Beteiligung der amerikanischen Seite an diesen neuen Gesprächen.

Wie zuvor bekannt wurde, schloss der Außenminister der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, die Teilnahme der Sonderbeauftragten des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff und Jared Kushner, an den für Sonntag geplanten Verhandlungen aus, ließ jedoch die Möglichkeit einer Präsenz der Vereinigten Staaten bei den Gesprächen offen. Das heißt, an den Ort, an dem sie hätten stattfinden sollen, aber nicht stattfanden, hätten andere Vertreter der Vereinigten Staaten anreisen können.

Gleichzeitig kann man nicht sagen, dass die Vereinigten Staaten nicht am Verhandlungsprozess beteiligt sind. Denn unmittelbar vor der erwarteten Runde der russisch-ukrainischen Gespräche trafen sich Steve Witkoff, Jared Kushner und Kirill Dmitrijew, der russische Sonderbeauftragte, der nach Miami gereist war. Nach diesen Treffen wirkte Steve Witkoff optimistisch, doch wie wir sehen, sind neue Konsultationen zwischen Moskau und Kyiv bislang ausgeblieben. Warum?

Erstens würde ich mir keine allzu großen Hoffnungen auf diese Gespräche machen. Das musste schon mehrfach erklärt werden. Jegliche Gespräche über Frieden, die vor dem Hintergrund fortdauernder Kampfhandlungen stattfinden, dienen eher der Verzögerung als dem tatsächlichen Wunsch, den Krieg zu beenden. Wenn der russische Präsident wirklich an einem solchen Ende interessiert wäre, hätte der erste Schritt eine Entscheidung über die Einstellung des Feuers an der russisch-ukrainischen Front sein müssen, über die Beendigung des Beschusses ukrainischer Städte – und nicht der Wunsch, Friedensverhandlungen während aktiver Kampfhandlungen zu führen. Und als der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, dieser Formel Putins zustimmte, eröffnete er dem russischen Präsidenten faktisch den Weg zu einer jahrelangen Verzögerung.

Zweitens müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass selbst dann, wenn Vertreter der russischen und ukrainischen Delegationen gemeinsam mit den Amerikanern Details im Zusammenhang mit dem Friedensprozess diskutieren – Details, die die Streitkräfte, die Geheimdienste oder andere Kontexte betreffen, die mit dem Ende der Kampfhandlungen verbunden wären –, all diese Details nur dann wirksam werden können, wenn eine grundlegende politische Entscheidung getroffen wird.

Das heißt, wenn die Führung der Ukraine und Russlands der realen Notwendigkeit zustimmt, den Krieg zu beenden oder zumindest das Feuer einzustellen. Verhandlungen auf Expertenebene können einem solchen Prozess zwar vorausgehen, sie ersetzen ihn jedoch nicht. Und bislang sehen wir weder beim russischen Präsidenten Putin noch bei hochrangigen russischen Beamten auch nur den Schatten öffentlicher Erklärungen, dass sie zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges bereit wären.

Daher sollte man nicht erwarten, dass sich Vertreter Russlands und der Ukraine selbst unter Beteiligung von Witkoff und Kushner in Abu Dhabi oder in irgendeiner anderen Stadt treffen und vereinbaren, dass der Krieg beendet ist. In diesem Punkt hat der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, recht, wenn er sagt, dass er bereit ist, sich mit dem russischen Präsidenten Putin zu treffen, um die derzeit grundsätzlichsten Fragen des Verhandlungsprozesses zu lösen – insbesondere die Frage der Territorien und des Kernkraftwerks Saporischschja.

Doch erstens verstehen wir, dass Putin zu einem solchen Treffen mit Zelensky nicht bereit ist. Und zweitens: Wer hat gesagt, dass diese Fragen für Russland tatsächlich grundlegend sind? Ja, die Russen sprechen darüber. Sie sagen, dass es unmöglich sei, die Kampfhandlungen zu beenden, ohne dass die ukrainische Armee die Gebiete der Oblast Donezk verlässt, die sich heute unter der Kontrolle der legitimen ukrainischen Regierung befinden. Doch das sind lediglich Vorwände, die es Putin erlauben, den Krieg fortzusetzen und zu erklären, warum er das Feuer nicht einstellt.

Selbst wenn man sich theoretisch vorstellt, dass die ukrainische Führung irgendeinem Schema zum Abzug der ukrainischen Truppen aus dem Gebiet der Oblast Donezk zustimmen würde – und wir wissen, dass die Trump-Administration derzeit aktiv an einem solchen Schema arbeitet –, wäre auch in diesem Fall kaum zu erwarten, dass Russland tatsächlich einem Waffenstillstand an der russisch-ukrainischen Front zustimmt. Denn dies wäre keine Bedingung zur Beendigung des Krieges, sondern vielmehr eine Bedingung für seine Fortsetzung, für die weitere Destabilisierung der Ukraine und für die Suche nach Wegen einer solchen Destabilisierung.

Offensichtlich ist der russische Präsident daran interessiert, dass jegliche politischen Entscheidungen, die im Rahmen eines Friedensprozesses getroffen werden, seiner Armee die Eroberung neuer ukrainischer Gebiete erleichtern. Und er kann ernsthaft hoffen, dass, wenn die ukrainische Führung zustimmt, die Truppen kampflos aus dem Gebiet der Oblast Donezk abzuziehen, während ein großer Teil der ukrainischen Gesellschaft dies nicht akzeptiert, ihm dies die Aufgabe erleichtert, die ukrainische Staatlichkeit zu zerstören – was für Putin in diesem Krieg weiterhin das wichtigste Ziel bleibt. Kein anderes Ziel ist damit vergleichbar.

Daher stellt sich eine recht einfache Frage: Werden überhaupt neue Verhandlungen zwischen der russischen und der ukrainischen Delegation stattfinden? Ich denke, das Potenzial für Konsultationen über Details ist noch nicht ausgeschöpft, aus dem einfachen Grund, dass Putin keinen Streit mit Trump will. Und jede entschiedene Weigerung Russlands, Verhandlungen zu führen, würde demonstrieren, dass der russische Präsident nicht auf den amerikanischen hört.

Doch ob während solcher Verhandlungen irgendwelche realen Ergebnisse erzielt werden können, ist eine große Frage. Denn ein tatsächliches Ende des Krieges, ein wirklicher Waffenstillstand, hängt nicht davon ab, wie sich einzelne Beamte während Konsultationen auf Details einigen. Das Ende des Krieges hängt vom politischen Willen ab – und zwar in erster Linie von demjenigen, der diesen Krieg begonnen hat, der die Entscheidung getroffen hat, ein Nachbarland anzugreifen, um es zu zerstören.

Und beim Präsidenten der Russischen Föderation, Putin, beobachten wir bis heute nicht einmal einen Hinweis auf das Vorhandensein eines solchen politischen Willens. Hingegen sehen wir Hinweise auf einen politischen Willen zur Fortsetzung des Krieges. Und deshalb können nur Druck auf Russland sowie die Schwächung seines wirtschaftlichen und militärischen Potenzials dazu führen, dass bei Putin ein anderer politischer Wille, ein anderes politisches Begehren entsteht.

Aber glauben Sie mir: Dann wird es ein völlig anderer, kein imitierter Verhandlungsprozess mehr sein. Und er wird – glauben Sie mir – von einer Einstellung des Feuers an der russisch-ukrainischen Front begleitet werden, als Voraussetzung für echte Verhandlungen zwischen Moskau und Kyiv.


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Titel des Originals: Чому перенесли перемовини | Віталій Портников. 01.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 01.02.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Zelensky könnte sich mit Putin treffen | Vitaly Portnikov. 27.01.2026.

Der Außenminister der Ukraine, Andrij Sybiha, betonte, dass Präsident der Ukraine Volodymyr Zelensky sich mit Putin treffen könnte, um zwei zentrale Fragen zu erörtern: die territoriale Frage sowie das Schicksal des Atomkraftwerks Saporischschja, das bereits 2022 von Russland besetzt wurde. Es wird davon ausgegangen, dass gerade diese Fragen die schwierigsten in den Verhandlungen sind, die bereits in Abu Dhabi zwischen russischen, ukrainischen und amerikanischen Delegationen begonnen haben und sich laut Zelensky noch in dieser Woche fortsetzen könnten.

Es stellt sich jedoch die Frage, wie realistisch die Bestrebungen Kyivs sind, die Territorialfrage und das Atomkraftwerk Saporischschja auf die Ebene eines Präsidentengipfels zu heben. Offensichtlich sind diese Fragen für Putin nicht nur im Hinblick auf eine Beendigung oder zumindest ein Einfrieren der Kampfhandlungen von entscheidender Bedeutung, sondern auch im Hinblick auf eine Destabilisierung der Lage in der Ukraine, falls Kiew den Moskauer Forderungen nach einem Abzug der ukrainischen Truppen aus dem gesamten Gebiet der Donezker und Luhansker Oblaste zustimmen sollte.

Die Aussagen des ukrainischen Außenministers über die Bereitschaft des ukrainischen Präsidenten zu einem Treffen mit dem russischen Präsidenten erfolgen vor dem Hintergrund eines erneuten barbarischen Angriffs Russlands auf die Ukraine, der Zerstörungen in Odesa und den Tod von Zivilisten zur Folge hatte. Und dies ist nur ein Teil der Angriffe, die in letzter Zeit stattgefunden haben und die nahezu täglich erfolgen.

Vor diesem Hintergrund ist natürlich die wichtigste Frage, inwieweit der russische Präsident überhaupt an einer Friedensvereinbarung interessiert ist und ob die Veränderung der Zusammensetzung der russischen Delegation bei den bereits in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattgefundenen Verhandlungen tatsächlich den Wunsch Putins widerspiegelt, sich zu einigen – oder ob es sich lediglich um den Austausch russischer Unterhändler gegen erfahrenere Manipulatoren mit Generalsrängen handelt.

In jedem Fall ist klar, dass ein Treffen der Präsidenten der Ukraine und Russlands nahezu die letzte Etappe auf der Suche nach Wegen zur Beendigung des jahrelangen russisch-ukrainischen Krieges darstellt. Allerdings gab es bereits in der Vergangenheit Situationen, in denen beide Präsidenten den Sinn von Treffen auf höchster Ebene völlig unterschiedlich verstanden haben.

Für Volodymyr Zelensky ist ein solches Treffen stets eine Gelegenheit, auf Präsidentenebene Vereinbarungen zu treffen und Fragen zu lösen, die von Verhandlungsdelegationen nicht geklärt werden können. Übrigens verfolgt auch der amerikanische Präsident Donald Trump genau diesen Ansatz in Bezug auf Verhandlungspositionen. Zwar ist er daran interessiert, dass Vorabvereinbarungen bereits vor einem Treffen der Staatschefs erzielt werden, doch die kritischen Fragen, die Regierungsmitglieder nicht untereinander klären können, ist er bereit, direkt mit seinen Amtskollegen zu besprechen.

Putin hingegen vertritt traditionell eine völlig andere Position. Er ist der Ansicht, dass sämtliche Fragen bereits vor einem Treffen der Präsidenten geklärt werden müssen und dass sich Staatschefs ausschließlich treffen sollten, um die Ergebnisse der Verhandlungen ihrer Delegationen abzusegnen. Jegliche zusätzlichen Diskussionen werden von Putin daher nicht begrüßt und als Versuch verstanden, bereits erzielte Ergebnisse der Vorverhandlungen zu umgehen.

Genau damit hing übrigens auch das Missverständnis zusammen, das während des ersten und bislang einzigen Treffens der russischen und ukrainischen Präsidenten bei der Wiederbelebung des Normandie-Formats in Paris auftrat. Damals versuchte Zelensky, Putin zu einem realistischen Dialog zu bewegen, während der russische Präsident lediglich daran interessiert war, dass der ukrainische Präsident jene Punkte bestätigte, die aus seiner Sicht bereits von den russischen und ukrainischen Delegationen in der Vorbereitungsphase des Normandie-Treffens vereinbart worden waren.

Natürlich blieben viele der grundlegendsten Fragen des russisch-ukrainischen Dialogs damals nicht nur außerhalb dieser Vereinbarungen, sondern auch jenseits der Handlungsmöglichkeiten der Berater Zelenskys und Putins. Doch Putin war mit dieser Situation vollkommen zufrieden. Ihm sagte die Ungewissheit zu, während Zelensky versuchte, eine Lösung für den Konflikt zu finden, der seit 2014 – seit der Besetzung und späteren Annexion der ukrainischen Krim – zwischen Russland und der Ukraine andauerte. So bedeutet selbst der Wunsch nach einem Treffen mit Putin keineswegs, dass bei einem solchen Dialog grundlegende Fragen gelöst werden könnten.

Die wichtigste Frage bleibt jedoch: Ist der russische Präsident tatsächlich an einem Waffenstillstand und an der Beendigung des Krieges interessiert? Das Einzige, was wir heute mit Sicherheit über Putins Interessen sagen können, ist, dass er keinen Konflikt mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump will, der den Druck auf die Russische Föderation verstärken könnte, und dass er kein weiteres Schrumpfen des geopolitischen Einflusses Russlands wünscht – eines Einflusses, der ohnehin bereits deutlich hinter dem der Vereinigten Staaten zurückbleibt und Russland nicht einmal erlaubt, seinen treuen Verbündeten wie etwa Baschar al-Assad oder Nicolás Maduro wirksam zu helfen. In dieser Situation versteht Putin natürlich, dass er Ressourcen benötigt, um Russland zumindest in seiner eigenen Vorstellung als geopolitischen Akteur zu erhalten – Ressourcen, die im Verlauf des jahrelangen russisch-ukrainischen Krieges allmählich erschöpft werden.

All dies ist nachvollziehbar. Unklar bleibt jedoch, zu welchen Zugeständnissen der russische Präsident bereit ist, um einen Konflikt mit seinem amerikanischen Amtskollegen zu vermeiden. Und ob er ausgerechnet in Territorialfragen – also beim Abzug der ukrainischen Truppen aus den befestigten Stellungen in der Donezker Oblast – sowie in der Frage des Atomkraftwerks Saporischschja, also der Zugehörigkeit dieses für die ukrainische Energieversorgung zentralen Objekts, zu realistischen Kompromissen mit dem ukrainischen Präsidenten bereit ist. Bislang haben wir keinerlei Bereitschaft gesehen, einen solchen Kompromiss zu finden.

Und schließlich stellt sich die entscheidende Frage: Beabsichtigt Putin überhaupt, sich mit Zelensky zu treffen? Zwar könnte ein solches Treffen in einem trilateralen Format stattfinden, bei dem auch der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, anwesend wäre und Putin einem solchen Treffen kaum widersprechen könnte. Doch damit ein trilateraler Gipfel tatsächlich zustande kommt, müssten – so paradox es klingt – all jene grundlegenden Fragen gelöst werden, von denen der ukrainische Außenminister derzeit spricht. Und zwar aus russischer Sicht nicht während, sondern bereits vor dem Gipfel der Präsidenten. Denn Putin kann Trump jederzeit erklären, dass ein Treffen „nicht an der Zeit“ sei.

Gerade weil diese grundlegenden Fragen ungelöst sind und Russland nicht bereit ist, auf seine Forderungen zur Beendigung des Krieges zu verzichten, bleibt auch das Treffen der Präsidenten der Vereinigten Staaten, der Ukraine und Russlands weiterhin ungewiss.


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Artikel
Titel des Originals: Зеленський може зустрітися з Путіним |
Віталій Портников. 27.01.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 27.01.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Werden sich Zelensky und Putin treffen? Vitaly Portnikov. 26.01.2026.

https://hromada.us/uk/articles/2026/01/26/will-zelensky-and-putin-meet?fbclid=IwZnRzaAPl65hleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZAo2NjI4NTY4Mzc5AAEexaK_c218HQyiU1lA0s2hyYbGgoBmqxK5Z9yZGtgIcxqU9XYcyI4iIxlS0YY_aem_O6xyv5wBGbT5rSuEFXtOLA

Nach den ersten trilateralen Verhandlungen in Abu Dhabi seit Beginn des großen russisch-ukrainischen Krieges ließen Quellen in der amerikanischen Administration verlauten, dass es bald zu einem persönlichen Treffen zwischen Volodymyr Zelensky und Putin kommen könnte. Politische Fantasie? Möglich. Aber auch das trilaterale Treffen selbst galt bis vor Kurzem noch als politische Fantasie. Und dennoch hat es stattgefunden.

Wenn wir inzwischen fast schon routinemäßig davon sprechen, dass Putin weniger verhandelt als vielmehr Verhandlungen imitiert – also Zeit schindet –, müssen wir verstehen: Selbst für eine Imitation braucht es eine Agenda. Das Entscheidende ist jedoch, dass der russische Präsident offenkundig nicht an einer direkten Konfrontation mit seinem amerikanischen Amtskollegen interessiert ist und alles tut, um eine solche Konfrontation zu vermeiden.

Dazu muss er vor allem Friedfertigkeit demonstrieren und Bereitschaft zeigen, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden. Und hier scheint das Arsenal an „Tricks“, mit denen der Kreml-Zauberer versucht, sein Publikum zu hypnotisieren, allmählich erschöpft zu sein.

In den ersten Monaten nach der Rückkehr Donald Trumps ins Oval Office reichten Telefonanrufe und Gespräche über mögliche Wege zur Beendigung des Krieges aus: Der amerikanische Präsident drängte auf einen Waffenstillstand, der russische lehnte höflich ab.

Später, als Trump von „wunderbaren Telefonaten“ sprach, die zu keinerlei Ergebnissen führten, schlug Putin vor, den Istanbuler Prozess zu „reaktivieren“ – ohne reale Fortschritte. Es kam zu einem bilateralen Treffen in Anchorage, doch auch dort gelang keine Einigung; später sprach man lediglich vom „Geist“ dieses Treffens, worunter man in Moskau weiterhin den Abzug ukrainischer Truppen aus den nicht besetzten Gebieten des Donbas versteht.

Danach versuchte Putin, die Lieferung weitreichender Waffen an die Ukraine zu verhindern, und vereinbarte mit Trump ein Treffen in Budapest. Dieser Gipfel scheiterte jedoch, nachdem die Außenminister keine möglichen Vereinbarungen abstimmen konnten. Ein verärgerter Trump verhängte daraufhin Sanktionen gegen russische Ölgiganten. Und genau in diesem Moment tauchte der von russischer Seite dem Weißen Haus vorgeschlagene „Friedensplan“ auf. Doch um diesen zu diskutieren und Ernsthaftigkeit zu demonstrieren, muss man sich treffen.

Und genau an diesem Punkt befinden wir uns jetzt. Die Russen mussten sich sogar auf ein trilaterales Treffen einlassen, um Friedfertigkeit zu demonstrieren. Doch Washington wird Moskau zu weiteren Schritten drängen – sogar zu einem Treffen der Präsidenten, das dann zweifellos als diplomatischer Triumph Donald Trumps gelten würde. Denn Zelensky und Putin an einen Tisch zu bringen, ist ungleich schwieriger, als etwa den armenischen Premier Paschinjan und den aserbaidschanischen Präsidenten Alijew zusammenzuführen, die sich vor ihrem Besuch im Oval Office bereits mehrfach persönlich getroffen hatten.

Bedeutet das, dass wir uns dem Ende des Krieges nähern? Keine Verhandlungen, selbst auf höchster Ebene, garantieren dies. Es gibt jedoch eine andere wichtige Formel, die mit dem realen Zustand der russischen Wirtschaft und Putins Bereitschaft zusammenhängt, neue westliche Sanktionen zu riskieren. Sollte der russische Präsident zu dem Schluss kommen, dass seine wirtschaftlichen Möglichkeiten es nicht erlauben, den Krieg noch mehrere Jahre fortzusetzen, und dass neue Sanktionen die Lage der russischen Wirtschaft erheblich verschlechtern würden, dann wird er sowohl einem Treffen mit Zelensky als auch einem Ende der Kampfhandlungen zustimmen.

Kann man sagen, dass wir bereits Anzeichen eines solchen Sinneswandels sehen – vor dem Hintergrund der brutalen Bombardierungen der ukrainischen Energieinfrastruktur und der Versuche, die Zivilbevölkerung buchstäblich erfrieren zu lassen? In gewissem Maße sind solche Anzeichen gerade die trilateralen Verhandlungen selbst sowie die Zusammensetzung der russischen Delegation, in der wir den „Historiker“ Medinski nicht mehr sehen, dafür aber von der Anwesenheit von Generälen wissen – sogar des Chefs der Hauptverwaltung des Generalstabs, Admiral Igor Kostjukow. Solche Beamten sind nicht mehr „Dekoration“, sondern für Gespräche über wirklich ernste Fragen da.

Das zeigt, dass auf Putins Schreibtisch derzeit mehrere Szenarien für die weitere Entwicklung des Konflikts liegen. Es bleibt nur zu verstehen, welchem davon der Kremlchef den Vorzug geben wird – und was ihn letztlich dazu zwingen könnte, sich für den Frieden zu entscheiden.


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Titel des Originals: Чи зустрінуться Зеленський і Путін. Віталій Портников. 26.01.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 26.01.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Neue Verhandlungen: Was ist zu erwarten | Vitaly Portnikov. 26.01.2026.

Der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, hat einen neuen Termin für Verhandlungen genannt, die bereits in dieser Woche zwischen der ukrainischen, der russischen und der amerikanischen Delegation stattfinden sollen. Wahrscheinlich wird die neue Verhandlungsrunde schon am Sonntag, dem 1. Februar, stattfinden. Damit eröffnet sich erneut die Möglichkeit, unter amerikanischer Vermittlung nach Wegen zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu suchen.

Zelensky äußert sich nicht konkret zu den Themen, die bei der neuen Verhandlungsrunde besprochen werden sollen, sondern konzentriert sich erneut auf die Parameter zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges. Gleichzeitig ist es dem Präsidenten der Ukraine jedoch wichtig, dass Russland die Verhandlungen nicht dazu nutzt, um wirtschaftlichen Druck der Vereinigten Staaten und anderer westlicher Länder auf sich zu verhindern.

Tatsächlich entsteht immer wieder der Eindruck, dass die Russische Föderation in erster Linie versucht, den Sanktionsdruck zu vermeiden und in diesem Zusammenhang verschiedenste Initiativen vorbringt – bis hin zu dem sogenannten Friedensplan, den Kirill Dmitrijew Steve Witkoff und Jared Kushner vorgestellt hat –, in der Hoffnung, den noch möglichen Sanktionen der Vereinigten Staaten und der Länder der Europäischen Union zu entgehen.

Und man kann nicht sagen, dass Russland hierbei völlig erfolglos geblieben ist. Zwar ist es Dmitrijew und Uschakow, die diesen sogenannten 28-Punkte-Friedensplan ausgearbeitet haben, der buchstäblich einen Tag vor der Umsetzung von Sanktionen gegen die russische Ölindustrie präsentiert wurde, nicht gelungen, einen Schlag gegen Rosneft und Lukoil zu verhindern. Dennoch sollte man daran erinnern, dass die Amerikaner, als es um eine mögliche Konfiszierung eingefrorener russischer Vermögenswerte ging, versuchten, den Europäern zu erklären, dass eine solche Entscheidung den Friedensprozess behindern könnte. Und die Europäer haben, wie wir sehen, auf diese Empfehlungen gehört, obwohl sie zugleich einen eigenen Vorschlag vorlegten, der für Russland eine unangenehme Überraschung darstellte: Sie stellten 90 Milliarden Euro aus eigenen Mitteln zur Unterstützung der Ukraine bereit, hoffen jedoch, dieses Geld über Reparationen zurückzuerhalten, die die Russische Föderation für den Krieg und die Zerstörung der Infrastruktur an die Ukraine zahlen soll.

Nach den Verhandlungen in Abu Dhabi tauchen zudem Gerüchte auf, wonach Putin tatsächlich bereit sei, sich an der Wiederherstellung der ukrainischen Infrastruktur zu beteiligen und beim Wiederaufbau der ukrainischen Energieversorgung zu helfen.

Doch sofort stellt sich wieder die Frage, ob Russland diese Gerüchte nicht selbst streut, um den Eindruck zu erwecken, zu konstruktiven und ernsthaften Verhandlungen bereit zu sein. Denn eine reale politische Logik ist hierin kaum zu erkennen.

Einerseits hören wir, dass Moskau im Falle eines Friedensabkommens bereit wäre, eigene Mittel – möglicherweise aus denselben eingefrorenen Vermögenswerten – für den Wiederaufbau der ukrainischen Energieinfrastruktur aufzuwenden. Andererseits sehen wir täglich russische Angriffe auf eben diese Energieinfrastruktur. Daraus ergibt sich eine naheliegende Frage: Wenn Moskau so sehr an Verhandlungen und am Friedensprozess interessiert ist, warum erhöht es dann selbst die Summe, die es später zahlen müsste, sollte es sich tatsächlich am Wiederaufbau der ukrainischen Energieversorgung beteiligen?

Auf diese offensichtliche Unlogik gibt es jedoch genau jene Antwort, die auch Zelensky gegeben hat. Für Russland sind Verhandlungen derzeit in erster Linie ein Instrument, um intensiven Sanktionsdruck – vor allem seitens der Vereinigten Staaten – zu verhindern. Es geht darum, Donald Trump nicht zu verärgern und zu verhindern, dass im Kongress ein Gesetz verabschiedet wird, das dem amerikanischen Präsidenten erlauben würde, hohe Zölle gegen Länder zu verhängen, die weiterhin russisches Öl kaufen.

Denn schon allein die Einbringung eines solchen Gesetzentwurfs würde, wie wir alle verstehen, bei Raffinerien in China, Indien und anderen Ländern, die ihre Energiebeziehungen zur Russischen Föderation aufrechterhalten, nachvollziehbare Sorgen auslösen. Heute kauft man Öl, und morgen gerät man unter Sanktionen oder muss ein unangenehmes Gespräch mit der eigenen Regierung führen, die versucht, Trumps Zollmaßnahmen abzuwenden.

In jedem Fall ist offensichtlich, dass Russland, wenn es keinen Konflikt mit Trump riskieren will, gezwungen ist, immer tiefer in diesen Verhandlungsprozess einzusteigen. Denn ohne dieses Interesse hätte es keinerlei trilaterale Treffen gegeben.

Wir verstehen, dass schon der Mechanismus trilateraler Treffen bis zu einem gewissen Grad eine Antwort Putins an Trump darstellt. Trump wollte genau solche Gespräche, bei denen russische und ukrainische Delegationen gemeinsam mit den Amerikanern die Parameter zur Beendigung des Krieges erörtern – praktisch vom ersten Tag seiner Amtszeit im Weißen Haus an. Putin hingegen gelang es ein ganzes Jahr lang, diesen Prozess ebenso wie die Vorschläge des amerikanischen Präsidenten zu einem Waffenstillstand an der russisch-ukrainischen Front zu ignorieren.

Doch mit jeder neuen Phase des Verhandlungsprozesses muss Putin neue Tricks erfinden, um Donald Trump seine Friedfertigkeit zu demonstrieren. Die Wahl ist dabei recht einfach: Entweder wird der russische Präsident irgendwann gezwungen sein, reale Zugeständnisse zu machen – Zugeständnisse, die, wenn nicht in einem vollwertigen Friedensabkommen zur endgültigen Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges, so zumindest in einer sogenannten hybriden Friedensvereinbarung münden könnten, die den Krieg zumindest für die Dauer von Trumps Amtszeit im Weißen Haus einfriert.

Oder Putin wird klar und deutlich erklären müssen, dass er den Krieg nicht beenden will, dass er kämpfen wird, bis der ukrainische Staat von der politischen Landkarte der Welt verschwindet, und dass es ihm völlig gleichgültig ist, was der Präsident der Vereinigten Staaten darüber denkt. Dies würde zwangsläufig zu einem realen Konflikt zwischen Moskau und Washington führen – einem Konflikt, den offensichtlich weder Trump noch Putin wünschen. Genau diese Logik – „Ich will den Krieg nicht beenden, aber ich will mich auch nicht mit Trump überwerfen“ – zwingt Putin dazu, Schritte zu unternehmen, die er in einer weniger widersprüchlichen politischen Situation niemals gehen würde.

Gerade deshalb gibt es in gewissem Maße Hoffnung in Bezug auf die für den 1. Februar geplanten Verhandlungen, weil wir dann besser verstehen werden, welche tatsächliche Taktik der russische Präsident in diesen Konsultationen mit den amerikanischen und ukrainischen Unterhändlern verfolgt.


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Titel des Originals: Нові перемовини: чого чекати | Віталій Портников. 26.01.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 26.01.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Verhandlungen in Abu Dhabi: erste Ergebnisse | Vitaly Portnikov. 24.01.2026.

Die ersten trilateralen Verhandlungen zwischen der Ukraine, Russland und den Vereinigten Staaten sind nach zwei Tagen Diskussionen in Abu Dhabi zu Ende gegangen. Und hier ist natürlich die wichtigste Nachricht das Verhandlungsformat selbst, zu dem übrigens Donald Trump seit den ersten Tagen seiner Zeit im Oval Office tendierte: Die Amerikaner sind nicht nur Vermittler zwischen Moskau und Kyiv, sondern sitzen gemeinsam mit der russischen und der ukrainischen Delegation an einem Tisch und können zumindest unmittelbar beobachten, wie der tatsächliche Verhandlungsprozess abläuft.

Was die Ergebnisse dieser Gespräche betrifft, so gibt es allerdings bislang noch viele Unklarheiten. Bereits mit einer offiziellen Erklärung meldete sich der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, zu Wort. Er betonte, dass sich die Gespräche vor allem auf mögliche Parameter zur Beendigung des Krieges konzentriert hätten. „Es gibt ein Bewusstsein für die Notwendigkeit einer amerikanischen Überwachung und Kontrolle des Prozesses der Beendigung des Krieges sowie der Einhaltung realer Sicherheitsgarantien“, unterstrich Zelensky. Allerdings ist dabei von entscheidender Bedeutung, wer einer solchen amerikanischen Überwachung zustimmt – nur die Ukraine oder sowohl die Ukraine als auch Russland.

Die amerikanische Seite habe laut Zelensky Fragen möglicher Formate zur Festschreibung der Parameter des Kriegsendes sowie der dafür notwendigen sicherheitspolitischen Voraussetzungen angesprochen. Doch erneut wissen wir nichts über die russische Reaktion. Wir wissen lediglich – und auch darauf wies Zelensky hin –, dass die Seiten vereinbart haben, in ihren Hauptstädten über jeden einzelnen Aspekt der Verhandlungen Bericht zu erstatten und die weiteren Schritte mit ihren jeweiligen Staats- und Regierungschefs abzustimmen.

Auch die Vertreter der Streitkräfte haben eine Liste von Fragen für ein mögliches nächstes Treffen festgelegt. Sollte es eine Einigung darüber geben, weiterzumachen – und die Ukraine hat ihre Bereitschaft dazu bereits betont –, könnten weitere Treffen stattfinden, möglicherweise sogar schon in der kommenden Woche.

Nach der Rückkehr der Delegationen in ihre Hauptstädte ist zudem zu erwarten, dass deren Vertreter nach Konsultationen mit den Präsidenten ihrer Länder entsprechende Stellungnahmen abgeben werden. Von amerikanischer Seite gab es bislang keinerlei Kommentare, was allerdings auch durch den enormen Zeitdruck erklärt werden kann, unter dem sich die amerikanischen Unterhändler befinden. Denn nach den Gesprächen in Abu Dhabi reisten Steve Witkoff und Jared Kushner weiter nach Israel, um dort Gespräche mit dem Premierminister des Landes, Benjamin Netanjahu, zu führen.

Auch dies ist eine äußerst komplizierte Situation, in der die amerikanischen Unterhändler parallel zur Lösung der schwierigen Fragen des russisch-ukrainischen Krieges auch komplexe Probleme der Regulierung der Lage im Nahen Osten erörtern müssen. Zumal sich Israels Vorstellungen über die Parameter einer solchen Regelung in den vergangenen Wochen von jenen unterscheiden, die Donald Trump vertritt. Dies betrifft unter anderem die Struktur der sogenannten Friedensratsinitiative, die – aus anderen Gründen als im ukrainischen Fall – ebenfalls für den israelischen Premierminister und seine Regierung nicht akzeptabel ist.

Kehren wir jedoch zu den russisch-ukrainisch-amerikanischen Gesprächen zurück, so sehen wir bereits jetzt, dass es zahlreiche Gerüchte geben wird. Sowohl die ukrainische als auch die russische Delegation erklären im Grunde, dass die Verhandlungen nicht schlecht verlaufen seien und dass es gewisse Ergebnisse gebe. Doch welche Ergebnisse genau?

So tauchte bereits die Nachricht auf, dass der Präsident Russlands angeblich bereit sei, Reparationen an die Ukraine zu zahlen, insbesondere für den Wiederaufbau der ukrainischen Energieinfrastruktur auf Kosten der Russischen Föderation selbst.

Das wirkt jedoch äußerst merkwürdig vor dem Hintergrund der schrecklichen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur, die buchstäblich während der Verhandlungen weitergehen. Denn genau in jener Nacht, als sich die Delegationen auf die nächste Verhandlungsrunde in Abu Dhabi vorbereiteten, führte Russland erneut Angriffe auf Energieobjekte in der Ukraine durch.

Daraus ergibt sich eine durchaus logische Frage: Wenn Putin tatsächlich bereit ist, perspektivisch beim Wiederaufbau der ukrainischen Energieinfrastruktur zu helfen und dafür russisches Geld zu zahlen, warum erhöht er dann selbst die Rechnung für sich – und was verlangt er im Gegenzug von der ukrainischen Delegation für die Begleichung dieser Rechnung? Schließlich verstehen wir, dass es keinerlei reale Instrumente gibt, um den russischen Machthaber zu Reparationen zu zwingen, außer dem Druck des Westens. Und wir wissen nicht, wie wirksam dieser Druck derzeit ist, ebenso wenig wie wir wissen, ob Putin selbst tatsächlich bereit ist, zur wirtschaftlichen Erholung der Ukraine beizutragen.

Deshalb ist die wichtigste Frage bei diesen Verhandlungen natürlich der Preis des Friedens, die Ernsthaftigkeit möglicher Sicherheitsgarantien und inwieweit diese Sicherheitsgarantien von der Russischen Föderation selbst akzeptiert würden.

Noch gestern Abend berichteten Journalisten, dass die russisch-amerikanisch-ukrainischen Gespräche an der Territorialfrage festgefahren seien. Russland bestehe weiterhin darauf, dass die ukrainischen Truppen jenen Teil der Oblast Donezk verlassen müssten, der derzeit von den legitimen ukrainischen Institutionen kontrolliert wird und in dem sich ukrainische Streitkräfte befinden. Gleichzeitig solle der Konflikt in den Gebieten der Oblaste Cherson und Saporischschja „eingefroren“ werden – also ohne Verzicht Russlands auf seine territorialen Ansprüche auf jene Teile der Oblaste Saporischschja und Cherson, die künftig unter ukrainischer Kontrolle bleiben würden.

Derzeit ist davon jedoch, wenn wir über die russisch-ukrainisch-amerikanischen Gespräche sprechen, überhaupt keine Rede mehr. Die Seiten äußern sich nicht zur Territorialfrage – weder in Kyiv noch in Moskau.

Natürlich ist zu erwarten, dass in einigen Stunden neue Informationen auftauchen werden, insbesondere in Form von Kommentaren aus dem Kreml, etwa von offiziellen Vertretern der russischen Führung, und möglicherweise auch von Stellungnahmen der Delegationen Russlands und der Ukraine.

Von amerikanischer Seite erwarte ich hingegen keine konkreten Details, da wir bereits Erfahrungen mit früheren Kommentaren von Steve Witkoff haben, der in der Regel einfach von positiven Ergebnissen jeglicher Gespräche spricht, an denen er beteiligt ist. Sollten nun entsprechende positive Kommentare Witkoffs erscheinen – und ich denke, sie werden bald erscheinen –, werden sie weder den Einschätzungen ukrainischer noch russischer Quellen widersprechen.

Und wir verstehen sehr gut, dass die Russen Informationslecks deutlich sorgfältiger kontrollieren als die Amerikaner und die Ukrainer. Wenn russische offizielle Nachrichtenagenturen beschlossen haben zu berichten, dass die Verhandlungen nicht schlecht verlaufen seien und man nicht sagen könne, sie seien ergebnislos gewesen, dann bedeutet das, dass der Kreml zumindest an einer Fortsetzung dieses Verhandlungsprozesses interessiert ist.

Und nun stellt sich die wichtigste Frage: Ist der Kreml daran interessiert, in den kommenden Wochen – oder zumindest Monaten – ein reales Ergebnis zu erzielen? Oder geht es weiterhin um Putins Taktik der Verzögerung der Verhandlungen, um Trump nicht zu provozieren? Oder hat Putin begonnen zu begreifen, dass er ohne neuen Druck seitens des Westens und insbesondere der Vereinigten Staaten nur noch begrenzte Möglichkeiten hat, Zeit zu schinden? All das werden wir schon sehr bald sehen.


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Titel des Originals: Перемовини в Абу-Дабі: перші підсумки | Віталій Портников. 24.01.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 24.01.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Scheinverhandlungen statt Frieden. Vitaly Portnikov. 24.01.2026.

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Ich habe keinerlei Zweifel daran, dass bei echten Verhandlungen ein verbrecherischer Beschuss der Zivilbevölkerung ein Anlass wäre, diese Verhandlungen abzubrechen und weitere diplomatische Demarchen zu setzen.

Das Problem besteht jedoch darin, dass das, was wir heute beobachten, keine echten Verhandlungen sind, sondern der Versuch der Ukraine und ihrer europäischen Verbündeten, der Administration Trump nicht die Möglichkeit zu geben, Kyiv mangelnden Friedenswillen vorzuwerfen, sich aus dem Prozess zurückzuziehen und sogar die Hilfe für die Ukraine einzustellen.

In Wirklichkeit führen wir die Verhandlungen also mit den Amerikanern. Die Russen sind dort lediglich Staffage, und sie haben dieselbe Aufgabe wie wir: allein durch ihre Präsenz Trump von ihrer Friedfertigkeit zu überzeugen. Dass man in Washington es vorzieht, den Beschuss der Ukraine während der Verhandlungen nicht zu bemerken, liegt bereits im Gewissen der amerikanischen Teilnehmer.

Und zum Schluss: Wird es irgendwann echte Verhandlungen mit Russland geben? Objektive Voraussetzungen dafür sind in den kommenden Jahren praktisch nicht vorhanden – selbst im Fall einer erheblichen Schwächung des wirtschaftlichen und militärischen Potenzials des Gegners. Wahrscheinlicher ist, dass wir es mit einem allmählichen Abklingen des Krieges zu tun haben werden, und unsere Hauptanstrengungen müssen auf Maßnahmen gerichtet sein, die auf die Erschöpfung der russischen Ressourcen abzielen.

Die Teilnahme an einem simulierten Verhandlungsprozess, um einen Verzicht der USA auf Druck gegenüber Moskau zu verhindern, ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Maßnahmen.


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Art der Quelle: Social Media
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 24.01.2026.
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Deutsche Übersetzung von [Dein Name oder „Viktoriya Limbach“], veröffentlicht auf uebersetzungenzuukraine.data.blog.