Kampf im Weißen Haus | Vitaly Portnikov @FeyginLive. 02.03.2025.

Feigin. Das heutige Thema ist ein Duell. Wir werden selbstverständlich alle Ereignisse des vergangenen Freitags besprechen. Das, was im Weißen Haus, im Oval Office von Trump, geschehen ist, welche Folgen es haben wird und inwieweit überhaupt erwartet wurde, dass sich die Ereignisse genau so entwickeln werden. Die zwei vergangenen Tage seit dem Beginn dieser direkten Krise zwischen Zelensky und Trump und faktisch der Ukraine und Washington, sind für uns wichtig, nicht nur um eine Bewertung abzugeben, nicht nur zu analysieren, inwieweit die Situation genau auf solche Ereignisse festgelegt war, und zu versuchen herauszufinden, wie ist es eigentlich dazu gekommen. Das, was geschieht, hat zweifellos Folgen, und diese Folgen für die Ukraine müssen wir klären. Vitaly Portnikov, der über lange Zeit Kritik ausgesetzt war, das er nicht verstehen würde, wer Trump ist, hat heute alle Chancen, zu diesem Thema zu sprechen.  Als wir diesen Preview des Duells vorbereiteten, wollten wir wollten im Prinzip über alles sprechen, was in Richtung Zelensky geäußert wurde, wie Zelensky reagierte, aber wir dachten, dass bis Freitag, wenn der Besuch Zelenskys stattfinden würde, diese Situation eine Chance hätte. Ich persönlich glaubte auch nicht sehr daran, aber sie hätte eine Chance auf eine Regelung, ja? So etwas wie ein Ressourcenabkommen, all das müsste beschwichtigen, und so hat sich alles entwickelt. Fangen wir damit an. Zuerst mit Ihrer allgemeinen Einschätzung. Inwieweit war diese Situation überhaupt auf eine so direkte Konfrontation im Live-Ether festgelegt? Das ist die erste Frage, und die zweite beantworten Sie gleich darauf. Ich halte mich an die Version, dass es eine geplante Provokation war, jeden Tag kommen Informationen, dass das wirklich so ist. Da ist zum Beispiel die Frage nach dem Kostüm, gestellt von dem Liebhaber von Marjorie Taylor Greene, ja? Marjorie Taylor Greene, die mich erstaunt hat, ich wusste es ja nicht, sie hat einen Ehemann und lebt offen mit diesem Kerl zusammen.

Portnikov. Nun, das ist noch eine so wunderbare Geschichte über Familienwerte, wie mit Alice Weidel und Kate, ja? Sie sind alle so für Familienwerte. Sie sagt: „Das ist anders. Ich bin keine Aktivistin, ich lebe einfach mit einer Frau zusammen. Ist das nicht erlaubt?“ 

Feigin. Nein, sie kann mit zwanzig Frauen zusammenleben, und sie können in einer Dreier- oder Zehnerbeziehung leben. Die Frage ist nicht die, es ist nur unverständlich, wie in dem Witz: „und diese Leute verbieten mir, in der Nase zu bohren“, verstehen Sie? Die Zweite Frage: war es wirklich eine Provokation, die Einmischung von Vance, ins Gespräch, 48 Minuten, nicht nach dem Protokoll m mit Verhandlungen zu beginnen, sondern mit der Kommunikation mit der Presse, diese, meiner Ansicht nach, völlig unangebrachte Fragen und so weiter. Das ist meine Version, und Sie äußern dann Ihre. Um zu zeigen: „Sehen Sie, wir wollten doch den Frieden, und Putin will Frieden. Aber Frieden ist nicht an einem Tag möglich, nicht in hundert Tagen und so weiter, weil Zelensky sich dem widersetzt, der an Hochmut leidet. 

Portnikov. Ich denke, dass sie offensichtlich eine Geschichte vorbereiteten, um ihn aus der Fassung zu bringen. Oder zu demütigen. Hier gibt es zwei Varianten: „Entweder aus der Fassung bringen, du verlierst die Fassung und zeigst, wie du wirklich bist, oder wir demütigen dich einfach, und alle sehen, dass du gedemütigt wurdest, du unterschreibst alles, was wir wollen. Wir sind hier die Herren der Lage. Wenn wir dir sagen, dass du von irgendwo Truppen abziehen oder noch etwas tun sollst, gehorchst du einfach, weil wir dich hier einfach niedergetreten haben“. Und Sie verstehen, in dieser Geschichte gab es noch den Moment, dass Zelensky Trump folgendes sagte. Wir sprechen die ganze Zeit darüber, dass er ihm dort etwas sagte, aber wenn man das Protokoll liest, gibt es zwei Momente, die Trump wirklich wütend gemacht haben. Der erste Moment war, als er ihm sagte: „Sie spüren natürlich keinen Krieg, aber Sie können ihn in Zukunft spüren. Ich wünsche mir, dass Sie das nie spüren, denn Sie haben ja diesen wunderbaren Ozean.“ Wunderbarer Ozean – das ist ein Zitat von Trump. Es klang aber ganz anders. Und Trump begann zu schreien: „Was sagen Sie hier, dass wir es spüren können, was können Sie wissen!“ Das widerspricht völlig seinem Image des Friedensstifters. Er ist der Friedensstifter, und man sagt ihm, dass er den Krieg nach Amerika bringen kann, weil er nicht versteht, was geschieht. Und der zweite Moment war natürlich einfach schrecklich. Als Trump sagte: „Wenn wir nicht wären, hättet ihr in zwei, drei Wochen verloren.“

Feigin. Der Ukraine wurden drei Tage gegeben, ja?

Portnikov. Und Zelensky sagte ihm: „Putin sprach auch von zwei, drei Wochen.“ Das spricht wieder einmal dafür, dass Zelensky natürlich auf persönlicher Ebene Wortspiele machen kann, aber es war sehr genaues Treffen ins Ziel, denn es hat sich herausgestellt, dass Putin ein Idiot ist,  und du bist auch so einer. Du zitierst ihn einfach. Und das ist natürlich eine schreckliche, nicht einmal eine Beleidigung, verstehen Sie, das ist eine Geschichte über den Jungen, der sagte, dass der König nackt sei. Wobei wieder einmal keine Zweifel bestehen, dass es sich um einen König handelt. Der Junge zweifelt nicht daran, dass es ein König ist. Er benimmt sich ihm gegenüber auch wie zu einem König, nur ist der König nackt. Und das sieht natürlich so aus, verstehen Sie, als ob Sie nicht in Washington, sondern in Pjöngjang wären. Und natürlich kann man sagen: Zelensky hätte überhaupt nicht reagieren können. Gäbe es dann ein positives Ergebnis? Nein, sie würden ihn dann einfach demütigen. Ein 45-minütiges Gespräch vor den Verhandlungen gab es auch mit Macron und mit Starmer. Frage: Wozu? Das ist doch vor den Verhandlungen, wozu macht man daraus eine Show? Erinnern Sie sich übrigens daran, dass bei den Verhandlungen mit Starmer Vence auch Starmer provozierte. Nur Starmer ist schließlich Generalstaatsanwalt, wie man so sagt, ehemaliger. Deshalb antwortete er wie ein Staatsanwalt. „Ich bin stolz auf Großbritannien, auf seine Meinungsfreiheit.“ So etwa.

Feigin. Das war auch so. Ich füge einfach, für unsere Zuschauer hinzu, damit es ein Verständnis dafür gibt, wie sie vorgehen. Kaja Kallas kam nach Washington, saß dort, sie wurde nicht empfangen. 

Portnikov. Sie wurde nicht empfangen. Und dann gab es auch noch eines mit Starmer. Sehen Sie, was Trump Zelensky sagte: „Du hast dich so herausgeputzt“, ja?

Feigin.Ja. 

Portnikov. Und Starmer sagte er: „Du hast einen so wunderbaren Akzent. Mit so einem Akzent wäre ich schon längst Präsident der USA.“ Aber verstehen Sie, wenn ein Amerikaner einem Briten sagt, dass er einen Akzent hat? 

Feigin. Das ist lustig. 

Portnikov. Das sollte natürlich ziemlich stark treffen, ja? Welchen, verdammten, Akzent? „Welchen Akzent habe ich? Du, Hinterwäldler.“ Das ist doch auf das alles ausgerichtet. „Ich kann jetzt sagen, dass du einen Akzent hast. Warum? Weil ich kann. Die Sprache, auf der ich spreche, ist die richtige“. Erinnern Sie sich überhaupt, wie in Breschnews Zeiten alle Parteifunktionäre versuchten, wie in Dnepropetrowsk zu sprechen. Das ist doch für einen Russen schwer, so zu sprechen. „Unser Generalsekretär ist aus der Stadt Dnepropetrowsk, das musste man lernen.“ Und der einzige Mensch, der das nicht lernen wollte, war Michail Suslow. Warum nicht? Weil er konnte. Und sonst konnte niemand, und alle ahmten nach. Ganz Russland sprach mit dem typischen frikativen ukrainischen G. Von Breschnew bis übrigens Gorbatschow, der auch schon auf Stawropol-Art mit seinen, sozusagen, Wurzeln mit diesem typischen G sprach. Auf die richtige russische Sprache sind die Russen erst, sagen wir mal, dank Wladimir Wladimirowitsch Putin mit seiner Petersburger Aussprache übergegangen. Das ist diese Sprachrevolution, die in den letzten fünfundzwanzig Jahren stattgefunden hat, denn bei allen, sozusagen, sonstigen Mängeln dieses Banditenclans sprechen sie richtig Russisch. Weil sie aus Petersburg kommen. Eine ziemlich kriminelle Sprachart, aber die richtige Betonung überhaupt machen, die Buchstaben richtig aussprechen, vorher gab das überhaupt nicht, und alle hielten das für normal, so müsse es sein. Akzent hatten diejenigen, die aus Petersburg kamen.

Feigin. Und Gorbatschow unterstützte das. Daran erinnern wir uns alle gut. Aber okay, die Frage ist die folgende: wollten sie Zelensky inhaltlich demütigen, ihn übermäßig gehorsam machen und das öffentlich tun, damit man es dann nicht mehr rückgängig machen konnte?

Portnikov. Es gab eine andere Zielsetzung. Er wollte sich mit Trump treffen. Im Prinzip ist das eine sinnlose Vereinbarung, über nichts, man konnte sie ohne ihn unterzeichnen. Aber er war der Ansicht, dass, wenn er sich mit Trump trifft, das sein politischer Sieg sein würde, und außerdem wollte er ihn nach Sicherheitsgarantien fragen. Verstehen Sie? Und das übrigens machte sie auch wütend. Als er anfing, nach Sicherheitsgarantien zu fragen, gerieten sie auch in Rage, denn sie haben nichts zu sagen. 

Feigin. Sie haben nichts vorzuweisen, es wird nicht nur keine Garantien geben, nicht nur kein NATO, sie haben von Moskau schon mehrmals gehört, dass es nichts geben wird. Sie wissen schon, dass Moskau überhaupt auf nichts verzichtet. Die gehen sogar nicht auf einen Waffenstillstand ein. Also, dieses Thema des Waffenstillstands. Daran haben sie sich festgehalten, er würde keinen Waffenstillstand wollen. Ganz ohne Details, denn es gibt keinen Trump-Plan. Verstehe ich richtig, dass sie das bis hin zu einem einseitigen Waffenstillstand der Ukraine meinen? Was meinen sie?

Portnikov. Ich glaube, dass sie selbst nicht wissen, was sie meinen. Sie können keinen einseitigen Waffenstillstand der Ukraine meinen. Es gibt einfach keinen Plan, sie sagen ja nicht: „Punkt unseres Plans sieht einen bilateralen Waffenstillstand vor.“ Sie sagten die ganze Zeit, was sie überhaupt wollen. Das ist einfach ein Wunsch. Sie wollen das Feuer einstellen, in der Ukraine Wahlen durchführen und, sagen wir mal, dem Sieger dieser Wahlen die Bedingungen diktieren, die zwischen Putin und Trump abgestimmt werden, denn dieser Sieger wird wahrscheinlich eher bereit sein, diese Bedingungen zu akzeptieren als Zelensky. Das ist ein virtueller Plan, aus einem einfachen Grund, denn Genosse Putin hat einen anderen Plan: den Krieg fortzusetzen, währenddessen Verhandlungen zu führen, Sanktionen aufzuheben. Die Wahlen kann man durchführen. 

Feigin. Das möchte ich verstehen. Das ist auf Schwarz Weiß zu sagen, denn Lawrow hat die Position Russlands nach dem Ende der Verhandlungen von Istanbul, aus denen sie ohne gemeinsamen Briefing  herausgekommen sind, nicht kommentiert. Aber am selben Tag oder am nächsten, auf der Versammlung, hat er deutlich gesprochen, darüber, dass man nicht vor hat Feuer einstellen, und diese Grenze wird sie nicht zufriedenstellen. Und keiner hat dem zugestimmt, dass in der demilitarisierten Zone europäische Kontingente sein sollen. Das akzeptieren sie nicht. Das heißt, sie haben alles abgelehnt. Dann verstehe ich nicht so ganz, was Amerikaner von Zelensky erreichen wollen, was sie von ihm hören wollen in Bezug auf welchen Plan er sein Miauen ausdrücken soll. Er soll dem Putin-Plan oder dem Trump-Plan zustimmen? Und wo ist der Trump-Plan? 

Portnikov. Hören Sie, wir treten wieder einmal mit Ihnen in eine virtuelle Kategorie ein. Denn es gibt einen Vertrag über diese Bodenschätze, die sie aus unerklärlichen Gründen alle weiter nennen, und die Europäer auch, denn sie wollen sich nicht mit Trump verkrachen und nicht sagen, dass der König nackt ist. Irgendeine Art von Sicherheitsgarantien für die Ukraine. Denn wenn amerikanische Unternehmen dort irgendwelche mythischen Bodenschätze fördern, dann wird niemand die Ukraine angreifen. Was für ein Unsinn? Erinnern wir uns nicht, wie amerikanische Unternehmen aus allen möglichen Ländern der Welt vertrieben wurden? Wo sie auf wo sie echte Bodenschätze gefördert haben? 

Feigin. Und wer wird dann graben? Werden amerikanische Arbeiter zum Graben kommen? Oder wird die amerikanische Armee kommen?

Portnikov. Genau darum geht es. Wenn die amerikanische Armee kommt, ist das eine Sicherheitsgarantie. Er sagt doch, dass das nicht sein wird. Er sagt es doch selbst. Er sagt, dass die amerikanische Armee nicht einmal dem europäischen Kontingent Geheimdienstinformationen über die Russen geben will.

Feigin. Ja, völlig richtig. 

Portnikov. Deshalb sage ich ja, wir besprechen absoluten Surrealismus. Wir müssen nicht dieses Gespräch besprechen, sondern die absolute Inadäquatheit. Denn sie schreien beide. Das hören wir doch: „Waffenstillstand, Waffenstillstand“. So, als ob Trump sich mit Putin auf einen Waffenstillstand geeinigt hätte, und Zelensky sagen würde: „Nein, wir stellen das Feuer nicht ein, wir brauchen Sicherheitsgarantien“, ja? Dann würde die Diskussion beginnen. „Hör zu, lass uns zuerst das Feuer einstellen, und dann Sicherheitsgarantien. Und führe bei dir Wahlen durch, denn du bist ein illegitimer Diktator. Und dann sprechen wir über einen Friedensvertrag, über Sicherheitsgarantien.“ Und dann würden die einen sagen: „Nein, hören Sie, Trump hat Recht“, und die anderen würden sagen: „Trump hat nicht Recht, welcher Waffenstillstand ohne Sicherheitsgarantien, sie werden morgen wieder anfangen zu schießen“. Aber der Punkt ist, dass Putin deutlich sagt, und Lawrow sagt: „Es wird keinen Waffenstillstand geben. Man hat uns schon einmal mit Minsk betrogen. Ja, betrogen. Und mit Istanbul zweimal. Einmal mit Minsk, zum dritten Mal werden Sie uns nicht betrügen. Wir brauchen einen umfassenden Frieden. Solange es keinen umfassenden Frieden und die Beseitigung der Hauptursachen des Krieges gibt“, so nennen sie das. Hauptursachen des Krieges, „wird es keinen Waffenstillstand geben“. Die Amerikaner behaupten, dass sie Hebel haben, um auf Putin Druck auszuüben. 

Feigin. Welche Hebel? Wo sind die Hebel? 

Portnikov. Unklar. 

Feigin. Wie werden wir erfahren, dass sie Druck ausgeübt haben, dass Putin zustimmt? Einmal war es zu hören, genauer gesagt zweimal, er sagte: „Wir sprechen mit Putin,“ sagte Trump in plural. Das heißt, es gab schon mehr als nur ein Gespräch. Und zweitens, wir hörten in dem Gespräch mit Macron, Trump sagte, dass ihm Putin am Telefon sagte, dass er nichts dagegen habe, dass es europäische Kontingente eingesetzt werden. Und Lawrow sagte klar und deutlich: Nein.

Portnikov. Und Putin sagt nein, und Peskow sagt nein.

Feigin. Nein, aber wie dann? Was sollte der Lackmustest dafür sein, dass Moskau wirklich zustimmt? 

Portnikov. Erstens. Es gibt ihn nicht. Und er will das nicht glauben. Zweitens, wir wissen sehr gut, wie Putin spricht.

Feigin. Natürlich. 

Portnikov. Putin spricht mit Trump mit Signalen. Wenn Trump ihn nach dem europäischen Kontingent fragen wird, ich versichere Ihnen, dass er nicht nein sagt. Er sagt: „Herr Präsident, alle Umstände, die mit der Sicherung des Friedens in der Ukraine zusammenhängen, müssen mit der Beilegung der Hauptursachen des Krieges betrachtet werden. Und möglicherweise, wenn wir die Hauptursachen beilegen, müssen wir nicht auf die Situation zurückgreifen, die Ihrer Meinung nach mit Hilfe der Präsenz ausländischer Truppen auf dem Gebiet der Ukraine gelöst werden sollte. Aber alle Optionen können im Rahmen des Dialogs diskutiert werden, der mit unseren Ländern geführt werden sollte“. Ungefähr so. Dabei möchte ich daran erinnern, er sagt das durch einen Übersetzer. Im unterschied zum Zelensky spricht er mit Trump nicht direkt. Dabei möchte ich Sie daran erinnern, dass Putin auf Englisch ungefähr auf Zelensky Niveau spricht.

Feigin. Schlimmer. 

Portnikov. Vielleicht schlimmer, aber er spricht. Er kann auch ein Gespräch auf Englisch führen, aber das wird er nie tun. Vielleicht kann er auf Deutsch Verhandlungen führen, aber mir scheint auch, dass nein. 

Feigin. Nein, bedeutende Verhandlungen nein. Er kann am Telefon sprechen, aber nicht mehr. 

Portnikov. Soweit ich mich erinnere, führte Angela Merkel mit ihm Verhandlungen auf Russisch. Sie sprach einfach Russisch. Das ist etwas anderes. Denn er verschafft sich immer Zeit, um den nächsten Passus zu überlegen. Das ist einfach sein Stil. Das tun viele Politiker so. Und Trump hört deshalb die Übersetzung. Er weiß nicht einmal, was Putin tatsächlich sagt. Das ist wie ich einmal Beispiele anführte, dass alle diese Friedensvereinbarungen Israels mit den arabischen Ländern das Wort Frieden auf Hebräisch und auf Englisch enthalten, aber in der arabischen Sprache das Wort Frieden nicht enthalten ist, denn verstehen Sie, das Wort, das in der arabischen Sprache das Wort Frieden bezeichnet, gibt es da nicht, es gibt einen Waffenstillstand. „Nun und was? Da ist Ihre Ihre Vereinbarung auf Hebräisch. Gehen Sie und freuen Sie sich. Und bei uns wird das so geschrieben. Und das ist die Gefahr, verstehen Sie, immer? Wenn Sie dann sagen: „Sie haben doch gegen das Abkommen verstoßen!“, bekommt man die Antwort: „Wogegen haben wir denn verstoßen? Bei uns ist einfach der Waffenstillstand beendet. Er ist beendet, und Sie können Ihren Vertrag noch einmal lesen, das ist Ihre Sache. Wir haben einen anderen Text.“ Das kann ungefähr auch so ablaufen. Und dann glaube ich, dass Trump sein Wunschdenken als Tatsache ausgibt. Er lügt nicht nur, sondern lebt einfach in einer Welt seiner Fantasien. Aber Sie sehen ja, dass er sich in einer schwierigen Situation befindet, psychologisch. Er hat eine schwierige Situation mit der Reaktion auf das Geschehen. Und er ist immer noch schlecht informiert. Sie haben ja gesehen, dass er bei einem Treffen nicht wusste, was ein Verteidigungsbündnis der Vereinigten Staaten mit Australien, Neuseeland und Großbritannien ist. Obwohl die Vereinigten Staaten Atom-U-Boote an Australien verkaufen, es ist das der asiatisch-pazifische Raum, das ist die Zone seiner besonderen Interessen, das ist doch nicht irgendeine Europäische Zone. Aber er weiß nichts davon. Das zur Frage seiner Kompetenz. Vergessen Sie das auch nicht. Wir tun immer so, als wäre er einfach nur arrogant. Aber er ist nicht nur arrogant, er ist auch völlig inkompetent. So war es auch in seiner ersten Präsidentschaft, aber da gab es kompetentere Berater, die eher zum Dialog bereit waren. Jetzt gibt es einige kompetente Berater, die einfach, wissen Sie, wie, Kaninchen vor der Flinte sitzen und die Angst haben, ein Wort zu sagen.

Feigin. Rubio zum Beispiel.

Portnikov. Rubio – das ist natürlich eine Katastrophe. Für ihn ist es eine persönliche Katastrophe, eine politische Katastrophe. Das heißt, er sollte sich da auf keinen Fall beteiligen dürfen, er hätte Trump im Senat unterstützen sollen, sozusagen. In ein paar Monaten wird er dann rausgeschmissen werden, weil er nicht einmal die Hoffnungen, sondern all diese Illusionen Trumps nicht erfüllt hat. Deshalb weiß ich nicht einmal, inwieweit das vollständig vorbereitet war oder ob sie einfach nur über ihn herziehen wollten, ihn erniedrigen wollten. Und er fing an, ihnen zu antworten, womit sie irgendwie nicht gerechnet hatten, denn sie konnten davon ausgehen, dass wenn Macron sich so verhält und Starmer sich so verhält, dann wird sich Zelensky erst recht so verhalten. Sie wissen ja, wer sie sind. Denn erinnern Sie sich, er hat dieses Zitat Putins geteilt, dass die Europäer wie Hündchen hinter ihm herlaufen würden. Das gefiel ihm. Und ihre höfliche Verhaltensweise, obwohl man sagen muss, dass weder Macron noch Starmer ihn lügen ließen. Sie widerlegten ihn, wenn er log. Sie taten dies in Bezug auf die europäische Hilfe für die Ukraine. Sie sind erfahrene Politiker, sie sind professionelle Politiker, immerhin ist Starmer Jurist. Macron ist immerhin ein erfahrener Banker, sozusagen, ein Unternehmensmann, abgesehen davon, dass sie Politiker sind. Das ist einfach eine andere Schule als die von Zelensky. Bei Zelensky ist das so eine Schule. Und er fing an, ihnen im Geiste der Schule zu antworten, die er durchlaufen hat. Übrigens sehen wir jetzt, dass dies einfach einen tektonischen Aufschwung in Europa verursacht hat. Der heutige Londoner Gipfel, was auch immer wir sagen, aber das ist ein historisches Ereignis. Sogar mehr als der Gipfel, den Macron im Élysée-Palast abgehalten hat, denn London, ist der Hauptstadt des Zweiten Weltkriegs. Hauptstadt der Demokratie. In der Hauptstadt des Landes, das aus der Europäischen Union ausgetreten ist, findet ein europäischer Gipfel statt, wo zur Rechten des Gastgebers der französische Präsident sitzt und zur Linken der Präsident der Ukraine, oder umgekehrt, ich verwechsle immer rechts und links. Und wo der kanadische Premierminister und der türkische Außenminister anwesend sind. Im Großen und Ganzen kann einen solchen Gipfel normalerweise nur der Präsident der Vereinigten Staaten abhalten.

Feigin. Natürlich, natürlich, genau so.

Portnikov. Und es stellt sich heraus, dass all diese Leute ohne ihn zusammenkommen können. Diese Leere ist spürbar, aber sie kann offenbar sein. Und er ist sozusagen der Mensch, der Amerika wieder großartig machen wollte, hat dazu geführt, dass Amerika am Rande der wirklichen Politik steht. Er hat es geschafft, Amerika innerhalb eines Monats zu einem geopolitischen Zwerg zu machen. Ja, man ruft ihn an, man berät sich mit ihm, man versucht, es ihm recht zu machen, dass man ohne das militärische Potenzial seines Landes nicht auskommt, aber er ist nicht anwesend.

Feigin. Man konsolidiert sich gegen ihn, er hat es durch seine Reaktionen, durch seine Handlungen verursacht.

Portnikov. Während er Golf spielt, wie ein kleines Kind, reden Erwachsene ohne ihn, sogar Menschen, die ihm zugeneigt sind. Man hat auch manchmal Mitleid mit Kindern, besonders mit bösartigen, die einfach nicht zur Vernunft kommen. Sogar Giorgia Meloni war da. Ja, sie sagt, dass sie den Westen sehr gerne vereinen möchte, ich denke, dass sie versuchen wird, einen römischen Gipfel mit Beteiligung der Amerikaner durchzuführen, wenn ihr das gelingt, wird sie eine herausragende Politikerin sein, verstehen Sie? Und ganz Europa wird applaudieren, wenn sie ihn anlockt. Aber sie ist nach London gekommen. In Paris kam sie eine Stunde zu spät und sagte, dass es ein Anti-Trump-Gipfel sei. In London hat sie so etwas nicht gesagt. Sie sagte, wie gut ihr die Konstruktivität und der Realismus Zelenskys gefallen haben. Und das ist die nächste Verbündete Trumps in Europa. Sie ist selbstständig seine Verbündete, aber wenn einem gesagt wird, dass es keinen nuklearen Schutzschirm geben wird, dann will man doch nicht aus Liebe zu Trump im Regen stehen. Das heißt, sie ist gezwungen, über alternative Möglichkeiten zu diskutieren, denn sie ist schließlich Ministerpräsidentin Italiens. Ich glaube, dass Trump nicht mit einem solchen tektonischen Wandel gerechnet hat. Erstens rechnete er wahrscheinlich kaum damit, dass alle europäischen Führer außer Orbán und Fico die Unterstützung für Zelensky praktisch einstimmig zum Ausdruck bringen würden. Das heißt, es stellte sich heraus, dass er nur auf die Unterstützung einer sehr kleinen Gruppe republikanischer Politiker und Gesetzgeber zählen konnte, die von ihm persönlich abhängig sind, besonders vor den Nachwahlen. Und das ist keine Unterstützung, das ist einfach Unmöglichkeit, sich zu befreien. Und alle anderen, die Demokraten, die öffentlichen Persönlichkeiten, alle Medien, von konservativ bis liberal. Ja, die konservativen Medien sagten, dass Zelensky sich nicht sehr gut verhalten haben könnte, aber sie luden ihn zu Interviews ein, wie Fox.

Feigin. Nun Fox ist klar, Fox ist eine besondere Frage. Neben Fox gibt es auch andere konservative Publikationen.

Portnikov. Ja, aber die New York Times nannte Putin – Diktator noch vor diesem Treffen. Das heißt, es gibt keine Unterstützung. Die Mehrheit der Amerikaner hält Putin und nicht Zelensky für einen Diktator. Auch im republikanischen Wahlvolk. Das funktioniert alles nicht. Verstehen Sie? Und alles wird sich wie ein Schneeball ansammeln. Erstmal stehen Leute unter Schock, und dann… Ich habe gehört, dass republikanische Gesetzgeber, die sich bereits auf die Nachwahlen vorbereiten, zu ihrem Publikum kommen und gefragt werden: „Wer hat wen angegriffen? Russland die Ukraine oder die Ukraine Russland? Wer ist der Diktator, Putin oder Zelensky? Die Leute fragen sie bei Wahlkampfveranstaltungen. Denn das sind Amerikaner, sie sind völlig freie Menschen, sie wissen, wer ein Diktator ist, sie wollen nicht, dass Menschen, durch die sie im Kongress vertreten werden, solchen Unsinn erzählen , selbst wenn Trump solchen Unsinn erzählt. Es sind Wähler, die über ihr Schicksal entscheiden können. Sie werden von Trump unterstützt, und  Wähler können sagen: „wir wollen euch nicht mehr. Sie sind kein Mensch, der amerikanische Werte unterstützt, und dass Ihr Schicksal vom Schicksal Trumps abhängt, nun, unser Schicksal hängt nicht von Trump ab. Wir sind doch keine Kongressabgeordneten, wir sind einfach normale Leute. Warum sollten Sie für diesen Unsinn stimmen, wenn Sie es nicht klar sagen können?“ Und sie haben Angst, denn als Politico den republikanischen Kongressabgeordneten die Frage stellte, ob Putin ein Diktator sei, vermied der Großteil der republikanischen Gesetzgeber die Frage zu beantworten, sie antworteten einfach nicht. Die überwiegende Mehrheit. Fünf oder sechs Leute antworteten und das auch nur mittelbar, unter Berufung auf ihre alten Erklärungen, die sie abgegeben hatten, bevor Trump diesen nächsten Unsinn von sich gab. Dabei muss Mike Johnson versichern, dass „nein, Sie haben es nicht verstanden, Trump ist kein prorussischer Politiker“.

Feigin. Versuchen wir vorherzusagen, wie wir die nahe Zukunft rekonstruieren könnten, einige damit verbundene Fragen. Erstens: werden Ihrer Meinung nach diese Aufrufe aus Amerika sich zu entschuldigen, zur Wiederaufnahme des Dialogs unter der Bedingung der Entschuldigung dazu führen, dass Zelensky eine Formel findet, die er natürlich die entsprechenden Außenministerien von Kyiv und Washington abstimmt, in der er etwas zurückrudert, sagt: „Nun, wir haben uns alle etwas übereilt. Wenn Sie der Meinung waren, dass ich zu stark reagiert habe, dann gut, lassen Sie uns alles gegenseitig rückgängig machen, akzeptieren wir die Umstände, dass wir ungelöste Widersprüche haben. Ich entschuldige mich für diese Schärfe, für die Reaktionen, aber lassen Sie uns den Dialog wieder aufnehmen.“ Das ist die erste Variante. Die zweite ist, dass es sich weiter verschlimmern wird und bis zu Entscheidungen Trumps gehen wird die Hilfe für die Ukraine einzustellen, obwohl die dabei Hemmungen haben werden. 

Portnikov. Das ist nicht die Hilfe für Zelensky, nicht war? Es ist die Hilfe an Menschen, deren Leben sie schützen wollen.

Feigin. Und nicht nur das, er sagt die ganze Zeit: „Wir haben drei Jahre lang der Ukraine geholfen“, und im nächsten Satz sagt er: „Biden ist an allem schuld, er hat alles vermasselt, er hat diesen Krieg begonnen.“ Also, haben sie geholfen und das ist ein Verdienst, oder haben sie alles vermasselt und zum Krieg geführt? Aber das hat Biden gleichzeitig getan, er hat geholfen und zum Krieg geführt.

Portnikov. Sie versuchen immer, dem eine gewisse Logik zu verleihen. Sie versuchen, den Worten eines Menschen Logik zu verleihen, der alle fünfzehn Minuten sagt, dass, wenn er Präsident gewesen wäre, nichts davon passiert wäre. Er, der vier Jahre lang behauptet hat, dass er die Wahlen gewonnen hat. Übrigens könnte ihn deshalb auch Zelenskys Satz verärgert haben, als Trump sagte: „Biden ist ein dummer Präsident. Er hat Putin provoziert.“ Und Zelensky sagte: „Das ist doch Ihr Präsident, Sie sind doch Amerikaner, Sie haben für ihn gestimmt, nicht wir.“  Und er glaubt ja, dass niemand für Biden gestimmt hat, dass ihm einfach der Wahlsieg gestohlen wurde.

Feigin. Sie haben Pennsylvania damit verbunden, erinnern Sie sich an den Besuch eines Militärwerks? Was einfach lächerlich aussieht.

Portnikov. Lächerlich, denn es ist eine Einladung der amtierenden Regierung. Der Präsident eines Landes kann eine Einladung des Präsidenten und des Vizepräsidenten der USA nicht ablehnen. Wenn sie ihn jetzt irgendwohin eingeladen hätten, hätte er auch sich nicht geweigert, zum Militärwerk zu fahren. 

Feigin. Wird es eine Fortsetzung geben und wie wird sie aussehen? Entweder in Richtung der Mäßigung der Positionen, denn es gibt, nun, das Verständnis, dass dies ein gefährlicher Rückwärtsgang ist.

Portnikov. Zelensky hat schon mehrmals gesagt, dass er die Beziehungen zu Trump verbessern möchte. Trump kann das annehmen oder nicht, aber hier gibt es eine andere Geschichte. Stellen Sie sich vor, sie hätten sich versöhnt. Was dann? Ein lächerliches Abkommen über fossile Brennstoffe unterzeichnen, als Antwort auf das Fehlen von Sicherheitsgarantien? Denn in Wirklichkeit muss er, salopp gesagt, die von Biden bezahlte Militärhilfe liefern. Das ist nich seine Hilfe.

Feigin. Diese Militärhilfe wurde nicht unter der Bedingung fossiler Brennstoffe gegeben. Welche fünfhundert Milliarden, welche dreihundertfünfzig? Sie wurde nicht unter der Bedingung gegeben. 

Portnikov. Das ist genau die Hilfe, die früher vom Kongress genehmigt wurde. Er bietet keine neue Militärhilfe an. Er sagte vor kurzem, dass er hofft, dass die Ukraine über genügend Waffen verfügen wird, um Russland in Schach zu halten, bis sie ein Friedensabkommen erreichen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Putin überhaupt mit ihnen übereinstimmen wird, wieder einmal ein Friedensabkommen wird nicht einmal diskutiert. Mich interessiert, was sie tun werden, wenn allen klar wird, dass Putin sich um all ihr Gerede nicht kümmert.

Feigin. Das sollte bald passieren.

Portnikov. Putin hat reale wirtschaftliche Probleme. Aber er glaubt ja, dass sie es eilig haben, und er kann mit seinen Problemen noch etwas warten, denn er sieht, dass es ihm vor allem darauf ankommt, sie zu stoppe. Trump handelt mit rasender Geschwindigkeit, und für Putin dürfte auch interessant sein, was passieren wird, wenn Trump zu bremsen beginnt. Entweder muss er auf Putin Druck ausüben, oder er muss das Interesse verlieren. Aber wenn jetzt die Europäer ins Spiel kommen, und Putin versteht, dass sie viel Geld sammeln werden. Und das verbergen sie auch nicht. Sie haben ja gesehen, dass sie heute über eine Koalition interessierter Länder gesprochen haben. Und Starmer hat einen Ausdruck wie „boots on the ground“ verwendet, und fügte Flugzeuge am Himmel hinzu. Sind das Friedenstruppen nach dem Waffenstillstand, oder denken sie vielleicht schon ganz anders, dass sie bereit sind, dorthin einzudringen?

Feigin. Meinen Sie die Briten?

Portnikov. Die Briten mit den Franzosen. Was wird passieren, wenn sie nicht auf seine Absprachen mit Trump warten, sondern einfach einmarschieren. 

Feigin. Genau das wird in London diskutiert. Sind sie bereit, einseitig, ohne auf Entscheidungen und die Zustimmung Moskaus zu warten, diese friedensstiftende Operation zu beginnen?

Portnikov. Ja, und das ist das, worüber sie mit Trump sprechen können. Wir führen die Truppen ein, und du verhandelst mit Putin, damit es ein europäischer Kontingent wird. Warum muss er überhaupt zustimmen oder nicht zustimmen? Wenn man sich darauf einigt, dass er schon da ist. Du sollst verhandeln, dass er ihn nicht bombardiert. Und dann ist das für Putin natürlich eine Katastrophe.

Feigin. Absolut.

Portnikov. Und übrigens, wenn Meloni von einem Modell der transatlantischen Sicherheit außerhalb der NATO spricht, könnte sie genau das meinen. „Wir nehmen sie nicht in die NATO auf, aber die NATO-Truppen werden da sein, wir werden nicht an diesen Truppen teilnehmen, aber wir unterstützen selbstverständlich. Franzosen und Briten reichen aus, und wenn es dann noch Deutsche gäbe, wenn Merz sich dazu entschließen würde. Das ändert den gesamten Charakter dieser Geschichte, völlig.

Feigin. Natürlich, Großbritannien und Frankreich, ich möchte daran erinnern, sind Atomstaaten. 

Portnikov. Ja, das sind Atomstaaten.Mit einem soliden Arsenal. Sie könnten dieses Atomwaffen übrigens an der Grenze Russlands stationieren, wenn es ein Wunsch dazu gibt, anstelle der Amerikaner, in Polen und Rumänien. 

Feigin. Das wird schon seit zwanzig Jahren diskutiert, die Stationierung dieser Mittelstreckenraketen mit Sprengköpfen. Nun, das können Großbritannien und Frankreich im Großen und Ganzen auch tun.

Portnikov. Sie können, wenn sie sich auf ein Modell transatlantischer Solidarität, europäischer Solidarität, in dieser Form einigen. Übrigens, wieder einmal sagte Meloni, dass sie Angst davor habe, weil dies die Amerikaner ausschließen würde. Aber wenn die Amerikaner nicht da sind? Und dann stellt sich heraus, dass Putin nicht besonders mit Trump verhandeln muss. Trump hat nicht so einen großen Einfluss auf die Europäer, wie er dachte. Und Trump hat keine russischen Vermögenswerte. Was könnte Putin dann von Trump bekommen? Die Aufhebung der militärischen Hilfe für die Ukraine, das ist alles. Noch die Aufhebung der Sanktionen gegen das Finanzsystem, Trump könnte das auch einseitig tun. , 

Feigin. Es ist fraglich, ob er es wagen wird, er hat es um ein Jahr verlängert, er hat doch Angst, eine solche Verantwortung zu übernehmen.

Portnikov. Natürlich. Dann muss er Zugeständnisse von Putin haben. Und wieder einmal, wenn er sagt: „Putin will Frieden, aber Zelensky nicht“, worauf gründet er das? Das heißt, Putin muss auftreten und sagen: „Ich will Frieden, ich will einen Waffenstillstand. Wir besprechen das mit dem US-Präsidenten, und dieser Präsident der Ukraine will keinen Waffenstillstand. Ich bin bereit, an Ostern einen Waffenstillstand auszurufen. Damit keine Menschen sterben, wie Präsident Trump sagt. Warum sollen Menschen sterben? Und dann einigen wir uns, ich habe Forderungen, sie sind ernst, sie müssen aus der Region Saporischschja abziehen, aber das kommt später. Warum sollen dafür Menschen sterben?“ Dann sagt Trump natürlich: „Sehen Sie?“. Aber wir hören ganz gegensätzliche Aussagen, als würden Russen sich über ihn lustig machen, ehrlich gesagt. Übrigens, dabei äußert er keine Beschwerden gegen sie, das ist interessant.

Feigin. Rubio ist doch kein Dummkopf, und Waltz auch nicht, sie hören diese Aussagen. Sie hören die Aussagen Lawrows, und es stellt sich heraus, dass sie nicht reagieren und handeln weiter in der gleichen Richtung, ohne auf Trumps Aussagen einzugehen, dass Putin Frieden will. 

Portnikov. Das ist das, was Rubio heute gesagt hat. „Wir werden bereit sein, die Zusammenarbeit wieder aufzunehmen, wenn sie bereit sind, Frieden zu schließen. Zuerst muss Frieden hergestellt werden, und dann kann man über Sicherheitsgarantien sprechen.“ Ein Teufelskreis.

Feigin. In dieser Gleichung gibt es keine Komponenten, die dies ermöglichen, vor allem Moskau, das eigentlich diese Bereitschaft zum Ausdruck bringen muss. Und worin besteht sie? Wie soll sie sich zeigen? In gegenseitigen Anrufen Putins an Trump, Trumps an Putin, das ist doch nicht ernst, das ist doch kein Vertrag. Das ist ein Ablenkungsmanöver. Gehen wir zu einem weiteren Aspekt über. Im Inneren der Vereinigten Staaten selbst, wir haben das angesprochen. Welche Reaktion des Establishments, Deep State, schließlich der öffentlichen Meinung, der Ratings und so weiter sollte es geben, damit Trump diese Rhetorik ändert. Damit er entweder bremst, oder die Akzente verschiebt, oder sogar das Gegenteil sagt: „Nein, in Wirklichkeit ist Putin mit nichts einverstanden, jetzt werden wir ihn fertigmachen.“ 

Portnikov. Während wir gesprochen haben, hat Macron bereits erklärt, wie man einen Waffenstillstand schließen will.

Feigin. Was hat er gesagt? 

Portnikov. Er sagte, dass er nicht an einen Waffenstillstand glaubt, der von den USA und Russland abgestimmt werden könnte. Im Falle eines vollständigen Waffenstillstands wäre es schwierig, seine Einhaltung zu kontrollieren. Starmer und Macron schlugen einen Waffenstillstand in der Luft, auf See und in Bezug auf die Energieinfrastruktur für einen Monat vor. Also, tatsächlich die Beendigung des gegenseitigen Beschusses der Ukraine. Ausländische Truppen würden in der Ukraine in einer zweiten Phase stationiert werden. In den kommenden Wochen wird es keine europäischen Truppen auf ukrainischem Gebiet geben. Die Frage ist, wie diese Zeit genutzt werden kann, um einen erreichbaren Waffenstillstand zu erzielen, über den seit Wochen verhandelt wird, und wie anschließend nach Unterzeichnung des Friedens die Streitkräfte eingesetzt werden.

Feigin. Das wird Moskau niemals akzeptieren, unter keinen Umständen wird es das jemals geben. Von Seiten Moskaus, meine ich.

Portnikov. Ich bestreite es nicht, es ist aber das, was sie Trump jetzt anbieten werden.

Feigin. Trump hat darauf nichts zu erwidern. Denn er wird sagen: Das ist jetzt eine Frage der Ukraine, das ist keine Frage Moskaus. Nehmen wir an, Kyiv stimmt zu und sagt: „Ja, wir haben selbst an dieser Diskussion teilgenommen, wir stimmen einem Waffenstillstand zu.“ Was dann? Kehren wir doch zu Amerika zurück. Was muss innerhalb der Vereinigten Staaten geschehen, nicht von außen? Übrigens, Präsident Zelensky traf sich mit dem König von Großbritannien, das ist ein politisch symbolischer Schritt, denn das alte traditionelle Europa in Gestalt der britischen Krone hat seine Wahl getroffen. Es hat alles gesagt. Das sind europäische Politiker. Aber was muss in Amerika geschehen, damit Trump sowohl die öffentliche Rhetorik als auch die Haltung gegenüber Putin und die Haltung gegenüber dem Friedensabkommen und letztendlich gegenüber Zelensky und damit gegenüber der Ukraine ändert? Was muss geschehen?

Portnikov. Ich weiß es nicht. Ich habe bisher keinen Grund zu fieser Annahme.

Feigin. Gibt es innerhalb der Vereinigten Staaten überhaupt es keinen solchen Impuls?

Portnikov. Ich denke, dass eine Verschlechterung der Lage in den Vereinigten Staaten, sinkende Ratings und so weiter, zu einer realistischeren Einschätzung der Lage führen wird, aber im Moment sehe ich keinen wirklichen Ausweg für Trump. Aber andererseits muss er ja irgendwie handeln.

Feigin. Und zwar? 

Portnikov. Wenn er etwas erhalten will, muss er doch ein Gespräch über einen Waffenstillstand, über Frieden fortsetzen. Er kann doch nicht einfach das Interesse daran verlieren. Das heißt, er muss sich auch in Richtung Kyiv und auch in Richtung Zelensky bewegen. Zelensky erklärte, dass die europäischen Staats- und Regierungschefs zusammenarbeiten, um verlässliche Bedingungen für die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten für einen echten Frieden und garantierte Sicherheit zu schaffen. Das heißt, die Amerikaner sagen: sie müssen nachgeben, weil sie sonst den Krieg verlieren. Aber Sie sprechen überhaupt nicht von dem Kriegsgewinn. Es scheint, als ob Sie ihnen anbieten, den Krieg zu gewinnen. Sie schlagen einen Waffenstillstand ohne Sicherheitsgarantien vor. Sie sagen:Wir sind für einen Monat bereit“, was dann? Jetzt rufen Sie Putin an, Genosse Trump. Und wenn er einen Waffenstillstand ablehnt, warum sagen Sie dann, dass er Frieden will?

Feigin. Sie handeln auch nach rationaler Logik. Trump wird immer ein paar Worte dafür finden.

Portnikov. Ich bezweifle es nicht , sonst wäre er kein Trump. Ich versuche nicht mit Trump zu konkurrieren. Ich bin kein Zelensky, wissen Sie, ich bin nicht bereit.

Feigin. Aber was dann? So antwortet er den europäischen Staats- und Regierungschefs. Und das Treffen mit Putin? Putin muss das Spiel auch fortsetzen. Er muss es zunächst bis zur Arbeit der Gruppen in Istanbul, in Riad bringen, und dann müssen sie sich mit Trump treffen. Und was, wird er vor den Kameras auch sagen: „wir sind alle Befürworter des Friedens, wir wollen alle einen dauerhaften Frieden“?. Konkret, stimmen Sie einem Waffenstillstand zu, konkret? Wir fühlen, wir verstehen, dass Trump nicht bereit ist, Putin das vorzulegen, nicht wahr? Zu sagen: „Hör mal,“ wie er mit Zelensky gesprochen hat, „bist du bereit für das und das?“ Aus irgendeinem Grund fühlen wir, ahnen wir, dass das Treffen in einem anderen Ton gehalten wird, sowohl rhetorisch als auch anders, es wird einen schmeichlerischen Ton geben. „Ja, wir verstehen Sie, Sie sind ein kluger Politiker, Sie schützen Ihr Volk.“ Was Zelensky nicht in größerem Maße zuteil wurde. Wie kann das aussehen? Wie geht es von diesem Standpunkt aus weiter?

Portnikov. Ich weiß es überhaupt nicht. Warum glauben Sie, dass er sich mit Putin treffen wird? Für ein Treffen mit Putin braucht er auch eine Konzession von Putin.

Feigin. Und wenn es sie nicht gibt, sondern nur ein endloses Gespräch, kann er den Prozess doch nicht zu lange in die Länge ziehen. Das sieht auch lächerlich aus. Er hat ja 24 Stunden, dann 100 Tage, dann 108 Tage versprochen. Und was dann?

Portnikov. Er wollte diesen Zugzwang mit Hilfe Zelenskys lösen.

Feigin. Ja, nimm alle Bedingungen an, stimme einfach zu

Portnikov. Das ist uns doch klar, dass, wenn die Amerikaner graben, die Russen sich nicht trauen werden anzugreifen. Warum ist das klar? Wem ist das klar? Man muss verrückt sein, damit das klar ist.

Feigin. Nein, nun, ich stimme vollkommen zu, nur wir versuchen die nahe Zukunft zu rekonstruieren, um den Spielverlauf zu verstehen. 

Portnikov. Wir können die nahe Zukunft nicht rekonstruieren, wenn wir uns in einer Irrenanstalt befinden, im weitesten politischen Sinne des Wortes. Wir wissen nicht, wie sich Trump verhalten wird, wenn er sieht, dass ihm die Zeit ausgeht. Er könnte übrigens in Sekundenschnelle zu Putins Feind werden.

Feigin. Das heißt, er könnte doch die Rhetorik ändern und sagen: „Ich habe versucht, mit Putin ein Spiel zu spielen, ihm einen Vorschuss gegeben, verdammt noch mal. Und er hat mich im Stich gelassen.“ 

Portnikov. Dafür muss aber etwas geschehen. Im Moment scheint er überhaupt nicht bereit zu sein. Im Moment ist sein Hauptfeind Zelensky. Dann gibt es noch ein anderes Problem. Er ist Zelensky losgeworden, was dann? Es gibt keinen Zelensky mehr. Ein anderer Präsident wird kommen, sagen wir, das ist Zaluzhny, und und was?

Feigin. Es wird dasselbe sein. „Wir sind nicht einverstanden“, und was? 

Portnikov. Nein,wir sind einverstanden, welche Sicherheitsgarantien haben wir?“ „Wir werden bei Ihnen graben. Bohren, graben“.

Feigin. Ich verstehe das überhaupt nicht. Jetzt beginnen Mitglieder des Trump-Teams zu erklären, dass wenn es einen anderen gäbe, nicht Zelensky, sondern jemand anderes. Erstens, wie stellen Sie sich das vor, was bedeutet ein anderer? Das heißt, die Wahlen werden als Institution abgeschafft, das heißt, denn im Laufe der Wahlen kann entweder Zelensky bleiben oder jemand anderes kommen, der noch schlimmer ist als Zelensky. 

Portnikov. Verstehen Sie überhaupt, wie er jetzt das Rating Zelenskys und die Aussichten auf seine Wiederwahl für eine zweite Amtszeit gesteigert hat?

Feigin. Das ist klar, das ist jetzt allgemein offensichtlich. Würde er sich nicht so verhalten, wäre das Rating nicht gesteigert. Dann bedeutet Ursache und Wirkung zu vertauschen. Aber nehmen wir an, Zelensky ist weg, aber bei den Wahlen gewinnt Zaluzhny. Ich spreche von einem hypothetischen Zaluzhny. 

Portnikov. Medwedtschuk wird bei die Wahlen doch nicht gewinnen können?

Feigin. Nein, Medwedtschuk kann nicht. Das heißt, nach ihrer Rhetorik muss man jemanden ohne Wahlen einsetzen, der alles unterschreibt.

Portnikov. Man könnte ein anderes Ergebnis erreichen. Russland könnte andere Möglichkeiten anbieten, dass es überhaupt keine Wahlen geben wird.

Feigin. Und wer unterschreibt dann? 

Portnikov. Der Sprecher des Parlaments, der Vorsitzende der Werchowna Rada. Zelensky tritt einfach zurück, die Aufgaben des Präsidenten gehen an den Sprecher des Parlaments über, er unterschreibt, und dann hält dieses Parlament Wahlen ab.

Feigin. Sie sind ein Bürger der Ukraine, ich natürlich nicht. Ich befinde mich draußen, Sie sind innerhalb. Sagen Sie: Stepanchuk konkret, ein hypothetischer Stepanchuk, wird er einen solchen Frieden unterzeichnen?

Portnikov. Nein, er wird nicht unterzeichnen. 

Feigin. Was ist dann überhaupt der Sinn, darüber zu sprechen?

Portnikov. Wenn es um den amtierenden Präsidenten geht, könnte es auch ein anderer sein, das ist ja völlig egal.

Feigin. Nun warten Sie, aber das ist trotzdem eine gewisse Legitimität, das heißt, es muss zumindest ein Abgeordneter der Werchowna Rada sein.

Portnikov. Auf jeden Fall muss der Sprecher der Werchowna Rada zumindest im Land die Frage nach den Sicherheitsgarantien beantworten. Das ist die Ukraine. 

Feigin. Wenn er etwas anderes unterschreibt, als die öffentliche Meinung in der Ukraine will, wird das in der Ukraine niemand umsetzen.

Portnikov. Selbstverständlich. Vergessen Sie nicht, dass er im Gegensatz zum Präsidenten kein allgemeines Volksmandat haben wird. Man kann ihn in drei Minuten austauschen. In einer Sitzung des Parlaments. 

Feigin. Ja, und und was? Ok, er hat unterschriebe, mit diesem Papier kann man sich den Hintern abwischen.

Portnikov. Verstehen Sie, dass sie sich selbst in diese Situation gebracht haben, ich meine Trump und seine Leute.

Feigin. Ich verstehe die Logik. Sie könnten denken, dass alles nach zusammenfallen wird, auch wenn vielleicht nicht so schnell. Die Ukraine wird Stadt für Stadt verlieren, so könnten sie denken. Aber das ist die Logik von zwei Wochen, in denen die Ukraine fallen sollte. Und wenn sie so denken, dann ist das falsch. Selbst wenn die Hilfe eingestellt wird, wird das keine zwei Wochen und oder ein Monat dauern, und oder ein halbes Jahr. 

Portnikov. Die Europäer werden versuchen, das zu verhindern.

Feigin. Zu kompensieren. 

Portnikov. Deutschland könnte jetzt aktiver in das Spiel eintreten,.

Feigin. Sie geben bekannt, dass sie Taurus liefern wollen und noch etwas hinzufügen wollen. Nun gut. Wohin führt das alles? Denn wir versuchen immer wieder, aus dieser Sackgasse, sozusagen, den sogenannten Trump, seinen Machtantritt, seine Regierung, einen Ausweg zu finden, der für alle außer Moskau akzeptabel wäre. Moskau ist mit nichts zufrieden, Moskau verlangt, dass man ihr die Ukraine einfach so gibt. Das verstehen wir alle sehr gut. Wo ist dann dieser Ausweg? Gibt es ihn nicht?

Portnikov. Heute sehe ich ihn nicht. Heute sehe ich den Ausweg in einem gemeinsamen Druck des Westens auf Russland mit der Forderung, einem Waffenstillstand zuzustimmen. Und zumindest dem Macron-Plan zuzustimmen. Das muss Trump sicherstellen, wenn er es nicht sicherstellen kann, dann muss er der Ukraine intensiver helfen, oder? Ihm wurde das angeboten, was im Prinzip akzeptiert werden kann. Waffenstillstand auf See und in der Luft. Und bei Angriffen auf die Energieinfrastruktur.

Feigin. Ja, wir haben das schon oft besprochen, dass ein Waffenstillstand mit dem Ende gegenseitiger Fernangriffe der Ukraine möglich ist.

Portnikov. Aber die Armee kämpft dabei, ja? An der Demarkationslinie.

Feigin. Das heißt, irgendwo in einer zehn Kilometer breiten Zone von der Frontlinie aus kann man alles einsetzen.

Portnikov. Das heißt, eine Rückkehr zum Regime der Antiterroroperation?

Feigin. Ja. Aber das ist unmöglich. Moskau macht das nicht, es führt zu nichts.

Portnikov. Das ist eine Frage an Trump. Wenn er nicht einmal das von Putin erreichen kann, was kann er dann erreichen?

Feigin. Gute Frage. Der letzte Aspekt, wir werden nicht alle quälen, denn wir halten uns an den Zeitplan, wir werden versuchen, uns daran zu halten. Und Sie werden überrascht sein, aber die Stimmen der Leute, die für Trump agitiert haben, die sagten, dass wir hier alle Idioten, Soros-Leute sind, und Gott weiß, was wir hier tun. Plötzlich sind sie erloschen, verblasst. Hier, das ist über diesen Lubarsky. 

Portnikov. Das ist unser Lieblingsheld, ja, Sie werben für ihn. Sie werben für einen Troll.

Feigin. Er versuchte, in die Debatte einzusteigen, erzählte Märchen, dass er irgendwo an der Front gewesen sei. Aber ich als Mensch, der schon fünfmal an allen sensibelsten Abschnitten der Frontlinie war, sehe, dass er in einer Stadt an der Front war. Den Unterschied verstehen die Leute nicht, aber egal. Er hat sich selbst entlarvt. Das heißt, dass er ein kompletter Idiot und Trottel ist, war auch ohnehin klar. Das sage ich von mir aus, denn er wollte auf meinen Kanal zu gelangen, das bedeutet, flehte, bat auf den Knien, dann war er beleidigt. 

Portnikov.Wissen Sie, womit er sich jetzt beschäftigt? 

Feigin. Ich habe keine Ahnung. Ich habe mir seinen Kanal angesehen. Er führt dort Interviews mit verschiedenen Freaks, die er Kandidaten für das Amt des Präsidenten der Ukraine nennt.

Feigin. Ausgezeichnet. Hervorragend. Das Irrenhaus darf nicht aufhören.

Portnikov. Und einer von ihnen ist bekannt dafür, dass er, als er Minister in der Post-Maidan-Regierung war, dann in Korruptionsdelikten verwickelt war, schändlich aus dieser Regierung vertrieben wurde.

Feigin. Vielleicht können dort auch seine Charkower Freunde auftreten. 

Portnikov. Sie finden es lustig, aber diese Leute haben eine ganze Hetzkampagne gegen mich geführt. Diese ganze Gauner-Bande, all diese verschiedenen schwarzen Polittechnologen, die allen möglichen gedient haben, verschiedene Freaks, die verkleidet sind, verstehen Sie?

Feigin. Wir schicken das Publikum dorthin, und lassen Sie sie jetzt die Frage nach dem großen Trump stellen. Warum sollten sie jetzt nicht all diese Orte, all diese Tabachows, Wellers, Solonkins und so weiter, all diesen Wahnsinn besuchen und diese Fragen stellen? Warum müssen sie bei mir diskutiert werden?

Portnikov. Hören Sie, diese Leute waren von Anfang an Feinde der Ukraine. Sie wussten genau, was tatsächlich passieren würde, sie haben einfach einen Auftrag erfüllt. Einige von ihnen haben mindestens den Mut. Andrei Larionov, das muss man ihm zugute halten. Aber Andrei Illarionov ist ein solider Mann, ein bedeutender Ökonom. Ich habe mein ganzes Leben lang ernsthafte, sagen wir, Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf Prinzipien und Einschätzungen der Realität. Aber ich habe nie an seinem Professionalismus gezweifelt, genau wie Putin, denn er wäre sonst nicht früher Berater des Präsidenten der Russischen Föderation gewesen. Das ist ein seriöser Mann. Ja, er hat rechte Ansichten, er hat das Recht auf alle seine Ansichten. Aber als er sah, dass er die Realität bewusst zugunsten dieser Ansichten verfälscht hatte, gab er das zu. Denn er ist Andrei Illarionov. Und wer sind das überhaupt?

Feigin. Das Letzte, was ich mit Ihnen besprechen wollte, unter dieser Klicke wird jetzt zur Rechtfertigung des Handelns Trumps eine These gebracht. Sie werden es nicht glauben. Sie erzählen, dass Trump Putin solche Gefallen tut, ihn nicht als Diktator bezeichnet, damit man Moskau von China trennen kann. 

Portnikov. Das sind ja nicht nur sie, das sagt ja auch Rubio.

Feigin. Ja, Rubio sagt es auch, das ist ihre These. Ich möchte nur fragen, verstehen diese Leute, wie absurd diese These ist?

Portnikov. Wenn Rubio das sagt, überrascht mich das nicht. Die Amerikaner haben das noch nie verstanden. Sie verstehen es nicht. Und wenn Weller das sagt, dann muss man ein Mensch sein, der nie in Russland gelebt hat. Weiß er nicht, dass in Russland die ideologische Idee nicht Demokratie, sondern Antiamerikanismus ist? Das ist fantastisch. Sie sind ja genau auf dieser Plattform mit China vereint. Auf der Plattform des Antiamerikanismus.

Feigin. Ja, und in der Gegenüberstellung von sich selbst allem, was Amerika verkörpert, politische Demokratie und so weiter. 

Portnikov. Ich denke, dass es nicht um Demokratie geht, es geht in Wirklichkeit darum, dass Amerika einfach das besetzt hat, was es für sein eigenes hält. Russland betrachtet Europa als sein eigenes. Wenn es Amerika nicht gäbe, müsste es einen Herr Europas sein. Und China betrachtet Asien als sein eigenes.

Feigin. Klar. Aber sehen Sie, warum Putin niemals eine Annäherung zum Nachteil der Beziehungen zu China eingehen wird, obwohl er die Chinesen hassen kann. Das ist eine andere Frage. China hat einst einen großen Deal gegen die Sowjetunion geschlossen, Nixon, Kissinger war sein Architekt. Sie haben sogar in Damanski gekämpft. Es geht ja nicht darum. Er versteht, dass die alle vier Jahre wechselnde Macht, sei es in Amerika oder in Europa, niemals den Werten, Prinzipien und Grundlagen ähneln wird, die er in Russland, im Putin-Russland aufbaut. Und daher ist das Bündnis mit dem ewigen Xi Jinping, dem ewigen Putin durch ihre siamesische Ähnlichkeit gesichert, verstehen Sie? 

Portnikov. Ja, ich verstehe, und einen gemeinsamen, völlig logischen Ziel, Amerika aus seinen traditionellen Einflussbereichen zu verdrängen.

Feigin. Natürlich. Aus Eurasien zumindest.

Portnikov. Ja. Denn Russland allein und China allein können das nicht, aber zusammen können sie es.

Feigin. Natürlich. Das ist ein tiefer politischer Missverständnis. Die Leute halten diese Menschen aus irgendeinem Grund für Experten, halten es für ausreichend, dass sie mit uns diskutieren. Was ist das für ein Niveau? Mit wem soll man diskutieren? Mit Lubarsky in den Büschen in Charkiw, in Saltiwka. Das heißt, die Leute haben die Situation nicht ganz verstanden. Man muss diesen Leuten irgendwie einimpfen, dass Sie verstehen, dass diese Leute nicht das Niveau der Expertise erreichen, die hier und an ähnlichen Orten diskutieren. 

Portnikov. Man kann nicht verlangen, dass man von einem Sanitäter operieren lässt, der keine höhere medizinische Ausbildung hat, denn er wird einen umbringen. Und man kann nicht verlangen, dass einem ein gut gekleideter Schläger, sozusagen, vor der Sendung in einem irgendwohin Braiton gekauften Anzug über Politik erzählt. Denn das erfordert ein gewisses Niveau der Realitätseinschätzung. 

Feigin. Das ist eine Kombination aus Bildung und deinem Hintergrund. Wer du warst, wer du bist. 

Portnikov. Wir leben in der Welt von TikTok, vergessen Sie das nicht.

Bild: Trump will Zelensky absetzen | Vitaly Portnikov. 10.03.2025.

Die deutsche Zeitung Bild behauptet, der amerikanische Präsident Donald Trump erwäge, den Druck auf seinen ukrainischen Amtskollegen Volodymyr Zelensky zu verstärken und könnte die Absetzung des ukrainischen Präsidenten sogar als Bedingung für die Wiederaufnahme der Militärhilfe für die Ukraine stellen.

Bislang werden diese Meldungen jedoch nicht durch konkrete Fakten bestätigt, die darauf hindeuten würden, dass Donald Trump dieses Ziel erreichen könnte, wenn er überhaupt die schnellstmögliche Absetzung Zelenskys anstreben würde.

Offensichtlich ist die Abhaltung von Wahlen in der Ukraine, bei denen ein neuer Staatschef gewählt würde, bis zum Ende der militärischen Aktionen, der so genannten heißen Phase des Krieges, kaum möglich. Es ist klar, dass die amerikanische und die ukrainische Delegation in Saudi-Arabien über solche Möglichkeiten sprechen werden. Es stellt sich jedoch eine recht einfache Frage: Welche Bedeutung haben Abkommen zwischen Kyiv und Washington in einer Situation, in der der russische Präsident Wladimir Putin nicht zu einem Waffenstillstand oder einem Ende der Kämpfe an der russisch-ukrainischen Front bereit ist?

Offensichtlich kann man derzeit feststellen, dass die russische Seite solche Absichten nicht hat. Sowohl Putin selbst als auch seine Beamten haben wiederholt betont, dass sie nicht an einem Waffenstillstand interessiert sind, sondern an einem so genannten umfassenden Frieden mit der Beseitigung der Ursachen, die zum russisch-ukrainischen Krieg geführt haben.

Und genau das kann Donald Trump bei allem Wunsch, Putin zu helfen, nicht tun, denn um die Ursachen zu beseitigen, braucht es erstens den kollektiven Willen aller westlichen Länder zur Kapitulation vor Moskau und zweitens die Liquidierung der ukrainischen Staatlichkeit, die eigentlich die Hauptursache für Putins Angriff auf die Ukraine ist. Trump kann also nur Druck auf die Ukraine ausüben und nach Möglichkeiten des Einvernehmens mit Putin suchen, die der amerikanische Präsident in absehbarer Zeit kaum finden kann.

Und so könnte in dieser Situation tatsächlich die Frage der Absetzung Zelenskys als Rache für all die Worte, die Donald Trump vom ukrainischen Präsidenten während ihrer skandalösen Auseinandersetzung im Weißen Haus gehört hat, sowie für die gesamte politische Situation um die Beziehungen der beiden Präsidenten, die einst zum ersten Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump führte, der von Volodymyr Zelensky Hilfe im Kampf gegen den zukünftigen Gewinner der Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten, Joseph Biden und dessen Sohn Hunter, verlangt hatte, in Betracht gezogen werden.

Dann stellt sich eine recht einfache Frage: Welche weiteren Druckmittel auf Volodymyr Zelensky könnten zu seiner Absetzung führen? Wenn keine Wahlen abgehalten werden können und Donald Trump und sein Team sich angesichts der offensichtlichen Weigerung Wladimir Putins, seinem amerikanischen Kollegen entgegenzukommen, früher oder später damit abfinden müssen, dann könnte die Absetzung Zelenskys als Machtübergabe an den Vorsitzenden der Werchowna Rada erfolgen.

Es geht also um einen freiwilligen Rücktritt im Austausch für die Wiederaufnahme der Lieferung von Waffen, wobei der Vorsitzende der Werchowna Rada zum amtierenden Präsidenten des Landes gewählt wird. Dies ist jedoch ein ziemlich komplexes Modell in dieser Hinsicht, so dass sich die Frage nach der Wirksamkeit einer solchen Entscheidung einerseits und nach ihrer Zweckmäßigkeit andererseits stellt. Offensichtlich könnte Donald Trump der Ansicht sein, dass jeder neue, insbesondere ein vorübergehender, Führer des ukrainischen Staates eher bereit sein wird, seinen Vorschlägen zum Ende der Kampfhandlungen an der russisch-ukrainischen Front zuzustimmen als Zelensky.

Doch hier erwarten den amerikanischen Präsidenten erneut Enttäuschungen. Erstens wird jeder vorübergehende Führer des ukrainischen Staates, der kein öffentliches Mandat zur Entscheidungsfindung hat, kaum Entscheidungen treffen, die nicht dem Wunsch der ukrainischen Gesellschaft entsprechen. Und sie könnten außerdem zu seiner schnellen Absetzung durch eine einfache Abstimmung in der Werchowna Rada der Ukraine führen. Und natürlich wird jede Person, die diese Werchowna Rada und den Staat vorübergehend leitet, versuchen, keine riskanten Entscheidungen zu treffen, die sich auf die gesamte politische Situation im Land auswirken werden – ich erwähne seine Karriere nicht einmal.

Zweitens liegt der Schlüssel zur Beendigung des Krieges nicht in Kyiv, sondern in Moskau. Donald Trump kann ukrainische Führungspersönlichkeiten in jedem Tempo austauschen und unter ihnen nach jemandem suchen, der zu Vereinbarungen mit Wladimir Putin bereit ist. Aber Wladimir Putin will diese Vereinbarungen nicht. Der russische Präsident möchte den Krieg so lange fortsetzen, wie sein Land über die wirtschaftlichen und demografischen Möglichkeiten verfügt, um militärische Aktionen durchzuführen, deren Hauptziel die Liquidierung der ukrainischen Staatlichkeit und der Zugang Russlands zu den Grenzen der mittel- und osteuropäischen Länder ist, so wie es beim Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 der Fall war.

Und wenn Donald Trump dem russischen Präsidenten im Rahmen seines Unverständnisses der Bedeutung des europäischen Kontinents für die Sicherheit der Vereinigten Staaten sogar solche Zugeständnisse machen kann, so haben die europäischen Politiker kaum den Wunsch, einfach vor Putin zu kapitulieren und nicht nur die Sicherheit Europas, sondern auch ihr eigenes politisches Überleben in Frage zu stellen.

Daher kann die Ukraine mit oder ohne Zelensky auf europäische Unterstützung hoffen, um den Truppen Wladimir Putins weiterhin Widerstand zu leisten und sich nicht einer demütigenden Kapitulation vor dem Putin-Regime zu unterwerfen, selbst wenn eine solche demütigende Kapitulation den politischen Zielen Donald Trumps und seines aktuellen Umfelds entspricht. Und selbst wenn Donald Trump Volodymyr Zelensky oder einen seiner Nachfolger zum Zwecke der Fortsetzung der Militärhilfe zu einer solchen demütigenden Kapitulation bewegen würde, da nach dieser Logik selbst die Militärhilfe keine Bedeutung mehr haben würde, wenn die Vereinigten Staaten sich mit der Russischen Föderation verbünden würden, um die ukrainische Staatlichkeit zu beseitigen und Wladimir Putin die Möglichkeit zu geben, Europa zu erobern, wie es bereits 2014 im Kreml geplant und 2022 durch die große russische Aggression gegen die Ukraine bestätigt wurde.

Es geht also nicht um den Rücktritt Zelenskys, sondern darum, dass Donald Trump und diejenigen, die heute mit dem amerikanischen Präsidenten sprechen und als oberstes Ziel die Erhaltung ihrer Ämter haben, anstatt Trump zu erzählen, was tatsächlich um ihn herum geschieht, sich der Realität stellen und dieser Realität ins Auge sehen müssen. Auch wenn dieses für den amerikanischen Präsidenten und sein engstes Umfeld recht schmerzhafte Treffen nicht zu ihren unmittelbaren politischen Plänen gehört.

Trump prahlt mit Zelenskys „Niederlage“ | Vitaly Portnikov. 10.03.2025.

Donald Trump kommentierte in seinem Sonntagsinterview für den Fernsehsender Fox News erstmals ausführlich den Streit mit dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky im Oval Office und bezeichnete das dort Geschehene, wie zu erwarten, als vernichtende Niederlage für Zelensky.

Trump betonte, er habe Zelensky das Bonbon weggenommen. So charakterisiert er die amerikanische Hilfe für die Ukraine, die von seinem Vorgänger Joseph Biden bereitgestellt wurde. Er sagt, Zelensky sei ein harter Kerl, der Joseph Biden das Geld wie Bonbons abgenommen habe. Aber er, Trump, wolle dem ein Ende setzen, natürlich durch die Beendigung des Krieges in der Ukraine.

Als eine Journalistin Donald Trump fragte, ob er nicht befürchte, dass die Ukraine ohne amerikanische Hilfe nicht überleben werde, wie er selbst betont habe, dass die Ukraine all diese drei Jahre nur dank amerikanischer Hilfe überlebt habe. Der amerikanische Präsident antwortete, dass sie auch so nicht überleben könne, aber gleichzeitig hoffe er auf die Unterzeichnung eines Abkommens über seltene Erden, die sich, wie er von erfahrenen Spezialisten erfahren habe, im ukrainischen Boden befinden.

Trump sagte auch, er hoffe auf die Rückkehr von Volodymyr Zelensky nach Washington für die Unterzeichnung eines solchen Abkommens. Und möglicherweise werde diesem Thema das Treffen der amerikanischen und ukrainischen Delegation in Saudi-Arabien nächste Woche gewidmet sein.

Gleichzeitig erklärte der amerikanische Präsident, wie zu erwarten, nicht, wie er eine Friedensvereinbarung unter Beteiligung der Russischen Föderation erreichen wolle, obwohl er erneut betonte, dass er der härteste Präsident für Russland unter all seinen Vorgängern gewesen sei.

So lässt sich sagen, dass sich Donald Trumps Position zur Russischen Föderation und zur Ukraine nicht geändert hat, ebenso wenig seine Position zur Situation im Oval Office. Aber gleichzeitig lässt Trump die Möglichkeit weiterer Verhandlungen mit dem ukrainischen Präsidenten und die Möglichkeit weiterer Hilfe offen.

Gleichzeitig sei daran erinnert, dass Donald Trump scheinbar zum zehnten Mal über 350 Milliarden Dollar sprach, die die Vereinigten Staaten der Ukraine im Vergleich zur europäischen Hilfe in Höhe von 100 Milliarden Dollar gewährt haben sollen. Und Trump betonte erneut, dass die europäischen Länder mehr für Energieträger an Russland gezahlt haben, als sie der Ukraine Geld gegeben haben.

Die Zahl von 350 Milliarden Dollar entspricht nicht der Wahrheit und wird durch keine Fakten belegt. Es ist bekannt, dass die amerikanische Hilfe für die Ukraine viel geringer ist, dass die Ukraine 64 Milliarden Dollar direkt von den Vereinigten Staaten erhalten hat. Der Rest der 120 Milliarden Dollar amerikanischer Hilfe ging an amerikanische Unternehmen, die mit den Aufträgen der amerikanischen Regierung Geld verdienten.

Ein Teil der bereits bezahlten Produkte wird derzeit in Lagern sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in europäischen Ländern zurückgehalten, da die amerikanische Hilfe für die Ukraine ausgesetzt wurde. Aber Donald Trump spricht weiterhin hartnäckig von dieser Zahl, und es ist sehr schwer zu erklären, warum er das tut. Aber die Tatsache, dass der amerikanische Präsident der Ukraine die Tür nicht verschließt und zu weiteren Verhandlungen mit dem ukrainischen Präsidenten bereit ist, ist bereits eine gute Nachricht.

Ebenso eine gute Nachricht ist, dass heute einer der engsten Vertrauten von Donald Trump, der Milliardär Elon Musk den Tag in den Vereinigten Staaten mit der Erinnerung begann, dass, wenn er Starlink abschaltet, die ukrainische Front zusammenbrechen und die Ukraine den Krieg verlieren werde.

Er beendete die Mitteilung mit der Aussage, dass er die Tätigkeit der Starlink-Terminals in der Ukraine niemals und unter keinen Umständen einstellen werde, auch wenn er mit der amerikanischen Politik zum russisch-ukrainischen Krieg nicht einverstanden sei.

Dieser letzten Erklärung Musks ging eine Konfrontation zwischen dem Leiter des polnischen Außenministeriums, Radosław Sikorski, und dem amerikanischen Staatssekretär Marco Rubio voraus. Sikorski wandte sich nicht an Rubio, sondern im Wesentlichen an Musk und erinnerte daran, dass Polen die Starlink-Dienste für die Ukraine bezahlt, und wenn sich herausstellen sollte, dass es sich um einen unzuverlässigen Dienstleister handelt, werde Warschau nach Alternativen für die Kommunikationsquellen für die ukrainischen Streitkräfte suchen, die gegen die russische Aggression kämpfen.

Marco Rubio betonte daraufhin, dass niemand beabsichtige, Starlink abzuschalten, dass man stattdessen sagen könne, dass die russischen Truppen dank amerikanischer Hilfe nicht die Grenzen Polens erreicht hätten. Das heißt, es gibt eine eindeutige Feststellung der Tatsache, dass der amerikanische Staatssekretär erstens die Möglichkeit der Abschaltung der Starlink-Terminals bestritt. Zweitens erinnerte er erneut an die Bedeutung der amerikanischen Hilfe. Und drittens beschloss er, sich nicht nur an Donald Trump, sondern auch an Elon Musk zu wenden und die Interessen seines Unternehmens zu verteidigen, während Elon Musk selbst mit seinen unvorsichtigen Äußerungen die Fähigkeit, denjenigen, die sie bezahlen, zuverlässige Dienstleistungen zu bieten in Frage stellt. 

Es sei daran erinnert, dass die Dienstleistungen des mit Donald Trump eng verbundenen amerikanischen Milliardärs nie Wohltätigkeit waren, selbst zu Zeiten von Joseph Biden nicht. Nun, wie wir sehen, verstand Elon Musk den Sinn dieses Schlagabtausches zwischen dem polnischen Außenminister und dem amerikanischen Staatssekretär und beschloss, dieser Diskussion mit der Zusicherung, dass Starlink die Dienste für die Ukraine nicht einstellen werde, ein Ende zu setzen. Und das zu einer Zeit, in der der Mangel an Geheimdienstinformationen vonseiten der Vereinigten Staaten den russischen Streitkräften Vorteile an der Front verschafft, insbesondere in den Gebieten in der russischen Oblast Kursk, wo die Russen gerade durch diese Aktionen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump in die Offensive gegangen sind.

Wir können natürlich jetzt noch nicht darüber sprechen, wie sich die Pause, mit der Donald Trump seine Bereitschaft demonstrieren wollte, eine gemeinsame Sprache mit den Russen zu finden, tatsächlich auf die ukrainische Armee und die ukrainische Gesellschaft auswirken wird, und ob diese Pause überhaupt mit der Fortsetzung der amerikanischen Militärhilfe enden wird oder ob Trump die Fortsetzung ganz ablehnen wird.

Heute forderte Senator Lindsey Graham, einer der engen Vertrauten von Donald Trump, den amerikanischen Präsidenten erneut auf, die Militärhilfe für die Ukraine wieder aufzunehmen, und erinnerte daran, dass die Alternative zu dieser Militärhilfe die Situation sein könnte, die sich mit dem Abzug amerikanischer Truppen aus Afghanistan ergeben hat, und dass dies eine echte politische Katastrophe für Donald Trump wäre. Und vielleicht wird die Angst vor einer solchen Katastrophe den amerikanischen Präsidenten dazu bringen, seine Haltung zu der entstandenen Situation zu ändern. 

Russland ignoriert Trumps Drohungen | Vitaly Portnikov. 08.03.2025.

Die ersten offenen Drohungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump gegenüber Moskau seit seiner Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten lösten bei russischen Beamten eher eine gleichgültige Reaktion aus als eine ernsthafte Besorgnis. Die Vertreterin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa bezeichnete diesen Beitrag von Donald Trump als Beweis dafür, dass die Ukraine bereits verloren habe, da ihre Führung zu sehr auf die vorherige amerikanische Regierung gehofft habe. 

Was die Sanktionen betrifft, so betonte Sacharowa, dass diese bereits zuvor vom Weißen Haus verhängt worden seien, was den Kreml nicht daran gehindert habe, seine Ziele zu erreichen. In etwa dem gleichen Ton kommentierte der Pressesprecher des russischen Präsidenten Dmitri Peskow die Erklärung von Donald Trump. Er betonte, dass er darin keine neuen Inhalte sehe, die es zu kommentieren gelte.

Warum geht der Kreml jetzt so gelassen mit den Drohungen Trumps um, obwohl früher jede neue Sanktion der Vereinigten Staaten oder der Europäischen Union eine ernsthafte Reaktion der russischen Führung hervorrief? Erstens, weil die Vereinigten Staaten noch keine wirklichen neuen Sanktionen verhängt haben. Es geht ausschließlich um Drohungen, und wie bekannt ist, müssen Drohungen von Donald Trump nicht unbedingt mit konkreten Handlungen des amerikanischen Präsidenten verbunden sein.

Zweitens, Moskau hat bereits erkannt, dass man sich nicht auf die Standhaftigkeit von Donald Trump verlassen sollte und er jederzeit von der Bereitschaft zum Gespräch zu konkreten Maßnahmen übergehen kann, die darauf abzielen, die Position der russischen Führung in Bezug auf den Krieg in der Ukraine zu ändern.

Ein weiterer Grund, wie die Publikation „Spectator“ betont, könnte das Verständnis Russlands für die Tatsache sein, dass Trump Russland und die Ukraine ganz unterschiedlich behandelt. Dabei geht es nicht einmal um die offensichtliche Sympathie, die der russische Präsident Wladimir Putin bei ihm genießt, sondern vor allem darum, dass Trump immer noch davon überzeugt ist, dass er der Ukraine tatsächlich vorschreiben kann, was sie zu tun hat, und dieses Land eher als Protektorat der Vereinigten Staaten denn als Staat mit souveränem Willen betrachtet.

Was Russland betrifft, so muss es tatsächlich zum Verhandlungstisch gebracht werden, und zwar nicht nur für einen rituellen Gedankenaustausch, sondern für konkrete Entscheidungen.  Daher geht man in der russischen Hauptstadt davon aus, dass Donald Trump auch weiterhin versuchen wird, ein Gleichgewicht in den Beziehungen zum Kreml zu finden, damit Wladimir Putin überhaupt nicht auf irgendwelchen Verhandlungen verzichtet.

Und noch ein sehr wichtiger Punkt, der damit zusammenhängt, dass man in Moskau aufgehört hat, sich wirklich vor westlichen Sanktionen zu fürchten. Im Jahr 2022, als der damalige Präsident der Vereinigten Staaten, Joe Biden, Moskau Sanktionen aus der Hölle versprach, war in der russischen Hauptstadt die Meinung weit verbreitet, dass genau solche Sanktionen zum Zusammenbruch der russischen Wirtschaft führen könnten. Aus diesem Grund wollte Wladimir Putin den Konflikt mit der Ukraine so schnell wie möglich beenden und plante ihn nicht als langfristige Aktion, sondern als Blitzkrieg, der jedoch ziemlich schnell scheiterte. 

Einige Monate nachdem der Westen entschlossen in seiner Sanktionspolitik vorgegangen war und den Sanktionsdruck weiter erhöht hatte, erkannte Russland, dass es eine weitere alternative Wirtschaft gibt – die Wirtschaft des globalen Südens, und durch die Beziehungen zu Ländern wie der Volksrepublik China und Indien,

kann Russland auch unter harten westlichen Sanktionen überleben und nicht nur überleben, sondern auch seinen militärisch-industriellen Komplex reformieren.  So hat Russland in diesen drei Jahren endgültig aufgehört, Teil der Wirtschaft des Westens zu sein und ist Teil der Wirtschaft des globalen Südens geworden.  Dies hat jedoch keinen Einfluss auf den Wunsch des russischen Präsidenten Wladimir Putin, den Krieg gegen die Ukraine fortzusetzen. 

Es ist offensichtlich, dass die einzige wirkliche Möglichkeit, einen solchen Krieg zu beenden, darin besteht, das russische Wirtschaftspotenzial zu schwächen, doch der Kreml ist weiterhin der Ansicht, dass dies noch zu weit entfernt ist, und wenn der Westen tatsächlich bereit wäre, neue, ernsthafte Sanktionen zu verhängen, würden diese Sanktionen für die Wirtschaften der Vereinigten Staaten und der europäischen Länder nicht weniger problematisch sein als für die Russische Föderation.

Daher kann man davon ausgehen, dass die Russische Föderation sich von den Drohungen Trumps nicht einschüchtern lässt. Derzeit ist man in Moskau nicht sicher, ob diese Drohungen tatsächlich zu einer erheblichen Verschlechterung der russisch-amerikanischen Beziehungen führen werden, die derzeit nicht als gefestigt bezeichnet werden können.

Man kann sich in der russischen Hauptstadt jedoch sicher sein, dass der amerikanische Präsident weiterhin Druck auf seinen ukrainischen Kollegen ausüben wird und in diesem Druck das wichtigste Instrument sehen wird, um zumindest einen Waffenstillstand an der russisch-ukrainischen Front zu erreichen.  Umso mehr, als Donald Trump nach den Drohungen gegen Russland sofort zu Erklärungen überging, die die Ukraine als einen unbequemerer Partner für die Friedensfindung im russisch-ukrainischen Krieg bezeichneten als die Russische Föderation.

Es gibt jedoch bisher keine Anzeichen dafür, dass Donald Trump und Vertreter seiner Regierung auch nur den geringsten Fortschritt in ihren Verhandlungen mit Moskau erzielt haben. Ein ernsthaftes Problem ist auch, dass die Rhetorik Trumps, die von keinerlei konkreten Handlungen begleitet wird, für die Russen in erster Linie Rhetorik ist. Und in Moskau geht man davon aus, dass auf diese Rhetorik möglicherweise keine konkreten Handlungen folgen werden, die für das Überleben der russischen politischen und militärischen Führung sowie der russischen Wirtschaft wichtig sind.

Es ist jedoch offensichtlich, dass man auch in der russischen Hauptstadt, wie in allen anderen Hauptstädten der Welt, genau weiß, dass man es mit einer unberechenbaren Person zu tun hat, deren Stimmung sich buchstäblich innerhalb weniger Stunden ändert und auf deren Entscheidungen niemand im Weißen Haus oder außerhalb des engsten Umfelds von Donald Trump Einfluss nehmen kann. Und das ist ein ernsthaftes Problem.  Es ist für Putin genauso ernst wie für die europäischen Staats- und Regierungschefs, die über das Verhalten von Donald Trump schockiert sind, nachdem der ehemalige amerikanische Präsident ins Weiße Haus zurückgekehrt ist und sich als noch unberechenbarere, chaotischere und härtere Person erwiesen hat als in der ersten, ebenfalls kritischen Phase seiner Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten.  

Wahrscheinlich hat Putin jedoch weniger Anlass, die Stimmungsschwankungen von Donald Trump zu fürchten als die Führer der demokratischen Welt, zumindest aus dem Grund, dass der amerikanische Präsident selbst als viel größerer Befürworter des autoritären Stils in der Politik und autoritärer Führer erscheint als der Bereitschaft, ernsthafte Beziehungen zu den Führern derjenigen demokratischen Partnerländer zu pflegen, zu denen die Vereinigten Staaten von Amerika während der Jahrzehnte vor seiner Rückkehr ins Weiße Haus gehörten.

Zelensky wendete sich an Trump | Vitaly Portnikov. 04.03.2025.

Nachdem aus Washington die Information über den vollständigen Stopp der Militärhilfe für die Ukraine durch Donald Trump kam, am Vorabend der Rede des amerikanischen Präsidenten vor dem Kongress der Vereinigten Staaten wandte sich Volodymyr Zelensky mit einem Beitrag im sozialen Netzwerk X an Donald Trump.

In diesem Beitrag auf Englisch betont Zelensky, dass niemand in der Ukraine einen endlosen Krieg will. Die Ukraine ist bereit, so schnell wie möglich dich an den Verhandlungstisch zu setzen, um einen soliden Frieden herbeizuführen.

Niemand wolle so sehr Frieden wie die Ukrainer, sagt Zelensky. „Meine Mannschaft und ich sind bereit, unter der starken Führung von Präsident Trump zu arbeiten, um einen soliden Frieden zu erreichen. Wir sind bereit, schnell zu arbeiten, um den Krieg zu beenden. Erste Schritte könnten die Freilassung von Gefangenen und ein Waffenstillstand am Himmel sein, ein Verbot von Raketen, Langstrecken-Drohnen, Bomben auf die Energie- und andere zivile Infrastruktur und ein sofortiges Waffenstillstand auf See, wenn Russland dasselbe tut. Dann wollen wir sehr schnell durch alle folgenden Schritte vorankommen und mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten, um eine solide endgültige Vereinbarung zu erzielen. Volodymyr Zelensky erinnert daran, dassDonald Trump der Ukraine Javelins zur Verfügung gestellt hat und betont, dass dies der Moment war, in dem sich alles verändert hat. 

Über das jüngste Treffen mit Trump im Weißen Haus sagt der ukrainische Präsident, dass dieses Treffen nicht so verlaufen ist, wie es hätte sein sollen, und betont sein Bedauern, dass dies geschehen ist. „Es ist an der Zeit, alles zu korrigieren. Wir wünschen uns, dass die zukünftige Zusammenarbeit und Kommunikation konstruktiv sein wird.“

In dem Beitrag wird auch betont, dass die Ukraine in Bezug auf die Vereinbarung über Bodenschätze und Sicherheit jederzeit und in jedem geeigneten Format bereit ist, diese zu unterzeichnen. „Wir sehen diese Vereinbarung als Schritt zu mehr Sicherheit und zuverlässigen Sicherheitsgarantien. Und ich hoffe aufrichtig, dass sie effektiv funktionieren wird.“

Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass Zelensky in diesem Beitrag alle wahrscheinlichen Wünsche der Vertreter der Verwaltung des Präsidenten der Vereinigten Staaten erfüllt hat, die eine Fortsetzung seines Dialogs mit Donald Trump wünschten. Möglicherweise auch von Trump selbst, der von der Notwendigkeit sprach, dass die Ukraine ihren Friedenswillen zeigen muss. Und auch von europäischen Partner, die ebenfalls auf die Suche nach Wegen zur Aussöhnung zwischen dem Präsidenten der Ukraine und seinem amerikanischen Amtskollegen bestanden. Es ist auch offensichtlich, dass Volodymyr Zelensky beschlossen hat, in diesem Beitrag den europäischen Friedensplan zu unterstützen, der zuvor von Präsident Emmanuel Macron von Frankreich und Premierminister Keir Starmer von Großbritannien vorgeschlagen wurde. Die französischen und britischen Führer schlugen nämlich ein vorübergehendes Waffenstillstand in der Luft, auf See und in Bezug auf die Beschüsse der Energie- und anderer ziviler Infrastruktur vor.

Nur bei alledem gibt es die wichtigste Frage. Wie die Bereitschaft des Präsidenten der Ukraine und seines Teams, unter der Führung des amerikanischen Präsidenten nach Wegen zum Frieden zu suchen, mit dem offensichtlichen Unwillen des Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin übereinstimmen wird, sich auf irgendein, selbst vorübergehendes Waffenstillstand an der russisch-ukrainischen Front zu einigen. Denn der russische Präsident will nicht unter der Führung des Amerikaners arbeiten. Putin möchte gerade, dass Trump unter seiner Führung arbeitet und allen Launen des russischen Führers zustimmt, zumindest was die Bedingungen für das Ende des Krieges in der Ukraine betrifft. 

Bekanntlich haben sowohl der russische Präsident als auch seine Mitarbeiter wiederholt betont, dass sie die Erreichung eines dauerhaften Friedens als Hauptbedingung für die Beendigung des Krieges in der Ukraine betrachten, und nicht Vereinbarungen über einen Waffenstillstand oder sogar ein Feuerpause, auf dem der Präsident der Vereinigten Staaten weiterhin besteht. Und zweitens, dass die Hauptursachen für einen solchen Konflikt beseitigt werden müssen, die vor allem mit der euroatlantischen Integration der Ukraine und der Möglichkeit für die ukrainische Nation verbunden sind, ihren eigenen Entwicklungskurs zu wählen, der nicht mit den Absichten der Führung der Russischen Föderation übereinstimmt, die Ukraine als unabhängige staatliche Institution zu beseitigen, zumindest als Staat, der seine eigene Souveränität besitzt.

Und wie der Präsident der Vereinigten Staaten mit dem Präsidenten der Russischen Föderation über ein Waffenstillstand und erst recht über einen dauerhaften Frieden verhandeln will, weiß niemand, und der Erste, der nichts davon weiß, ist natürlich Donald Trump.

Daher kann man nur begrüßen, dass Volodymyr Zelensky bereit ist, in der virtuellen Realität zu handeln, die im Kopf des Präsidenten der Vereinigten Staaten existiert. Wenn dies natürlich hilft, die Waffenlieferungen aus Amerika wiederherzustellen, denn es ist durchaus möglich, dass Donald Trump einfach einen Vorwand benutzt hat, um eine Entscheidung zu treffen, von der er seit dem ersten Tag nach seiner Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten geträumt hat und die er als Druckmittel auf die Ukraine angekündigt hat. Denn aktuell haben wir die Situation, in der die russische politische Führung keine Aufmerksamkeit den amerikanischen Vorschlägen schenkt und genau diese Schritte begrüßt, die die Vereinigten Staaten derzeit in Bezug auf die Ukraine unternehmen. 

Man darf nicht vergessen, dass unter Frieden sowohl der Pressesprecher des Präsidenten der Russischen Föderation als auch sein Chef Wladimir Putin die Kapitulation der Ukraine mit der anschließenden Besetzung des Territoriums unseres Landes, der Ermordung von Zivilisten durch Raketenangriffe auf ukrainisches Gebiet mit dem Ziel, alles zu zerstören, was die Russische Föderation bisher nicht besetzen kann, verstehen. Und die Hauptfrage heute ist ausschließlich die, ob der Präsident der Vereinigten Staaten bereit ist, sein Land in einen Staat zu verwandeln, der an den Verbrechen beteiligt ist, die wir von russischer Seite beobachten, nicht erst seit 2022, sondern seit 2014. Offensichtlich kann der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky diese Frage nicht beantworten. Die Antwort auf die Frage, wie weit die Vereinigten Staaten auf dem Weg gehen können, Wladimir Putin in seinen weiteren aggressiven Plänen zu helfen, die sich sowohl auf unseren Staat als auch auf andere europäische Staaten beziehen, kann nur Donald Trump selbst geben. Und ich bin nicht sicher, ob wir die Antwort auf diese Frage in dieser Rede hören werden, die der amerikanische Präsident heute Nacht nach Kyiver Zeit im amerikanischen Kongress halten wird, um über seine neuen politischen Pläne in Bezug auf den russisch-ukrainischen Krieg und die Beziehungen zu den Europäern und anderen bis vor kurzem wichtigen Verbündeten der Vereinigten Staaten von Amerika zu informieren.

Trump stoppt die Unterstützung | Vitaly Portnikov. 04.03.2025.

Eine Reihe amerikanischer Medien berichteten unter Berufung auf einen anonymen Vertreter des Weißen Hauses, dass Donald Trump angeordnet habe, alle militärischen Hilfslieferungen an die Ukraine auszusetzen.

Der Präsident der Vereinigten Staaten ist nach Angaben des Beamten dem Frieden verpflichtet und möchte, dass die Verbündeten der Vereinigten Staaten diesem Ziel ebenfalls verpflichtet sind. Die Entscheidung kann überprüft werden, falls der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky gute Absichten für die Teilnahme an Friedensverhandlungen zeigt. 

Die Gespräche darüber, dass die Militärhilfe ausgesetzt werden könnte, begannen unmittelbar nach dem skandalösen Treffen zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, und dem Präsidenten der Ukraine, Zelensky. Trump berief am Montag eine Sitzung ein, an der Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth, die Direktorin des nationalen Geheimdienstes Tulsi Gabbard und der Vertreter des Präsidenten im Nahen Osten Steve Witkoff teilnahmen, der auch an den Verhandlungen zwischen Amerikanern und Russen beteiligt ist. Und genau nach den Ergebnissen dieser Sitzung wurde die Entscheidung über die Aussetzung der Militärhilfe getroffen.

Offensichtlich nicht endgültig, denn Trump selbst hat bisher nichts dazu gesagt. Aber es hängt mit dieser Taktik zusammen, die der amerikanische Präsident bei der Lösung des Problems der Beendigung des Krieges Russlands gegen die Ukraine gewählt hat.

Die wichtigste Frage ist vor allem, was Donald Trump wirklich von Volodymyr Zelensky will? Dass Zelensky sagt, dass er Frieden will, dass Zelensky betont, dass er bereit ist, mit den Russen zu verhandeln, dass Zelensky bereit ist zu Entscheidungen, die von der ukrainischen Seite möglicherweise nicht als angemessen angesehen werden? Oder dass dies nicht Zelensky tut?

Das sind keine rhetorischen Fragen, weil es, ich möchte das besonders betonen, keine wirklichen Absprachen zwischen Moskau und Washington gibt. Wenn Präsident Donald Trump sich tatsächlich mit Präsident Putin auf einen Waffenstillstand oder ein Waffenstillstandsabkommen geeinigt hätte und die ukrainische Seite die Möglichkeit dieser Beteiligung an einer solchen Entscheidung unter Berufung auf, sagen wir, das Fehlen von Sicherheitsgarantien für die Ukraine ausgeschlossen hätte. Dann könnte Trump Druck auf die Ukraine ausüben und von uns verlangen, einer solchen Entscheidung zuzustimmen. Aber tatsächlich gibt es keine wirklichen Entscheidungen auf der russisch-amerikanischen Ebene. Es gibt nicht einmal einen Verhandlungsprozess zwischen den Vereinigten Staaten und Russland über die Aussetzung der Kriegshandlungen, ich spreche nicht einmal vom Ende des Krieges, den Putin im Februar 2022 gegen unseren Staat begonnen hat. Und den Konflikt, der seit 2014 stattfindet, erwähne ich ihn nicht einmal mehr.

Das scheint Donald Trump selbst vergessen zu haben. Im Gegenteil, Putin sagt ständig, dass es keinen Waffenstillstand geben kann, dass Russland an einem dauerhaften Frieden interessiert ist, dass jeder Waffenstillstand oder jede Einstellung der Kampfhandlungen an der Front nur möglich ist, wenn die Ursachen, die zum Krieg geführt haben, beseitigt werden. Und offensichtlich geht es um einen mehrjährigen Verhandlungsprozess. 

Der einzige Ausweg aus diesem langjährigen Prozess kann nur der Sieg Russlands über die Ukraine, die Kapitulation unseres Staates und seine Besetzung durch russische Truppen sein. Aber das wird sicherlich nicht einmal im Falle einer Aussetzung der amerikanischen Hilfe geschehen. 

Dann stellt sich die ziemlich einfache Frage, was Donald Trump wirklich anstrebt, wenn er Druck auf die Ukraine ausübt um die ukrainische Führung zu konstruktiveren Erklärungen über den Frieden zu zwingen, den er selbst nicht erreichen kann.  Wir erinnern uns, dass dies keine neue Taktik des amerikanischen Präsidenten ist. Selbst als er noch nicht das Oberhaupt des amerikanischen Staates war, sondern bereits als zukünftiger Präsidentschaftskandidat auf republikanische Kongressabgeordnete einwirkte. Die Republikaner verzögerten die Bereitstellung von Hilfe für die Ukraine und erklärten dies vor allem mit den Problemen, die an der Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko innerhalb von sechs Monaten aufgetreten waren. Ohne sich über die Folgen ihrer Handlungen nicht nur für die Ukraine, sondern auch, sagen wir, für einen anderen Verbündeten der Vereinigten Staaten, Israel, Gedanken zu machen.

Kürzlich entschuldigte sich der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, der die Verzögerung verursachte, bei Israel dafür, dass die Ukraine-Frage es den Vereinigten Staaten nicht ermöglichte, schnell auf die Notwendigkeit der Hilfe für den jüdischen Staat zu reagieren. 

Und damals war eine solche Motivation offensichtlich. Wenn der Ukraine nicht geholfen wird, wird sie eher den Bedingungen Russlands zustimmen. Und Russland stellt Bedingungen, die nicht nur für die Ukraine, sondern auch für die NATO, für die Europäer, für die gesamte zivilisierte Welt inakzeptabel sind. Natürlich, wenn die Vereinigten Staaten immer noch hoffen, ein wichtiger Teil und Führer dieser zivilisierten Welt zu sein und nicht ein Verbündeter des Regimes von Wladimir Putin. 

Daher muss man natürlich weiter mit der Führung der Vereinigten Staaten zusammenarbeiten, bis Fake Vereinbarungen. wie die kürzlich geschlossene Vereinbarung über einen Investitionsfond, der sich mit der Entwicklung mythischer ukrainischer Bodenschätze befassen will, unterzeichnet sind. 

Aber das bedeutet nicht, dass eine solche Zusammenarbeit zwangsläufig zu einer Änderung der Entscheidung von Donald Trump führen wird. Ungefähr so, wie die Aussetzung der Entscheidung über die Einführung von Zöllen, die aus wirtschaftlicher Sicht völlig unlogisch sind, für Kanada und Mexiko. Keine Arbeit mit der amerikanischen Regierung führte zur endgültigen Aufhebung dieser Entscheidung von Donald Trump. 

Der nächste Punkt ist natürlich die Zusammenarbeit mit unseren europäischen Verbündeten. Derzeit gibt es Informationen, dass die Ausarbeitung eines Hilfspakets in Höhe von 20 Milliarden Euro für die Ukraine im Zusammenhang mit der Position des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán ausgesetzt wurde, und hier sehen wir auch die Hand von Donald Trump und anderer Führer amerikanischer rechtsextremer Kräfte, mit denen der ungarische Ministerpräsident verbündet ist. Aber die Europäer müssen entscheiden, was sie mit den trojanischen Pferden Washingtons in ihren eigenen Reihen tun sollen, denn dies ist ein Sicherheitsfrage für Europa selbst und nicht nur für die Ukraine.

Natürlich muss man sich bewusst sein, welche Folgen es für die ukrainischen Streitkräfte haben wird, wenn es längere Zeit keine Hilfe gibt. Und hier muss man sofort sagen, dass die wichtigsten Folgen nicht nur für die Armee sein werden, vielleicht können die Streitkräfte mit den Waffen zurecht kommen, die sich derzeit in ihren Arsenalen befinden, dies hängt von der Intensität der Kampfhandlungen an der Kontaktlinie ab. Die wichtigsten Folgen werden für die Zivilbevölkerung der Ukraine sein, denn es geht um Probleme, die mit Elementen der Luftabwehr auftreten können. Und darin liegt die Taktik von Wladimir Putin: die Hände von Donald Trump mit dem Blut ukrainischer Bürger zu beschmutzen.

Wenn nicht mit Hilfe eines Treffens mit dem amerikanischen Führer, das vor dem Hintergrund der Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges stattfinden soll, dann mit Hilfe dieser nachlässigen Entscheidungen, denn wir verstehen sehr wohl, dass nach dem ersten großen Raketenangriff, den die ukrainischen Luftverteidigungskräfte nicht abwehren können, praktisch die ganze Welt daran erinnern wird, dass die Verantwortung für die Ergebnisse dieses Angriffs nicht nur beim Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, sondern auch beim Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, liegt. 

Trump wird dann das ukrainische Blut niemals von seinen Händen waschen können, was Putin braucht. Denn er braucht nicht, dass Trump sein Verbündeter wird, sondern dass Trump nicht mehr als Führer des Landes erscheint, das in der demokratischen Welt führend ist, damit er und der Chef der Volksrepublik China, Xi Jinping, die Möglichkeit haben, die Vereinigten Staaten von dieser zivilisierten Welt zu isolieren. 

Und es ist sehr seltsam, dass der Präsident der Vereinigten Staaten selbst mit der Energie, die für gute Zwecke und nicht für die Hilfe für das Böse verwendet werden könnte, in diese Falle geht und das gesamte amerikanische Volk mit sich zieht. 

Und das ist sicherlich nicht das, wofür wir Donald Trump und den Vertretern seines Umfelds danken sollten, die an dieser Sitzung teilgenommen haben, in der die Entscheidung über die Aussetzung der amerikanischen Hilfe für die Ukraine getroffen wurde. Denn ich möchte daran erinnern, dass dies nicht nur eine anti-ukrainische, sondern auch eine anti-amerikanische Entscheidung ist, und dieses gesamte Team handelt entgegen den nationalen Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika. Selbstbewusst und überzeugend, als ob sie aus einer anderen, heute viel einflussreicheren Hauptstadt nach Washington entsandt worden wären.

Und es ist erwähnenswert, dass, während es versucht wird, die Ukraine mit Hilfe der Aussetzung der Militärhilfe zu einem gefälschten Frieden zu zwingen, über den niemand spricht, versucht man die Russen mit Hilfe völlig anderer Instrumente zum Frieden zu zwingen, beispielsweise durch die Aufhebung der Sanktionen gegen die dem Wladimir Putin am nächsten stehenden Oligarchen, was dem russischen Präsidenten natürlich den Weg zu seinen Geldbörsen im Westen ebnen und es ihm ermöglichen wird, seinen Einfluss auf die westliche Zivilisation weiter zu verstärken, die Wahlsiege rechtsextremer oder rechtsextremer politischer Kräfte im Westen zu unterstützen, die sich am Kreml orientieren. 

Im Großen und Ganzen sehen wir also nichts Unerwartetes. Eine solche Wendung der Ereignisse konnte man vom ersten Tag an erwarten, als Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten wurde. Das bedeutet aber nicht, dass die Ukraine nicht mit amerikanischen Beamten, mit dem amerikanischen Präsidenten selbst, über die Möglichkeit der Wiederaufnahme der Militärhilfe für die Ukraine zusammenarbeiten sollte. Denn Donald Trump hat einfach keine Möglichkeit, an das Mikrofon zu treten und laut zu sagen, dass er ein Verbündeter Putins ist und alles tun will, damit Russland wieder groß wird. 

Trump will ein Abkommen mit der Ukraine | Vitaly Portnikov. 03.03.2025.

Donald Trump hat eine neue Reihe von Erklärungen zur Ukraine abgegeben. Und das ist, übrigens, nicht schlecht. Es zeigt, dass der amerikanische Präsident die Themen der Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges nicht einfach verschweigen kann. 

Vielleicht ist Trump selbst nicht sehr glücklich darüber, dass er versprochen hat, den Konflikt schnell zu beenden.  Doch jetzt hat sich eine Situation ergeben, in der die Fortsetzung des Krieges und das Unverständnis darüber, wie er realistisch beendet werden kann, für Trump zu einem echten politischen Problem geworden ist, das mit möglichen Reputationsverlusten verbunden ist. Und Trump möchte natürlich eine solche Entwicklung verhindern.

Natürlich konnte man nach dem Skandal im Weißen Haus mit dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky annehmen, dass der amerikanische Präsident zumindest den Möglichkeiten von Vereinbarungen mit Kyiv über ein Abkommen über seltene Erden ein Ende setzen würde. Doch jetzt sagt Trump, dass dieses Abkommen nicht als tot bezeichnet werden kann und verspricht, die Details während seiner Rede vor dem amerikanischen Kongress zu erläutern. 

Und es ist offensichtlich, dass Trump dieses Abkommen als Erfolg seiner Regierung präsentieren möchte, als Beispiel dafür, wie er Geld zurückholen kann, das sein Vorgänger Joseph Biden angeblich ohne wichtigen Grund für die Hilfe für die Ukraine ausgegeben hat. Trump rät Zelensky mehr zu demonstrieren, dass er die Unterstützung der Vereinigten Staaten für die Ukraine schätzt. Wie wir verstehen, unterscheidet sich die Formel, mehr Dankbarkeit zu zeigen, von den Ratschlägen, sich beim amerikanischen Präsidenten zu entschuldigen, die Zelensky von Vertretern der Trump-Administration direkt nach dem Streit zwischen dem ukrainischen Präsidenten und dem Präsidenten der Vereinigten Staaten sowie der Vizepräsidentin Jaime Harrison im Oval Office erhalten hat.

Trump sagt erneut, dass die Vereinigten Staaten ein möglichst schnelles Ende des Krieges in der Ukraine wünschen und keinen jahrelangen Konflikt. Damit kommentiert Trump die Worte des ukrainischen Präsidenten, dass es noch sehr, sehr weit bis zum Ende des Krieges sei. Und im Großen und Ganzen hat er diese Aussage Zelenskys bereits in den sozialen Medien kommentiert. Sie hat ihm sehr missfallen. 

Es stellt sich jedoch die elementare Frage: Wie will Donald Trump heute dazu beitragen, den russisch-ukrainischen Krieg schnell zu beenden, worüber heute in denselben sozialen Medien auch der ukrainische Präsident gesprochen hat?

Trump sagt, dass sowohl die Russen als auch die Ukrainer des Krieges müde sind und Frieden wollen. Das ist eine schöne Parole, aber natürlich wird sie durch nichts Konkretes belegt. Denn es reicht absolut nicht aus, dass der ukrainische Präsident sagt, er wolle einen schnellen Frieden. Und es reicht absolut nicht aus, dass der ukrainische Präsident sagt, er sei Trump dankbar für die Unterstützung, die die Vereinigten Staaten der Ukraine zukommen lassen. 

Damit der Krieg aufhört, muss der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, zumindest einem vorübergehenden Waffenstillstand zustimmen. Und es gibt keine Gründe zu der Annahme, dass Putin tatsächlich mit einer solchen Entwicklung einverstanden sein wird. Und so stoßen wir wieder auf eine recht hypothetische Erklärung von Donald Trump, hinter der keine konkreten Fakten stehen. Doch der amerikanische Präsident weigert sich, dies anzuerkennen. Und hier gibt es zwei wichtige Bedingungen, die für ihn als Weg zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges gelten können.

Die erste Bedingung ist, dass Trump der Ukraine weniger Waffen liefern wird. Und er sagte, dass er noch keine Entscheidung darüber getroffen habe, wie der zukünftige Waffenlieferungsmodus aussehen wird. Das heißt, es kann eine Situation geben, in der der amerikanische Präsident beschließt, dass die Ukraine die Waffen nicht erhält, für die bereits vom Kongress der Vereinigten Staaten Mittel bereitgestellt und die während der Amtszeit von Präsident Biden beschafft wurden. Und ein weiteres wichtiges Instrument ist die Aufhebung der Sanktionen gegen die Russische Föderation. Das heißt, die Person, die aus einer Position der Stärke heraus handeln wollte und allen erzählte, wie Amerika wieder groß werden würde, wird tatsächlich in den Beziehungen zum Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, aus einer Position des „Zuckerbrots“ heraus handeln, aus dem Wunsch heraus, zu zeigen, dass die Vereinigten Staaten bereit sind, den Launen der Russischen Föderation entgegenzukommen, dass die Hauptaufgabe von Donald Trump und seinen Verbündeten darin besteht, Russland wieder groß zu machen.

Jedenfalls betonen die Medien bereits jetzt, dass die Trump-Administration die Frage der Aufhebung eines Teils der Sanktionen gegen die Russische Föderation prüft. Es geht um die für Wladimir Putin wichtigsten Oligarchen, die die Geldbörsen des russischen Präsidenten sind. Das heißt, zuerst Putins persönliche Probleme lösen und dann darüber nachdenken, wie die Probleme Russlands gelöst werden können. Und Trump sagte, er sei bereit, Probleme mit den „Betrugmaschen“ zu lösen, um den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden. Es stellt sich jedoch jetzt eine sehr wichtige Frage: In welcher Reihenfolge werden diese Entscheidungen der amerikanischen Regierung getroffen werden? Das heißt, wird die Aufhebung der Sanktionen gegen russische Oligarchen sowie Unternehmen, die für die Stärkung des russischen Regimes wichtig sind, im Austausch für bestimmte Handlungen Wladimir Putins an der russisch-ukrainischen Front erfolgen, beispielsweise die Verkündung eines Waffenstillstands, wenn auch nur eines vorübergehenden, das Ende der Bombardierung der ukrainischen zivilen Infrastruktur und friedlichen Städte und Dörfer, oder wird Trump zunächst die Sanktionen aufheben, die dem Präsidenten der Russischen Föderation und seinem engsten Umfeld unangenehm sind, und dann hoffen, dass Putin der amerikanischen Regierung neue Zugeständnisse macht.

In dieser Situation verstehen wir sehr gut, dass eine solche Politik nur eine Demonstration der Schwäche von Donald Trump und seinen Verbündeten sein wird und nur die Begehrlichkeiten sowohl der Russischen Föderation als auch der Volksrepublik China verstärken und ihre militärische und wirtschaftliche Aggression in verschiedenen Regionen der Welt verstärken wird. Und sie wird auch den Einfluss der Vereinigten Staaten erheblich schwächen und den wichtigsten Staat der demokratischen Welt in einen geopolitischen Zwerg verwandeln, der versucht, auf die eine oder andere Weise zwei Führern zu gefallen, die in diesem Fall die Geschicke der Welt im 21. Jahrhundert bestimmen werden. Und das alles unter dem Motto, Russland von der Volksrepublik China zu trennen, was das Hauptziel der Trump-Administration ist. 

Und in dieser Situation verstehen wir sehr gut, dass die Ukraine nur ein Problem auf dem Weg zu dem Versuch ist, dieses absolut illusorische und unrealistische Ziel zu erreichen, das die Logik des Handelns des amerikanischen Präsidenten bestimmt, nachdem er wieder im Oval Office angefangen zu arbeiten hat. Und meiner Meinung nach erwartet Donald Trump sowohl in Bezug auf den Waffenstillstand als auch in Bezug auf die Möglichkeit, die Russische Föderation von der Volksrepublik China zu trennen, ein vorprogrammiertes Fiasko. 

Übrigens, was Waffenstillstand betrifft, gibt es angesichts der wirtschaftlichen Lage in Russland mehr Chancen. Was den Versuch angeht, das russisch-chinesische Bündnis zu zerstören, erwartet Trump jedoch eine ziemlich ernste und offensichtliche Enttäuschung. 

Putin ist erfreut über den Skandal | Vitaly Portnikov. 03.03.2025.

Der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, kann als der Hauptbegünstigte des Skandals bezeichnet werden, der zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, dem Vizepräsidenten des Landes, JD Vence, und dem Präsidenten der Ukraine, Volodymyr Zelensky, im Oval Office des Weißen Hauses stattfand.

In der russischen Hauptstadt wird die Freude und das Triumphgefühl nicht verheimlicht. Wladimir Putin selbst hat sich zu diesem Skandal bisher nicht geäußert. Dafür bemerkte sein Pressesprecher Dmitri Peskow, dass der Präsident der Russischen Föderation über das Geschehen informiert sei und der Ansicht sei, dass Zelensky zumindest ein völliges Fehlen diplomatischer Fähigkeiten, um nicht von mehr zu sprechen, gezeigt habe.

In der russischen Hauptstadt ist man überzeugt, dass eine solche Entwicklung die gesamte geopolitische Landkarte der Welt verändern und trotz des andauernden Krieges Russlands gegen die Ukraine eine Annäherung zwischen den Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation fördern könnte.

In Moskau ist man überzeugt, dass Washington in der Lage sein wird, die aggressiven Bestrebungen der Russischen Föderation zu übersehen und die Umsetzung dieser Bestrebungen in den nächsten Monaten und Jahren in einer neuen Konfiguration der internationalen Beziehungen zu unterstützen, die nicht nur die Ukraine, sondern auch Europa aus der Interessensphäre der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation ausschließen und es Donald Trump und Wladimir Putin ermöglichen soll, sich zu den vom Kreml vorgeschlagenen Bedingungen zu einigen.

In Moskau geht man derzeit davon aus, dass der Skandal zwischen Trump und Zelensky die Möglichkeit eines Treffens zwischen dem amerikanischen Präsidenten und seinem russischen Amtskollegen näherbringen könnte, bei dem Wladimir Putin erneut als Sieger dastehen würde, dem es gelungen ist, nicht nur die diplomatische Isolation Russlands zu durchbrechen, die der Vorgänger Trumps im Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Joseph Biden, zu etablieren versuchte, sondern auch Donald Trump auf die Seite der Russischen Föderation und ihrer aggressiven Ambitionen zu ziehen. Praktisch auf die Charakterisierung Russlands als Aggressor gegenüber der Ukraine zu verzichten und Moskau den Weg für neue aggressive Aktionen auf dem europäischen Kontinent freizumachen.

Möglicherweise wurde in Moskau früher angenommen, dass ein Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin fraglich sein könnte, weil die Berater des amerikanischen Präsidenten der Ansicht waren, dass er sich nur im Austausch für zumindest einige kleine Zugeständnisse seitens des Kremls mit dem russischen Präsidenten treffen sollte. Zum Beispiel die Verkündung genau jenes Waffenstillstands im russisch-ukrainischen Krieg, den Trump seit seiner Wahl zum Chef des amerikanischen Staates vergeblich von Putin erwirkt.

Bekanntlich hat Putin diese Vorschläge Trumps öffentlich und inoffiziell abgelehnt, und seine Beamten behaupteten, Moskau sei nicht an einem Waffenstillstand interessiert, sondern an einem Frieden, der die Zustimmung der Vereinigten Staaten und des gesamten kollektiven Westens zu den russischen Ansprüchen zum Ausdruck bringen würde.

Derzeit wird im Kreml gesagt, dass der kollektive Westen nicht mehr kollektiv sei, man äußert sich verächtlich über die europäischen Länder und hofft, mit Hilfe eines eigentümlichen Geschäftsplans, den die Entscheiderin Moskaus, Kirill Dmitrijew, und die Entscheiderin Washingtons, Steve Witkoff, in ihren Kontakten umsetzen, jegliche geopolitischen Zugeständnisse von Trump zu erwirken.

Und deshalb könnte man in Moskau davon ausgehen, dass Putin sich nicht mehr davor fürchten muss, dass der amerikanische Präsident im Falle eines Gesprächs über ein Treffen auf höchster Ebene von ihm reale Zugeständnisse im russisch-ukrainischen Krieg fordern wird. Dass der amerikanische Präsident derzeit eine ganz andere Aufgabe hat: die Schuld dafür abzuwälzen, dass sein ursprünglicher Plan zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges durch Kontakte mit Putin und Zelensky nicht geklappt hat, auf den ukrainischen und nicht auf den russischen Präsidenten.

Umso mehr, als Trump bereitwillig die Realität zugunsten seines russischen Kollegen verfälscht. So erklärte er nach dem Treffen mit Zelensky, ohne sich auf irgendwelche Fakten zu stützen, dass Putin Frieden wolle, Zelensky aber nicht. Und dies erleichtert natürlich die Möglichkeiten eines Treffens der beiden Präsidenten und ihres gegenseitigen Verständnisses im Hinblick auf den Druck auf die demokratische Welt und möglicherweise auch auf die Zerstörung der Werte, auf denen diese demokratische Welt nach dem Zweiten Weltkrieg beruhte.

Das Einzige, was die Beziehungen zwischen den beiden Führern wirklich schwierig macht, ist, dass Trump immer noch darauf hofft, dass er mit Hilfe eines solchen Kompromisses mit Moskau eine Verschlechterung der Beziehungen zwischen der Russischen Föderation und der Volksrepublik China erreichen kann. Es ist jedoch offensichtlich, dass dies eine Illusion ist, die neben Trump auch die engsten Vertreter seines Umfelds teilen, ebenso wie der Präsident selbst, der wenig von großer Politik versteht. Und es wird mit einem weiteren Fiasko enden. Allerdings nicht das erste und nicht nur mit Trump verbundene.

Praktisch alle amerikanischen Präsidenten vor Donald Trump haben versucht, sich mit Putin zu einigen, in der Hoffnung, dass er seine Abhängigkeit von der Volksrepublik China verringern würde. Heute können wir über diese Hoffnung sprechen, die die Form einer echten politischen Hysterie annimmt.

Einer der wichtigsten Übermittler dieser Hysterie war der Außenminister Mark Rubio, der alle Äußerungen und Initiativen Trumps unterstützt. Der ehemalige Senator, der einst für seine realistischen Weltansichten bekannt war, sagt jetzt, dass Russland, wenn man sich heute nicht mit ihm einigt, morgen nicht mehr in der Lage sein wird, sich von seiner Abhängigkeit von China zu befreien, selbst wenn es das wollte. Und räumt so Putin unter dem Vorwand dieser Wünsche Washingtons den Weg zu Kontakten mit Trump frei.

Die amerikanischen Politiker scheinen die Selbstverständlichkeit des russisch-chinesischen Bündnisses immer noch nicht zu verstehen. Eine Selbstverständlichkeit, die nicht einmal auf der Gemeinsamkeit der Ideologie beruht. Hier gibt es ziemlich große Fragezeichen, denn Putin mit seinen rechtsextremen Ansichten steht dem Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, Xi Jinping, der die Volksrepublik China leitet, viel näher als Trump und seinen Mitstreitern. Und auf der Gemeinsamkeit antiamerikanischer Ansätze Moskaus und Pekings. Sowohl in Russland als auch in China ist man der Ansicht, dass die Vereinigten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg einen zu starken Einfluss sowohl in Asien als auch in Europa erlangt haben und dass die Aufgabe des Bündnisses der beiden Länder darin besteht, diesen Einfluss mit Hilfe von roher Gewalt und List zu verringern, um zu erreichen, dass die Vereinigten Staaten nicht mehr in der Lage sind, das Geschehen in Europa und im asiatisch-pazifischen Raum zu beeinflussen, und sich so ausschließlich auf die Möglichkeiten auf dem amerikanischen Kontinent beschränken, wo auch die Volksrepublik China mit jedem Tag und jetzt weitgehend unter dem Einfluss der Handlungen von Donald Trump selbst an Einfluss gewinnt.

Wenn Donald Trump Amerika wieder groß machen will, dann wollen Wladimir Putin und Xi Jinping Amerika wieder in den Zustand zurückversetzen, in dem es sich vor den beiden Weltkriegen befand, und sie haben viele Möglichkeiten, dieses kühne Vorhaben zu verwirklichen, schon allein deshalb, weil objektiv der neue amerikanische Präsident auf ihrer Seite steht und die Verbreitung des russischen und chinesischen Einflusses fördert.

Wäre dies anders, würde Donald Trump nicht Volodymyr Zelensky anschreien und den Abenteuern von Elon Musk wie der Zerstörung der USAID zustimmen.

Trump stellt Bedingungen an Zelensky. Vitaly Portnikov. 03.03.2025.

Am Vorabend des Auftritts des amerikanischen Präsidenten Donald Trump vor dem Kongress der Vereinigten Staaten betonte sein Berater für nationale Sicherheit, Michael Waltz, dass Trump bereit sei, neue Verhandlungen mit dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky über natürliche Ressourcen zu führen.  Allerdings nur unter der Bedingung, dass dieser seine Position ändert.

Der Sicherheitsberater des amerikanischen Präsidenten betonte, dass Zelensky seiner Meinung nach nicht zu Friedensverhandlungen bereit sei. Und er billigte faktisch die Antwort auf die Frage nach einer möglichen Absetzung des ukrainischen Präsidenten und betonte dabei, dass diese Frage nach dem letzten Treffen zwischen den amerikanischen und ukrainischen Präsidenten im Oval Office des Weißen Hauses offensichtlicher geworden sei.

Ungeklärt bleibt jedoch vor allem, was die amerikanische Regierung tatsächlich von Volodymyr Zelensky will. Was bedeutet Positionsänderung und die Weigerung, Frieden zu schließen?

Wenn Trump tatsächlich reale, öffentlich gemachte Vereinbarungen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin hätte, wenigstens über etwas, wenigstens über einen Waffenstillstand, könnte man sagen, dass Zelensky nicht zu einem solchen Waffenstillstand bereit ist und anstatt dem zuzustimmen, die Fortsetzung des Krieges anstrebt.

Das ist ungefähr das, was Trump und sein Vizepräsident und JD Vance Zelensky im Weißen Haus sagen wollten. Zuerst muss ein Waffenstillstand erreicht werden, und dann kann man über Sicherheitsgarantien sprechen. Der ukrainische Präsident mag diesem Ansatz nicht zustimmen, aber die Realität sieht anders aus.

Die Fakten sprechen aber dafür, dass es dem Präsidenten der Vereinigten Staaten bis heute nicht gelungen ist, den russischen Präsidenten dazu zu bewegen, auch nur einem vorübergehenden Waffenstillstand zuzustimmen. Nicht einmal auf einen, wie in dem Vorschlag, der vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer unterbreitet wurde, nämlich einen Waffenstillstand in der Luft, auf See und in Bezug auf Angriffe auf die Energieinfrastruktur.

Im Kreml wird ständig behauptet – von dem Präsident der Russischen Föderation selbst, seinem Außenminister Sergej Lawrow und anderen russischen Beamten –, dass sie an keinem Waffenstillstand interessiert seien, sondern an einem Frieden, der auf der Beseitigung der sogenannten Hauptursachen für den Konflikt beruhen soll.

Und selbst wenn man dich vorstellt, dass Trump bereit ist, diese Hauptursachen zu beseitigen, dass er Putins These zustimmt, dass alles mit der euroatlantischen Integration der Ukraine begann, so muss man doch zumindest hören, wie Putin diese Hauptursache beseitigen möchte. Und was er von Donald Trump erwartet. Ich erinnere daran, dass als die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel Putin sagte, solange sie das deutsche Regierungsamt innehabe, werde die euroatlantische Integration der Ukraine nicht stattfinden, Putin ihr antwortete: „Angela, aber Sie werden nicht immer Bundeskanzlerin sein.“

Und es ging um eine Person, die viele Jahre lang die deutsche Regierung leitete, und jetzt verhandelt Wladimir Putin mit einem ziemlich betagten Mann im Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten, der verfassungsgemäß seine letzte Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika absolviert. Und selbst wenn man sich einen Staatsstreich in diesem Land vorstellt, der mit jedem weiteren Tag von Trumps Amtszeit näher rückt, wird das Alter des amtierenden amerikanischen Präsidenten es ihm nicht erlauben, so lange zu regieren, dass Russland sich auf eine garantierte euroatlantische Nicht-Integration der Ukraine verlassen könnte.

So muss man schon aus logischer Sicht sagen, dass Trump nicht mit Putin über einen Waffenstillstand verhandeln kann, den er bei seinem Treffen mit Zelensky betonte. Ganz zu schweigen von einem dauerhaften Frieden. 

Und hier stellt sich wieder die Frage: Was wollen Trump, Waltz, Rubio und alle anderen Vertreter der amerikanischen Regierung wirklich vom ukrainischen Präsidenten Welche Position kann er ändern? Der Sicherheitsberater des Präsidenten der Vereinigten Staaten sagt, dass Zelensky faktisch die Möglichkeit verloren habe, die Vereinigten Staaten und die Ukraine, das amerikanischen und ukrainischen Volk wirtschaftlich zu verbinden.

Im Bezug auf die Abmachung über Rohstoffe. Dies ist ein weiteres Beispiel für absolut schamlose Demagogie. Erstens weiß niemand, welche Rohstoffvorkommen es tatsächlich in der Ukraine gibt, die amerikanische Investoren interessieren würden, zumindest in Bezug auf die Selbstkosten dieser Ressourcen auf dem Weltmarkt. Zweitens erklären die Vereinigten Staaten ausdrücklich, dass sie im Falle eines Waffenstillstands keine Beteiligung an der Gewährleistung der Sicherheit der Ukraine übernehmen werden.

Es wird schwer ein Unternehmen zu finden, das in ein Land investiert, das jeden Tag zum Ziel militärischer Angriffe der Russischen Föderation werden könnte, selbst wenn man sich vorstellt, dass Donald Trump persönlich garantieren würde, dass dies nicht geschieht. Aber ich wiederhole, er ist eine ältere Person, er verbringt seine letzte Amtszeit, und Investitionen in Rohstoffe sind langfristig angelegt, und wenn ein echter Gewinn entsteht, wird Donald Trump aus rein physiologischen Gründen in keinem Fall Präsident der Vereinigten Staaten sein. Welches amerikanische Unternehmen würde sich an diesem Geschäft beteiligen? Ein solches Unternehmen existiert einfach nicht.

Der nächste Punkt: Selbst wenn man sich vorstellt, dass solche Unternehmen auftauchen, aber keine amerikanischen Truppen und keine amerikanischen Sicherheitsgarantien vorhanden sind, warum schützt das die Ukraine dann irgendwie? Bedeutet das, dass, wenn die Russische Föderation die Region besetzt,

in der die Amerikaner ihre Forschungen durchführen, Trump oder ein anderer amerikanischer Präsident beschließt, dass er amerikanische Truppen dorthin schickt oder bereit ist, mit Atomwaffen den Generalstab der russischen Streitkräfte oder das russische Verteidigungsministerium anzugreifen, weil amerikanische Investoren zu Schaden kamen ?

Wir kennen die Antwort auf diese Frage. Keiner der amerikanischen Präsidenten wollte und wird jemals die geringste Möglichkeit eines Atomkonflikts mit Russland in Kauf nehmen wollen, denn er weiß genau, dass ein solcher Konflikt zum Tod von Dutzenden, wenn nicht Hunderten von Millionen Amerikanern in einem verheerenden Atomkrieg führen könnte, da es sich um einen Staat mit strategischen Atomwaffen handelt.

Daher stellt sich wieder die Frage: Wenn wir diese Interviews nicht hören, wohl wissend, dass sie von hochrangigen Personen in einem der ernstesten Staaten der Gegenwart gegeben werden, sondern uns einfach für den Inhalt dessen interessieren, wonach sie streben, werden wir sehen, dass all dies virtuelle Ansprüche in einer virtuellen Welt sind, während Trump in der realen Welt nichts mit Putin ausgehandelt hat und keine Positionsänderung Zelenskys die Situation mit der Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges ändern und Trumps Ruf retten wird, wenn er keine Kompromisse von Putin erreicht.

Natürlich gibt es einen anderen Weg. Zu sagen, dass Zelensky an dem Fehlen solcher Kompromisse schuld sei und aus dem Spiel auszusteigen. Aber ich wiederhole, das wird den Ruf von Trump und seinem Umfeld nach dem Streit im Weißen Haus nicht verbessern, den alle als Versuch des amerikanischen Präsidenten ansehen, seine offensichtliche und verheerende, wenn auch vorhersehbare Niederlage in den Beziehungen zum Präsidenten der Russischen Föderation zu verschleiern.

Der Präsident der Russischen Föderation handelt aus einer Position der Stärke, und der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika handelt aus einer Position der Schwäche. Das ist alles, was man über den ersten Monat von Donald Trumps Präsidentschaft wissen muss, welche Ansprüche er auch immer an die Ukraine oder sogar an Volodymyr Zelensky selbst stellt. Und dahinter steht buchstäblich nichts mehr. 

Zelensky weigert sich, sich bei Trump zu entschuldigen | Vitaly Portnikov. 03.03.2025.

Vor seinem Abflug aus der britischen Hauptstadt, wo er an einem europäischen Gipfel teilnahm, der sich mit der Sicherheit der Ukraine und dem Ende des russisch-ukrainischen Krieges befasste, betonte der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky, dass er nicht vor dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump entschuldigen oder Bedauern über das Geschehen im Oval Office während des Treffens zwischen dem amerikanischen und dem ukrainischen Präsidenten ausdrücken werde.

Seinen Besuch in den Vereinigten Staaten bezeichnete Zelensky als Zeichen des Respekts und stimmte nicht zu, dass er erneut versuchen sollte, sich mit Donald Trump zu treffen. Zelensky erinnerte daran, dass er etwa elf Stunden mit dem Zug und dann etwa elf Stunden mit dem Flugzeug für den Weg nach Washington gebraucht hat, da er das Einladung des amerikanischen Präsidenten in das Weiße Haus als Zeichen des Respekts der Vereinigten Staaten ansehe.

Gleichzeitig betonte er erneut, dass er bereit sei, ein Abkommen über die Nutzung von Bodenschätzen zu unterzeichnen, das seiner Aussage nach zur Unterzeichnung vorbereitet ist.

Bekanntlich wurde Zelensky von zahlreichen Beamten der Trump-Administration aufgefordert, sich bei US-Präsident Donald Trump zu entschuldigen, um den amerikanisch-ukrainischen Dialog fortzusetzen. Dies wurde unter anderem vom US-Außenminister Marco Rubio sowie vom nationalen Sicherheitsberater des US-Präsidenten Michael Waltz gesagt.

Die Atmosphäre der Notwendigkeit einer Entschuldigung bei Trump ist derzeit weniger mit der Außenpolitik der Vereinigten Staaten verbunden als vielmehr mit dem Verhaltensstil im Team des amerikanischen Präsidenten. Wir können einfach verfolgen, wie sich hochrangige amerikanische Beamte ihm gegenüber verhalten. Angefangen beim US-Vizepräsidenten JD Vance, der sogar bei Treffen mit Gästen aus anderen Ländern versucht, seinen Respekt vor dem US-Präsidenten zu betonen, bis hin zu Senatoren und Kongressabgeordneten der Republikanischen Partei, die sich nach seinen Verhandlungen mit Volodymyr Zelensky im Weißen Haus praktisch einstimmig zum Schutz von Donald Trump aufschwingen.

Gleichzeitig war aus den Äußerungen Zelenskys deutlich, dass der ukrainische Präsident versucht, die Szene hinter sich zu lassen, deren Zeugen wir alle während des Aufenthalts der ukrainischen Delegation in Washington waren. Und vielleicht war genau dieses Verlangen, die Spannungen zu verringern, einer der Gründe für seine Erklärung gegenüber Journalisten, bevor er Großbritannien verließ. Britische Journalisten betonten übrigens, dass Zelensky ihnen das Interview über einen Übersetzer gab. Diesmal benutzte er nicht Englisch, sondern Ukrainisch, offensichtlich um seine Gedanken zu den amerikanisch-ukrainischen Beziehungen und zum Fortschritt der europäischen Initiativen zur Beilegung der Situation im Krieg Russlands gegen die Ukraine präzise auszudrücken.

Zelensky äußerte sich auch positiv über den Plan des britischen Premierministers Keir Starmer zur Beendigung der Kampfhandlungen in der Ukraine und sagte, dass er die Vorschläge von Starmer und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron kenne, die ein monatliches Waffenstillstand auf See und in der Luft sowie einen Stopp der Infrastrukturbeschüsse beinhalten.

Bekanntlich äußerten sich Macron und Starmer unmittelbar nach dem Ende des Gipfels der europäischen Staats- und Regierungschefs in London zu dieser Initiative. Zelensky äußerte sich jedoch nicht zu dieser Initiative, betonte aber, dass er darüber informiert sei. Eine weitere Person, die über die Initiative von Starmer und Macron informiert ist, ist natürlich der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump. Wir wissen jedoch nicht, wie er auf diesen Vorschlag der europäischen Staats- und Regierungschefs reagieren wird, die versucht haben, nach dem Streit im Weißen Haus Kontakt zu ihm aufzunehmen.

Heute könnte Donald Trump, der von Mar-a-Lago ins Weiße Haus zurückkehren wird, mit seinen engsten Mitarbeitern, dem US-Außenminister Marco Rubio, dem nationalen Sicherheitsberater Michael Waltz und anderen Vertretern seines Teams weitere Schritte der Führung der Vereinigten Staaten in Bezug auf die Zusammenarbeit mit der Ukraine besprechen. 

Bekanntlich wurden unmittelbar nach dem Treffen im Weißen Haus von hochrangigen Regierungsbeamten Warnungen ausgesprochen, dass die Vereinigten Staaten nun die militärische Hilfe für die Ukraine eingestellt werden könnte. Als Reaktion auf Zelenskys Handlungen sowie als Reaktion auf die Tatsache, dass das Abkommen über Bodenschätze, das eher als eine Rechtfertigung Trumps vor dem eigenen Wahlvolk zur Fortsetzung der militärischen Hilfe für die Ukraine gedacht war, während des Besuchs des ukrainischen Präsidenten in den Vereinigten Staaten nicht unterzeichnet wurde.

Gleichzeitig sei daran erinnert, dass weder Präsident Trump noch andere Vertreter seiner Regierung bisher klare Aussagen zu Sicherheitsgarantien für die Ukraine gemacht haben, falls diese Vereinbarung unterzeichnet wird. Sie wiederholen lediglich, dass die bloße Anwesenheit amerikanischer Unternehmen, die bereit sind, ukrainische Bodenschätze zu erschließen, bereits eine automatische Garantie dafür sein wird, dass niemand die Ukraine angreifen kann, obwohl diese Aussagen weder der historischen Realität noch der elementaren Logik entsprechen.

Umso mehr vor dem Hintergrund der ständigen Behauptungen Donald Trumps, dass die Vereinigten Staaten selbst beim Schutz der Ukraine und damit auch der Mitarbeiter ihrer Unternehmen, die theoretisch an der Erschließung von Bodenschätzen unseres Landes beteiligt sein könnten, nicht einbezogen werden. 

Und in dieser Situation muss sich Trump jetzt natürlich entscheiden. Wird er bereit sein, auf das einzige wirkliche Druckmittel gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu verzichten, nämlich die militärische und finanzielle Hilfe für die Ukraine? Oder will er überhaupt keinen Druck auf den russischen Präsidenten ausüben, sondern sieht ihn eher als seinen Partner bei der Lösung der Probleme, die in Europa durch die russische Aggression entstanden sind? Aggression, die Donald Trump und seine engsten Verbündeten entschieden nicht als solche benennen wollen.