Der Skandal um Bakanow | Vitaly Portnikov. 18.01.2026.

Die Informationen, die der Geschäftsmann Serhij Wahanyan den Zuschauern des YouTube-Kanals von Boryslaw Beresa mitgeteilt hat – Informationen, die den ehemaligen Leiter des Sicherheitsdienstes der Ukraine, Iwan Bakanow, sowie dessen engstes Umfeld im SBU betreffen –, erzeugen natürlich erneut einen Sensationseffekt im ukrainischen Informationsraum.

Doch wie jede andere Sensation im Zusammenhang mit Korruptionsmissbrauch zeigt sie vor allem die Heuchelei und den Zynismus der Gesellschaft selbst und weniger die realen Fakten, über die berichtet wird. Fakten gibt es selbstverständlich auch, doch diese Fakten sind die Verantwortung jedes einzelnen ukrainischen Bürgers, der sich vor einer Entscheidung bei der einen oder anderen Wahl nicht einmal für 30 Sekunden Gedanken über die Konsequenzen seiner Entscheidung machen will und als Ergebnis genau das erhält, was ein verantwortungsloser Bürger eben erhält: Krise, Korruption, Ineffizienz des Staates.

Versuchen wir, diese Situation nicht aus der Perspektive irgendwelcher persönlichen Eigenschaften Iwan Bakanows oder der Menschen zu betrachten, die mit ihm im Sicherheitsdienst zusammenarbeiteten und – wie wir verstehen – fest angestellte Mitarbeiter dieser Struktur waren, sondern aus der Perspektive dessen, was in der Realität und nicht in einer Fernsehserie nach den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen von 2019 geschehen ist.

Die Bürger wählen einen populären Schauspieler und Showman, der weit von der Politik entfernt ist und keinerlei reale Kontakte zu Fachleuten der staatlichen Verwaltung hat. Und genau das war in diesem Fall kein Nachteil, sondern genau das, wofür die Bürger Volodymyr Zelensky ihre Stimmen gegeben haben. Im Folge schlägt der Präsident bei den vorgezogenen Parlamentswahlen, die entgegen jeder realen verfassungsrechtlichen Logik stattfinden, den Bürgern vor, für ein frisch geschaffenes politisches Projekt ohne ideologische Perspektive und mit völlig unbekannten Personen im Abgeordnetenkorps zu stimmen. Die Bürger tun auch das: Sie stimmen nicht nur für die Parteiliste der Partei „Diener des Volkes“, ironischerweise benannt nach einem Begriff aus der Zeit der bolschewistischen Nomenklatura, sondern auch für jene Abgeordneten, die in den Wahlkreisen kandidieren. Praktisch jede dieser Personen ist keinem der Wahlbeteiligten bekannt, doch der Präsident erhält die Möglichkeit, jede ihm sinnvoll erscheinende Ernennung vorzunehmen – darunter selbstverständlich auch die Ernennung des Leiters des Sicherheitsdienstes der Ukraine.

Der Präsident, wie wir bereits festgestellt haben, ist weit entfernt von Kontakten zu Fachleuten der staatlichen Verwaltung und kann ihnen folglich nicht vertrauen – so wie kein Mensch Fremden vertrauen würde, der plötzlich in einer ziemlich komplizierten Krisensituation an die Macht gerät, verbunden mit einem militärischen Konflikt, der Suche nach einem Ausweg aus diesem Konflikt und den damit zusammenhängenden Problemen. Daher stützt sich der Präsident auf Menschen, die er sein ganzes Leben kennt und die sich weniger mit Staatsführung als vielmehr mit der Leitung des Showstudios „Quartal 95“ beschäftigt oder mit diesem Fernseh- und Konzertprojekt zusammengearbeitet haben.

Zu diesen Menschen gehört selbstverständlich auch Iwan Bakanow. Hätte man dem Präsidenten damals gesagt, dass eine Person, die den SBU leiten würde, dazu neigen könnte, Dollarbündel auf dem eigenen Sofa zu zählen, hätte er das niemals geglaubt – denn keiner der Vertreter von „Quartal 95“ hatte sich jemals mit wirklich ernsthaften Dingen beschäftigt. Die Tätigkeit in einem Showstudio ist schließlich nicht mit der Versuchung durch Ruhm, Macht und Millionen von Dollar verbunden. Wenn also zufällige Menschen an die Spitze solch wichtiger und ernster Institutionen gelangen, geschieht genau das, was immer geschieht.

Man kann natürlich sagen: Aber neben Iwan Bakanow standen doch Menschen, die immer im Sicherheitsdienst der Ukraine gearbeitet hatten, und auch sie waren angeblich bereit, an irgendwelchen Machenschaften teilzunehmen. Natürlich hat niemand je behauptet, dass der Sicherheitsdienst der Ukraine, der ein direkter Erbe des Komitees für Staatssicherheit der Ukrainischen SSR ist, keiner Lustration und Erneuerung bedurft hätte. Doch man sollte daran erinnern, dass reale Möglichkeiten für eine solche Lustration erst nach 2014 entstanden.

Bis dahin war die Ukraine lediglich eine umbenannte sowjetische Republik mit ineffizienten postsowjetischen Institutionen. Und die Bürger verlängerten diese postsowjetische Agonie ihres Staates durch ihre Stimmabgabe für den einen oder anderen Vertreter der postsowjetischen politischen Kultur – für Leonid Kutschma oder für Wiktor Janukowytsch – und gaben dem Land keine reale Chance auf Veränderung und Reform. Mehr noch: Solche Reformmöglichkeiten entstanden nicht nur infolge des Sieges des Maidan 2013/2014, sondern auch deshalb, weil die russische Aggression gegen die Ukraine im Jahr 2014 den Einfluss antiukrainischer, prorussischer Kräfte in der ukrainischen Gesellschaft erheblich reduzierte.

So hätten die Reform- und Veränderungsprozesse, die mit jenen verbunden waren, die die Bewährungsprobe des Maidan bestanden hatten, trotz Krisen und Problemen weitergehen müssen. Doch die Bürger der Ukraine entschieden sich 2019 für eine andere Entwicklungsvariante: Sie übergaben die Macht jenen, die mit der Revolution von 2013–2014 nicht verbunden waren, aber ebenso wenig mit der Politik – was in den Augen vieler Bürger ein großer Vorteil war.

Damit wurde die reale Reform staatlicher Institutionen durch den Versuch ersetzt, dass jene, die an die Spitze dieser Institutionen gelangt waren, überhaupt erst verstehen mussten, was in diesen Institutionen geschieht – vom Präsidentenkabinett bis hin zur Bezirksverwaltung und den Bezirksräten. Und natürlich entdeckten sie dabei ein Ausmaß an Korruptionsgeflechten, von dem die künftigen Machthaber des Landes nicht einmal eine Vorstellung hatten, als sie noch im Showgeschäft tätig waren.

Alles geschieht also genau so, wie es hätte geschehen müssen. Die Bürger der Ukraine hatten lediglich die Möglichkeit, vor diesen Prozessen die Augen zu verschließen, weil es bis zu den großangelegten Antikorruptionsuntersuchungen des Nationalen Antikorruptionsbüros der Ukraine und der Spezialisieren Antikorruptionsstaatsanwaltschaft keine realen Beweise gab.

Jetzt aber beginnen – wie wir verstehen – gerade auf der Welle dieser Ermittlungen und des wachsenden Verständnisses dessen, was tatsächlich geschieht, neue Enthüllungen, die es den Bürgern erlauben, so zu tun, als seien sie schockiert. Obwohl alle das alles längst wussten – sowohl in der ukrainischen Elite als auch in der Gesellschaft. Es gibt hier keine wirklich überraschenden Informationen. Und wenn sie für jemanden überraschend sind, dann betrügt sich diese Person selbst.

All das ist verständlich, ebenso wie verständlich ist, dass solche Fakten nun recht häufig auftauchen werden. Genau deshalb habe ich bereits 2022, als klar wurde, dass die Ukraine in einen jahrelangen Krieg mit der Russischen Föderation eintritt, aus dem es keinen einfachen und schnellen Ausweg gibt, von der Notwendigkeit einer „Injektion von Professionalität in den Populismus“ gesprochen. Ich sprach von der Notwendigkeit gegenseitiger Kontrolle zwischen jenen, die zum Zeitpunkt der Invasion Putins im Februar 2022 an der Macht waren, und jenen, die sich damals in der Opposition befanden – um Voraussetzungen für die Kontrolle von Machtmissbrauch auf beiden Seiten zu schaffen.

Das ist eine Regierung der nationalen Einheit oder der nationalen Rettung, in der jeder jeden kontrolliert und jeder daran interessiert ist, nicht von der hohen Leiter der Macht zu stürzen, wenn irgendwann die Möglichkeit entsteht, den Tunnel zu sehen, an dessen Ende irgendwann das Licht des so ersehnten und so fernen Friedens erscheinen wird.

Natürlich hat niemand auf mich gehört. Denn auf der einen Seite versteht die Macht nicht, was Professionalität bedeutet, und auf der anderen Seite ist die überwiegende Mehrheit der ukrainischen Bürger bis heute nicht bereit, Verantwortung für ihre eigenen Fehler zu übernehmen – Fehler, die für diese Bürger in der Zukunft sehr gefährliche Folgen haben können und in der Vergangenheit bereits hatten.

Deshalb habe ich absolut nicht die Absicht, über die Person Iwan Bakanow oder über einen seiner ehemaligen Stellvertreter zu sprechen, der sich derzeit vor der Ermittlung versteckt. Ich spreche über ein systemisches Problem – ein Problem, das nicht durch Wahlen gelöst werden kann, da es derzeit keinerlei realistische Perspektiven für ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges gibt und somit auch keine Aussicht auf einen baldigen Machtwechsel durch Wahlen.

Dies könnte zu einem Problem der 2020er Jahre des 21. Jahrhunderts werden, denn niemand weiß, wann der russisch-ukrainische Krieg enden wird. Trotz aller optimistischen Prognosen können wir derzeit eher davon sprechen, dass die Welt in einen weitaus ernsteren und größeren Konflikt hineingleitet, als es der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine ist, anstatt reale Instrumente zur Beendigung eines der Konflikte zu finden, die diesem großen Konflikt vorausgingen.

Dabei könnte sich dieser Konflikt ganz und gar nicht zwischen jenen Akteuren abspielen, mit denen wir im Februar 2022 gerechnet haben, als wir sagten, Russland bedrohe unsere Verbündeten. Nun könnten unsere Verbündeten einander bedrohen. Auch das ist eine Realität, in der sich die Ukraine bereits in den kommenden Wochen oder Monaten wiederfinden könnte. Welche Wahlen denn da noch?

Wenn also die ukrainische Gesellschaft nicht zur Einsicht in die Notwendigkeit von Einheit reift, wenn das Land gerettet werden muss, und wenn der Präsident der Ukraine und sein engstes Umfeld nicht begreifen, dass nur eine Injektion von Professionalität und ein Bündnis aller staatstragenden Kräfte die Ukraine vor dem Sturz in einen Abgrund des gesellschaftlichen Misstrauens bewahren kann – was selbstverständlich die Krise nur verschärfen und dem russischen Präsidenten Putin bei seinen Bemühungen helfen würde, die ukrainische Staatlichkeit zu zerstören –, dann stehen uns neue, äußerst schwierige Prüfungen bevor. Und das wäre absolut unangebracht und unehrenhaft gegenüber dem Andenken jener, die ihr Leben und ihre Gesundheit für den Schutz und die Verteidigung der Ukraine im russisch-ukrainischen Krieg opfern, ebenso wie unehrenhaft gegenüber jenen, die in den kommenden Jahrzehnten für die Unabhängigkeit und Sicherheit der Ukraine in diesem schwierigen russisch-ukrainischen Widerstand kämpfen werden.

Man muss nicht nur daran denken, was heute geschieht, sondern auch verstehen, was morgen und übermorgen geschehen wird.

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Titel des Originals: Скандал з Бакановим | Віталій Портников. 18.01.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 18.01.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Offener Brief an die europäischen „Führer“. Paul-Michel Manandise. 14.01.2026.

Zur Kenntnis der „Leiter“ der „Regierungen“ der europäischen Staaten, an den Kreml und den Tyrannen Wladimir Putin

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Sehr geehrte Damen und Herren,

ich schreibe Ihnen mit dem kalten Zorn dessen, der vielfach Rückzüge und Verrat erlebt hat, verborgen hinter der samtigen Sprache der Diplomatie. Sie sind informiert. Sie wissen Bescheid. Und dennoch lassen Sie dies weiter geschehen.

In der Ukraine, im Herzen Europas, im 21. Jahrhundert, erleidet ein ganzes Volk das, was nur bei seinem wahren Namen genannt werden kann: ein Vernichtungskrieg, methodisch, kalkuliert, geführt von der Russischen Föderation und Wladimir Putin mit einer Grausamkeit, die schamlos das Völkerrecht, die menschliche Würde und die Idee der Zivilisation selbst mit Füßen tritt.

Sie wissen es: Die ukrainische Energieinfrastruktur wird gezielt zerstört, Objekt für Objekt, im Rahmen einer Terrorstrategie. Ein Land in Dunkelheit und Kälte zu stürzen, ist keine „bloße militärische Taktik“ – es ist ein Angriff auf die Zivilbevölkerung, auf Kinder, auf Kranke, auf ältere Menschen. Es ist die bewusste Entscheidung, Strom, Heizung, Wasser und Licht als Waffen einzusetzen.

Jedes zerstörte Kraftwerk, jeder herausgerissene Transformator, jede zerrissene Stromleitung bedeutet Krankenhäuser im Notbetrieb, abgebrochene Operationen, stillstehende Inkubatoren, ganze Familien, die in eisigen Wohnungen zittern, ältere Menschen, die in der Dunkelheit sterben.

Und Sie können nicht so tun, als wüssten Sie davon nichts.

An Sie, die europäischen Regierungen, muss ich mich ohne jede Beschönigung wenden:

Infolge Ihrer endlosen Abwägungen, Halbmaßnahmen und „roten Linien“, die Sie einmal ziehen, dann wieder ausradieren, akzeptieren Sie faktisch das Unakzeptable. Ihre „Vorsicht“ wird zur moralischen Mitverantwortung. Ihre Langsamkeit wird zur stillschweigenden Zustimmung. Ihre diplomatische Sprache ist der Vorhang, hinter dem Sie Verbrechen verbergen.

Sie wissen, dass der Ukraine Mittel der Luftverteidigung fehlen, um ihr Energiesystem zu schützen. Sie wissen, dass es einsatzbereite Systeme gibt, die diese Raketen und Drohnen abfangen könnten, die die Infrastruktur zerstören. Sie wissen, dass jeder Tag Verzögerung bei den Lieferungen neue Tote bedeutet, neue zerstörte Lebenswege, ganze Städte, die in Dunkelheit versinken.

Und dennoch zögern Sie, zaudern, diskutieren endlos, wägen politische, wahlstrategische und wirtschaftliche Kosten ab – als wögen ein paar Prozentpunkte Wirtschaftswachstum oder ein paar Dezibel innenpolitischer Unzufriedenheit mehr als Tausende ukrainischer Leben, die Ihrem Komfort geopfert werden.

Das ist nicht bloß Schwäche: Es ist ein historisches Verbrechen.

Der russischen Macht, dem Kreml und Wladimir Putin muss man Folgendes sagen – klar und nüchtern:

Was Sie der Ukraine antun, ist keine „Spezialoperation“, keine „Sicherheitsmaßnahmen“, kein „Schutz der russischsprachigen Bevölkerung“. Es ist ein aggressiver, illegaler, verbrecherischer Krieg. Es ist die Vernichtung eines ganzen Volkes.

Indem Sie die Energieinfrastruktur angreifen, haben Sie sich bewusst dafür entschieden, das Leid der Zivilbevölkerung als Instrument Ihres Krieges zu nutzen. Sie haben beschlossen, Millionen Menschen Wärme, Licht und Wasser zu entziehen. Sie haben Winter und Nacht zu Waffen gemacht, Elektrizität zu einem Instrument der Erpressung.

Dies ist ein Verbrechen, das mit jeglichem Anspruch auf „Größe“ unvereinbar ist.

Die Geschichte wird sich nicht an Ihre Reden, Ihre Lügen und Ihre inszenierten Bilder erinnern. Sie wird sich an zerstörte Städte erinnern, an Kinder, die sich in Kellern verstecken, an Patienten, die im Licht von Taschenlampen operiert werden, an Familien, die beten, dass der Generator noch ein paar Stunden durchhält.

Sie behaupten, „Russland zu verteidigen“; in Wahrheit beschmutzen Sie nur seinen Namen und bedecken Ihre Gegenwart und Ihre Zukunft mit Schande.

Kehren wir zu Ihnen zurück, den europäischen Führern.

Sie rühmen sich, bestimmte Werte zu verteidigen: Menschenrechte, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit. Diese Worte, die Sie unaufhörlich in Ihren Reden wiederholen und in Verträge schreiben, haben nur dann Wert, wenn sie in Handeln umgesetzt werden – insbesondere dann, wenn es etwas kostet.

Die Ukraine zahlt bereits einen blutigen Preis.

Sie bittet nicht darum, dass Ihre Kinder in Schützengräben sterben. Sie bittet Sie um Waffen, um Luftverteidigung, um wirtschaftliche und politische Unterstützung, die dem Ausmaß der Bedrohung entspricht, der sie gegenübersteht – einer Bedrohung, die, täuschen Sie sich nicht, auch gegen den Rest Europas gerichtet ist.

Jedes Mal, wenn Sie Entscheidungen hinauszögern, Hilfe kürzen oder sie an Ihre innenpolitischen Kalküle knüpfen, senden Sie nach Moskau ein sehr klares Signal: „Macht weiter, wir werden nichts Entschlossenes unternehmen. Wir fürchten steigende Energiepreise mehr als die Zerstörung eines ganzen Landes.“

Ist es wirklich dieses Europa, das Sie verkörpern wollen?

Ein Europa, das zusieht, wie ein verbündetes Volk massive Angriffe auf Kraftwerke, Netze und Städte erleidet, und darauf lediglich mit „tiefer Besorgnis“ in Kommuniqués und mit kümmerlichen Waffenlieferungen reagiert?

Ich wende mich an Sie als Oberst, der den Preis der Untätigkeit kennt und die Kosten allzu lange aufgeschobener Entscheidungen.

Das ist es, was Ehre, gesunder Menschenverstand und einfache Menschlichkeit verlangen:

1. Die Luftverteidigung der Ukraine unverzüglich und umfassend verstärken. Schluss mit Halbmaßnahmen. Schluss mit dem Zögern bezüglich Typ, Reichweite oder Anzahl der Systeme. Jeder Tag und jede Nacht ohne zusätzlichen Schutz ist ein weiterer Tag, der den russischen Angriffen geschenkt wird.

2. Eine dauerhafte Unterstützung der ukrainischen Energieinfrastruktur sicherstellen. Lieferung von Ausrüstung, Transformatoren, Generatoren, Ersatzteilen und technischen Teams: Es reicht nicht, Hilfe anzukündigen – sie muss schnell vor Ort eintreffen, in ausreichender Menge, um zu reparieren, zu verstärken und zu schützen.

3. Die Dinge beim Namen nennen. Schluss mit lahmer, verschwommener Rhetorik. Klar feststellen, dass systematische Angriffe auf kritische zivile Infrastruktur Verbrechen sind. Die direkte Verantwortung der russischen Führung und Wladimir Putins für den Terror offen anerkennen.

4. Internationale Strafverfolgung vorbereiten. Sammeln, dokumentieren, bezeugen – so, dass das, was heute in der Ukraine geschieht, vor Gericht verhandelt wird. Sie können sich nicht länger überrascht oder uninformiert geben. Die Welt wird wissen, wer befohlen hat, wer ausgeführt hat – und wer dies hat geschehen lassen.

5. Die politischen und wirtschaftlichen Kosten der Entscheidungen bewusst tragen. Ein Staat zu führen bedeutet nicht nur, kurzfristige Zyklen und Umfragen zu managen. Es bedeutet auch, den eigenen Bürgern ehrlich zu erklären, dass der Schutz von Freiheit, menschlicher Würde und europäischer Sicherheit seinen Preis hat. Ihn heute nicht zu zahlen heißt, morgen einen viel höheren Preis zu zahlen – in einer brutaleren, instabileren und gefährlicheren Welt.

Eines Tages wird der Krieg enden.

Die Ukraine wird ihre Toten und Verwundeten zählen, ihre zerstörten Häuser und Kraftwerke. Die Archive werden sprechen. Zeugnisse werden sich anhäufen. Bilder werden bleiben.

Dann wird die Geschichte eine einfache Frage stellen: Was taten die europäischen Regierungen, während Russland systematisch Kraftwerke bombardierte, Städte in Dunkelheit tauchte und Kälte und Nacht zu Waffen langsamer Vernichtung machte? Und Ihre Namen, Ihre Ämter, Ihre Entscheidungen – oder Ihr Ausbleiben von Entscheidungen – werden Zeugnis Ihrer Untätigkeit ablegen.

Sie haben noch die Wahl, nicht zu denen zu gehören, die wegsahen.

Sie haben noch die Möglichkeit, den Werten würdig zu sein, die Sie proklamieren. Aber diese Wahl muss jetzt getroffen werden, nicht in Memoiren, die Sie eines Tages schreiben werden, um Ihre eigene Rolle zu beschönigen.

Ich schreibe Ihnen ohne Illusionen, aber mit einer kompromisslosen Forderung:

Hören Sie auf, sich hinter „Komplexität“, hinter Verfahren und Wahlkalendern zu verstecken. Blicken Sie denen in die Augen, die in der Ukraine leben, leiden und sterben – unter Beschuss, in Kälte und Dunkelheit –, die Ihre Langsamkeit erst ermöglicht.

Oberst Paul-Michel Manandiz, Oberst, der sich weigert, Vorsichtd mit Feigheit zu verwechseln, Strategie mit Gleichgültigkeit, Diplomatie mit stillschweigender Mittäterschaft


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Art der Quelle: Social Media
Titel des Originals: Offener Brief an die europäischen „Führer“. Paul-Michel Manandise. 14.01.2025.
Autor: Paul-Michel Manandise
Veröffentlichung / Entstehung: 14.01.2025.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Fremde Medaille. Vitaly Portnikov. 18.01.2026.

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Das Foto des amerikanischen Präsidenten Donald Trump mit der venezolanischen Oppositionsführerin María Corina Machado und der Medaille einer Nobelpreisträgerin wurde, so scheint es, von allen Weltmedien veröffentlicht. Und tatsächlich ist dies einer jener Fälle, in denen eine politische Anekdote zur Realität wird. Noch vor wenigen Wochen, vor dem Hintergrund von Trumps ständigen Erwähnungen des Nobelpreises, scherzte einer der amerikanischen Kommentatoren, der preisverliebte Präsident könne ja die Medaille des früheren US-Präsidenten Theodore Roosevelt „konfiszieren“ und sie in seinem eigenen Büro ausstellen. Aber Trump brauchte offenbar genau Machados Medaille – denn die Politikerin erhielt sie ausgerechnet in dem Jahr, in dem auch der Präsident der Vereinigten Staaten selbst auf diese Auszeichnung hoffte. Und ich schließe nicht aus, dass Trump nun versuchen wird, die Auszeichnungen aller kommenden Friedensnobelpreisträger anzusammeln – zumindest in den nächsten drei Jahren.

In Wirklichkeit ist das jedoch überhaupt nicht lustig: dieses ständige Verlangen nach Auszeichnungen, die Bereitschaft, erfundene Preise anzunehmen, der Wunsch, alles Mögliche nach sich selbst zu benennen, die aufrichtige Unzufriedenheit mit Entscheidungen unabhängiger Institutionen. Amerikaner mögen vielleicht nicht ganz verstehen, was hier geschieht, weil sie sich nie in einer solchen Situation befunden haben. Aber Menschen, die die sowjetische Erfahrung durchlebt haben, wissen genau: Der Glanz der Orden ist ein deutliches Zeichen für die schleichende Degeneration der Macht.

Ich gehöre zu der Generation, die sich noch an die zahlreichen Auszeichnungen Leonid Breschnews erinnert – viermal Held der Sowjetunion, Held der sozialistischen Arbeit, mehrfach Held fast aller vom Kreml abhängigen Länder. Dazu noch Träger des Lenin-Literaturpreises. Und natürlich Träger des Internationalen Leninpreises „Für die Festigung des Friedens zwischen den Völkern“ – eine Auszeichnung, die Trump ebenfalls hätte interessieren können, denn sie war gewissermaßen die von Stalin selbst erfundene Variante des Friedensnobelpreises (und in den ersten Jahren ihres Bestehens trug sie sogar seinen Namen).

Für diejenigen, die in der Breschnew-Ära lebten, wirkte seine Leidenschaft für Auszeichnungen wie eine altersbedingte Degeneration – nicht nur des Generalsekretärs selbst, sondern der gesamten Macht, ein echtes Symbol der Gerontokratie. Das Paradoxe daran war allerdings, dass auch Breschnews Vorgänger Nikita Chruschtschow dreimal Held der sozialistischen Arbeit und Held der Sowjetunion war. Und selbstverständlich war auch er Träger des Internationalen Leninpreises „Für die Festigung des Friedens zwischen den Völkern“. Einen Literaturpreis gab es zwar nicht, aber – so paradox es klingt – es gab den Schewtschenko-Preis, den Nikita Sergejewitsch schlicht nicht mehr entgegennehmen konnte, weil er kurz nach dieser ukrainischen Ehrung von seinen Mitstreitern entmachtet wurde.

Auch Chruschtschows Fixierung auf Auszeichnungen in der letzten Phase seiner turbulenten Herrschaft wurde als Zeichen der Degeneration wahrgenommen – und obwohl andere Funktionäre seiner Selbstverliebtheit bereitwillig schmeichelten, dachten sie gleichzeitig darüber nach, wie sie ihn loswerden könnten. Breschnew hingegen dachte in den ersten Jahren nach seiner Machtübernahme eher an Macht als an Auszeichnungen. Der Wunsch des Generalsekretärs, einen Heldenstern nach dem anderen zu erhalten, zeigte tatsächlich, dass das Regime zu verfallen begann.

Seit jener Zeit ist für mich die Leidenschaft für glänzende Abzeichen ein Indikator dafür, was ein Politiker wirklich will – Macht oder Ruhm. Breschnews Nachfolger Juri Andropow, der lange um die Möglichkeit gekämpft hatte, Generalsekretär zu werden und letztlich die Grundlagen jenes Regimes legte, das heute die Ukraine angreift, starb „lediglich“ als Held der sozialistischen Arbeit. Nach ihm folgte kurz Konstantin Tschernenko, ein grauer, farbloser Bürokrat, der es noch schaffte, sich selbst den dritten Heldenstern zu verleihen – und dann starb.

Man könnte mir entgegenhalten: Trump wolle sowohl Macht als auch Ruhm – was sei daran zu vergleichen? Doch ein Herrscher, der auf die „Posaunen des Ruhms“ fixiert ist, kann seine Adäquatheit nicht bewahren, weil er nicht nur darüber nachdenkt, wie er seine Macht stärkt, sondern auch darüber, wie er seinen Anhängern gefällt. Ein Mensch, der nach Orden und Medaillen sucht, verliert gegen einen Politiker, der auf den Ausbau seiner realen Möglichkeiten fokussiert ist – und darauf, was später über ihn in Enzyklopädien und Memoiren geschrieben wird. Und natürlich wirkt sich der Wunsch, beliebt zu sein, auf Personalentscheidungen aus: Man umgibt sich mit Schmeichlern und Kriechern und verliert den Bezug zur Realität.

Und genau das beobachten wir vermutlich in jenem Büro, das nun eine fremde Nobelmedaille schmücken wird.


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Art der Quelle: Essay
Titel des Originals: Чужа медаль. Віталій Портников. 18.01.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 18.01.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Trump zerstört die Einheit des Westens | Vitaly Portnikov. 17.01.2026.

Donald Trump hat im Zusammenhang mit der Situation um Grönland zu beispiellosem Druck auf Länder gegriffen, die Verbündete der Vereinigten Staaten sind. Wie der US-Präsident selbst mitteilte, werden ab dem 1. Februar dieses Jahres Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland mit einem Zehn-Prozent-Zoll auf alle Waren belegt, die in die Vereinigten Staaten geliefert werden; ab dem 1. Juni dieses Jahres soll dieser Zoll auf 25 Prozent erhöht werden.

Trump verhängte Zoll­sanktionen gegen Dänemark, das bekanntermaßen der Souverän Grönlands ist, da die Insel Teil der dänischen Krone ist, sowie gegen jene Länder, die ihre militärischen Formationen an die Küsten Grönlands entsandt haben, um die Vereinigten Staaten davon zu überzeugen, dass die Europäer zu einer gemeinsamen Sicherheitslinie rund um Grönland bereit sind.

Wie sich herausstellte, erwies sich genau dieser Versuch, Trump von der Bereitschaft zur Allianz in Sicherheitsfragen zu überzeugen, für all jene, die ihre Truppen entsandt hatten, als verhängnisvoll. Entweder entscheidet Trump – oder tut zumindest so –, dass diese Truppen nicht zum Schutz Grönlands vor Russland oder China entsandt wurden, sondern zum Schutz Grönlands vor den Vereinigten Staaten.

In einem Beitrag in sozialen Netzwerken, der diese Entscheidung des amerikanischen Präsidenten begleitete, spricht Trump klar von der Notwendigkeit, Grönland im Interesse der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten zu erwerben, und verbindet dies mit dem sogenannten „goldenen Schutzschild“, der nicht nur die Vereinigten Staaten, sondern auch Kanada umfassen soll.

Natürlich ist dies aus Sicht des modernen Völkerrechts eine absolut beispiellose Situation. Der Präsident der Vereinigten Staaten – also das Staatsoberhaupt eines Landes, das gemäß den Bündnisverpflichtungen der NATO verpflichtet ist, Dänemark vor möglichen aggressiven Angriffen auf dessen Souveränität und territoriale Integrität zu schützen – versucht selbst, die territoriale Integrität Dänemarks zu verletzen und ist bereit, wirtschaftlichen Druck auf dieses Land und auf dessen Unterstützer auszuüben, um europäische Staaten dazu zu zwingen, einer Verletzung der territorialen Integrität Grönlands und damit einer Verletzung des internationalen Rechts zuzustimmen.

Hier drängt sich selbstverständlich eine direkte Parallele zu den Handlungen des russischen Präsidenten Putin auf, der 2014 zu ähnlichen Maßnahmen griff, um die ukrainische Krim zu besetzen und zu annektieren. Und ich möchte daran erinnern, liebe Freunde, dass der russische Staatschef, dem Trump bekannte Sympathien entgegenbringt, damals nicht nur von der angeblichen Sakralität der ukrainischen Halbinsel sprach, sondern auch von ihrer strategischen Bedeutung für Russland. In beiden Fällen – sowohl bei Putin als auch bei Trump – wurde also mit Sicherheitsfragen argumentiert, um expansive Absichten zu rechtfertigen.

Ich habe keinerlei Zweifel daran, dass die Frage der zukünftigen Zugehörigkeit Grönlands nichts mit der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten zu tun hat. Denn sowohl die USA als auch Dänemark und die anderen europäischen Länder, auf die der amerikanische Präsident Druck ausübt, sind NATO-Verbündete. Es gibt somit keinerlei Hindernisse, Vereinbarungen zu treffen, die es den Vereinigten Staaten ermöglichen würden, ihre Präsenz in Grönland zu verstärken und dort Elemente beliebiger Sicherheitsprogramme zu stationieren. Daran sind nicht nur die USA interessiert, sondern zweifellos auch die europäischen Staaten, Dänemark und Grönland selbst.

Doch wie wir sehen, wählt Trump einen völlig anderen Weg, da er versucht, unter dem Vorwand der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten in erster Linie Geschäftsinteressen zu rechtfertigen – das Interesse Washingtons an den natürlichen Ressourcen Grönlands, die bekanntlich enorm sind und zu denen Trump möglicherweise direkten Zugang haben möchte, ohne durch internationale Abkommen mit anderen Regierungen wie etwa der dänischen oder der grönländischen eingeschränkt zu sein.

Dies ist genau der Fall, in dem Gier – möglicherweise sogar unbegründete Gier, da wir nicht wissen, wie profitabel der Abbau der natürlichen Ressourcen Grönlands tatsächlich ist und inwieweit er die Vereinigten Staaten von ihrer bekannten Abhängigkeit von der Volksrepublik China befreien könnte – die Bereitschaft des Präsidenten der Vereinigten Staaten infrage stellt, elementare Normen des Völkerrechts und grundlegende Bündnisverpflichtungen gegenüber demselben Dänemark einzuhalten.

Und sagen Sie mir: Was ist unter diesen Umständen Artikel 5 der NATO noch wert, der Beitritt irgendeines Landes zur NATO in der Hoffnung, dass die Vereinigten Staaten als einzige große nukleare Supermacht der Gegenwart – als Alternative zu Russland – diese Länder vor möglicher Eskalation schützen werden, wenn die Vereinigten Staaten selbst unter Führung Donald Trumps bereit sind, exakt den uns allen bekannten putinschen Weg zu gehen?

Denn auch Putin – daran möchte ich erneut erinnern – begann nach dem ersten Maidan 2004 mit wirtschaftlichem Druck auf die Ukraine. Er versuchte, die Ukrainer nicht mit Raketen und Drohnen einzufrieren, wie er es heute tut, sondern durch das Abstellen von Gas mitten im kalten Winter. Auch dies sollte ein Instrument des Drucks auf die ukrainische Führung sein, um sie zu außenpolitischen Zugeständnissen an den Kreml zu zwingen – nicht nur zur Erfüllung wirtschaftlicher Forderungen des russischen Präsidenten und seines chauvinistisch gesinnten Umfelds.

Doch sich vorzustellen, dass die Vereinigten Staaten Jahrzehnte später so offen die Politik des russischen Präsidenten nachahmen würden, war schwer vorstellbar. Und doch geschieht dies buchstäblich vor unseren Augen. Leider kann dies, falls es nicht gelingt, die Situation mit diplomatischen Mitteln zu entschärfen, zu tragischen Konsequenzen führen – für die Vereinigten Staaten, für Europa und für die ganze Welt. Es könnte das Ende der euroatlantischen Solidarität bedeuten, das Ende der Geschichte der NATO und der Zusammenarbeit zwischen den USA und Europa zumindest während dieser Präsidentschaft. 

Und natürlich würde dies die Positionen des russischen Präsidenten Putin und des Vorsitzenden der Volksrepublik China, Xi Jinping, stärken – jener Politiker also, vor denen Trump Grönland angeblich schützen will und die derzeit offenbar mit unverhohlener Begeisterung und Genugtuung ihrem amerikanischen Kollegen applaudieren.


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Titel des Originals: Трамп знищує єдність Заходу | Віталій Портников. 17.01.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 17.01.2026.
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Neue Verhandlungen in Washington | Vitaly Portnikov. 17.01.2026.

Eine ukrainische Delegation, der der Leiter des Präsidialamtes Kyrylo Budanow, der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates Rustem Umjerow sowie der Vorsitzende der Parlamentsfraktion der Partei Diener des Volkes Davyd Arachamija angehören, ist in die Vereinigten Staaten gereist, um Gespräche mit Vertretern des Weißen Hauses zu führen – darunter mit dem Sondergesandten des US-Präsidenten Steve Witkoff, dem Schwiegersohn des Präsidenten Jared Kushner sowie mit dem Heeresminister Daniel Driscoll, der, wie bekannt ist, sich erst vor Kurzem dem Verhandlungsprozess angeschlossen hat und eigene Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky geführt hat.

Diese Gespräche sind vor allem im Vorfeld des Treffens zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump und dem Präsidenten der Ukraine Volodymyr Zelensky in Davos von Bedeutung. Bei diesem Treffen könnten – so wird angenommen – Dokumente über die weitere Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und den Vereinigten Staaten verabschiedet werden. Dabei könnte es entweder um Sicherheitsgarantien für die Ukraine seitens der USA oder um Garantien für Investitionen und Hilfe für die Ukraine in der Nachkriegszeit gehen.

Offensichtlich ist Kiew daran interessiert, eine gemeinsame Sprache mit Washington zu finden und sicherzustellen, dass das Treffen zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Ukraine erfolgreich verläuft. Meiner Ansicht nach ist dies die wichtigste Aufgabe der ukrainischen Delegation: sich nicht mit den Amerikanern zu zerstreiten und einen gemeinsamen Handlungsnenner sowie gemeinsame Vorschläge zu finden, die dem russischen Präsidenten Putin präsentiert werden könnten.

Man könnte fragen: Warum überhaupt nach gemeinsamen Vorschlägen suchen, wenn die Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Ukraine, Donald Trump und Volodymyr Zelensky, ihre gemeinsamen Vorschläge bereits bei ihrem letzten Treffen in Mar-a-Lago abgestimmt haben und Donald Trump diese Vorschläge theoretisch dem russischen Präsidenten hätte präsentieren sollen?

Doch wir verstehen sehr gut, dass die Geschichte des sogenannten Friedensprozesses eher einem Herumlaufen im Kreis gleicht. Denn in einer Situation, in der der russische Präsident nicht an einem Ende des Krieges interessiert ist, werden alle gemeinsamen Vorschläge, die Washington selbst nach Abstimmung mit Kyiv vorbringt, keinerlei praktische Bedeutung für ein tatsächliches Kriegsende haben.

Derzeit wird darüber gesprochen, dass Witkoff und Kushner erneut in die russische Hauptstadt reisen wollen. Schon deshalb ist es wichtig, dass sie bei Gesprächen mit Putin jene Ideen vortragen, die gemeinsam mit der ukrainischen Delegation erarbeitet werden. Allerdings sollte man auch nicht erwarten, dass der russische Präsident bei einem weiteren Treffen mit amerikanischen Vertretern seine Position ändern wird.

Daher scheint es mir, dass die Gespräche zwischen Kyiv und Washington nicht länger aus der Perspektive einer möglichen Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges betrachtet werden sollten. Vielmehr müssen sie vor allem als Möglichkeit gesehen werden, eine gemeinsame Position mit den Vereinigten Staaten zu entwickeln und Druck auf Russland auszuüben, um dieses Finale nicht durch Verhandlungen mit Putin, sondern durch die Erschöpfung des russischen Staates und der russischen Armee näherzubringen.

Wie ich bereits mehrfach gesagt habe, ist dies der einzige reale Weg, auf dem wir eines Tages einen Tunnel sehen könnten, in dem vielleicht – möglicherweise erst nachdem Donald Trump nicht mehr Präsident der Vereinigten Staaten ist – das Licht erscheinen kann, das die Finalisierung aller Bemühungen Washingtons und Kiews bedeutet, und wenn nicht die Zustimmung Russlands zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages mit der Ukraine, dann zumindest die Möglichkeit eines Abklingens des Krieges auf unbestimmte Zeit.

Dazu ist es selbstverständlich notwendig, dass die Vereinigten Staaten der Ukraine weiterhin helfen und diese Hilfe sogar verstärken. Man muss sich auch darüber im Klaren sein, dass nach dem Auslaufen jenes Hilfspakets, das wir Präsident Joseph Biden verdanken, die amerikanische Unterstützung für die Ukraine erheblich zurückgegangen ist. Und Präsident Donald Trump ist sogar stolz darauf, wenn er erzählt, dass die Vereinigten Staaten nun keinen einzigen Dollar mehr für die Hilfe an unser Land ausgeben.

Das bedeutet jedoch einen Mangel an Luftabwehrsystemen, einen Mangel an ausreichenden Waffen, um der russischen Aggression entgegenzutreten, und die Notwendigkeit, all diese Waffen in den Vereinigten Staaten für bares Geld zu kaufen – weil Donald Trump Politik nicht als Schutz von Werten betrachtet, sondern als ein System von Geschäften. Und er macht daraus übrigens auch keinen Hehl.

Selbst die Unterzeichnung des Mineralienabkommens, das theoretisch das Weiße Haus dazu hätte bewegen sollen, ein Interesse am Kampf der Ukraine gegen Russland und an der Verteidigung der ukrainischen Souveränität zu entwickeln, hat, wie wir sehen, nichts an der Haltung Donald Trumps und seines Teams zur Entwicklung des russisch-ukrainischen Krieges geändert.

Wenn es der ukrainischen Delegation also gelingt, eine größere Rolle der Vereinigten Staaten bei der Unterstützung der Ukraine zu vereinbaren, wäre das bereits ein nicht schlechtes Ergebnis dieser Gespräche. Doch zu glauben, dass Trump bereit ist, von seiner grundsätzlichen Weigerung abzurücken, unserem Land zu helfen, statt aus diesem Krieg Profit zu schlagen, erscheint mir vergeblich.

Natürlich wäre es ebenfalls kein schlechtes Ergebnis, irgendein Dokument auszuarbeiten, das von den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Ukraine während des Davoser Forums unterzeichnet werden könnte. Doch auch dieses Dokument wird keinerlei reale, konkrete Umsetzung erfahren, da sämtliche Vereinbarungen über Sicherheitsgarantien nach dem Krieg, über Investitionen nach dem Krieg oder über die Präsenz irgendwelcher Truppen nach dem Krieg zweifellos dann überprüft werden, wenn die Nachkriegszeit tatsächlich eintritt. Ganz allgemein wirkt die Diskussion darüber, was nach dem Krieg geschehen soll, in einer Situation, in der es keine realen Instrumente zur Beendigung des Krieges gibt, aus politischer Sicht schlicht absurd.

Doch wir sind gezwungen, an dieser offensichtlichen Absurdität teilzunehmen, um uns nicht mit Donald Trump zu zerstreiten und den amerikanischen Präsidenten nicht zu einem offenen Verbündeten des russischen Präsidenten zu machen – zumindest dann, wenn es um den russisch-ukrainischen Krieg geht.

Wenn man es also ganz konkret formuliert, besteht die Hauptaufgabe der ukrainischen Unterhändler darin, ihren amerikanischen Gesprächspartnern entgegenzukommen und so zu tun, als habe ihre Tätigkeit tatsächlich einen konkreten Inhalt. Vielleicht erlaubt dies Witkoff und Kushner, realistischer mit dem russischen Präsidenten Putin zu sprechen – falls dieser tatsächlich bereit ist, sie in absehbarer Zeit in der russischen Hauptstadt zu empfangen.

Interessant ist übrigens, wann dies geschehen wird – vor oder nach dem Davoser Forum – und wie sich dies auf Donald Trumps Bereitschaft auswirken wird, konkrete Dokumente mit seinem ukrainischen Amtskollegen zu erörtern. Denn wir haben bereits mehrfach gesehen, wie Gespräche zwischen Trump und Putin praktisch alle ukrainischen Bemühungen zunichtegemacht haben.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Нові перемовини у Вашингтоні | Віталій Портников. 17.01.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 17.01.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Portnikov: Die Person, die den Krieg in der Ukraine in die Länge zieht, sitzt im Weißen Haus. 16.01.2025.

https://espreso.tv/viyna-z-rosiyeyu-portnikov-lyudina-yaka-zatyague-viynu-v-ukraini-v-bilomu-domi?fbclid=IwRlRTSAPYTYFleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZAo2NjI4NTY4Mzc5AAEezjJC2rRk_iywU2IOSu4D0U–2z47KkTjJavX0vYLYsaaNb3AdOpc1L8aUaQ_aem_UsnR3GrdkAsjesR95oGVUw

Es ist daran zu erinnern, dass für Putin die Schwäche des Westens dessen Bereitschaft ist, mit ihm zu sprechen. Ich sage nicht, dass der französische Präsident Emmanuel Macron nach den Gesprächen von Präsident Trump nicht mit Putin sprechen sollte. Ich halte vielmehr die Legitimierung der Gespräche mit Putin durch Trump selbst für einen schweren Fehler. Für mich ist das Problem Nummer eins. Denn als Putin spürte, dass die Amerikaner keinerlei ernsthafte Gespräche mit ihm führen wollten, verhielt er sich vorsichtiger. Jetzt nimmt Putin Trumps Bereitschaft zum Dialog als eigene Legitimierung wahr und als Möglichkeit, alle anderen zu ignorieren.

Man sollte beobachten, was geschieht, falls der Dialog auf der Ebene der europäischen Staats- und Regierungschefs plötzlich wieder aufgenommen wird. Wie wird Putin das auffassen? Als Möglichkeit, zwischen Europäern und Amerikanern zu manövrieren und die einen gegen die anderen auszuspielen? Oder wird er im Gegenteil begreifen, dass Europa eine eigene harte Position hat, die nicht mit der Position Trumps übereinstimmt? Und dass diese europäische Position auch dann Bestand hat, wenn Trump erneut versucht, Putin „mit Zuckerbrot zu füttern“?

So oder so ist ein Verhandlungsprozess mit Putin ein Weg zur Eskalation des Konflikts und zur Fortsetzung des Krieges. Wenn wir wissen, wer durch sein Handeln den Krieg in der Ukraine faktisch in die Länge zieht und Putin Zuversicht für den morgigen Tag gibt, dann sitzt diese Person im Weißen Haus. Putin darf nicht legitimiert werden – davon bin ich absolut überzeugt.


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Art der Quelle: Essey
Titel des Originals: Портников: Людина, яка затягує війну в Україні, – в Білому домі. 16.01.2025.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 16.01.2025.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Timoschenko weist die Vorwürfe zurück | Vitaly Portnikov. 16.01.2025.

Julia Timoschenko beschuldigt den ukrainischen Abgeordneten der Fraktion Diener des Volkes, Ihor Kopytin, der Organisation einer Provokation gegen sie.

Kopytin, gegen den bereits ein Strafverfahren des Nationalen Antikorruptionsbüros der Ukraine (NABU) anhängig ist, habe sich nach Angaben Julia Timoschenkos tatsächlich mit ihr getroffen, könne jedoch zuvor zur Zusammenarbeit mit dem Nationalen Antikorruptionsbüro bereit gewesen sein. Die Situation rund um das Angebot von Geld an Abgeordnete verbindet Julia Timoschenko mit einer Kompilation von Elementen eines Gesprächs, das tatsächlich stattgefunden hat, und solcher Gesprächsteile, die es zwischen ihr und Kopytin in Wirklichkeit nicht gegeben habe.

Natürlich wird die Untersuchung klären müssen, wie glaubwürdig die vom Nationalen Antikorruptionsbüro vorgelegten Tonaufnahmen sind. Mir scheint jedoch, dass das Wichtigste hier die Charakteristik des politischen Prozesses selbst ist, der sich in der Ukraine seit vielen Jahren vollzieht.

Julia Timoschenko sagt, dass die Fraktion Batkiwschtschyna nach Gleichgesinnten suche. Und eine solche Suche nach Gleichgesinnten durch verschiedene Fraktionen findet praktisch während der gesamten Existenz des ukrainischen Parlaments statt. 

Allerdings stellt sich dabei immer die Frage: Selbst wenn wir nicht über Geld sprechen, das Abgeordneten für den Wechsel von einer Fraktion in eine andere angeboten wird oder nicht angeboten wird – geht es wirklich um gemeinsame politische Überzeugungen, oder um Interessen, die keineswegs zwangsläufig damit zu tun haben, dass ein bestimmter Abgeordneter einer Art „Stipendium“ des Fraktionschefs zugestimmt hat?

Ein Abgeordneter kann mit den Interessen großer Unternehmen verbunden sein, dank derer er überhaupt ins Parlament gelangt ist. Ein Abgeordneter kann daran interessiert sein, bestimmte Gesetzesvorhaben zu lobbyieren, wiederum im Zusammenhang mit Vertretern des Oligarchats. Ein Abgeordneter kann von bestimmten Amtsträgern der Exekutive abhängig sein – so wie beispielsweise die überwältigende Mehrheit der Abgeordneten der Fraktion Diener des Volkes vom Präsidenten der Ukraine oder bis vor Kurzem vom Leiter seines Präsidialamtes, Andrij Jermak, abhängig war.

Und wiederum können Probleme mit dieser Abhängigkeit Abgeordnete dazu veranlassen, sich andere Gönner in der Werchowna Rada zu suchen. Was ist der reale Schutzmechanismus gegen solche Fraktionswechsel?

Offensichtlich ist er recht einfach: Es geht ausschließlich um das Vorhandensein realer politischer Überzeugungen bei den Abgeordneten der Werchowna Rada der Ukraine. Wenn ein Mensch keine politischen Überzeugungen hat, wenn er nur deshalb ins Parlament gelangt ist, weil ein populärer Politiker, ein gesellschaftlicher Akteur oder jemand, der beschlossen hat, Politiker zu werden, für ihn gebürgt hat, dann wird in einer solchen Situation die Suche nach einem „besseren Platz“ im Parlament, bildlich gesprochen nach einem besseren Platz unter der Sonne, absolut unvermeidlich.

So ist auch das Schicksal der heutigen Mehrheit der Abgeordneten der Werchowna Rada aus der Partei Diener des Volkes, die eigens für die Parlamentswahlen geschaffen wurde, um Präsident Volodymyr Zelensky zu unterstützen und ihm sozusagen freie Hand bei der Führung des Staates zu geben – jene freie Hand, die er bis heute nutzt.

Man kann allerdings nicht sagen, dass es früher anders gewesen wäre. Und das ist bereits eine Frage an führende ukrainische Politiker wie Julia Timoschenko, die bereitwillig mit dem Großkapital kooperierten und sich dabei ebenfalls nicht immer dafür interessierten, welche politischen Überzeugungen diese Geschäftsleute hatten und welche politischen Überzeugungen jene Abgeordneten haben würden, die diese Geschäftsleute den Politikern im Gegenzug für ihre finanzielle Unterstützung einer bestimmten politischen Kraft und der Fraktion anbieten konnten.

Die Geschichte mit Ihor Kopytin wirkt aus meiner Sicht recht bezeichnend. Selbst wenn man davon ausgeht, dass der Abgeordnete der Fraktion Diener des Volkes keinerlei Absicht hatte, irgendwelche finanziellen Angebote von Julia Timoschenko anzunehmen, und dass solche Angebote ihm tatsächlich nicht gemacht wurden – welche gemeinsamen Überzeugungen hat Ihor Kopytin mit der Vorsitzenden der Fraktion Batkiwschtschyna? Weiß überhaupt jemand, welche Überzeugungen Kopytin hatte, bevor er im Büro der Parteivorsitzenden von Batkiwschtschyna auftauchte? Und sollte man überhaupt Gespräche mit Menschen führen, gegen die bereits Strafverfahren des Nationalen Antikorruptionsbüros der Ukraine anhängig sind? Offensichtlich betreffen diese Verfahren keineswegs politische Überzeugungen, sondern eine völlig andere Situation, die kaum eine Grundlage für eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen der Partei Batkiwschtschyna und einem solchen Abgeordneten sein kann.

Und hier kann man erneut eine recht einfache Feststellung treffen: Damit ein politischer Prozess sauber ist und von den Menschen mit Vertrauen wahrgenommen wird, muss er in erster Linie auf gemeinsamen Überzeugungen beruhen. Wenn es aber weder bei den Wählern noch bei den Politikern Überzeugungen gibt, betreten wir natürlich einen äußerst unsicheren Boden, der mit Korruption und unpolitischen Interessen verbunden ist.

Die Situation rund um die Vorwürfe gegen Julia Timoschenko kann dieses Problem sehr deutlich offenlegen, denn offenbar ist sich auch die ehemalige Ministerpräsidentin selbst nicht ganz bewusst, dass es sich um einen fehlerhaften politischen Prozess handelt.

Offensichtlich dachte sie bei ihren Gesprächen mit Abgeordneten der Partei Diener des Volkes in erster Linie an die Bildung einer neuen Mehrheit, in der Batkiwschtschyna eine führende Rolle spielen könnte. Eine Art Prozess der Bildung einer Regierung der nationalen Einheit durch den Versuch, Präsident Volodymyr Zelensky und die Beamten seines Präsidialamtes dazu zu zwingen, jene politischen Kräfte zu berücksichtigen, die seit 2019 im Präsidialamt ignoriert wurden, in der Annahme, das Land mit Hilfe einer farblosen und völlig unfähigen Mono-Mehrheit zu regieren, die die ukrainische Realität nicht versteht.

Doch der Prozess der Bildung einer solchen neuen Mehrheit oder Koalition – ob mit Geld oder ohne, darüber sprechen wir hier gar nicht – betrachten wir nun jenseits der finanziellen Aspekte. Wir sprechen über reine Politik.

Die Bildung einer Koalition ohne Berücksichtigung der realen politischen Überzeugungen ihrer Teilnehmer ist immer ein Weg in den Abgrund. Genau deshalb erinnere ich, wenn ich über die Ergebnisse der Wahlen von 2019 spreche, daran, dass dies für die ukrainische Politik und für die ukrainische Gesellschaft ein klarer und verständlicher Weg in den Abgrund war, selbst wenn man den großen Krieg, der 2022 begann, außer Acht lässt. Denn wenn ein Land von Menschen ohne politische Überzeugungen regiert wird, wenn neue Bündnisse und Koalitionen auf Prinzipienlosigkeit beruhen und wenn weder die Bürger noch die Politiker selbst verstehen, was ein politisches Prinzip ist, dann ist ein solches Land dazu verurteilt, von einer Katastrophe in die nächste zu geraten, von einer Krise in die nächste.

Und beginnen muss man mit dem Bewusstsein dieser einfachen Tatsache – und nicht mit der Suche nach einem Ihor Kopytin in einem dunklen Zimmer, in das solche Menschen immer genau im richtigen Moment geraten.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Тимошенко заперечує звинувачення | Віталій Портников. 16.01.2025.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 16.01.2025.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Zelensky – Zaluzhny: Wozu? | Vitaly Portnikov. 15.01.2025.

Der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, traf sich mit dem Botschafter unseres Landes im Vereinigten Königreich, dem ehemaligen Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, Valeriy Zaluzhny. Dieses Treffen setzte gewissermaßen eine Reihe von Begegnungen Zelenskys mit einer ganzen Reihe von Personen fort, die entweder hohes gesellschaftliches Ansehen genießen oder bis vor Kurzem hohe Positionen in seinem eigenen Team innehatten. Dazu zählen etwa der Freiwillige Serhij Prytula oder der ehemalige Außenminister der Ukraine, Dmytro Kuleba.

Über die tatsächlichen Ziele dieser Treffen ist natürlich nichts bekannt, doch allein die Tatsache ihres Stattfindens kann darauf hindeuten, dass der Präsident versucht, das Vertrauen in die Macht nach den jüngsten lauten Korruptionsskandalen wiederherzustellen. Diese Skandale führten zum Rücktritt des inzwischen ehemaligen Leiters des Präsidialamtes Andrij Jermak, der seit 2019 als eine der einflussreichsten Figuren im Team Zelenskys galt, sowie mehrerer Minister der ukrainischen Regierung, die ebenfalls mit Korruptionsmachenschaften in Verbindung gebracht wurden.

In dieser Situation sind Treffen mit Menschen, die entweder über breites gesellschaftliches Ansehen verfügen oder nicht nur bei der sogenannten Wählerbasis des amtierenden Präsidenten Respekt genießen, aus der Sicht der Wiederherstellung des Vertrauens durchaus logisch. Wichtig ist jedoch zu verstehen, welche Folgen diese Treffen haben werden – über die Veröffentlichung von Fotos hinaus, auf denen Volodymyr Zelensky gemeinsam mit Valery Zaluzhny, Serhij Prytula oder Dmytro Kuleba zu sehen ist.

Geht es tatsächlich um die Rückkehr von Menschen, die ihre hohen Staatsämter erst vor Kurzem verlassen haben, in verantwortungsvolle Positionen? Oder soll der bloße Dialog zeigen, dass der Präsident nach alternativen Sichtweisen sucht – bei jenen, die nicht direkt mit ihm kommunizieren und daher anders mit dem ukrainischen Präsidenten über die Lage von Krieg und Frieden sprechen können als die Mitarbeiter des Präsidialamtes?

Andererseits kann schon der Versuch, aus der hermetischen Abgeschlossenheit herauszutreten, dem ukrainischen Staat und seiner Führung helfen, der russischen Aggression in der nächsten Phase des russisch-ukrainischen Krieges, auf die sich der Kreml bereits vorbereitet, wirksamer entgegenzutreten.

Gleichzeitig kann man jedoch auch davon sprechen, dass Treffen ohne personelle Verstärkung, ein episodischer Dialog ohne konkrete Konsequenzen, kaum geeignet sind, den Charakter einer Macht zu verändern, die nach den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2019 einen tatsächlich hermetischen Charakter angenommen hat. Und inzwischen zeigt der Kalender bereits das Jahr 2026.

Wir verstehen sehr gut, dass jede hermetisch abgeschlossene Macht mit der Zeit zwangsläufig an Effektivität, Frische des Blicks und Verständnis dafür verliert, was im Land und in der Welt tatsächlich geschieht. Das betrifft keineswegs nur Menschen, die infolge der für die ukrainische Gesellschaft dramatischen Ereignisse von 2019 zufällig in die Politik gelangt sind – es betrifft auch professionelle Politiker.

Wir haben gesehen, wie sich in den letzten Jahren ihrer Amtszeit der Blick der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Realität veränderte. Wir sehen, zu welchem Monster Wladimir Putin in seinem Präsidentenbüro relativ schnell geworden ist. Und wir wissen, zu welcher Vogelscheuche sich der belarussische Machthaber Lukaschenko entwickelt hat. Sehr ungern würde man sehen, dass die ukrainische Macht diesen Weg der Wiederholung solcher Fehler geht – selbst bei relativer Bewahrung der ukrainischen Demokratie.

Natürlich denkt jeder beim Anblick eines Fotos von Volodymyr Zelensky und Valery Zaluzhny daran, dass er Zeuge eines Treffens zweier Menschen ist, die im nächsten Zyklus an den Präsidentschaftswahlen in der Ukraine teilnehmen könnten. Doch tatsächlich gibt es weder heute noch morgen reale Perspektiven für die Durchführung von Präsidentschafts- oder Parlamentswahlen. Denn wir verstehen nicht, wie der russisch-ukrainische Krieg auch nur ausgesetzt, geschweige denn beendet werden könnte. Präsident Putin zeigt keinerlei Bereitschaft, diesen Krieg zu beenden. Und Präsident Trump verfügt bislang über keine realen Instrumente, um den russischen Machthaber in absehbarer Zukunft zu einem Kriegsende zu bewegen.

Somit sind Präsidentschaftswahlen in der Ukraine eher Stoff politischer Fantasie als reale Wahlkämpfe. Gleiches gilt für die Parlamentswahlen – trotz der tiefen Krise des Parlamentarismus, mit der die Ukraine in den letzten Monaten konfrontiert ist. Doch mit diesem Parlament und mit dem amtierenden Präsidenten wird man möglicherweise noch lange und schwierige Jahre der Konfrontation im russisch-ukrainischen Krieg leben müssen.

Und hier stellt sich natürlich die Frage, wie man die Effektivität der Macht steigern kann in einer Situation, in der dem ukrainischen Gesellschaft die Wahlmechanismen nicht zur Verfügung stehen. Wie lässt sich Effektivität erreichen, wenn die Erneuerung der Macht durch jene erfolgen muss, die 2019 an die Macht gekommen sind, und es keine Möglichkeit gibt, das Vertrauen der Gesellschaft zu bestätigen, da in der schwierigen Kriegszeit keine Parlaments- und Präsidentschaftswahlen stattfinden können?

Hier hängt in Wirklichkeit vieles sowohl von der Gesellschaft als auch von der Macht selbst ab – von ihrer Bereitschaft, sich zu öffnen. Man kann zumindest hoffen, dass das Treffen Volodymyr Zelenskys mit Valery Zaluzhny ein erster Schritt in diese Richtung ist und dass man in der Bankowa tatsächlich die Notwendigkeit einer Öffnung und Ent-Hermetisierung der Macht erkennt, um das Vertrauen der Gesellschaft in der nächsten schwierigen Phase des russisch-ukrainischen Krieges zu bewahren.

Diese Phase kann noch sehr, sehr lange dauern. Und nur das Auftreten von Menschen mit hohem gesellschaftlichem Ansehen, mit dem Vertrauen der Gesellschaft und mit Professionalität in höchsten Staatsämtern kann die Institutionen der ukrainischen Staatlichkeit vor einer – ich würde sagen – logischen Degeneration in Kriegszeiten bewahren. Denn Hermetisierung der Macht ist immer auch ein Weg in Richtung Degeneration und Ineffizienz.

Damit dies jedoch tatsächlich geschieht, reicht es nicht aus, einfach Fotos von weiteren Treffen mit bekannten und wichtigen Persönlichkeiten zu veröffentlichen. Es ist entscheidend, eine neue, effektive Machtvertikale zu formen und die Verantwortung aller Institutionen durchzusetzen – statt ihre Steuerung aus einem oder wenigen Büros heraus.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Зеленський – Залужний: для чого | Віталій Портников. 15.01.2025.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 15.01.2025.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Europa schwieg/ Європа мовчала. 

Als die Ukraine um ihr Recht auf Sein
Mit Henkern rang, im Leben wie im Tod,
Und wartete nur auf Erbarmen allein –
Europa schwieg. Europa schwieg.

Als die Ukraine im ungleichen Kampf
In Blut versank, in Tränen unterging,
Und hoffte noch auf Hilfe, Freundeshand –
Europa schwieg. Europa schwieg.

Als die Ukraine blutige Ernte trug,
Dem Henker gab, was ihr das Leben nahm,
Und selbst der Hunger ihr die Worte schlug –
Europa schwieg. Europa schwieg.

Und selbst als das Land schon im Höllenbrand stand,
Als Drohnen und Kinschals das Schicksal ihr schmiedeten,
In jener Stunde, da unser Schild zerfiel –
Sie schrien nicht.
Sie schrien nicht.

Doch ungebrochen der ukrainische Geist,
So sehr ihn die Schreie des Krieges auch trieben.
Sie handelten weiter – im Frieden, ganz leis –
Und kauften bei Henkern noch Öl und noch Gas.
Sie handelten weiter. Sie handelten leis.

Doch die Blume der Freiheit wächst durch die Nacht
Und weckt mit dem Leuchten, was Hoffnung entfacht.
Und selbst wenn der Weg sich im Nebel verliert,
Wird Freiheit geboren, von Hoffnung geführt.

Коли Україна за право життя 
з котами боролась, жила і вмирала,
і ждала, хотіла лише співчуття.
Європа мовчала. Європа мовчала.

Коли Україна в нерівній борбі
вся сходила кров'ю й слізьми стікала,
і дружної помочі ждала собі.
Європа мовчала, Європа мовчала.

Коли Україна криваві жнива,
зібравши для ката, сама умирала
і з голоду навіть згубила слова,
Європа мовчала. Європа мовчала.

І навіть коли край у пеклі горів
і долю кували шахеди, кінжали,
в ту мить як стирався наш щит
Вони не кричали, вони не кричали.

Та дух український незламний світив.
Хоч крики війни до безодні штовхали.
Вони ж торгували у мирі, в тиші.
І нафту, і газ у катів купували.
Вони торгували. Вони торгували.

Та квітка свободи зростає крізь тьму
і сяйвом своїм оживляє народи.
І навіть коли затуманиться путь,
надія поверне нам віру в свободу.

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Art der Quelle: Lied
Titel des Originals: Європа мовчала.

Veröffentlichung / Entstehung: 2025
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von KI und Viktoriya Limbach,
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Du stirbst niemals/ Ти ніколи не помреш. 

Auf der kleinen Erde ist so viel Liebe,
auf der kleinen Erde ist Platz für uns all.
Unsre Liebe zu töten, sie in Blut zu ertränken
dazu ist nur ein Wahnsinniger fähig einmal.

Ich werd dich beschützen, stell mich schützend vor dich,
so war es, so bleibt es, solang wir hier sind.
Auf der kleinen Erde heilt alles die Liebe,
sie schließt unsre Wunden, bewahrt, wen sie liebt.

Wenn du ein Engel wirst
hinter meinem Rücken,
Werde ich auf die Welt weiter
durch deine Augen blicken.
Für die Liebe gibt es
keine Grenz’, kein Gesetz.
Solang ich noch atme,
stirbst du niemals.

Auf der kleinen Erde ist so viel Liebe,
selbst dort, wo man glaubt, sie sei längst nicht mehr da.
In jeder Zelle, in jedem deiner Worte,
selbst dort, wo der Krieg tobt, sie bleibt immer wahr.

Ich seh diese Welt durch deine Brillengläser,
du schläfst in meinen Shirts, so vertraut.
Und die Wärme meiner Hände durch deine Kapillaren
strömt wie guter Wein, der dich von innen erbaut.

Wenn du ein Engel wirst
hinter meinem Rücken,
Werde ich auf die Welt weiter
durch deine Augen blicken.
Für die Liebe gibt es
keine Grenz’, kein Gesetz.
Solang ich noch atme,
stirbst du niemals.

Auf der kleinen Erde aus Schrecken und Leid
reißt der Schmerz alles ringsum entzwei.
Auf der kleinen Erde kommt immer die Zeit,
dass man kämpfen muss für das, was man sei.

Meine Hände voll Narben, wie heilige Zeichen,
manchmal bricht auf der Haut dunkles hervor.
Es will nicht lieben, es will nur vernichten –
es machte aus Kriegen ein Handwerk zuvor.

Wenn du ein Engel wirst
hinter meinem Rücken,
seh ich die Welt weiter
durch deine Augen blicken.
Für die Liebe gibt es
keine Grenz’, kein Gesetz.
Solang ich noch atme,
stirbst du niemals.

На маленькій землі так багато любові.
На маленькій землі стільки місця для всіх.
Вбити нашу любов, потопити у крові -
На таке може бути здатен виключно псих.

Я прикрию тебе. Я прикрию собою.
Так було і так буде, допоки ми тут.
На маленькій землі все лікують любов’ю,
Гоять рани своїм і своїх бережуть.

Якщо янголом станеш
За моїми плечима,
Я дивитимусь далі
Твоїми очима.
Для любові немає
Кордонів і меж.
Доки житиму я,
Ти ніколи не помреш.

На маленькій землі так багато любові,
Навіть там, де, здається, її і нема.
Вона в кожній клітині і в кожному слові,
Навіть там, де гримить і лютує війна.

Я дивлюся на світ крізь твої окуляри.
Ти в футболках моїх засинаєш давно.
І тепло моїх рук крізь твої капіляри
Йде по тілу і гріє, як гарне вино.

Якщо янголом станеш
За моїми плечима,
Я дивитимусь далі
Твоїми очима.
Для любові немає
Кордонів і меж.
Доки житиму я,
Ти ніколи не помреш.

На маленькій землі суміш жаху і болю
Розриває і нищить усе навкруги.
На маленькій землі час від часу до бою
Мають стати всі ті, хто цей світ полюбив.

Мої руки у шрамах і, наче стигмати,
Час від часу на шкірі проявляєте зло,
Що не хоче любити, хоче тільки вбивати,
Те, що перетворило війни на ремесло.

Якщо янголом станеш
За моїми плечима,
Я дивитимусь далі
Твоїми очима.
Для любові немає
Кордонів і меж.
Доки житиму я,
Ти ніколи не помреш.

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Art der Quelle: Lied
Titel des Originals:
Autor: Ruslan Horovyy
Veröffentlichung / Entstehung: 2024
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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veröffentlicht auf

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