Trump geht auf Zelensky los | Vitaly Portnikov. 16.10.2026.

Vor dem Hintergrund der Verschärfung der amerikanisch-ukrainischen Beziehungen nach dem Dieselgeschäft zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, und dem Präsidenten der Russischen Föderation, Putin, hat Donald Trump in seinem Interview mit dem Fernsehsender Newsmax den ukrainischen Präsidenten erneut scharf angegriffen und ihm vorgeworfen, den Krieg mit Russland nicht beenden zu wollen.

Man kann sagen, dass dies eine weitere Runde von Trumps Vorwürfen gegen Zelensky ist, in der alles enthalten ist, was wir bereits bei früheren Äußerungen des amerikanischen Präsidenten über den ukrainischen Präsidenten gehört haben. Dass Volodymyr Zelensky keinen Frieden mit Russland aushandeln wolle. Dass die Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation eine regelrechte Schande seien, weil sie nur dazu beitrügen, die Ölpreise weltweit in die Höhe zu treiben. Und sogar, dass die Ukrainer selbst Zelensky vorwerfen würden, er habe die heutige Situation im Land herbeigeführt. Dabei beruft sich Trump auf ein Interview mit irgendeiner Frau, das er angeblich im Fernsehen gesehen hat.

Viele glauben, dass es sich bei dieser Frau um Zelenskys ehemalige Pressesprecherin handeln könnte, die berüchtigte Julia Mendel, die dafür bekannt ist, auf westlichen Fernsehsendern, vor allem solchen, die mit ultrarechten politischen Strömungen verbunden sind, hartnäckig russische Propagandanarrative zu verbreiten. Es könnte sich aber auch um irgendein beliebiges Interview handeln. Und vor allem könnte Trump jede beliebige Information erfunden haben, die er für seinen Auftritt im Fernsehen brauchte.

Aber meiner Meinung nach sollten wir, wenn wir darüber sprechen, was Trumps Äußerungen zeigen, vor allem nicht darauf achten, was er über Zelensky sagt, sondern darauf, was er über Putin nicht sagt. Der amerikanische Präsident hat in diesem Interview erneut die ukrainischen Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation erwähnt, aber mit keinem einzigen Wort die russischen Angriffe auf Wohnviertel in Kyiv und anderen ukrainischen Städten, die russischen Angriffe auf die Infrastruktur der Ukraine oder den Wunsch des russischen Präsidenten, auf dessen Bekanntschaft Trump so stolz ist, die Ukraine erfrieren zu lassen. Überhaupt kein einziges Wort der Verurteilung Putins haben wir von Trump in diesem Interview gehört, ebenso wenig wie in vielen seiner früheren Äußerungen. Und genau das macht den amerikanischen Präsidenten zumindest zu einem propagandistischen Komplizen des russischen Präsidenten.

Ganz zu schweigen davon, dass zahlreiche Behauptungen Trumps, wie es bei seinen Fernsehauftritten immer wieder der Fall ist, schlicht nicht der Wirklichkeit entsprechen. Die ukrainischen Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation wirken sich praktisch überhaupt nicht auf die Ölpreise aus. Diese hängen vielmehr mit dem Fiasko des amerikanischen Präsidenten in seinem Krieg gegen den Iran zusammen, mit Trumps Unfähigkeit, die Möglichkeit einer iranischen Kontrolle über die Straße von Hormus vorauszusehen, und mit Trumps Unfähigkeit, dieses Problem zu lösen – sowohl vor den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten, deren Ergebnisse der amerikanische Präsident so sehr fürchtet, als auch nach diesen Wahlen. Man kann sagen, dass nicht nur Trump, sondern die Vereinigten Staaten in eine regelrechte wirtschaftliche Falle geraten sind, aus der sie möglicherweise noch lange nicht herauskommen werden. Das wird sich auf den Wohlstand dieses Landes und natürlich auf sein geopolitisches Gewicht auswirken. Die Feinde der Vereinigten Staaten, die Feinde der Demokratie, haben ein Instrument zur Einflussnahme gefunden. Aber dafür sollte man ganz sicher nicht Zelensky verantwortlich machen.

Wir kennen den Menschen, der unmittelbar dafür verantwortlich ist. Es ist der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump. Und ja, das ist eine regelrechte geopolitische Katastrophe, deren Zeugen wir alle sind und die sich auf die Möglichkeiten der Ukraine im Krieg gegen einen grausamen Aggressor auswirkt, der darüber hinaus auch ein Verbündeter des Iran ist. Aber auch das erwähnt Trump niemals. Und wenn er direkt nach den Verbindungen Russlands und Chinas zum Iran und einer möglichen Unterstützung Teherans durch Moskau und Peking gefragt wird – was auf einem so unterwürfigen Sender wie Newsmax natürlich nicht geschehen wird –, lässt er diese Fragen einfach unbeantwortet oder sagt, dass er nicht an eine solche mögliche Unterstützung glaube. Nun, den Behauptungen von Julia Mendel oder irgendeiner anderen Propagandistin, die Zelensky die Schuld gibt und Putin nicht, glaubt er. Aber an die offensichtlichen Tatsachen, die vom russischen Präsidenten Putin und anderen russischen Beamten im Grunde selbst verkündet werden, nämlich ihre Unterstützung für den Iran, glaubt er nicht. Jeder glaubt das, was ihm gelegen kommt, besonders wenn es sich um einen Menschen wie Trump handelt.

Und diese Behauptungen des amerikanischen Präsidenten erinnern im Grunde an das, worüber ich bereits mehrfach gesprochen habe, als ich frühere Äußerungen Trumps kommentierte. Wir befinden uns in einer Situation heftiger politischer Turbulenzen, die mit Trumps tatsächlichen Befürchtungen darüber zusammenhängen, was nach den Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress geschehen könnte, falls es den Demokraten gelingt, die Kontrolle über das Repräsentantenhaus zurückzugewinnen, und insbesondere, falls es den Demokraten gelingt, die Kontrolle über den Senat zurückzugewinnen. Denn nur Trump selbst kann wissen, welche vernichtenden Informationen die Untersuchungsausschüsse im Kongress erhalten werden, wenn sie eingesetzt werden und die Tätigkeit des amerikanischen Präsidenten und seines engsten Umfelds in der Zeit nach Trumps Rückkehr ins Oval Office untersuchen. Und wie viele weitere sensationelle Enthüllungen die beunruhigte Welt im Zuge dieser Untersuchungen noch erfahren wird.

Und Trump versucht mit aller Kraft, dies zu verhindern und noch vor den Zwischenwahlen viele andere für ihn wichtige Probleme zu lösen, insbesondere solche, die mit seinen besonderen Beziehungen zu Putin zusammenhängen. Genau deshalb befinden wir uns in einer Situation politischer Turbulenzen. Genau deshalb versucht Trump, das Unerreichbare zu erreichen: beispielsweise die Kapitulation der Ukraine vor Russland zu russischen Bedingungen, ohne auch nur zu begreifen, dass der Präsident der Russischen Föderation keine Kapitulation, sondern die Vernichtung des Nachbarstaates will. Und er benutzt Trump einfach dazu, diesen Vernichtungsprozess mit geringeren Verlusten durchzuführen, als sie derzeit entstehen, wenn die Infrastruktur des Aggressorstaates angegriffen wird, das Trump als ein Land betrachtet, das den Krieg unbedingt gewinnen muss.

Denn auch darüber spricht der amerikanische Präsident in seinem Interview mit dem ultrarechten amerikanischen Fernsehsender, wenn er betont, dass Russland mehr Menschen und Ressourcen habe als die Ukraine und dass die Ukraine schon deshalb offenbar vor der Russischen Föderation zu den Bedingungen seines Partners Putin kapitulieren müsse. Aber auch das haben wir von Donald Trump buchstäblich seit den ersten Tagen nach seiner Rückkehr ins Oval Office gehört, wohin er zurückgekehrt ist, um völlig neue Ziele und Werte in der Politik der Vereinigten Staaten von Amerika zu verkünden.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп наїхав на Зеленського | Віталій Портников. 16.10.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 16.10.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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