Putin hat Trump wütend gemacht | Vitaly Portnikov. 10.01.2025.

Der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump beginnt laut der britischen Zeitung The Telegraph den russischen Präsidenten Putin als ein größeres Hindernis für den Frieden zu betrachten als seinen ukrainischen Amtskollegen Volodymyr Zelensky.

Gesprächspartner der Zeitung im Weißen Haus betonten, dass Trump versucht habe, gegenüber dem russischen Machthaber mit einer Politik von „Zuckerbrot und Peitsche“ zu handeln. Doch das Zuckerbrot für den russischen Präsidenten ist Trump faktisch ausgegangen.

Man sollte daran erinnern, dass der amerikanische Präsident seinem russischen Amtskollegen privilegierte Bedingungen für einen Ausstieg aus dem russisch-ukrainischen Krieg angeboten hatte. Wer sonst hätte Putin angeboten, dass die Vereinigten Staaten den russischen Status des annektierten Krims anerkennen und damit den Kern des internationalen Rechts, das nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden ist, entwerten? Wer sonst hätte zugestimmt, Putin die Kontrolle über die besetzten Gebiete zu belassen und sogar bereit gewesen, den Abzug der ukrainischen Truppen aus Teilen der Region Donezk, die bis heute von den ukrainischen Streitkräften kontrolliert werden, zu diskutieren? Wer sonst hätte Putin die Aufhebung der Sanktionen gegen seine Wirtschaft angeboten, mit der Möglichkeit, Russlands militärisches Potenzial in den nächsten Jahren wiederherzustellen?

Doch Putin, wie wir sehen, hat diese Vorschläge Donald Trumps nicht akzeptiert, denn sein wahres Ziel ist die Fortsetzung des Krieges gegen unser Land bis zur Zerstörung der ukrainischen Staatlichkeit selbst. Den Verhandlungsprozess mit der neuen amerikanischen Regierung betrachtet der russische Machthaber lediglich als Instrument, um Zeit für die Fortsetzung des Krieges zu gewinnen.

Und es scheint, dass Trump dies allmählich zu begreifen beginnt. Die Festsetzung eines russischen Tankers wurde zu einem weiteren Signal an Putin, dass ihm die Zeit davonläuft, um den von Donald Trump angebotenen Bedingungen zuzustimmen. Mehr noch: Trotz der Tatsache, dass der russische Präsident während des letzten Telefongesprächs mit dem amerikanischen Präsidenten statt der Diskussion jener Vereinbarungen, die Trump und Zelensky bei ihrem Treffen im Weißen Haus erzielt hatten, Trump von einem angeblichen Beschuss seiner Residenz durch ukrainische Drohnen erzählte, hat das Weiße Haus dennoch jene Vorschläge an den Kreml übermittelt, die in Mar-a-Lago abgestimmt worden waren.

Jetzt bleiben Putin nur noch einige Wochen, um auf die Vorschläge zu reagieren – oder eben nicht –, die zwischen dem amerikanischen und dem ukrainischen Präsidenten vereinbart wurden. Der Ball liegt also beim Kreml.

Natürlich wird in der russischen Hauptstadt derzeit intensiv daran gearbeitet, Zeit zu schinden und diese von den Vereinigten Staaten und der Ukraine vorgelegten Vorschläge zu ignorieren. Doch dies kann zu weiterem massivem Druck auf die Russische Föderation führen. Dass im Kongress bald ein Gesetz verabschiedet werden könnte, das Trump die Möglichkeit gibt, sogar 500-prozentige Zölle gegen Länder zu verhängen, die weiterhin russisches Öl kaufen, ist ein weiteres starkes Signal an Putin.

Natürlich glaube ich nicht, dass Trump dieses Gesetz sofort nutzen wird, um etwa gegen die Volksrepublik China Zölle zu verhängen. Ein Handelskrieg mit Peking ist das Letzte, was Trump vor den Zwischenwahlen zum Kongress gebrauchen kann. Doch gleichzeitig gibt es andere Länder, die weiterhin russisches Öl kaufen, und diese werden erkennen, dass eine weitere Zusammenarbeit mit russischen Ölkonzernen – selbst über die sogenannte Schattenflotte – verheerende Folgen für ihre gesamte Wirtschaft haben kann. Und damit werden nicht nur Raffinerien, sondern auch die Regierungen solcher Länder beginnen, den Kauf von Öl zu blockieren.

Darüber hinaus ist offensichtlich, dass selbst in Ländern wie China die Ölkonzerne versuchen werden, den Anteil russischen Öls zu verringern, um nicht wenigstens vorbeugend unter US-Sanktionen zu fallen. Das Gesetz kann also auch als Warnsignal wirken, selbst wenn der amerikanische Präsident seine Mechanismen nicht direkt einsetzt.

Wir sehen also zumindest Instrumente des Drucks auf die Russische Föderation, falls Putin nicht bereit ist, Wege zum Frieden zu suchen. Dazu gehören eine Verschärfung der Sanktionspolitik gegen Russland selbst und gegen seine Energiesponsoren. Gäbe es diese Energiesponsoren nicht, wäre Putin längst an seinem eigenen Öl erstickt.

Hinzu kommt die Demonstration der Möglichkeiten gegenüber der sogenannten Schattenflotte Russlands. Diese Demonstration besteht nicht nur aus Sanktionen gegen jeden einzelnen Tanker, der russisches Öl transportiert – diese Jagd könnte praktisch endlos weitergehen –, sondern auch aus der physischen Festsetzung solcher Schiffe. Das treibt die Kosten ihres Einsatzes auf ein Niveau, bei dem es bald schlicht unrentabel wird, russisches Öl in Länder wie China, Indien oder Brasilien zu transportieren. So entsteht in der Weltwirtschaft eine Atmosphäre, in der russisches Öl als gefährliche Ware gilt.

Was soll Putin in dieser Situation tun? Nach der Logik der politischen Entwicklung müsste der russische Machthaber Vereinbarungen mit dem amerikanischen Präsidenten suchen, um zu verhindern, dass seine Wirtschaft unter so massiven Druck gerät und Bedingungen entstehen, die nicht nur diese Wirtschaft, sondern auch das putinsche Regime selbst demontieren könnten. Denn jedes Regime – das sehen wir in Iran und Venezuela – hängt letztlich von sozialer Stabilität ab. Andernfalls beginnen die Bürger darüber nachzudenken, ob sie nicht ein anderes System brauchen, das ihnen zumindest das Überleben ermöglicht. Von Wohlstand ist dabei ohnehin kaum noch die Rede.

Doch Putin ist nicht jemand, der nach richtigen Antworten auf schwierige Fragen sucht. Offensichtlich ist der Schlag mit dem Oreschnik gegen die Region Lwiw genau jenes Instrument, das der amerikanische Präsident von seinem russischen Amtskollegen zu sehen bekommen könnte. Putin wird versuchen, den Westen einzuschüchtern, damit dieser begreift, dass man zu Putins Bedingungen verhandeln müsse – sonst werde Russland die Eskalation weiter vorantreiben. Und diese Eskalation könnte dann nicht nur die Ukraine betreffen, sondern auch ihre europäischen Nachbarn und damit die Vereinigten Staaten in eine äußerst schwierige sicherheitspolitische Lage gegenüber ihren Verbündeten bringen.

Die Frage ist also, wer stärker drückt und wer 2026 zu einer größeren Eskalation bereit sein wird. Von dieser Bereitschaft hängt ab, wie sich nicht nur der russisch-ukrainische Krieg, sondern auch die globale Sicherheit in diesen gefährlichen Jahren entwickeln wird.


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Titel des Originals: Путін вибісив Трампа | Віталій Портников. 10.01.2025.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 10.01.2025.
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Trump tauscht Grönland gegen die Ukraine | Vitaly Portnikov. 08.01.2026.

Die Zeitung Politico behauptet, dass im Weißen Haus weiterhin Optionen geprüft werden, die den Anschluss Grönlands an die Vereinigten Staaten betreffen. Über eine solche Möglichkeit hatte Donald Trump bereits während seiner ersten Amtszeit als Präsident der USA gesprochen. Nach seiner Rückkehr ins Oval Office erinnerte er sich buchstäblich in den ersten Tagen seiner zweiten Präsidentschaft erneut an Grönland.

Und nun, in der neuen politischen Situation, die nach der Festnahme des venezolanischen Diktators Nicolás Maduro durch amerikanische Geheimdienste in Caracas entstanden ist, ist das Thema Grönland erneut aufgetaucht. Trump sagt wieder, dass die Vereinigten Staaten dieses Territorium besitzen sollten, das eine autonome Einheit des Königreichs Dänemark ist.

In Washington wird betont, dass militärische Gewalt zur Kontrolle Grönlands nicht eingesetzt werden soll. Allerdings prüft die Administration des US-Präsidenten die Möglichkeit, ein Referendum über die Ausrufung der Unabhängigkeit Grönlands zu fördern – zumal es auf der Insel erhebliche Kräfte gibt, die genau dafür eintreten. Es wird behauptet, dass man in Washington die russische Erfahrung der Einflussnahme auf politische Prozesse in den ehemaligen Sowjetrepubliken studiert, wo Moskau versucht hat, ein ihm genehmes Ergebnis durch reale Eingriffe in politische Abläufe und durch umfassende Absprachen mit Teilen der Eliten zu erreichen.

Dabei muss man jedoch daran erinnern, dass es Russland, wenn es um echte demokratische Prozesse ging, niemals gelungen ist, in Ländern wie der Ukraine, Moldau oder sogar Georgien irgendeinen überzeugenden Erfolg zu erzielen. Nur Zwang und harte Gewalt blieben Moskaus reale Instrumente, um auf jene ehemaligen Sowjetrepubliken Einfluss zu nehmen, in denen es funktionierende demokratische Prozesse gibt.

Außerdem gibt es noch ein weiteres Problem für einen solchen Ansatz. Wie bekannt ist, sieht man in der Trump-Administration nach der Ausrufung der Unabhängigkeit Grönlands einen weiteren Schritt: ein zweites Referendum, das Grönland zum neuen Bundesstaat der USA machen soll. Doch hier ist gerade die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung – 85 % der Grönländer – dagegen, dass Grönland Teil der Vereinigten Staaten wird. Und es ist völlig unklar, ob Donald Trump und sein Umfeld überhaupt über reale Instrumente verfügen, um die öffentliche Meinung auf der Insel zu verändern.

Schließlich können die Grönländer sehr genau das Schicksal der indigenen Bevölkerung Alaskas beobachten, die nach dem Anschluss Alaskas an die Vereinigten Staaten praktisch assimiliert wurde und ihre Identität verlor. Und bis heute gibt es keinen Grund anzunehmen, dass die Trump-Administration ein Verständnis für die Bedeutung der grönländischen Identität besitzt. Eine der Entscheidungen Donald Trumps nach seiner Rückkehr ins Präsidentenamt war die Umbenennung eines der wichtigsten Gipfel Alaskas in den Mount des früheren US-Präsidenten McKinley und die Abschaffung eines Namens, der mit dem Erbe der indigenen Bevölkerung Alaskas verbunden war. Das ist kaum ein Beispiel, das die Bewohner Grönlands davon überzeugen könnte, dass Trumps Administration ihre Identität respektieren wird.

Doch dann gibt es noch einen anderen Weg, über den man in Washington nachdenkt: der Tausch Grönlands gegen die Ukraine. Das bedeutet, dass europäische Länder, einschließlich Dänemarks selbst, einer Übergabe der Kontrolle über Grönland an die Vereinigten Staaten zustimmen. Im Gegenzug garantieren die Vereinigten Staaten der Ukraine solche Möglichkeiten, die einen Angriff der Russischen Föderation auf dieses Land unmöglich machen würden.

Doch die Idee, die Kontrolle über Grönland gegen Sicherheitsgarantien für die Ukraine einzutauschen, wirkt theoretisch – schon allein deshalb, weil der Präsident der Vereinigten Staaten derzeit keinerlei reale Möglichkeiten hat, den Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin zu zwingen, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden.

Sowohl amerikanische als auch europäische Politiker erklären, dass Sicherheitsgarantien nur dann in Kraft treten können, wenn es gelingt, ein echtes Friedensabkommen und einen Waffenstillstand in der Ukraine zu erreichen. Die heutige Taktik des Kremls besteht jedoch darin, die Friedensverhandlungen hinauszuzögern und diese Diplomatie zu nutzen, um den Krieg gegen die Ukraine fortzusetzen und letztlich den Nachbarstaat zu zerstören – was weiterhin ein zentrales politisches Ziel von Präsident Wladimir Putin bleibt.

Es ist außerdem unklar, ob Donald Trump tatsächlich Einfluss auf die Position des russischen Präsidenten nehmen kann und welche Sicherheitsgarantien er der Ukraine geben könnte, damit die europäischen Länder sicher sein können, dass Putin selbst im Falle eines theoretischen Waffenstillstands in den kommenden Monaten oder Jahren nicht erneut versuchen wird, die Aggression gegen das Nachbarland aufzunehmen – etwa dann, wenn Russland wieder genügend militärisches Potenzial aufgebaut hat, oder zum Beispiel dann, wenn Donald Trump das Oval Office verlassen hat, was bereits in einigen Jahren geschehen wird.

Daher bleibt auch die Ukraine-Frage höchst problematisch, wenn wir über die Versuche Trumps sprechen, die Kontrolle über Grönland zu erlangen und irgendeine Form eines Deals mit den Europäern zu finden.

Und dann bleibt der letzte, äußerst gefährliche Faktor: die Eroberung Grönlands. Es ist klar, dass dies für die Vereinigten Staaten kein ernsthaftes Problem darstellen würde. Die geringe Bevölkerungszahl Grönlands, die Präsenz einer amerikanischen Militärbasis auf der Insel und die offensichtliche Unbereitschaft der europäischen Staaten, gegen die USA zu kämpfen, könnten die Übernahme der Kontrolle über Grönland zu einem leichten Spaziergang für das amerikanische Militär machen.

Gleichzeitig hätte ein solcher Schritt die Folgen eines echten politischen Erdbebens. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erklärt völlig zu Recht, dass dies das Ende der NATO bedeuten würde.

Denn ein Land, das eigentlich Dänemark vor äußeren Bedrohungen schützen soll, würde selbst zum Aggressor gegen seinen Verbündeten werden. Das wäre etwas Ähnliches, aber in weit größerem Maßstab, als das, was 2014 auf der Krim geschah. Russland, ein Garant der Sicherheit der Ukraine gemäß dem Budapester Memorandum, verletzte selbst die Souveränität der Ukraine und gliederte einen Teil des Territoriums des Nachbarstaates ein – ohne Rücksicht auf das Völkerrecht oder auf sein eigenes nationales Recht.

Sollten die Vereinigten Staaten einen solchen Schritt unternehmen, würde dies unweigerlich sowohl den Nordatlantikpakt als auch die Europäer selbst spalten. Denn es besteht kein Zweifel, dass ein Teil der europäischen Führung Donald Trump in seinen expansionistischen Bestrebungen unterstützen würde, während der größere Teil der Europäer sich mit Dänemark solidarisieren würde, da man versteht, dass die Zustimmung zu solchen Handlungen des amerikanischen Präsidenten zur Entstehung zweier imperialistischer Machtzentren auf dem europäischen Kontinent führen würde – in Washington und in Moskau – und sogar eine Zusammenarbeit zwischen Donald Trump und Wladimir Putin zur Zerstörung der bestehenden Weltordnung und zu deren Ersetzung durch einen imperialistischen Diktatfrieden unter möglichem Einsatz jeglicher Waffen nicht ausschließt.

Vorerst ist es jedoch noch zu früh, um zu behaupten, dass man im Weißen Haus bereits zu der Idee einer Eroberung Grönlands gelangt ist. Man muss abwarten, wie sich die Ereignisse entwickeln. Und ob Donald Trump nicht vielleicht schon in den kommenden Monaten die Bedeutung der vollständigen Kontrolle über Grönland wieder vergisst.

Im Moment können wir lediglich feststellen, dass die Vereinigten Staaten auch andere Optionen ausprobieren könnten: den Prozess eines Unabhängigkeitsreferendums in Grönland zu beschleunigen, den politischen Weg eines Anschlusses an die USA zu suchen oder nach Formeln für einen Tausch der Kontrolle über Grönland gegen Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu suchen. Wenn sich dies lange genug hinzieht, kann man sogar annehmen, dass in dieser Zeit die Präsidentschaft Donald Trumps endet und wir einen neuen amerikanischen Präsidenten erleben, der vorsichtiger mit der Frage Grönlands und mit den Formen einer verstärkten amerikanischen Präsenz auf der Insel umgehen wird.

Das Einzige, was man wirklich sagen muss, ist, dass die Präsenz und sogar die Verstärkung der militärischen Präsenz der Vereinigten Staaten in der Arktis tatsächlich sowohl den nationalen Interessen Amerikas als auch den nationalen Interessen Dänemarks und der Grönländer selbst entspricht. Nur ist es keineswegs notwendig, dass diese Präsenz in der Form militärischen Drucks, einer Eroberung oder gar einer gewaltsamen Eingliederung Grönlands in die Vereinigten Staaten erfolgt.


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Titel des Originals: рамп меняет Гренландию на Украину | Виталий Портников. 08.01.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 08.01.2026.
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Neue höllische Sanktionen von Trump | Vitaly Portnikov. 08.01.2025.

Senator Lindsey Graham erklärte nach seinem Treffen mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump, dass der amerikanische Präsident der Möglichkeit zugestimmt habe, ein überparteiliches Gesetzesprojekt zu verabschieden, das Lindsey Graham in den letzten Monaten vorangetrieben hatte.

Dieses Gesetzesprojekt sieht bekanntlich neue Sanktionen gegen Russland sowie gegen die Energiesponsoren dieses Staates vor. Damit wird es möglich, Zölle von bis zu 500 Prozent gegen Länder zu verhängen, die weiterhin russisches Öl kaufen. Somit erhält der Präsident der Vereinigten Staaten im Falle der Verabschiedung dieses Gesetzes ein zusätzliches Instrument, um Druck auf Länder wie China, Indien und Brasilien auszuüben.

Natürlich ist es schwer vorstellbar, dass Donald Trump diese Möglichkeiten sofort nutzen wird, doch sie werden zu einem ernsthaften Druckmittel. Wir haben bereits gesehen, dass nach der Einführung von US-Sanktionen gegen die russischen Ölriesen Rosneft und Lukoil eine reale Möglichkeit entstanden ist, die Mengen russischen Öls zu verringern, die von den größten Raffinerien Chinas und Indiens gekauft werden.

Russisches Öl fließt weiterhin auf die chinesischen und indischen Märkte, jedoch nicht mehr in denselben Mengen. Und es wird von Unternehmen gekauft, die sich das Risiko leisten können, weil sie keine großen Handelsvolumina mit der Außenwelt haben. Das ist also bereits eine völlig andere Struktur. Und keineswegs zufällig berichtete Rosneft schon vor der Einführung der neuen amerikanischen Sanktionen über einen Rückgang seiner Gewinne um ganze 70 Prozent.

Wenn das neue amerikanische Gesetz verabschiedet wird, wird dies einen zusätzlichen Anreiz nicht einmal für die Regierungen, sondern vor allem für die Raffinerien darstellen, nach Alternativen zum russischen Öl zu suchen, um nicht in eine Situation zu geraten, in der amerikanische Sanktionen die Arbeit eines großen Konzerns blockieren.

Und selbst Führer wie der Vorsitzende der Volksrepublik China Xi Jinping und der indische Premierminister Narendra Modi werden diese Gefahr berücksichtigen müssen. Man kann daher mit Sicherheit feststellen, dass im Falle der Verabschiedung dieses Gesetzes bereits in den nächsten Wochen – genau davon spricht Senator Lindsey Graham – die Möglichkeiten Russlands, Öl auf den Weltmarkt zu liefern, erheblich eingeschränkt werden.

Dies bedeutet auch, dass Donald Trump weiterhin der Ansicht ist, dass gerade der russische Präsident Putin keinen Kompromiss zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges finden will. Wir befinden uns damit in einer Situation, in der einerseits der Friedensprozess, der in den letzten Wochen im Grunde durch den von den Russen vorgeschlagenen Friedensplan initiiert wurde, weiterläuft, der Kreml jedoch eines der Hauptziele dieser Verhandlungsimitation nicht erreichen kann – nämlich neue Sanktionen gegen die Russische Föderation zu verhindern.

Ich erinnere euch, Freunde, daran, dass die Veröffentlichung des 28-Punkte-Entwurfs des Friedensplans in der amerikanischen Ausgabe von Axios genau am Vorabend der wahrscheinlichen Umsetzung amerikanischer Sanktionen gegen Rosneft und Lukoil erschien. Viele glauben, dass der Initiator dieser Veröffentlichung der Sonderbeauftragte des russischen Präsidenten Kirill Dmitriev war. Denn gerade er war zusammen mit dem Berater des russischen Präsidenten Yuri Ushakov der Autor der Friedensvorschläge, die den Sondergesandten des US-Präsidenten Steve Witkoff und Jared Kushner unterbreitet wurden.

Als die Russen ihren Friedensplan vorschlugen und seine Punkte in den amerikanischen Medien veröffentlichten, hofften sie offensichtlich, dass der Präsident der Vereinigten Staaten von der Umsetzung der Sanktionen gegen Rosneft und Lukoil absehen würde. Doch das geschah nicht. Und das war die erste ernsthafte Niederlage von Putins Taktik in diesem pseudofriedlichen Prozess.

Nun ist eine neue Situation entstanden: Putin erzählt dem amerikanischen Präsidenten nach den Gesprächen Donald Trumps mit Volodymyr Zelensky von einem angeblichen Beschuss seiner Residenz in Waldai, um auf diese Weise den Friedensprozess zu bremsen. Doch in Wirklichkeit informieren die amerikanischen Geheimdienste den Präsidenten darüber, dass der russische Machthaber ihn einfach belogen hat. Trump bestätigt diesen Umstand im Gespräch mit Journalisten.

Es wird klar, dass gerade Russland den Friedensprozess blockiert, und Trump greift zu neuem Druck auf die Russische Föderation. Nach der Festsetzung eines Tankers unter russischer Flagge findet ein Treffen zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten und Senator Lindsey Graham statt, und Trump stimmt der Verabschiedung eines Gesetzes zu, das ihm weitreichende Befugnisse gibt, Druck auf die Energiesponsoren der Russischen Föderation auszuüben und zugleich die Möglichkeiten Russlands selbst zum Verkauf von Öl erheblich einzuschränken.

Damit wird Putin sich in jedem Fall über die weitere Taktik seines Dialogs mit der amerikanischen Regierung klarwerden müssen. Es wird völlig offensichtlich, dass die Idee des Bluffens nicht funktioniert, dass das Schema, nach dem die Russen weiter mit den Amerikanern über das Ende des russisch-ukrainischen Krieges verhandeln und Trump – um Putin nicht zu verschrecken – auf neue Sanktionen gegen Russland verzichten würde, nicht funktioniert. Trump überzeugt sich davon, dass das einzige wirkliche Instrument in diesem Friedensprozess der wirtschaftliche Druck auf den russischen Präsidenten und die Zerstörung der russischen Energie-möglichkeiten ist.

Der einzige bedingte „Erfolg“, der für Putin in dieser Imitation eines Friedensprozesses von Bedeutung war, ist die Weigerung der Europäer unter amerikanischem Druck, der Ukraine die eingefrorenen russischen Vermögenswerte zu übergeben. Gleichzeitig aber haben die Mitgliedstaaten der Europäischen Union der Ukraine 90 Milliarden Dollar für die nächsten zwei Jahre zur Verfügung gestellt, was die Möglichkeit schafft, dass die ukrainische Wirtschaft selbst unter russischen Angriffen überlebt.

Dabei ist die Geschichte mit den russischen Vermögenswerten noch nicht abgeschlossen, denn die Europäer haben der Ukraine dieses Geld als reparationsgebundenen Kredit gegeben – also damit die Ukraine dieses Geld zurückzahlt, wenn Russland Reparationen an uns zahlt. Und wenn Russland diese Reparationen nicht zahlen wird – und ihr versteht sehr gut, dass genau das geschehen wird – dann erhalten die Europäer eine zusätzliche Möglichkeit, sich ihr Geld gerade aus den russischen Vermögenswerten zu holen, die nun auf unbestimmte Zeit in der Europäischen Union blockiert sind. Somit ist auch dies ein ziemlich bedingter und vorübergehender „Erfolg“, und vor dem Hintergrund der neuen harten Absichten der Amerikaner wird der russische Präsident seine Taktik der Lüge wohl doch überdenken müssen.


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Titel des Originals: Нові пекельні санкції Трампа | Віталій Портников. 08.01.2025.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 08.01.2025.
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Trump spuckte auf die russische Flagge | Vitaly Portnikov. 07.01.2026.

In den Vereinigten Staaten wurde die Festnahme des Tankers Bela-1 gemeldet, der mit dem Transport venezolanischen und iranischen Öls in Verbindung steht. Das Unternehmen, dem der Tanker offiziell gehört, stand bereits unter der vorherigen Regierung von Präsident Joseph Biden im Verdacht, Verbindungen zum Korps der Wächter der Islamischen Revolution zu haben und Öl sowie andere Fracht zugunsten dieser wichtigsten Struktur des iranischen Regimes zu transportieren, die in den Vereinigten Staaten als terroristisch eingestuft wird.

Später hieß es, dass der Tanker auch venezolanisches Öl transportiere. Zum Zeitpunkt seiner Festsetzung war er jedoch leer, ohne Ladung. Ein entsprechender Haftbefehl für den unter Sanktionen stehenden Tanker wurde von einem amerikanischen Gericht erlassen. Nachdem dies geschehen war, registrierte sich der Tanker, der bis dahin unter der Flagge Guyanas gefahren war, als russisches Schiff um und wechselte sogar die Flagge auf die der Russischen Föderation.

Damit können wir davon sprechen, dass die Kräfte des US-Heimatschutzministeriums in Zusammenarbeit mit den Kräften des US-Kriegsministeriums erstmals seit sehr vielen Jahren einen Tanker unter der Flagge der Russischen Föderation beschlagnahmt haben. Einen Tanker, über dessen Zugehörigkeit auch im russischen Außenministerium gesprochen wurde, wo man eine entsprechende Erklärung abgab und betonte, dass man in Moskau diese erhöhte Aufmerksamkeit für einen Tanker, der sich nach den Normen des internationalen Rechts in internationalen Gewässern befinde, nicht verstehe.

Diese Erklärungen befriedigten die Vereinigten Staaten jedoch nicht. Dort wird nun betont, dass die Festsetzung des Tankers im Einklang mit der Politik von Präsident Donald Trump erfolgt sei, der es nicht zulässt, dass sanktionierte Schiffe sich in der westlichen Hemisphäre aufhalten.

So kann die Festnahme des Tankers einerseits als Echo der jüngsten US-Operation in Venezuela und der Festnahme des Präsidenten dieses Landes, Nicolás Maduro, gesehen werden, der bereits vor der amerikanischen Justiz steht. Andererseits verändert sie natürlich die Atmosphäre der Beziehungen zwischen der Russischen Föderation und den Vereinigten Staaten.

Zunächst zeigt Trump Putin, dass sein Verbündeter einer Festnahme durch amerikanische Spezialkräfte nicht entgehen kann, selbst nachdem er offiziell sowohl in Moskau als auch in Peking unterstützt wurde. Und danach nehmen dieselben amerikanischen Spezialkräfte, nur aus anderen Behörden, einen Tanker fest, den Moskau als russisch erklärt hat.

Wenn man ganz realistisch ist, dann ist dieser Tanker auch russisch. Als er unter der Flagge Guyanas fuhr, war das nur eine typische Illustration seiner Zugehörigkeit zur sogenannten Schattenflotte der Russischen Föderation, die den Energiehandel Moskaus unter Umgehung westlicher Sanktionen sicherstellt.

Und wie wir sehen, wird derselbe Mechanismus auch von anderen sanktionierten Ländern wie Iran und Venezuela genutzt. Wir sehen, dass es sich dabei um eine Art energetische Internationale von Staaten handelt, die gegen die Vereinigten Staaten ausgerichtet sind. Der Tanker kann unter russischer Flagge fahren, aber für Teheran und Caracas notwendige Ladungen transportieren.

Natürlich fragen sich jetzt viele, wie Moskau auf die Festnahme dieses Tankers reagieren wird. Wir sehen, dass Präsident Putin es sehr ungern mit Trump verderben möchte, denn ein permanenter Verhandlungsprozess mit den Amerikanern entspricht seiner Politik des Hinauszögerns, um den russisch-ukrainischen Krieg fortzusetzen. Gleichzeitig nutzt Putin diese Verhandlungen mit den Amerikanern, um neue harte Sanktionen der Vereinigten Staaten gegen die Russische Föderation zu verhindern.

Wenn die russische Regierung jetzt aber überhaupt nicht auf die Festnahme des Tankers reagiert, der eigens unter russische Jurisdiktion umregistriert wurde, wird dies natürlich die ganze Schwäche Putins und die Begrenztheit seiner Möglichkeiten im Vergleich zu den Absichten und Möglichkeiten des amerikanischen Präsidenten illustrieren. Man kann sagen, dass es wieder einmal nicht funktioniert hat, denn der sogenannte Friedensplan wurde von Putins außenpolitischem Berater Juri Uschakow und seinem Sonderbeauftragten Kirill Dmitrijew nicht nur eingebracht, um einen neuen Verhandlungszyklus zu starten, sondern auch, um Sanktionen gegen die größten russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil zu verhindern.

Doch Trump hat sich trotz seiner Bereitschaft zu Verhandlungen mit dem Kreml nicht von der Umsetzung dieser Sanktionen abhalten lassen. Und das in einer Situation, in der sowohl Rosneft als auch Lukoil bereits vor den neuen US-Sanktionen erhebliche Verluste erlitten hatten. Und inzwischen werden sie, wie auch der andere Energieriese Russlands, Gazprom, faktisch aus dem russischen Staatshaushalt subventioniert.

Nun ist eine neue Situation entstanden, die von einer Fehlkalkulation und vom Unverständnis des Kremls gegenüber der Unberechenbarkeit des amerikanischen Präsidenten zeugt. Offensichtlich war die Entscheidung in Moskau, die Flagge des sanktionierten Tankers umzufärben, ein klares Signal an die Vereinigten Staaten: Rührt kein russisches Schiff an, sonst verschlechtern sich die Beziehungen zwischen Washington und Moskau.

Und vermutlich hoffte man nach dieser Umflagung und Ummeldung in Moskau, dass die amerikanischen Spezialdienste den Tanker in Ruhe lassen würden und er künftig neue spezielle Aufgaben der russischen Geheimdienste erfüllen könne, in Zusammenarbeit sowohl mit dem venezolanischen als auch mit dem iranischen Regime. Doch das ist nicht geschehen. In Washington nahm niemand die Moskauer Entscheidung ernst, den Tanker umzuflaggen. Seine Festsetzung geschah buchstäblich vor den Augen der ganzen Welt.

Das stellte den Kreml vor ein schwieriges Dilemma. Man kann nicht reagieren und damit erneut die Priorität der russischen Politik und den Wunsch demonstrieren, sich mit Trump nicht zu streiten – selbst in einer Situation, in der der amerikanische Präsident auf seine russischen Gesprächspartner keine Rücksicht nimmt und ihre Manöver ignoriert. Oder man kann hart reagieren, was zunächst eine Änderung der diplomatischen Rhetorik bedeuten würde.

Nun wird man abwarten müssen, mit welcher Erklärung das russische Außenministerium auftritt, und zweitens, ob nach möglichen Vergeltungsschlägen gegen amerikanische Wirtschaftsinteressen gesucht wird. Dabei muss man gleich sagen, dass Putins Möglichkeiten begrenzt sind: Nicht die Vereinigten Staaten stehen unter russischen Sanktionen, sondern Russland unter amerikanischen. Und nicht die Vereinigten Staaten fürchten neue wirtschaftliche Schläge aus Russland, sondern Russland möchte neue amerikanische Schläge verhindern.

Man kann sich jedoch Elemente eines hybriden Krieges vorstellen, die Moskau immer einsetzt, um zu zeigen, dass man mit Putin rechnen müsse – etwa das Auftauchen unbekannter Drohnen über amerikanischen Militäranlagen in Europa oder die Veröffentlichung kompromittierender Materialien, die dem Weißen Haus missfallen könnten.

Am wahrscheinlichsten ist jedoch ein Szenario, in dem man sich in Moskau zumindest in der ersten Phase dieses Konflikts einer harten Reaktion enthält und die Festsetzung des Tankers unter russischer Flagge durch amerikanische Spezialdienste und Militär schluckt.

Und das wird erneut illustrieren, dass Putin trotz all der Verbrechen, die seine Armee in der Ukraine begeht, in Bezug auf Einfluss und Möglichkeiten nicht wirklich mit den Vereinigten Staaten konkurrieren kann – zumindest wenn es um die geopolitische Rolle geht.

Putins Verbündete sind gezwungen, entweder aus ihren Ländern zu fliehen oder vor amerikanischen Gerichten zu erscheinen. Und der russische Präsident kann nichts tun, um ihnen zu helfen, an der Macht zu bleiben. Und russische Tanker werden von den Amerikanern festgesetzt, als wäre Russland eine Bananenrepublik und nicht die Supermacht, als die Putin sein Land sieht. Offensichtlich wird Putin in dieser Situation tatsächlich gezwungen sein, ein politisches „Bananenmenü“ zu wählen.


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Titel des Originals: Трамп плюнув на прапор Росії | Віталій Портников. 07.01.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 07.01.2026.
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Putin verliert Venezuela. Vitaly Portnikov. 06.01.2025.

Nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro fordert die Regierung von Donald Trump von der amtierenden Staatschefin Venezuelas, Delcy Rodríguez, die Ausweisung kubanischer, iranischer und anderer Agenten von Staaten, die den Vereinigten Staaten feindlich gegenüberstehen, sowie die Beendigung des Verkaufs venezolanischen Öls an Gegner Amerikas.

Für die Volksrepublik China, die der wichtigste Abnehmer venezolanischen Öls ist, dürfte diese Forderung Washingtons kaum eine ernsthafte Belastung darstellen. Venezolanisches Öl macht nur einen unbedeutenden Teil der gesamten Ölimporte der Volksrepublik China aus. Ich würde die Käufe venezolanischen Öls durch China eher als eine Geste der Unterstützung des Regimes von Nicolás Maduro durch die Volksrepublik China betrachten – natürlich im Austausch gegen politische Loyalität, die sich ein neues venezolanisches Regime, falls es nach dem Zusammenbruch des Chavismus gebildet würde, kaum leisten könnte.

Ganz anders ist die Lage für die Russische Föderation, deren Führung plante, die Einnahmen aus dem venezolanischen Öl auch weiterhin mit der Führung dieses Landes zu teilen. Hier geht es nicht mehr um Unterstützung an sich, sondern um gegenseitigen Nutzen. Denn der russische Staatskonzern Rosneft, der vom engsten Vertrauten Wladimir Putins, Igor Setschin, geleitet wird, hat in die Erschließung venezolanischer Ölfelder investiert und rechnete daher mit Gewinnen aus der Förderung venezolanischen Öls. In einer Situation, in der Rosneft selbst unter Sanktionen der Vereinigten Staaten steht und gezwungen ist, Wege zu suchen, diese zu umgehen, könnten Einnahmen aus venezolanischem Öl – selbstverständlich ebenfalls illegal – zu einer wichtigen Stütze für das Imperium Igor Setschins werden.

Doch nun wird das offenbar nicht geschehen. Die Trump-Regierung wird von der venezolanischen Führung verlangen, die Ölvermögenswerte an amerikanische Unternehmen zurückzugeben, die ihre Positionen auf dem venezolanischen Markt nach der Machtübernahme der Regime von Hugo Chávez und Nicolás Maduro verloren haben.

Überhaupt ist es recht interessant zu sehen, dass der gesamte russische staatliche Ölkapitalismus auf Diebstahl beruht. Das Unternehmen Rosneft entstand, nachdem Wladimir Putin zusammen mit seinen Vertrauten dem Unternehmen Jukos von Michail Chodorkowski weggenommen hatte. Danach wurden die Kapazitäten dieses Privatunternehmens zwischen dem Staat und den dem Putin-Regime loyalen Oligarchen aufgeteilt. Und Igor Setschin, der viele Jahre für Wladimir Putin gearbeitet hatte, wurde plötzlich zu einem der mächtigsten und reichsten Manager des Staates. Obwohl weder Setschin noch seine Vertrauten, die an die Spitze von Rosneft gelangten, irgendwelche realen Anstrengungen zum Aufbau der Ölindustrie in der Russischen Föderation unternommen hatten.

In der Folge führte der Kreml ein ganz ähnliches Experiment auch in Venezuela durch. Denn wir verstehen sehr gut, dass Rosneft gerade in jene Ölindustrie investierte, die vom linkspopulistischen Regime Chávez’ und Maduros den amerikanischen Ölkonzernen weggenommen worden war – und die übrigens auch heruntergewirtschaftet wurde. Genauso wie übrigens in der Russischen Föderation selbst von einer intensiven Entwicklung der Ölindustrie keine Rede sein kann.

Um zu verstehen, wie man diese Branche wirklich entwickelt, braucht man sowohl Kompetenz – die, wie wir wissen, Igor Setschin und dem Apparat des Staatskonzerns fehlt – als auch das Fehlen westlicher Sanktionen, die an sich schon die Entwicklung der Ölindustrie bremsen. Die Sanktionen gegen Rosneft und Lukoil wiederum zwingen diese russischen Unternehmen dazu, auf eine Ausweitung der Ölproduktion zu verzichten und sogar bereits bestehende Förderstätten zu schließen. Eine völlig vorhersehbare Lektion für jene, die glaubten, man könne Milliarden Dollar verdienen, indem man fremdes Eigentum stiehlt.

Für Russland geht es hier also nicht nur um eine geopolitische Niederlage, nicht nur um eine Demonstration der Trump-Regierung, dass Moskaus Verbündete nicht auf die politischen Möglichkeiten Wladimir Putins zählen können – denn der Hausherr des Kremls hat solche Möglichkeiten schlicht nicht. Genau deshalb unterscheidet sich das Schicksal von Nicolás Maduro, der in seiner eigenen Residenz in Caracas entführt wurde, kaum vom Schicksal des ehemaligen syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, der angesichts des raschen Zerfalls seines menschenfeindlichen repressiven Regimes nach Moskau fliehen musste.

Es gibt für Russland noch eine viel ernstere wirtschaftliche Dimension – auch wenn sie für Putin, der sich in wirtschaftlichen Realitäten wenig auskennt, vielleicht nicht so wichtig erscheint. Für den russischen Haushalt jedoch wird sie wichtig sein, ebenso wie für das Bewusstsein, dass Russland bald überhaupt keine zusätzlichen Möglichkeiten mehr haben wird, mit fremdem, gestohlenem Öl Geld zu verdienen.

Denn ein weiteres wichtiges Land für russische Investitionen – und übrigens ein weiteres Land, dem China durch Ölankäufe hilft – ist der Iran. Man kann von einer Art Achse der „Tankstellen“ sprechen, die die Volksrepublik China versorgen: Russland, Iran, Venezuela. Doch auch im Iran, wie wir sehen, finden Massenaufstände von Bürgern statt, die gegen die Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen und die tyrannische Politik des Ajatollah-Regimes protestieren. Und es ist durchaus möglich, dass selbst wenn es Teheran gelingen sollte, die Kontrolle über das Land zu behalten, dies der Entwicklung der iranischen Öl- und Raffinerieindustrie keineswegs helfen wird.

Russland bleibt also nur die Hoffnung auf die eigenen Ölkonzerne, deren Einnahmen schon vor der Einführung der jüngsten Trump-Sanktionen um etwa 70 Prozent gefallen sind. Und dieser Rückgang wird sich fortsetzen, je länger die Konfrontation des Putin-Regimes mit der zivilisierten Welt und der russische Krieg gegen die Ukraine andauern. Allerdings habe ich ernste Zweifel daran, dass Wladimir Putin in seinem gegenwärtigen politischen Zustand überhaupt in der Lage ist, aus dem Geschehen angemessene Schlussfolgerungen zu ziehen.


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Putin hat Trump belogen | Vitaly Portnikov. 05.12.2025.

Donald Trump hat persönlich bestätigt, dass er an keinen ukrainischen Angriff auf die Residenz des russischen Präsidenten Putin glaubt. Wie bekannt ist, tauchte die Information über einen solchen Angriff erstmals während eines Telefongesprächs zwischen Trump und Putin auf – kurz nach dem Treffen des Präsidenten der Vereinigten Staaten mit dem Präsidenten der Ukraine.

Man sollte daran erinnern, dass dieses Gespräch zwischen Trump und Putin für die Zeit unmittelbar nach diesem Treffen geplant war, damit Trump dem russischen Präsidenten die Ergebnisse seiner Gespräche mit Volodymyr Zelensky sowie jene gemeinsamen Vorschläge mitteilen konnte, die während ihres Treffens erarbeitet worden waren. Doch Putin lehnte zunächst ein neues Telefongespräch mit Trump ab, und einige Stunden später blufften die Russen mit einem angeblichen Beschuss der Residenz Putins, drohten, den Verhandlungsprozess zu verlassen, und ihre Position in den Verhandlungen zu ändern.

Trump, als er von Putin von dem Beschuss seiner Residenz hörte, wirkte wütend und warf der Ukraine vor, dass solche Handlungen unangebracht seien. Doch es stellte sich heraus, dass die Ukraine – wie man in Kyiv sofort mitteilte – nichts mit dieser russischen Erfindung zu tun hatte. Und Trump musste schließlich seinen eigenen Irrtum eingestehen.

In seinen Antworten auf Fragen von Journalisten betonte er, dass er über den Beschuss der Residenz zu einem Zeitpunkt gesprochen habe, als die Amerikaner überhaupt nichts darüber wussten, und er erwähnte natürlich nicht seine erste emotionale Reaktion, die von seiner Bereitschaft zeugt, selbst der absurdesten Lüge des russischen Präsidenten zu glauben. Dieses Mal jedoch war es eine Lüge, die leicht überprüft werden konnte, weil die Russen fieberhaft nach Möglichkeiten suchten, nicht mit dem amerikanischen Präsidenten über jene Vereinbarungen zu sprechen, die während der Verhandlungen in Washington erzielt worden waren. Und diese Geschichte mit dem Beschuss zeigt erneut, dass Putin bereit ist, zu jeglichen Maßnahmen zu greifen, nur um den konkreten Vorschlägen, die im Rahmen der amerikanisch-ukrainischen Konsultationen erarbeitet werden könnten, nicht antworten zu müssen.

Meiner Ansicht nach war die wichtigste Nachricht in der Meldung über den Beschuss von Putins Residenz – ich erinnere daran, dass zuerst der Berater des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, über das Telefongespräch zwischen Trump und Putin berichtete – die Aussage dieses russischen Beamten, dass die Vereinbarungen zwischen Trump und Zelensky nicht dazu beitragen würden, einen Kompromiss zu finden, der es erlauben würde, im Friedensprozess voranzukommen.

Genau das ist der Kern der Situation: Sobald die Russen sehen, dass Washington und Kyiv – oder Washington, die Ukraine und die europäischen Hauptstädte – ein gemeinsames Verständnis über die wichtigsten Fragen ihrer gemeinsamen Position im Friedensprozess erreichen und dass Moskau auf diese gemeinsame Position reagieren müsste, geschehen sofort Handlungen, die darauf abzielen, selbst jene Dekoration eines Friedensprozesses zu torpedieren, die vom russischen Präsidenten offenbar ausschließlich geschaffen wurde, um gegen neue Sanktionen gegen sein Land zu kämpfen und außerdem die Freigabe eingefrorener russischer Vermögenswerte für die Ukraine zu verhindern.

Und jetzt, da diese Vermögenswerte zwar auf europäischen Konten verblieben sind, die Länder der Europäischen Union jedoch zugleich zugestimmt haben, der Ukraine die notwendigen Gelder zur Verfügung zu stellen, damit unser Land in den kommenden Jahren des zermürbenden russisch-ukrainischen Krieges bestehen kann, könnte Putin überhaupt jedes Interesse selbst an einer dekorativen Beteiligung seiner Diplomaten an Konsultationen mit den Amerikanern verloren haben.

Gleichzeitig versteht er sehr gut, dass ein solch abrupter Ausstieg aus dem imitierten Verhandlungsprozess Trump beleidigen und damit die Möglichkeit für neue, noch ernstere Sanktionen gegen die Russische Föderation schaffen würde, die von den Vereinigten Staaten und den europäischen Verbündeten Washingtons vereinbart werden könnten. Und auch das möchte Putin verhindern. Neue Sanktionen, umso mehr nachdem Rosneft und Lukoil von einem rekordverdächtigen Gewinneinbruch berichten, braucht er nicht.

So sucht der Präsident der Russischen Föderation nach Möglichkeiten, den Friedensprozess zu bremsen, aber so, dass die Schuld dafür nicht im Kreml, sondern in der Bankowa-Straße liegt. Und aus dieser Situation entstand Putins primitive Lüge. So primitiv, dass Trump gezwungen war, diese Lüge wenige Tage später einzugestehen, nachdem er die Ukraine emotional wegen des von Putin erfundenen Beschusses seiner Residenz in Waldai getadelt hatte.

Und das ist im Grunde ein uns gut bekannter Stil russischer Provokateure aus dem FSB. Ich erinnere daran, dass Putin mit einer sehr ähnlichen Provokation an die Macht kam – im Zusammenhang mit den Sprengungen von Wohnhäusern in Moskau und anderen russischen Städten. Diese Explosionen, bei denen Zivilisten starben, könnten offensichtlich von dem Föderalen Sicherheitsdienst Russlands unter der Führung von Putins loyalem Mitstreiter Nikolai Patruschew inszeniert worden sein. Ziel dieser Provokation war es erstens, Putins Popularität als Mann der starken Hand zu demonstrieren, der in der Lage ist, den Krieg im Kaukasus zu beenden, und zweitens die Handlungen der russischen Führung an der tschetschenischen Front zu rechtfertigen.

Denn genau zu dieser Zeit fanden die Teppichbombardierungen von Grosny und anderen Städten auf dem Gebiet der Tschetschenischen Republik statt. Man kann sagen, dass die Hauptstadt Tschetscheniens durch barbarische russische Bombardierungen buchstäblich zerstört wurde – unter der Gleichgültigkeit der russischen öffentlichen Meinung. Doch diese Gleichgültigkeit wurde gerade zu einem gewissen Grad durch jene Provokationen gewährleistet, die von russischen Tschekisten organisiert worden waren.

Und nun, genau wie während jener tragischen Ereignisse, die Putin halfen, nicht nur Präsident, sondern ein ewiger Herrscher der Russischen Föderation zu werden, hat Moskau beschlossen, ein ähnliches Spiel mit Donald Trump und den Vereinigten Staaten zu spielen. Was umso erstaunlicher ist in unserer Zeit, in der jegliche Geheimdienste leicht jede derart sensible Information überprüfen und feststellen können, wo es tatsächlich echte Beschüsse gab und wo man von solchen realen Angriffen nicht einmal zu sprechen braucht.

Es gibt genügend Quellen, die zeigen könnten, in welchem Maße die Informationen, die Putin Trump übermittelt hat, der Realität entsprechen. Interessant ist, dass Putin sich nicht einmal die Mühe gemacht hat, diesen Informationen irgendeine Glaubwürdigkeit zu verleihen, denn für ihn war im entscheidenden Moment nur eines wichtig: nicht mit Trump über das zu sprechen, was in den Gesprächen mit Volodymyr Zelensky erreicht worden war.

Und hier ist das Wichtigste, was der amerikanische Präsident als Nächstes tun wird. Wird er bereit sein, stärkeren Druck auf seinen russischen Kollegen auszuüben? Und natürlich wird entscheidend sein, inwieweit Putin bereit ist, die Imitation eines Friedensprozesses weiter aufrechtzuerhalten, nachdem er scharfe Vorwürfe von Donald Trump gehört hat und nachdem der amerikanische Präsident faktisch eingeräumt hat, dass sein russischer Kollege ihn während des Telefonats – wie es auf der Lubjanka üblich ist – dreist angelogen hat.


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Titel des Originals: Путін збрехав Трампу | Віталій Портников. 05.12.2025.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 05.12.2025.
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Eine neue Herausforderung für Trump | Vitaly Portnikov. 04.01.2026.

Schwer bewaffnete amerikanische Soldaten fahren den Präsidenten Venezuelas, Nicolás Maduro, durch die Straßen von New York. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, droht der venezolanischen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez, die nun die Funktionen des Staatsoberhaupts ausübt, und betont, dass sie, falls sie nicht mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten sollte, ein Schicksal erwarte, das schlimmer sei als das von Maduro. Mit denselben Drohungen tritt auch der Außenminister der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, auf, der als einer der wichtigsten Initiatoren der Operation gilt, die die Amerikaner in diesen Tagen in Venezuela durchgeführt haben.

Unterdessen zeigt die neue Präsidentin Venezuelas überhaupt keine Bereitschaft, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten. Der venezolanische Verteidigungsminister Vladimir Padrino López erklärt im Namen der Armee Protest gegen das, was er die Entführung des venezolanischen Präsidenten nennt. Auf den Straßen Venezuelas sieht man keine Demonstranten, die die Entführung Nicolás Maduros unterstützen oder ihre Solidarität mit der Opposition bekunden würden, die – wie bekannt – erst kürzlich, im Jahr 2024, die Präsidentschaftswahlen des Landes tatsächlich gewonnen hatte.

Damit lässt sich feststellen, dass das von Maduros Vorgänger Hugo Chávez geschaffene Regime weiterhin die Lage in Venezuela kontrolliert und damit auch die Erdölindustrie dieses lateinamerikanischen Landes.

So wird es mit jeder Stunde nach der amerikanischen Spezialoperation immer unklarer, was Donald Trump tatsächlich erreichen wollte. Wenn es ausschließlich um eine gezielte Spezialoperation zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten ging, der nicht bereit war, mit Donald Trump zu verhandeln, dann kann man von einem Erfolg dieser Operation sprechen – davon, dass ihr propagandistischer Effekt erreicht wurde und sich weiterhin so entfaltet, wie es Donald Trump gefällt.

Wenn man jedoch von realen geopolitischen Ergebnissen spricht, sehen wir bislang nichts, was darauf hindeutet, dass sich in Venezuela die Machtverhältnisse ändern oder dass das Regime, das das Land zu Chávez’ Zeiten regierte und unter Maduro weiterregierte und auch jetzt noch an der Macht ist, seine Politik ändern oder mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten will.

Kann man reale Möglichkeiten für eine solche Zusammenarbeit schaffen? Natürlich kann man das. Aber dafür wäre eine ernsthafte Bodenoperation erforderlich – nicht durch Spezialkräfte, sondern durch reguläre amerikanische Truppen.

Wie bekannt, widerspricht ein solcher Ansatz der politischen Philosophie Donald Trumps. Er ist bereit zu drohen und bereit, konkrete, kurze Spezialoperationen durchzuführen – etwa Schläge gegen iranische Nuklearanlagen oder den Angriff auf die Residenz Nicolás Maduros. Aber bislang wirkt der amerikanische Präsident nicht wie jemand, der bereit ist, einen großen Krieg mit einer großen Zahl amerikanischer Gefallener zu beginnen. Und sollte es dazu kommen, könnte man sagen, dass dies bereits ein ganz anderer Trump wäre, der – meiner Ansicht nach – sehr weit von seinem traditionellen Wählerklientel entfernt wäre.

Denn man muss daran erinnern, dass die Anhänger jener konservativen, isolationistischen Amerika-Vorstellung, die Donald Trump gewählt haben, vor allem darauf hofften, dass die Beteiligung der Vereinigten Staaten an weltweiten Konflikten minimiert würde. Und Donald Trump, der der Ukraine faktisch finanzielle und militärische Unterstützung verweigert, brüstet sich vor seinen Wählern damit, dass Amerika nun keinen einzigen Dollar mehr für die Unterstützung des Opfers der russischen Aggression ausgebe.

Im Fall eines Krieges mit Venezuela zur Ablösung des dortigen Regimes ginge es jedoch nicht nur um Dollar – von denen ebenfalls sehr viele ausgegeben werden müssten –, sondern auch um den Tod amerikanischer Soldaten. Das würde natürlich einen schweren Konflikt zwischen Donald Trump und seiner politischen Basis hervorrufen.

Vielleicht hatte der amerikanische Präsident gehofft, dass die venezolanischen Führer einfach Angst bekommen würden angesichts der meisterhaften Art und Weise, mit der amerikanische Spezialkräfte das Staatsoberhaupt eines Landes entführen können. Doch man sollte nicht vergessen, dass wir es hier mit einem ideologischen Regime zu tun haben – mit Menschen, die mit links-populistischen Parolen an die Macht kamen und ihr Land gerade deshalb in einen der größten Verlierer Lateinamerikas verwandelt haben.

Für solche Menschen bedeutet eine Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten vor allem den Zusammenbruch ihrer ideologischen Grundlage und den Verlust der Unterstützung durch jene, die noch Anhänger des Chavismus sind. Für diese Leute würde ein Überlaufen auf die Seite der Interessen der Vereinigten Staaten und ein Verrat an ihren Gönnern in Moskau und Peking bedeuten, ihre Macht viel früher zu verlieren, als wenn die venezolanische Führung weiterhin ihre sogenannte antiimperialistische Rhetorik pflegt.

So steht Donald Trump nun vor einer schwierigen Wahl. Entweder er erkennt an, dass die Vereinigten Staaten keine reale Kontrolle über Venezuela herstellen können und dass dafür ein echter Krieg mit ungewissem Ausgang nötig wäre – denn das wäre dann keine kurze Spezialoperation, sondern ein langer Kampf gegen die venezolanische Armee mit anschließendem Chaos im Land. Schließlich war es niemand anderes als Donald Trump selbst, der einen solchen Verlauf der Ereignisse im Irak kritisiert hat.

Oder wird die Festnahme von Nicolás Maduro bei gleichzeitiger Beibehaltung der Macht seiner Gefolgsleute mit der Zeit als eine weitere propagandistische Kampagne Donald Trumps ohne reale Ergebnisse gelten. Das würde die Vereinigten Staaten in Lateinamerika keineswegs stärken, sondern zeigen, dass Donald Trump dort keine neuen geopolitischen Erfolge erzielen kann – schlicht, weil er den echten Krieg gegen autoritäre Regime fürchtet, das wirkliche Kräftemessen mit Putins Russland, dessen Führer Trump mit seinem nuklearen Potenzial erfolgreich erpresst und zugleich mit finanziellen Möglichkeiten lockt, den Konflikt mit der Volksrepublik China fürchtet und deshalb gezwungen ist, die hohen Zölle auf chinesische Waren wieder aufzuheben. Und vielleicht fürchtet er sogar einen echten Krieg mit Venezuela – damit seine Anhänger ihn nicht an die große Zahl amerikanischer Soldaten erinnern, die in einem solchen Krieg aus diesem lateinamerikanischen Land niemals zurückkehren würden.

Und die Ungewissheit, die nun nach der amerikanischen Spezialoperation die Welt beherrscht, spiegelt genau dieses Dilemma wider, vor dem Donald Trump jedes Mal stehen wird, wenn er zwischen Krieg und dem propagandistischen Effekt einer amerikanischen Spezialoperation wählen muss.


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Titel des Originals: Новий виклик Трампу | Віталій Портников. 04.01.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 04.01.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Chaos. Vitaly Portnikov. 04.01.2025.

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Alle Prognosen für 2026 stoßen unweigerlich an eine einfache Tatsache: Keine Prognosen funktionieren mehr – genauso wenig wie die Stromabschaltpläne nach den jüngsten russischen Bombardierungen. In diesem Sinn erinnert mich heute die ganze Welt an die Ukraine nach einem solchen Angriff: Kaum hat man es geschafft, etwas notdürftig zu reparieren und zu verstehen, wie man mit einem zerstörten System überleben kann, folgt schon der nächste Angriff – und erneut verschwindet jede Klarheit.

Russische Politiker waren während nahezu der gesamten Jahre des großen Krieges gegen die Ukraine darüber empört, dass man sie in einer ‚regelbasierten Welt‘ zu leben zwingen wollte. Und tatsächlich war die Menschheit nach dem Zweiten Weltkrieg – so seltsam es klingen mag – eine regelbasierte Welt und gerade deshalb eine berechenbare Welt. Die Einflussgrenzen der beiden verfeindeten Lager waren festgelegt, und es war klar, dass direkte Interventionen und Konfrontationen nur in den „grauen Zonen“ stattfinden konnten – genau deshalb tat der Westen nichts, um Ungarn oder die Tschechoslowakei zu retten, und die Sowjetunion konnte das Regime von Salvador Allende in Chile nicht vor einem Militärputsch bewahren. Es war klar, dass Ost und West Handelsmodelle finden konnten, aber in Wirtschaftssystemen lebten, die einander nicht direkt konkurrierten.

Nach der Niederlage des Kommunismus im „Kalten Krieg“ schien es, als habe ein Modell gesiegt – das demokratische und marktwirtschaftliche. Man glaubte, Russland werde Teil des Westens, und China werde sich dem Westen durch eine Veränderung seiner Wirtschaftsordnung annähern. Genau damals schrieb Francis Fukuyama seinen berühmten Text über das „Ende der Geschichte“ – obwohl in Wirklichkeit alles gerade erst begann.

Denn es entstand die Möglichkeit, die Regeln zu brechen.

Der Erste, der sie brach, war Putin – und er tat es ganz bewusst. Denn in der neuen ‚regelbasierten Welt‘ hätte das von den Geheimdiensten geprägte Russland seine zivilisatorische Niederlage eingestehen müssen, und ein Russland ohne diese Machtstrukturen – wäre es entstanden – hätte sich zwangsläufig in eine energiepolitische Peripherie des wohlhabenderen Westens verwandelt. Das gefiel weder Putin noch dem russischen Volk, das es gewohnt ist, in einer Dominanzlogik zu leben. Bis 2014 galt es als undenkbar, dass ein europäischer Staat einfach das Territorium eines anderen annektiert – egal, wie er es begründet. Heute ist das beinahe eine politische Norm, und die Möglichkeit, dass der russische Status der besetzten Gebiete nicht von irgendwem, sondern von den Vereinigten Staaten selbst anerkannt wird, wird bereits bei offiziellen Verhandlungen diskutiert.

Mit all dem hätte man irgendwie leben können, solange wir die Gewissheit hatten, dass die Demokratien dieses Unwesen eindämmen und Russland am Ende in einen zivilisierten Dialog und eine „regelbasierte Welt“ zurückzwingen würden. Diese Gewissheit bestand – bis Trump die Regeln brach. Und das ist eine Geschichte, die schlimmer ist als Putin.

Trump respektiert Regeln, würde ich sagen, noch weniger als Putin. Denn es ist eine Sache, wenn ein autoritärer Herrscher das Recht missachtet, der sogar seine eigene Verfassung umschreibt, um an der Macht zu bleiben – und eine ganz andere, wenn das der Präsident der führenden demokratischen Macht der Welt tut. Ein Trump, der Anspruch auf Grönland oder Kanada erhebt oder mit dem Rest des Planeten in der Sprache tarifärer Erpressung spricht, ist ein Mensch, der bewusst die Welt zerstören will, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden ist. Dazu kommt, dass er Chinas kommunistisches Regime – nicht Russland – als Hauptgegner Amerikas betrachtet. Doch an der Spitze dieses Chinas steht ebenfalls jemand, der bereits Regeln gebrochen hat – zumindest innenpolitische. Vor Xi Jinping war es unvorstellbar, dass ein Parteifunktionär das Prinzip der Führungsrotation zerstört, das als Grundlage der Stabilität der Volksrepublik galt. Xi Jinping hat es zerstört – und niemand kann garantieren, dass er nicht auch die außenpolitischen Regeln brechen wird, etwa den „kalten Frieden“ mit den USA um Taiwan.

Das Problem ist jedoch, dass dies in einer Welt ohne Regeln nicht vorhersehbar ist, weil jeder handelt, wie es ihm die jeweilige Lage erlaubt. Deshalb erstaunen mich die Gespräche über ein mögliches Friedensabkommen für die Ukraine. In einer Welt ohne Regeln ist kein Friedensvertrag das Papier wert, auf dem er geschrieben steht. Ja, der russische Krieg gegen die Ukraine kann eines Tages enden – aber nicht wegen Kompromissen, sondern weil dem Aggressor schlicht die Kraft ausgeht. Und das ist besser, als wenn der Krieg endet, weil das Opfer nicht mehr die Kraft zur Verteidigung hat.

So ist es überall. Trump hebt Zölle nicht auf, weil er sich mit jemandem einigt, sondern weil seine eigenen Entscheidungen der amerikanischen Wirtschaft und den Zustimmungswerten schaden. Xi greift Taiwan nicht an, nicht weil er den Inselstaat nicht mit Gewalt einverleiben will, sondern weil Peking Trumps Reaktion nicht berechnen kann. Und Trump selbst kann seine eigene Reaktion nicht berechnen – und genau das ist seine Stärke.

Wir leben in einer Welt, deren Führer nur noch Stärke verstehen und nur aus ihren eigenen Fehlern lernen – wenn sie überhaupt lernen. Das ist kein neuer Zustand der Menschheitsgeschichte. So war es schon oft: Die Unfähigkeit, nach Regeln zu leben, führte zu großen Kriegen, und erst auf den Trümmern einigten sich die Menschen wieder für eine gewisse Zeit darauf, wie man überleben kann, ohne erneut alles zu zerstören. Genau in dieser Vorkriegszeit leben wir jetzt.

Allerdings macht der Besitz von Atomwaffen durch die Hauptakteure einen großen Krieg fast unmöglich und zwingt sie dazu, ihre Konflikte in Stellvertreter- und Randkriegen auszutragen – einer davon ist durch Putins Ignoranz und Dogmatismus der russisch-ukrainische Krieg geworden. In solchen Auseinandersetzungen lässt sich jedoch kaum schnell entscheiden, wessen Werte dominieren und nach welchen Regeln man leben soll. Unsere nationale Aufgabe ist es, aus dieser Konfliktzone herauszukommen und ein untrennbarer Teil der demokratischen Welt zu werden. Das bedeutet aber nicht, dass es keine neuen Konflikte zwischen Marktdemokratien und Marktdiktaturen geben wird – oder dass wir nicht wieder im Zentrum eines solchen Konflikts landen können. Ganz zu schweigen davon, dass in der Welt von Trump, Putin und Xi auch „innere“ Konflikte möglich sind – zwischen Demokratien untereinander und zwischen Diktaturen. Trump hat das mit seinen Zöllen und imperialistischen Ansprüchen glänzend bewiesen.

Deshalb können Chaos in der großen Politik und der Verfall unserer Zivilisation mit ungleichmäßigen Ausbrüchen lokaler Kriege und wirtschaftlicher Konflikte noch sehr lange anhalten. Sehr lange.

Vielleicht das ganze 21. Jahrhundert.


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Titel des Originals: Хаос. Віталій Портников. 04.01.2025.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 04.01.2025.
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Plattform / Quelle: Zeitung
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Schlag gegen Venezuela: die Folgen 2| Vitaly Portnikov. 03.01.2026.

Wir werden versuchen, gemeinsam mit Ihnen die ersten Schlussfolgerungen aus dem Schlag der Vereinigten Staaten gegen Venezuela zu ziehen. Wir haben heute Morgen bereits darüber gesprochen, was infolge dieser Schläge geschehen ist, wir sprachen über die Situation, die mit der weiteren Entwicklung der Ereignisse zusammenhängt, aber damals gab es weder eine Rede des Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump noch eine Reaktion der Welt noch eine Reaktion der Führung Venezuelas selbst.

Wie seltsam es auch ist: In Venezuela ist eine Führung geblieben, die im Grunde von den Mitstreitern Nicolás Maduros gebildet wird. Und das ist natürlich eine ziemlich seltsame Situation, die zumindest einer ersten Analyse dessen bedarf, was geschehen ist.

Erstens haben wir es bislang mit einer ziemlich kurzen, kurzfristigen Operation zu tun. Das, was nachts als Krieg begann, dauerte im Prinzip nur 30 Minuten. Und in diesen 30 Minuten wurde das Wichtigste vollbracht, ich würde sagen: das Allerwichtigste für Trump – die Festnahme des Präsidenten Venezuelas Nicolás Maduro und seine Überführung in die Vereinigten Staaten von Amerika. Mehr ist bisher zum jetzigen Zeitpunkt nicht passiert. Das heißt, es war eine Spezialoperation zur Ergreifung von Nicolás Maduro.

Was wird weiter passieren? Das ist eine 100 Milliarden Dollar Frage, weil von ihr in der Zukunft, vielleicht in Jahren, vielleicht in Jahrzehnten, das Schicksal des weltweiten Ölmarktes abhängen könnte – angesichts der venezolanischen Ölreserven. Also sagte Trump, der mit einer großen Rede vor Journalisten auftrat, dass die Amerikaner in der Übergangszeit die Verwaltung Venezuelas übernehmen würden, dass es eine lange Verwaltung dieses Landes sein werde.

Und in dieser Situation, wie wir verstehen, hat Trump beschlossen, mit den amtierenden Führern Venezuelas zusammenzuarbeiten. Wie seltsam es auch ist: Er hat praktisch den Dialog mit der venezolanischen Opposition aufgegeben, mit der Anführerin dieser Opposition, der Nobelpreisträgerin María Machado, die gerade Kontakte mit den Vereinigten Staaten wollte.

Und wir müssen eine ziemlich einfache Sache verstehen. Die venezolanische Opposition hat in Wirklichkeit die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2024 gewonnen. Wie mir scheint, gewann sie auch bei den vorherigen Wahlen, die von Maduro und den Chavisten gefälscht wurden. Gerade die venezolanische Opposition wird von der Mehrheit des venezolanischen Volkes unterstützt. Und genau mit dieser Position will Trump keinerlei Kontakte haben.

Aber er teilte mit, dass der Außenminister der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, Kontakt mit Delcy Rodríguez gehabt habe, der Vizepräsidentin Venezuelas. Und sie habe versprochen, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten.

Delcy Rodríguez selbst sagt absolut entgegengesetzte Dinge. Sie ist soeben als Präsidentin Venezuelas vereidigt worden. Sie verlangt die sofortige Freilassung von Präsident Nicolás Maduro und seiner Ehefrau Cilia Flores. Sie nennt Nicolás Maduro den einzigen legitimen Präsidenten Venezuelas. Sie betont, dass Venezuela niemals irgendeine Kolonie sein werde. Und somit sehen vorerst die Aussagen der Präsidentin Venezuelas völlig anders aus als jene Aussagen, mit denen Donald Trump auftritt.

Nun stellt sich die Frage, was die Amerikaner als Nächstes tun werden. Das heißt: Faktisch ist das Regime, das in Venezuela von Hugo Chávez geschaffen wurde, an der Macht geblieben, es hat all seine Positionen bewahrt. Und das Einzige, was dem amerikanischen Spezialkommando gelungen ist, ist, dieses Regime seines Anführers zu berauben – eines Anführers, der absolut kein alleiniger Herrscher dieses Landes war. Und der Verteidigungsminister und der Innenminister, Menschen, die tatsächlich die Sicherheitsstrukturen im Land kontrollieren, haben nicht nur ihr Leben behalten, sie haben auch die volle Kontrolle über diese Sicherheitsstrukturen behalten – und die Amerikaner wollen mit ihnen zusammenarbeiten.

Es stellt sich natürlich die Frage über den Sinn dessen, was da geschieht. Und es stellt sich die Frage, wie Trump Venezuela regieren will bis zu dem Zeitpunkt, an dem ein sicherer Übergangszeitraum gewährleistet sein wird.

Um Venezuela tatsächlich zu regieren, muss man eine Bodenoperation amerikanischer Truppen beginnen. Nicht einfach Bombardierungen des Territoriums – das ist übrigens aus dem Nahen Osten bekannt –, sondern eine reale Präsenz amerikanischer Truppen, reale Kämpfe in Caracas, reale Todesfälle amerikanischer Soldaten, und zwar in großer Zahl, oder das Verständnis, dass Venezuela so bleiben wird, wie es unter Nicolás Maduro und vor Nicolás Maduro war.

Denn man muss begreifen, dass Nicolás Maduro ausschließlich der Erbe von Chávez ist. Das ist ein Mensch, der von Chávez im Grunde nahezu allein auf das Amt des Präsidenten Venezuelas ausgewählt wurde, überhaupt nicht weil er die schillerndste Figur in Chávez’ engstem Umfeld war, sondern weil dieser ehemalige Busfahrer wie ein Volksführer aussah, mehr einem Vertreter einfacher Venezolaner ähnelte als all diese Militärs und Generäle, die tatsächlich Vertreter jener Elite sind, die Venezuela auch schon vor Chávez regierte – denn dort waren die Positionen der Militärs immer sehr stark –, und die offensichtlich beabsichtigt, Venezuela auch nach seiner Herrschaft zu regieren.

„Neben mir steht die höchste Führung des venezolanischen Staates, das höchste militärische Kommando, die höchsten Organe der Staatsmacht, die Führung des Rates der Vizepräsidentin, alle politischen Zentren der nationalen Macht Venezuelas sind vereint. Auf den Straßen des Landes steht das Volk“, sagte die Vizepräsidentin Venezuelas Delcy Rodríguez, die nach der Ausfuhr Nicolás Maduros aus dem Land zur neuen Präsidentin Venezuelas wurde.

Und ich erinnere daran, dass einer der ersten Gesprächspartner von Delcy Rodríguez, nachdem bekannt wurde, dass Nicolás Maduro außer Landes gebracht worden war, der Außenminister der Russischen Föderation Sergej Lawrow war, der der neuen Präsidentin die Unterstützung des Präsidenten Russlands Putin zusicherte.

Ja, natürlich konnte Putin Maduro vor Trumps Zorn nicht schützen – und er beabsichtigte es auch nicht –, aber er wird jetzt versuchen die neue venezolanische Führung zu unterstützen, die offensichtlich immer bereit war, mit Moskau und mit Peking zusammenzuarbeiten.

Und das ist der interessanteste Moment in dieser ganzen Geschichte. Das, was wie eine groß angelegte Operation zur Stürzung eines totalitären Regimes in Venezuela aussah, scheint einfach nur eine weitere persönliche Rache Trumps an einem Menschen zu sein, den er aus diesen oder jenen Gründen hasste und verachtete – bei gleichzeitiger Bewahrung jener autoritären Diktatur, die in Venezuela zur Zeit von Hugo Chávez errichtet wurde, und natürlich auch noch eine Aufführung, die die Selbstbeweihräucherung des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika demonstrieren soll.

Denn in dieser Situation sieht jetzt alles absolut anders aus als am Morgen. Am Morgen konnte man denken, dass das Regime Venezuelas vor unseren Augen unter dem Druck amerikanischer Militärs zusammenbricht. Wir verstehen gut, dass der Effekt der Entführung Maduros das Ergebnis von Absprachen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und jenen selben räuberischen venezolanischen Clans sein kann, die Trump irgendwann später Einnahmen aus venezolanischem Öl versprechen können. Denn ich sage es noch einmal: Es gibt eine große reale Gefahr, dass Trump im Austausch gegen Öl in Venezuela diese populistische Militärdiktatur bewahren wird.

Wobei unbekannt ist, wann dieses Öl tatsächlich auf den Markt kommen wird. Wenn man von den unglaublichen Ölreserven Venezuelas spricht, möchte ich daran erinnern, dass Venezuela heute nur 1% des weltweiten Ölmarktes produziert. Ja, es hat enorme Reserven, sehr große, aber für die Erschließung dieser Reserven werden Jahre nötig sein. Manche sprechen von Jahrzehnten, weil das Regime von Hugo Chávez faktisch die ölproduzierende Industrie Venezuelas zerstört hat. Selbst wenn amerikanische Unternehmen auf den venezolanischen Markt zurückkehren, werden sie Jahrzehnte brauchen, um ihre Positionen wiederherzustellen.

Vielleicht sehe ich das pessimistisch, aber das sind definitiv nicht ein, nicht zwei und nicht drei Jahre. Und definitiv nicht die Zeit, in der Donald Trump noch im Oval Office sitzen wird. Trump selbst wird keine Einnahmen aus venezolanischem Öl sehen.

Also: Was müsste in dieser Situation jetzt in Venezuela geschehen? Delcy Rodríguez kann nicht die ganze Amtszeit von Nicolás Maduro Präsidentin Venezuelas sein. Eine Amtszeit, die gerade erst begonnen hat. Ich erinnere daran, dass diese Wahlen, von Maduro gefälscht, erst im Jahr 2024 durchgeführt wurden. Sie muss innerhalb von 90 Tagen Präsidentschaftswahlen ansetzen, und falls diese Frist nicht ausreichen sollte, dann nach weiteren 90 Tagen.

Und es stellt sich die Frage, ob an diesen Wahlen venezolanische Oppositionelle teilnehmen werden, denen man den Sieg gestohlen hat. Ich erinnere daran, dass María Corina Machado praktisch nicht an den Wahlen teilnehmen konnte. Ihr Verbündeter Edmundo González nahm teil, und müsste ebenfalls das Land verlassen hat, der diese Wahlen gewann.

Trump sagt nichts dergleichen über Kontakte mit der venezolanischen Opposition. Er sagt, sie habe keine Autorität. Somit kann er völlig gelassen den Umstand ignorieren, dass die Oppositionellen erneut faktisch von der Macht weggedrängt werden – von denen, die heute tatsächlich Venezuela regieren: der Verteidigungsminister Vladimir Padrino López, der praktisch nichts unternommen hat, um Maduro zu schützen, und eine andere starke Figur in Venezuela, der Innenminister Diosdado Cabello.

Übrigens: Wenn die Amerikaner für Maduro Kopfgeld von 50 Millionen Dollar versprachen, versprechen sie für den Kopf von Diosdado Cabello 25 Millionen. Dennoch hat ihn niemand entführt; er geht ruhig weiter durch die Straßen von Caracas und ruft die Venezolaner zum Widerstand gegen die amerikanische Aggression auf.

In dieser Situation ändert sich nichts. López und Cabello bleiben jene starken Figuren in Venezuela, die jederzeit ihren Sicherheitsstrukturen befehlen können, auf das Volk zu schießen. Und Trump ist bereit, mit ihnen zu sprechen, weil er sagt, in Venezuela gebe es niemanden, der die Verantwortung dafür übernehmen könnte, was in Venezuela geschieht.

Auch das ist ein ziemlich wichtiger Punkt. Und das zu verstehen ist absolut unlogisch, weil die Amerikaner sagen, dass Maduro kein legitimer Präsident Venezuelas war. Sie erkennen ihn nicht an. Gleichzeitig wollen sie mit den Vertretern der Opposition, die die Wahlen gewonnen haben, nicht sprechen, und sagen, die Macht müsse eben diesen räuberischen venezolanischen Clans gehören. Während der Präsident Frankreichs Emmanuel Macron dazu aufruft, den Übergangszeitraum gerade mit Präsident Edmundo González zu sichern, der 2024 gewählt wurde.

Aber wer wird Edmundo González nach Venezuela hineinlassen, wenn Trump mit venezolanischen Generälen sprechen will? Auch das ist ein ziemlich wichtiger Punkt, der aktuell der wichtigste Punkt ist, der in Zukunft geklärt werden müsste. Also: zum Zeit sieht die ganze Situation absolut unbestimmt aus.

Es kann sein, dass Trump einfach bestimmte Informationen von seinen Beratern erhalten hat über das, was weiter passieren wird. Es kann sein, dass Trumps Hauptidee gerade die Kontrolle über venezolanisches Öl ist und dass er den Preis dieser Frage nicht begreift.

Und das erinnert mich sehr an die Geschichte mit dem Abkommen über ukrainische Mineralien, das erst ein Abkommen über ukrainische seltene Erden war und dann zu einem Abkommen über Mineralien wurde. Und niemand weiß real, welche ukrainischen Mineralien dort wirklich gibt und was die Vereinigten Staaten als Ergebnis der Zusammenarbeit mit der Ukraine bekommen können. Aber wir wissen aus der letzten Recherche der New York Times, dass, als Senator Lindsey Graham Trump die Geschichte über ukrainische Mineralvorkommen erzählte, dieser ihm sagte: „Ich will 50%.“

Vielleicht ist es mit dem venezolanischen Öl genau dasselbe. Und im Prinzip hat niemand Trump erklärt, dass dies ein ziemlich langer Prozess sein kann, der ihn kaum zu einem realen Eigentümer venezolanischen Öls machen wird.

Andererseits können dies strategische Pläne sein, die tatsächlich nicht ausschließlich mit Trumps Amtszeit zusammenhängen. Einfach die Kontrolle amerikanischer Ölunternehmen über die aussichtsreichsten Ölfelder der Welt zu etablieren – über die venezolanischen Felder. Ja, soll es irgendwo in 15 Jahren funktionieren, aber nicht zugunsten Chinas oder Russlands. Übrigens kann später auch die Frage iranischer Felder auftauchen, ebenfalls eine völlig verständliche Geschichte. Und deshalb ist Trump vielleicht jetzt absolut egal, wer in Venezuela an der Macht ist, solange diese Leute den Amerikanern Zugang zu den Lagerstätten des venezolanischen Öls geben.

Aber das alles ist vielleicht nicht so einfach, weil es für die Vereinigten Staaten sehr schwer sein wird, mit einem Regime zusammenzuarbeiten, das zur Machterhaltung seine eigenen Mitbürger töten wird. Und wenn legitime Wahlen stattfinden, wenn ein Präsident Venezuelas außerhalb der Chavisten, außerhalb der venezolanischen Generäle gewählt wird, dann ist auch die Frage, wie er zur Idee stehen wird, den amerikanischen Ölunternehmen die vollständige Kontrolle über die venezolanischen Ölfelder zu überlassen.

Hier entsteht eine Aufgabe, ich würde sagen, ziemlich schwierig. Und im Prinzip kann man sagen, dass Trump in dieser Situation einfach nicht die ganze Herausforderung begreifen könnte, die jetzt mit der weiteren Entwicklung der Ereignisse in Venezuela verbunden sein kann.

Aber damit erlaubt dieser Triumph, den wir gesehen haben, dass Trump ziemlich hart auch über Putin spricht – und dass er nicht begeistert ist von Putin, der zu viele Menschen tötet. Trump sagte auf dieser Pressekonferenz, die Venezuela gewidmet war, dass der russisch-ukrainische Krieg einfach ein Meer aus Blut verursacht hat und dass er alles Wichtige tun werde, um diese Situation zu regeln.

Und übrigens: Das Auftauchen des ukrainischen Themas auf Trumps Pressekonferenz, die seinem venezolanischen Triumph gewidmet war, sollte erneut dem amerikanischen Präsidenten zeigen, dass er alles tun kann, was er will, aber gleichzeitig wird das ukrainische Thema trotzdem auf jeder seiner Pressekonferenzen auftauchen. Und jedes Mal werden Journalisten sagen: „Nun ja, natürlich, du konntest dich mit irgendeinem Maduro fertig werden, der erzählte, ihm erscheine der Geist Chávez’ in Gestalt eines Vogels. Aber versuch mal, das Problem mit Putin zu lösen. Was bedeutet dir Maduro, wenn Putin dich ignoriert und deinen Friedensinitiativen keinerlei Beachtung schenkt? Du hast vor einem Jahr versprochen, dass du den russisch-ukrainischen Krieg beenden wirst, und er geht und geht weiter.“

Das ist, denke ich, das Problem, das für Trump in der zukünftigen Entwicklung der Ereignisse ziemlich ernst sein kann, verbunden mit dem Verlauf der Ereignisse an der russisch-ukrainischen Front. Ganz zu schweigen davon, dass wir sehen, dass Trump auch die Opposition gegen seine Entscheidung verfolgen kann, und zwar sowohl in Lateinamerika als auch in den Vereinigten Staaten selbst.

Was interessant ist: Im Jahr 2024 beschuldigten die Führer Brasiliens, Mexikos und Kolumbiens Nicolás Maduro der Usurpation der Macht und meinten, die Opposition habe gewonnen. Und jetzt meinen all diese Führer, Amerika habe die Souveränität Venezuelas verletzt. Dasselbe auch der Bürgermeister von New York, Zohran Mamdani, der betonte, dass „ein einseitiger Angriff auf einen souveränen Staat ein Kriegsakt und ein Verstoß gegen Bundes- und internationales Recht ist. Dieses offene Streben nach einem Regimewechsel beeinflusst nicht nur Ereignisse im Ausland. Es betrifft direkt die Bewohner New Yorks, darunter Zehntausende Venezolaner, die diese Stadt ihr Zuhause nennen.“ Und der Bürgermeister von New York rief Trump persönlich an, um seine Ablehnung seiner Entscheidung auszudrücken.

Aber wiederum habe ich den Eindruck, dass von keinem Regimewechsel in Venezuela die Rede ist, dass Trump einfach Beziehungen zu eben diesem Regime herstellen will, das dort existiert, um Zugang zu den Ölfeldern Venezuelas zu bekommen. Und dieses Regime setzt die Rhetorik fort, entsprechend jener Rhetorik, mit der Präsident Nicolás Maduro auftrat. Zumindest spricht die Vizepräsidentin Venezuelas im Prinzip dieselben Dinge, die Maduro vor seiner Festnahme durch amerikanische Spezialkräfte gesagt hat. Und das ist wiederum ein Widerspruch zu dem, was Trump auf seiner Pressekonferenz erzählte.

Also, was soll man jetzt tun? Möglichkeiten suchen, die Vizepräsidentin von der Macht zu entfernen? Versuchen die auch in die Vereinigten Staaten zu bringen? Aber jeder neue Vertreter der Chavisten, der in Caracas an die Macht kommen wird, wird dieselben Dinge sagen, weil das ideologische Menschen sind. Und ich wiederhole es noch einmal: Entweder wird Trump sich zu einer realen militärischen Operation in Venezuela entschließen – zu „Boots on the ground“, zu Todesfällen amerikanischer Soldaten in den Kämpfen um Venezuela –, denn bislang ist es eine glänzende Operation, bei der niemand ums Leben gekommen ist. Aber wenn jene Hinterzimmerabsprachen, die möglicherweise zwischen den Amerikanern und den venezolanischen Clans getroffen wurden, gebrochen werden, werden diese Clans sich ganz anders verteidigen – nämlich durch das Töten von Amerikanern.

Wir haben es mit einem Menschen zu tun, der in dieser Situation nie kämpfen wollte und den man immer dafür beschuldigte, dass er sich nicht in irgendwelche Angelegenheiten einmischen wolle. Und er sagte: „Ja, ich bin ein Präsident des Friedens, ich bin kein Präsident des Krieges.“ In dieser Situation ist absolut unklar, wie weit Trump zu realer Teilnahme bereit ist. Nicht zu einem Spezialkräfte-Raid, nicht zu Bombardierungen. Auf diesem Weg werden Regime nicht geändert. Regime werden nur geändert, когда eine reguläre Armee das Gebiet dieses oder jenes Staates betritt und bereit ist, Tausende Leben für einen Regimewechsel in einem fremden Land zu opfern. Anders geht es nicht.

Und Donald Trump wird entweder zustimmen müssen, dass er amerikanische Soldaten in den Krieg schicken wird – in einen realen Krieg, in einen echten Krieg –, oder er wird mit den Regimen leben müssen, die ihn, gelinde gesagt, ohne großen Respekt behandeln werden. Ja, jemanden von diesen Regimen kann er aus dem eigenen Bett stehlen, aber nicht mehr als das.

Das sind die ersten solchen Ergebnisse dieser Aussagen Trumps – ziemlich, ich würde sagen, merkwürdigen, wie für mich – angesichts des morgendlichen Aufruhrs und der Antworten auf diese Aussagen der neuen Präsidentin Venezuelas.

Ein paar Fragen, die während dieser Sendung bereits gestellt wurden.

Frage. Wird Amerika in die Situation im Iran und in Mexiko eingreifen?

Portnikov. Das ist eine ganz andere Situation, weil im Iran, wie Sie verstehen, сейчас ein Volksaufstand есть und er wächst von Tag zu Tag. Aber das Regime der iranischen Ajatollahs hat довольно starke Sicherheitskräfte, die in der Lage sind, diesen Aufstand zu bewältigen. Trumps jüngste Aussagen, dass wenn die iranischen Ajatollahs friedliche Demonstranten töten, dies eine rote Linie sei und Trump den Iranern helfen werde. Aber es stellt sich die Frage: Wie soll man allein durch die Bombardierung einiger iranischer Militäreinrichtungen das Regime ändern? Und Sie verstehen, dass für ein so großes Land wie Iran selbst die amerikanische Armee angesichts der dortigen Geografie und so weiter nicht ausreichen wird. Vielleicht könnten Angriffe auf offizielle Residenzen oder auf Stützpunkte der Revolutionsgarden durchgeführt werden, wenn die Repressionen des Regimes bereits irgendeinen bestialischen Charakter annehmen. Aber wir werden sehen, wie das real aussehen wird und zu welchen Ergebnissen – und das Wichtigste – es führen wird.

Frage. Sie sagten vor kurzem, dass wenn ein demokratisches Land ein totalitäres angreift, der Aggressor zerstört werden müsse. Was hat sich jetzt für Sie geändert?

Portnikov. Nichts hat sich geändert. Ich halte das nicht für einen Angriff auf ein totalitäres Land. Ich halte das für eine reale Spezialoperation mit dem Ziel, eine Person zur Verantwortung zu ziehen, die die Macht in ihrem Land usurpiert hat. Die Vereinigten Staaten erheben keinen Anspruch auf das Gebiet Venezuelas – im Gegensatz zu Russland, das der Ukraine faktisch den Krieg erklärt hat mit dem Ziel, unseren Staat zu zerstören. Dass es Menschen gibt, die diesen Unterschied nicht verstehen, zeigt erneut, wie viele Menschen in der sowjetischen Vergangenheit geblieben sind. Das ist nicht die erste solche Operation der Amerikaner gegen Menschen, die in ihrem Land die Macht usurpieren. Es gab eine Operation gegen Manuel Noriega, den panamaischen Diktator, der auch in die Vereinigten Staaten ausgeflogen wurde. Ich muss Ihnen übrigens sagen, dass die Amerikaner dort tatsächlich für eine Übergangszeit und den Übergang Panamas zur Demokratie gesorgt haben. Ich sehe daran nichts Schlechtes.

Die Frage sind immer die Ziele. Wenn ein Angriff mit dem Ziel der Aggression und des Kampfes gegen die Souveränität dieses oder jenes Staates erfolgt, ist das eine Sache. Wenn ein Angriff mit dem Ziel erfolgt, den Staat von der Diktatur zu befreien und die Souveränität wiederherzustellen, ist das eine absolut andere Geschichte. Mir scheint, das ist absolut verständlich, und für mich hat sich nichts geändert. Mein Ansatz ist sehr einfach: Wenn ein demokratisches Land seine militärische Kraft gegen eine Diktatur richtet und die Vertreter dieser Diktatur zerstören kann, dann kann man das nur begrüßen. Ich wäre sehr froh, wenn demokratische Länder die Sowjetunion angegriffen und ihre Führung zerstört hätten. Was wäre daran schlecht gewesen, wenn man zum Beispiel in den 20er Jahren Lenin aus Moskau in ein Gefängnis irgendwo in den Vereinigten Staaten gebracht hätte, und Stalin und seine Leute auf dem Roten Platz erschossen hätte? Das sind doch Menschen, die in Russland die Macht usurpiert haben. Was wollen Sie? Ich verstehe das überhaupt nicht.

Frage. Wie sollen die Ereignisse in Caracas Putin beeinflussen, seine Politik gegenüber der Ukraine und den USA?

Portnikov. Ich denke, kaum.  Das Einzige ist, dass Putin glauben könnte, dass er damit seine Handlungen gegen die Ukraine legitimiert. Hier ist in der Ukraine derselbe Regime wie in Caracas, und wenn man Maduro stürzen kann, warum kann man dann Zelensky nicht stürzen? Das klingt bei russischen Propagandisten so: „Die Amerikaner können Maduro ausfliegen. Dann lasst uns Zelensky ausfliegen.“ Aber mir scheint, dass es hier nichts Neues gibt.

Wie Sie verstehen, wird Putin nicht mit Trump streiten, weil er versteht, dass Trump irgendwelche unterschiedlichen Sanktionen gegen ihn einführen kann. Diese Sanktionen braucht er nicht. Er muss Zeit gewinnen, um unser Land weiter zu zerstören – ohne neue amerikanische Sanktionen. Also beeinflussen die Ereignisse in Venezuela keineswegs Putins Wunsch, die Kontrolle über den postsowjetischen Raum herzustellen.

Frage. Können solche gewaltsamen Methoden zu einem Instrument im Kampf der Demokratie gegen autoritäre Regime werden?

Portnikov. Ich wiederhole noch einmal: Daran ist nichts Neues. So war es immer. Das einzige Problem dessen, was aktuell passiert, ist, dass es kein Kampf der Demokratie gegen autoritäre Regime ist, sondern ein Kampf Donald Trumps um Öl, weil er das venezolanische Regime nicht zerstört. Das venezolanische chavistische Regime, die links-populistische Diktatur, existiert weiter, wie sie existierte. Und wir werden sehen, was morgen oder übermorgen passiert, ob es Trump ohne Anwendung realer Gewalt – nicht einer 30-minütigen Spezialoperation mit Beteiligung von Spezialkräften – gelingt, die venezolanischen Führer zu einem realen Übergangszeitraum zu bewegen. Bisher sieht es nicht so aus. Und bisher sieht es nicht nach einer realen Möglichkeit zur Änderung der Situation in Venezuela aus.

Aber alles kann sich, wie Sie verstehen, schnell und stürmisch entwickeln. Vielleicht wird auch Trump sein Verständnis dessen, was passiert, nach einiger Zeit ändern, wenn sich jemand mit ihm trifft, ihm vom realen Unterstützungsgrad der venezolanischen Opposition erzählt, wenn er die Aussagen der venezolanischen Präsidentin sieht, die im Prinzip absolut dem widerspricht, was er heute auf seiner Pressekonferenz gesagt hat. Und im Prinzip müssen sie in dieser Situation entweder der Aussage der venezolanischen Präsidentin zustimmen, dass es hier eine absolut konkrete Regierung gibt, dass bereits der Verteidigungsrat Venezuelas zu arbeiten begonnen hat, dass Venezuela einen einzigen Führer hat – Nicolás Maduro.

Oder Trump wird zustimmen müssen, dass man in eine langfristige militärische Operation eintreten muss – tatsächlich mit dem Ziel eines realen Übergangszeitraums –, oder aber in ein paar Tagen wird man diese ganze Operation zur Festnahme Nicolás Maduros vergessen, und man wird alle Möglichkeiten einer amerikanischen Kontrolle über Venezuela vergessen und sich damit abfinden, dass dies eine „Monroe-Doktrin light“ ist, die eher auf Mythen beruht als auf realen Möglichkeiten, irgendeine Ordnung auf dem lateinamerikanischen Kontinent herzustellen – eine Ordnung, in der die Vereinigten Staaten ihre globale Rolle aus der Vergangenheit spielen würden.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Удар по Венесуелі: наслідки | Віталій Портников. 03.01.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 03.01.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Schlag gegen Venezuela: die Folgen | Vitaly Portnikov. 03.01.2026.

Nur wenige Stunden nach der amerikanischen Spezialoperation in Venezuela, die zur Festnahme des Präsidenten dieses Landes, Nicolás Maduro, führte, gibt es keinerlei Klarheit darüber, wie es weitergehen wird – weder in Venezuela selbst noch in der Region.

Der US-Außenminister Marco Rubio sagt, dass die Vereinigten Staaten keine weiteren Schritte unternehmen werden, und lässt damit erkennen, dass das Hauptziel der USA gerade die Festnahme des venezolanischen Staatschefs gewesen sei.

Dabei ist jedem, der sich mit lateinamerikanischer Politik beschäftigt, seit Langem bekannt – und übrigens weiß Rubio das besser als jeder andere –, dass Nicolás Maduro eher ein Aushängeschild des chavistischen Regimes ist. Dieses Regime wurde von Maduros Vorgänger Hugo Chávez geschaffen, der mithilfe der venezolanischen Sicherheitskräfte eine linkspopulistische Diktatur errichtete, die tatsächlich die Drogenkartelle begünstigte. Doch es ist offensichtlich, dass keineswegs Nicolás Maduro während seiner gesamten Herrschaft die Hauptfigur im Drogenhandel war. Die Hauptakteure im Drogenhandel waren die engsten Gefolgsleute Hugo Chávez’, die weiterhin ihre Ämter und ihre Machtpositionen innehaben.

Der venezolanische Verteidigungsminister Vladimir Padrino López, der, wie bekannt, in den ersten Minuten nach Beginn der Spezialoperation als getötet galt, lebt, ist gesund und wendet sich an die Venezolaner mit einem Aufruf zur Ruhe. Und übrigens hat die venezolanische Armee den amerikanischen Soldaten, die den Präsidenten des Landes festnahmen, keinerlei Widerstand geleistet – so, als habe sie im Voraus gewusst, dass sich alles auf die Festnahme Maduros beschränken würde. Ein anderer prominenter venezolanischer Politiker aus dem engen Umfeld Hugo Chávez’, der Innenminister Diosdado Cabello, der die venezolanischen Geheimdienste vollständig kontrolliert, wurde ebenfalls auf den Straßen von Caracas gesehen und tritt ebenfalls mit kämpferischen Erklärungen auf.

Das bedeutet, dass der Chavismus, das chavistische Regime, sich schlicht auf einen Austausch des Aushängeschilds vorbereitet. Wenn die Vereinigten Staaten tatsächlich keine realen Schritte zur Veränderung dieses Regimes unternehmen, wird es angesichts seiner Machtmittel weiterhin Venezuela kontrollieren. Und selbstverständlich wird sich dann auch nichts an dem Strom von Drogen ändern, der aus diesem Land in die Vereinigten Staaten fließt.

Wozu also brauchte Donald Trump diese Spezialoperation? Um die Stärke und Entschlossenheit der Vereinigten Staaten zu demonstrieren, damit der amerikanische Präsident von seinem Land als dem einzigen Staat sprechen kann, der eine derart spektakuläre Spezialoperation durchführen kann – und um sich generell in seiner Wichtigkeit zu sonnen. Wir haben bereits bemerkt, dass für Donald Trump vor allem der Medieneffekt zählt, nicht irgendein realer politischer Erfolg.

Und genau dieser Medieneffekt wurde durch die Festnahme einer Person erreicht, die während ihrer gesamten Amtszeit kaum als führende Figur im chavistischen Regime gelten konnte. Wenn die Vereinigten Staaten keine weiteren Schritte unternehmen, können die venezolanischen Oppositionellen nur davon träumen, an die Macht zurückzukehren.

Mehr noch: Wir sehen bereits, wie Venezuela Unterstützung in ganz Lateinamerika erhält. Es sei daran erinnert, dass 2024 weder in Brasilien noch in Mexiko noch in Kolumbien – den führenden Ländern der Region – die Legitimität Nicolás Maduros anerkannt wurde. Die Führungen dieser Länder sprachen offen über Wahlfälschungen durch den amtierenden Präsidenten Venezuelas und seine Gefolgsleute.

Jetzt jedoch verurteilen sowohl Brasilien als auch Mexiko und Kolumbien die amerikanische Intervention und sprechen von einer Verletzung der Souveränität Venezuelas. Dieselbe Meinung wird von einer Reihe weiterer Staaten geteilt, die als Verbündete der Vereinigten Staaten gelten können. Ähnliche Erklärungen kamen beispielsweise aus Paris.

So hat das chavistische Regime, das längst die Macht usurpiert und die Ergebnisse von Präsidentschafts- und Parlamentswahlen fälscht, dank der Handlungen Donald Trumps und seiner Gefolgsleute zusätzliche Legitimität erhalten. Und natürlich kann man dasselbe über die Reaktionen der Russischen Föderation und der Volksrepublik China sagen.

Man könnte zwar sagen, dass Moskau und Peking ihren Verbündeten nicht verteidigt und erneut gezeigt haben, dass sie den Vereinigten Staaten praktisch nichts entgegensetzen können. Aber wenn an der Spitze Venezuelas weiterhin ein Russland und China freundlich gesinntes Regime stehen wird, wozu sollten Wladimir Putin und Xi Jinping dann zusätzliche Anstrengungen unternehmen, um Nicolás Maduro zu retten?

Sie werden sich problemlos mit dem nächsten venezolanischen Präsidenten verständigen, der von eben diesen Padrino López und Cabello ernannt wird. Für sie wird das Wichtigste sein, den Zufluss venezolanischen Öls auf den Weltmarkt zu bremsen, denn das könnte tatsächlich ein Todesurteil für die russische Wirtschaft bedeuten.

Eine andere Frage ist, dass die Chavisten durch die Festnahme Maduros erschreckt sein könnten und glauben, die beste Option für sie sei ein Tausch von Freiheit gegen Öl. Und hier stellt sich eine durchaus berechtigte Frage: Wird Donald Trump zu einem Deal mit dem chavistischen Regime bereit sein, sodass amerikanische Ölgesellschaften wieder Zugang zu ihren Vermögenswerten erhalten, während die Menschen, die in den letzten Jahrzehnten in Venezuela die Macht usurpiert haben, an der Macht bleiben, weiterhin die Finanzströme kontrollieren und weiterhin den Drogenhandel in die Vereinigten Staaten steuern? Und inwieweit wird Donald Trump in diesem Fall dieser Drogenhandel interessieren?

Die jüngste Begnadigung des ehemaligen Präsidenten von Honduras, der bekanntlich eine Haftstrafe verbüßte, weil er wegen Beteiligung am Drogenhandel verurteilt worden war, zeigt grundsätzlich, dass Donald Trump durchaus zu Flexibilität fähig ist, wenn es um amerikanische Interessen geht.

Schließlich sind die Anklagen, die gegen den ehemaligen Präsidenten von Honduras, Juan Orlando Hernández, erhoben wurden, den Vorwürfen sehr ähnlich, die gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro erhoben werden könnten. Dennoch entschied sich Trump, der den Sieg eines ultrarechten Kandidaten bei den Präsidentschaftswahlen in Honduras sichern wollte, für eine Begnadigung, um der Person zu helfen, die er an der Spitze dieses lateinamerikanischen Landes sehen wollte.

In Venezuela könnte es dieselbe Situation geben. Und ein Deal mit dem chavistischen Regime könnte zur Kulmination der heutigen Spezialoperation der amerikanischen Armee werden: eine spektakuläre Festnahme Maduros bei gleichzeitiger Bewahrung der Diktatur – unter der Voraussetzung, dass diese neue Diktatur den Interessen Donald Trumps weitaus loyaler gegenübersteht als der bisherige venezolanische Präsident.


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Titel des Originals: Удар по Венесуэле: последствия | Виталий Портников. 03.01.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 03.01.2026.
Originalsprache: ru
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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