Trump lädt Putin zum G20-Gipfel ein | Vitaly Portnikov. 23.09.2026.

US-Außenminister Marco Rubio hat den russischen Präsidenten Putin bereits offiziell zum G20-Gipfel in Miami eingeladen. Rubio betonte, dass dies für den russischen Staatschef eine hervorragende Gelegenheit sein werde, nicht nur mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump, sondern auch mit anderen Staats- und Regierungschefs der Welt zusammenzutreffen. Und dass ein Dialog selbst mit jenen notwendig sei, mit denen man in vielen Fragen unterschiedliche Positionen habe.

Damit hat Washington erneut ein offenkundiges Unverständnis für die russische politische Psychologie demonstriert. Allein die Einladung des russischen Präsidenten zum G20-Gipfel unter Bedingungen, unter denen er faktisch auf keinen der amerikanischen Friedensvorschläge eingeht, erscheint Putin als offensichtliches Zeichen der Schwäche Washingtons und rückt die Möglichkeit jeglicher produktiver Verhandlungen über ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges in weitere Ferne.

Bislang gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass Putin tatsächlich beabsichtigt, Trumps Einladung anzunehmen und am G20-Gipfel in Miami teilzunehmen. Erstens deshalb, weil dies für ihn keine Demonstration dessen wäre, dass man ihn irgendwo gern empfangen möchte, sondern vielmehr eine Demonstration der Isolation Russlands vom Rest der Welt.

Denn abgesehen von einem Treffen mit Trump oder Treffen mit den Staats- und Regierungschefs der Länder des Globalen Südens, die ohnehin Putins Verhandlungspartner im Rahmen der BRICS oder der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit sind, kann der russische Präsident mit keinen weiteren Treffen rechnen. Die Staats- und Regierungschefs der europäischen Länder werden sich nicht mit ihm treffen, ebenso wenig die Regierungschefs Kanadas oder Japans.

Damit würde auf dem G20-Gipfel offensichtlich werden, dass Russland vom Rest der zivilisierten Welt isoliert bleibt und dass nur Donald Trump innerhalb dieser zivilisierten Welt eine andere Haltung einnimmt.

Warum also sollte Putin einer solchen Tagesordnung zustimmen? Außerdem könnte er befürchten, dass der amerikanische Präsident ihm vorschlagen wird, in Miami ein trilaterales Treffen der Staatschefs der Ukraine, Russlands und der Vereinigten Staaten abzuhalten. Putin aber hat keinerlei Wunsch, sich mit dem Präsidenten der Ukraine zu treffen und mit ihm über Frieden zu sprechen.

Deshalb kann ein Treffen auf der Ebene der Außenminister stattfinden, wie jenes am Rande der Sitzung der UN-Generalversammlung zwischen Marco Rubio und Sergej Lawrow. Obwohl Russland natürlich auch bei diesem Treffen gezeigt hat, dass es nicht bereit ist, von irgendeiner seiner kompromisslosen Positionen in der Frage der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges abzurücken.

Putins Teilnahme an einem prestigeträchtigen Gipfel der Staats- und Regierungschefs der Welt dürfte dagegen kaum stattfinden, solange Putin nicht sicher sein kann, dass sein Aufenthalt dort nicht mit einer ganzen Reihe politischer Skandale, demonstrativen Verlassen des Saals, Weigerungen, sich gemeinsam fotografieren zu lassen, und öffentlichen Erklärungen über die russische Aggression verbunden sein wird. All dieses Vergnügen kann Putin Lawrow oder Siluanow überlassen, aber gewiss nicht sich selbst.

Die Frage ist, warum die Regierung Donald Trumps so beharrlich ein Gespräch mit dem russischen Präsidenten anstrebt. Eigentlich hätte das Treffen in Anchorage den Präsidenten der Vereinigten Staaten davon überzeugen müssen, dass der russische Staatschef jeden Gipfel auf dieser Ebene ausschließlich dazu nutzt, sein eigenes politisches Gewicht zu demonstrieren; dass er zu keinerlei Zugeständnissen bereit ist, die Donald Trump interessieren; dass es vielmehr der amerikanische Präsident ist, der dem russischen Zugeständnisse macht – sowohl dann, wenn er von seiner Idee abrückt, zunächst eine Waffenruhe und erst danach Friedensverhandlungen zu erreichen, als auch dann, wenn er Putin darin zustimmt, dass eine Waffenruhe an die Erfüllung bestimmter russischer Bedingungen geknüpft werden kann und erst anschließend Friedensverhandlungen stattfinden sollen.

Und nun, nachdem Trump entgegen seinen ursprünglichen Vorschlägen Verhandlungen während des Krieges zugestimmt hat, hat dies letztlich keinen realen Weg zur Beendigung der Kampfhandlungen eröffnet. Denn Putin hat einfach erkannt, dass er diese Verhandlungen während des Krieges nutzen kann, um Zeit zu gewinnen, um die Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten abzuwarten und danach bereits den Präsidentschaftswahlkampf und die Wahlen des Jahres 2028.

Und nun, bitte sehr: Während des Treffens der Außenminister erklärte Lawrow seinem amerikanischen Amtskollegen unmissverständlich, dass die Russische Föderation zu Verhandlungen bereit sei, von einer Waffenruhe während dieser Verhandlungen jedoch überhaupt keine Rede sein werde. Das heißt, weder ukrainische Angriffe auf die russische Ölverarbeitung noch die schwierige Lage der russischen Wirtschaft noch die Weigerung des Westens, die Sanktionen gegen Russland aufzuheben, solange es die Kampfhandlungen nicht einstellt, noch das Graham-Gesetz bringen Putin dazu, seine Haltung zum russisch-ukrainischen Krieg auch nur um ein Jota zu ändern.

Und da stellt sich eine ganz einfache Frage: Was hindert den amerikanischen Präsidenten daran, das zu erkennen? Vielleicht die Fata Morgana des Geldes. Vielleicht erzählt der Sonderbeauftragte des Präsidenten der Russischen Föderation, Kirill Dmitrijew, Steve Witkoff und Jared Kushner nicht zufällig von den überwältigenden Möglichkeiten einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Russland und den Vereinigten Staaten – sowohl wenn sie nach Russland kommen als auch wenn Dmitrijew selbst sich in den Vereinigten Staaten aufhält –, an der natürlich auch die Familie und das engste Umfeld Donald Trumps selbst beteiligt sein könnten.

Und dieser Wunsch, Zugang zu leicht verdientem russischem Geld zu bekommen, das man allein deshalb verdienen kann, weil Putin einem wohlgesonnen sein wird, könnte der Hauptgrund dafür sein, dass die tatsächlichen politischen Motive des russischen Präsidenten völlig ignoriert werden und man überhaupt nicht sehen will, dass Putin Trump selbst, dessen Verwandten und Freunden mit nahezu unverhohlener Verachtung begegnet und einfach darauf hofft, auch diesen amerikanischen Präsidenten zu überdauern, so wie er bereits dessen Vorgänger überdauert hat. Zumal dies offenbar noch einfacher zu bewerkstelligen ist, wenn man ihm weiterhin von unglaublichen wirtschaftlichen Möglichkeiten und Perspektiven erzählt.

Aus Sicht der staatlichen Interessen der Vereinigten Staaten und ihres Ansehens hätte Putin selbstverständlich keinesfalls zum G20-Treffen eingeladen werden dürfen. Denn wenn der Präsident der Vereinigten Staaten tatsächlich ein Ergebnis im Friedensprozess erreichen will, muss er sich klar daran erinnern, warum Putin aus der G8 ausgeschlossen wurde und warum andere Staats- und Regierungschefs der Welt ihn nicht sehen wollen. Und er darf den russischen Präsidenten nicht zu der Annahme verleiten, dass sich niemand auf der Welt mehr an seine Verbrechen erinnert.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп запрошує Путіна на GZO | Віталій
Портников. 23.09.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 23.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Die Ukraine bereitet sich auf Verhandlungen vor | Vitaly Portnikov. 12.09.2026.

Der Leiter des Büros des Präsidenten der Ukraine, Kyrylo Budanow, sagt, dass Kyiv sich bereits für Oktober dieses Jahres auf Verhandlungen mit den Russen vorbereitet.

Budanow sagte nicht, wo genau diese Verhandlungen stattfinden könnten, bestätigte jedoch, dass wir es mit einem trilateralen Format zu tun haben werden, bei dem eine amerikanische Delegation die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über ein mögliches Ende des russisch-ukrainischen Krieges begleiten wird.

Sollten die Verhandlungen tatsächlich stattfinden, wäre dies das wichtigste Ergebnis der Reise der Sondergesandten des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff und Jared Kushner, in die russische und die ukrainische Hauptstadt. Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass Verhandlungen während laufender Kampfhandlungen keineswegs zwangsläufig zu einer konkreten Entscheidung führen müssen, die diese Kampfhandlungen zum Stillstand bringen würde. Im Gegenteil: Sie können von Russlands Präsident Putin dazu genutzt werden, den russisch-ukrainischen Krieg fortzusetzen.

Man sollte auch bedenken, dass die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine in Anwesenheit amerikanischer Vermittler vor den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten stattfinden werden – Wahlen, die über das Schicksal von Präsident Donald Trump entscheiden können, was seine Möglichkeiten betrifft, in den kommenden Jahren seiner Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten Entscheidungen durchzusetzen, die für ihn und sein Team von grundlegender Bedeutung sind.

Und so kann Putin bereits die bloße Tatsache, dass Verhandlungen über ein Ende des Krieges stattfinden, als ein echtes politisches Geschenk an Donald Trump betrachten. Das tatsächliche Ende des Krieges dagegen muss keineswegs zu den Plänen des russischen Staatschefs gehören.

Das lässt sich im Grunde auch an der Reaktion russischer Funktionäre auf einen weiteren Vorschlag des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky für ein Treffen mit Putin erkennen. Der ukrainische Präsident, der bereits mehrfach vorgeschlagen hatte, sich mit seinem russischen Amtskollegen zu treffen, und jedes Mal nicht einfach nur eine Absage, sondern den Vorschlag erhielt, nach Moskau zu kommen, ist nun erneut auf genau diese Reaktion gestoßen.

Zelensky schlug vor, ein Treffen zwischen ihm und Putin während des G20-Gipfels in Miami abzuhalten, obwohl bislang nicht bekannt ist, ob der russische Präsident überhaupt in die Vereinigten Staaten fliegen wird, um an einem solchen Format teilzunehmen. Doch im Kreml betonte man sofort – ohne auch nur zu erklären, ob Putin überhaupt bereit ist, am G20-Format teilzunehmen –, dass bereits der Vorschlag an Zelensky, nach Moskau zu kommen, ein gewaltiges Zeichen der Kompromissbereitschaft seitens der russischen politischen Führung sei.

Das sagte unter anderem der Leiter des russischen Außenministeriums, Sergej Lawrow, der für seine propagandistischen Antworten auf jegliche politischen Vorschläge aus Kyiv bekannt ist. Die gleiche Antwort gab auch der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, dem ukrainischen Präsidenten.

Nun, und wir verstehen sehr gut, dass niemand im Kreml die Möglichkeit eines Treffens zwischen den Präsidenten der Ukraine und der Russischen Föderation in Moskau als etwas Reales betrachtet. Wenn man in der russischen Hauptstadt davon spricht, dass Zelensky nach Moskau kommen müsse, dann meint man damit in erster Linie eine Kapitulation der Ukraine zu russischen Bedingungen und wünscht, dass diese Kapitulation gerade in der russischen Hauptstadt stattfindet.

Man sollte aber nicht glauben, dass Putin, Lawrow und Peskow nicht begreifen, dass Zelensky nicht nach Moskau fahren wird. Und man sollte nicht glauben, dass sie diese Bedingung in der Hoffnung stellen, dass ein Treffen zwischen den Präsidenten der Ukraine und der Russischen Föderation in Moskau tatsächlich stattfinden wird. Nein, sie sind gerade an einem solchen Treffen überhaupt nicht interessiert. Das ist der wichtigste Punkt, den man erwähnen muss, wenn wir über ihre Haltung zu einem solchen Dialog sprechen.

Wir wissen natürlich nicht, was Zelensky meint, wenn er von einem Treffen mit Putin spricht: ob er sich tatsächlich immer noch mit dem russischen Präsidenten treffen möchte und darauf hofft, dass ein solches Treffen den Krieg beenden könnte, oder ob er eine solche Initiative vorbringt, damit der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump und unsere europäischen Partner die Friedfertigkeit der ukrainischen Führung und des ukrainischen Staates sowie unsere Bereitschaft zu Verhandlungen mit Russland sehen.

Doch das Wichtigste sind nicht Zelenskys Motive, sondern Putins Motive. Und Putin hat, wie wir sehen, nicht vor, sich mit seinem ukrainischen Amtskollegen zu treffen, und hatte dies, wie mir scheint, auch seit dem ersten und letzten Treffen dieser beiden Präsidenten in Paris während des gescheiterten Versuchs, das sogenannte Normandie-Format wiederzubeleben, nie vor. Und gerade die Tatsache, dass der Präsident der Russischen Föderation nicht vorhat, sich mit dem Präsidenten der Ukraine zu treffen, sondern weiterhin auf Gewalt, auf Raketen und Shaheds, auf die Jagd nach der ukrainischen Zivilbevölkerung setzt, stellt irgendwelche realen Ergebnisse jeglicher Verhandlungen zwischen Moskau und Kyiv infrage, selbst wenn diese im Oktober tatsächlich wieder aufgenommen werden.

Ja, ich bin der Ansicht, dass allein die Wiederaufnahme der Verhandlungen bis zu einem gewissen Grad ebenfalls ein diplomatischer Sieg Washingtons und Kyivs ist, weil Moskau erklärt hatte, es werde die Verhandlungen erst dann wieder aufnehmen, wenn die ukrainischen Truppen die von uns kontrollierten Gebiete der Oblaste Donezk und Luhansk verlassen hätten. Und nun sehen Sie: Sie haben doch zugestimmt, die Verhandlungen wurden wieder aufgenommen, obwohl die ukrainischen Truppen ihre Stellungen weiterhin halten. In jeder anderen Hinsicht wirkt der Verhandlungsprozess bislang jedoch wie eine Totgeburt.

Eine wirkliche Veränderung dieses Verhandlungsprozesses könnte ich nur unter einer einzigen realen Bedingung erkennen: wenn die Führung der Russischen Föderation einer Waffenruhe zustimmt – genau jener Waffenruhe, die bereits im Februar 2025 keineswegs Zelensky, sondern der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump mit dem Präsidenten der Russischen Föderation zu vereinbaren versuchte. Zu Beginn seiner Zeit im Oval Office wollte Trump, dass gerade diese Waffenruhe zum Ausgangspunkt für echte russisch-ukrainische Verhandlungen wird.

Und wie wir sehen, hat Putin Trump sowohl diese Waffenruhe als auch eine Waffenruhe, die durch bestimmte Entscheidungen der Verhandlungsführer hätte vereinbart werden können, völlig kaltblütig verweigert und weiterhin darauf bestanden, dass die Verhandlungen während laufender Kampfhandlungen geführt werden – bis diese Verhandlungen schließlich tatsächlich unter diesen Bedingungen begannen. Verhandlungen, die während laufender Kampfhandlungen stattfinden, können aber nicht nur Gespräche über Frieden sein, sondern vor allem auch ein Instrument, mit dem das Land, das die Aggression begonnen hat, Druck auf das Opfer der Aggression ausübt. Und genau das geschieht im russisch-ukrainischen Verhandlungsprozess.

Und für uns ist es einfach wichtig, dass die Vereinigten Staaten, wenn wir solche Verhandlungen schon nicht verhindern können, sich nicht dem Druck auf unser Land anschließen. Und natürlich ist es ebenso wichtig, für die Russische Föderation selbst, für ihre Wirtschaft, ihre Energiewirtschaft und ihren militärisch-industriellen Komplex solche Bedingungen zu schaffen, dass bei Putin tatsächlich der Wunsch entsteht, echte Verhandlungen zwischen Moskau und Kyiv zu führen.

Aber in einer solchen Situation, denke ich, würde der russische Präsident zunächst über einen Waffenstillstand nachdenken und erst danach über Gespräche über einen umfassenden Frieden.


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Titel des Originals: Україна готується до перемовин | Віталій Портников. 12.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 12.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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