Die Regierung des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, versucht nach Angaben der New York Times, die Lieferungen russischen Erdgases nach Europa über das ukrainische Gastransportsystem wieder aufzunehmen.
Vertreter der amerikanischen Regierung behaupten bei den Verhandlungen mit Moskau, dass dies einen erheblichen wirtschaftlichen Anreiz für den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, darstellen würde. Eine solche Entscheidung würde ihn zu ernsthaften Verhandlungen über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges bewegen.
Im Rahmen einer friedlichen Lösung sollen die Europäer wieder größere Mengen russischen Erdgases kaufen und die Ukraine die Kapazitäten ihres Gastransportsystems zur Verfügung stellen, über das erst seit Kurzem kein russisches Gas mehr an europäische Verbraucher geliefert wird.
Sollten diese Informationen offiziell bestätigt werden, würde dies eine revolutionäre Kehrtwende in der amerikanischen Energiepolitik bedeuten. Schon während seiner ersten Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten erklärte Donald Trump sowohl öffentlich als auch bei vertraulichen Treffen mit europäischen Staats- und Regierungschefs, dass die russischen Gaslieferungen nach Europa reduziert werden müssten und dass der Bau von Gaspipelines wie Nord Stream die Energieabhängigkeit Europas und insbesondere Deutschlands vom Kreml nur verstärke.
Bekannt ist ein öffentlicher Auftritt des Präsidenten der Vereinigten Staaten, bei dem er eine ganze Reihe durchaus logischer Argumente vorbrachte, die seiner Meinung nach Berlin dazu bewegen sollten, sich aus dieser Abhängigkeit zu lösen. Die Kamera zeigte in diesem Moment nicht nur Trump, sondern auch Vertreter der deutschen Regierung, die sich ganz offen über die Worte des amerikanischen Präsidenten lustig machten. Die Szene mit Trumps Rede ist für immer zu einem Sinnbild der politischen Kurzsichtigkeit der deutschen Führung unmittelbar vor der groß angelegten Invasion der Russischen Föderation in die Ukraine und dem faktischen Verzicht Europas auf russische Energieträger geworden.
Und plötzlich erklärt derselbe Mann den Europäern, dass sie mehr Gas aus Russland kaufen sollten und dass dies angeblich helfen werde, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden. Dabei begann Wladimir Putin diesen Krieg in seiner heutigen Form gerade erst, nachdem der Bau des letzten Strangs der Nord-Stream-Pipeline abgeschlossen worden war. Damit hätte Russland für die Lieferung seiner Rohstoffe an europäische Verbraucher auf die Dienste des ukrainischen Gastransportsystems verzichten können.
Natürlich stellt sich die Frage, warum Donald Trump, der sich viele Jahre lang gegen die Energieabhängigkeit Europas von Russland ausgesprochen hat, nun energisch auf eben dieser Abhängigkeit besteht und dabei die Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine als Vorwand benutzt.
Möglicherweise deshalb, weil in den früheren Varianten dieses energiepolitischen Spiels für die Vereinigten Staaten kein Platz vorgesehen war, während nun im Zuge der Verhandlungen zwischen dem Sonderbeauftragten des Präsidenten der Russischen Föderation, Kirill Dmitrijew, und den Vertretern des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff und Jared Kushner, eine mögliche Beteiligung amerikanischer Investoren erörtert werden könnte.
Wir wissen bereits von zahlreichen solchen Vereinbarungen zwischen Moskau und Washington, bei denen es vor allem darum geht, dass Personen aus dem Umfeld der amerikanischen Regierung an Gewinnen aus den Wirtschaftsbeziehungen mit Russland interessiert sind. Und es ist durchaus möglich, dass die Wiederaufnahme des Energietransits nach Europa Teil eines solchen gemeinsamen Projekts sein könnte. Genau deshalb dürften solche Vereinbarungen für die Europäer selbst keineswegs überzeugende Garantien ihrer eigenen Energiesicherheit darstellen.
Ja, hätten wir noch gestern erfahren, dass die Vereinigten Staaten an einem Konzern beteiligt sein würden, dessen Ziel die Lieferung russischen Erdgases an europäische Länder wäre, hätte dies durchaus wie eine zusätzliche Sicherheitsgarantie für den europäischen Kontinent aussehen können. Doch angesichts der gegenwärtigen Atmosphäre in den Beziehungen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin kann die Beteiligung von Personen aus dem Umfeld der amerikanischen Regierung an irgendwelchen Energieprojekten mit Russland bei denjenigen, die sich Gedanken über die Zukunft des europäischen Kontinents machen, nur Besorgnis auslösen.
Es gibt noch einen weiteren wichtigen Umstand, der auf die Gründe für diesen bewussten Positionswechsel Donald Trumps und der ihm nahestehenden Personen hinweist. Dabei könnte es nicht nur um Gewinne gehen, sondern auch um das Interesse an politischen Veränderungen auf dem europäischen Kontinent. Die Trump-Regierung ist bekanntlich ein politischer Förderer ultrarechter und antieuropäischer Kräfte, die nach ihrer Niederlage im Zweiten Weltkrieg in ganz Europa eine politische Revanche anstreben.
Vertreter genau dieser Kräfte – die übrigens nicht nur von Washington, sondern auch von Moskau unterstützt werden – sind ebenfalls am Scheitern des europäischen Projekts interessiert. Sie sprechen ständig davon, wie wichtig billiges russisches Gas für die Entwicklung der europäischen Wirtschaft sei und dass der Verzicht auf russische Energieträger auf dem gesamten europäischen Kontinent ernsthafte wirtschaftliche Probleme verursacht habe. Dies ist die Position der ultrarechten Partei Alternative für Deutschland, die derzeit die populärste politische Kraft des Landes ist.
Übrigens treten auch ultralinke politische Kräfte in Deutschland mit ähnlichen Parolen auf. Auch sie bestehen auf der Notwendigkeit, die Energiebeziehungen zur Russischen Föderation wieder aufzunehmen und erneut russisches Erdgas zu beziehen. Das Argument, dass eine solche Entscheidung nicht nur der deutschen Wirtschaft helfen, sondern auch den russisch-ukrainischen Krieg beenden könnte, indem die Ukraine zu einer Pufferzone für den Gastransit zwischen Russland und den europäischen Ländern gemacht würde, könnte den politischen Aufstieg jener Parteien zusätzlich befördern, die bereit sind, sich die Vorschläge Donald Trumps und Wladimir Putins aufmerksam anzuhören.
Und der Vorschlag, russisches Erdgas zu einem Faktor der Stabilisierung der Lage auf dem Kontinent zu machen, könnte weniger zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges führen – denn wir verstehen, dass solche Pläne Wladimir Putins aggressive Begehrlichkeiten nur weiter steigern – als vielmehr zu besseren Wahlchancen für jene Parteien, die schon heute von vielen Beobachtern als Totengräber des europäischen Projekts betrachtet werden.
Und dann könnten wir die Suche nach Vereinbarungen zwischen der Trump-Regierung und der Putin-Regierung als den Aufbau einer gemeinsamen politischen Inszenierung verstehen, die nicht nur zur Kapitulation der Ukraine vor den russischen Waffen führen, sondern auch Europa zu Grabe tragen soll.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп спасает Газпром | Виталий Портников. 18.10.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 18.10.2026.
Originalsprache: ru
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:
Original ansehen
Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.