Putins Vertreter Kirill Dmitrijew ist in die Vereinigten Staaten gereist, um die Verhandlungen mit den Sonderbeauftragten von Präsident Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, sowie mit anderen amerikanischen Beamten und Geschäftsleuten fortzusetzen. Es gibt sogar Berichte darüber, dass in den Vereinigten Staaten ein trilaterales Treffen zwischen Vertretern der Vereinigten Staaten, Russlands und der Ukraine stattfinden könnte. Allerdings wird die Möglichkeit solcher Verhandlungen vom Büro des ukrainischen Präsidenten bislang nicht bestätigt.
Wie bekannt ist, könnte das Hauptthema solcher Konsultationen, falls sie stattfinden, ebenso wie der Gespräche Dmitrijews selbst, nicht die Beendigung des Krieges als solche sein. Dmitrijew hat schlicht keine Befugnis, darüber zu sprechen. Vielmehr könnte eine Energiewaffenruhe zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine derzeit vielleicht das Einzige sein, woran Russland angesichts der anhaltenden ukrainischen Angriffe auf Ölraffinerien und andere Energieinfrastruktur der Russischen Föderation interessiert sein könnte.
Und den Russen scheint bereits klar zu sein, dass der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, die Ukraine nicht dazu zwingen können wird, die Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation einseitig einzustellen. Und dies könnte tatsächlich zum Gegenstand von Verhandlungen werden, sobald man im Kreml aufhört, auf einen solchen Druck des amerikanischen Präsidenten auf seinen ukrainischen Amtskollegen zu hoffen.
Wie bekannt ist, hat das jüngste Treffen zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Ukraine, das am Rande der UN-Generalversammlung in New York stattfand, zu keinerlei Veränderungen im Zusammenhang mit den ukrainischen Angriffen geführt. Mehr noch: Präsident Volodymyr Zelensky sagte, er habe der Idee einer einseitigen Einstellung der Angriffe auf die russische Ölindustrie nicht zugestimmt, unterstütze jedoch eine beiderseitige Waffenruhe.
Und unter diesem Gesichtspunkt könnte es logisch erscheinen, dass Dmitrijew in die Vereinigten Staaten gekommen ist, um gerade eine solche Variante einer Änderung der russischen Taktik zu erörtern. Das allerdings nur, wenn man davon ausgeht, dass der russische Präsident Putin tatsächlich befürchtet, die ukrainischen Angriffe auf den russischen Ölraffineriekomplex könnten die Lage in der russischen Wirtschaft erheblich verändern und sich auf die soziale Stabilität Russlands sowie auf die Möglichkeit auswirken, den russisch-ukrainischen Krieg überhaupt fortzusetzen.
Wir haben wiederholt Situationen beobachtet, in denen Putin gerade im Hinblick auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Russischen Föderation völlig unlogisch handelte und im Grunde sämtliche Bemühungen, die russische Wirtschaft zu treffen, als zweitrangig gegenüber den russischen Angriffen auf die Ukraine betrachtete.
Bei autoritären Regimen ist das immer so. Wir haben das sowohl am Beispiel Russlands als auch am Beispiel Irans gesehen. Sie glauben, dass ihre Widerstandsfähigkeit, die Widerstandsfähigkeit ihrer Gesellschaften, angesichts der vollständigen Kontrolle dieser Gesellschaften durch die Sicherheitsapparate weitaus größer und offensichtlicher ist als die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaften in demokratischen Ländern. Und gerade deshalb können sie offensichtliche wirtschaftliche Verluste außer Acht lassen.
Ja, die Russen sehen bereits, dass der Krieg zu ihnen gekommen ist, dass er sich auf ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten auswirkt, dass Drohnen und Raketen buchstäblich neben ihren Häusern auftauchen oder infolge des Einsatzes der russischen Luftverteidigung sogar Wohnviertel treffen. Doch sie können die Entscheidungen ihrer eigenen Staatsführung in keiner Weise beeinflussen, die von den Russen darüber hinaus verlangt, ihre Bemühungen zu legitimieren.
Und die jüngsten Wahlen zur russischen Staatsduma, bei denen die überwältigende Mehrheit der Wähler ihre Stimmen den Parteien des Krieges gab, weil keine anderen Parteien in die Staatsduma der Russischen Föderation gewählt wurden, liefern Putin, so kann man sagen, ein zusätzliches Argument gerade im Dialog mit der eigenen Gesellschaft: „Ihr selbst unterstützt doch die politischen Kräfte, die uns vorschlagen, die Waffen selbst angesichts der ukrainischen Angriffe auf die russische Wirtschaft nicht niederzulegen.“
Und hier stellt sich die Frage nach dem eigentlichen Sinn von Dmitrijews Mission. Ist der Sonderbeauftragte des Präsidenten der Russischen Föderation tatsächlich in die Vereinigten Staaten gekommen, um mit seinen amerikanischen Kollegen zumindest über Teilkompromisse im Zusammenhang mit dem russisch-ukrainischen Krieg zu sprechen? Oder hat er dieselbe Aufgabe wie zuvor, die er beispielsweise beim jüngsten Besuch Witkoffs und Kushners in der russischen Hauptstadt erfüllte, wenn er mit ihnen während eines fast dreistündigen Abendessens tatsächlich Fragen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Washington und Moskau erörtert haben sollte?
Und ich bin absolut davon überzeugt, dass genau dies das Thema dieses Treffens zwischen den russischen und amerikanischen Vermittlern war. Denn anschließend sprachen Witkoff und Kushner in ihren öffentlichen Äußerungen gerade über wirtschaftliche Zusammenarbeit und überhaupt nicht über irgendwelche anderen Fragen im Zusammenhang mit der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges.
Und jetzt könnte dieselbe Platte wieder von vorn laufen. Dmitrijew könnte einen Auftrag Putins erfüllen, der sieht, dass Trump nicht beabsichtigt, den Dialog über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges aufzugeben, zugleich aber keinerlei konkrete Entscheidungen treffen will, insbesondere vor dem Winter. Denn Putin könnte besondere Hoffnungen auf diesen Winter setzen, auf die Fortsetzung der Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur, in der Hoffnung, dass die Ukraine nach diesen Angriffen, wenn sie schon nicht kapituliert, so doch zumindest zu erheblichen Zugeständnissen bereit sein wird und dass die Vereinigten Staaten gerade aufgrund der schwierigen Lage im ukrainischen Energiesektor zusätzliche Möglichkeiten erhalten werden, Druck auf die ukrainische Führung auszuüben.
Auf der einen Seite hat also die Überlegung, dass eine Energiewaffenruhe nicht nur für die Ukraine, sondern auch für die Russische Föderation von Nutzen sein könnte, durchaus ihre Berechtigung. Auf der anderen Seite müssen wir uns immer daran erinnern, dass der russische Präsident keineswegs unbedingt in derselben Welt lebt wie Sie und ich und derselben Logik folgt wie Sie und ich. Dass für ihn der Wunsch nach Zerstörung sehr viel wichtiger und sehr viel offensichtlicher sein könnte als der Wunsch, den eigenen Ölraffineriekomplex vor ukrainischen Angriffen zu bewahren. Und genau dies muss im Grunde der entscheidende Punkt bei der Analyse von Kirill Dmitrijews Absichten bei den Verhandlungen in den Vereinigten Staaten sein.
Wir haben bereits gesehen, dass der Sonderbeauftragte des russischen Präsidenten meisterhaft Zeit zu schinden versteht und seinen amerikanischen Gesprächspartnern ebenso meisterhaft von nicht existierenden Perspektiven einer amerikanisch-russischen Zusammenarbeit im Falle einer Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges erzählen kann, von all diesen Millionen und Billionen Dollar, die man verdienen könne, wenn der Krieg zu Ende sei. Und wir sehen, wie sehr die Mitarbeiter der Regierung Donald Trumps, seine Vermittler und möglicherweise der amerikanische Präsident selbst an diesen Gesprächen über Milliarden und Billionen interessiert sind.
Doch das bedeutet nicht, dass ein solcher Dialog uns tatsächlich dem näherbringt, was wir alle so dringend brauchen: der Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine oder zumindest einer Energiewaffenruhe in diesem grausamen und ungerechten Krieg.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Нові перемовини у США | Віталій Портников. 24.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 24.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.