
Операція «Осло». Віталій Портников. 02.11.2026.
Ist es tatsächlich gelungen, den Verhandlungsprozess zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges wiederzubeleben? Kann der kurze Frieden in Oleschky zum Präzedenzfall für neue humanitäre Operationen werden? Und können sich die russische, die ukrainische und die amerikanische Delegation, falls sie sich natürlich in Abu Dhabi treffen, überhaupt auf irgendetwas einigen?
Wenn wir die Ereignisse der vergangenen Wochen in chronologischer Reihenfolge betrachten, können wir eine geschickt geplante russische Spezialoperation erkennen, die darauf abzielt, am Vorabend der Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress die Wirksamkeit der Friedensbemühungen des US-Präsidenten Donald Trump unter Beweis zu stellen.
Also, der 9. Oktober. Die ukrainische Delegation führt in Washington Verhandlungen mit amerikanischen Vermittlern in Anwesenheit europäischer Vertreter. Und dann wird ein Telefongespräch zwischen Trump und Putin bekannt, bei dem die Präsidenten die Lieferung russischen Diesels in die Vereinigten Staaten und eine vorübergehende Aussetzung der Sanktionen gegen russisches Erdöl vereinbaren. Volodymyr Zelensky bezeichnet dies als „Investitionen in den Krieg“. Es erscheinen Berichte über Probleme bei der Bereitstellung von Geheimdienstinformationen und mit der Geschwindigkeit der Starlink-Verbindungen. Der US-Präsident verkündet eine „Energiewaffenruhe“, von der weder in Kyiv noch in Moskau jemand etwas weiß. Dennoch geht der diplomatische Prozess weiter. Am 19. Oktober treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Ukraine, Norwegens und Finnlands in Oslo mit Steve Witkoff, um gemeinsame Vorschläge auszuarbeiten, die der amerikanische Vermittler dem russischen Präsidenten am 21. Oktober während mehrstündiger Verhandlungen in Sankt Petersburg vorträgt. Im Ergebnis dieses Treffens wird vereinbart, Konsultationen zwischen der russischen, der ukrainischen und der amerikanischen Delegation abzuhalten. Der Berater des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, präzisiert, dass solche Verhandlungen nach dem 4. November stattfinden könnten – also erst nach den amerikanischen Wahlen.
Gleichzeitig schlägt der Kreml vor, im November beim APEC-Gipfel in Shenzhen ein Treffen der Staatschefs der USA, Chinas und Russlands abzuhalten, um ohne Beteiligung der Ukraine über den Krieg zu verhandeln. Trump bestätigt seine Bereitschaft zu einem solchen Treffen mit Putin und Xi Jinping, erklärt jedoch, dass es dabei um Fragen der globalen Sicherheit und der nuklearen Abrüstung gehen könnte. Am 25. Oktober bestätigt Uschakow, dass die Vorbereitungen für ein solches Treffen bereits begonnen haben. Und am 27. Oktober telefonieren der finnische Präsident Stubb und der norwegische Ministerpräsident Støre – beide Teilnehmer der Gespräche in Oslo – mit Putin.
Am 23. Oktober wird auf der Website des Weißen Hauses mitgeteilt, dass durch die Vermittlung von Melania Trump in der vom Krieg schwer gezeichneten Stadt Oleschky in der Region Cherson eine Feuerpause eingerichtet werde. Präsident Trump betont, seine Frau habe diese Aufgabe besser bewältigt als professionelle Diplomaten. Am 27. Oktober tritt die örtlich begrenzte Waffenruhe in Kraft. Dadurch wird es möglich, einen Teil der Menschen zu evakuieren und den Zurückbleibenden humanitäre Hilfe zukommen zu lassen. Gleichzeitig werden in den Medien Befürchtungen laut, dass die Russen die Waffenruhe für eine Offensive auf Cherson nutzen könnten.
Am 28. Oktober betont Juri Uschakow, dass es keinen konkreten Termin für ein Treffen der Delegationen gebe und dass dessen Zustandekommen von der Lage auf dem Schlachtfeld abhängen werde. Am nächsten Tag erklärt der Berater des russischen Präsidenten, dass „Bombardierungen von gewaltigem Ausmaß“ oder Drohnenangriffe von ukrainischer Seite die Haltung Moskaus grundlegend beeinflussen würden und das Treffen dann infrage stünde. Gleichzeitig setzt Russland seine Angriffe auf die Ukraine fort.
Am 1. November stellt der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der sich in Peking mit dem chinesischen Staatschef getroffen hat, mit einiger Verwunderung fest, dass Xi Jinping nichts von Vorbereitungen für ein Treffen der drei Staatschefs zur Erörterung der Ukraine-Frage weiß. Der chinesische Staatschef fragt seinen Gesprächspartner mit gespielter Naivität, woher denn solche Gerüchte kämen. Ein mögliches Treffen zwischen Trump, Putin und Xi am 18. und 19. November in Shenzhen ist weiterhin denkbar, doch die Ukraine-Frage wird dort nicht besprochen werden. Der chinesische Staatschef erklärt dem deutschen Bundespräsidenten, der Krieg in der Ukraine sei ein europäischer Konflikt, weshalb die Europäer am Verhandlungstisch sitzen müssten – was den Aussagen Uschakows völlig widerspricht.
Wir können also sagen, dass wir es mit einer vom Kreml unter Beteiligung des Weißen Hauses aufgebauten Verhandlungsinszenierung zu tun haben, die dazu dienen soll, vor den Wahlen diplomatische Bemühungen vorzuführen. Dass es sich tatsächlich um eine Inszenierung handelt, zeigen unter anderem das Fehlen jeglicher konkreter Angaben zu neuen Verhandlungsvorschlägen und die mangelnde Bereitschaft des Kremls, sich vor den US-Zwischenwahlen auf Termine festzulegen. Die Waffenruhe, auf der Trump seit den ersten Tagen nach seiner Rückkehr ins Oval Office zu bestehen versucht, wird durch eine kurzfristige Feuerpause an einem begrenzten Frontabschnitt zur Durchführung einer humanitären Operation ersetzt. Und noch vor den Zwischenwahlen beginnt Moskau, sich von der Idee einer Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses selbst zu distanzieren. Vom Bluff mit dem „Gipfel der drei“, bei dem angeblich die Welt aufgeteilt werden sollte, ganz zu schweigen.
Somit wäre schon der bloße Versuch, den Verhandlungsprozess nach den Zwischenwahlen wiederzubeleben, ein großer Erfolg – obwohl die Chancen dafür gering sind und die Chancen, dass ein solcher Prozess zu irgendwelchen tatsächlichen Vereinbarungen führt, überhaupt nicht bestehen. Denn der Kreml hat nicht vor, auf seine Angriffe gegen die Ukraine zu verzichten, und glaubt offenbar, dass die Zerstörung der Infrastruktur Kyiv zur bedingungslosen Kapitulation bewegen wird. Und obwohl Trump weiterhin vage optimistische Erklärungen abgibt, hat sein Außenminister Marco Rubio eingeräumt, dass man nicht mit einem Erfolg des Verhandlungsprozesses rechnen sollte und dass Putin sich kaum mit dem Donbas allein zufriedengeben dürfte.
Und diese offene Erklärung des amerikanischen Außenministers ist ein Eingeständnis der tatsächlichen, nicht der vorgetäuschten Realitäten der Operation „Oslo“.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Операція «Осло». Віталій Портников. 02.11.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 02.11.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.