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Wenn es um die Finanzierung geht, kann ich nur bitter lächeln. Denn meine eigene Geschichte ist vor allem eine Geschichte dessen, was ich selbst finanziert habe.
Als ich meine ersten Reportagen über die Kongresse der Volksfronten in den baltischen Republiken schrieb – und ich wollte damit eine Grundlage für die Entstehung einer Bewegung schaffen –, bezahlte ich meine Dienstreisen aus eigener Tasche, weil unser Budget keine Reisen außerhalb der Ukrainischen SSR vorsah.
Als ich als Korrespondent ukrainischer Medien in Moskau arbeitete, finanzierte ich das Korrespondentenbüro selbst, denn wir hatten schlicht keine Mittel, um uns Auslandskorrespondenten leisten zu können. Also schrieb ich für ausländische Medien, arbeitete mit Radio Swoboda zusammen und finanzierte mit meinen Honoraren das Moskauer Korrespondentenbüro der Zeitung „Molod Ukrainy“ und späterer Publikationen. Denn ich hielt es für wichtig, dass wir aus Moskau aus erster Hand berichten konnten.
Um das Büro am Laufen zu halten, musste ich mehrere Artikel täglich schreiben. Meine westlichen Kollegen dagegen hatten nicht nur ein finanziertes Korrespondentenbüro, sondern bekamen für ihren Aufenthalt in Moskau auch üppige Gehälter und hohe Honorare – und schrieben einen Artikel pro Woche. Das setzt sich übrigens bis heute fort.
Wenn ich heute vor der ukrainischen Diaspora auftrete, um Spenden für die ukrainischen Streitkräfte oder die ukrainische Militärmedizin zu sammeln, bekomme ich dafür kein Honorar und trage auch sämtliche Reisekosten selbst. Verzeihen Sie, aber das ist eigentlich kein Journalismus mehr, sondern Aktivismus.
Ich beschwere mich nicht, denn ich habe mein Leben so eingerichtet, dass ich finanziell gut dastehe und mir all das leisten kann. Aber wie soll das jemand schaffen, der nicht so viel Zeit und Energie aufbringen kann, der eine große Familie hat und Kinder großziehen muss?
Glauben Sie mir, jeder erfolgreiche ukrainische Journalist könnte Ihnen eine ähnliche Geschichte erzählen. Deshalb ist alles, was in unserer Medienlandschaft zustande kommt, nicht dem System zu verdanken, sondern geschieht gegen dessen Widerstände. Deshalb wechseln Menschen, sobald sie einen gewissen Erfolg erreicht haben, in andere Branchen und nutzen den Journalismus lediglich als Sprungbrett. Und deshalb gelingt es uns nicht, unabhängige journalistische Stimmen aufzubauen – und es wird uns auch in Zukunft nicht gelingen.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle: Social Media
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 03.11.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.