Sankt Petersburg und das Leningrader Gebiet haben den bislang massivsten ukrainischen Angriff seit Beginn von Putins groß angelegtem Krieg gegen unser Land erlebt. Das räumen auch die Verantwortlichen beider Föderationssubjekte der Russischen Föderation ein.
Angegriffen wurden das Petersburger Ölterminal und das Öllager Rutschji. Auch ein Rechenzentrum von VKontakte und eine Schrägseilbrücke wurden angegriffen. Möglicherweise gab es auch Treffer an einem der Umspannwerke der sogenannten zweiten russischen Hauptstadt, wodurch mehrere Stadtteile von Sankt Petersburg ohne Strom blieben. Im Internet verbreiten sich Videoaufnahmen und Fotos des brennenden Sankt Petersburg.
Damit wurde erneut bewiesen, dass die Ukraine nicht nur auf die russischen Angriffe gegen ukrainische Städte und auf das Bestreben des russischen Präsidenten Putin, diese Städte unbewohnbar zu machen, reagieren kann, sondern auch in der Lage ist, mit vergleichbaren Aktionen gegen die größten Städte der Russischen Föderation vorzugehen, die darüber hinaus Symbole der russischen Staatlichkeit sind.
Bekanntlich sind Sankt Petersburg und seine Umgebung nicht zum ersten Mal ukrainischen Angriffen ausgesetzt. Besonders heftig war der Angriff während des Internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg, als die zweite russische Hauptstadt vor den Augen von Präsident Putin und der Investoren brannte, die in der Hoffnung angereist waren, mit Blut Geld zu verdienen. Und natürlich erinnert jeder solche Angriff daran, dass die russische Wirtschaft weder Putin noch Trump Gewinne einbringen wird, sondern sich nach ukrainischen Angriffen in Bilder von Bränden verwandeln wird.
Ebenso offensichtlich ist, dass die Ukraine nicht beabsichtigt, auf Forderungen Rücksicht zu nehmen, den russischen Energiesektor unversehrt zu lassen, nur damit amerikanische Investoren darauf hoffen können, mit ihrer Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation Geld zu verdienen und die Verhandlungen mit russischen Beamten über den Kauf von Lukoil-Aktien fortzusetzen.
Mit anderen Worten: Der Schutz der russischen Ölraffinerieprodukte und des Ölsektors, um den Putin Trump offenbar gebeten hat – so wie er den amerikanischen Präsidenten zuvor darum gebeten hatte, die Durchführung der Parade am 9. Mai zu ermöglichen –, funktioniert nicht.
Auch der Wunsch, die Energieanlagen der Russischen Föderation, die mit der Stromverteilung im Land zusammenhängen, unangetastet zu lassen, lässt sich nicht verwirklichen. Und hier könnte Russland aufgrund seiner übermäßigen Zentralisierung vor mindestens ebenso großen Problemen stehen wie die Ukraine. Denn wir alle sind Geiseln des sowjetischen Erbes, sofern keine entsprechenden Veränderungen und Reformen durchgeführt wurden.
Und dann sind da noch die Rechenzentren. Wie wir sehen, kann auch die Zentralisierung der russischen Rechenzentren, die in der postsowjetischen Zeit nach sowjetischen Mustern errichtet wurden, um dem Kreml die vollständige Kontrolle über den Internetraum zu sichern, zu einer weiteren Achillesferse des russischen Terrorregimes werden und Probleme für das Funktionieren der Wirtschaft verursachen.
All das wird Putin natürlich nicht dazu bringen, über eine Beendigung des Krieges gegen die Ukraine nachzudenken. Aber wir müssen uns daran erinnern, dass jeder solche Angriff Russland schwächt und ein Schritt auf dem Weg zur Beendigung des Krieges ist – und dazu, dass bei den russischen Machthabern und übrigens auch bei den Bürgern wieder Vernunft einkehrt.
Denn die Kommentare zu den Angriffen ukrainischer Drohnen auf Sankt Petersburg und das Leningrader Gebiet lassen keinen Zweifel daran, dass die Bewohner der Region die Ursachen des Geschehens sehr gut verstehen. Zugleich überzeugen sie sich von der Unfähigkeit ihrer eigenen Behörden, die darüber hinaus versuchen, das Ausmaß der Angriffe herunterzuspielen und die Menschen in Sankt Petersburg und im Leningrader Gebiet nicht einmal vor Gefahren aus der Luft zu warnen. Auch das ist übrigens eine russische Praxis, die wir bereits aus den vergangenen Monaten kennen: Das Leben der Menschen in gefährdeten Regionen ist für die regionale Führung völlig uninteressant, wenn es darum geht, die Propaganda aufrechtzuerhalten und den Anschein zu erwecken, dass an den Orten, zu denen ukrainische Drohnen vordringen, nichts Besonderes geschieht.
Doch die Bilder des brennenden Sankt Petersburg, seiner Energieanlagen und Rechenzentren, seiner Brücken und des nördlichen Himmels im Schein der Brände zeigen etwas völlig anderes. Die Ukraine kann die Wirksamkeit ihrer Angriffe auf jene Städte der Russischen Föderation steigern, die wichtige Energie- und Wirtschaftszentren des Aggressorstaates sind.
Natürlich ist es nicht die Ukraine, sondern Russland, das versucht, große Städte unbewohnbar zu machen. Das ist kein ukrainisches, sondern ein russisches Ziel. Denn an der Spitze der Russischen Föderation steht eine terroristische Führung, deren Mitglieder aus einer Bande hervorgegangen sind, die bereits zu Sowjetzeiten unter dem Namen Komitee für Staatssicherheit der Sowjetunion gegründet und später in Föderaler Sicherheitsdienst der Russischen Föderation umbenannt wurde. Und wir verstehen, dass Menschen, die in einem solchen System aufgewachsen sind, keinerlei Achtung vor dem menschlichen Leben haben. Krieg, Konfrontation und Konflikt sind der Sinn ihrer gesamten Existenz.
Doch die Folge einer solchen Konfrontation kann für gewöhnliche Russen auch darin bestehen, dass ein Leben in den Städten unmöglich wird, die zum Schauplatz der Auseinandersetzung und der Bemühungen werden, Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine zu stoppen. Und diejenigen, die in Russland leben und die Brände am eigenen Himmel sehen, müssen begreifen, welches Verbrechen ihr Regime mit der Fortsetzung dieses Krieges nicht nur an der Ukraine begeht, sondern auch an seinen eigenen Bürgern, in deren Häuser der Krieg eingezogen ist – zusammen mit wirtschaftlicher Not und Gefahr, auf lange Jahre hinaus und ohne Aussicht auf ein Ende.
Das ist es, was man sagen kann, wenn man die Bilder des brennenden Sankt Petersburg sowie der Städte und Anlagen im Leningrader Gebiet der Russischen Föderation sieht.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Петербург палає після атаки | Віталій
Портников. 18.10.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 18.10.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:
Original ansehen
Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.