Angriff am Putins Geburtstag | Vitaly Portnikov. 07.10.2026.

Ein massiver russischer Angriff auf die Ukraine, insbesondere auf Kyiv und das Kyiver Gebiet. Elf Tote, Verletzte. Zunächst möchte ich den Angehörigen und Nahestehenden der Getöteten sowie allen, die bei diesem Angriff zu Schaden gekommen sind, mein aufrichtiges Beileid aussprechen. Man könnte sagen, es sei ein weiterer Angriff gewesen, doch in Wirklichkeit war es kein gewöhnlicher Angriff, sondern einer, den Putins Handlanger sorgfältig für den Geburtstag ihres Anführers geplant hatten.

Wir sprechen oft darüber, welche Angriffe Russland an diesem oder jenem ukrainischen Feiertag verüben könnte, doch die Russen haben eine andere Psychologie. Sie verüben ihre Angriffe nicht, um uns auf irgendeine Weise unsere Feiertage zu verderben. Sie verüben Angriffe, um sich selbst zu gratulieren. Der Tod von Menschen, die Trümmer – das ist der beste Glückwunsch für Putin zu seinem eigenen Geburtstag oder zu irgendeinem russischen Feiertag.

Es ist keineswegs ein Zufall, dass Russlands Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 ausgerechnet am 24. Februar begangen nn. So gratulierten sich diese Unmenschen selbst zum Tag der Sowjetarmee. Und es ist keineswegs ein Zufall, dass in der Nacht vom 6. auf den 7. Oktober 2026 ein weiterer massiver russischer Angriff auf die Ukraine stattfand, mit ballistischen Raketen, die in Wohngebieten nicht einmal explodieren, und mit Todesopfern.

Sie hatten eigens Raketen und Drohnen für Putins Geburtstag angesammelt, denn in Wirklichkeit sind ihre Arsenale gar nicht so riesig, dass sie sich das Vergnügen leisten könnten, jeden Tag Menschen mit ballistischen Raketen zu töten. Und so bereiteten sie sich darauf vor, Wladimir Wladimirowitsch zu gratulieren.

Ich erinnere mich daran, wie wir uns vor vielen Jahren am Vorabend von Putins Geburtstag abends in einem Moskauer Supermarkt mit der bekannten russischen oppositionellen Journalistin Anna Politkowskaja trafen, die scharfe und präzise Artikel gerade über den Krieg schrieb. Damals führte Russland allerdings Krieg in Tschetschenien, und dieser Krieg half den russischen Tschekisten, die ihre Diktatur im Land errichtet hatten, die autoritären Tendenzen zu verstärken und all jenen den Mund zu verbieten, die mit diesem korrupten Banditenregime nicht einverstanden waren.

Und wir sprachen darüber, dass Putins Geburtstag bald bevorstand und es interessant sei, was die russischen Militärs und Geheimdienstleute wohl im Kaukasus veranstalten würden, um dem russischen Präsidenten eine Freude zu machen. Denn wir hatten bereits verstanden, dass er sich gerade dann freut, wenn er von einem Gewalttat, einem Mord, einer Erniedrigung erfährt. Und nur wenige Tage nach diesem Gespräch wurde Anna Politkowskaja in ihrem eigenen Wohnhaus ermordet, buchstäblich nur wenige hundert Meter von diesem Supermarkt entfernt.

Oder ein anderer Feind Putins, der russische Oppositionspolitiker Boris Nemzow: zwar nicht an Putins Geburtstag, aber unter den Fenstern des russischen Präsidenten – wie ein sakrales Opfer, das Putin den Übergang zu einer neuen Phase der Festigung seines totalitären Regimes ermöglichte. Und dann dieser Krieg, ein Krieg, den Putin ebenfalls dazu nutzt, seine Position zu stärken, sein Regime zu festigen und den Totalitarismus auszubauen.

Viele fragen, wann er diesen Krieg beenden soll und was geschehen müsste, damit er überhaupt über eine Einstellung der Kampfhandlungen nachdenkt. Aber warum sollte er das tun, wenn der Krieg ihm nur dabei hilft, sich des Lebens zu erfreuen, wenn er buchstäblich von diesem Krieg lebt, wenn sein nichtiges Leben als Mensch, der zufällig in den Kreml gelangt ist, durch diese massenhaften Tötungen endlich jenen Sinn erhält, den es schon lange nicht mehr hatte?

Wenn einem Menschen zum Geburtstag die Ermordung von Menschen in einer friedlichen Stadt, der Beschuss mit ballistischen Raketen und Trümmer geschenkt werden, dann können Sie sich einfach vorstellen, wie die Psyche dieses Menschen beschaffen ist – und die Psyche all jener Menschen, die in diesen Jahrzehnten der gefestigten Herrschaft der Tschekisten für Führungspositionen in Russland ausgewählt wurden; welche Logik in einer Gesellschaft herrscht, die versucht, all das nicht wahrzunehmen, damit es nur nicht noch schlimmer kommt, während viele es sogar unterstützen, weil sie darin eine Kompensation für ihre eigene Knechtschaft sehen, für ihre eigene Unfähigkeit, zu irgendwelchen positiven Veränderungen beizutragen.

„Ja, wir leben schlecht, aber dafür werden die Ukrainer getötet, weil sie mit Wladimir Wladimirowitsch nicht einverstanden sind – und dann auch noch am Geburtstag unseres einzigen und unveränderlichen Führers.“

Die einzige Möglichkeit, diese Angriffe zu beenden, besteht deshalb darin, Russland zu zwingen, auf das kaltblütige, kalkulierte, selbstgefällige Töten von Ukrainern zu verzichten, indem die Ressourcen des von Putin geführten Terrorregimes vernichtet werden. Genau das versuchen wir zu tun.

Ich hoffe, dass diese Schläge noch wirksamer sein werden, dass die russische Wirtschaft weiter verfällt und der russische Staat geradewegs in den Abgrund wirtschaftlicher, politischer und sozialer Ausweglosigkeit stürzt und dort für lange, düstere Jahrzehnte stecken bleibt.

Und das darf nicht nur eine Aufgabe der Streitkräfte der Ukraine sein. Es muss auch eine Aufgabe unserer Verbündeten sein. Wenn sie nicht wirksam helfen, werden sie einen Schock und eine Erschütterung erleben, die sie dazu zwingen werden, der Ukraine wirksamer zu helfen. Ja, all das wird durch Tragödien, durch Schmerz, durch Zerstörung, durch Blut geschehen, aber die notwendigen Schlüsse werden gezogen werden.

Das ist schließlich die ukrainische Lektion. Wenn du nicht die richtigen Schlüsse ziehst, sobald sich bereits ungünstige Entwicklungen abzeichnen, wenn du weiterhin auf eine Verständigung mit einem Wahnsinnigen hoffst, versetzt dir das Leben einen harten Schlag. Und erst danach beginnst du zu begreifen – zumindest wenn du bei klarem Verstand bist –, wie man in Wirklichkeit handeln muss.

Und dieser massive Angriff am Geburtstag des Präsidenten der Russischen Föderation, dieser Wunsch der russischen Militärs, Putin den Tod eines weiteren Kindes, den Tod eines weiteren Zivilisten, weitere Trümmer in Kyiv zu schenken, muss sowohl uns als auch der gesamten zivilisierten Welt unmissverständlich vor Augen führen, wie die Psychologie der russischen Führung, des russischen Regimes und des russischen Staates beschaffen ist.

Wer das sehen will, wird es sehen. Wer mit geschlossenen Augen leben will, wird es nicht sehen und selbst zum Ziel des nächsten hinterhältigen Schlages werden. So war es in der Geschichte der Menschheit immer, und so wird es auch bleiben. Und das heutige Vorgehen Russlands gegen unser Land bildet keine Ausnahme von dieser traurigen Wahrheit.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Атака на день народження Путіна | Віталій Портников. 07.10.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 07.10.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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