Die Präsidenten der Ukraine und der Russischen Föderation führten Gespräche mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten im Rahmen der Feierlichkeiten, die derzeit in Amerika anlässlich des 250. Jahrestages der Gründung des amerikanischen Staates stattfinden.
Deshalb handelte es sich in erster Linie um protokollarische Gespräche. Donald Trump spricht in diesen Tagen mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs. Zu erwarten, dass unter solchen Umständen der Dialog entweder mit dem ukrainischen oder mit dem russischen Präsidenten zu konkreten politischen Entscheidungen führen könnte, wäre daher nicht angebracht.
Dennoch wird allein die Tatsache eines Gesprächs mit dem amerikanischen Präsidenten in der Regel genutzt, um die eigenen politischen Möglichkeiten zu demonstrieren. So war es auch dieses Mal.
Das Wichtigste am Gespräch zwischen Donald Trump und Volodymyr Zelensky ist nicht die Überzeugung des ukrainischen Präsidenten, dass sich nun reale Möglichkeiten für ein Ende des Krieges eröffnet hätten. Mit solchen Thesen tritt Zelensky regelmäßig auf – man kann sagen, seit den ersten Jahren der groß angelegten Phase des russisch-ukrainischen Krieges. Und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sich die heutige Situation durch neue Umstände von der vorherigen unterscheidet, die tatsächlich Anlass zur Hoffnung gäben, dass sich der russisch-ukrainische Krieg seinem Ende nähert.
Was aus konkreter Sicht jedoch wirklich wichtig ist, ist die Vereinbarung zwischen den Präsidenten der Ukraine und der Vereinigten Staaten, bereits am 7. und 8. Juli während des NATO-Gipfels in Ankara miteinander zu sprechen – sofern Trump und Zelensky einander richtig verstanden haben. Denn während des jüngsten G7-Gipfels in Evviami, zu dem auch der ukrainische Präsident eingeladen worden war, war ein offizielles Treffen zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Ukraine gar nicht vorgesehen. Zelensky gelang es lediglich, Trump am Rande des Gipfels zu sprechen.
Und obwohl dieses Gespräch durchaus positiv verlief und Trump anschließend gegenüber Journalisten erklärte, Zelensky halte sich gut, muss man verstehen, dass bei solchen Begegnungen am Rande einer Veranstaltung in der Regel keine konkreten Entscheidungen getroffen werden. Die Staats- und Regierungschefs tauschen lediglich ihre Eindrücke zu politischen Fragen aus.
Deshalb ist nicht ein weiteres Treffen am Rande einer Veranstaltung wichtig, sondern ein tatsächlich von den Beratern vorbereiteter Termin zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Ukraine, bei dem konkrete Entscheidungen getroffen werden können – etwa über die Lieferung eben jener Raketenabwehrsysteme an die Ukraine.
Denn selbst wenn man Trump am Rande einer Veranstaltung auf Raketenabwehrsysteme anspricht und er verspricht, die Angelegenheit zu prüfen, bedeutet das keineswegs, dass jemals eine Entscheidung getroffen wird. Geht es jedoch um ein vorbereitetes Treffen mit einer festgelegten Tagesordnung, dann muss bereits der Apparat des Weißen Hauses und die Berater des amerikanischen Präsidenten daran arbeiten.
Genau darin unterscheidet sich konkrete Politik mit geplanten Treffen von improvisierten Begegnungen, die gerade deshalb organisiert werden müssen, weil Trump solche protokollarischen Treffen mit dem Präsidenten der Ukraine meidet, um ihm nichts Konkretes versprechen zu müssen.
Gehen wir also davon aus, dass das Gespräch zwischen Trump und Zelensky tatsächlich zu einem vorbereiteten Treffen der Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Ukraine führen wird und dass die Ukraine von den Vereinigten Staaten nicht nur Worte, sondern reale Unterstützung erhält, die uns helfen wird, die kommenden Monate und Jahre des russisch-ukrainischen Krieges durchzustehen.
Das Gespräch Trumps mit Putin wiederum hat ebenfalls gezeigt, dass es derzeit keinerlei konkrete Perspektiven für ein Ende dieses Krieges gibt. Aus der Haltung des russischen Diktators, der von der Notwendigkeit überzeugt ist, die Kampfhandlungen an der russisch-ukrainischen Front fortzusetzen, lässt sich schließen, dass Putin sich auf dieses protokollarische Telefonat vorbereitet hatte – schon deshalb, weil einer der wichtigsten Schwerpunkte des Gesprächs zwischen dem amerikanischen und dem russischen Präsidenten die Mitteilung war, russische Truppen hätten Kostjantyniwka eingenommen.
Damit machte Putin Trump deutlich, dass Gespräche über eine Einstellung der Kampfhandlungen oder auch nur über Verhandlungen zu einer solchen Einstellung und den Abschluss eines Friedensabkommens ohne die Kontrolle der russischen Armee zumindest über das gesamte Gebiet der Oblast Donezk aus seiner Sicht keinen Sinn hätten.
Der außenpolitische Berater des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, betonte ausdrücklich, dass die russischen Truppen – wie er sich selbstverständlich ausdrückte – versuchten, das gesamte Gebiet des Donezker Gebiets zu „befreien“. Ich habe keinerlei Zweifel daran, dass genau darüber Putin mit Trump sprach, als er ihm die tatsächliche Lage in der sogenannten Zone der militärischen Spezialoperation schilderte.
Mit anderen Worten: Das protokollarische Gespräch wurde vom Präsidenten der Russischen Föderation genutzt, um den Präsidenten der Vereinigten Staaten erneut daran zu erinnern, dass Russland nicht beabsichtigt, seine Haltung hinsichtlich der Möglichkeiten zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu ändern.
Dabei kann Putin derzeit davon ausgehen, dass er sich in einer starken Position befindet, weil Trump in den kommenden Monaten zumindest irgendeinen Erfolg bei der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges vorweisen muss.
Wie wir wissen, richtet sich der amerikanische Präsident unmittelbar nach dem Jubiläum der Vereinigten Staaten bereits auf die Kongresswahlen aus, die zu einer Niederlage der Republikaner führen könnten – zumindest im Repräsentantenhaus. Unter solchen Umständen könnte es für ihn Teil der Suche nach einem realistischen Weg sein, zumindest eine Einstellung der Kampfhandlungen an der Frontlinie oder einen Stopp der gegenseitigen Angriffe Russlands und der Ukraine auf die Infrastruktur beider Länder zu erreichen, wenn er den Wünschen Putins größere Aufmerksamkeit schenkt – selbst wenn dies nicht das Ende des russisch-ukrainischen Krieges selbst bedeutet.
Und genau diese Überzeugung Putins, dass Trump die Zeit davonläuft, während er selbst warten kann, bis Washington und Kyiv seinen Ultimaten zustimmen, erlaubt es ihm, mit dem amerikanischen Präsidenten selbstbewusst aufzutreten und seine Position hinsichtlich der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges nicht zu ändern.
Und hier rückt selbstverständlich erneut das Treffen der Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Ukraine in den Mittelpunkt. Denn nur eine gemeinsame Position des Westens und der Ukraine kann zumindest die Voraussetzungen für stärkeren Druck auf den Präsidenten der Russischen Föderation in der nächsten Phase der zermürbenden russisch-ukrainischen Konfrontation schaffen. Und sie kann Wege aufzeigen, Putin zumindest dazu zu zwingen, seine Pläne zur Zerstörung ukrainischer Städte und Siedlungen in der kommenden Kriegsphase einzustellen – Pläne, die, wie wir sehen, bereits in der jüngsten Vergangenheit einen wesentlichen Bestandteil der Angriffe der russischen Armee auf die Ukraine bildeten.
Und offensichtlich plant Putin gerade solche Maßnahmen für die Zukunft – als Folge der Unfähigkeit der russischen Armee, an der Front irgendwelche wirklichen Ergebnisse zu erzielen.
Die Gespräche selbst sprechen daher eher für die Beständigkeit und Unverändertheit der Positionen. Wie man jedoch Putins Haltung beeinflussen kann, das ist bereits eine Frage der weiteren Verhandlungen.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Зеленський і Путін поговорили з Трампом | Віталій Портников. 05.07.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 05.07.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.