
Зеленський перед зустріччю з Трампом. Vitaly Portnikov. 15.06.2026.
Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky nutzte den Geburtstag seines amerikanischen Kollegen, um ihm zu gratulieren und über das bevorstehende Treffen während des G7-Gipfels zu sprechen.
Schon die Tatsache dieses Treffens ist bezeichnend. Mehr als vier Jahre nach Beginn des großen russisch-ukrainischen Krieges sind die führenden Staaten der zivilisierten Welt weder in der Lage, die Fortsetzung dieses Konflikts zu ignorieren, noch ihn zu lösen.
Mehr noch: Der Präsident der Vereinigten Staaten ist offensichtlich daran interessiert, zumindest einen Waffenstillstand an der russisch-ukrainischen Front vor den Kongresswahlen zu erreichen. Denn dies würde von ernsthaften außenpolitischen Erfolgen seiner Administration zeugen.
Die Frage ist, ob dies tatsächlich erreicht werden kann und was Trump und Zelensky bei ihrem bevorstehenden Treffen in diesem Zusammenhang besprechen werden.
Ich habe immer gesagt, dass das Ende des Krieges in erster Linie von Putin abhängt. Denn wenn der Aggressor seine militärischen Handlungen einstellt, gibt es weder mit einem Waffenstillstand noch mit Frieden irgendwelche Probleme.
Putin sprach ebenfalls mit Trump und gratulierte ihm zum Geburtstag. Und wir sahen erneut, dass der russische Präsident keinerlei Interesse daran hat, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden. Dass er daran interessiert ist, dass der Krieg weitergeht, die Ukraine zerstört wird und Zelensky gedemütigt wird.
Denn während seines Gesprächs mit dem amerikanischen Präsidenten erinnerte dessen russischer Kollege erneut daran, dass er bereit sei, den ukrainischen Staatschef nur in der russischen Hauptstadt zu treffen. Mit anderen Worten: Er lädt Zelensky zur Kapitulation ein.
Allerdings war von Putin auch nichts anderes zu erwarten. Der russische Präsident lebt längst in seiner eigenen Realität und ignoriert beharrlich die Tatsache, dass seine Truppen die erwarteten Ergebnisse nicht erzielen können. Putin ist, wie jeder Diktator, überzeugt, dass die Zeit für ihn arbeitet und dass er es sich leisten kann, beliebig viel Zeit aufzuwenden, um genau die Ziele zu erreichen, die er sich gesetzt hat.
Doch nun hängt das Ende des Krieges nicht nur von Putin ab. Es hängt auch von Zelensky ab. Das heißt davon, wie die Streitkräfte der Ukraine in den kommenden Monaten handeln werden und ob es ihnen gelingt, das russische Wirtschafts- und Energiepotenzial zu erschüttern.
Schon jetzt hören wir Nachrichten, die es in den ersten Kriegsjahren nicht gab: von einer echten Treibstoffkrise, vom Beginn der Isolierung der besetzten Krim, von der Bedrohung jenes Landkorridors, den Russland über die besetzten ukrainischen Gebiete zur Krim geschaffen hat, von Bränden in Betrieben des militärisch-industriellen Komplexes und von Problemen in der russischen Erdölverarbeitung. Und ich habe keinen Zweifel daran, dass all diese Probleme für Russland in den kommenden Monaten und Jahren zunehmen werden.
Die Frage ist eine andere: Wie kann man die Zerstörung der Ukraine, die Vernichtung der ukrainischen Infrastruktur durch russische Angriffe sowie die wachsenden wirtschaftlichen und demografischen Probleme verhindern? Und hier wird es ohne die Hilfe der westlichen Verbündeten, ohne die Hilfe der Vereinigten Staaten, nicht gehen.
Das ukrainische Luftverteidigungssystem arbeitet unglaublich professionell und neutralisiert faktisch die überwiegende Mehrheit der Angriffe durch Drohnen und Raketen verschiedener Typen. Gegen ballistische Raketen ist es jedoch machtlos, wenn keine Raketen für die Patriot-Systeme vorhanden sind. Und genau dies könnte übrigens ein wichtiges Thema der Gespräche zwischen Trump und Zelensky sein – damit die Ukraine vom Ende der Warteschlange für diese Raketen an die Spitze rückt.
Denn wenn man die russischen Angriffe auf die Ukraine neutralisiert und zugleich die ukrainischen Angriffe auf Russland wirksamer macht, dann ist das der Schlüssel zu einem schnellen Ende des Krieges. Wenn russische Angriffe ihre Ziele nicht erreichen und die russischen Truppen nicht vorankommen – während gleichzeitig ukrainische Angriffe die russische Wirtschaft in die Knie zwingen –, dann wird selbst ein so sturer Tölpel wie Putin gezwungen sein, über die Notwendigkeit nachzudenken, die Kampfhandlungen zu beenden. Zumindest für die Zeit, die er benötigt, um sich auf einen neuen Krieg vorzubereiten.
Und auch diese Chance sollte man ihm nicht geben – durch die Verwandlung der Ukraine in eine Festung und den weiteren Ausbau des militärisch-industriellen Komplexes unseres Landes, im Bewusstsein, dass das Schicksal der Ukraine ihr Schutz vor Russland ist. Zumindest für die Jahrzehnte der Herrschaft dieses chauvinistischen Regimes im Nachbarland.
Wenn die Vereinigten Staaten eine solche Unterstützung jedoch nicht leisten können und stattdessen die Ukraine zu politischen Zugeständnissen gegenüber Russland und zum Verzicht auf eigene Gebiete drängen, dann wird der gegenseitige Schlagabtausch lediglich beide Länder zerstören und zu keinerlei Ergebnissen führen. Wir werden in einem Krieg leben, der sich von einem Krieg der Armeen zu einem Krieg der Raketen entwickeln kann, und beobachten, wie ballistische Raketen ukrainische Städte in Gebiete verwandeln, die zum Leben ungeeignet sind.
Und das ist ganz sicher nicht das Ende, das man weder in der Ukraine noch in den Vereinigten Staaten erreichen möchte.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Зеленський перед зустріччю з Трампом. Віталій Портников. 15.06.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 15.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.