Petersburg erneut unter Drohnenangriffen | Vitaly Portnikov. 06.06.2026.

Nur wenige Stunden nachdem der russische Präsident Putin auf dem Petersburger Wirtschaftsforum versucht hatte, das Publikum davon zu überzeugen, dass ukrainische Angriffe auf russisches Territorium keinerlei Probleme für die russische Wirtschaft und Armee schaffen würden und die einzige Antwort darauf die Verstärkung der Luftverteidigung sein müsse, griffen ukrainische Drohnen die Leningrader Oblast der Russischen Föderation und die Umgebung von Sankt Petersburg an.

Der Angriff dauert auch jetzt noch an, während wir diese neuesten Nachrichten besprechen. Bereits bekannt wurde, dass Kronstadt, einer der wichtigsten russischen Häfen an der Ostsee und eine Stadt von symbolischer Bedeutung für die Russische Föderation, für den ein- und ausfahrenden Verkehr gesperrt wurde. Unter Beschuss stehen militärische und ölverarbeitende Anlagen in der Leningrader Oblast. Insbesondere wurde ein Forschungsinstitut in der Stadt Lomonosow getroffen, das ein Schlüsselunternehmen für die Entwicklung unbemannter Unterwasserwaffen in der Russischen Föderation ist.

Der Gouverneur der Leningrader Oblast, Alexander Beglow, riet den Einwohnern dieses Föderationssubjekts der Russischen Föderation erstmals in dessen Geschichte, ihre Häuser nicht zu verlassen, und erkannte damit die gesamte Gefahr an, die ukrainische Drohnen am Himmel eines der aggressivsten Staaten der Gegenwart schaffen. Und das in einer Situation, in der die Russen gehofft hatten, mit ihren Angriffen auf die Ukraine unser Leben unerträglich zu machen.

Der Angriff ukrainischer Drohnen beschränkte sich in dieser Nacht nicht nur auf die Leningrader Oblast, Kronstadt, Lomonosow und andere Ortschaften der Region, in der gerade das pompöse Petersburger Wirtschaftsforum zu Ende gegangen ist, das erneut die Unfähigkeit des Präsidenten der Russischen Föderation, Putin, bewiesen hat, die Realität zu begreifen, die sich derzeit in seinem Land infolge des aggressiven Krieges gegen die Ukraine und der Konfrontation mit der zivilisierten Welt als solcher entwickelt.

Angriffe wurden praktisch auf dem gesamten Territorium der Russischen Föderation sowie in den besetzten Gebieten des Donezker Gebiets durchgeführt. So wurde der Seehafen von Mariupol getroffen. Die Ukraine unternimmt derzeit Anstrengungen, um die russische Schifffahrt im Asowschen Meer zu lähmen.

Das ist praktisch dieselbe Situation wie mit der Landverbindung vom russischen Taganrog zu den besetzten Gebieten der Krim. Die Besetzung ukrainischen Territoriums, um diesen Weg zur Krim zu schaffen, war eine der wichtigsten Aufgaben der sogenannten Spezialoperation, die Putin bereits im fernen Februar 2022 gegen die Ukraine begann. Inzwischen wird offensichtlich, dass dieser Weg sowohl für Lastwagen, die Treibstoff auf die besetzte Krim transportieren sollen, als auch für jeden anderen Verkehr gefährlich ist.

Die Straße hört auf zu existieren, weil sie unter Feuerkontrolle ukrainischer Drohnen steht. Und so werden wir eine groß angelegte Infrastrukturkatastrophe auf jenen Gebieten beobachten können, die Russland sich anzueignen beschlossen hat. 

Wenn ich früher sagte, dass die Krim ohne Verbindung zum Festland nicht existieren kann, so sollte man nun daran erinnern, dass die Verbindung der Krim zum Festland nur dann bestehen kann, wenn sie sicher ist. Andernfalls erwartet die Halbinsel eine echte Infrastrukturkatastrophe.

Und Putin müsste das verstehen, denn genau dies war das Schicksal der Krimstaatlichkeit, nachdem alle Wege und Zufahrten zur Krim bereits in den Zeiten von Sophia und Peter, noch vor Katharina II., unter die Kontrolle der Truppen des Moskauer Zarentums geraten waren. Doch Putin lernt Geschichte, wie wir wissen, schlecht und versteht ihre Folgen weder für sein eigenes Land noch für jene Gebiete, die er sich anzueignen versucht.

Und zum Asowschen Meer hat dies ebenfalls einen direkten Bezug. Wie bekannt, versuchte die Russische Föderation, dieses Gewässer in ein russisches Binnenmeer zu verwandeln. Gerade deshalb wurden im Asowschen Meer keine Grenzen zwischen Russland und der Ukraine gezogen. Dafür wurden prorussische Stimmungen eines Teils der ukrainischen Führung und die Unfähigkeit der damaligen ukrainischen Führung genutzt, auf die Ansprüche der russischen Administration zu reagieren.

Nach 2022 wurde das gesamte Gebiet rund um das Asowsche Meer von den aggressiven und hinterhältigen russischen Besatzern besetzt, die sich, kann man sagen, seit Ende der 1990er Jahre auf diese Besetzung vorbereitet hatten, als sie sich weigerten, Grenzen im Asowschen Meer festzulegen. Und nun stellt sich heraus, dass Russland seine Kontrolle über das Asowsche Meer nicht genießen kann, weil seine Häfen sowohl auf dem administrativ zur Russischen Föderation gehörenden Gebiet als auch auf dem besetzten Teil des Territoriums der Ukraine unter Beschuss der Streitkräfte der Ukraine geraten können. Und Schiffe im Asowschen Meer können, wie wir aus den gestrigen Berichten wissen, ebenfalls nicht als sicherer Ort für die Besatzer gelten.

Das ist die Antwort auf die Frage, wie sich die Situation in Russland entwickeln wird, wenn der Präsident der Russischen Föderation, Putin, bereit ist, den Abnutzungskrieg gegen die Ukraine fortzusetzen. Man kann nicht sagen, dass ein solcher Krieg für die Ukraine gut ist. Aber auch die Wirtschaft der Russischen Föderation wird zerstört werden.

Und genau das muss unser Ziel für die kommenden Monate und Jahre der Konfrontation mit Russland sein. Bereits in Russland selbst sprechen Beobachter davon, dass die Zerstörung Russlands infolge des Krieges gegen die Ukraine unvermeidlich sei. Der Unterschied besteht nur darin, dass die ukrainische Wirtschaft von ganz Europa wiederaufgebaut werden wird, während Russland auch nach dem Ende des russisch-ukrainischen Krieges in Trümmern bleiben wird.

So war es übrigens auch mit der Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg, als Europa dank des Marshallplans wieder auf die Beine kam, während die Sowjetunion noch lange in Trümmern lag, weil niemand da war, der ihr geholfen hätte. Und die stalinistische bolschewistische Führung wollte diese Hilfe auch nicht. Glauben Sie mir, genau dies wird auch das Schicksal Russlands sein. Und dass die Russen jahrzehntelang in ihren Trümmern herumwühlen werden, ist die Antwort auf die Frage, was Frieden in der ganzen Welt bedeutet.

 Frieden in der ganzen Welt setzt die Zerstörung der russischen Wirtschaft voraus. Wenn die Russen mit deren Wiederaufbau beschäftigt sein werden, werden sie zumindest eine Zeit lang weder für einen Krieg gegen die Ukraine noch gegen andere Länder Zeit haben, und wir werden uns besser auf einen neuen aggressiven Schlag vorbereiten können.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Петербург знову під атакою дронів | Віталій Портников. 06.06.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 06.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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