Trump beschuldigt erneut die Ukraine | Vitaly Portnikov. 28.09.2026.

Donald Trump beschuldigt die Ukraine erneut, dass unsere Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation zu steigenden Treibstoffpreisen und, wie Donald Trump es ausdrückt, zu Problemen für die ganze Welt führen.

Interessant ist dabei, dass er, wenn er von Problemen für die ganze Welt spricht, dies gewissermaßen nicht in seinem eigenen Namen tut, sondern den ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky zitiert, dem er empfohlen habe, die Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen. Und angeblich habe Zelensky ihm gesagt, dass die Ukraine genau das tun werde, weil sie sich der weltweiten Probleme bewusst sei. „Es gibt andere Dinge, die Zelensky tun kann“, sagt Trump und meint damit, dass es in der Russischen Föderation auch andere Objekte gibt, die zu Zielen für die ukrainischen Verteidigungskräfte werden können.

Doch die Tatsache, dass der amerikanische Präsident immer wieder hartnäckig auf das Thema der russischen Ölraffinerien zurückkommt, sollte niemanden überraschen. Ich habe bereits mehrfach betont: Trump wird dieses Thema bis zu den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten nicht fallen lassen. Er muss darüber sprechen, damit seine Administration in den Augen derjenigen, die für republikanische Kandidaten stimmen wollen, nicht als verantwortlich für die steigenden Dieselpreise dasteht.

Trump versteht sehr gut, dass unentschlossene Wähler ihre Entscheidung gerade mit Blick auf die Preise an den Tankstellen treffen könnten. Und er möchte unbedingt, dass diese Wähler glauben, für diese Preise sei nicht der Iran verantwortlich – nun, der Iran ist natürlich infolge einer falsch organisierten Militärkampagne zu einem solchen Verursacher geworden –, sondern die Ukraine, die russische Ölraffinerien angreift und Russland daran hindert, Diesel ins Ausland zu exportieren.

Tatsächlich gehörte Russland früher zu den Ländern, die zur Versorgung der Welt mit Dieselkraftstoff beitrugen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sein Anteil an der Dieselversorgung auch nur annähernd mit jenem Anteil vergleichbar wäre, den die Weltwirtschaft infolge der iranischen Angriffe auf die Straße von Hormus verloren hat – infolge der Tatsache, dass der Iran die Durchfahrt durch diese Meerenge blockiert und auch nicht davor zurückgeschreckt ist, Tanker anzugreifen, die Öl und Ölprodukte transportierten. Und das ist eine völlig andere Geschichte, die mit der Beendigung der Blockade der Straße von Hormus verbunden sein muss.

Doch genau das kann Trump nicht gewährleisten. Obwohl er sagt, die Straße von Hormus sei in Wirklichkeit bereits wieder geöffnet und über sie werde eine Rekordmenge an Öl transportiert. Nur ist dann unklar: Warum ist Diesel eigentlich so teuer? Weil die Ukraine russische Ölraffinerien angreift.

Wir haben bereits von Volodymyr Zelensky gehört, dass er der amerikanischen Idee, diese Angriffe einseitig einzustellen, nicht zugestimmt hat. Dass die Ukraine von den Vereinigten Staaten verlangt, falls die Amerikaner tatsächlich wollen, dass diese Angriffe eingestellt werden, Russland zu einer Energiewaffenruhe zu bewegen. Darauf lassen sich die Russen nicht ein – also leiden sie aus Putins Sicht offenbar nicht so sehr unter unseren Angriffen.

Und nun zum wichtigsten Punkt: Wird Trump sich tatsächlich um eine solche Energiewaffenruhe bemühen? Braucht er es überhaupt, dass die Ukraine ihre Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation tatsächlich einstellt? Ich denke nicht.

Denn stellen wir uns vor, Zelensky würde diesen Forderungen des amerikanischen Staatschefs zustimmen, er würde die Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation einstellen, Russland würde seine Diesellieferungen auf den Weltmarkt wieder aufnehmen, die Preise würden aber nicht sinken. Dann hätte eben jener Wähler, der bei den Zwischenwahlen seine Stimme abgeben wird, keinerlei Zweifel mehr daran, dass für den Anstieg der Treibstoffpreise an den Tankstellen der Vereinigten Staaten die Administration Donald Trumps verantwortlich ist. Eine Schlussfolgerung, zu der er aus Sicht des amerikanischen Präsidenten auf keinen Fall gelangen darf.

Deshalb ist Trumps Taktik in Wirklichkeit ziemlich einfach: ständig davon zu sprechen, dass die ukrainischen Angriffe auf die russische Ölverarbeitungsindustrie zum Treibstoffmangel und zu steigenden Preisen geführt hätten. Gleichzeitig aber nichts dafür zu tun, dass diese Angriffe aufhören, damit es weiterhin jemanden gibt, dem man die Schuld geben kann. Und genau das wird in dieser Wahlkampfphase das zentrale Thema in der Rhetorik des amerikanischen Präsidenten sein.

Auf die Frage, ob die Ukraine ihre Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation einstellen sollte, weil Donald Trump dies verlangt, gibt es meines Erachtens daher eine völlig verständliche und eindeutige Antwort: Nein, das sollte sie nicht, weil Donald Trump das nicht braucht und weil er nichts gegen die Ukraine unternehmen wird, selbst wenn wir uns weigern, diese Angriffe einzustellen.

Mehr noch: Trump braucht es, dass wir diese Angriffe durchführen, damit er in diesen letzten Wochen etwas hat, worüber er mit den Wählern sprechen kann. Nach den Zwischenwahlen jedoch, wenn klar sein wird, welche Partei das Repräsentantenhaus und welche Partei den Senat kontrolliert, könnten wir uns in einer völlig anderen politischen Welt wiederfinden, in der Donald Trump und die Führung seiner Administration ganz sicher andere Sorgen haben werden als die ukrainischen Angriffe auf die Ölverarbeitungsindustrie der Russischen Föderation.

Und ich denke, dass Trump sie dann überhaupt nicht mehr erwähnen wird, weil ihn nicht die Preise an den Tankstellen beschäftigen werden, sondern die Frage, wie er Kontakte zum neuen Kongress herstellen und wie er die Folgen eines durchaus möglichen Sieges der Demokraten abwenden kann.

Das Einzige, was man sich natürlich wünschen würde, wäre, dass wir diese Situation mit Trumps Forderungen für den Versuch nutzen, eine wirkliche Energiewaffenruhe herbeizuführen. Aber das ist, wie wir verstehen, keine Frage an Donald Trump. Es ist eine Frage an Putin und daran, wie der russische Präsident die Folgen der ukrainischen Angriffe auf die russische Ölverarbeitung tatsächlich bewertet – Angriffe, die sich hinsichtlich der Verluste für die russische Ölverarbeitungsindustrie als weitaus wirksamer erwiesen haben als alle westlichen Sanktionen gegen russische Energieunternehmen zusammengenommen.

Wenn wir uns also vorstellen, dass Putin diese Angriffe objektiv und realistisch bewertet, könnte man auf irgendeine Form von Energiewaffenruhe hoffen. Wenn Putin dagegen weiterhin der Ansicht ist, dass wir ruhig die Hälfte der Ölverarbeitungsindustrie der Russischen Föderation zerstören können, solange er nur die Möglichkeit behält, Kyiv zu terrorisieren und erneut zu versuchen, die Ukraine im Winter 2026/2027 frieren zu lassen, dann werden uns auch Trumps Äußerungen über die Dieselpreise nicht dabei helfen, mit der Russischen Föderation wenigstens eine Vereinbarung über eine teilweise Waffenruhe im Energiebereich zu erreichen. Auch dessen muss man sich bewusst sein, wenn wir die neuen Äußerungen des amerikanischen Staatschefs hören.


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Titel des Originals: Трамп знову звинувачує Україну | Віталій Портников. 28.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 28.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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In Russland geht der Treibstoff aus | Vitaly Portnikov. 01.06.2026.

Die Russen spüren bereits ernsthafte Probleme bei der Ölverarbeitung. Nach Angaben der Agentur Bloomberg betrug das durchschnittliche Volumen der Ölverarbeitung in den Betrieben der Russischen Föderation im Mai dieses Jahres 4,58 Millionen Barrel pro Tag, was 700.000 Barrel weniger sind als im Mai des vergangenen Jahres. Insgesamt ist dies der niedrigste Wert seit Oktober 2009. Das ist das Ergebnis der Tatsache, dass die Ukraine im Mai 2026 acht von zehn russischen Raffinerien angegriffen hat.

Nun steht Russland vor einem echten Dilemma. Entweder muss man Öl gegen Devisen kaufen, von denen ohnehin nicht mehr viele in den Haushaltsreserven der Russischen Föderation vorhanden sind, oder man muss jenes Öl, das nicht zu den Raffinerien gelangen kann, auf dem Weltmarkt verkaufen, um die Devisenreserven aufzufüllen. Doch auch hier gibt es reale Probleme, denn die Ukraine greift nicht nur die Ölverarbeitungsbetriebe der Russischen Föderation an, sondern auch die russischen Ölhäfen.

Jene Ausnahmen, die die Vereinigten Staaten Russland für den Verkauf seines Öls auf dem Weltmarkt gewährt haben, betreffen nur das Öl, das sich zum Zeitpunkt des Beginns des amerikanisch-israelischen Krieges gegen den Iran bereits auf Tankern befand. Neues Öl muss erst aus Russland herausgebracht werden, und das ist aufgrund der Lage in den Ölhäfen problematisch. Und danach muss es noch illegal verkauft werden. Zudem fühlt sich die Schattenflotte der Russischen Föderation auf den Weltmeeren derzeit nicht besonders wohl, weil immer mehr europäische Länder Tanker festsetzen, die russisches und iranisches Öl transportieren.

Und genau hierin liegt der Schlüssel zur Antwort auf die Frage: Wann könnte der russisch-ukrainische Krieg enden? Erst dann, wenn der Russischen Föderation die Ressourcen zur Fortsetzung dieses Krieges ausgehen.

Die Ölverarbeitung ist einer der realen Faktoren, auf die man achten sollte.

  • Erstens nutzt die russische Armee, die weiterhin versucht, auf ukrainischem Boden Offensivoperationen durchzuführen, gerade die Produkte der russischen Raffinerien. Wenn dieser Armee der Treibstoff ausgeht, wird sie auch nicht mehr in der Lage sein, weiter vorzurücken.
  • Zweitens werden Treibstoff und andere Erdölprodukte natürlich benötigt, damit die russische Wirtschaft funktioniert. Ohne Geld kann man ebenfalls keinen Krieg führen.
  • Drittens gibt es einen sehr wichtigen Aspekt im Zusammenhang mit den Haushaltsmitteln, die zur Bezahlung der Vertragssoldaten benötigt werden, die weiterhin in den russischen Streitkräften kämpfen oder sich jener Bande anschließen wollen, die Ukrainer tötet und ausraubt sowie ukrainisches Land besetzt.

Und wir verstehen sehr gut, dass der russische Präsident Putin ohne die Öl- und Raffinerieindustrie der Russischen Föderation keinerlei reale Möglichkeiten hat, den Krieg fortzusetzen. Somit sind die Angriffe auf die Raffineriebetriebe der Russischen Föderation Teil einer Strategie, die darauf abzielt, den russisch-ukrainischen Krieg möglichst bald zu beenden oder ihn zumindest für Russland deutlich teurer zu machen.

Man muss verstehen, dass dies nur ein Teil des Problems ist. Selbst wenn man sich vorstellt, dass Russland keine neuen Soldaten mehr mobilisieren kann und seine Militärtechnik an der Front nicht genügend Treibstoff für die Fortsetzung der Kampfhandlungen erhält, könnte Moskau den Schwerpunkt des russisch-ukrainischen Krieges auf die ständigen Bombardierungen ukrainischer Städte und Siedlungen verlagern, um sie in Ruinen zu verwandeln und die ukrainische Bevölkerung – zumindest in den großen Städten des Landes – erheblich zu verringern.

Ich werde nicht müde zu wiederholen, dass der Präsident der Russischen Föderation gegen die Ukraine nicht nur einen territorialen, sondern auch einen demografischen Krieg führt und dass die erhebliche Verringerung der Bevölkerungszahl auf dem Territorium der Ukraine ein wichtiges Ziel dieses Krieges ist.

Deshalb bleiben neben den Angriffen auf die Raffinerien und Ölhäfen der Russischen Föderation auch Angriffe auf den militärisch-industriellen Komplex Russlands eine wichtige Aufgabe – auf all jene Fabriken, die Kalibr-, Kinschal- und Iskander-Raketen, Drohnen und andere Militärtechnik produzieren, die Russland für Angriffe auf ukrainisches Territorium einsetzt.

Dabei muss man sich bewusst sein, dass selbst dann, wenn der russisch-ukrainische Krieg künftig Perspektiven auf ein Ende haben sollte, die Gefahr neuer Raketenangriffe auf das Territorium der Ukraine sowie von Drohnenangriffen auch nach dem Abschluss eines Waffenstillstands bestehen bleiben wird. Denn es liegt im Interesse der Russischen Föderation, die Ukraine in einem Zustand der Unsicherheit zu halten und dadurch sowohl die Entwicklung der ukrainischen Wirtschaft als auch die Möglichkeiten der europäischen und euro-atlantischen Integration der Ukraine auf unbestimmte Zeit erheblich zu bremsen. Auf diese Weise soll der Nachbarstaat zu Diskussionen über eine mögliche Wiederaufnahme der Integration mit der Russischen Föderation gedrängt werden – ungeachtet der katastrophalen Folgen des russisch-ukrainischen Krieges und der Tausenden von Ukrainern, die von Russen getötet wurden.

Um eine solche Entwicklung zu verhindern, müssen sowohl der Raffineriesektor als auch der militärisch-industrielle Komplex der Russischen Föderation ständig unter den Schlägen der ukrainischen Streitkräfte stehen.

Tatsächlich gibt es keinen anderen realen Weg, um den Kreml dazu zu bringen, über ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges nachzudenken. Keine diplomatischen Verhandlungen werden ohne reale Probleme für die Russische Föderation irgendwelche Ergebnisse bringen – außer dass Putin den diplomatischen Prozess verschleppt, um seine guten Beziehungen zur Administration des Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump aufrechtzuerhalten und Verhandlungen mit der Europäischen Union aufzunehmen, um eine Lockerung des Sanktionsdrucks auf die Russische Föderation zu erreichen.

Wenn es uns jedoch gelingt, die Raffinerieindustrie der Russischen Föderation und den militärisch-industriellen Komplex des Nachbarlandes in Trümmer zu legen, verschaffen wir uns zumindest Zeit, um uns auf einen neuen Krieg mit der Russischen Föderation vorzubereiten, der unvermeidlich werden könnte, solange in Russland ein Tschekisten-Regime an der Macht bleibt – sei es unter Präsident Putin oder unter einem seiner Nachfolger aus den Reihen des Föderalen Sicherheitsdienstes der Russischen Föderation oder des Föderalen Schutzdienstes der Russischen Föderation.

Dann wird alles davon abhängen, welches der beiden Länder sich schneller in eine echte Festung verwandelt, die für eine neue Schlacht bereit ist. Denn wenn es der Ukraine gelingt, sich gründlich vorzubereiten und zu einer solchen Festung zu werden, könnte Russland einfach zu dem Schluss kommen, dass ein neuer großer Krieg für es unbezahlbar wäre und dass es sich nicht lohnt, erneut seine Raffinerien und Ölhäfen aufs Spiel zu setzen.


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Titel des Originals: В Росії закінчується пальне | Віталій Портников. 01.06.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 01.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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