Laura Loomers Mission | Vitaly Portnikov. 27.07.2026.

Місія Лори Лумер. Віталій Портников. 27.07.2026.

Die Ankunft der bekannten amerikanischen rechtskonservativen Bloggerin Laura Loomer in der ukrainischen Hauptstadt wurde von den ukrainischen Behörden und in unseren Medien so wahrgenommen und dargestellt, als handele es sich um den Besuch einer Amtsträgerin, von deren Entscheidungen die Beziehungen zwischen der Ukraine und den Vereinigten Staaten abhängen würden. Vor dem Hintergrund der russischen Angriffe mit ballistischen Raketen gab Volodymyr Zelensky Laura Loomer ein Interview, und meine Kollegin Maritschka Padalka erzählte der MAGA-Aktivistin mit großer Emotionalität von den ukrainischen Wurzeln ihres jüdischen Großvaters.

Dennoch steckt in einer solchen Haltung ein gewisser rationaler Kern. Selbst Donald Trump hört Laura Loomer mit Interesse zu, obwohl der amerikanische Präsident bereits mehrfach gezeigt hat, dass selbst seine treuesten Anhänger keinen Einfluss auf seine Meinung haben, wenn diese ihren Schlussfolgerungen widerspricht. Wer also auf wen hört, ist nach wie vor eine große Frage. Denn auch in Kyjiw vertrat Laura Loomer weiterhin den meiner Ansicht nach völlig falschen Standpunkt der radikalen Konservativen, wonach eine Fortsetzung der finanziellen Unterstützung für die Ukraine unmöglich sei. Dabei ist gerade dies der wichtigste Punkt, der sich tatsächlich ändern könnte, denn Mitgefühl und Tränen kann man bekanntlich nicht aufs Brot streichen.

Laura Loomers Mission besteht daher in erster Linie nicht darin, ihre Haltung gegenüber der Ukraine zu ändern. Ihre Mission besteht darin, ihre Haltung gegenüber Russland zu verändern.

Aus dieser Perspektive kann die Reise der populären Bloggerin und Verschwörungstheoretikerin als eine Art Revanche für den Besuch eines anderen rechtskonservativen Kommentators, Tucker Carlson, in der russischen Hauptstadt betrachtet werden. Zur Erinnerung: Damals reagierten die russischen Medien auf Carlsons Besuch mit nicht geringerem, wenn nicht sogar größerem Enthusiasmus als die Ukrainer auf den Besuch Loomers. Und Putin gab dem in rechtskonservativen Kreisen angesehenen Moderator ein Interview.

Seitdem hat sich vieles verändert. Nach Beginn der amerikanisch-israelischen Operation gegen den Iran wurde Carlson zu einem unversöhnlichen Gegner, ja sogar zu einem Feind Trumps. Er verließ sowohl die MAGA-Bewegung als auch die Republikanische Partei. Trump selbst äußert sich inzwischen ohne Begeisterung über Putin, und seine Verbündeten vermeiden es, auch nur einen Zeitpunkt für das Ende des russisch-ukrainischen Krieges zu nennen – ganz zu schweigen von einer Wiederaufnahme des ohnehin wenig aussichtsreichen Verhandlungsprozesses.

Auch die Haltung vieler Konservativer gegenüber Russland verändert sich. Russland wird von vielen nicht mehr als christliche „Stadt auf dem Berge“, als letzte Festung traditioneller Werte wahrgenommen. Laura Loomer erklärte die Veränderung ihrer eigenen Haltung ausgerechnet im Innenhof des Kyiv-Petschersk-Lawra-Klosters – jenes Klosters, das vor wenigen Wochen zu den Zielen eines weiteren russischen Angriffs auf die ukrainische Hauptstadt gehörte.

Genau das ist in Wirklichkeit der entscheidende Punkt. Seit Trump ins Oval Office zurückgekehrt ist, werde ich nicht müde zu betonen, dass weder er noch sein Vorgänger den Schlüssel zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges in der Tasche haben. Erst recht nicht jetzt, da Trump in die Treibstoff-Falle der Straße von Hormus geraten ist, aus der völlig unklar ist, wie – oder ob überhaupt – man wieder herauskommen kann.

Wenn der amerikanische Präsident also nicht bereit ist, der Ukraine zu helfen – und wir verstehen, dass eine solche Entscheidung für ihn eine grundlegende Überprüfung der gesamten Philosophie des Trumpismus bedeuten würde –, dann soll er Russland wenigstens nicht „helfen“. Er soll gegenüber dem Putin-Regime eine härtere Haltung einnehmen. Er soll keine Illusionen über die Möglichkeit von Vereinbarungen mit dem russischen Präsidenten haben. Er und seine Anhänger sollen aufhören, Russland als eine vermeintliche konservative Zitadelle zu betrachten.

Wenn es Laura Loomer gelingt, Trump von der Sinnhaftigkeit genau dieses Ansatzes zu überzeugen, dann wäre das bereits ein großer Schritt in die richtige Richtung.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Місія Лори Лумер. Віталій Портников. 27.07.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 27.07.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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uebersetzungenzuukraine.data.blog
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