In Polen wird angekündigt, dass man angesichts der immer wieder nahe der ukrainisch-polnischen Grenze auftauchenden russischen Drohnen Präventivmaßnahmen ergreifen werde.
Wie bekannt, wurden in diesen Tagen erstmals seit Beginn des großen Krieges Russlands gegen die Ukraine Gebiete an der polnisch-ukrainischen Grenze angegriffen – zwar auf ukrainischem Territorium, aber in unmittelbarer Nähe zur Republik Polen. Das konnte bei unseren Nachbarn nur ernsthafte Besorgnis auslösen.
Dabei können wir bereits von einer tatsächlichen Bereitschaft der Russischen Föderation sprechen, nach Wegen zu suchen, die Ukraine von ihren europäischen Nachbarn zu isolieren. Es begann mit der Bombardierung von Grenzübergängen an der Grenze zwischen der Ukraine und der Republik Moldau. Meiner Ansicht nach war dies eine Generalprobe für jenen großen Plan, der im Kreml bereits vorbereitet worden ist.
Die Republik Moldau ist nicht Teil der Europäischen Union, sondern lediglich Beitrittskandidat und gehört nicht der NATO an. Die Russen konnten daher davon ausgehen, dass man gerade mit einem Land beginnen sollte, das nicht mit schnellem Schutz oder zumindest mit einer Reaktion seiner Verbündeten rechnen kann.
Und nachdem die Angriffe auf Grenzübergänge nahe dem Territorium der Republik Moldau stattgefunden hatten, gingen sie zur nächsten Phase ihrer Pläne über: zu Angriffen auf das Grenzgebiet zu Polen, auf Personenzüge und auf die Grenzübergänge selbst.
Die Idee ist vollkommen klar. Erstens soll die Ukraine von ihren europäischen Verbündeten isoliert werden. In Moskau ist man zu dem Schluss gekommen, dass die europäische Hilfe Russland keine Möglichkeit geben wird, den russisch-ukrainischen Krieg zu gewinnen oder die Ukraine zur Kapitulation zu zwingen. Und damit ist die Isolierung der Ukraine einer der wichtigen Schritte auf dem Weg zur Vorbereitung jener Kapitulation Kyivs vor Moskau, von der Putin weiterhin träumt.
Der zweite Punkt ist die Möglichkeit, die Gesellschaften in den europäischen Ländern einzuschüchtern. Denn in Moskau hofft man, dass die Bürger der Mitgliedstaaten der Europäischen Union und der NATO erkennen werden, dass die einzige wirkliche Alternative zu einem Krieg in Europa Vereinbarungen mit Russland über ein Zusammenleben sind. Und dieses Zusammenleben schließt natürlich die Unterstützung der Ukraine und weitere Maßnahmen zur wirtschaftlichen und politischen Isolierung des Putin-Regimes aus.
Es gibt viele Politiker, die bereit sind, den Weg zu Vereinbarungen mit der Russischen Föderation einzuschlagen. Es gibt sie in Polen, es gibt sie in Deutschland. Und Sie können übrigens feststellen, dass vor den Wahlen im Bundesland Sachsen-Anhalt, bei denen die rechtspopulistische Alternative für Deutschland triumphierte, die sich gerade mit Putin verständigen will, ein ganzes Feuerwerk an Sabotageakten veranstaltet wurde. Diese sollten den Bewohnern der ostdeutschen Bundesländer demonstrieren, dass sie sowohl Licht als auch Wärme verlieren würden, wenn sie keine Politiker wählen, die bereit sind, sich mit dem Kreml zu verständigen.
Nun ist Polen an der Reihe. Wir sehen eine ernsthafte Besorgnis wegen russischer Angriffe in den östlichen Woiwodschaften des Landes, wo mehrmals Alarm ausgelöst, die Luftwaffe in Bereitschaft versetzt und der Schulunterricht abgesagt wurde.
Die Nähe des Krieges wirkt sich auf die Bevölkerung immer ziemlich negativ aus. Und hier stellt sich die wichtige Frage, wie diese Bevölkerung politisch auf solche permanenten Bedrohungen reagieren wird, wenn sie zu einem Teil des Lebens der Bewohner der Grenzwoiwodschaften werden. Werden sie tatsächlich bereit sein, für prorussisch eingestellte Politiker zu stimmen, oder werden sie im Gegenteil von ihrer Regierung Widerstand verlangen? Und das wird davon abhängen, wie Warschau und andere europäische Hauptstädte tatsächlich auf die zunehmende Eskalation reagieren werden.
Wir sehen, dass jetzt erneut die Frage einer gemeinsamen Kontrolle des Luftraums der Ukraine und Polens an Bedeutung gewinnt. Der polnische Außenminister Radosław Sikorski hatte bereits über eine solche Möglichkeit gesprochen, als eine ganze Armada russischer Aufklärungsdrohnen im Luftraum seines Landes aufgetaucht war. Doch damals wurde dem polnischen Minister leider kein Gehör geschenkt.
Er hat diese Initiative nun erneut vorgebracht, die zweifellos sowohl für Ruhe in den östlichen Woiwodschaften der Republik Polen sorgen als auch die ukrainische Luftverteidigung in den westlichen Gebieten unseres Landes entlasten könnte, wodurch es möglich würde, das Zentrum und den Osten schneller vor russischen Angriffen zu schützen.
Und noch ein ziemlich wichtiger Punkt, der ein Signal an den Kreml sein könnte, sind die Worte des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, wonach die Vereinigten Staaten die Vorbereitungen für die Eröffnung ihrer Militärbasis auf dem Gebiet der Republik Polen intensivieren. Dies ist möglicherweise das ernsthafteste Signal des amerikanischen Präsidenten an seinen russischen Amtskollegen in den vergangenen Jahren.
Damit gibt man dem Präsidenten der Russischen Föderation in Washington zu verstehen, dass er Polen nicht ungestraft angreifen kann und dass Angriffe auf Polen irgendwann zu Angriffen auf das amerikanische Kontingent werden könnten, das nicht nur auf polnischem Territorium stationiert sein, sondern dort auch vergrößert werden wird. Der russische Präsident wird daher das gesamte Risiko abwägen müssen, das mit seinen Absichten verbunden ist, den Krieg auf das Gebiet von Mitgliedstaaten der Europäischen Union auszuweiten.
Ja, wir verstehen sehr gut, dass es sich bislang gerade um einen hybriden Krieg handelt. Doch in einem hybriden Krieg ist es gar nicht so schwer, einen Fehler zu machen, der ihn in einen echten Krieg verwandelt. Die gesamte Geschichte der Weltkriege zeigt gerade, dass solche Fehler zu realen militärischen Auseinandersetzungen führten und eine solche Eskalationsspirale in Gang setzten, aus der es keinen Ausweg mehr gab.
Möglicherweise versuchen die Vereinigten Staaten mit ihrer Ankündigung, eine Militärbasis auf dem Gebiet der Republik Polen eröffnen zu wollen und die Maßnahmen zu deren weiterem Ausbau zu verstärken, den russischen Präsidenten von unüberlegten Schritten abzuhalten. Doch es stellt sich immer die Frage, inwieweit Präsident Putin heute, nach viereinhalb Jahren des großen Krieges Russlands gegen die Ukraine, viereinhalb Jahre nachdem seine Blitzkriegspläne gescheitert sind und er sich in einen jahrelangen Krieg mit einem Nachbarstaat verstrickt hat, politisch noch in der Lage ist, dieses Signal aus dem Weißen Haus realistisch einzuschätzen und zu erkennen, auf welchen Weg mit ungewissem Ausgang er sich begeben könnte, wenn er den Krieg gegen die Ukraine auf unsere europäischen Nachbarn ausweiten will.
Bislang haben wir keine Situation erlebt, in der Putin wie jemand gewirkt hätte, der die Risiken in dem Krieg, den er am 24. Februar 2022 begonnen hat, stets nüchtern einschätzt.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Польща готується до ударів | Віталій Портников. 17.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 17.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.