Die Regierung von Präsident Donald Trump erwägt laut einem Bericht der New York Times, die Sanktionen gegen den Russischen Direktinvestitionsfonds aufzuheben, der in der westlichen Welt als eine Art schwarze Kasse des russischen Präsidenten Putin betrachtet wird.
Der Direktinvestitionsfonds wird unmittelbar von Kirill Dmitrijew betreut, dem Sonderbeauftragten des Präsidenten der Russischen Föderation für internationale Wirtschaftsbeziehungen, der bekanntlich im vergangenen Jahr eine ganze Reihe von Treffen mit den Sondergesandten von Präsident Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, abgehalten hat. Und derzeit hilft der Fonds bei der Lieferung von Dieselkraftstoff aus der Russischen Föderation.
Bekanntlich hat dieser Deal zwischen dem amerikanischen und dem russischen Präsidenten Möglichkeiten für eine weitere Zusammenarbeit zwischen Moskau und Washington im Wirtschaftsbereich eröffnet. Und Trump ist ausgesprochen stolz auf diese Entscheidung, weil er glaubt, dass sie zur Stabilisierung des Öl- und Kraftstoffmarktes in der ganzen Welt beiträgt.
Doch wie wir sehen, geht es keineswegs nur um den Kraftstoffmarkt, sondern um die Suche nach Wegen, die Sanktionen gegen die Russische Föderation noch während des russisch-ukrainischen Krieges aufzuheben. Genau das ist die Hauptaufgabe von Kirill Dmitrijew und, man könnte sagen, die Hauptaufgabe der Putin-Regierung selbst.
Die Idee ist sehr einfach. Sie wurde vor Kurzem vom russischen Außenminister Sergej Lawrow während der Sitzung der UN-Generalversammlung formuliert. „Wenn die Vereinigten Staaten tatsächlich gutnachbarschaftliche Beziehungen zur Russischen Föderation unterhalten wollen“, sagte der Minister, „muss die Ukraine aus diesen Beziehungen ausgeklammert werden.“
Genau das ist die Idee. Sie begann buchstäblich in den ersten Monaten nach Donald Trumps Rückkehr ins Oval Office in die Tat umgesetzt zu werden. Ich erinnere daran, dass der Präsident der Vereinigten Staaten dem Präsidenten der Russischen Föderation vorgeschlagen hatte, das Feuer an der russisch-ukrainischen Front einzustellen und Friedensverhandlungen aufzunehmen.
Putin lehnte diese Idee entschieden ab. Auch heute stimmt er ihr nicht zu. Dennoch begannen Gespräche über die Möglichkeit einer Waffenruhe, falls die Ukraine bestimmte, von der Russischen Föderation diktierte Bedingungen erfüllen würde. Trump unterstützte diese Idee, doch auch hier zeigte Putin seine völlige Weigerung, irgendwelche Kompromisse im Zusammenhang mit einer Waffenruhe einzugehen.
Anstatt zu erkennen, dass seine Entscheidung, auf den Dialog mit dem Präsidenten der Russischen Föderation zu setzen, falsch gewesen war und dass die Entscheidung seines Vorgängers, den russischen Präsidenten international zu isolieren, logisch gewesen war, ging der amerikanische Präsident noch weiter. Er akzeptierte die Möglichkeit, während des andauernden russisch-ukrainischen Krieges Friedensverhandlungen mit Russland zu führen, und begann nicht nur, seine Vertreter in die russische Hauptstadt zu entsenden, sondern auch die Ukrainer von der Zweckmäßigkeit solcher Verhandlungen zu überzeugen.
Dabei gibt es eine einfache, ich würde sogar sagen goldene Regel der Diplomatie: Wenn die Kanonen sprechen, schweigen die Diplomaten. Diplomaten beginnen erst dann, über konkrete Lösungen für Fragen im Zusammenhang mit dem Frieden zu sprechen, wenn die Kanonen verstummen. Und genau diese goldene Regel hat Trump missachtet, um eine Möglichkeit zur Verständigung mit Putin zu finden.
Und natürlich ging der russische Präsident noch weiter. Bekanntlich kommt der Appetit des Aggressors beim Essen. Er begann, eine neue, für Russland wichtige Idee voranzutreiben: die Möglichkeit wirtschaftlicher Beziehungen zur Russischen Föderation während des Krieges.
Der Diesel-Deal zwischen Trump und Putin wurde zum ersten wichtigen Schritt auf dem Weg zu diesem wirtschaftlichen und diplomatischen Sieg des Kremls. Anstatt neue Sanktionen gegen die Russische Föderation und ihre Unterstützer im Energiesektor zu verhängen, wie es das sogenannte Graham-Gesetz formell vorsah, vereinbarte Donald Trump die Aufhebung der Sanktionen gegen den russischen Ölsektor für die nächsten sechs Monate. Damit gab er dem russischen Präsidenten die Möglichkeit, auf neue, beträchtliche Einnahmen für den russischen Staatshaushalt zu hoffen, die Moskau für die Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges dringend benötigt.
Und damit dieses Geld problemlos in den Haushalt der Russischen Föderation fließen kann, zwang er die Ukraine auch noch dazu, auf Angriffe gegen die russische Ölraffinerieindustrie zu verzichten. Er schuf also ideale Bedingungen dafür, dass Putin überhaupt nicht mehr über irgendwelche Möglichkeiten nachdenken muss, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden. Denn wenn Geld vorhanden ist, besteht auch die Möglichkeit, Krieg zu führen. Und damit es künftig keine weiteren Probleme gibt, prüft die Regierung des amerikanischen Präsidenten weiterhin mögliche neue wirtschaftliche Zugeständnisse an Russland.
Das Einzige, was die Trump-Regierung bislang noch zurückhält, ist der Umstand, dass sie versucht, ein Modell für die Wirtschaftsbeziehungen mit der Russischen Föderation nach dem Ende der Kampfhandlungen zu entwickeln. Und sie hofft, dass solche Angebote den russischen Präsidenten dazu bewegen werden, seinen Krieg gegen die Ukraine zu beenden.
Putin hingegen hofft, dass Trump und seine Regierung der Umsetzung gemeinsamer wirtschaftlicher Vereinbarungen noch vor dem Ende des Krieges gegen die Ukraine zustimmen werden. Und auf diese Weise würde Trump den russischen Präsidenten, könnte man sagen, mit der ganzen Idee einer Beendigung des Krieges endlich in Ruhe lassen, weil er überhaupt keine Druckmittel mehr hätte, um Putin dazu zu zwingen, von der Ukraine abzulassen.
Somit können wir objektiv feststellen, dass die Politik der gegenwärtigen amerikanischen Regierung zur Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges beiträgt und Putin in seiner Überzeugung bestärkt, dass dieser Krieg vor dem Hintergrund vorgetäuschter Friedensverhandlungen sowie neuer Schritte zur Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Russischen Föderation und den Vereinigten Staaten weitergeführt werden kann.
Und das einzige Problem für Putin bleibt dabei Europa, das die Sanktionen gegen Russland nicht aufheben will und damit faktisch sämtliche Pläne von Donald Trump und Putin zu bloßen Gedankenspielen macht. Deshalb spricht man im Kreml inzwischen von der Notwendigkeit, neue Instrumente einzusetzen, um den Europäern die Bedeutung eines gemeinsamen Vorgehens mit den Amerikanern zu verdeutlichen. Deshalb hofft man im Kreml, dass die Vereinigten Staaten die europäischen Länder ebenfalls dazu zwingen werden, einer Lockerung der Sanktionen gegen Russland zuzustimmen. Und deshalb wird es in absehbarer Zukunft weder zu einer solchen Lockerung der Sanktionen noch zu echten russisch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen noch zu einer Aussicht auf ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges kommen.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп готує нові поступки | Віталій Портников. 29.10.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 29.10.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.