Warum Trump erneut Druck auf die Ukraine ausübt | Vitaly Portnikov. 12.10.2026.

Чому Трамп знову тисне на Україну. Віталій Портников. 12.10.2026.

Nach den Vereinbarungen zwischen dem amerikanischen und dem russischen Präsidenten über die Aufhebung der Sanktionen gegen die Lieferung russischen Dieselkraftstoffs hat zwischen den Vereinigten Staaten und der Ukraine eine Krise begonnen, die in ihrem Ausmaß nicht einmal mit jener Krise vergleichbar ist, die infolge der Auseinandersetzung zwischen Trump und Zelensky im Oval Office entstanden war.

Jetzt fordert der amerikanische Präsident entschieden von der Ukraine, die Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation einzustellen und sogar den Präsidenten auszutauschen, der damit nicht einverstanden ist. Es gibt bereits Informationen darüber, dass Beamte des Weißen Hauses Kyiv damit erpressen, aus dem Programm zur Lieferung amerikanischer Waffen mit europäischen Geldern auszusteigen und den Austausch von Geheimdienstinformationen einzustellen.

Dabei lässt sich das Geschehen durch keinerlei formale politische Logik erklären, außer durch die Logik des Wahlkampfs. Erst vor wenigen Wochen hat der amerikanische Präsident feierlich das „Graham-Gesetz“ unterzeichnet, das ihm die Möglichkeit gibt, Sanktionen gegen Länder zu verhängen, die russische Energieträger kaufen. Die Hauptaufgabe dieses Gesetzes besteht darin, den Export russischer Energieträger auf den Weltmarkt zu stoppen und Russland gerade dadurch zu zwingen, einem Ende des Krieges zuzustimmen. Gleichzeitig fordert Trump von Kyiv, diesen Export nicht länger durch eigene Angriffe auf Ölraffinerien einzuschränken, und lobt Putin für die Lieferung von Öl auf den Weltmarkt, obwohl es sich dabei um illegale Lieferungen handelt. Wahnsinn? Wäre es doch nur das!

Die Menge an Dieselkraftstoff, die Putin auf den Weltmarkt zu liefern versprochen hat, ist verschwindend gering im Vergleich zu den Mengen, die die Vereinigten Staaten selbst jeden Monat exportieren. In die USA selbst kann russischer Diesel nicht gelangen, weil dies gesetzlich verboten ist. An andere Länder kann Putin Dieselkraftstoff auch ohne Genehmigung des amerikanischen Finanzministeriums verkaufen. So exportierte Russland vor den ukrainischen Angriffen monatlich bis zu drei Millionen Tonnen Dieselkraftstoff, während jetzt von 300.000 Tonnen mit einer schrittweisen geringfügigen Steigerung die Rede ist. Wozu Trump und Putin dieses Geschäft brauchten, lässt sich aus logischer Sicht nicht erklären. Es bleiben nur Vermutungen.

Die wichtigste Vermutung ist, dass Trump auf diese Weise versucht, Probleme für die Republikaner bei den Zwischenwahlen zu verhindern, und hofft, den Dieselpreis durch lautstarke Ankündigungen über Vereinbarungen mit Putin zu senken. Doch die Wähler werden nicht auf Worte reagieren, sondern auf die Preistafeln an den Tankstellen schauen. Und die Preise auf diesen Tafeln werden durch Trumps Worte wohl kaum sinken – zumindest nicht sofort.

Manche erklären das Verhalten des amerikanischen Präsidenten mit dem Wunsch bestimmter Personen aus seinem Umfeld, Lukoils Vermögenswerte im Ausland zu kaufen, die an Wert verlieren könnten, wenn die Ukraine russische Ölraffinerien angreift. Nach dieser Version vereinbaren Trump und Putin die Diesellieferungen gerade deshalb, um dem amerikanischen Präsidenten einen Vorwand zu geben, die Einstellung der Angriffe auf die Raffinerien zu fordern – einen Vorwand, der nichts mit Lukoil zu tun hat. Aber seit wann braucht Trump einen Vorwand, um seine Position zu ändern? Über die Notwendigkeit, die Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen, begann er schon lange vor den Vereinbarungen mit dem russischen Präsidenten zu sprechen.

Und, offen gesagt, wissen wir nicht, von welchen Motiven Trump tatsächlich geleitet wurde. Aber wir können es erfahren. Nach den Zwischenwahlen, falls die Mehrheit im Kongress an die Demokraten übergeht. Dann werden wir im Zuge der Arbeit verschiedener Untersuchungsausschüsse, deren Mitglieder versuchen werden, eine Antwort auf diese und viele andere für den amerikanischen Präsidenten unangenehme Fragen zu finden, die Chance bekommen, die tatsächlichen Motive Donald Trumps zu verstehen.

Und genau das versucht der amerikanische Präsident zu verhindern.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Чому Трамп знову тисне на Україну. Віталій Портников. 12.10.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 12.10.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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