Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, sagt erneut, dass die Staatschefs Russlands und der Ukraine einer möglichen Vereinbarung über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zustimmen und noch vor Einbruch des strengen Winters ein Abkommen unterzeichnen könnten.
Eine durchaus ermutigende Aussage, bei der allerdings nicht ganz klar ist, worauf sie sich tatsächlich stützt. Gerade zu dem Zeitpunkt, als Trump in seinen Antworten auf Fragen zur Weltpolitik ein neues Abkommen zwischen Moskau und Kyiv in Aussicht stellte, rief der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky den amerikanischen Präsidenten dazu auf, das Gesetz von Lindsey Graham gegen die Energiesponsoren der Russischen Föderation anzuwenden, und die Länder der Europäischen Union dazu, härtere Sanktionen gegen Moskau zu verhängen.
Wir verstehen, dass diese Appelle des ukrainischen Präsidenten wohl kaum Gehör finden werden, vor dem Hintergrund, dass Trump sich kürzlich mit dem Vorsitzenden der Volksrepublik China, Xi Jinping, traf, während Washington und Peking sich auf eine weitere Handelswaffenruhe geeinigt hatten. Und die Atmosphäre dieses Treffens vermittelte keineswegs den Eindruck, als bestünde die Möglichkeit, neue Zölle gegen die Wirtschaft jenes Landes zu verhängen, das der wichtigste und bedeutendste Energiesponsor der Russischen Föderation bleibt.
Nicht nur Zelenskys Äußerungen zeigen, dass Kyiv heute wohl kaum irgendwelche Möglichkeiten für eine Einigung mit Moskau gefunden hat. Auch aus der russischen Hauptstadt sind nicht weniger kriegerische Äußerungen zu hören als vor einigen Monaten oder Jahren. Wir sehen, dass der russische Präsident Putin keineswegs versucht, von seinen Maximalforderungen im russisch-ukrainischen Krieg abzurücken.
Worauf also stützt sich der Präsident der Vereinigten Staaten, wenn er sagt, dass es schon bald zu einer Vereinbarung kommen könnte? Vielleicht lässt sich Trump weniger von realen Fakten im Zusammenhang mit der Außenpolitik der Vereinigten Staaten leiten als vielmehr von innenpolitischen Fragen. Denn die Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress rücken näher, und Trump versucht, bei allen sensiblen Fragen eine möglichst klare Position einzunehmen, die den Republikanern zumindest einige Stimmen jener Wähler einbringen könnte, die noch nicht entschieden haben, wen sie wählen werden.
In der Administration des Präsidenten der Vereinigten Staaten weiß man sehr genau, dass es in der Frage der Unterstützung der Ukraine und der Ablehnung irgendwelcher guten Beziehungen zur Russischen Föderation sowohl unter demokratischen als auch unter republikanischen Wählern einen Konsens gibt. Und so könnten Versprechen, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden, bei denjenigen Anklang finden, die bei diesen für den amerikanischen Präsidenten so wichtigen Zwischenwahlen über Kongressabgeordnete und Senatoren abstimmen werden.
Ich möchte jedoch auf den Kontext der Antwort des Präsidenten der Vereinigten Staaten aufmerksam machen, der meines Erachtens nicht weniger wichtig ist als die Tatsache selbst, dass er über die Beendigung des Krieges spricht. Trump wurde nach den Patriots gefragt, genauer gesagt nach Lizenzen für Patriots. Der amerikanische Präsident hätte also nicht darauf antworten sollen, ob Zelensky und Putin sich einigen werden, sondern darauf, ob die Vereinigten Staaten der Ukraine Lizenzen für die Produktion von Raketen für die Luftverteidigung erteilen werden – eine Frage, die bereits seit mehreren Monaten diskutiert wird und bis heute zu keiner konkreten Lösung geführt hat.
Man kann über Versprechen sprechen, aber man kann nicht davon sprechen, dass es Garantien dafür gibt, dass diese Lizenzen erteilt werden, die es uns erst in einigen Jahren ermöglichen würden, Raketen für die Luftverteidigung zu produzieren, wobei es sich möglicherweise nicht um moderne Raketen, sondern um Raketen älterer Produktionsvarianten handeln würde. Man kann sagen, dass all das bis heute in der Schwebe hängt. Und das jüngste Treffen zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Ukraine hat die Frage, ob diese Lizenzen erteilt werden, nicht beantwortet. Es hat lediglich gezeigt, dass Trump bereit ist, dies zu prüfen, obwohl der ukrainische Präsident erneut davon sprach, dass sein amerikanischer Amtskollege zugestimmt habe.
Statt also konkret auf die Frage nach den Lizenzen für Patriots zu antworten, sagte Trump den Journalisten, Zelensky und Putin seien bereit, sich zu einigen. Das bedeutet, dass die Vereinigten Staaten dies, insbesondere die Frage der Lizenzen, möglicherweise gar nicht weiter prüfen müssen. Denn wozu braucht die Ukraine Lizenzen für die Produktion von Luftabwehrraketen, wenn sie schon vor Beginn des nächsten strengen Winters in diesem schrecklichen Krieg nicht mehr bombardiert werden wird?
Das ist möglicherweise der Kern dessen, was Donald Trump seinen Zuhörern vermitteln wollte. Es geht nicht um Frieden, sondern darum, dass man die mit der Luftverteidigung verbundene Hilfe noch weiter hinauszögern kann. Denn bei jener finanziellen Hilfe, die wir vom Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten erhalten haben, gibt es derzeit Geld, könnte man sagen, für alles Mögliche, nur nicht für Luftabwehrraketen, die die Amerikaner offensichtlich selbst benötigen, wenn sie sich auf neue militärische Aktionen gegen den Iran vorbereiten und sich darüber im Klaren sind, dass sie dabei auch Raketen aus ihren eigenen Arsenalen verbrauchen werden.
Das ist der Kern dieser Situation, die wir beobachten können, wenn wir über Donald Trumps Versprechen sprechen. Deshalb muss man diesen ständigen Äußerungen mit erheblicher Vorsicht begegnen und sich darüber im Klaren sein, wozu sie in Wirklichkeit gemacht werden.
Und natürlich wäre auch der Kontext interessant, ob der amerikanische Präsident seinen ukrainischen Amtskollegen bei ihrem jüngsten Treffen tatsächlich dazu aufgefordert hat, in die russische Hauptstadt zu reisen, um den Verhandlungsprozess wiederzubeleben. Diese Meldung der Agentur Bloomberg wurde zu einer echten Sensation, die sowohl russische als auch chinesische Propagandisten für ihre Absicht nutzten, zu demonstrieren, dass Trump die Idee einer Reise des ukrainischen Präsidenten in die russische Hauptstadt als einen legitimen Schritt betrachtet, der die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges ermöglichen könnte.
Und in dieser Situation verstehen wir sehr gut, wie gefährlich und unangebracht eine mögliche Unterstützung des Präsidenten der Vereinigten Staaten für Ideen aus dem Kreml erscheint, die im Grunde eine offene Verhöhnung des ukrainischen Präsidenten und der Ukrainer darstellen: der Vorschlag, nach Moskau zu reisen, damit die Ukraine vor Russland kapituliert.
Doch im Büro des Präsidenten der Ukraine wurde die Meldung dementiert, wonach Trump mit Zelensky über die Möglichkeit einer solchen Reise gesprochen habe. Und ich schließe nicht aus, dass es hier weniger darum geht, dass Trump Zelensky tatsächlich vorgeschlagen hat, für Verhandlungen mit Putin nach Russland zu reisen, als vielmehr darum, dass die Russen einen weiteren gezielten Informationsvorstoß genutzt haben, um Putins Idee einer Reise in die russische Hauptstadt als eine Idee zu legitimieren, die auch in den Vereinigten Staaten unterstützt werde und der man sich nicht werde entziehen können, wenn man in Kyiv tatsächlich über eine Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges nachdenkt.
Mit anderen Worten: Eine solche Beendigung könne nur zu Moskauer Bedingungen erfolgen. Und selbst Trump erkenne und unterstütze dies, wenn er dem ukrainischen Präsidenten als Reaktion auf die ständigen Aufforderungen des russischen Staatschefs und anderer Moskauer Funktionäre vorschlage, die russische Hauptstadt zu besuchen.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп знову обіцяє угоду | Віталій
Портников. 26.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 26.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.