
Зразок людожерства. Віталій Портников. 31.08.2026.
Die russischen Funktionäre haben aufgehört, sich zu schämen. Noch vor einigen Wochen konnten wir die vertraute Rhetorik von der Befreiung der Ukrainer von den Nazis hören, von der Vorherrschaft des Westens, der gegen Russland Krieg führe, und von dem „einen Volk“, das von den verfluchten „Nationalisten“ gewaltsam auseinandergerissen worden sei.
Doch nun ruft der stellvertretende Vorsitzende der russischen Staatsduma von Putins „Einigem Russland“, Pjotr Tolstoi, zur Vernichtung ukrainischer Städte auf und behauptet, dass es in der Ukraine keine Unschuldigen gebe. Und der Staatsduma-Abgeordnete einer anderen putintreuen Partei – „Gerechtes Russland“ –, Alexej Schurawljow, bezeichnet den Einsatz von Atomwaffen als Pflicht der Russischen Föderation und vergleicht die Ukrainer mit … den Japanern, die nach den Atombombenabwürfen zu Verbündeten der Vereinigten Staaten wurden. Obwohl man meinen sollte: Was haben Amerikaner und Japaner mit Ukrainern und Russen zu tun? Amerikaner und Japaner hat schließlich nie jemand als ein Volk bezeichnet, nicht wahr?
Putins Handlanger verstehen, dass der Krieg ganz anders verläuft, als man ihn im Kreml geplant hatte. Dass die Armee nicht in dem Tempo vorankommt, das Putins Generäle ihm versprechen. Dass die Europäer der Ukraine auch nach der Reduzierung der Hilfe aus den Vereinigten Staaten weiterhin helfen. Dass die Schläge gegen die russische Wirtschaft ernsthafte Probleme für das künftige Funktionieren des Tschekistenregimes schaffen. Und ihre Wut sind sie bereit, an Frauen und Kindern auszulassen – buchstäblich! Denn die Abrechnung mit Kyiv und dem Kyiver Gebiet ist buchstäblich eine Kompensation dafür, dass es ihnen nicht gelingt, die Kapitulation der Ukraine zu erzwingen.
Ich werde nicht behaupten, dass dies die Hysterie einer Agonie ist. Bis zur Agonie des Putin-Regimes ist es noch weit, sehr weit, und ich schließe nicht aus, dass der russische Präsident auf dem Weg zum Zusammenbruch noch mehrere Angriffskriege entfesseln wird. Aber das ist ein echtes Schuldeingeständnis für ein Kriegstribunal, eine offene Darlegung der tatsächlichen russischen Absichten. Was Tolstoi, Schurawljow und andere russische Propagandisten und Funktionäre jetzt sagen, zerstört endgültig die Legende von der „Brüderlichkeit“ und der Befreiung.
Die russischen Chauvinisten haben auch früher nie so gedacht, haben die Ukrainer auch früher als Fremde betrachtet und die Eroberung ukrainischer Gebiete auch früher ausdrücklich als Besatzung verstanden – es genügt, die Dokumente aus der Zeit des Vertrags von Perejaslaw und des bolschewistischen Angriffs auf die Ukraine zu lesen, um sich davon zu überzeugen. Aber sie haben immer freudig gelogen, um die Eroberung fremder Gebiete zu rechtfertigen, um zu erklären, warum sie töten, plündern und brandschatzen.
Doch jetzt haben sie aufgehört zu lügen. Und sie haben gezeigt, dass wir es mit der Banalität des reinen Bösen zu tun haben, das nicht einmal mehr versucht, sich als das Gute auszugeben. Und tatsächlich – warum sollte der Teufel verbergen, dass er einen Schwanz hat, wenn es ohnehin jeder sieht? Tolstoi jedenfalls verbirgt ihn nicht mehr.
Übrigens zu Tolstoi, diesem Kannibalen und Widerling, der ein direkter Nachfahre des berühmten russischen Schriftstellers ist. Vor genau 117 Jahren schrieb Lew Tolstoi in einem letztlich nicht abgeschickten Brief an einen hochrangigen russischen Beamten, er schreibe „über einen sehr bemitleidenswerten Menschen, den bemitleidenswertesten von allen, die ich heute in Russland kenne. Diesen Menschen kennen Sie und, seltsam genug, lieben Sie ihn, aber Sie begreifen nicht das ganze Ausmaß seines Unglücks und bedauern ihn nicht so, wie es seine Lage verdient. Dieser Mensch sind Sie selbst … Ich kann die Verblendung nicht begreifen, die es Ihnen erlaubt, Ihre schreckliche Tätigkeit fortzusetzen, denn durch Ihre heutige Tätigkeit haben Sie sich bereits jenen schrecklichen Ruf erworben, aufgrund dessen Sie für immer als Beispiel für Grobheit, Grausamkeit und Lüge gelten werden.“
Heute könnte man diese Worte des russischen Klassikers sowohl an seinen verlogenen Urenkel als auch an diejenigen richten, denen er dient – an Putin, die Generäle der Tschekisten und der Armee, an alle Mittäter des offen angekündigten Mordens an friedlichen Ukrainern. Besser als Tolstoi selbst – der echte Tolstoi wohlgemerkt und nicht der Abschaum mit dem berühmten Nachnamen – kann man es nicht sagen. All diese Menschen sind ein Beispiel für Grobheit, Grausamkeit und Lüge.
Ein Musterbeispiel für Menschenfresserei.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle: Essay
Titel des Originals: Зразок людожерства. Віталій Портников. 31.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 31.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.