Der Fall Fedorov offenbart das eigentliche Problem der ukrainischen Politik. Vitaly Portnikov. 16.07.2026.

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Bei seiner ersten Pressekonferenz nach seiner Entlassung als Verteidigungsminister beklagt sich Mykhailo Fedorov über anonyme Telegram-Kanäle, die ihn in letzter Zeit verleumdet hätten. Er betont, dass darüber niemand spreche, und fordert die Journalisten auf, diese Situation zu ändern.

Das ist entweder ein Zeichen für ein dramatisches Unverständnis der Lage oder für den Unwillen, sie verstehen zu wollen. Über die Gefahr anonymer Telegram-Kanäle spreche ich seit vielen Jahren öffentlich. Oppositionsabgeordnete sprechen darüber. Unabhängige Journalisten sprechen darüber. Und auch über die Ursachen, warum es so weit gekommen ist, sprechen wir.

Es ist der staatliche Nachrichten-Telethon. Es ist die Abschaltung unabhängiger Fernsehsender von der digitalen Ausstrahlung. Es ist die Entscheidung des Präsidialamtes zugunsten von Telegram. Zugunsten von Bots. Von Lügnern. Von Abschaum. Und nicht nur, dass es die eigenen Lügner sind. Man hat auch den Russen und ihren Agenten die Möglichkeit geschaffen, sich als die eigenen Lügner auszugeben und den ukrainischen Staat sowie die ukrainische Staatsführung zu zersetzen.

Der ehemalige Minister hat diese Gefahr aus irgendeinem Grund früher nicht wahrgenommen. Selbst jetzt, da Fedorovs Karriere im Umfeld von Zelensky zu Ende geht, besteht seine größte Sorge darin, nicht als „Porochobot“ wahrgenommen zu werden. Ein abwertender Begriff, der während des Präsidentschaftswahlkampfs 2019 entstanden ist. Erfunden wurde er von denselben dienstbeflissenen Kleinrussen, die einst Begriffe wie „Masepinzy“, „Petljurowzy“ oder „Banderowzy“ prägten. Zur Freude Moskaus.

Ich werde weder die Reformvorhaben noch die Leistungen Fedorovs im Verteidigungsministerium infrage stellen. Ich sehe vor mir einen jungen Menschen, der in politischen Prozessen unerfahren ist und selbst jetzt noch nicht begreift, dass es ohne strukturelle Veränderungen keine wirklichen Reformen geben kann.

Das könnte das persönliche Problem des ehemaligen Ministers sein, wenn nicht genau dieselbe Haltung auch jene einnähmen, die nun zu seiner Verteidigung auf die Straße gehen. Sie stellen sich nicht die einfache Frage: Warum werden Regierungen überhaupt auf diese Weise gebildet? Warum werden Minister genau auf diese Weise ernannt und entlassen? Warum ist ein erfolgreicher Minister wie ein Lottogewinn?

Hätte es den Fall Haluschtschenko nicht gegeben, wäre Schmyhal bis heute Verteidigungsminister. Das Ministerium für digitale Transformation würde sich weiterhin mit Drohnen beschäftigen – eine Aufgabe, die eigentlich in die Zuständigkeit des Verteidigungsministeriums gehört. Was hat Swyrydenko verbrochen? Worin war sie besser als Schmyhal? Warum beschäftigt sich das Parlament überhaupt nicht mit all dem, obwohl genau das seine unmittelbare Funktion und seine verfassungsmäßige Zuständigkeit ist?

Gerade weil das die meisten Menschen nicht interessiert und sie wie Motten auf jede     charismatische Persönlichkeit zufliegen, die ihrer Meinung nach alles verändern soll, werden wir weiterhin im Paradigma der Fernsehserie „Diener des Volkes“ und des von Fedorov und anderen im Jahr 2019 brillant organisierten Wahlkampfs für Zelensky leben.

Mit dem Unterschied, dass heute Krieg und Tod hinzugekommen sind.


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Art der Quelle: Social Media

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 16.07.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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