Die Russische Föderation hat einen Angriff auf das Gebäude des zentralisierten Lagers für abgebrannten Kernbrennstoff in der Region Kyiv durchgeführt. Tatsächlich handelt es sich um einen weiteren technologischen Angriff, der die nukleare Sicherheit nicht nur der Ukraine, sondern auch der Nachbarstaaten und ganz Europas infrage stellt.
Glücklicherweise kam es nicht zu einer Erhöhung des nuklearen Gefahrenniveaus, aber wir verstehen sehr gut, dass all diese russischen Angriffe in Wirklichkeit in Wirklichkeit reines Glücksspiel ist. Denn wenn die Russen das Gelände des Kernkraftwerks Tschernobyl beschießen oder ein Umspannwerk auf dem von den ukrainischen Streitkräften kontrollierten Gebiet sprengen, das faktisch ein wichtiges Objekt für den Betrieb des Kernkraftwerks Saporischschja ist, stellen sie die Möglichkeit der Sicherheit an den Nuklearanlagen der Ukraine infrage.
Und gleichzeitig beschuldigen sie ausgerechnet die Ukraine der zahlreichen Blackouts auf dem Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja. Das ist offener Zynismus. Und das Wichtigste ist eine für einen Staat des 21. Jahrhunderts erstaunliche Unfähigkeit, die Folgen seiner eigenen Handlungen für sich selbst zu begreifen.
Vor allem haben die Russen im Verlauf dieses Krieges bereits bewiesen, dass sie zu technologischen Katastrophen bereit sind. Die besten Beispiele sind der Vormarsch russischer Truppen im Februar 2022 durch die Sperrzone von Tschernobyl, wobei sie die Gefahren dieses Objekts faktisch ignorierten. Oder die Schäden am Sarkophag, der nach der Katastrophe über dem Reaktor des Kernkraftwerks Tschernobyl errichtet wurde und die infolge russischer Angriffe entstanden.
Und natürlich gibt es ein weiteres, zwar nicht nukleares, aber ebenso aufschlussreiches Beispiel: die Sprengung des Kachowka-Wasserkraftwerks durch russische Truppen. Viele vergleichen die Folgen dieses Schlages mit einer nuklearen Explosion. Offensichtlich kümmerten sich die russischen Militärs bei der Entscheidung zur Sprengung des Damms des Kachowka-Wasserkraftwerks in erster Linie um taktische Aufgaben – darum, den Vormarsch ukrainischer Truppen auf die Stellungen der russischen Besatzer aufzuhalten. Doch welche Folgen die Sprengung selbst haben würde? Es scheint, als gäbe es in der russischen politischen und militärischen Führung einfach keine Spezialisten, die die ganze Gefahr dessen begreifen könnten, was geschehen kann.
Genau deshalb beobachten wir in unserem Krieg gegen die Russen ständig, wie sie Russisches Roulette spielen. Alle Klischees über die russische Wirklichkeit, die wir bislang nur aus Witzen kannten und von denen wir nicht glaubten, dass Menschen in der zivilisierten Welt sich tatsächlich so verhalten könnten, werden durch die Handlungen von Präsident Putin, seines engsten Umfelds und der russischen Generäle bestätigt.
Wir sehen vor uns einen Affen – nur nicht mit einer Handgranate, sondern mit einer Atombombe. Und die Frage ist nicht einmal die Grausamkeit dieses Tieres. Die Frage ist, dass es offensichtlich die Folgen seiner möglichen Handlungen nicht begreift. Deshalb sollten wir uns, wenn wir sagen, die Russische Föderation könne keine Atomwaffen einsetzen, weil sie die Konsequenzen fürchte, fragen: Wer dort könnte überhaupt irgendetwas fürchten, wenn wir von Menschen sprechen, deren nicht einmal intellektuelles Niveau, sondern deren Bildungsniveau offensichtlich bei null liegt?
Menschen, die am Montag nicht begreifen können, dass morgen Dienstag ist. Menschen, die mit den einfachsten wissenschaftlichen Fragen nicht zurechtkommen. Menschen, die statt in der Schule zu lernen, in Hauseingängen Prügeleien austrugen und später, wie der Präsident der Russischen Föderation selbst über seine Jugend erzählte, auf dem Bauch durch Moskauer Unterführungen krochen, um sich die Leutnantssterne im unheilvollen Komitee für Staatssicherheit der Sowjetunion zu verdienen.
Ja, alles hat sich als wahr erwiesen. Diese Menschen haben nie Bücher gelesen, sich nie für die Entwicklung der Zivilisation interessiert. Sie haben nur gelernt zu töten und zu rauben. Und genau dafür wurden sie im Komitee für Staatssicherheit der Sowjetunion und später im Föderalen Sicherheitsdienst der Russischen Föderation geschätzt, denn dort verachtete man intelligente und gebildete Menschen schon immer. Es war ein Reich des Lumpenproletariats.
Und die Analysten, die dort eingestellt wurden, wurden lediglich als eine unverständliche Erscheinung betrachtet, die man nur dann um Rat fragte, wenn es um Diversionen in anderen Ländern ging, keineswegs aber um das Verständnis der Folgen des Handelns der sowjetischen Tschekisten selbst. Und mir scheint, dass dies schon zu Sowjetzeiten niemals ein Geheimnis war.
Erstaunlich ist vielmehr, dass wir in unserer Zeit einfach vergessen haben, welche strategische Gefahr all diese Menschen und diese Behörde darstellen, die heute nicht nur die Russische Föderation als Staat, sondern auch die russische Armee kontrolliert. Eine Armee, die faktisch ebenfalls von ungebildeten Generälen geführt wird, deren wichtigste Aufgabe in den vergangenen Jahrzehnten darin bestand, sich bei ungebildeten Tschekisten und bei dem ungebildeten Präsidenten der Russischen Föderation einzuschmeicheln, nachdem sie bestimmte Aufträge erhalten hatten. Einem Präsidenten, dem es in vielen Jahrzehnten seines Dienstes weder im Komitee für Staatssicherheit der Sowjetunion noch im Föderalen Sicherheitsdienst der Russischen Föderation gelang, auch nur den Rang eines Obersts zu erreichen.
Stellen Sie sich dieses Niveau militärischer Kompetenz vor: Nicht einmal als General, nicht einmal als Oberst des Komitees für Staatssicherheit oder des Föderalen Sicherheitsdienstes der Russischen Föderation wurde er von irgendeinem seiner Vorgesetzten gesehen – nicht einmal von demselben Patruschew, der später nach der Machtübernahme der Tschekisten in Russland zu einem seiner engsten Verbündeten werden sollte.
Die sowjetische Führung führte bekanntlich durch ihre Unbildung und ihre Verachtung der Wissenschaft zur Katastrophe von Tschernobyl. Dies ist eines der wichtigsten Ergebnisse der Präsenz der Kommunistischen Partei an der Spitze Russlands und der von ihr besetzten Gebiete seit 1917.
Und nun haben wir es mit den Verbrechen jener zu tun, die der Kommunistischen Partei dienten – der sowjetischen und später russischen Tschekisten. Warum also wundern wir uns darüber, dass sie weiterhin Tschernobyl angreifen? Schließlich zieht es einen Verbrecher immer wieder an den Tatort zurück.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Росія бʼє по ядерному обʼєкту | Віталій Портников. 07.06.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 07.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.
Sehr geehrte Frau Viktoriya Limbach,
Sehr geehrter Herr Portnikov,
vielen Dank für Ihren eindringlichen Beitrag. Die Sorge über Angriffe auf nuklearrelevante Infrastruktur in der Ukraine teile ich ausdrücklich. Unabhängig davon, wer die Verantwortung für einzelne militärische Handlungen trägt, steht außer Frage, dass jede Gefährdung von Nuklearanlagen ein enormes Risiko für die betroffene Bevölkerung, die Nachbarstaaten und ganz Europa darstellt. Die Erfahrungen von Tschernobyl haben gezeigt, dass die Folgen nuklearer Katastrophen keine Grenzen kennen.
Gerade deshalb ist es wichtig, auf die Einhaltung des humanitären Völkerrechts und den besonderen Schutz nuklearer Einrichtungen hinzuweisen. Die internationale Gemeinschaft hat allen Grund, Angriffe auf kritische Infrastruktur sorgfältig zu untersuchen und mögliche Verstöße klar zu benennen.
Gleichzeitig sehe ich einige Aussagen Ihres Beitrags kritisch. Sie beschreiben die politische und militärische Führung Russlands nicht nur als verantwortungslos, sondern sprechen ihr pauschal Bildung, Intelligenz und die Fähigkeit zum rationalen Denken ab. Solche Formulierungen mögen aus der verständlichen Empörung über den Krieg heraus entstehen, sie tragen jedoch nur begrenzt zum Verständnis der tatsächlichen politischen und militärischen Entscheidungsprozesse bei.
Historisch betrachtet wurden sowohl in demokratischen als auch in autoritären Staaten schwerwiegende Fehlentscheidungen getroffen, ohne dass dies zwangsläufig auf mangelnde Bildung der Entscheidungsträger zurückzuführen gewesen wäre. Häufig spielen Machtinteressen, ideologische Überzeugungen, Fehleinschätzungen, Propaganda, Gruppendenken oder die Logik militärischer Eskalation eine größere Rolle als individuelle Bildungsdefizite.
Auch die Verallgemeinerung auf russische Institutionen oder gar die russische Gesellschaft erscheint problematisch. Russland verfügt über zahlreiche Wissenschaftler, Ingenieure, Akademiker, Künstler und kritische Intellektuelle, von denen viele den Krieg ablehnen oder aufgrund ihrer Haltung Repressionen ausgesetzt sind. Eine Kritik an Regierung, Militärführung oder Geheimdiensten gewinnt an Glaubwürdigkeit, wenn sie zwischen Verantwortlichen und Bevölkerung unterscheidet.
Besonders wichtig erscheint mir, dass wir selbst in Zeiten eines brutalen Krieges die Sprache der Entmenschlichung vermeiden. Der Vergleich politischer Akteure mit Tieren oder die pauschale Herabsetzung ganzer Gruppen mag emotional nachvollziehbar sein, erschwert jedoch eine sachliche Auseinandersetzung und kann dazu beitragen, gesellschaftliche Gräben weiter zu vertiefen.
Die zentrale Botschaft Ihres Beitrags – dass Angriffe auf nuklearrelevante Infrastruktur unverantwortlich sind und erhebliche Risiken für Millionen Menschen schaffen – bleibt auch ohne solche Verallgemeinerungen stark und überzeugend. Gerade die Stärke der Fakten spricht für sich.
Vielen Dank für Ihren Beitrag und die wichtige Diskussion über die Gefahren dieses Krieges.
Mit freundlichen Grüßen
Hans Gamma
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