Trump ist mit Putin zufrieden | Vitaly Portnikov. 04.02.2026.

Vor dem Hintergrund einer der größten russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur betonte der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, dass Putin sein Wort in Bezug auf das sogenannte Energie-Waffenstillstandsabkommen gehalten habe, da dieses für eine Woche angekündigt worden sei und eine Woche lang angehalten habe. Donald Trump bewertete diesen Umstand als positiv und hob hervor, dass sieben Tage sehr, sehr viel seien, da es in der Ukraine derzeit extrem kalt sei.

Dass die Russen selbst nach der öffentlichen Bitte des amerikanischen Präsidenten um ein Energie-Waffenstillstandsabkommen weiterhin Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur durchführten, dass ein tatsächliches Ausbleiben solcher Angriffe lediglich über einige wenige Tage hinweg zu beobachten war, irritierte Donald Trump, wie wir sehen, nicht. Auch dass Putin die Ukraine in einer der kältesten Nächte dieses Winters angriff, schien ihn nicht zu beunruhigen. Aus humanitärer Sicht jedoch ging es Trump gerade um die Bombardierung der Ukraine während extremer Kälteperioden – und zumindest darauf hätte er achten müssen.

Doch wie wir sehen, ist für den Präsidenten der Vereinigten Staaten das Wichtigste, dass Putin sein Wort hält. Und ehrlich gesagt überrascht mich das nicht. Vielmehr hat mich die Appellation an Trump überrascht, die der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky äußerte, als er betonte, dass er eine Reaktion des amerikanischen Präsidenten auf Putins Nichteinhaltung seines Versprechens erwarte.

Trump wird diesen Umstand selbstverständlich nicht anerkennen. Und diese Worte Zelenskys sind ihm vermutlich auch nicht besonders angenehm, weil sie die Wahrheit über das Wesen der Beziehungen zwischen dem amerikanischen und dem russischen Staatsoberhaupt offenlegen. Für Trump ist das Unangenehmste, offen einzugestehen, dass Putin seine Bitten ignorieren und sie für eigene Zwecke ausnutzen kann.

Denn inzwischen wird völlig offensichtlich, dass es überhaupt kein echtes Energie-Waffenstillstandsabkommen gab, dass Putin Trumps Bitte nutzte, um Raketen und Drohnen für einen neuen Angriff auf die Ukraine anzusammeln und um zugleich die Gefahr ukrainischer Angriffe auf den russischen Ölverarbeitungskomplex zu verringern. Und natürlich auch, um die Ukraine vor der nächsten Runde der Verhandlungen zwischen der russischen und der ukrainischen Delegation zu erpressen, an denen auch Trumps Sondergesandter Steve Witkoff teilnehmen wird. Und vermutlich wird er den ukrainischen Vertretern erklären, dass die Einhaltung des Wortes durch den russischen Präsidenten in seinen Beziehungen zum amerikanischen Kollegen ein enormer Fortschritt sei und beweise, dass Putin tatsächlich Frieden wolle.

Im Grunde entwickelt sich die Situation also nach dem klassischen putinschen Szenario. Er zieht die Zeit in Verhandlungen in die Länge, die keinerlei reale Beziehung zu einem tatsächlichen Ende des Krieges in der Ukraine haben. Denn alle Details, die Unterhändler miteinander besprechen könnten, stoßen an die Tatsache, dass der russische Präsident faktisch keinerlei Bereitschaft zeigt, eine politische Entscheidung zur Beendigung des Krieges gegen die Ukraine zu treffen. Und ohne eine solche politische Entscheidung haben keinerlei technische Details, selbst wenn man sie drei Jahre lang abstimmen würde, irgendeine reale Bedeutung.

Übrigens möchte Putin diese Details offensichtlich genau drei Jahre lang abstimmen – denn so lange bleibt Donald Trump noch im Weißen Haus. Und wenn der amerikanische Präsident nach einem weiteren massiven Angriff der russischen Armee auf die Infrastruktur der Ukraine, der darauf abzielt, Menschen während der grausamsten Winterfröste die Wärme zu nehmen, davon spricht, dass Putin sein Wort gehalten habe, dann überzeugt dies den russischen Präsidenten nur noch mehr davon, dass ihm während der Zeit, in der dieser Mann im Oval Office sitzt, praktisch nichts Ernsthaftes droht. Höchstens könnten die wirtschaftlichen Sanktionen verschärft werden, die Putin offensichtlich hofft, mithilfe immer neuer Öl-Liefermodelle an Länder wie Indien oder China zu umgehen.

Ganz abgesehen davon, dass der heutige russische Staatshaushalt nicht mehr in dem Maße von Energieträgern abhängt, wie dies noch einige Jahre vor 2026 der Fall war. Natürlich bedeutet das nicht, dass sich die russische Wirtschaft verbessert hätte – vielmehr ist der Staat gezwungen, seine eigenen Bürger und sein eigenes Geschäft faktisch auszurauben, um den Krieg gegen die Ukraine fortzusetzen. Doch wir denken heute nicht über das Wohlergehen der Russen nach, sondern über die Fähigkeit des russischen Staates, mithilfe genau solcher fiskalischer Mechanismen diesen grausamen und ungerechten Krieg noch mehrere Jahre lang fortzuführen. Und es bleibt nur zu hoffen, dass dieser Mechanismus schneller zusammenbricht, als Putin, seine Gefolgsleute und seine von militärischen Perspektiven berauschten Generäle darauf setzen.

Sogar Trumps Verbündete erkennen, dass wirtschaftlicher Druck auf Russland nicht ausreicht und das Problem der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges weder im Jahr 2026 noch während der gesamten Amtszeit Trumps im Weißen Haus lösen wird. Davon spricht etwa Senator Lindsey Graham, der den amerikanischen Präsidenten dazu aufruft, der Ukraine Tomahawk-Raketen zu liefern – etwas, das tatsächlich strategische Objekte der Russischen Föderation zerstören könnte, jene Orte, an denen Raketen produziert werden, und die russische Ölverarbeitung lahmlegen würde. Denn wir wissen, dass nach Drohnenangriffen Reparaturarbeiten erfolgen und die russische Ölverarbeitung weiterarbeitet wie zuvor, wodurch die Abhängigkeit Russlands vom Import von Erdölprodukten gegen nahezu fehlende Devisen reduziert wird.

Doch Trump, so denke ich, wünscht sich am allerwenigsten, der Ukraine weitreichende Raketen zu liefern, da er versteht, dass dies seine Beziehungen zu Putin nicht verbessern würde – zu einem Einvernehmen, das er weiterhin anstrebt. Und man muss hier keine Verschwörungstheorien bemühen. Trumps Wunsch, sich mit Putin zu verständigen, ist, ich würde sagen, ein biologischer Instinkt eines ehemaligen Freundes Epsteins. Denn Trump glaubt, dass es in dieser Welt nur drei Führer gibt, die die Beziehungen untereinander klären müssen: er selbst als Hauptführer, Putin und natürlich der Vorsitzende der Volksrepublik China, Xi Jinping. Alle anderen sollen sich lediglich ihren Entscheidungen unterordnen.

Im Grunde treibt Trump Putin mit Sanktionen lediglich zu einer für ihn komfortablen Lösung der Frage des Endes des russisch-ukrainischen Krieges und versteht nicht, warum Putin sich nicht auf den „rationalen“ Ausweg einlassen will, den Trump ihm anbietet – in Form ukrainischer Territorien und der Aufhebung von Sanktionen in einer Situation, in der die von Russland besetzten Gebiete beim Aggressor verbleiben und nicht an das Opfer der Aggression zurückgegeben werden.

In diesem Sinne ist Trumps Bestreben, zu beweisen, dass Putin sein Wort gehalten habe, nicht nur ein Eingeständnis eigener Hilflosigkeit, sondern auch der Wunsch, daran zu erinnern, dass der amerikanische Präsident sich mit dem russischen Präsidenten in einem bestimmten, sehr exklusiven Club von Staatsführern befindet. Und offensichtlich haben diese Staatsführer das Recht, untereinander auszuhandeln, nach wie vielen Tagen sie Frauen und Kindern erneut die Wärme entziehen dürfen.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп задоволений Путіним | Віталій Портников. 04.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 04.02.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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