Die Vorsitzende des Rates der Föderation der russischen Föderalversammlungen, Walentina Matviyenko, betonte, dass die Verhandlungen über den Krieg in der Ukraine bereits im nächsten Jahr beginnen werden, machte jedoch gleichzeitig deutlich, dass der Kreml nicht beabsichtigt, von seinen strengen Bedingungen abzurücken.
Die Äußerungen von Matwiyenko, wie viele andere Kommentare russischer offizieller Personen, erscheinen auf den ersten Blick schizophren. „Wir sind bereit zu Kompromissen, aber wir werden keinen Millimeter von unseren strengen Bedingungen abzurücken“, betonte Walentina Matwiyenko.
Der russische Präsident Wladimir Putin erinnerte auf seiner abschließenden Pressekonferenz erneut an diese harten Bedingungen. Da stellt sich natürlich die Frage, welche Kompromisse Moskau in den Verhandlungen über den russisch-ukrainischen Krieg erreichen möchte, wenn im Kreml für notwendig erachtet wird, die sogenannten harten Bedingungen einzuhalten, die die Anerkennung des russischen Status von Donetsk, Luhansk, Cherson, Zaporizhzhya und die autonomen Republiken Krim, der Abzug der ukrainischen Truppen aus jenen Gebieten dieser Regionen, die sich heute unter der Kontrolle der legitimen ukrainischen Regierung befinden, sowie die Entwaffnung der ukrainischen Armee und die sogenannte Denazifizierung, die den Verbot der ukrainischen nationaldemokratischen Parteien gewährleisten sollte, die Verabschiedung von Gesetzen über den besonderen Status der russischen Sprache und die Gewährleistung der Rechte der Russisch-Orthodoxen Kirche umfassen.
Die Antwort auf diese Frage ist ziemlich einfach. Es gibt keinen Widerspruch, weder in den Worten von Matwijenko noch in den Absichten Putins. Die Verhandlungen über das Ende des russisch-ukrainischen Krieges hat man im Kreml vor nicht mit der Ukraine zu führen, sondern selbstverständlich mit den Vereinigten Staaten. Zumal der gewählte US Präsident, Donald Trump, ständig auf einem Treffen mit dem Präsidenten Russlands, Wladimir Putin, besteht.
Es sei daran erinnert, dass es um ein bilaterales Treffen und nicht etwa um dreiseitige Verhandlungen geht, an denen der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, teilnehmen würde. Und selbst über die Verhandlungen Putins mit Zelensky wird kaum noch gesprochen, seit Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde. An erster Stelle auf der Agenda des neuen amerikanischen Präsidenten steht sein Treffen mit dem russischen Präsidenten. Und in Moskau fängt man bereits an zu reden, dass man die Stadt auswählt, in der sich die Führungskräfte der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation treffen.
Und wenn es um Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten geht, könnte ein Kompromiss mit den Vereinigten Staaten gefunden werden.Das heißt, die harten Bedingungen, die Russland für die Ukraine aufstellt, Bedingungen, die die Besetzung ukrainischer Gebiete durch dieses Land legitimieren sollen und die diesen Teil der Ukraine, der unter der Kontrolle der legitimen ukrainischen Regierung bleibt, in einen Satellitenstaat der Russischen Föderation verwandeln, werden unverändert bleiben. Und der Präsident Russlands, Wladimir Putin, wird diese Bedingungen nicht aufgeben, da er es für besser hält, den jahrzehntelangen Krieg mit dem Nachbarstaat fortzusetzen, wenn diese Bedingungen nicht von den westlichen Verbündeten der Ukraine und von Kyiv selbst angenommen werden.
Kompromisse können sich völlig unabhängig von der Ukraine auf andere Regionen der Welt beziehen. Zum Beispiel werden derzeit in Moskau aktiv Vorbereitungen für die Unterzeichnung eines Abkommens über eine strategische Partnerschaft mit dem Iran getroffen. Somit sollte Donald Trump aus der Sicht der russischen Führung besorgt über die Folgen dieses Abkommens sein, das dem Iran Schutz garantieren könnte, falls die Vereinigten Staaten versuchen sollten, die Fortschritte der Islamischen Republik bei der Erlangung nuklearer Waffen mit Gewalt zu stoppen, oder den Anspruch des Iran, die Situation im Nahen Osten zu destabilisieren, sowie das Bestreben der iranischen Ayatollahs, den Staat Israel zu zerstören, unterzubinden.
In dieser Situation könnte Putin vorsichtiger in seiner Unterstützung für die Verbündeten im Iran sein oder einfach deren Sicherheit nicht zu schützen, so wie er kürzlich die Sicherheit seines langjährigen Verbündeten, Diktators von Syrien, Bashar al-Assad, nicht geschützt hat, der nach Moskau geflüchtet zu sein scheint, nachdem seine jahrzehntelange Diktatur in 12 Tagen verschwunden war, als wäre sie ein Kartenhaus und nicht ein repressives, blutiges Regime mit effektiven Sicherheitskräften und einer Armee, die angeblich bereit war, die Diktatur zu verteidigen.
Putin könnte einige wirtschaftliche Interessen aufgeben, wenn Donald Trump, sagen wir, an einer energetischen Expansion nach Europa interessiert wäre. Das bedeutet, dass der russische Präsident und seine Verbündeten glauben könnten, Trump sei ein Pragmatiker, und Russland habe dem amerikanischen Präsidenten gerade im Hinblick auf seine eigenen wirtschaftlichen Interessen oder die wirtschaftlichen Interessen seiner Umgebung etwas anzubieten. Das betrifft zum Beispiel Elon Musk, der die Welt durch die Prismen seiner eigenen Gewinne betrachtet.
Und in dieser Situation wird Wladimir Putin erwarten, dass Donald Trump einfach die Ukraine aufgibt. Dass der neue amerikanische Präsident einen gerechten und sicheren Frieden in der Ukraine so sieht, wie es dem russischen Präsidenten gefallen würde. Das eine solche Konstruktion eines gerechten Friedens nicht der Realität entsprechen wird, sollte aus der Sicht des russischen Diktators den amerikanischen Präsidenten nicht allzu sehr kümmern, wenn er wirklich bereit ist, sich mit seinem russischen Kollegen zu verständigen.
Natürlich kann Putin auch eine Enttäuschung erwarten. Trump könnte sich einfach als unfähig herausstellen, all Putins Wünsche zu erfüllen, da eine so offene und vollständige Kapitulation vor Putin den amerikanischen Präsidenten seiner Reputation kosten könnte. Er könnte als jemand wahrgenommen werden, der gegen Wladimir Putin verloren hat. Trump könnte einfach denken, dass das, was Wladimir Putin ihm für die Umwandlung der Ukraine in einen Satellitenstaat der Russischen Föderation anbietet, nicht genug Entschädigung für eine so offensichtliche Demütigung ist.
Außerdem könnten sowohl die Ukraine selbst als auch die ukrainischen Verbündeten in Europa mit den unfairen Bedingungen der Vereinbarungen zwischen den russischen und amerikanischen Präsidenten nicht einverstanden sein, selbst wenn es Wladimir Putin gelingt, Donald Trump von der Nützlichkeit seiner Vorschläge zu überzeugen.
Aber dass der russische Führer genau nach solch einem Szenario handelt, ist für mich absolut offensichtlich. Und dann ist es ist absolut logisch, wenn Walentina Matviyenko von Kompromissen spricht, gleichzeitig aber feststellt, dass Russland auf keiner seiner harten Bedingungen im ukrainischen Raum verzichten wird.
Kompromisse müssen an einer Stelle stattfinden, während die Bedingungen für das Ende des russisch-ukrainischen Krieges auf einem ganz anderen Blatt stehen.