Musk verweigert der Ukraine den Zugang | Vitaly Portnikov. 08.08.2026.

Der amerikanische Milliardär Elon Musk verweigert der Ukraine bislang den Zugang zum Starlink-System für Angriffe auf das souveräne Territorium der Russischen Föderation. Stattdessen betont Musk, dass die Zeit gekommen sei, ein Friedensabkommen mit Russland zu schließen.

Diese Aussagen des exzentrischen Milliardärs mögen vor dem Hintergrund der offensichtlichen Weigerung des russischen Präsidenten Putin, überhaupt über die Möglichkeit eines Friedens zu verhandeln, seltsam erscheinen. Doch die Worte und Handlungen Musks wirken deutlich logischer, wenn wir uns sozusagen die Struktur seines Eigentums vor Augen führen.

Denn ein erheblicher Teil der Einnahmen von Musks Unternehmen hängt von seinen besonderen Beziehungen zum amerikanischen Staat ab. In der heutigen Welt ist Musk eher ein Oligarch als ein Unternehmer. Und er ist gezwungen, die Stimmung an der Spitze der amerikanischen Macht zu berücksichtigen – unabhängig davon, wer diese Macht ausübt und in welchem Verhältnis Elon Musk gerade zum jeweiligen amerikanischen Präsidenten steht. Denn seine Beziehungen zur amerikanischen Führung sind sein Geld. Nicht Millionen, sondern Milliarden an Gewinnen.

Als der amerikanische Staat noch unter Joseph Biden beschloss, die Ukraine auf dem Schlachtfeld mit der Starlink-Technologie zu unterstützen, kam Musk dem Weißen Haus selbstverständlich entgegen. Aus dieser Perspektive lässt sich auch verstehen, warum er der Bitte der ukrainischen Führung nachkam, als Mykhailo Fedorov Verteidigungsminister unseres Landes war, die Russen von Starlink abzuschalten. Denn die Nutzung von Starlink durch die russische Armee war im Grunde genommen illegal und gehörte nicht zu seinen Verpflichtungen gegenüber der Präsidialverwaltung.

Gegen den Einsatz von Starlink auf dem souveränen Territorium Russlands hat sich Musk jedoch immer ausgesprochen – sowohl unter Biden als auch unter Trump. Dabei deckte sich seine Sichtweise in der Regel mit der Position des Weißen Hauses, das eine übermäßige Eskalation des russisch-ukrainischen Krieges aus Angst vor einer nuklearen Bedrohung vermeiden wollte. Zumindest so erklärte Musk die Abschaltung von Starlink für die ukrainische Armee, als es um mögliche Angriffe auf russische Schiffe im Schwarzen Meer ging.

Man kann also sagen, dass Musk in seiner Position, sein System nicht auf russischem Territorium einsetzen zu lassen, konsequent geblieben ist. Hier sehen wir, dass seine Interessen mit seiner unternehmerischen Sichtweise übereinstimmen. Einerseits stellt er der Regierung des Präsidenten der Vereinigten Staaten weiterhin Dienstleistungen zur Verfügung – allerdings nur in dem Umfang, der der Position der amerikanischen Präsidialverwaltung entspricht. Andererseits überschreitet er weder seine eigene Kompetenz noch seine eigene Initiative in einer Weise, die in Moskau und damit auch in Peking Unverständnis hervorrufen könnte. Denn auch zur Führung der Volksrepublik China unterhält Elon Musk besondere Beziehungen, die mit den geschäftlichen Interessen des Milliardärs zusammenhängen.

Wenn Musk sagt, es sei an der Zeit, sich mit der Russischen Föderation zu einigen, könnte er damit nicht nur seine eigene Meinung äußern, sondern auch die Ansichten des Mannes, von dem der Einsatz von Starlink abhängt – des Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump.

Und die Position des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky, der wollte, dass gerade Trump die Möglichkeit des Einsatzes von Starlink auf dem souveränen Territorium Russlands ermöglicht, ist vollkommen logisch. Ohne eine solche Genehmigung Trumps, ohne seine entsprechende Bitte, wird Musk seine Haltung nicht ändern, weil er eine solche Änderung als private Initiative betrachten würde. Unterstützen kann er in einer für ihn so grundsätzlichen Frage nur den Willen des Staates.

Dass Trump Musk zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht empfehlen wird, seine Position zu ändern, ist ebenfalls nachvollziehbar. Denn das Verbot des Einsatzes von Starlink auf dem Territorium der Russischen Föderation ist für den amerikanischen Präsidenten eine legale Form des Drucks auf die Ukraine.

Trump hat bereits erkannt, dass er Kyiv nicht dazu zwingen kann, auf eigenes Territorium zu verzichten und dem russischen Präsidenten Zugeständnisse zu machen. Ohne solche Zugeständnisse aber will der Präsident der Russischen Föderation nicht einmal über das Ende des russisch-ukrainischen Krieges nachdenken – geschweige denn über die Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses.

Somit könnten sowohl der amerikanische Präsident als auch der amerikanische Oligarch die anhaltende Bedrohung durch ballistische Raketen, ohne Möglichkeit, sie wirksam zu beseitigen, als ein reales Druckmittel gegen die Ukraine betrachten – mit dem Ziel, Kyiv zur Anerkennung der Realität der russischen Überlegenheit in diesem Krieg und zur Einsicht in die notwendigen Zugeständnisse zu bewegen, um zumindest den Beginn eines Verhandlungsprozesses mit Moskau zu erreichen.

Einerseits erklärt Donald Trump, die Ukraine unterstützen zu wollen, äußert sich wohlwollend über Präsident Volodymyr Zelensky und spricht mit den Staats- und Regierungschefs der NATO-Mitgliedstaaten über weitere Hilfe für die Ukraine. Andererseits unternimmt er nichts, um die Möglichkeiten zum Einsatz von Starlink auszuweiten oder der Ukraine angesichts der steigenden Produktion ballistischer Raketen in Russland einen Schutz vor ballistischen Raketen bereitzustellen.

Das ist ein legaler Druck, ohne dass es wie Druck aussieht. Für die Ablehnung bleibt Elon Musk verantwortlich, während das Weiße Haus scheinbar nichts mit der Entscheidung des amerikanischen Milliardärs zu tun hat.

Deshalb messen wir in unserer eigenen Mythologie dem persönlichen Faktor viel zu große Bedeutung bei. Da gibt es angeblich die hervorragenden Beziehungen zwischen dem ehemaligen Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov, den Elon Musk schätzt, und deshalb könne Fedorov eine solche Entscheidung von ihm erreichen. Und wenn Fedorov auf den Posten des Verteidigungsministers zurückkehren würde, dann würde ihm das ganz sicher gelingen. Mit Zelensky hingegen wolle Musk sich nicht treffen.

Musk wird sich nicht mit Zelensky treffen, weil Trump ihm davon abrät. Irgendeine persönliche Initiative gegenüber dem ukrainischen Präsidenten wird Musk selbstverständlich nicht ergreifen. Ebenso wenig wird Musk sich mit Fedorov einigen, weil er dafür keine entsprechende Entscheidung der Regierung des Präsidenten der Vereinigten Staaten sieht.

Wenn die amerikanische Regierung kein Interesse daran hat, den Einsatz von Starlink auf dem souveränen Territorium der Russischen Föderation zu erlauben, dann spielt Fedorovs Rolle im Leben Musks buchstäblich überhaupt keine Rolle – gleich null. Sollte Donald Trump jedoch seine Position ändern, dann wird Musk sich mit jeder beliebigen Person über die Möglichkeit des Einsatzes von Starlink auf russischem Territorium verständigen.

Wenn er entscheidet, dass es für ihn von Vorteil ist, sich mit Mykhailo Fedorov zu einigen, um die politischen Chancen des ehemaligen ukrainischen Verteidigungsministers für die Zukunft zu stärken, wird er sich mit ihm einigen. Wenn er entscheidet, dass Fedorov ihn nicht interessiert und er eine entsprechende Anweisung jedem beliebigen Vertreter der derzeitigen ukrainischen Regierung übermitteln kann, dann wird er sie eben diesem Beamten übermitteln.

Das Wesentliche bleibt dabei völlig offensichtlich. Weder Fedorov noch Zelensky und nicht einmal Musk werden solche grundsätzlichen Entscheidungen treffen. Die Initiative liegt hier bei Donald Trump – und der ist bislang nicht bereit, sie zu ergreifen.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Маск відмовляє Україні | Віталій Портников. 08.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 08.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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