Putin verliert Venezuela. Vitaly Portnikov. 06.01.2025.

Nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro fordert die Regierung von Donald Trump von der amtierenden Staatschefin Venezuelas, Delcy Rodríguez, die Ausweisung kubanischer, iranischer und anderer Agenten von Staaten, die den Vereinigten Staaten feindlich gegenüberstehen, sowie die Beendigung des Verkaufs venezolanischen Öls an Gegner Amerikas.

Für die Volksrepublik China, die der wichtigste Abnehmer venezolanischen Öls ist, dürfte diese Forderung Washingtons kaum eine ernsthafte Belastung darstellen. Venezolanisches Öl macht nur einen unbedeutenden Teil der gesamten Ölimporte der Volksrepublik China aus. Ich würde die Käufe venezolanischen Öls durch China eher als eine Geste der Unterstützung des Regimes von Nicolás Maduro durch die Volksrepublik China betrachten – natürlich im Austausch gegen politische Loyalität, die sich ein neues venezolanisches Regime, falls es nach dem Zusammenbruch des Chavismus gebildet würde, kaum leisten könnte.

Ganz anders ist die Lage für die Russische Föderation, deren Führung plante, die Einnahmen aus dem venezolanischen Öl auch weiterhin mit der Führung dieses Landes zu teilen. Hier geht es nicht mehr um Unterstützung an sich, sondern um gegenseitigen Nutzen. Denn der russische Staatskonzern Rosneft, der vom engsten Vertrauten Wladimir Putins, Igor Setschin, geleitet wird, hat in die Erschließung venezolanischer Ölfelder investiert und rechnete daher mit Gewinnen aus der Förderung venezolanischen Öls. In einer Situation, in der Rosneft selbst unter Sanktionen der Vereinigten Staaten steht und gezwungen ist, Wege zu suchen, diese zu umgehen, könnten Einnahmen aus venezolanischem Öl – selbstverständlich ebenfalls illegal – zu einer wichtigen Stütze für das Imperium Igor Setschins werden.

Doch nun wird das offenbar nicht geschehen. Die Trump-Regierung wird von der venezolanischen Führung verlangen, die Ölvermögenswerte an amerikanische Unternehmen zurückzugeben, die ihre Positionen auf dem venezolanischen Markt nach der Machtübernahme der Regime von Hugo Chávez und Nicolás Maduro verloren haben.

Überhaupt ist es recht interessant zu sehen, dass der gesamte russische staatliche Ölkapitalismus auf Diebstahl beruht. Das Unternehmen Rosneft entstand, nachdem Wladimir Putin zusammen mit seinen Vertrauten dem Unternehmen Jukos von Michail Chodorkowski weggenommen hatte. Danach wurden die Kapazitäten dieses Privatunternehmens zwischen dem Staat und den dem Putin-Regime loyalen Oligarchen aufgeteilt. Und Igor Setschin, der viele Jahre für Wladimir Putin gearbeitet hatte, wurde plötzlich zu einem der mächtigsten und reichsten Manager des Staates. Obwohl weder Setschin noch seine Vertrauten, die an die Spitze von Rosneft gelangten, irgendwelche realen Anstrengungen zum Aufbau der Ölindustrie in der Russischen Föderation unternommen hatten.

In der Folge führte der Kreml ein ganz ähnliches Experiment auch in Venezuela durch. Denn wir verstehen sehr gut, dass Rosneft gerade in jene Ölindustrie investierte, die vom linkspopulistischen Regime Chávez’ und Maduros den amerikanischen Ölkonzernen weggenommen worden war – und die übrigens auch heruntergewirtschaftet wurde. Genauso wie übrigens in der Russischen Föderation selbst von einer intensiven Entwicklung der Ölindustrie keine Rede sein kann.

Um zu verstehen, wie man diese Branche wirklich entwickelt, braucht man sowohl Kompetenz – die, wie wir wissen, Igor Setschin und dem Apparat des Staatskonzerns fehlt – als auch das Fehlen westlicher Sanktionen, die an sich schon die Entwicklung der Ölindustrie bremsen. Die Sanktionen gegen Rosneft und Lukoil wiederum zwingen diese russischen Unternehmen dazu, auf eine Ausweitung der Ölproduktion zu verzichten und sogar bereits bestehende Förderstätten zu schließen. Eine völlig vorhersehbare Lektion für jene, die glaubten, man könne Milliarden Dollar verdienen, indem man fremdes Eigentum stiehlt.

Für Russland geht es hier also nicht nur um eine geopolitische Niederlage, nicht nur um eine Demonstration der Trump-Regierung, dass Moskaus Verbündete nicht auf die politischen Möglichkeiten Wladimir Putins zählen können – denn der Hausherr des Kremls hat solche Möglichkeiten schlicht nicht. Genau deshalb unterscheidet sich das Schicksal von Nicolás Maduro, der in seiner eigenen Residenz in Caracas entführt wurde, kaum vom Schicksal des ehemaligen syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, der angesichts des raschen Zerfalls seines menschenfeindlichen repressiven Regimes nach Moskau fliehen musste.

Es gibt für Russland noch eine viel ernstere wirtschaftliche Dimension – auch wenn sie für Putin, der sich in wirtschaftlichen Realitäten wenig auskennt, vielleicht nicht so wichtig erscheint. Für den russischen Haushalt jedoch wird sie wichtig sein, ebenso wie für das Bewusstsein, dass Russland bald überhaupt keine zusätzlichen Möglichkeiten mehr haben wird, mit fremdem, gestohlenem Öl Geld zu verdienen.

Denn ein weiteres wichtiges Land für russische Investitionen – und übrigens ein weiteres Land, dem China durch Ölankäufe hilft – ist der Iran. Man kann von einer Art Achse der „Tankstellen“ sprechen, die die Volksrepublik China versorgen: Russland, Iran, Venezuela. Doch auch im Iran, wie wir sehen, finden Massenaufstände von Bürgern statt, die gegen die Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen und die tyrannische Politik des Ajatollah-Regimes protestieren. Und es ist durchaus möglich, dass selbst wenn es Teheran gelingen sollte, die Kontrolle über das Land zu behalten, dies der Entwicklung der iranischen Öl- und Raffinerieindustrie keineswegs helfen wird.

Russland bleibt also nur die Hoffnung auf die eigenen Ölkonzerne, deren Einnahmen schon vor der Einführung der jüngsten Trump-Sanktionen um etwa 70 Prozent gefallen sind. Und dieser Rückgang wird sich fortsetzen, je länger die Konfrontation des Putin-Regimes mit der zivilisierten Welt und der russische Krieg gegen die Ukraine andauern. Allerdings habe ich ernste Zweifel daran, dass Wladimir Putin in seinem gegenwärtigen politischen Zustand überhaupt in der Lage ist, aus dem Geschehen angemessene Schlussfolgerungen zu ziehen.


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Titel des Originals: Путин теряет Венесуэлу | Виталий Портников. 06.01.2025.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 06.01.2025.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Eine neue Herausforderung für Trump | Vitaly Portnikov. 04.01.2026.

Schwer bewaffnete amerikanische Soldaten fahren den Präsidenten Venezuelas, Nicolás Maduro, durch die Straßen von New York. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, droht der venezolanischen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez, die nun die Funktionen des Staatsoberhaupts ausübt, und betont, dass sie, falls sie nicht mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten sollte, ein Schicksal erwarte, das schlimmer sei als das von Maduro. Mit denselben Drohungen tritt auch der Außenminister der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, auf, der als einer der wichtigsten Initiatoren der Operation gilt, die die Amerikaner in diesen Tagen in Venezuela durchgeführt haben.

Unterdessen zeigt die neue Präsidentin Venezuelas überhaupt keine Bereitschaft, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten. Der venezolanische Verteidigungsminister Vladimir Padrino López erklärt im Namen der Armee Protest gegen das, was er die Entführung des venezolanischen Präsidenten nennt. Auf den Straßen Venezuelas sieht man keine Demonstranten, die die Entführung Nicolás Maduros unterstützen oder ihre Solidarität mit der Opposition bekunden würden, die – wie bekannt – erst kürzlich, im Jahr 2024, die Präsidentschaftswahlen des Landes tatsächlich gewonnen hatte.

Damit lässt sich feststellen, dass das von Maduros Vorgänger Hugo Chávez geschaffene Regime weiterhin die Lage in Venezuela kontrolliert und damit auch die Erdölindustrie dieses lateinamerikanischen Landes.

So wird es mit jeder Stunde nach der amerikanischen Spezialoperation immer unklarer, was Donald Trump tatsächlich erreichen wollte. Wenn es ausschließlich um eine gezielte Spezialoperation zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten ging, der nicht bereit war, mit Donald Trump zu verhandeln, dann kann man von einem Erfolg dieser Operation sprechen – davon, dass ihr propagandistischer Effekt erreicht wurde und sich weiterhin so entfaltet, wie es Donald Trump gefällt.

Wenn man jedoch von realen geopolitischen Ergebnissen spricht, sehen wir bislang nichts, was darauf hindeutet, dass sich in Venezuela die Machtverhältnisse ändern oder dass das Regime, das das Land zu Chávez’ Zeiten regierte und unter Maduro weiterregierte und auch jetzt noch an der Macht ist, seine Politik ändern oder mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten will.

Kann man reale Möglichkeiten für eine solche Zusammenarbeit schaffen? Natürlich kann man das. Aber dafür wäre eine ernsthafte Bodenoperation erforderlich – nicht durch Spezialkräfte, sondern durch reguläre amerikanische Truppen.

Wie bekannt, widerspricht ein solcher Ansatz der politischen Philosophie Donald Trumps. Er ist bereit zu drohen und bereit, konkrete, kurze Spezialoperationen durchzuführen – etwa Schläge gegen iranische Nuklearanlagen oder den Angriff auf die Residenz Nicolás Maduros. Aber bislang wirkt der amerikanische Präsident nicht wie jemand, der bereit ist, einen großen Krieg mit einer großen Zahl amerikanischer Gefallener zu beginnen. Und sollte es dazu kommen, könnte man sagen, dass dies bereits ein ganz anderer Trump wäre, der – meiner Ansicht nach – sehr weit von seinem traditionellen Wählerklientel entfernt wäre.

Denn man muss daran erinnern, dass die Anhänger jener konservativen, isolationistischen Amerika-Vorstellung, die Donald Trump gewählt haben, vor allem darauf hofften, dass die Beteiligung der Vereinigten Staaten an weltweiten Konflikten minimiert würde. Und Donald Trump, der der Ukraine faktisch finanzielle und militärische Unterstützung verweigert, brüstet sich vor seinen Wählern damit, dass Amerika nun keinen einzigen Dollar mehr für die Unterstützung des Opfers der russischen Aggression ausgebe.

Im Fall eines Krieges mit Venezuela zur Ablösung des dortigen Regimes ginge es jedoch nicht nur um Dollar – von denen ebenfalls sehr viele ausgegeben werden müssten –, sondern auch um den Tod amerikanischer Soldaten. Das würde natürlich einen schweren Konflikt zwischen Donald Trump und seiner politischen Basis hervorrufen.

Vielleicht hatte der amerikanische Präsident gehofft, dass die venezolanischen Führer einfach Angst bekommen würden angesichts der meisterhaften Art und Weise, mit der amerikanische Spezialkräfte das Staatsoberhaupt eines Landes entführen können. Doch man sollte nicht vergessen, dass wir es hier mit einem ideologischen Regime zu tun haben – mit Menschen, die mit links-populistischen Parolen an die Macht kamen und ihr Land gerade deshalb in einen der größten Verlierer Lateinamerikas verwandelt haben.

Für solche Menschen bedeutet eine Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten vor allem den Zusammenbruch ihrer ideologischen Grundlage und den Verlust der Unterstützung durch jene, die noch Anhänger des Chavismus sind. Für diese Leute würde ein Überlaufen auf die Seite der Interessen der Vereinigten Staaten und ein Verrat an ihren Gönnern in Moskau und Peking bedeuten, ihre Macht viel früher zu verlieren, als wenn die venezolanische Führung weiterhin ihre sogenannte antiimperialistische Rhetorik pflegt.

So steht Donald Trump nun vor einer schwierigen Wahl. Entweder er erkennt an, dass die Vereinigten Staaten keine reale Kontrolle über Venezuela herstellen können und dass dafür ein echter Krieg mit ungewissem Ausgang nötig wäre – denn das wäre dann keine kurze Spezialoperation, sondern ein langer Kampf gegen die venezolanische Armee mit anschließendem Chaos im Land. Schließlich war es niemand anderes als Donald Trump selbst, der einen solchen Verlauf der Ereignisse im Irak kritisiert hat.

Oder wird die Festnahme von Nicolás Maduro bei gleichzeitiger Beibehaltung der Macht seiner Gefolgsleute mit der Zeit als eine weitere propagandistische Kampagne Donald Trumps ohne reale Ergebnisse gelten. Das würde die Vereinigten Staaten in Lateinamerika keineswegs stärken, sondern zeigen, dass Donald Trump dort keine neuen geopolitischen Erfolge erzielen kann – schlicht, weil er den echten Krieg gegen autoritäre Regime fürchtet, das wirkliche Kräftemessen mit Putins Russland, dessen Führer Trump mit seinem nuklearen Potenzial erfolgreich erpresst und zugleich mit finanziellen Möglichkeiten lockt, den Konflikt mit der Volksrepublik China fürchtet und deshalb gezwungen ist, die hohen Zölle auf chinesische Waren wieder aufzuheben. Und vielleicht fürchtet er sogar einen echten Krieg mit Venezuela – damit seine Anhänger ihn nicht an die große Zahl amerikanischer Soldaten erinnern, die in einem solchen Krieg aus diesem lateinamerikanischen Land niemals zurückkehren würden.

Und die Ungewissheit, die nun nach der amerikanischen Spezialoperation die Welt beherrscht, spiegelt genau dieses Dilemma wider, vor dem Donald Trump jedes Mal stehen wird, wenn er zwischen Krieg und dem propagandistischen Effekt einer amerikanischen Spezialoperation wählen muss.


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Titel des Originals: Новий виклик Трампу | Віталій Портников. 04.01.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 04.01.2026.
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Schlag gegen Venezuela: die Folgen | Vitaly Portnikov. 03.01.2026.

Nur wenige Stunden nach der amerikanischen Spezialoperation in Venezuela, die zur Festnahme des Präsidenten dieses Landes, Nicolás Maduro, führte, gibt es keinerlei Klarheit darüber, wie es weitergehen wird – weder in Venezuela selbst noch in der Region.

Der US-Außenminister Marco Rubio sagt, dass die Vereinigten Staaten keine weiteren Schritte unternehmen werden, und lässt damit erkennen, dass das Hauptziel der USA gerade die Festnahme des venezolanischen Staatschefs gewesen sei.

Dabei ist jedem, der sich mit lateinamerikanischer Politik beschäftigt, seit Langem bekannt – und übrigens weiß Rubio das besser als jeder andere –, dass Nicolás Maduro eher ein Aushängeschild des chavistischen Regimes ist. Dieses Regime wurde von Maduros Vorgänger Hugo Chávez geschaffen, der mithilfe der venezolanischen Sicherheitskräfte eine linkspopulistische Diktatur errichtete, die tatsächlich die Drogenkartelle begünstigte. Doch es ist offensichtlich, dass keineswegs Nicolás Maduro während seiner gesamten Herrschaft die Hauptfigur im Drogenhandel war. Die Hauptakteure im Drogenhandel waren die engsten Gefolgsleute Hugo Chávez’, die weiterhin ihre Ämter und ihre Machtpositionen innehaben.

Der venezolanische Verteidigungsminister Vladimir Padrino López, der, wie bekannt, in den ersten Minuten nach Beginn der Spezialoperation als getötet galt, lebt, ist gesund und wendet sich an die Venezolaner mit einem Aufruf zur Ruhe. Und übrigens hat die venezolanische Armee den amerikanischen Soldaten, die den Präsidenten des Landes festnahmen, keinerlei Widerstand geleistet – so, als habe sie im Voraus gewusst, dass sich alles auf die Festnahme Maduros beschränken würde. Ein anderer prominenter venezolanischer Politiker aus dem engen Umfeld Hugo Chávez’, der Innenminister Diosdado Cabello, der die venezolanischen Geheimdienste vollständig kontrolliert, wurde ebenfalls auf den Straßen von Caracas gesehen und tritt ebenfalls mit kämpferischen Erklärungen auf.

Das bedeutet, dass der Chavismus, das chavistische Regime, sich schlicht auf einen Austausch des Aushängeschilds vorbereitet. Wenn die Vereinigten Staaten tatsächlich keine realen Schritte zur Veränderung dieses Regimes unternehmen, wird es angesichts seiner Machtmittel weiterhin Venezuela kontrollieren. Und selbstverständlich wird sich dann auch nichts an dem Strom von Drogen ändern, der aus diesem Land in die Vereinigten Staaten fließt.

Wozu also brauchte Donald Trump diese Spezialoperation? Um die Stärke und Entschlossenheit der Vereinigten Staaten zu demonstrieren, damit der amerikanische Präsident von seinem Land als dem einzigen Staat sprechen kann, der eine derart spektakuläre Spezialoperation durchführen kann – und um sich generell in seiner Wichtigkeit zu sonnen. Wir haben bereits bemerkt, dass für Donald Trump vor allem der Medieneffekt zählt, nicht irgendein realer politischer Erfolg.

Und genau dieser Medieneffekt wurde durch die Festnahme einer Person erreicht, die während ihrer gesamten Amtszeit kaum als führende Figur im chavistischen Regime gelten konnte. Wenn die Vereinigten Staaten keine weiteren Schritte unternehmen, können die venezolanischen Oppositionellen nur davon träumen, an die Macht zurückzukehren.

Mehr noch: Wir sehen bereits, wie Venezuela Unterstützung in ganz Lateinamerika erhält. Es sei daran erinnert, dass 2024 weder in Brasilien noch in Mexiko noch in Kolumbien – den führenden Ländern der Region – die Legitimität Nicolás Maduros anerkannt wurde. Die Führungen dieser Länder sprachen offen über Wahlfälschungen durch den amtierenden Präsidenten Venezuelas und seine Gefolgsleute.

Jetzt jedoch verurteilen sowohl Brasilien als auch Mexiko und Kolumbien die amerikanische Intervention und sprechen von einer Verletzung der Souveränität Venezuelas. Dieselbe Meinung wird von einer Reihe weiterer Staaten geteilt, die als Verbündete der Vereinigten Staaten gelten können. Ähnliche Erklärungen kamen beispielsweise aus Paris.

So hat das chavistische Regime, das längst die Macht usurpiert und die Ergebnisse von Präsidentschafts- und Parlamentswahlen fälscht, dank der Handlungen Donald Trumps und seiner Gefolgsleute zusätzliche Legitimität erhalten. Und natürlich kann man dasselbe über die Reaktionen der Russischen Föderation und der Volksrepublik China sagen.

Man könnte zwar sagen, dass Moskau und Peking ihren Verbündeten nicht verteidigt und erneut gezeigt haben, dass sie den Vereinigten Staaten praktisch nichts entgegensetzen können. Aber wenn an der Spitze Venezuelas weiterhin ein Russland und China freundlich gesinntes Regime stehen wird, wozu sollten Wladimir Putin und Xi Jinping dann zusätzliche Anstrengungen unternehmen, um Nicolás Maduro zu retten?

Sie werden sich problemlos mit dem nächsten venezolanischen Präsidenten verständigen, der von eben diesen Padrino López und Cabello ernannt wird. Für sie wird das Wichtigste sein, den Zufluss venezolanischen Öls auf den Weltmarkt zu bremsen, denn das könnte tatsächlich ein Todesurteil für die russische Wirtschaft bedeuten.

Eine andere Frage ist, dass die Chavisten durch die Festnahme Maduros erschreckt sein könnten und glauben, die beste Option für sie sei ein Tausch von Freiheit gegen Öl. Und hier stellt sich eine durchaus berechtigte Frage: Wird Donald Trump zu einem Deal mit dem chavistischen Regime bereit sein, sodass amerikanische Ölgesellschaften wieder Zugang zu ihren Vermögenswerten erhalten, während die Menschen, die in den letzten Jahrzehnten in Venezuela die Macht usurpiert haben, an der Macht bleiben, weiterhin die Finanzströme kontrollieren und weiterhin den Drogenhandel in die Vereinigten Staaten steuern? Und inwieweit wird Donald Trump in diesem Fall dieser Drogenhandel interessieren?

Die jüngste Begnadigung des ehemaligen Präsidenten von Honduras, der bekanntlich eine Haftstrafe verbüßte, weil er wegen Beteiligung am Drogenhandel verurteilt worden war, zeigt grundsätzlich, dass Donald Trump durchaus zu Flexibilität fähig ist, wenn es um amerikanische Interessen geht.

Schließlich sind die Anklagen, die gegen den ehemaligen Präsidenten von Honduras, Juan Orlando Hernández, erhoben wurden, den Vorwürfen sehr ähnlich, die gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro erhoben werden könnten. Dennoch entschied sich Trump, der den Sieg eines ultrarechten Kandidaten bei den Präsidentschaftswahlen in Honduras sichern wollte, für eine Begnadigung, um der Person zu helfen, die er an der Spitze dieses lateinamerikanischen Landes sehen wollte.

In Venezuela könnte es dieselbe Situation geben. Und ein Deal mit dem chavistischen Regime könnte zur Kulmination der heutigen Spezialoperation der amerikanischen Armee werden: eine spektakuläre Festnahme Maduros bei gleichzeitiger Bewahrung der Diktatur – unter der Voraussetzung, dass diese neue Diktatur den Interessen Donald Trumps weitaus loyaler gegenübersteht als der bisherige venezolanische Präsident.


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Titel des Originals: Удар по Венесуэле: последствия | Виталий Портников. 03.01.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 03.01.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Die USA haben Maduro gefasst. Vitaly Portnikov. 03.01.2026.

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, hat nach einer Serie nächtlicher US-Schläge gegen Venezuela soeben die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro bekanntgegeben – und dass die Vereinigten Staaten ihn aus dem Land gebracht haben. Damit kann man von einer Kulmination des monatelangen Drucks der Vereinigten Staaten auf den venezolanischen Präsidenten sprechen, der noch vor wenigen Tagen den Vereinigten Staaten Abkommen über Öl und andere Energieressourcen Venezuelas angeboten hatte – Abkommen, denen Donald Trump nicht zugestimmt hat.

Es lohnt sich übrigens daran zu erinnern, dass bereits zu Zeiten von Hugo Chávez, Maduros Vorgänger im Amt des venezolanischen Präsidenten und Schöpfer des heutigen autoritären Regimes, in diesem Land die venezolanische Ölindustrie im Grunde verstaatlicht wurde – was zu ihrer schrittweisen Degeneration führte. Und wenn jetzt die Wiederherstellung des venezolanischen Ölsektors beginnt und tatsächlich Millionen Barrel Öl aus diesem Land auf dem Weltmarkt erscheinen, wird das für Länder wie die Russische Föderation eine unangenehme Überraschung sein, weil es einen neuen erheblichen Schlag gegen die Preise auf dem Energiemarkt auslösen wird.

Im Moment ist überhaupt nicht ganz klar, wie sich die Ereignisse weiter entwickeln werden. Wird es weitere amerikanische Schläge gegen Venezuela geben? Wie wird die Macht in diesem Land ausgeübt werden, nachdem Nicolás Maduro tatsächlich aus venezolanischem Gebiet herausgebracht wurde?

Gemäß der Verfassung Venezuelas müsste die Macht an die Vizepräsidentin übergehen. Das ist Delcy Rodríguez. Aber aus dieser Perspektive ist die Lage völlig unklar, weil die Vereinigten Staaten – wie auch viele andere Länder der Welt – die Legitimität Nicolás Maduros nicht anerkannt haben, da sie davon ausgehen, dass er die letzten Präsidentschaftswahlen in diesem Land gefälscht hat.

Die venezolanische Opposition sagt, der rechtmäßige Präsident sei Edmundo González, den sie als Sieger der letzten Wahlen zum Staatsoberhaupt betrachtet. González befindet sich derzeit nicht in Venezuela. Er musste das Staatsgebiet verlassen nach den von Maduro gefälschten Präsidentschaftswahlen.

Ich verstehe sehr gut, dass es jetzt bei vielen – zumindest in der Ukraine – die Versuchung geben wird, die Ereignisse in Venezuela mit Februar 2022 in unserem Land zu vergleichen. Und interessant ist, dass gerade wir das tun werden, weil natürlich in den Vereinigten Staaten die Trump-Administration diese Ereignisse nicht mit den ukrainischen vergleichen wird.

Und in Russland wird die Putin-Administration diese Ereignisse ebenfalls nicht mit den ukrainischen vergleichen – denn wie wir verstehen, ist die Russische Föderation ein wichtiger Verbündeter Venezuelas, ebenso wie die Volksrepublik China, deren Sondervertreter sich buchstäblich einen Tag vor Beginn der amerikanischen Operation mit Maduro getroffen hat. Die venezolanische Operation mit der ukrainischen zu vergleichen, hieße nämlich, den Handlungen Russlands auf dem Gebiet der Ukraine jene Pseudolegitimität zu entziehen, die Präsident Putin so nötig hat.

Deshalb wäre ich sehr vorsichtig mit Parallelen. Erstens muss man sich klar bewusst machen, dass die Russische Föderation ihre Intervention gegen eine legitime, von allen anerkannte Führung der Ukraine durchgeführt hat. Präsident Volodymyr Zelensky, gegen den eine Operation zur Ersetzung seiner Macht durch eine Marionette durchgeführt wurde, wurde von allen Staaten der Welt – ebenso wie von Russland selbst – als legitim gewählter Präsident der Ukraine anerkannt.

All diese Reden über einen Putsch in unserem Land beginnt Putin genau in dem Moment, wenn er neuen Druck auf die Ukraine ausüben und sie zur Kapitulation vor Russland zwingen will. Wie ihr euch erinnert, hat er mehrmals über diesen Putsch gesprochen, aber er hat sich nach 2014, als die Werchowna Rada der Ukraine den flüchtigen Präsidenten Viktor Janukowytsch des Amtes enthob, mehrfach mit den gewählten Präsidenten der Ukraine getroffen und ihre Legitimität anerkannt.

Zweitens muss man klar verstehen, dass das Ziel der Russischen Föderation die Annexion ukrainischen Territoriums ist. Als Russland in das Gebiet der Ukraine einmarschierte, kam es fast sofort zur Annexion der Krim. In den besetzten Gebieten des Donbas wurden Pseudovolksrepubliken ausgerufen, die später von der Russischen Föderation annektiert wurden – zusammen mit den ukrainischen Regionen Saporischschja und Cherson, deren Teile ebenfalls erst nach dem Angriff von 2022 besetzt wurden. Die Vereinigten Staaten haben – wie ihr versteht – keinerlei Wunsch und keinerlei Erklärungen zur Annexion venezolanischen Territoriums.

Wir können natürlich gesondert die Ansprüche des US-Präsidenten Donald Trump auf Kanada oder Grönland betrachten. Und in diesem Teil seiner Politik kann Donald Trump Putin tatsächlich ähneln, obwohl wir bislang zumindest noch keinen Einmarsch in Kanada und keinen Einmarsch in Grönland sehen. Aber was Venezuela betrifft, ist das eine ziemlich unpassende Parallele.

Der Präsident Venezuelas, Nicolás Maduro, ich möchte euch daran erinnern, handelte jedoch genau wie Putin. Er erklärte die ölreiche Provinz des benachbarten Guyana zu venezolanischem Territorium – und das sind übrigens zwei Drittel des Territoriums Guyanas. Er nahm dieses Gebiet in den Bestand Venezuelas auf. Er setzte eine Verwaltung in dieser Provinz ein. Das Einzige, was nicht passiert ist – und ich denke, es hätte sich mit der Zeit ergeben können – war ein Einmarsch der venezolanischen Armee in das Gebiet Guyanas und eine reale physische Annexion des Territoriums.

Und wir verstehen sehr gut, warum es grundsätzlich nicht zu einer venezolanischen Invasion kam. Nicht deshalb, weil Maduro glaubte, er könne dieses Territorium mit friedlichen Mitteln annektieren, sondern weil der venezolanische Diktator den Vereinigten Staaten keinen Vorwand geben wollte, sein eigenes Regime zu stürzen.

Wenn wir also von Analogien sprechen, wäre ich sehr, ich würde sagen: äußerst vorsichtig in unserem ewigen Versuch, uns mit jedem Gebiet gleichzusetzen, in dem Explosionen durch Raketenbeschuss oder Schläge mit Bodentruppen stattfinden.

Denn solche Explosionen und solche Schläge haben wir im Gazastreifen gesehen, wo die israelische Armee die Terrororganisation Hamas zerstörte. Aber das kann man nicht mit der Ukraine vergleichen, obwohl viele immer diese Versuchung hatten. Und ich habe Fotos von Rathäusern in europäischen Städten gesehen, wo die palästinensische Flagge neben der ukrainischen hing.

Aber es ist etwas völlig anderes, wenn ein Staat, der von einer Terrororganisation angegriffen wurde und dessen Bürger als Geiseln genommen wurden, versucht, diese Terrororganisation zu zerstören. Ja, dabei gibt es die Tragödie der Opfer unter der Zivilbevölkerung, hinter der sich Terroristen als lebendem Schutzschild verstecken. Aber das bedeutet nicht, dass man die Terrororganisation nicht zerstören darf – denn wenn sie weiter existiert, bleibt sie eine Bedrohung für jeden zivilisierten Staat.

Wir sahen Explosionen im Iran während des zwölftägigen Krieges. Und das ist ebenfalls eine Tragödie. Aber man sollte daran erinnern, dass gerade das Regime des Iran versucht, die Lage in der Region zu destabilisieren. Gerade die Iraner haben als Erste Israel beschossen. Gerade die Iraner haben ein ukrainisches Flugzeug abgeschossen. Gerade die Iraner betreiben ein Atomprogramm, das ihnen natürlich erlauben wird, jene Region, die Ziel ihrer Ansprüche ist – den Nahen Osten – mit viel größerer Effektivität zu erpressen.

Und man sollte im Kopf behalten, dass die Ukraine für den Iran ein Testgelände war, bevor er seine destabilisierenden Handlungen im Nahen Osten begann. Iranische Schaheds erschienen nicht einfach so in unserem Himmel, weil Iran sie an Russland lieferte, sondern auch, um zu prüfen, wie effektiv diese Waffe in einem künftigen Krieg wirken würde, den der Iran zu entfesseln plante.

Und wir können ganz sicher davon sprechen, dass es jetzt eine ziemlich wichtige Sache gibt, verbunden mit einem echten Netzwerk des Widerstands gegen die Vereinigten Staaten und die demokratische Welt. Und wie wir sehen, versteckt sich dieses Netzwerk nicht. Dass ein Vertreter Xi Jinpings nach Venezuela kam und sich in Caracas mit Nicolás Maduro traf – buchstäblich 24 oder 48 Stunden bevor Maduro angeblich, zumindest behauptet das Trump, und ich denke, man muss ihm darin vertrauen, aus Venezuela herausgebracht wurde – das sagt ebenfalls viel.

Aber es gibt auch eine wichtige Sache, verbunden damit, dass diese Achse noch auf gegenseitiger Hilfe beruht, verbunden mit dem Zusammenwirken Russlands, Venezuelas und des Iran. Und wenn auch nur eines dieser Glieder schwächer wird – und wenn es tatsächlich gelingt, das diktatorische Regime Maduros zu zerstören, die Demokratie in Venezuela wiederherzustellen und eine normale Energiekooperation Venezuelas mit den Ländern der Welt – dann wird das ein ernsthafter Schlag sowohl gegen Russland als auch gegen den Iran sein.

Übrigens sagen Quellen in der venezolanischen Opposition jetzt, die Operation zur Festnahme Maduros und seiner Ehefrau sei Teil einer Vereinbarung zwischen Maduro und den Vereinigten Staaten gewesen – um zu garantieren, dass er nicht von kubanischen Spezialkräften getötet wird, und damit er Beweise gegen jenen Personenkreis liefern kann, der in Venezuela an der Macht ist, und die Quellen ihrer Finanzierung offenlegt. Aber das ist gewöhnliche Information, die absolut nicht überprüft werden kann.

Die venezolanische Vizepräsidentin Delcy Rodríguez verlangt Beweise dafür, dass Maduro am Leben ist und dass die First Lady Cilia Flores am Leben ist. Und das Außenministerium der Russischen Föderation gab eine entsprechende Erklärung ab und spricht von einem Akt bewaffneter Aggression gegen Venezuela, der Verurteilung und Besorgnis seitens der Russischen Föderation auslöse.

Das ist, denke ich, für euch keine Überraschung – denn die Russische Föderation ist immer der Meinung, dass sie die Lage so beeinflussen darf, wie sie will. Und wenn irgendein anderes Land die Lage so beeinflusst, wie es will, dann ist das Aggression, die man zurückweisen muss.

Übrigens achten jetzt viele darauf, dass der 3. Januar ein gewisser Schlüsseldatum für Donald Trump ist. Am 3. Januar 2020 befahl Trump die Tötung des Kommandeurs der Quds-Einheit der Revolutionsgarden, General Qasem Soleimani – was man als Beginn einer langen, ernsten Konfrontation zwischen seiner Administration und der Führung der Islamischen Republik bezeichnen kann, die ihrerseits jetzt ebenfalls unter schweren Problemen leidet im Zusammenhang mit einem Aufstand im Iran selbst. Und am 3. Januar 2026, wie wir sehen, ereignete sich etwas im Zusammenhang mit der möglichen Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro.

Im US-Außenministerium heißt es, Maduro werde endlich für seine begangenen Verbrechen vor Gericht gestellt werden – was im Grunde eine Wiederholung jener Situation ist, die die Vereinigten Staaten einst unter dem Slogan des Kampfes gegen Drogenkartelle durchgeführt haben, als in einer ähnlichen Lage der Diktator Panamas, Manuel Noriega, festgenommen wurde, der die Macht genauso usurpiert hatte wie Nicolás Maduro. Auch Noriega erschien vor einem amerikanischen Gericht.

Dort war die Situation im Grunde komplizierter, weil er entmachtet wurde. Im Dezember 1989 versteckte er sich in der Residenz der Vatikanbotschaft in Panama. Und erst danach wurde die Entscheidung über seinen Prozess getroffen und darüber, dass er für den jahrelangen Drogenhandel, den er anführte, verantwortlich sein müsse.

Also werden wir sehen, wie sich die Situation in Venezuela nach dieser Festnahme Maduros entwickeln wird, denn wie ihr versteht: Nachdem Manuel Noriega in Panama festgenommen worden war, öffnete sich dort der Weg zur Demokratisierung des Landes. Viel hängt davon ab, was in Venezuela in Bezug auf die Kontrolle der Macht geschieht. Denn wenn in der venezolanischen Armee der Wunsch bleibt, gegen die Amerikaner zu kämpfen, ist nicht klar, wie sich die Lage in den nächsten Stunden und Tagen entwickeln wird.

Der Verteidigungsminister Venezuelas, dessen Tod in den ersten Stunden nach Beginn der Operation gegen Venezuela gemeldet wurde, betonte, dass die venezolanische Armee bereit sei, gegen die Amerikaner zu kämpfen und in Venezuela zu siegen. Außerdem tauchen Meldungen auf, dass die US-Marineinfanterie auf zahlreichen venezolanischen Inseln in der Karibik landet.

Das ist ebenfalls ein offensichtlicher Beleg dafür, würde ich sagen, dass die Operation weitergeht, dass sie nicht beendet ist und dass keine Erklärungen des Außenministeriums der Russischen Föderation jene Handlungen stoppen werden, die Donald Trump geplant hat.

Und jetzt ist natürlich die wichtigste Frage: wie wird sich das weiter entwickeln? Das heißt faktisch: Wird Nicolás Maduro der Öffentlichkeit wirklich gezeigt werden als jemand, der aus Venezuela herausgebracht wurde? Wird er auf die Macht verzichten, und wer wird die Macht in Venezuela kontrollieren? Wird die venezolanische Armee tatsächlich gegen die amerikanische kämpfen – oder beginnt in Wahrheit ein Prozess des Machttransfers in Venezuela durch Übergabe der Macht an den demokratisch gewählten Präsidenten Edmundo González, oder werden wenigstens Bedingungen geschaffen für die ersten Präsidentschaftswahlen in Venezuela seit dem Sieg Hugo Chávez’?

Und wir verstehen, dass Russland und China jetzt alles tun werden, damit die Vereinigten Staaten in Venezuela bis über beide Ohren stecken bleiben. Das brauchen sie aus vielen Gründen. Der erste Grund hängt vor allem mit Öl zusammen. Geopolitisches Spiel bleibt geopolitisches Spiel, wie ihr versteht. Der Wunsch, den Einfluss der Vereinigten Staaten zu schwächen und ihre Hilflosigkeit zu zeigen, ist auch für den Präsidenten der Russischen Föderation und für den Vorsitzenden der Volksrepublik China sehr wichtig. Aber nicht weniger wichtig ist, dass Öl aus Venezuela nicht in kritischen Mengen auf dem Weltmarkt erscheint, weil das die russischen Energiemöglichkeiten buchstäblich in wenigen Monaten – zumindest binnen eines Jahres – zerstören und Putins Russland vor den Vereinigten Staaten auf die Knie zwingen könnte. Das ist eine reale Möglichkeit der weiteren Entwicklung in nächster Zeit. In diesem Sinne brauchen sie das sehr.

Und natürlich: Wenn die US-Operation in Venezuela schnell verläuft – und es gibt dafür alle Voraussetzungen –, wenn wirklich bestätigt wird, dass Nicolás Maduro die Macht verloren hat und sein Regime zerfällt, wird das eine weitere Erinnerung daran sein, dass die Russische Föderation ein Papiertiger ist. Darüber hat Donald Trump Wladimir Putin schon einmal in einem Moment öffentlicher Offenheit gesprochen – denn die Versuche der Russen, die Ukraine zu besetzen, mündeten in einen Krieg, der nun schon vier Jahre dauert und von dem niemand weiß, wann er endet. Und die ganze Zeit stehen russische Truppen bei Pokrowsk. Im Grunde endete der Angriff auf Kyjiw mit einer beschämenden Niederlage der sogenannten zweitstärksten Armee der Welt.

Die Amerikaner gingen nach Caracas hinein, nahmen Maduro fest. Und auch das ist eine absolut offensichtliche Demonstration, würde ich sagen, davon, welcher Staat tatsächlich stark ist – und welcher nicht einmal mit den imperialistischen Zielen fertig wird, die er sich selbst setzt.

Und ich spreche noch gar nicht von anderem. In den ersten Tagen nach dem großen russischen Angriff auf die Ukraine leisteten die Vereinigten Staaten der Ukraine Hilfe, ebenso wie die europäischen Länder, und später wurde ein effektiver Strom militärischer Unterstützung für unser Land aufgebaut.

Und was machen die Russen? Die Russen sprechen von Solidarität mit dem venezolanischen Volk und sagen, in der Situation rund um Venezuela sei es wichtig, eine Eskalation zu verhindern und einen Ausweg durch Dialog zu finden. Und Moskau sei bereit, den Dialog zwischen den Konfliktparteien rund um Venezuela zu unterstützen.

Wie ihr aus dieser Erklärung versteht, wird die Russische Föderation Venezuela keinerlei reale Hilfe leisten. Und das ist ebenfalls ein absolut offensichtlicher Punkt, den man aussprechen muss. Ich denke, auch die Chinesen werden Venezuela keinerlei reale Hilfe leisten, sie werden sich wie immer auf Erklärungen beschränken – und damit wird es im Grunde auch enden.

So, ich schaue mir gerade die Erklärung der venezolanischen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez an. Ich habe sie nur mit einem Ziel angesehen: um sie zu sehen. Ich habe sie nicht gesehen. Es ist eine Audioaufnahme, wie ihr versteht, denn seit Beginn der amerikanischen Operation gegen Venezuela tritt keiner aus Nicolás Maduros Umfeld öffentlich auf – weder die Vizepräsidentin noch der Verteidigungsminister noch andere. Und hier ist eine „wunderbare“ Erklärung der Vizepräsidentin: „Derzeit befindet sich Venezuela in Ruhe und denkt darüber nach, was militärische Aggression dieser Art bedeutet, die unsere Souveränität und den Frieden aller Venezolaner verletzt hat. Das Volk Venezuelas muss in vollkommener nationaler Einheit aktiv werden, um seine natürlichen Ressourcen zu schützen. Und das Heiligste, das ein Vaterland haben kann – ist sein Recht auf Unabhängigkeit und auf Zukunft.“

Wie ihr versteht, unterscheidet sich das etwas von den Erklärungen des venezolanischen Verteidigungsministers, dass die venezolanische Armee den amerikanischen Streitkräften real entgegentreten werde. Übrigens ist interessant, dass der Verteidigungsminister tatsächlich öffentlich aufgetreten ist – im Gegensatz zur Vizepräsidentin. Die venezolanische Armee wurde von Chávez und Maduro zu einer Art, würde ich sagen, „Hauspolizei“ umformatiert. Sie war im Grunde immer eine Armee des Regimes und nicht eine Armee Venezuelas.

Bisher gibt es keine Meldungen über venezolanische Opfer. Das ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. Zwar melden venezolanische – selbstverständlich propagandistische – Kanäle, es habe zivile Bevölkerung getroffen, aber es gibt keine klaren Bestätigungen dafür, dass Zivilisten infolge dieses Schlages verletzt wurden.

Also entwickeln sich die Ereignisse bislang erst. Und sehr wichtig wird sein, wie sie sich tatsächlich weiter entwickeln. Zumal ihr versteht, dass all diese Ereignisse auch vor dem Hintergrund des Aufstands im Iran stattfinden, der für das iranische Regime ziemlich gefährlich ist. Und nach dem US-Schlag gegen Venezuela könnten Ajatollah Chamenei und sein Umfeld ebenfalls befürchten, dass Trump seine Drohung umsetzt und im Falle ernsthafter Repressionen gegen die iranische Zivilbevölkerung einen Schlag gegen Teheran, gegen die Residenz Ajatollah Chameneis sowie gegen Präsident Masud Peseschkian und andere Führer führen könnte, die damit in Verbindung stehen.

Auch das ist ein wichtiger Punkt in dieser Situation: Wir verstehen, dass wenn man die iranische Bevölkerung nicht auseinanderjagt, wenn man keine Schläge gegen sie aus Hubschraubern oder mithilfe des banditischen Korps der Wächter der Islamischen Revolution führt, die Macht im Iran ebenfalls unter den Schlägen der eigenen Bevölkerung fallen kann – ohne irgendeine reale Veränderung der Lage.

Maduro wurde im Wesentlichen nur von Putin unterstützt, vom Präsidenten Kolumbiens Gustavo Petro, der ebenfalls ein linker Politiker ist und, wie bekannt, in einem ernsthaften Konflikt mit Donald Trump steht, sowie vom kubanischen Präsidenten Díaz-Canel, der eines der repressivsten kommunistischen Regime der Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts anführt.

Und natürlich versteht auch Díaz-Canel, dass eine amerikanische Administration, die in der Lage ist, Maduro herauszubringen, auch der Geschichte des kubanischen Kommunismus ein Ende setzen könnte – weil sie einfach entschlossener handeln kann als ihre Vorgänger gegenüber Kuba.

Gleichzeitig ist klar, dass die Lage jetzt nicht bis zum Ende verständlich ist. Denn Maduro hatte noch vor seinem Abtransport den Ausnahmezustand im gesamten Land ausgerufen und dies mit der militärischen Aggression begründet, die von der Regierung der Vereinigten Staaten ausgeführt worden sei. Und es ist unbekannt, inwieweit diese Anordnungen gelten und ob sie von denen unterstützt werden, die jetzt die Macht in Venezuela ausüben.

Also ist das natürlich erst der Anfang all dieser Ereignisse. Sie können sich entlang einer komplizierten Exponentialkurve entwickeln, denn zumindest muss Maduro selbst vor der Öffentlichkeit erscheinen, damit die Wahrheit von Trumps Worten bestätigt wird.

Unklar ist, wer tatsächlich die Macht in Venezuela ausüben wird und inwieweit Delcy Rodríguez es mit ihren Erklärungen schaffen wird, das Regime zu konsolidieren. Wie ihr seht, versucht die venezolanische Vizepräsidentin in ihren Aussagen deutlich vorsichtiger zu sein als Maduro selbst vor dem amerikanischen Angriff – und als sein Verteidigungsminister –, was ebenfalls bis zu einem gewissen Grad ein Zeichen eines Risses angesichts einer so ernsthaften Gefahr sein kann.

Obwohl natürlich allein die Tatsache, dass Maduro von amerikanischen Spezialkräften festgenommen wurde – man sagt, es seien Kämpfer einer amerikanischen Eliteeinheit – schon die Effektivität amerikanischer Militärpolitik demonstrieren wird. Und eben, wie ihr versteht, die Effektivität amerikanischer Geheimdienste vor all den Grimassen Putins.

Kommentiert, wie ihr glaubt, wie sich die Lage in Venezuela in den nächsten Stunden und Tagen entwickeln wird, und wie möglicherweise die Öffnung des venezolanischen Energiemarktes das Schicksal des Verbündeten Maduros, des widerlichen Putin und seines terroristischen Regimes beeinflusst. Bitter ist natürlich, dass das Vorhandensein von Atomwaffen in Russland eine solche Operation in Moskau nicht zulässt. Putin muss genauso vor Gericht stehen wie sein venezolanischer Kumpel. Aber wir verstehen, dass Atomwaffen das sind, was Putin vor jeder Verantwortung für alle verbrecherischen Handlungen schützt, die der russische Präsident bereits begangen hat und die er in den nächsten Jahren seiner ruhmlosen und verbrecherischen Herrschaft noch begehen wird.

Aber jedenfalls ist Maduros Schicksal ein wunderbarer, würde ich sagen, Indikator dafür, was mit Menschen geschehen kann, die die Macht usurpieren. Jetzt erscheint eine Meldung, dass Senator Mike Lee gesagt habe, Maduro werde in die Vereinigten Staaten gebracht, um ihm strafrechtliche Anklagen vorzulegen, und weitere Handlungen der Vereinigten Staaten in Caracas würden nicht erwartet.

Das ist ebenfalls eine gute Meldung, weil sie uns die Möglichkeit gibt, uns vorzustellen, was als Nächstes kommt. Wenn es keine weiteren Handlungen geben wird, entsteht die Chance, dass das Regime, das derzeit in Venezuela existiert, unter einer anderen Führung erhalten bleibt. Aber wir verstehen auch, dass jede Person, die versuchen wird, dieses Regime anzuführen, in den Augen seiner Anhänger nicht jene Legitimität besitzen wird, die Nicolás Maduro hatte – denn Maduro erhielt die Macht aus den Händen des Diktators Hugo Chávez selbst, der diesen Modus in Venezuela geschaffen hat, wie ich schon sagte: ein widerlicher Populist und Verbündeter und Freund Putins und Fidel Castros, der übrigens nach seinem Tod – nach dem Muster all solcher Widerlinge – in ein Mausoleum gelangte. Es gab Meldungen, dass die Vereinigten Staaten einen Schlag gegen dieses Mausoleum geführt hätten. Wir wissen nicht, wie real das ist.

So ist die Lage in Bezug auf die Entwicklung der Ereignisse, die wir – wie ihr versteht – weiter beobachten müssen, denn das sind außergewöhnliche Ereignisse, und möglicherweise wird es noch bis heute Abend weitere Entwicklungen geben. Ihr müsst euch jetzt daran erinnern, dass es in den Vereinigten Staaten noch tiefe Nacht ist – in Miami 4 Uhr morgens –, und für 11 Uhr morgens Miami-Zeit ist eine Pressekonferenz Donald Trumps angesetzt. Und wir werden nach dieser Pressekonferenz mehr erfahren, die ihrerseits ein wichtiges Signal dafür sein wird, was die Vereinigten Staaten als Nächstes in Venezuela zu tun beabsichtigen.

Also beantworte ich ein paar Fragen, die während dieser Sendung bereits aufgetaucht sind.

Frage. Kann eine so aktive harte Politik der Vereinigten Staaten – Bombardierung des Iran, Operation gegen Maduro – eine Warnung an die Volksrepublik China sein, dass die USA ihre Interessen, insbesondere Taiwan, mit Gewalt schützen werden?

Portnikov. Das ist eine sehr treffende Frage, denn die Chinesen beobachten natürlich ziemlich aufmerksam, wie Donald Trump handelt. Und für Donald Trump ist es wichtig, Peking von seiner Unberechenbarkeit zu überzeugen. Das ist, würde ich sagen, Frage Nummer eins. Die Unberechenbarkeit des amerikanischen Präsidenten in der heutigen Welt ist bis zu einem gewissen Grad sein Schutz in den Beziehungen zu Moskau und Peking. Denn Xi Jinping kann dreimal überlegen, was Donald Trump tun wird, wenn die chinesische Armee Taiwan angreift oder aktive Kriegshandlungen in der Taiwanstraße beginnt. Das ist eine gute Frage, natürlich sehr wichtig. Und ich hoffe, dass solche Handlungen der Vereinigten Staaten uns dazu bringen werden, ernsthaft darüber nachzudenken, inwieweit Russland und China zu einer realen Konfrontation mit den Vereinigten Staaten bereit sind.

Frage. Wie soll die Ukraine reagieren? Die Operation verurteilen und sich potenziell mit Amerika zerstreiten, oder nicht verurteilen und die Aggression einer großen Macht gegen eine kleine als Norm anerkennen?

Portnikov. Wiederum macht ihr einen Fehler, wenn ihr versucht, das, was in der Ukraine passiert ist, mit dem gleichzusetzen, was in Venezuela geschieht. Natürlich dürfen die Vereinigten Staaten von der Ukraine nicht verurteilt werden, weil es ein Schlag gegen ein verbrecherisches usurpatorisches Regime ist. Hat die Ukraine die Schläge gegen den Iran verurteilt? Das hätte man auch als Aggression gegen ein kleines Land bezeichnen können, als die Vereinigten Staaten iranische Atomanlagen trafen. Wenn die Vereinigten Staaten jetzt die Residenz Ajatollah Chameneis treffen und die Führer des iranischen Regimes zerstören, wird das ebenfalls keine Aggression gegen ein kleines Land sein. Man muss klar verstehen, wo Gut ist und wo Böse. Nicolás Maduro ist kein legitimer Präsident Venezuelas. Die Vereinigten Staaten besetzen das Territorium Venezuelas nicht. Das ist alles. Das ist eine absolut reale Sache.

Frage. Wie kann Putin zugleich Anführer des globalen Südens sein und Trump loben?

Portnikov. Bis jetzt gelingt ihm das, aber ihr versteht, dass sie alle so sind. Nicht nur Putin ist so. Viele Menschen glauben, sie hätten gute Beziehungen zum globalen Süden und seien Anführer des globalen Südens. Sowohl Putin als auch Modi, übrigens auch Xi Jinping, äußern sich respektvoll über Trump, damit Trump ihnen selbst nicht schadet. Das ist bis zu einem gewissen Grad ein politisches Spiel. Und sie verstehen sich in diesem politischen Spiel gegenseitig sehr gut. Zumal Putin kein Anführer des globalen Südens ist – entschuldigt. Der globale Süden hat andere Anführer – Xi Jinping.

Frage. Wie legal ist es, einen Venezolaner in den Vereinigten Staaten zu verurteilen, der Verbrechen in Venezuela begangen hat und nicht in den Vereinigten Staaten?

Portnikov. Wenn ein Bürger Venezuelas Verbrechen begangen hat, die die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten bedrohten und Probleme für die Vereinigten Staaten schufen – sagen wir, Drogenlieferungen in die Vereinigten Staaten –, dann ist es aus Sicht der Justiz absolut legal, ihn in den Vereinigten Staaten zu verurteilen, weil das Verbrechen gegen die Vereinigten Staaten sind. Man wird ihn ja nicht wegen der Usurpation der Macht in Venezuela verurteilen. Man wird ihn dafür verurteilen, dass er ein Drogenkartell angeführt hat – wie es bei Manuel Noriega war oder wie es beim früheren Präsidenten Honduras war, den Trump begnadigte. Dort war eine sehr ähnliche Situation. Dieser Präsident Honduras, Juan Orlando Hernández, wurde wegen Drogenhandels verurteilt und ins Gefängnis gebracht. Übrigens: So wie auch Pawlo Lasarenko bei den Vereinigten Staaten vor Gericht stand – unser ehemaliger Ministerpräsident. Ich möchte euch daran erinnern, dass die Ukraine genau in dieser selben Ländergruppe war. Ich hoffe, sie wird es nie wieder sein. In diesem Sinne würde ich nicht sagen, dass die Vereinigten Staaten irgendwie keine Möglichkeit hätten, Nicolás Maduro in ihrer Jurisdiktion zu verurteilen.

Frage. Ihre Prognose zum Öl.

Portnikov. Ich wiederhole: Ich glaube, dass, wenn es den Amerikanern wirklich gelingt, die legitime Lieferung venezolanischen Öls auf die Weltmärkte zu entblockieren – aber das wird wiederum davon abhängen, wer Venezuela in dieser Situation führen wird –, das die Lage ziemlich ernst verändern wird. Russisches Öl wird einfach noch einmal um das Doppelte fallen. Aber es ist unklar, wie schnell das alles geschehen wird.

Frage. Gibt es eine Chance, dass die Zahal oder das US-Militär das Ajatollah-Regime im Iran stürzen? Ich hoffe sehr, dass sie es so schnell wie möglich tun. Ihre Prognose?

Portnikov. Ihr könnt auf meinem Kanal „Portnikov Argumente“ die Live-Sendung ansehen, die ich gestern Abend mit dem Autor des Telegram-Kanals „Revolution im Iran“ Mazir Mian geführt habe, wo wir diese Situation im Detail analysieren und im Grunde zu dem Schluss kommen, der mir absolut logisch erscheint, dass nur das iranische Volk das iranische Regime stürzen kann. Iran ist ein großes Land mit völlig anderer Geografie und Landschaft als der Irak oder erst recht Venezuela. Das wird dort nicht so einfach gehen. Aber wenn die Vereinigten Staaten das iranische Regime wirklich dazu zwingen können, Demonstranten nicht zu töten, dann kann dieses Regime unter dem Druck des Volkszorns und unter dem Druck innerer Widersprüche, die es immer hatte, selbst zusammenbrechen – denn es hält sich gerade deshalb, weil es Iraner aus Hubschraubern und mit Maschinengewehren erschießen kann. Und das könnte Donald Trumps Beitrag zur iranischen Problematik sein. Natürlich wird weder die Zahal noch irgendeine US-Armee das Ajatollah-Regime Khomeinis stürzen. Aber die Menschen im Iran selbst, wie wir sehen, stehen diesem Regime bereits ziemlich hart gegenüber. Auch das ist ein wichtiger Punkt, den wir in dieser Situation betonen können.

Im Chat wird daran erinnert, dass Maduro den russischen Angriff auf die Ukraine unterstützt hat. Ich erinnere noch einmal daran. Im Sinne von: „Oh, das ist ein Angriff auf einen kleinen Staat.“ Ich erinnere euch noch einmal: Maduro ist einer der treuesten Verbündeten des putinschen Regimes, der, wenn er könnte, Russland auch Waffen liefern würde, damit sie mit venezolanischen Waffen Ukrainer töten. Maduro ist im Grunde Putins Modell gefolgt, indem er einen Teil des Territoriums des benachbarten Guyana annektierte. Das ist genau dasselbe, was Maduro tat, was Putin auf der Krim tat. Nur fehlte Maduro die Kraft für eine echte Annexion. Auch das muss man begreifen. Und die Vereinigten Staaten werden – wie ihr versteht – keinerlei venezolanische Provinzen annektieren.

Frage. Wer wird jetzt Präsident Venezuelas sein? Wie loyal wird er gegenüber den Vereinigten Staaten und den amerikanischen Ölgesellschaften sein?

Portnikov. Das wissen wir alles nicht. Aus Sicht der derzeitigen venezolanischen Verfassung muss die Vizepräsidentin Rodríguez, über die ich schon gesprochen habe, Venezuela führen – aber inwieweit ihr das gelingt, ist unklar. Erstens ist unklar, ob die Vereinigten Staaten überhaupt am realen Fortbestand des maduristischen Regimes ohne Maduro interessiert sind. Aber auch ist unklar, inwieweit sie in der Lage sind, dieses Regime zu stürzen. Unklar ist, ob es innere Widersprüche in diesem Regime gibt und ob die venezolanischen Militärs unter Führung von Vladimir Padrino López, dem venezolanischen Verteidigungsminister, der kämpferische Erklärungen gegen die Vereinigten Staaten abgibt, Delcy Rodríguez die Möglichkeit geben werden, tatsächlich Präsidentin Venezuelas zu werden, und wie hoch der Grad ihrer Legitimität sein wird. Venezuela hat einen von anderen Ländern anerkannten demokratisch gewählten Präsidenten, der das Land verlassen musste.

Gerade ist das erste Foto des von den Amerikanern festgenommenen venezolanischen Präsidenten Maduro aufgetaucht, den zwei amerikanische Spezialkräfte abführen. Unklar ist wiederum, inwieweit dieses Foto echt ist. Aber wenn keine weiteren amerikanischen Handlungen geplant sind, bedeutet das, dass dieses Regime in der einen oder anderen Form bestehen bleibt. Auch das ist ein wichtiger Punkt. Die Frage ist wirklich nicht schlecht, inwieweit dieses Regime in der neuen Situation bereit sein wird, mit den Amerikanern zusammenzuarbeiten.

Frage. Der US-Außenminister Mark Rubio, so Senator Mike Lee, sagte, die Militäroperation gegen Venezuela sei nur Tarnung für die Festnahme Maduros gewesen, damit er vor einem amerikanischen Gericht erscheinen kann. Können die Venezolaner faire und echte Wahlen durchführen?

Portnikov. Ich bin nicht sicher, dass dieses Regime, das jetzt in Venezuela ist, in der Lage ist, den Venezolanern faire und echte Wahlen zu garantieren. Ich habe diese Sicherheit ehrlich gesagt nicht. Aber vielleicht wird unter dem Druck der Amerikaner und aus Angst, dass diese militärischen Handlungen fortgesetzt werden, derjenige, der Venezuela nach Maduro führen wird, in der Lage sein, solche Wahlen durchzuführen. Ich habe diese Sicherheit jetzt nicht, weil wir nicht wissen, wie sich die Lage in den nächsten Stunden entwickeln wird.

Also lasst uns die Entwicklung der Lage verfolgen, wie sie sich verändern wird, wie man weiter in den Vereinigten Staaten und in Venezuela reagieren wird, wer am Ende die Macht übernimmt, nachdem wir sehen, dass Nicolás Maduro bereits in den Vereinigten Staaten verhaftet ist und sich offensichtlich bereits dort befindet. Und wir werden dieses Ereignis weiter verfolgen. Ich danke denen sehr, die mit mir in dieser Sendung waren. Bitte kommentiert, was ihr über die weitere Entwicklung denkt. Unterstützt unbedingt die Streitkräfte der Ukraine, denn ich denke, ihr habt heute gesehen, wie sehr sich die Effektivität der Streitkräfte der Ukraine, sagen wir, von der Effektivität der Streitkräfte autoritärer Regime unterscheidet. Denn eine Volksarmee ist eine Volksarmee – und eine Armee, die einen verbrecherischen Herrscher und ein idiotisches Regime schützt, ist immer jene Armee, die wir gesehen haben, sagen wir, als an der Spitze unseres eigenen Staates Widerlinge vom Typ Janukowytsch standen.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: США захопили Мадуро Віталій Портников. 03.01.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 03.01.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Trump verführt Lukaschenko | Vitaly Portnikov. 24.12.2025

Der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump betrachtet seine Kontakte mit seinem belarussischen Amtskollegen Alexander Lukaschenko als Teil einer breiteren Strategie, die darauf abzielt, die Beziehungen zum Kreml zu verbessern und eine Überwindung der internationalen Isolation Russlands zu ermöglichen.

Einfach gesagt prüfen amerikanische Beamte, wie Lukaschenko auf die Möglichkeit einer Aufhebung der Sanktionen gegen Belarus reagiert und zu welchen Zugeständnissen der belarussische Diktator im Austausch für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in seinem eigenen Land bereit ist.

Das Wall Street Journal berichtet, dass Trump seinen langjährigen Vertrauten John Coyle mit der Aufgabe betraut hat, Alexander Lukaschenko zu umwerben. Coyle führte mit dem belarussischen Diktator stundenlange Gespräche, bei denen es keineswegs nur um die Lockerung der Sanktionen gegen führende belarussische Unternehmen und die Freilassung politischer Gefangener aus Lukaschenkos Gefängnissen ging, sondern auch um Themen, die Lukaschenko noch weit mehr interessierten.

So versuchte John Coyle beispielsweise, den belarussischen Präsidenten mit einem Schlankheitspräparat zu verführen, das er selbst verwendete und für das Lukaschenko Interesse zeigte. Mehr noch: Coyle versuchte, eine Lieferung dieses Präparats nach Belarus zu organisieren.

Wie bekannt ist, ist Lukaschenko in den letzten Jahren sehr besorgt sowohl um sein äußeres Erscheinungsbild als auch um seinen Gesundheitszustand. Und es stellt sich heraus, dass weder die Medizin des Kremls noch die belarussische Medizin dem alternden Diktator helfen können, seine Gesundheit und damit seine ungeteilte Macht über die Belarussen zu bewahren. Deshalb muss er sich an den „verfluchten Westen“ wenden – was allerdings schon immer eines der Hauptwünsche autoritärer Machthaber war und sie ideologisch nie davon abgehalten hat, wenn es um die Verlängerung ihres eigenen Lebens und den Erhalt ihrer Gesundheit ging.

So wurde das Schlankheitspräparat zu einem der wichtigsten Argumente im Dialog zwischen Coyle und Lukaschenko. Und keinerlei moralische Erwägungen über die Art und Weise, wie Lukaschenko seit Jahrzehnten sein Land regiert, hielten den Vertrauten Donald Trumps davon ab. Er antwortete, dass es völlig egal sei, mit wem man spreche, solange dieser Mensch einem das geben könne, was man anstrebt.

Dasselbe Rezept wendet die Regierung Donald Trumps offenbar an, wenn es um eine Person geht, die beim amerikanischen Präsidenten weit mehr Bewunderung hervorruft als Alexander Lukaschenko – um Wladimir Putin. Und man kann davon ausgehen, dass das Schema, das Trump im Umgang mit dem belarussischen Diktator verwendet – wirtschaftliche Versprechungen zur Erzielung politischer Ergebnisse –, von ihm durchaus als ideal für den Dialog mit dem Kreml angesehen wird.

Zumal Freunde und enge Verwandte Donald Trumps in der Zusammenarbeit mit der Regierung des russischen Präsidenten weitaus mehr Geld verdienen können als in der Zusammenarbeit mit der Regierung des Präsidenten von Belarus.

Nun ja, die Dimensionen sind andere. Viele glaubten, Trump habe ein besonderes Verhältnis zu Lukaschenko aufgebaut, um dessen Abhängigkeit von seinem russischen Kollegen zu verändern und so den Einfluss Russlands im postsowjetischen Raum zu verringern. Doch offenbar ist genau das nicht das, was den amerikanischen Präsidenten interessiert.

Wenn es um Belarus geht, kann Belarus von der Trump-Regierung nicht nur als Testgelände betrachtet werden, das zeigen soll, wie Beziehungen zu Wladimir Putin aufgebaut werden und welche Versuchungen Donald Trump dem russischen Präsidenten anbieten wird, sondern vielmehr als eine Art Fenster zum Aufbau besonderer Beziehungen zur Russischen Föderation, falls Putin auf keine der Versuchungen Trumps eingeht, der Wunsch nach für die Trump-Regierung, seine Familie und seine Verwandten vorteilhaften Beziehungen aber bestehen bleibt.

In diesem Fall könnte Belarus, dessen Führung eigene Beziehungen zu den Vereinigten Staaten aufbaut, nicht mehr als Testgelände, sondern als russisches Fenster nach Amerika genutzt werden. Und unter Vermittlung des belarussischen Präsidenten könnten zumindest Pilotprojekte wirtschaftlicher Art umgesetzt werden, die für das Umfeld Donald Trumps und das Umfeld Wladimir Putins von Bedeutung sind.

Dabei würde der Sanktionsdruck auf Russland formal bestehen bleiben, und niemand könnte Trump vorwerfen, dass sein Land internationale Verpflichtungen verletzt oder Russland bei seinem Eroberungskrieg gegen die Ukraine unterstützt.

Schließlich kann auch die Unterstützung des belarussischen Regimes, von dessen Territorium aus 2022 der Angriff auf die Ukraine erfolgte, als Teil einer solchen Unterstützung betrachtet werden. Doch wir können erneut auf das Zitat von John Coyle zurückkommen, der überzeugt ist, dass es keinerlei Rolle spielt, mit wem man spricht, solange diese Person einem das geben kann, was man will.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, warum Donald Trump dann so ernste persönliche Vorwürfe gegen den Präsidenten Venezuelas, Nicolás Maduro, erhebt, der seine Macht in Venezuela nach demselben Prinzip wie Alexander Lukaschenko erhält und ein Diktator nahezu desselben Typs ist. Vielleicht liegt der Grund überhaupt nicht darin, dass Trump über die venezolanische Demokratie nachdenkt oder sich auch nur eine Minute am Tag für das Schicksal des venezolanischen Volkes interessiert. Vielleicht liegt der Grund darin, dass Nicolás Maduro zumindest bislang Donald Trump und seinem Umfeld nicht geben kann, was diese Menschen tatsächlich wollen.

Für Nicolás Maduro setzt sich übrigens Alexander Lukaschenko selbst ein, der bereit ist zu garantieren, dass der venezolanische Präsident kein Drogenabhängiger ist. Doch wir sehen, dass in diesem Fall die Meinung Alexander Lukaschenkos Donald Trump überhaupt nicht interessiert. Und der venezolanische Präsident kann kaum auf Wohlwollen des amerikanischen Präsidenten hoffen, selbst dann nicht, wenn er nach irgendeiner Form der Annäherung an Trump und seine Regierung suchen sollte.

Wenn wir also diese so unterschiedlichen Haltungen Washingtons gegenüber Minsk und Caracas beobachten, können wir zumindest für uns selbst klar feststellen, dass es hier überhaupt nicht um Werte oder um den Schutz der Demokratie geht, sondern um Interessen, die Maduro offensichtlich nicht bedienen will – oder vielleicht auch nicht mehr bedienen kann, angesichts des Zustands, in den er die venezolanische Wirtschaft gebracht hat.

Und Lukaschenko – selbst wenn er es vielleicht nicht wirklich kann – will es offensichtlich, und vor allem ist er in der Lage, diesen Willen der Trump-Regierung zu demonstrieren und jene für die Fortsetzung der Zusammenarbeit notwendige Illusion zu schaffen, die in den Beziehungen mit der heutigen Regierung immer diejenigen steuert, die ihr Bilder einer angeblichen Zusammenarbeit vorlegen können.

Und natürlich wird in diesem Fall für Alexander Lukaschenko das beste Beispiel dafür, wie man Geschäfte macht, nicht Nicolás Maduro, sondern sein langjähriger Kumpel Wladimir Putin.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп искушает Лукашенко | Виталий Портников. 24.12.2025.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 24.12.2025.
Originalsprache: ru
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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