Drohnen legen ein Rechenzentrum von Yandex lahm | Vitaly Portnikov. 08.10.2026.

In der Stadt Sassowo im Gebiet Rjasan der Russischen Föderation brennt ein Rechenzentrum des Unternehmens Yandex, dessen Betrieb vollständig eingestellt wurde.

Der Brand brach nach Angriffen ukrainischer Drohnen auf ein Werk aus, das sich auf diesem Gelände befindet. Und dies ist der erste bekannte Angriff auf russische Rechenzentren während des großen Krieges zwischen Russland und der Ukraine. Ich erinnere daran, dass Russland zuvor Rechenzentren ukrainischer Technologieunternehmen angegriffen hatte und dabei wieder einmal vergaß, dass zum Tango zwei gehören.

Nachdem das Rechenzentrum von Yandex seinen Betrieb eingestellt hatte und das Unternehmen gezwungen war, auch eine ganze Reihe von Diensten für seine Nutzer einzustellen, sind die Yandex-Aktien an der Moskauer Börse bereits um mehr als drei Prozent gefallen. Man kann also sagen, dass auch die Investoren nicht mehr besonders an die Zukunft dieses Unternehmens glauben.

Natürlich kann man darüber sprechen, dass das Rechenzentrum von Yandex vom Unternehmen für die Bedürfnisse der russischen Armee und des militärisch-industriellen Komplexes genutzt wird, wie übrigens die gesamte russische Wirtschaft, die für den Krieg arbeitet. Ich erinnere daran, dass allein im neuen Haushalt der Russischen Föderation für 2027 die Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit um 50 Prozent steigen, obwohl sie bereits zuvor den Löwenanteil des putinschen Staatshaushalts ausmachten.

Doch es ist offensichtlich, dass Angriffe auf russische Hochtechnologieunternehmen auch Folgen für die Entwicklung der gesamten russischen Wirtschaft haben und Russland damit das Geld für den Krieg gegen die Ukraine entziehen werden, den der russische Präsident und seine Gesellschaft so dringend brauchen. Ich erinnere noch einmal daran, dass gerade der Mangel an solchem Geld, gerade die begrenzten wirtschaftlichen Möglichkeiten, gerade soziale Erschütterungen und Katastrophen den Präsidenten der Russischen Föderation dazu zwingen könnten, über einen Waffenstillstand im Krieg gegen die Ukraine nachzudenken. Nun, zumindest um Ressourcen für einen baldigen neuen Angriff anzusammeln.

Wenn es jedoch keinerlei finanzielle Probleme bei der Kriegsführung gibt, wird Putin natürlich weiter Krieg führen wollen, Krieg führen und nochmals Krieg führen. Deshalb ist der Angriff auf das Rechenzentrum eine Erinnerung daran, dass man auch die russischen Technologien zerstören kann, die den Krieg ermöglichen, statt Russland lediglich das Geld für die Fortsetzung der Kampfhandlungen zu entziehen.

Aus dieser Sicht ist es wichtig, dass heute vor unseren Augen nicht nur das Rechenzentrum des Unternehmens Yandex brennt, sondern auch eine weitere Erdölraffinerie, die diesmal Gazprom gehört, Putins Geldbeutel. Jenem Unternehmen, das einst den russischen Staatshaushalt mit Geld versorgte und die Loyalität europäischer Regierungen gegenüber Putins Politik garantierte, inzwischen aber zu einem subventionsabhängigen Unternehmen geworden ist, das Geld aus dem Staatshaushalt der terroristischen Föderation erhält. Und ich hoffe, dass der neue Angriff auf die Erdölraffinerie Gazprom einen weiteren Teil seiner Einnahmen entziehen wird, sodass das Unternehmen entsprechend weniger Steuern zahlen kann, die anschließend von den Streitkräften der Russischen Föderation zur Ermordung ukrainischer Zivilisten verwendet werden.

Natürlich muss analysiert werden, wie Angriffe auf Hochtechnologieunternehmen im Hinblick auf ihre Wirksamkeit genau beschaffen sein müssen, um dem russischen Internet und den Möglichkeiten der russischen Armee, es zu nutzen, ein Ende zu setzen, und inwieweit sich die Erdölraffinerien der Russischen Föderation mithilfe von Drohnen für längere Zeit außer Betrieb setzen lassen.

Natürlich könnten wir, wenn die Angriffe mit Raketen durchgeführt würden, darauf hoffen, dass die russische Wirtschaft nach einiger Zeit vollständig in Trümmern liegt, die sich auch in den kommenden, für die Russen hoffentlich schweren Jahrzehnten nicht wiederaufbauen lassen werden – Jahrzehnte, in denen sie nach einem Ausweg aus jener Sackgasse suchen müssen, in die Putin die Russische Föderation getrieben hat, indem er die chauvinistischen Bestrebungen seiner eigenen Bevölkerung ausnutzte.

Doch die Tatsache bleibt offensichtlich: Wenn wir das nicht tun, werden immer mehr Ukrainer durch Angriffe der Russischen Föderation auf die ukrainische zivile Infrastruktur sterben. Putin kann von der Einschüchterung der Ukrainer nur dann ablassen, wenn er sieht, wie seine eigene Wirtschaft getroffen wird. Zumal in Russland, anders als bei den ukrainischen Rechenzentren und dem dezentralisierten ukrainischen Internet, eine klare zentralisierte Struktur aufgebaut wurde, die sich buchstäblich mit wenigen präzisen Schlägen zerstören lässt. 

Danach wird die Russische Föderation nicht nur hinsichtlich der Denkweise ihrer Führung und ihrer Bevölkerung, sondern auch hinsichtlich des tatsächlichen Zugangs zu Technologien in eine vor-technologische Vergangenheit zurückfallen. Die Russen werden dann beginnen, die Zeitung „Prawda“ zu lesen und ihre Nachrichten aus fest installierten Radiolautsprechern beziehen, die ihnen erzählen werden, wie wichtig es sei, Putins heiligen Krieg zu unterstützen und sich weiterhin an der Ermordung friedlicher Menschen zu beteiligen.

Das Wichtigste in einer solchen Situation ist, sich stets daran zu erinnern, dass praktisch die gesamte russische Wirtschaft auf den Krieg ausgerichtet ist, dass die Leiter all dieser Hochtechnologieunternehmen in Russland an Kriegsverbrechen beteiligt sind und dass die Russen das Internet keineswegs nur nutzen, um herauszufinden, wie man diese oder jene Hausarbeit erledigt, oder um sich die nächste Folge der widerwärtigen Serie „Mascha und der Bär“ anzusehen, sondern auch, damit der militärisch-industrielle Komplex der Russischen Föderation tatsächlich funktionieren kann, damit neue Waffen zusammengebaut, neue Raketen und strahlgetriebene Drohnen entwickelt werden und die russischen Streitkräfte einsatzfähig bleiben, die darüber hinaus hoffen, Zugang zu eigenen Satellitensystemen zu erhalten, die mit Starlink konkurrieren werden.

Und je weniger Technologien und Möglichkeiten es in Russland geben wird, je mehr Rechenzentren irgendwelcher Yandex-Unternehmen in Flammen stehen und je mehr Erdölraffinerien der Russischen Föderation ihre sinnlose Existenz beenden werden – ungeachtet der Trauer, die darüber im Oval Office herrscht –, desto schneller wird der Krieg enden.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Дрони зупинили дата-центр «Яндекса» |
Віталій Портников. 08.10.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 08.10.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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