Das wahre Ziel des Besuchs des CIA-Direktors: Die USA warnten vor Russlands Zusammenbruch | Vitaly Portnikov. 30.09.2026.

Das Hauptziel der Reise von CIA-Direktor John Ratcliffe in die russische Hauptstadt könnte eine Warnung vor einem unausweichlichen Zusammenbruch der Wirtschaft der Russischen Föderation im Falle einer Fortsetzung des Krieges gegen die Ukraine gewesen sein. Medien veröffentlichen Angaben eines westlichen Diplomaten, der darüber informiert ist, was der US-Geheimdienst CIA seinen Partnern in westlichen Hauptstädten nach dem Aufenthalt seines Direktors in Moskau mitgeteilt hat.

Zuvor waren zu dieser Mission unterschiedliche Vermutungen geäußert worden, doch nun sprechen wir davon, dass der CIA-Direktor versucht habe, den russischen Präsidenten davor zu warnen, dass der Krieg in einer Sackgasse steckt, die Vereinigten Staaten nicht beabsichtigen, ihre weitere Unterstützung für die Ukraine aufzugeben, und eine Fortsetzung der Kampfhandlungen somit den Zusammenbruch des wirtschaftlichen Potenzials Russlands zur Folge haben könnte.

Zum einen, weil die russische Wirtschaft rein physisch nicht in der Lage ist, diesen Krieg zu bewältigen. Zum anderen, weil zu den unvermeidlichen Problemen dieser Wirtschaft auch noch die ukrainischen Drohnenangriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation sowie auf andere für Moskau wichtige Objekte der russischen Wirtschaftsinfrastruktur hinzugekommen sind.

Man kann also davon ausgehen, dass der CIA-Direktor versucht hat, den russischen Präsidenten und seine anderen Gesprächspartner in Moskau dazu zu bewegen, Verhandlungen über ein Ende des Krieges aufzunehmen – Verhandlungen, zu denen Putins amerikanischer Amtskollege Donald Trump ihn bereits im zweiten Jahr vergeblich zu bewegen versucht.

Allerdings stellt sich die Frage, wie verlässlich die Informationen über dieses Ziel des Besuchs des CIA-Direktors in der russischen Hauptstadt waren und inwieweit der russische Präsident bereit ist, auf die amerikanischen Einschätzungen zu hören.

Ich habe praktisch keinen Zweifel daran, dass auch die für Wirtschaftsfragen zuständigen Minister der russischen Regierung Putin über die ernsten Probleme informieren können, die in der russischen Wirtschaft infolge von viereinhalb Jahren des großen Krieges Russlands gegen die Ukraine sowie der westlichen Sanktionen entstanden sind. Somit kann man davon ausgehen, dass diese mit der Fortsetzung des Krieges verbundenen Handlungen der russischen Führung objektive Probleme für die russische Wirtschaft verursachen, von denen man auch in der russischen Regierung weiß.

Putin kann jedoch sowohl die Warnungen seiner eigenen Minister als auch die Einschätzung des CIA-Direktors ignorieren. Mehr noch: Die Einschätzungen des US-amerikanischen CIA-Direktors könnten in Putins Augen die Schlussfolgerungen seiner eigenen Beamten nur diskreditieren, weil er daraus schließen könnte, dass die Vereinigten Staaten ihn dazu drängen, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden, ohne jenes ersehnte Ergebnis erreicht zu haben, für das Putin diesen Krieg überhaupt begonnen hat: nämlich die Beseitigung der ukrainischen Staatlichkeit, die Eingliederung ihres ehemaligen Territoriums in die Russische Föderation und das Vorrücken russischer Armeen bis an die Grenzen der NATO-Mitgliedstaaten.

Putin könnte dies für ein so bedeutendes und gewichtiges Ergebnis für seine eigene politische Karriere und die Ausweitung seines eigenen Einflusses halten, dass er bereit ist, die Risiken für die russische Wirtschaft zu ignorieren. Zumal dieser Mensch nie in der Lage war, etwas von realer Wirtschaft zu verstehen, und all jene unmittelbaren Herausforderungen, die für Russland stets bestanden haben, faktisch ignorierte.

Putin ist der Präsident der hohen Ölpreise. Man muss kein großer Politiker sein, um zu entscheiden, wie man das Geld ausgibt, das infolge der Energieeinnahmen, jener berühmten Petrodollars, in den Staatshaushalt fließt. Und selbst unter diesen Bedingungen blieb die Russische Föderation für die überwiegende Mehrheit ihrer Einwohner ein armes, marginalisiertes Land ohne auch nur die Aussicht auf sozialen Aufstieg.

Übrigens war es gerade das, was Putin ermöglichte, eine riesige Armee von Söldnern aufzubauen, die heute gegen die Ukraine kämpfen. Denn für diese Menschen gab es schlicht keinen anderen Weg des sozialen Aufstiegs, als sich an der Tötung von Ukrainern zu beteiligen.

Und dann stellt sich die Frage: Wofür wurden die russischen Petrodollars während der Jahrzehnte von Putins Herrschaft eigentlich ausgegeben?

Die Antwort darauf ist ziemlich einfach. Der überwiegende Teil des Geldes floss in die Bedürfnisse einer korrupten Beamten- und Oligarchenelite, die glaubte, das große Los gezogen zu haben. Ein weiterer großer Teil des Geldes floss in die Vorbereitung auf den Krieg – auf den Krieg gegen die Ukraine, auf den Krieg gegen den Westen, auf die sogenannte Korrektur des Fehlers von 1991, die zur Ausdehnung der Russischen Föderation bis an die Grenzen der ehemaligen Sowjetunion führen sollte.

Anstatt also mithilfe des Petrodollar-Booms ein modernes Land und ein wohlhabendes Leben für alle seine Einwohner aufzubauen, haben Putin und sein Umfeld das Land schlicht ausgeplündert und es zugleich in eine militarisierte Festung verwandelt.

Und dann stellt sich die Frage, warum Putin den Einschätzungen des Direktors des US-amerikanischen Geheimdienstes CIA zustimmen sollte, wenn er selbst in den 26 Jahren seiner praktisch ununterbrochenen Herrschaft in der Russischen Föderation genau jenen Staat geschaffen hat, von dem er immer geträumt hat und von dem Generationen von Mitarbeitern des ehemaligen Komitees für Staatssicherheit der Sowjetunion und später des Föderalen Sicherheitsdienstes der Russischen Föderation geträumt haben. Endlich leben diese Menschen genau in jenem Staat, der ihnen gefällt: in einer Diktatur ohne kommunistische Partei.

Warum sollten sie also etwas ändern? Warum sollten sie den Krieg beenden, wenn der Krieg ein wichtiges Instrument zur Aufrechterhaltung ihres totalitären und brutalen Regimes bleibt? Deshalb würde ich nicht darauf hoffen, dass bei Putin irgendein wirkliches Verständnis der Situation erwacht.

Andererseits hat in der Geschichte der Menschheit auch noch niemand die objektiven Gesetzmäßigkeiten der wirtschaftlichen Entwicklung außer Kraft gesetzt. Und Putin wird früher oder später mit ihnen konfrontiert werden. Wichtig ist nur, dass die Ukraine bis zu jenem Zeitpunkt, an dem die ökonomischen Gesetzmäßigkeiten nicht mehr zugunsten des russischen Regimes wirken, ihren Kampf um ihre Existenz fortsetzt und bis dahin nicht zu einem zerstörten Land geworden ist, dessen Territorium von russischen Besatzern kontrolliert wird. Das ist, könnte man sagen, die zentrale Herausforderung dieses Krieges in seiner nächsten Phase.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Справжня мета візиту директора ЦРУ: США попередили про крах Росії | Віталій
Портников. 30.09.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 30.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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