Russische Medien berichten von dem bislang größten Angriff auf Moskau seit längerer Zeit. Rund 600 ukrainische Drohnen griffen die russische Hauptstadt an. Praktisch alle Flughäfen in Moskau und im Moskauer Gebiet mussten sogar ihren Betrieb einstellen.
Natürlich heißt es aus der Moskauer Stadtverwaltung, dass die meisten Drohnen noch im Moskauer Gebiet abgeschossen worden seien, bevor sie Moskau erreichen konnten. Doch gerade vor diesem Hintergrund ist hervorzuheben, dass es derzeit erhebliche Probleme mit der Stromversorgung im Bezirk Pawlowski Possad im Moskauer Gebiet gibt. Man kann also sagen, dass die ukrainischen Angriffe begonnen haben, Anlagen der Energieversorgung in der Hauptstadtregion außer Betrieb zu setzen. Das könnte für die Russen im Vorfeld des Winters 2026/2027 zu einer neuen Belastungsprobe werden.
Ich habe bereits mehrfach betont, dass man den Abnutzungskrieg, der für den russischen Präsidenten Putin zum wichtigsten Instrument auf dem Weg zu seinen ersehnten Zielen in der Ukraine geworden ist, auch zu zweit spielen kann. Und die Einschüchterungsversuche russischer Politiker und Militärs, den Ukrainern stehe ein weiterer schwerer Winter bevor, könnten als Echo auch auf das Schicksal der Bürger der Russischen Föderation zurückfallen – darunter möglicherweise auch die Einwohner Moskaus und des Moskauer Umlands.
Sollte es gelingen, die kritische Infrastruktur der Russischen Föderation außer Betrieb zu setzen und ihre Bewohner ohne Strom und Heizung zu lassen, wäre dies für sie der erste wirklich harte Winter seit Beginn des großen russisch-ukrainischen Krieges. Dann könnte man mit Gewissheit sagen, dass der Krieg nicht nur für lange Zeit in die Häuser der Ukrainer eingezogen ist. Er wäre auch für lange Zeit in die Häuser der Russen eingezogen und würde ihre Zukunft aussichtslos und unerträglich machen.
Und gerade eine solche Zukunft für die Russen ist der offensichtlichste Weg zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges. Denn solange der Krieg auf dem Territorium eines fremden Landes stattfindet, schenken die Russen ihm historisch und traditionell keinerlei Beachtung. Auf das Leid der Menschen, gegen die ihre Truppen eingesetzt werden, pfeifen sie – zumindest die überwiegende Mehrheit der russischen Gesellschaft. Und das von den Glockentürmen russischer Kirchen herab, die zu Zentren der Propaganda für Krieg und Mord geworden sind.
Wenn der Krieg jedoch in die Häuser der Russen selbst kommt, ist die gesellschaftliche Reaktion eine völlig andere. Auch die Vertreter der russischen politischen und wirtschaftlichen Elite reagieren dann ganz anders, denn sie beobachten nicht mehr nur, wie der russische Soldat auf fremdem Boden Verbrechen begeht, sondern verlieren nun auch ihr eigenes Eigentum.
An dieser Stelle sollte ebenfalls hervorgehoben werden, dass die Russen die Probleme in den besetzten Gebieten der Ukraine praktisch überhaupt nicht interessierten – obwohl sowohl die Gebiete Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja unseres Landes als auch die Autonome Republik Krim von Russland annektiert wurden und angeblich als Territorium der Russischen Föderation selbst gelten sollen. Aber nein: Was dort geschieht, interessiert nicht nur gewöhnliche Bürger der Russischen Föderation aus irgendeinem Nischni Tagil oder Jaroslawl nicht. Es interessiert auch Putin selbst nicht.
Der Präsident der Russischen Föderation betonte voller Stolz, dass die Rakete Oreschnik, die die Russen angeblich unter Gefechtsbedingungen erproben, kein einziges Mal auf dem Territorium der Russischen Föderation selbst getestet worden sei. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass einer der Raketenkomplexe auf dem von Russland kontrollierten Gebiet der Region Donezk explodiert sei.
Das heißt: Obwohl die sogenannte Volksrepublik Donezk, die diese Widerlinge bereits 2014 erfunden haben, Russland angeschlossen wurde, betrachtet Putin selbst dieses Gebiet keineswegs als Russland. Er betrachtet es lediglich als Aufmarschgebiet für weitere Offensiven gegen benachbarte ukrainische Regionen und faktisch als Reservoir für Kanonenfutter – für diesen und für künftige Angriffskriege der russischen Armee und des russischen Staates.
Wenn aber im Bezirk Pawlowski Possad der Strom ausfällt, ist das bereits ein Problem für das Moskauer Gebiet und seine Einwohner. Nicht für Moskau, nein. Die Bewohner der russischen Hauptstadt begegnen dem Leid ihrer Landsleute im gesamten Gebiet dieses riesigen Staates mit Gleichgültigkeit. Sie interessieren sich nur für ihr eigenes Leben und ihre eigene Sicherheit. Doch im Land selbst beginnt sich die Stimmung zu verändern. Es entstehen reale Gründe für soziale Instabilität.
Der Zusammenbruch der russischen Wirtschaft und der Lebensbedingungen jedes durchschnittlichen Bürgers der Russischen Föderation ist somit der Weg zum Frieden unter den Bedingungen, unter denen Russland existiert, und zum Erfolg eines Friedensprozesses für die Länder, die Russland angreift.
Heute sind wir es. Morgen könnten die an uns angrenzenden europäischen Länder zum Schauplatz aggressiver Angriffe der Russischen Föderation werden. Russland bereitet sich bereits auf solche Angriffe vor und stationiert Abschussvorrichtungen, die nach einiger Zeit damit beginnen könnten, militärische Einrichtungen und Infrastruktur in den Nachbarländern der Ukraine zu bombardieren. Russland bedroht bereits Japan und Großbritannien.
Somit steht ein großer Krieg, dessen Leid zum Schicksal von Millionen Menschen in der gesamten zivilisierten Welt werden könnte, gewissermaßen bereits vor der Tür und lässt schon jetzt erahnen, was bevorsteht. Um diese Entwicklung aufzuhalten und die Europäer vor den Geräuschen einschlagender Drohnen und später auch russischer Raketen zu bewahren, müssen die Russen bereits heute gezwungen werden, den Krieg auf unserem Boden aufzugeben; in ihren Häusern darf es keinen Strom geben, ihre Fabriken dürfen keine Raketen und Drohnen mehr produzieren können, ihr Öl darf nicht mehr verkauft werden und die Förderbohrungen müssen stillgelegt werden. Auf diese Weise müsste Russland seiner wirtschaftlichen Perspektiven beraubt werden – möglicherweise für viele Jahrzehnte des Bestehens dieses menschenverachtenden Gebildes, das im Grunde eine terroristische Organisation ist, die sich lediglich als Staat tarnt.
Dafür müssen die ukrainischen Verteidigungskräfte jedoch die Möglichkeit haben, jene Infrastruktur zu zerstören, die dem Krieg, dem Tod, den Verbrechen der russischen Armee und der Eroberung unseres Landes dient.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: ЗСУ відключають світло москвичам | Віталій Портников. 18.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 18.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.