Solowjow vertreibt die Russen aus Russland | Vitaly Portnikov. 18.06.2026.

Der abscheuliche russische Propagandist Wladimir Solowjow erklärte, dass jene Bürger der Russischen Föderation, denen die Einschläge ukrainischer Drohnen auf die Ölraffinerien des Landes nicht gefallen, die sich über Brände, Benzinmangel und den sinkenden Lebensstandard empören, Russland verlassen könnten. Denn in einer solchen Situation würden sie sich in Verräter, Wlassow-Anhänger verwandeln.

Man könnte mir entgegenhalten, dass ich Solowjow zu Unrecht kritisiere, weil auch ich von der Möglichkeit spreche, dass ukrainische Bürger ihr Land verlassen dürfen. Doch hier gibt es einen grundlegenden Unterschied in den Ansätzen.

Ich habe gesagt, dass ukrainische Bürger das Recht haben, sich vor dem Krieg zu retten, den Russland entfesselt hat – wenn es um Frauen und Kinder geht, deren Häuser von Putins Luftwaffe bombardiert werden. Ich habe gesagt, dass ukrainische Bürger, wenn sie nicht bereit sind, gegen die Korruption im eigenen Land zu kämpfen, im Ausland leicht einen Staat mit geringerem Korruptionsniveau finden können, dabei jedoch auf ihre staatsbürgerliche Zugehörigkeit verzichten.

Solowjow hingegen fordert, dass Bürger, die die Folgen der Aggression ihres eigenen Staates am eigenen Leib spüren, eben diesen Staat verlassen sollen.

Und darin liegt, wie mir scheint, eine erstaunliche propagandistische Absurdität. Zunächst beginnt Russland einen Angriffskrieg gegen einen Nachbarstaat, tötet, verbrennt, vergewaltigt, plündert, versucht die ukrainische Infrastruktur zu zerstören und die Zivilbevölkerung erfrieren zu lassen. Und als die Ukraine beginnt, auf diese Angriffe zu antworten und dadurch Probleme für das Leben in Russland selbst entstehen, verlangt ihr wichtigster staatlich lizenzierter Propagandist nicht die Beendigung des Krieges, sondern die Ausreise all jener, die die Folgen dieser Aggression nicht ertragen wollen.

Die ukrainischen Bürger, die sich nach dem 24. Februar 2022 irgendwo auf unsicherem Gebiet ihres Landes befanden, hatten praktisch keine Wahl. Entweder sie retteten sich vor dem Krieg oder sie versuchten, sich an Beschuss und die Zerstörung der Infrastruktur anzupassen.

Die Russen hingegen haben eine Wahl.

Wenn sie nicht inmitten von Bränden, Benzinknappheit und einer sich verschlechternden Wirtschaftslage leben wollen, dann könnten sie einfach aufhören zu schießen, den Krieg gegen das Nachbarland beenden, auf fremde Gebiete verzichten und das tun, was jeder Staat tut, der die Sinnlosigkeit eines Krieges als Fortsetzung der Politik erkannt hat. Das tun letztlich sogar Aggressoren, wenn sie begreifen, dass sie ihr gewünschtes Ziel nicht erreichen können.

Doch Putins Russland rennt mit der Beharrlichkeit eines Schizophrenen gegen eine verschlossene Tür.

Übrigens versucht genau das der amerikanische Präsident Putin seit einem ganzen Jahr zu erklären: „Du schlägst dir die Stirn wund und erreichst nichts. Nimm lieber das Geld.“

Aber Putin braucht kein Geld. Er will eine irgendwo in einer Petersburger Hinterhofgasse erfundene imperiale Größe demonstrieren. Und ein anderer Stammgast eben dieser halb betrunkenen Hinterhofwelt, Solowjow, fällt ihm dabei eifrig bei.

Und nun stellt sich heraus, dass nicht nur die Ukrainer den russischen Chauvinisten und dieser kriminellen Bande, die unser Land überfallen hat, missfallen.

Jetzt missfallen ihnen auch die Russen. Weil sie sich nicht darüber freuen, was sie in Kapotnja sehen. Was sie in Tscheboksary sehen. Was sie in Sankt Petersburg sehen. Weil sie nicht in einem Land leben wollen, in das Drohnen und Raketen einschlagen. Weil sie nicht an Tankstellen Schlange stehen und um einen zusätzlichen Liter Benzin betteln wollen.

Es gab einst die Legende, Adolf Hitler sei mit dem deutschen Volk unzufrieden gewesen, weil es nicht in der Lage gewesen sei, alle seine Pläne zu verwirklichen. Das war eher ein Mythos der sowjetischen Propaganda als eine reale Tatsache, die von Menschen bestätigt wurde, die in den letzten Wochen seines Lebens an der Seite des nationalsozialistischen Führers standen.

Doch Wladimir Putin scheint die Verkörperung eben dieses propagandistischen Mythos geworden zu sein. So wie dem von sowjetischen Propagandisten erfundenen Hitler die Deutschen nicht gefielen, die sein Vertrauen enttäuscht hatten, so gefallen dem realen, nicht erfundenen Putin die Russen nicht, die sein Vertrauen enttäuschen.

Und Solowjow, der offensichtlich sämtliche propagandistischen Anweisungen aus dem Kreml ausführt, beginnt nun von eben diesen Russen zu verlangen, die Putins Erwartungen nicht erfüllen, dass sie aus ihrem eigenen Staat verschwinden sollen.

Aber warum eigentlich?

Warum sollte man statt der Ausreise nicht Putin, Solowjow, Beloussow und Patruschew zum Ausgang bitten? Die gesamte Bande von Leuten, die diesen Angriffskrieg entfesselt und ihrem eigenen Volk Leid und Probleme eingebrockt haben. Von der Bevölkerung der Ukraine ganz zu schweigen, die zum ersten Opfer dieser Kaskade von Kriegsverbrechen geworden ist.

Warum sollte man keinen anderen Ausweg finden?

Warum sollte man sich nicht endlich von Wladimir Solowjows lästigem Geschwätz auf sämtlichen vom Kreml kontrollierten Medienplattformen der Russischen Föderation befreien?

Natürlich sind das alles rhetorische Fragen.

Aber ich denke, vielen Einwohnern der Russischen Föderation wird bald selbst klar werden: Wenn sie wirklich Frieden wollen und keine Brände, dann brauchen sie Putin nicht. Dann brauchen sie Solowjow nicht. Dann brauchen sie Beloussow nicht. Dann brauchen sie Schoigu nicht. Dann brauchen sie Patruschew nicht. Dann brauchen sie diese gesamte gerontokratisch-propagandistische Gesellschaft inkompetenter Betrüger nicht, die lediglich versucht, ihre Macht zu verlängern, indem sie tötet, plündert, vergewaltigt und schamlos über die Ursachen dessen lügt, was in der Russischen Föderation geschieht.

Und in der Russischen Föderation geschieht seit 26 Jahren vor allem eines: Putin.

Früher oder später musste das in großen Bränden enden.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Соловьев выгоняет русских из России |Виталий Портников. 18.06.2026.
Autor/Kanal: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 18.06.2026.
Originalsprache: ru/ en]
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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