Russland steigt aus den Verhandlungen aus | Vitaly Portnikov. 07.05.2026.

Der Berater des Präsidenten der Russischen Föderation, Yuri Ushakov, erklärte, dass Russland die weitere Teilnahme an den russisch-ukrainisch-amerikanischen Friedensverhandlungen verweigert, solange in Kyiv keine Entscheidung über den Abzug der ukrainischen Truppen aus jenem Teil des Donbas getroffen wird, der sich unter der Kontrolle der legitimen Regierung in Kyiv befindet.

Über diese Erklärung Uschakows sollte man sich nicht wundern, denn der gesamte Prozess der Verhandlungen zwischen Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten war größtenteils fake und wurde vom russischen Präsidenten Putin ausschließlich dafür gebraucht, besondere Beziehungen zu seinem amerikanischen Kollegen aufrechtzuerhalten. Jetzt sieht Putin, dass Donald Trump bereit ist, auch ohne eine Lösung der Frage der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges mit ihm in Kontakt zu bleiben. Denn der amerikanische Präsident ist so tief in die Situation im Nahen Osten eingetaucht, dass er, milde gesagt, weder für Russland noch für die Ukraine Zeit hat. Und das eine Mal, als Trump Putin im Zusammenhang mit dem anrief, was in seinem Krieg mit Iran geschieht, demonstrierte tatsächlich, woran der Präsident der Vereinigten Staaten derzeit wirklich interessiert ist.

Nun, ihr anderes Telefongespräch fand, wie wir wissen, bereits auf Initiative Putins statt. Und wie man verstehen kann, verfolgte es vor allem das Ziel, dem amerikanischen Präsidenten den mangelnden Friedenswillen der Ukraine zu demonstrieren, während der Kreml einen Waffenstillstand zum 9. Mai anbietet.

Aber mir scheint, dass Putin auch diesen Anruf vor allem dazu nutzte, Trump davon zu überzeugen, dass er ihm bei Iran helfen könne. Und er hörte einfach keine zustimmende Antwort des Präsidenten der Vereinigten Staaten, der überzeugt ist, dass er sich auch ohne russische Hilfe mit der iranischen Führung über die Öffnung der Straße von Hormus und den Verzicht auf das Atomprogramm einigen wird.

Deshalb lohnt es sich meiner Meinung nach nicht zu fragen, was nun mit den Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine geschehen wird. Erstens muss man sich darüber im Klaren sein, dass bislang überhaupt keine echten Friedensverhandlungen stattgefunden haben – die ganze Zeit nicht, seit dem großen russischen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar des inzwischen weit entfernten Jahres 2022.

Die Russen waren bereit, sich mit ihren ukrainischen Gesprächspartnern entweder mit dem Ziel zu treffen, die Situation im Nachbarland zu destabilisieren, um die Besetzung seines Territoriums durch russische Okkupanten zu erleichtern, oder um eine Theateraufführung für Donald Trump zu schaffen. Wiederum zur Erleichterung der Wiederherstellung der Beziehungen zwischen dem Kreml und dem Weißen Haus.

Zweitens muss man verstehen, dass echte Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine nicht durch Erklärungen des Beraters des russischen Präsidenten Yuri Ushakov gekennzeichnet sein werden, sondern vor allem durch das Erreichen eines Waffenstillstands zwischen den kriegführenden Staaten. So wie das jetzt zwischen den Vereinigten Staaten und Iran geschieht.

Verhandlungen finden statt. So oder so. Trump droht den Iranern weiterhin mit der Möglichkeit einer Wiederaufnahme militärischer Handlungen, aber militärische Handlungen selbst gibt es nicht. Das ist die Demonstration der Bereitschaft der Seiten zu Friedensverhandlungen. Nicht der Abzug von Truppen, sondern die Bereitschaft aufzuhören zu schießen.

Wie wir sehen, hat Putin eine solche Bereitschaft – abgesehen davon, das Feuer für konkrete 24 oder 48 Stunden einzustellen, die der russische Präsident für die Parade braucht – einfach nicht. Während der gesamten Zeit des russisch-ukrainischen Krieges war sie nicht zu beobachten.

Drittens muss man verstehen, dass selbst wenn ein solcher Waffenstillstand erreicht wird, die Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine Jahre dauern werden. So komplex sind faktisch die Fragen, die in den Beziehungen zwischen beiden Ländern bestehen. Und Trumps Idee, dass man während militärischer Handlungen schnell ein Friedensabkommen erreichen könne, mit der er nach seinem Treffen mit Putin in Anchorage auftrat, hat keinerlei Bezug zur Realität.

In diesem Sinne verändert die Erklärung von Yuri Ushakov nichts an der Realität und stellt lediglich die Tatsache fest, dass man sich im Kreml davon überzeugt hat, dass man jetzt auf Verhandlungen unter Beteiligung amerikanischer Vermittler verzichten kann, ohne ernsthafte Gefahren für die eigenen Beziehungen zu den Amerikanern. Zumal die Vermittler Steve Witkoff und Jared Kushner, die ich als Motor dieses Verhandlungsprozesses in den vergangenen Monaten bezeichnen würde, jetzt physisch nicht in der Lage sind, daran teilzunehmen, weil sie in den Verhandlungsprozess mit Iran eingebunden sind. Und davon, wie der Verhandlungsprozess mit Iran endet, hängt die politische Zukunft sowohl Donald Trumps als auch der Republikanischen Partei der Vereinigten Staaten ab. Davon, wie der russisch-ukrainische Krieg endet, wird es, wie wir verstehen, solche Konsequenzen für Trump und die Republikaner nicht geben.

Deshalb werden Kushner und Witkoff, solange sie mit dem iranischen Verhandlungsprozess beschäftigt sind, schlicht nicht die physische Möglichkeit haben, sich tatsächlich mit dem russisch-ukrainischen zu befassen. Und Kyiv wird erhebliche Anstrengungen unternehmen müssen, um ihr Interesse an diesem Friedensprozess zurückzugewinnen. Genau das wird möglicherweise jetzt der Sekretär des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung, Rustem Umerov, tun, der nach Florida reist, um mit den amerikanischen Unterhändlern über die Situation des Friedensprozesses zu sprechen.

Aber wir erinnern uns daran, wie viele Versprechen es gab, dass Kushner und Witkoff in die ukrainische Hauptstadt kommen würden, dass sie mit der ukrainischen Führung über die Möglichkeit einer Rückkehr zum Friedensprozess sprechen würden, dass sie gleichzeitig Kyiv und Moskau besuchen könnten. Und wie wir sehen, endeten all diese Prognosen, die hohe ukrainische Beamte mehrfach hintereinander machten, ohne irgendwelche Ergebnisse – möglicherweise weil die Fortsetzung des Problems mit Iran, die Fortsetzung der Blockade der Straße von Hormus und die Fortsetzung der groß angelegten wirtschaftlichen und energetischen Krise, mit der wir jetzt alle konfrontiert sind, diesen Prognosen im Wege standen.

So bringt uns die Erklärung Uschakows lediglich zurück zur tatsächlichen Unwilligkeit des Kremls, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden und diplomatische Wege aus diesem Krieg zu suchen. Und dann besteht das einzige reale Ergebnis dieser Erklärung in unserem Verständnis, dass nur Schläge der ukrainischen Streitkräfte gegen den militärisch-industriellen Komplex der Russischen Föderation, gegen den Raffineriekomplex der Russischen Föderation und gegen die Ölhäfen der Russischen Föderation künftig – zu einem Zeitpunkt, den keiner von uns kennt oder auch nur erahnt – Bedingungen schaffen können, unter denen beim Präsidenten der Russischen Föderation, der heute allein über Krieg und Frieden entscheidet, der Wunsch entsteht, zumindest über einen Waffenstillstand im russisch-ukrainischen Krieg nachzudenken.

Das wird nicht von Trump, nicht von Ushakov, nicht von Witkoff oder Kushner abhängen, sondern ausschließlich von den Streitkräften der Ukraine.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Росія виходить з перемовин | Віталій
Портников. 07.05.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 07.05.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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