Die Preise für Energieträger steigen weltweit weiterhin rasant an – vor dem Hintergrund des israelischen Angriffs auf das iranisch-katarische Gasfeld South Pars und der iranischen Angriffe auf den größten Industriekomplex in Katar, der mit diesem Gasfeld verbunden ist, den Komplex Ras Laffan.
Am stärksten steigen bislang die Gaspreise in Europa. Sie haben sich innerhalb eines Tages buchstäblich verdoppelt. Und diese Tendenz kann anhalten. Kein Wunder: Das Fehlen der katarischen Gasreserven auf dem Markt kann das gesamte Wesen des internationalen Handels erheblich verändern. Und das vor dem Hintergrund der weiterhin blockierten Straße von Hormus.
Doch interessant ist hier nicht einmal die Tatsache der Energiekrise, in die die Welt rasch hineingerät. Erstaunlich ist vielmehr die Reaktion des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, die zeigt, dass er zunächst Entscheidungen trifft und erst danach über deren Folgen nachdenkt und versucht, diese zu korrigieren, nachdem die Entscheidungen bereits gefallen sind und ihre Ergebnisse offensichtlich geworden sind.
So verurteilte Donald Trump heute überraschend die israelischen Angriffe auf das South-Pars-Feld, erklärte, er habe nichts davon gewusst, Israel habe dies aus Wut getan und solle so etwas nicht wieder tun. Und Iran solle nicht mit Angriffen auf die Energieanlagen des benachbarten Katar reagieren, da er sonst sämtliche Energieanlagen Irans zerstören werde.
Die Behauptung, der amerikanische Präsident sei über Israels Handlungen nicht informiert gewesen, wiederholte auch der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth. All dies – sowohl die Aussagen Trumps als auch die Hegseths – ist unwahr. Die Vereinigten Staaten und Israel agieren in einer Koalition, und israelische Offizielle betonen, dass die USA Israel bei der Koordinierung der Angriffe auf iranische Energieanlagen unterstützt haben.
Damit war es eine Entscheidung Donald Trumps, der offenbar versuchte, die Iraner einzuschüchtern – und als er erkannte, dass diese einen weitaus schwereren Schlag für die Weltwirtschaft zurückführen könnten, erschrak und begann, die Verantwortung auf die Israelis abzuwälzen, wie es in dieser Militärkampagne bereits mehrfach geschehen ist. Offensichtlich glaubt jedoch weder im Iran selbst noch in den arabischen Ländern irgendjemand diesen Aussagen des amerikanischen Präsidenten – zumal die Israelis nicht zögern, ihnen zu widersprechen und die Verantwortung Trump und seiner Administration zuzuschieben.
Nicht weniger erstaunlich als die Reaktion des amerikanischen Präsidenten und seines Verteidigungsministers ist die Reaktion des US-Finanzministers Scott Bessent, der offenbar überhaupt nicht versteht, was in einer großen Energiekrise zu tun ist. Trump und Bessent haben bereits die Energiesanktionen gegen die Russische Föderation gelockert und schießen sich damit selbst ins Knie. Denn wenn sie die Sanktionen gegen Russland lockern, erhält Putin zusätzliche Möglichkeiten, seinen Haushalt aufzufüllen, und kann sämtliche Wünsche Trumps hinsichtlich eines Endes des russisch-ukrainischen Krieges ignorieren – und damit auch hinsichtlich der Wiederaufnahme wirtschaftlicher Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland, auf die Trump weiterhin hofft, weniger aus Sicht der Interessen der Vereinigten Staaten als vielmehr aus Sicht seines Umfelds, etwa Steve Witkoff und Jared Kushner, die bereits mehrfach mit russischen Beamten offenbar über Investitionen in die amerikanische Wirtschaft gesprochen haben.
Doch von welchen Investitionen sprechen wir überhaupt – vor dem Hintergrund, dass selbst Saudi-Arabien diese Möglichkeiten verliert, dessen Hauptstadt inzwischen von Explosionen erschüttert wird, anstatt von Erklärungen potenzieller Investoren für amerikanische Fonds, die über die zukünftige Entwicklung der Vereinigten Staaten entscheiden?
Nun spricht Scott Bessent davon, die Sanktionen gegen Iran aufzuheben, also gegen iranisches Öl, das sich – wie russisches – auf See befindet und das Iran bislang nicht verkaufen konnte. Der US-Finanzminister erklärt, die Vereinigten Staaten könnten nun den Verkauf dieses Öls zulassen, um die Rohstoffpreise zu senken, die weiterhin nach oben schnellen und neue wirtschaftliche Probleme verursachen.
Doch Bessent beantwortet die wichtigste Frage nicht: Wer wird die Einnahmen aus dem Verkauf dieses Öls erhalten? Wenn es die Islamische Republik ist, die damit ihren Haushalt füllt, neue Raketen und Drohnen produziert, dann mag der Ölpreis tatsächlich etwas sinken. Doch gleichzeitig werden Irans Möglichkeiten wachsen, amerikanische Militäranlagen zu zerstören, amerikanische Soldaten zu töten und Israel sowie die Staaten des Persischen Golfs anzugreifen – und dies über einen längeren Zeitraum hinweg. Und jeder neue Tag und jede neue Woche dieses Krieges wird die Welt tiefer in eine große wirtschaftliche und energetische Krise treiben – unabhängig davon, wie hoch oder niedrig der Ölpreis ist.
So sehen wir, dass wir es faktisch mit den Bemühungen einer inkompetenten Administration zu tun haben, die versucht, ein Feuer an einer Stelle zu löschen, dabei jedoch eine neue Explosion an anderer Stelle verursacht und dann erneut mit einem frischen Kanister dorthin läuft – nur um festzustellen, dass sie das Feuer nicht mit Wasser, sondern mit Treibstoff löscht, was die Krise natürlich nur verschärft.
Es wird völlig offensichtlich, dass Trump, als er die Entscheidung traf, das terroristische Regime der iranischen Ajatollahs zu zerstören, keinerlei Vorstellung davon hatte, wie sich die Situation entwickeln würde. Er stützte sich auf inkompetente Prognosen über ein schnelles Ende des Krieges mit Iran und über die Bereitschaft der iranischen Führung zu Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten im Falle der Beseitigung von Ayatollah Khomeini. Und nun, da sich die Realität als völlig anders als erwartet erweist, versteht er schlicht nicht, was zu tun ist, und trifft jeden Tag neue Entscheidungen, die die Fehler der vergangenen 20 Tage nur noch verschärfen.
Und wenn die nächsten 20 Tage mit dem gleichen Maß an Unverständnis für die Situation verlaufen wie die vergangenen, wird man feststellen müssen, dass die Vereinigten Staaten in einen monatelangen oder sogar jahrelangen Krieg im Nahen Osten eintreten, begleitet von einer globalen wirtschaftlichen, energetischen und sicherheitspolitischen Krise – mit unvorhersehbaren Folgen nicht nur für unser Land und Europa, sondern auch für die Vereinigten Staaten selbst.
Dies wird jener Überlebenstest für die zivilisierte Welt sein, der während Donald Trumps zweiter Amtszeit im Oval Office unvermeidlich war. Und jetzt ist es äußerst wichtig, dass dieser Test nicht in einem Dritten Weltkrieg endet – mit möglichem Einsatz strategischer Atomwaffen durch Gegner, die sich nur über die Schwächung der Vereinigten Staaten und das mangelnde Verständnis der Lage bei deren Führung freuen würden, gerade in einem der schwersten Momente ihrer jüngeren Geschichte.
Und natürlich verstehen wir in dieser Situation, dass es nicht nur um die Interessen Irans geht, der den gesamten Nahen Osten ins Mittelalter zurückwerfen will und bereit ist, alles in Brand zu setzen, um sein eigenes verbrecherisches Regime zu retten, sondern auch um die Interessen der Russischen Föderation und der Volksrepublik China, die mit Hilfe dieses Krieges hoffen, den Einfluss der Vereinigten Staaten in der Welt zu verringern.
Und jeder verfolgt dabei seine eigenen Ziele. Russland will diese Energiekrise für seinen Krieg gegen unser Land nutzen. Und die Volksrepublik China richtet bereits ihren räuberischen Blick auf Taiwan – mit seinen wirtschaftlichen Ressourcen und seinem Modell einer freien chinesischen Gesellschaft im Gegensatz zum kommunistischen Regime in Peking.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Газовий апокаліпсис | Віталій Портников. 19.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 19.03.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.