Chaos im Nahen Osten | Vitaly Portnikov. 07.03.2026.

Noch ein Tag des Krieges im Persischen Golf, noch ein Tag des Krieges im Nahen Osten. Ein Tag, an dem wir einige neue Tendenzen sehen, die sich in diesem Krieg abzeichnen, einem Krieg, der zu einer gewissen, ich würde sagen, Chaotisierung neigt. Die wichtigste Nachricht dieses Kriegstages hätte die Erklärung des Präsidenten der Islamischen Republik Iran, Mahmoud Peseschkian, sein sollen, der sich an die Führer der arabischen Länder wandte und betonte, dass Iran ihr Territorium nicht mehr bombardieren werde, wenn sie Iran nicht angreifen würden. Und er entschuldigte sich bei den Ländern, die in diesen Tagen bombardiert worden waren. Dies wurde von Präsident Donald Trump als Zeichen dafür charakterisiert, dass sich nun das Ende des iranischen Regimes nähere, dass sie bereits die Sinnlosigkeit dieser Angriffe verstünden. Tatsächlich aber demonstrierte dies eher nicht die Schwäche Irans, sondern die Schwäche des iranischen Präsidenten, der bis zu diesem Moment keine bedeutende Macht hatte, und bei dem jetzt überhaupt nicht klar ist, ob er sich real mit den Angelegenheiten des Staates befasst.

Wir haben mehrfach, als wir das politische System der Islamischen Republik Iran besprochen haben, betont, dass der Präsident Irans nicht das eigentliche Staatsoberhaupt ist, sondern im Wesentlichen der Leiter der Exekutive. Und dass das System der Islamischen Republik Iran so gebaut ist, dass dieses Land eine theokratische Monarchie ist, mit einem gewählten Monarchen, aber einem Monarchen. Und die Obersten Führer der Islamischen Republik, von denen es bisher nur zwei gab – wir wissen nicht, ob es überhaupt einen dritten geben wird –, waren solche Monarchen des Landes, die zudem Oberbefehlshaber der Streitkräfte waren, die die Unterstützung der iranischen Armee genossen, vor allem im Fall des Gründers der Islamischen Republik, Ayatollah Ruhollah Khomeini, und die Unterstützung des Korps der Wächter der Islamischen Revolution im Fall des zu Beginn des amerikanisch-israelischen Krieges gegen Iran getöteten Ayatollah Khamenei.

Der Präsident der Republik verfügte niemals über eine solche Macht. Sehr oft ist er die konservative Fassade des Regimes. Oft kann man im Gegenteil sagen: eine reformerische, liberale Fassade. Und Peseschkian galt vor seiner Wahl zum Präsidentenamt, ziemlich unerwartet aus Sicht der Kräfteverhältnisse im Iran, als eine Art sogenannter Reformer, ein Mensch mit gemäßigten Ansichten, obwohl das in der autoritären Despotie des Nahen Ostens, die Iran ist, keinerlei Bezug zur Realität hat. Und wie berichtet wird, wurde Peseschkian sofort von den wirklichen Machthabern Irans, den Führern des Korps der Wächter der Islamischen Revolution und den mit ihnen verbundenen Politikern, für diese Entschuldigungen kritisiert. Und ein Ende der iranischen Angriffe auf die arabischen Länder ist nicht eingetreten.

Jetzt gibt es Explosionen in vielen arabischen Ländern. Sie wurden angegriffen. Sie erleiden auch jetzt noch Luftschläge. Und zwar sind das Luftschläge gegen Wohnviertel. Wir haben den Einschlag einer Drohne in einen der prestigeträchtigen Wolkenkratzer in den Vereinigten Arabischen Emiraten gesehen, was erneut die Kernfrage aufwirft, inwieweit diese Länder nach dem Ende des Krieges überhaupt noch als reale Kräfte, als reale Investitionsstandorte gelten werden. Und wir verstehen, warum das geschieht. Das sagte der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates Irans, Ali Laridschani, bereits ganz klar, den man heute als den wirklichen Übergangsführer des Landes ansehen kann. „Im Unterschied zu den Mitgliedern des sogenannten Übergangsrates“, betonte Ali Laridschani, „haben die Länder der Region verstanden, dass die Vereinigten Staaten nicht in der Lage sind, Stabilität in der Region zu gewährleisten, und verstanden, dass wir nicht auf sie zielen.“

Nun, ich glaube nicht, dass man verstehen kann, dass ihr nicht auf sie zielt, wenn ihr ihre Perspektiven faktisch zerstört, aber die Tatsache bleibt bestehen. Und wiederum ist das ein völlig klarer Beweis dafür, dass Iran bereit ist, den Krieg nicht nur auf den Persischen Golf auszuweiten. Buchstäblich wenige Minuten vor unserer Sendung erschien die Meldung, dass der Generalstab der Streitkräfte Irans Aserbaidschan aufgefordert hat, israelische Militärs von seinem Territorium zu entfernen, und betonte, dass die Führung dieser ehemaligen Sowjetrepublik, solange sie Israelis auf dem Territorium Aserbaidschans belässt, die Sicherheit des eigenen Volkes gefährde. In dieser Erklärung haben die Streitkräfte Irans also einfach bestätigt, was man sofort nach dem Schlag gegen den Flughafen von Nachitschewan verstehen konnte: dass dieser Schlag iranischer Drohnen gegen den Flughafen in Nachitschewan, einer aserbaidschanischen Enklave, die durch armenisches Territorium vom Hauptterritorium Aserbaidschans getrennt ist, eine klare und offensichtliche Warnung an den Präsidenten Aserbaidschans, Ilham Aliyev, ist, dass, wenn er nicht will, dass der Krieg auf das Territorium seines Landes kommt, er die Beziehungen natürlich nicht nur zu Israel, sondern auch zu den Vereinigten Staaten von Amerika abbrechen muss, dass Ilham Aliyev auf den Transportkorridor durch armenisches Territorium verzichten muss, der Trumps Korridor genannt wird, und dass er begreifen muss, dass alle Transportkorridore der Region durch Iran führen sollen. Die Alternative dazu könnte bereits ein ernsteres Bombardement Aserbaidschans sein, so wie es jetzt auf dem Territorium arabischer Länder geschieht.

Das mag natürlich aus der Sicht der Lage, in der sich Iran befindet, ziemlich seltsam aussehen. Aber wie wir sehen, ist für die gegenwärtigen Führer Irans, die vielleicht noch radikaler sind als der getötete Ayatollah Khamenei, gerade die Ausweitung des Krieges, die Destabilisierung nun nicht nur des Persischen Golfs, sondern möglicherweise auch des Südkaukasus, eine reale Möglichkeit, Amerika zu zwingen, auf weitere Bombardierungen Irans zu verzichten, die Idee eines Machtwechsels aufzugeben und sich mit der Fortsetzung des Raketen- und Atomprogramms der Islamischen Republik als einzigem Ausweg zur Wahrung der Stabilität in Ländern abzufinden, die lebenswichtig mit der amerikanischen Wirtschaft verbunden sind, die wichtige Investoren in die amerikanische Wirtschaft sind und deren Destabilisierung schließlich zu Chaos auf dem Ölmarkt und zu Chaos in der Weltwirtschaft führen wird.

So sieht also die Situation aus, die mit der weiteren Entwicklung der Ereignisse in der Region zusammenhängt. In diesen Minuten findet gerade wieder ein Bombardement des israelischen Territoriums mit iranischen Raketen statt. Zurzeit werden Raketen am Himmel über Kirjat Schmona abgefangen. Das ist eine der nördlichen Städte Israels. So dass diese Raketen vielleicht nicht vom Territorium Irans, sondern vom Territorium des Libanon kommen. Bekanntlich ist Israel derzeit von zwei Fronten des Bombardements umgeben, was ebenfalls von der Ausbreitung des Krieges auf neue Regionen und Länder spricht. Und das ist ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt. Und übrigens ist es ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt, dass die Art und Weise, wie die Vereinigten Staaten im Nahen Osten handeln, immer mehr und mehr unmittelbaren Bezug zum russisch-ukrainischen Krieg hat. Denn diese acht Tage haben im Prinzip gezeigt, dass das amerikanische Militär auf den Drohnenkrieg nicht vorbereitet war. Und faktisch wird jetzt eine riesige Zahl amerikanischer Luftabwehrraketen, die bei den Armeen der Länder des Persischen Golfs im Einsatz waren, gerade für den Kampf gegen billige Drohnen verbraucht, die die Kampffähigkeit der amerikanischen Streitkräfte ernsthaft untergraben können, nicht nur jener Kräfte, die in den Krieg gegen Iran involviert sind, sondern auch jener, die überhaupt auf den Militärbasen in der Region des Persischen Golfs stationiert sind, gegen die Iran ständig Schläge führt.

Und bereits jetzt betonen westliche Medien, dass die Vereinigten Staaten Batterien ukrainischer Drohnen einsetzen, die bereits im Kampf gegen russische Drohnen erprobt wurden, welche bekanntlich eine Modifikation der iranischen Shahed-Drohnen sind und gemeinsam mit iranischen Spezialisten hergestellt wurden. In letzter Zeit verstehen wir überhaupt nicht mehr besonders gut, wer wem was liefert. Ob Iran weiterhin Drohnen an Russland liefert, sie einfach mit russischen Bezeichnungen modifiziert, um seine aktive Beteiligung am russisch-ukrainischen Krieg, an der Zerstörung der Ukraine vom ersten Tag der sogenannten russischen Spezialoperation an zu tarnen. Oder ob man im Gegenteil jetzt sagen kann, dass Russland Iran Drohnen für einen effektiveren Kampf gegen die amerikanischen Streitkräfte liefert, für die Zerstörung der Öl-Infrastruktur des Persischen Golfs, für die Verwandlung dieses Territoriums in ein Gebiet, das für wirtschaftliche Entwicklung ungeeignet ist. Ich möchte Sie übrigens daran erinnern, dass Russland existenziell daran interessiert ist, dass die Ölstaaten des Persischen Golfs ein vollständiges und endgültiges Fiasko erleiden, damit Russland unter den Bedingungen jenes Chaos, das vor dem Hintergrund der Handlungen der Vereinigten Staaten und Israels gegen die Islamische Republik zur dominierenden Realität der Welt zu werden beginnt, die einzig reale Energiealternative bleibt.

Sogar amerikanische Fernsehsender sprechen davon, dass gerade die Ukraine die Vereinigten Staaten in ihrem Krieg mit Iran unterstützen werde. Und auch das ist ein sehr interessanter Punkt. Sehen Sie, wie manchmal die Karten neu gemischt werden, und wer Karten hat. Es stellte sich heraus, dass Präsident Donald Trump trotz des gesamten militärischen Potenzials der Vereinigten Staaten, trotz ihres Geldes und ihrer Möglichkeiten, keine Karten in der Tasche hat. Er ist gezwungen, alles dafür zu tun, dass sein Militär ukrainische Entwicklungen in einem der wichtigsten Kriege nutzt – einem Krieg, der Donald Trump seine politische Karriere und am Ende seine Freiheit kosten kann, falls gegen ihn ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet wird und er wieder Stammgast in Gerichtssälen wird und nicht Herr des Oval Office im Weißen Haus bleibt. Und die Uhr für Donald Trump beginnt sich bereits ziemlich schnell in Richtung der Zwischenwahlen zum Kongress der Vereinigten Staaten zu bewegen. Wenn der Krieg mit Iran mit einem wirtschaftlichen Fiasko des amerikanischen Präsidenten endet, wenn die Amerikaner spüren, dass in ihren Geldbörsen viel weniger Geld ist, werden sie natürlich nicht für republikanische Kandidaten stimmen, und dann beginnt im Jahr 2027 eine völlig neue politische Ära in der Geschichte der Vereinigten Staaten, die schnell zu einer Ära ohne Donald Trump werden wird. Und natürlich will Trump das nicht, und retten könnten – nun, nicht nur ihn, sprechen wir nicht über ihn als Person –, die amerikanischen Militärs vor den Problemen, auf die sie dank ihrer eigenen Unvorbereitetheit auf den modernen Krieg und ihrer Überheblichkeit gestoßen sind, eben ukrainische Drohnen. Vier Jahre dauert der russisch-ukrainische Krieg nun, man hätte etwas lernen können, nicht wahr?

Aber kehren wir zur Lage in der Region zurück. Es ist offensichtlich, dass es jetzt keinerlei Prozesse gibt, die mit der Suche nach irgendeinem Kompromiss zwischen den Vereinigten Staaten und Iran zusammenhängen, trotz aller Meldungen über sogenannte Verhandlungen zwischen Washington und Teheran. Und es ist nicht einmal die Frage, dass die Amerikaner diese Verhandlungen nicht wollen. Mir scheint, dass vor allem die Iraner diese Verhandlungen nicht wollen, die aus irgendeinem Grund glauben, je länger der Krieg mit den Vereinigten Staaten dauere, desto größer seien die Dividenden für jene, die in diesem Krieg standhalten können. Das ist übrigens dieselbe Taktik, an die Putin sich nach dem Scheitern des Blitzkriegs zu halten beschloss. Im Grunde entschied er, dass, wenn der Krieg lange dauere, er am Ende alles bekomme, was er mit dem Blitzkrieg bekommen wollte, einfach durch Geduld und durch die jahrelange Zerstörung der Ukraine sowie die Untergrabung der wirtschaftlichen Sicherheit westlicher Länder. Und das ist es, womit Russland sich seit 2023, kann man sagen, beschäftigt.

Ja, wir können sagen, dass die Frontlinie faktisch erstarrt ist, dass Russland durch diesen Krieg keine realen politischen Dividenden erreicht, dass es weiterhin unter vernichtenden westlichen Sanktionen steht, die seine Wirtschaft zerstören. Aber aus Sicht Putins bewegt er sich auf das Ziel zu, die Ukraine in ein zum Leben ungeeignetes Territorium zu verwandeln und die ukrainische Gesellschaft zu einer Kapitulation vor Russland zu bewegen. Man muss die Bewohner des Nachbarlandes nur lange genug quälen.

Die Iraner könnten dieselbe Strategie haben, nur umgekehrt. Sie sahen, dass der amerikanische Blitzkrieg nicht geklappt hat. Sie verstehen, in welchem Maß die Führung Irans unabhängig von irgendwelchen Wahlereignissen sein kann und dass ihr die Wächter der Islamischen Revolution Stabilität verleihen, die bereit sind, mit Maschinengewehren auf die eigenen Landsleute zu schießen. Aber die Führung der Vereinigten Staaten ist abhängig von dem, was in der Wirtschaft ihres eigenen Landes geschieht. Trump sagte ja nicht umsonst, dass der Angriff Irans auf die arabischen Länder des Persischen Golfs für ihn faktisch eine Überraschung gewesen sei. Offensichtlich haben Vertreter der amerikanischen Sicherheitsstrukturen entweder die Möglichkeit eines solchen Angriffs nicht durchkalkuliert, oder Donald Trump hat, wie es bei ihm oft der Fall ist, die Berichte seiner Geheimdienste nicht gelesen oder ihnen nicht vertrauen wollen und lebt nun mit dieser Überraschung.

Für die Amerikaner sind hohe Spritpreise an den Tankstellen selbstverständlich ein reales politisches Urteil über jeden Menschen, der militärische Handlungen beginnt. Ja, jeder Amerikaner würde auf einen schnellen Sieg seines Landes stolz sein. Und jener Blitzkrieg, der in Venezuela stattfand, als der Diktator dieses Landes Nicolás Maduro festgenommen wurde und seine Nachfolger sich bereit erklärten, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten, konnte auf Verständnis in der amerikanischen öffentlichen Meinung stoßen, selbst in einer Situation, in der Donald Trump und sein Umfeld nicht an eine Rückkehr Venezuelas zur Demokratie denken und faktisch mit gehorsamen diktatorischen Regimen zusammenzuarbeiten – was an sich schon abscheulich ist, für Amerikaner aber kein großes Problem sein muss.

Wenn sich aber der Krieg hinzieht, noch dazu in einer ölreichen Region, wenn die Frage nach der Stabilität der Lage aufkommt, dann kann das natürlich eine ganz andere Reaktion der amerikanischen Gesellschaft hervorrufen. Und die Iraner können das begreifen. Genau deshalb können Politiker vom Typ Peseschkian zumindest so tun, als suchten sie ein Einvernehmen, wenn nicht mit den Amerikanern, dann zumindest mit den Nachbarländern des Persischen Golfs, als könnten sie den Verzicht auf den Beschuss der Länder des Persischen Golfs gegen deren Vermittlerrolle in den Beziehungen zu den Vereinigten Staaten eintauschen. Und harte Politiker, zu denen der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates Ali Laridschani gehört, zu denen auch der Sprecher des iranischen Parlaments Ghalibaf gehört – gerade diese beiden Vertreter der Islamischen Republik führen jetzt faktisch das Land –, können meinen, dass sie einfach nur aushalten, aushalten, Drohnen starten, Raketen starten, vor allem nicht einmal Israel terrorisieren müssen, obwohl es auch gegen Israel jetzt ständig Angriffe gibt, aber Iran kann Angriffe auf Israel etwa an die Hisbollah delegieren, sondern vor allem die Länder des Persischen Golfs, und übrigens schon beginnen, auch Länder wie Aserbaidschan zu erpressen, indem sie den Amerikanern demonstrieren, dass sich die Zone der Destabilisierung erheblich erweitern wird, wenn sie ihre Handlungen noch eine gewisse Zeit fortsetzen.

Und wir sehen, dass es sogar Länder gibt, die versuchen, sich mit Iran nicht zu überwerfen. Wir haben die realen Ereignisse im Zusammenhang mit den Schlägen gegen die Türkei gesehen. Und danach riet der türkische Außenminister Hakan Fidan, einer der Präsident Erdoğan am nächsten stehenden Beamten, Iran, aufmerksamer zu sein. Das ist alles. Laridschani selbst, wenn er über die Region spricht, betont klar, dass sie keine Fragen an Aserbaidschan hätten. Aber wenn es von dort eine Provokation gebe, werde es eine Antwort auf einen Aufruhr gegen Iran geben, dass „die Länder der Region sich selbst mit den Amerikanern auseinandersetzen sollen, damit ihr Territorium nicht als Aufmarschgebiet für einen Angriff auf uns genutzt wird“. Oder die Iraner werden tun, was sie nicht begrüßen, nämlich den Krieg auszuweiten. „Aber wenn die Europäer sich einmischen, werden wir ihnen mit demselben antworten.“

Das ist also ein ziemlich einfaches Programm. Die Bereitschaft, weiter gegen die Territorien der Länder des Persischen Golfs zu schlagen. Sie sollen die Amerikaner bitten, mit ihren Militärbasen aus der Region zu verschwinden und ihren Luftraum und ihre Territorien nicht für Schläge gegen Iran zur Verfügung zu stellen. Das kann den Ländern des Persischen Golfs jetzt natürlich große Probleme bereiten. Aber wir verstehen, dass es unter ihren Eliten bereits Menschen geben kann, die sagen werden: „Seht ihr, man schützt uns nicht so, wie man Israel schützt. Wir müssen irgendeinen Ausweg aus dieser Situation suchen.“ Der nächste Hinweis ist die Möglichkeit, den Krieg auf das Territorium des Südkaukasus auszuweiten. Sie verstehen doch: Ein Aufstand oder ein Schlag gegen das Territorium Irans aus Aserbaidschan muss ja nicht wirklich stattfinden. Man kann ihn sich ausdenken. Zum Beispiel, indem man einfach damit argumentiert, dass die israelische Botschaft in Aserbaidschan das Zentrum eines solchen Aufruhrs sei, und dann Baku angreift und anschließend auf die Reaktion der Türkei schaut, in welchem Maß sie bereit ist, in den Krieg einzutreten und ihren Nachbarn zu verteidigen. Das ist doch eine gute Frage.

In jedem Fall kann das die Amerikaner ernsthaft unter Druck setzen, denen es dann nicht nur im Bereich des Persischen Golfs, sondern auch im Bereich des Kaukasus und Europas gelingen müsste, das Feuer zu löschen, und der Krieg könnte sich auch auf Europa ausweiten, worüber ich übrigens die ganze Zeit spreche, wenn ich über Irans Krieg gegen die Vereinigten Staaten und Israel erzähle. Iran verfügt über eine gewisse Zahl weitreichender Raketen. Wir kennen ihr Schicksal derzeit nicht, kennen ihre Zahl nicht, wissen nicht, ob sie auf iranischem Territorium zerstört wurden oder ob sie in den Arsenalen noch existieren. Aber wenn sie in irgendeiner Zahl noch existieren, dann reichen diese Raketen ganz sicher bis in unser Land. Es könnte also zu einem solchen Bombardement nicht aus Russland kommen. Und diese Raketen reichen bis zu europäischen Ländern, etwa nach Polen, sagen wir, bis an die Grenzen Deutschlands. Ungefähr, ungefähr.

Das heißt, Mitteleuropa kann unter iranische Schläge geraten, was der Russischen Föderation sehr gelegen kommen könnte. Sagen wir, die Russische Föderation könnte sich mit Iran auf einen Schlag gegen militärische Objekte in europäischen Ländern verständigen, die für die Unterstützung der Ukraine genutzt werden, ohne selbst die Verantwortung für die Zerstörung dieser Infrastruktur in NATO-Mitgliedstaaten zu übernehmen, im Austausch etwa für die Lieferung von Raketen und Drohnen an Iran, die dieser zur Zerstörung des amerikanischen und israelischen Potenzials benötigt. Ich denke, das ist genau das Schema, dessen Anwendung wir in den kommenden Wochen oder Monaten sehen werden, wenn dieser Krieg nicht schnell endet. Schläge gegen europäische Objekte, Schläge gegen amerikanische Basen in Europa, dort, wo sie sie erreichen können. Und auch das ist in diesem Chaos eine absolut reale Sache.

Das ist also Laridschanis Einschätzung der Situation. „Die Feinde wollten die Regierung zerstören, wollten die Menschen auf die Straße bringen, wollten Iran teilen. Nichts davon ist geschehen. Und die Amerikaner sind in Hysterie.“ Das entspricht natürlich nicht der Wirklichkeit, aber das ist die Sicht jener Menschen, die Iran heute führen. Auch das ist eine absolut reale Sache, die mit dem zusammenhängt, was geschieht. Vor diesem Hintergrund verbreiten sich natürlich auch in der Region des Persischen Golfs bereits völlig neue Stimmungen. Heute trat zum ersten Mal seit Beginn des Krieges der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan, öffentlich auf und sagte, dass die Vereinigten Arabischen Emirate sich mit Iran im Zustand des Krieges befänden und versprach, „unsere Pflicht zum Schutz des Landes, der Bürger und der Residenten, die sich im Iran befinden, zu erfüllen“.

Und wiederum: In welchem Maß diese Erklärung den Taten entsprechen wird, in welchem Maß etwa die Vereinigten Arabischen Emirate bereit sein werden, sich den Handlungen der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran anzuschließen, auch unter Berücksichtigung dessen, dass unklar ist, wie positiv die Beteiligung eines arabischen Staates gemeinsam mit Israel an einem Krieg von der arabischen Straße aufgenommen werden könnte. Vergessen Sie nicht, dass es noch einen solchen Punkt gibt, dass die arabische Straße Israel ziemlich negativ gegenübersteht. Das hat nichts mit dem Pragmatismus der Eliten zu tun, zumindest in den Königreichen des Persischen Golfs, denn die überwältigende Mehrheit der gewöhnlichen Menschen steht Israel äußerst negativ gegenüber. Sie hält ihre Königsdynastien für solche, die einfach für amerikanisches Geld ihre richtige Position ändern und aufhören, die Palästinenser zu unterstützen. Und in dieser Situation Israel zu unterstützen, gemeinsam mit ihm am Krieg teilzunehmen, kann für jeden arabischen Führer eine ernste Prüfung sein.

Also werden wir sehen, was tatsächlich geschieht und wie die Lage weiter aussehen wird. Man muss sofort sagen, dass Laridschani klare Drohungen gegen Trump ausgesprochen und betont hat, dass Iran Trump für die Tötung von Ayatollah Khamenei bestrafen und ihn niemals ungestraft lassen werde. Das ist eine direkte reale Drohung an die Adresse des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Eine beispiellose Drohung. Und ich versichere Ihnen: Das werden nicht nur Worte sein und auch nicht nur die Worte eines einzelnen Menschen. Das bedeutet, dass Iran die Jagd auf Donald Trump mit dem Ziel seiner physischen Vernichtung begonnen hat. Dass die Iraner sich von Donald Trumps Worten nicht haben einschüchtern lassen, er habe Anweisungen zur Zerstörung Irans für den Fall seiner eigenen Zerstörung hinterlassen. Er hat es mit religiösen Fanatikern zu tun, die bereit sind, Iran für die Vernichtung dessen zu opfern, der den Obersten Führer getötet hat. Einfach deshalb, weil sie glauben werden, dass selbst solche Handlungen das Erscheinen des verborgenen Imam Mahdi beschleunigen, in dessen Ideologie sie leben. Und das ist ziemlich ernst, wenn diese Menschen mit solchen Drohungen auftreten. Das muss man verstehen.

Und ein ebenfalls ziemlich interessanter Punkt ist, dass die Iraner selbst weiterhin propagandistisch erzählen, sie hätten die Kontrolle über den Luftraum der Region. Nicht die Amerikaner und Israelis hätten die Kontrolle über den Luftraum Irans, sondern die Iraner seien der Ansicht, dass sie die Schlüsselluftabwehrradare und -systeme der Amerikaner zerstört hätten und dass sie den Sicherheitsschild zerstört hätten, der viele Jahre lang aufgebaut wurde. Das ist eine Erklärung des Korps der Wächter der Islamischen Revolution. Ich zitiere sie Ihnen. Und damit bedeute diese Radarsichtblindheit, dass der Luftraum der Region nun für weitere Wellen iranischer Angriffe offen sei.

Das alles bedeutet also, dass die iranischen Fanatiker keinerlei wirklichen Wunsch haben, sich mit den Amerikanern zu verständigen. Dass jene gemäßigten Politiker, auf die Trump wenigstens in Bezug auf die Möglichkeit rechnen konnte, das Ende seiner Operation gegen Iran bekanntzugeben, heute eine reale Niederlage erlitten haben, weil die Erklärung Präsident Peseschkians im Grunde durch die harten Erklärungen Laridschanis und die direkten Drohungen gegen das Leben des Präsidenten der Vereinigten Staaten demontiert wurde. Und das bedeutet, dass man im Prinzip sagen kann: In der Lage, die es heute bei der amerikanisch-israelischen Operation gegen Iran gibt, in diesem Chaos, das sich jetzt im Iran befindet, wie amerikanische Geheimdienstler vorausgesagt hatten, auf deren Berichte die US-Medien jetzt verweisen, gewinnen die Radikalen die Oberhand, die bereit sind, jede beliebige Zahl ihrer Landsleute zu opfern, um ihre Feinde zu begraben. Zumindest politisch zu begraben, wenn es nicht gelingt, mit ihnen physisch abzurechnen.

Auch hier wieder: Daran ist nichts Überraschendes. Wir haben gesehen, wie Präsident Putin der Russischen Föderation bereit ist, jede beliebige Zahl seiner Landsleute für den Traum vom Imperium zu opfern. Erinnern Sie sich, als der ehemalige Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, Valery Zaluzhny, sagte, er habe gedacht, dass die enorme Zahl der Opfer in der ersten Phase des russisch-ukrainischen Krieges Putin zwingen werde, diesen Krieg zu beenden. Putin aber bemerkte diese Opfer einfach nicht, weil in der politischen, militärischen und gesellschaftlichen Kultur der Russischen Föderation eine große Zahl von Kriegsopfern nur die Richtigkeit des eingeschlagenen Weges bezeugt. Und darin ist die Islamische Republik Iran im Grunde ein Doppel der Russischen Föderation, nur ein Doppel, das noch dazu von religiösen Fanatikern geführt wird. „Es spielt keine Rolle, wie viele Menschen umgekommen sind. Das Wichtigste ist, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir kämpfen gegen die Ungläubigen. Wir zeigen ihnen, dass wir standhaft sind, und wenn jemand von uns das nicht unterstützt, dann sind das proamerikanische Aufrührer.“ Das ist das ganze Wesen jener Erklärungen, die heute Abend mit Drohungen gegen Trump ausgestrahlt wurden.

Übrigens gibt es auch noch Drohungen der Hisbollah gegen die Bewohner des Nordens Israels, die buchstäblich vor wenigen Minuten veröffentlicht wurden. Der israelische Verteidigungsminister Katz betonte, dass die Bewohner des Nordens Israels ihr Territorium, ihre Städte, nicht verlassen müssten. Sie erinnern sich, dass dieses Territorium teilweise evakuiert wurde, als es Angriffe der Hisbollah auf den Norden Israels gab. Die Städte waren damals bis zum Moment der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah buchstäblich lange Zeit leer. Und erst danach begannen die nördlichen Bezirke Israels wieder, von ihren Bewohnern besiedelt zu werden. Und jetzt trat die Hisbollah mit der Erklärung auf: „Hört nicht auf euren eigenen Verteidigungsminister, geht nach Süden.“ Das ist natürlich eine Drohung mit der Verwüstung des Nordens Israels, gleichzeitig mit Laridschanis Erklärungen. So sieht das heute aus.

Das heißt, wie Sie sehen, kann man von irgendwelchen realen Verschiebungen, die davon sprechen würden, dass sich alles dem Finale nähert, nicht sprechen, höchstens wenn das iranische Raketen- und Drohnenpotenzial erschöpft sein wird – aber es ist unbekannt, wann und unter welchen Bedingungen. Nicht das amerikanische, das iranische. Denn ich halte es durchaus für möglich, dass selbst wenn die Amerikaner und Israelis die Beschießung Irans einstellen, das nicht bedeutet, dass das Korps der Wächter nicht die Möglichkeit nutzen wird, weiter die Nachbarn und Israel zu terrorisieren. Heute wird übrigens bereits gemeldet, dass es auch einen Schlag gegen einen Luftwaffenstützpunkt in Saudi-Arabien gegeben hat. Das ist ebenfalls ein ernstes Problem im Zusammenhang mit dem, was in den nächsten Tagen geschehen wird. Das ist, würde ich sagen, ein vorläufiger Versuch, irgendwie jenes Chaos zu begreifen, das sich mit jedem Tag im Nahen Osten vergrößert.

Ich werde versuchen, auf die Fragen zu antworten, die während dieser Sendung eingegangen sind.

Zuschauer: Ein möglicher Schlag gegen Aserbaidschan würde nicht nur die Türkei treffen, sondern auch das Projekt Großturan.

Portnikov: Ja, natürlich würde er das treffen. Und hier stellt sich natürlich die große Frage, in welchem Maß man überhaupt davon sprechen kann, dass diesem Schlag von Seiten der Türkei die Bereitschaft zu einer Antwort an Iran entgegengesetzt würde. Wie Sie sehen, verhält sich Präsident Erdoğan in diesem Konzert sehr zurückhaltend. Es ist also eine große Frage, wie sich dieses Projekt und seine beteiligten Staaten verhalten werden und ob sich dieser Weg angesichts des Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran nicht als völlig aussichtslos erweisen wird. Und ob nicht gerade dies das Hauptziel Irans sein wird, die völlige Unlebensfähigkeit aller, sozusagen, wirtschaftlichen Entwicklungsprojekte der Region zu demonstrieren. Wenn es keinen Frieden und kein Einvernehmen mit Iran gibt, wenn es keine Sicherheit für Iran gibt.

Frage: Wozu brauchen die Iraner und die Russen Europa, wenn man gemeinsam auch  Kyiv angreifen kann?

Portnikov: Ich möchte Ihnen sagen, dass Kyiv für die Iraner ebenfalls Europa ist. Und ich kann erklären, wozu Europa gebraucht wird, denn die Russen können auch selbst ohne alle Probleme und ohne alle realen Folgen für sich auf Kyiv schlagen. Aber auf das Territorium Polens oder des Territoriums Tschechiens etwa können die Russen nicht schlagen, weil das ein direkter Konflikt mit der NATO wäre. Die Iraner aber haben keine Angst vor einem direkten Konflikt mit der NATO. Sie befinden sich ohnehin im Krieg mit den Vereinigten Staaten. Was macht ihnen das aus? Deshalb kann für die Vernichtung der von Russland gewünschten militärischen Objekte einfach der amerikanisch-iranische Krieg als Vorwand benutzt werden. Genau das versuche ich Ihnen zu erklären. Darin liegt der Kern der Sache. Sie können das für Fantasie halten. Und wenn Sie den Europäern erzählen, dass das ihnen passieren könnte, werden sie das für Fantasie halten, und nach einer gewissen Zeit wird es keine Fantasie mehr sein.

Frage: Sie unterschätzen die Armeen der USA und Israels offenbar etwas.

Portnikov: Ich schätze die Armeen der USA und Israels sehr hoch ein. Ich bin der Ansicht, dass die Armeen der Vereinigten Staaten und Israels das militärische Potenzial Irans erheblich verringern können. Aber erstens wurde völlig offensichtlich demonstriert, dass die Armee der Vereinigten Staaten bislang nicht im modernen Krieg kämpfen gelernt hat. Sie wird es lernen, aber die Frage ist, wie viel Zeit dafür nötig sein wird. Aber wenn teure Patriot-Raketen im Wert von Millionen Dollar zum Abschuss von Shaheds für ein paar Hundert Dollar verbraucht werden, dann wird das das Potenzial der Abfangraketen ziemlich schnell erschöpfen. Und das werden wir auf unserer eigenen Haut spüren. Und die Produktion dieser Raketen ist ein ziemlich langer Prozess. Was gibt es hier zu überschätzen oder zu unterschätzen? Sehen Sie denn nicht, dass wir im Grunde von nicht anpassungsfähigen Armeen sprechen? Und ich schätze die israelische Armee sehr und bin mein ganzes Leben sehr stolz auf sie gewesen. Aber jetzt sehen wir, dass sich das Luftverteidigungssystem Israels gegen jene Raketenangriffe, die wir von Seiten Irans und des Libanon beobachten, als nicht ausreichend effektiv erwiesen hat. Denn jetzt ist die Region mit diesen Herausforderungen überlastet, und man kann nicht all diese Raketen vor Israel abfangen, in Israel selbst gibt es bereits ein Problem. Auch das ist eine Tatsache. Man kann das doch nicht übersehen.

Und noch ein wichtiger Punkt. Selbst wenn man sich vorstellt, dass ein erheblicher Teil des militärischen Potenzials Irans zerstört wird, das Regime aber unverändert bleibt und von Menschen vom Typ Laridschani geführt wird, schließe ich absolut nicht aus, dass dieses militärische Potenzial mit Hilfe Chinas und Russlands wiederhergestellt wird. Das liegt nicht daran, dass ich Iran überschätze, ich unterschätze einfach China nicht. Ich weiß, dass China daran interessiert sein kann, weil für China Amerikas Fiasko wichtiger ist als die eigene wirtschaftliche Entwicklung. Auch das müssen Sie schließlich verstehen, dass Kommunisten leider nicht für die Wirtschaft leben, sondern dass die Wirtschaft für die Kommunisten arbeiten soll.

Frage: Heute hat Iran sich bei den Nachbarländern entschuldigt, gegen die es Schläge geführt hat. Halten Sie das für einen Übergang zu einem Wunsch, sich auf Frieden zu einigen?

Portnikov: Nein. Ich habe das in dieser Sendung bereits erklärt. Ich halte die Entschuldigungen Präsident Peseschkians vor den arabischen Ländern ausschließlich für eine Demonstration der Unfähigkeit Präsident Peseschkians, die Stimmungen unter jenen Menschen zu verstehen, die das Land tatsächlich regieren. Und es wurde gezeigt, dass diese Erklärungen nichts wert sind, weil es nach den Erklärungen des Präsidenten Irans intensive Beschüsse arabischer Länder gab, darunter auch von Wohnvierteln dieser Länder und prestigeträchtiger Wolkenkratzer in den Vereinigten Arabischen Emiraten, und nicht nur amerikanischer Militärobjekte. Deshalb bin ich der Meinung, dass es im Iran gemäßigtere Menschen gibt, die entweder selbst bestimmte Erklärungen abgeben, sie aber nicht umsetzen können, weil sie nicht jene Posten innehaben, die die Umsetzung solcher Erklärungen erlauben, oder dass sie vom Korps der Wächter der Islamischen Revolution zur Desorientierung des Gegners vorgeschoben werden. Auch das kann Teil einer iranischen Spezialoperation sein. „Lasst Peseschkian auftreten. Lasst Trump mit einer prahlerischen Erklärung auftreten. Lasst sie ihre Aufmerksamkeit für mögliche Schläge lockern, und wir werden sie treffen. Nun ja, das kann nur einmal sein, aber dieses eine Mal ist Peseschkians Auftritt wert. Was macht das schon? Er muss sich doch mit irgendetwas beschäftigen.“ Also nein. Für irgendeinen iranischen Wunsch, Frieden zu erreichen, spricht das nicht. Mehr noch: Ich versichere Ihnen, im Iran wird es keinen Wunsch geben, Frieden zu erreichen. Erwarten Sie von Iran oder von Russland keinen Wunsch, Frieden zu erreichen. Solche Regime können sich nur der Gewalt unterwerfen, aber solange sie irgendwelche Möglichkeiten haben, werden sie alles um sich herum zerstören. Es wird dort keinen Frieden geben, solange sie noch irgendwelche Kräfte haben.

Frage: Wenn Iran keine Einnahmen mehr hat, wie werden sie überleben?

Portnikov: Sie werden so überleben, wie sie all diese Jahrzehnte unter Sanktionen überlebt haben, nur schwerer. Irgendeine humanitäre Hilfe, man wird ihnen aus Flugzeugen irgendein Essen abwerfen. So wie Menschen während eines Krieges unter solchen Bedingungen leben, so leben sie eben. Und ich sehe darin für solche Staaten keine großen Probleme. Also bin ich absolut sicher, dass es so aussehen kann.

Frage: Warum erkennt Trump nicht an, dass die Russen Iran mit Aufklärungsdaten über die Stationierung der Amerikaner in der Region helfen?

Portnikov: Das ist für mich ehrlich gesagt ein riesiges Rätsel. Die Russen liefern den Iranern Aufklärungsinformationen, die es ihnen erlauben, Amerikaner zu töten und extrem teure Luftabwehrsysteme zu zerstören, die Dutzende Milliarden Dollar kosten, das gesamte effektive Schutzsystem zu zerstören, das die Amerikaner viele Jahre lang aufgebaut haben. Und Trump tut so, als hätte das keine große Bedeutung. Und sein Kriegsminister Hegseth will darüber nicht sprechen. So als arbeiteten sie in irgendeiner russischen Behörde und nicht im Weißen Haus oder im Pentagon. Für mich ist das ein riesiges Rätsel, aber Sie können Ihre Schlüsse selbst ziehen. Wie ernst also die politische Abhängigkeit dieser Leute von der Russischen Föderation ist, wenn sie sich scheuen, auf direkte Fragen zur russischen Hilfe für Iran zu antworten. Diese Fragen stellen sie faktisch vor Probleme, die wirklich mit der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten von Amerika zusammenhängen. Das ist nicht einmal eine Frage des russisch-ukrainischen Krieges. Das ist eine Frage des Lebens ihrer eigenen Soldaten. Und sie wollen darüber einfach nicht sprechen. Hegseth sei’s drum. Hegseth ist ein Mensch, der es Donald Trump ausschließlich verdankt, dass er sich im Pentagon befindet. Wenn es Donald Trump nicht gäbe, hätte dieser Mensch niemals irgendeine ernsthafte politische Karriere gemacht, wäre ein Niemand geblieben und niemals über den Status eines Moderators bei Fox News hinausgekommen. Es gibt also Gründe, dankbar zu sein. Aber Trump? Für mich ist das eine riesige Frage. Es ist sehr unangenehm, das zu sehen.

Zuschauer: Im Iran gibt es unglaubliche Probleme mit Wasser. Im Sommer könnte Teheran sich in Donezk verwandeln.

Portnikov: Das ist eine Tatsache. Aber ich möchte Ihnen sagen, dass sich Teheran bis zum Sommer, angesichts der Intensität dieses Krieges, wenn er bis zum Sommer andauert, längst weitgehend menschenleer sein könnte. Die Einwohner Teherans werden Teheran in diesen Monaten höchstwahrscheinlich verlassen, und dort wird es keine Bevölkerung mehr geben. Warum denken Sie an den Sommer? Und aus Donezk ist auch nicht jeder weggegangen, wie Sie wissen, trotz des fehlenden Wassers.

Frage: Im Iran gibt es уже jetzt Probleme mit Trinkwasser. Der Krieg verschärft die Lage. Wird Wassermangel zu Millionen Flüchtlingen führen?

Portnikov: Nun, ich muss Ihnen sagen, dass Sie, wenn man ernsthaft spricht, eine absolut richtige Frage stellen. Eine weitere Folge dieses Krieges könnte eine massive Migrationskrise werden, die nicht nur die Stabilität in den Ländern des Persischen Golfs und des Nahen Ostens, sondern auch im Südkaukasus und in Europa untergraben könnte. Präsident Ilham Aliyev sagt, dass Aserbaidschan ein Leuchtfeuer für die iranischen Aserbaidschaner sei, von denen es 12 bis 22 Millionen gibt. Stellen Sie sich nun vor, diese Aserbaidschaner beginnen aus den iranischen Provinzen in die aserbaidschanischen zu fliehen. Was soll Aserbaidschan in einer solchen Situation tun? Entweder die Grenzen schließen und sagen, das sind nicht unsere Aserbaidschaner, oder Millionen Flüchtlinge aufnehmen. Und dieselbe Frage wird sich auch Europa stellen. Und sagen Sie mir nun bitte: Kennen Sie den Namen eines Landes, das an einer Migrationskrise und an einer Zunahme der Popularität rechts- und linkspopulistischer Kräfte in Europa interessiert ist? Ich gebe Ihnen einen Hinweis: Es ist ein Land mit fünf Buchstaben ( in deutschem acht), dessen Namen viele Ukrainer klein schreiben. Dieses Land wird der wahre Triumphator einer Migrationskrise in Europa sein, so wie es jetzt der Nutznießer der Energiekrise ist. Das ist es, was geschieht. Wozu also sollte Trump dann den Namen dieses Landes erwähnen, wenn es darum geht, dass es Iran weiterhin so wertvolle Aufklärungsinformationen aus seinen Satelliten übermittelt? Da haben Sie die Antwort auf all diese Fragen, die in dieser Situation sehr wichtig sind.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Хаос на Близькому Сході | Віталій Портников. 07.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 07.03.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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