Also, das Treffen zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation ist zu Ende. Dieses berühmte Gipfeltreffen in Alaska. Und schon jetzt kann man sagen, dass es vorhersehbar geendet hat – ohne irgendwelche realen Ergebnisse, über die man hätte sprechen können.
Eine Pressekonferenz beider Präsidenten gab es nicht. Es waren sehr kurze Auftritte mit völlig inhaltsleeren Erklärungen, sowohl von Seiten des Präsidenten der Russischen Föderation als auch des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Man könnte sagen, dass der Präsident der Vereinigten Staaten gehaltvoller war als der Präsident der Russischen Föderation, weil er sagte, dass es nicht gelungen sei, Vereinbarungen zu treffen, auch wenn es Fortschritte gebe. Welche Fortschritte – das erklärte Trump nicht. Man konnte nur verstehen, dass beide Präsidenten bei diesem Treffen keinerlei reale Einigung erzielt hatten. Das heißt, die Situation kehrte zu jener Atmosphäre zurück, die schon vor Putins Ankunft in Alaska herrschte.
Versuchen wir also, die ersten Ergebnisse dieses Treffens der amerikanischen und des russischen Führers zusammenzufassen. E rstens: Dass Trump und Putin bei diesem Treffen nichts erreichen würden, dass es sich um ein spontanes Treffen handelt, das auf nichts fußt, darüber wurde praktisch von der ersten Minute an gesprochen, nachdem bekannt gegeben worden war, dass die amerikanischen und russischen Präsidenten zusammentreffen würden. Es war völlig offensichtlich, dass dieses Treffen für Putin in erster Linie zwei Hauptziele hatte – und keines von beiden bezog sich auf die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges.
Das erste dieser Ziele war der Wunsch, die Möglichkeit der Verhängung von US-Sanktionen gegen die Energiesponsoren Russlands zu verhindern. Und offensichtlich war es genau das, worüber mit Putin der Staatspräsident der Volksrepublik China, Xi Jinping, und der indische Premierminister Narendra Modi sowie andere führende Politiker sprachen, mit denen er sich darüber austauschte – kurz vor der Ankunft von Steve Witkoff in Moskau. Viele meinten, er habe mit ihnen über die Beendigung des Krieges gesprochen, doch höchstwahrscheinlich sagten sie zu ihm: „Du musst etwas unternehmen, damit Donald Trump keine echten Energiesanktionen gegen uns verhängt, wenn du willst, dass wir dein Öl kaufen.“ Und Putin fand dann eine Lösung, wie wir sehen – so wie er im Mai dieses Jahres eine Lösung fand, die jegliche abgestimmten Sanktionen der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union gegen Russland stoppte.
Am 12. Mai, wie Sie wissen, hätten diese Sanktionen verhängt werden sollen. Doch Putin schlug – übrigens auch damals mitten in der Nacht, wir sprachen darüber – die Wiederaufnahme der Istanbuler Verhandlungen vor. Und Trump ging völlig gelassen darauf ein, verzichtete auf jegliche Sanktionen gegen Russland, sagte, die ukrainische Delegation müsse nach Istanbul reisen, und setzte die Telefonate mit Putin fort – die nur deshalb unterbrochen wurden, weil Trump schlicht nicht mehr das Gesicht wahren konnte angesichts des massiven Luftangriffs auf die Ukraine, auf Kyiv und andere ukrainische Städte, der unmittelbar nach dem sechsten ebenso inhaltslosen Gespräch zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und Russlands stattfand.
Und gerade nach diesem sechsten inhaltsleeren Gespräch kam Trump auf die Idee des fünfzig-Tage-Ultimatums, das er später auf zehn Tage verkürzte, weil Putin diesem fünfzig-Tage-Ultimatum einfach keinerlei Beachtung schenkte. Und genauso keinerlei Beachtung schenkte ihm eine weitere Person, von der der Kauf russischen Öls abhängt – der Staatspräsident der Volksrepublik China, Xi Jinping.
Und nochmals: Wir müssen eine einfache Sache verstehen. Die Sache liegt nicht einmal darin, ob Trump Sanktionen gegen Russland verhängen will oder nicht, sondern darin, dass Trump nicht wirklich begreift, was er danach tun soll, wenn er auch ernsthafte Sanktionen verhängen würde, der Krieg aber weiterginge – und alle sehen würden, dass er keinerlei reale Instrumente zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges besitzt, dass er sich in seinen Möglichkeiten in nichts von seinem Vorgänger unterscheidet, und dass alle seine Anschuldigungen gegenüber US-Präsident Joseph Biden, der der Ukraine in den ersten drei Kriegsjahren half, sich zu verteidigen, völlig inhaltslose, lügnerische Verleumdungen eines neidischen Menschen waren, der Biden den Sieg über Trump bei den vorherigen US-Präsidentschaftswahlen nicht verzeihen konnte. Ein Sieg, ohne den die Ukraine vielleicht überhaupt nicht mehr auf der politischen Weltkarte existieren würde.
Denn Putin hat völlig recht, wenn er sagt, dass es keinen Krieg gegeben hätte, wenn Trump Präsident gewesen wäre. Es hätte keinen Krieg gegeben, weil Trump alles getan hätte, um Putin die Eroberung unseres Staates zu erleichtern. Doch es gelang ihm damals nicht, die Wahl zu gewinnen. Damals gelang es der demokratischen Welt, den Vormarsch der rechtsextremen, rechtspopulistischen Kräfte in der Welt zumindest vorübergehend aufzuhalten. Und man kann sagen, dass diese Welle auch Politiker wie Donald Trump erfasste. Trump verlor seine Präsidentschaftswahl. Vielleicht hätte er sie nicht verloren, wenn es nicht die Corona-Epidemie mit der damit verbundenen vorübergehenden Verschlechterung der Lebensumstände der Amerikaner gegeben hätte. Aber das sind alles große Fragen, die, wie Sie verstehen, erst in Zukunft noch diskutiert werden müssen.
So oder so – Trump tut alles, um die Situation nicht zu einer Demonstration dessen werden zu lassen, dass er keine realen Druckmittel gegen den russischen Präsidenten hat, außer jenen, die er nicht einsetzen will. Und das sind nicht Sanktionen, entschuldigen Sie – sondern milliardenschwere Militärhilfe für die Ukraine.
Denn wie kann man Russland zwingen, diesen Krieg zu beenden? Indem man hunderte Milliarden US-Dollar für Hilfe an die Ukraine ausgibt, der Ukraine modernste Waffen liefert, militärische Objekte auf russischem Territorium zerstört, die Besatzer in den besetzten Gebieten vernichtet. Genau das tat Biden. Das will Trump nicht tun, weil – wie wir heute alle gesehen haben – Trump Putin aufrichtig sympathisch findet. Das Erste, was er zu Putin sagte, als er ihn sah, waren die Worte: „Endlich.“ Er wollte dieses Treffen sehr. Er strebte danach. Und als Putin ankam, war das für ihn bereits ein riesiger Erfolg.
So, das war also Putins erste Idee: mit Hilfe der Zustimmung zu diesem Treffen den Sanktionsgedanken selbst zu untergraben – und so die Wünsche seiner Partner zu erfüllen. Und Trump war im Prinzip damit einverstanden, weil er dann – wie wir sehr gut verstehen – die Frage der eigenen Sanktionsverhängung nicht lösen musste.
Das zweite Moment, das ich Ihnen auch während all unserer Diskussionen ständig in Erinnerung rief, ist, dass Putin eine dritte diplomatische Niederlage über Trump erringen wollte.
Die erste, unbestreitbare, diplomatische Errungenschaft des russischen Präsidenten bestand darin, dass Trump seine diplomatische Isolation im Westen durchbrach und ihn als Erster anrief, nachdem er in das höchste Amt der Vereinigten Staaten gewählt worden war. Sie alle können verstehen, dass das ein Sieg für Putin und eine Niederlage für Trump ist. Wenn der Präsident der Vereinigten Staaten eine Person anruft, die ein internationaler Paria ist, mit der kein westlicher Führer spricht, die weiterhin Menschen tötet – und ihm dann immer wieder anruft, wie ein alter, lästiger, entfernter Verwandter, mit dem man nur redet, damit er einem nicht weiter auf die Nerven geht – dann ist das ein Erfolg.
Doch dieser Erfolg reichte Putin nicht. Er brauchte ein Treffen mit Trump. Warum in Amerika? Weil Putin den dritten Erfolg anstrebte – Trumps Reise nach Russland. Und in diesem Fall, wie Sie sehen, wurde Trump nicht nach Tschukotka oder Magadan eingeladen. Putin kam in die amerikanische Peripherie. Er schenkte Trump nicht einmal seinen Besuch in Washington. Aber Trump lädt er ausdrücklich nach Moskau ein – und hofft, dass genau das sein nächster diplomatischer Triumph über den amerikanischen Präsidenten wird, dass er ungefähr nach einem Jahr von Trumps Amtszeit all seine Erfolge einfährt, die für ihn völlig unmöglich gewesen wären, hätte Trump die US-Präsidentenwahl nicht gewonnen.
Und das ist im Grunde auch schon alles, was wir über die Ergebnisse des Treffens der Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation erfahren haben. Sofort sei gesagt: Im Netz kursieren jetzt viele Zitate Trumps, aus seinem eigenen Interview, das er dem Fernsehsender Fox News gab, in dem er erneut über die Möglichkeit eines Dreiertreffens der Präsidenten der USA, Russlands und der Ukraine sprach. Aber dieses Interview gab Trump noch im Flugzeug, als er auf dem Weg zum Treffen war. Er konnte da noch gewisse Illusionen haben, die er, wie Sie verstehen, jetzt nicht mehr hat, weil er natürlich keinerlei reales Ergebnis von Putin bekam. So wenig, dass er es sogar gleich in den ersten Zeilen seiner Erklärung in Alaska einräumte.
In dieser Hinsicht war natürlich auch nicht mit Überraschungen zu rechnen. Und wie Sie verstehen, ist das, was passiert ist, für Trump eine schmerzhafte Niederlage. Sie haben doch sicher bemerkt, wie Trump im Allgemeinen gerne Fragen von Journalisten beantwortet, wie er es liebt, sich im Rampenlicht zu sonnen, wie er gerne lange Pressekonferenzen abhält. Dieses Mal verließ er das Treffen sofort, ohne den Journalisten auch nur die geringste Hoffnung zu geben, irgendetwas Konkretes zu verstehen.
Und aus Putins Aussagen war absolut klar, dass der russische Präsident auf keine einzige der Thesen verzichtete, die er schon 2022 vertreten hatte. Im Grunde genommen versteckte der russische Führer das auch gar nicht. Er sprach davon, dass er schon Trumps Vorgänger gesagt habe, Missachtung russischer Forderungen, russischer Besorgnis um die eigene Sicherheit könne zu Kriegshandlungen führen. Und dass man nicht auf ihn gehört habe. Aber wenn Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten gewesen wäre, dann hätte es keinen Krieg gegeben, weil man auf ihn gehört hätte.
Doch das bedeutet, dass all jene Bedingungen, die der Präsident der Russischen Föderation im Jahr 2022 stellte – nämlich die Anerkennung des russischen Status der besetzten ukrainischen Gebiete, zu denen inzwischen vier weitere ukrainische Regionen hinzugekommen sind, während es damals nur um die Krim ging; die Anerkennung der Neutralität der Ukraine nicht nur durch einen Verzicht der Ukraine auf den NATO-Beitritt, sondern auch durch den Verzicht der NATO-Mitgliedsstaaten auf ihre eigenen Entscheidungen bezüglich der euroatlantischen Perspektive der Ukraine und Georgiens; und die Garantie Russlands, dass keine ehemalige Sowjetrepublik jemals in die NATO aufgenommen wird – dass all das wieder auf dem Tisch liegt.
Das ist im Grunde alles, was bei diesem Gipfel geschah: eine Rückkehr ins Jahr 2022. Und dazu kam die Gelegenheit, dem Präsidenten der Russischen Föderation, einem Mann, der besessen ist von der Fortführung des Krieges, eine große Tribüne zu bieten, von der aus er erneut über seine Lieblingsthemen sprach – das russisch-amerikanische Bündnis im Zweiten Weltkrieg, als ob er die gesamte Sowjetunion vertreten würde. Er erzählte, dass Russland und die Vereinigten Staaten Nachbarländer seien, und er sprach weiter über die Bedeutung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den USA und Russland.
Sie konnten ja selbst bemerken, dass für Putin das Thema Ukraine in seiner Erklärung in Alaska eigentlich nur zweitrangig war. All diese traditionellen Aussagen in Bezug auf das Treffen mit Trump und die Ukraine brachte er erst, nachdem er zunächst wieder einmal eine historische Lektion für die Teilnehmer dieser misslungenen Pressekonferenz verlesen hatte.
Sie verstehen sicher: Das war keine Pressekonferenz, weil kein einziger Journalist irgendeine Frage stellen durfte. Das war einfach nur ein Auftritt der Präsidenten Russlands und der Vereinigten Staaten mit Erklärungen für die Presse. Vielleicht sollte man es Presse-Briefing nennen, aber ich glaube nicht, dass das eine Rolle spielt.
Also, auch hier wieder: Dieses Treffen war nicht vielversprechend, weil es nichts versprechen konnte. Jetzt werden alle nur noch auf die Körpersprache achten: wie Trump Putin empfing – wie ein alter Mann, fast 80, der im Flugzeug sitzen blieb, nur um den Präsidenten Russlands auf dem roten Teppich begrüßen zu können; wie Trump Putin freudig begrüßte und ihm applaudierte, als er zur Begegnung schritt. Und dieser Applaus, der im Grunde eine Demonstration von Trumps echter Haltung gegenüber Putin war, wurde vom Weißen Haus sogar aus den veröffentlichten Aufnahmen nach dem Treffen am Flughafen Anchorage herausgeschnitten. Wie Trump zu Putin sagte, wie ein Liebhaber, der endlich das Objekt seiner Begierde sieht: „Endlich.“ Das haben bereits Körpersprachen-Spezialisten analysiert, die das Verhalten des amerikanischen Präsidenten auf dem Flughafen in Alaska entschlüsselt haben.
Ein weiteres eindeutiges Zeichen des völligen Scheiterns dieses Treffens war die Absage des gemeinsamen Mittagessens zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten und dem Präsidenten der Russischen Föderation. Das Mittagessen wurde abgesagt. Der US-Präsident kehrt sofort nach Washington zurück – nach einem weiteren außenpolitischen Fiasko. Das ist ebenfalls absolut offensichtlich.
Ein gewisser Hoffnungsschimmer ist die Tatsache, dass Trump versprach, nach diesem Treffen den ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky und die europäischen Staats- und Regierungschefs anzurufen. Das ist immerhin nicht schlecht, denn vor dem Treffen mit Putin in Alaska hatte Trump gesagt, dass er niemanden anrufen werde, wenn es keine echten Ergebnisse der Begegnung mit Putin gebe.
Und wenn irgendein Ergebnis erreicht würde, über das es sich zu reden lohne, dann könne man hoffen, dass es auch echte Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten und den europäischen Führern gebe.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie sehr man jetzt darüber reden kann. Denn warum sollte Trump Zelensky anrufen? Weil es ihm gelungen ist, etwas von Putin zu erreichen – oder weil es ihm eigentlich nicht gelungen ist? Und er einfach die Ergebnisse seiner nahezu geplanten diplomatischen Niederlage mit dem ukrainischen Präsidenten und den europäischen Führern besprechen will?
Im Grunde gibt es noch eine weitere Ankündigung, die uns einen Hinweis geben kann, was zwischen Putin und Trump geschah: jenes Interview, das der US-Präsident dem Fernsehsender Fox News geben sollte. Das Weiße Haus hatte zwei Interviews bei diesem Lieblingssender Donald Trumps angekündigt – der Stimme der amerikanischen Ultrakonservativen. Eines dieser Interviews hat bereits stattgefunden, es wurde ausgestrahlt, noch bevor Trump und Putin zur Pressekonferenz erschienen. Doch ich denke, dieses Interview ist bedeutungslos, weil es vor den Verhandlungen stattfand und nur das völlige Unverständnis des US-Präsidenten für die Welt widerspiegelte, in der er sich befindet.
Ich habe die Hoffnung, dass Trump jetzt, nach dem Treffen mit dem russischen Staatschef, diese Welt besser zu verstehen beginnt. Das war übrigens genau die gleiche Geschichte, die es einmal mit Zelensky gab. Erinnern Sie sich, als er auch in Putins Augen schauen wollte – und nachdem er dies tat und den russischen Präsidenten wirklich gesehen und gehört hatte, begann er, die Welt besser zu verstehen. Und jetzt haben wir dieselbe Situation erlebt, nur in der amerikanischen Variante.
Es wird noch ein weiteres Interview geben, das – soweit ich weiß – für 4 Uhr morgens Kyiver Zeit geplant ist und dann ausgestrahlt werden könnte. Ich weiß nicht, welches Interview das sein wird – ob es auch im Voraus vereinbart war oder ob Trump sich entschied, es nach den Gesprächen mit Putin zu geben. Und wenn dieses Interview tatsächlich nach dem Gespräch mit Putin aufgenommen wird, dann könnte der US-Präsident in diesem Gespräch mit Journalisten offener und realistischer sein. Ob es so ist, weiß ich nicht, wie Sie verstehen. Vielleicht wurde ein weiteres Interview im Voraus aufgenommen – und jetzt entscheiden Trump und der Sender Fox News einfach, es nicht zu zeigen.
Aber es gibt noch einen weiteren ziemlich interessanten Punkt. Was wird Trump danach tun? Hat Putin mit diesem Treffen sein Ziel erreicht, Trump von jeglichen harten Maßnahmen gegenüber Russland abzuhalten? Genau das meine ich. Trump ist offensichtlich unzufrieden, das Mittagessen ist offensichtlich abgesagt, aber Trump sagte ja, er wolle den Kontakt mit Putin fortsetzen, um die Gespräche weiterzuführen und darauf zu hoffen, dass Putin früher oder später zu der Einsicht gelangt, dass der Krieg beendet werden müsse. Man dürfe ihn nicht stärker unter Druck setzen, wenn man mit ihm weiterverhandeln wolle. Und so könnte Putin Trump mit dieser Geschichte von einem angeblich diplomatischen Lösungsprozess die ganze Amtszeit des amerikanischen Präsidenten „an der Hand halten“. Denn die Hauptaufgabe des russischen Präsidenten ist es, Zeit zu gewinnen und den Krieg fortzuführen.
Ich versuche Ihnen immer wieder in Erinnerung zu rufen, was das eigentliche Ziel des Präsidenten der Russischen Föderation gegenüber dem Präsidenten der Vereinigten Staaten ist: Es soll einen diplomatischen Prozess geben, es soll über eine mögliche Regelung gesprochen werden, die russische Seite soll das Thema „Überwindung der Ursachen des Konflikts“ aufwerfen. All dieses Geschwätz, das das eigentliche Ziel Putins rechtfertigen soll – nämlich die Zerstörung der ukrainischen Staatlichkeit, ebenso wie die anderer ehemaliger Sowjetrepubliken. Aber damit dieses Geschwätz überzeugend wirkt, muss er Trump immer wieder etwas vorschlagen oder sich mit ihm treffen, damit Trump aus seiner eigenen Sicht keinerlei realen Grund hat, die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen oder der Ukraine neue Waffen zu liefern. Das muss als Hauptergebnis dieses Treffens gesehen werden.
Wird Trump verstehen, dass er von seiner gescheiterten Politik abrücken und stärkeren Druck auf den Präsidenten der Russischen Föderation ausüben muss? Denn wenn sich morgen herausstellt, dass Trump sagt, man müsse ein neues Treffen mit Putin vorbereiten, um „den Fortschritt“ zu bestätigen, der beim ersten Treffen erzielt wurde, dann bedeutet das, dass Putin seine Aufgabe erfüllt hat – dass Trumps Idee von einem Waffenstillstand und anschließenden Verhandlungen eine klare Niederlage durch den russischen Präsidenten erlitten hat, dass der Krieg weitergehen, sich verstärken und eskalieren wird – und dass Putin dabei die ganze Zeit an irgendwelche weiteren Gespräche mit Trump denkt. Und Trump wird ihn treffen, ihn begrüßen: „Endlich bist du wieder da. Welch ein Glück.“ Das ist die ganze Essenz dessen, was in Bezug auf den russisch-ukrainischen Krieg geschieht.
Und wieder muss ich dasselbe wiederholen: Es gibt keinen Zauberstab in der Tasche irgendeines US-Präsidenten, der es erlauben würde, den Krieg schnell zu beenden. Als Trump sagte, er könne den Krieg in 24 oder 48 Stunden beenden, log er entweder – was für den politischen Stil dieses Mannes völlig normal ist – oder er lebte in einer Welt eigener Fantasien über besondere Beziehungen zum Präsidenten der Russischen Föderation. Er begreift nicht, dass er für den Präsidenten Russlands lediglich ein Werkzeug ist – er und seinesgleichen sind nur Instrumente zur Umsetzung von Putins politischen Zielen. Politische Naivität – das ist genau das, was es Politikern wie Putin ermöglicht, in der großen Politik zu überleben. Solche wie Putin halten es stets für notwendig, die Führer der demokratischen Welt einfach „auszusitzen“.
Nun, es ist bereits 2025, der August geht zu Ende, und 2028 wird Präsident Trump, falls er überhaupt noch bis dahin Präsident bleibt, wenn es keine Siege der Demokraten bei den Zwischenwahlen gibt, wenn es kein Impeachment gibt – im Jahr 2028 wird Donald Trump eine „lahme Ente“ sein. Dann wird man ihm einfach keine Aufmerksamkeit mehr schenken, ihn nicht mehr umschmeicheln, ihm nicht mehr erzählen, wie großartig er sei, sondern klar sagen: Das ist ein Mensch, der Russland feindlich gesinnt ist, der während seiner Amtszeit nichts Reales vorzuschlagen vermochte. Und in dieser Zwischenzeit muss Putin sich im Grunde nur die Möglichkeit bewahren, dass kein allzu starker Druck seitens der US-Führung auf ihn ausgeübt wird. Genau das ist geschehen.
Neben dem abgesagten Mittagessen spielt auch die Zeit eine Rolle, die die Präsidenten bei diesem Briefing sprachen. Auch das wurde bereits gezählt: Putin sprach 8 Minuten, wobei es sich dabei um völlig leere Worte handelte. Das Wasser. Über das Wesen des Treffens sprach Putin vielleicht 2 Minuten. Trump sprach 3 Minuten. Eine derart kurze Rede eines US-Präsidenten nach einem Treffen mit einem ausländischen Staatschef habe ich überhaupt noch nie erlebt.
Und noch ein ziemlich interessanter Punkt: Wie Sie gesehen haben, veranstaltete Trump diesmal nicht jene berühmten Shows, mit denen er nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus berühmt wurde. Es gab kein gemeinsames Gespräch der Präsidenten mit Journalisten vor Beginn der Verhandlungen. Wie Sie sehen, haben wir viel darüber diskutiert, warum sich Präsidenten oder Premierminister auf die eine oder andere Weise bei Treffen mit Donald Trump verhalten. Volodymyr Zelensky etwa machte aus diesem Treffen eine regelrechte Tragödie, ein echtes Drama. Macron oder Keir Starmer hingegen gelang es, ohne Demütigungen und ohne ernste Konflikte aus dem Treffen mit Trump herauszugehen. Und Präsident Cyril Ramaphosa von Südafrika musste im Grunde genau das Instrument anwenden, das Donald Trump und J.D. Vance gegen Selenskyj eingesetzt hatten.
Aber überlegen Sie: Es kann auch Situationen geben, in denen es überhaupt keine Show vor den Verhandlungen gibt. Verstehen Sie? Wenn Trump Zelensky so behandelt hätte wie Putin, hätte er sich mit ihm getroffen, ein Mineralien-Abkommen unterzeichnet und wäre dann zu einer gemeinsamen Konferenz hinausgegangen, bei der er 3 Minuten gesprochen hätte und Zelensky acht. Aber mit Putin kann man sich so nicht verhalten – denn wenn man Putin sagt, dass er an einer Show mit Journalisten teilnehmen soll, dann kommt er einfach nicht. Und das sieht jetzt jeder, der versteht, dass Trump nur gegen diejenigen schreien und Druck ausüben kann, die tatsächlich von ihm abhängig sind.
Er glaubt nicht, dass Putin von ihm wirklich abhängig sei oder dass er ihn irgendwie einschüchtern könnte. Denn wenn er das glaubte, hätte er ihm eine öffentliche Szene gemacht – und nicht das, was wir gesehen haben: das Mittagessen absagen wie ein beleidigtes Kind. Übrigens ist das bereits das zweite abgesagte Mittagessen nach einem Treffen Donald Trumps mit einem ausländischen Staatsoberhaupt. Das erste abgesagte Mittagessen war mit Volodymyr Zelensky nach dem Skandal im Oval Office. Auch das spricht Bände, wenn wir die Ergebnisse dieses Treffens besprechen.
Auf den ersten Blick fand das Treffen Trumps mit Putin in einer viel freundlicheren Atmosphäre statt – ohne jene Shows, die den ersten Besuch von Zelensky in Washington beim neuen US-Präsidenten prägten. Aber das Ergebnis war im Grunde dasselbe: Das abgesagte Mittagessen bedeutet fehlenden Willen, fehlendes Ergebnis. Nur war es damals beim Mittagessen mit Zelensky Trumps Unwille, dieses berühmte Mineralienabkommen zu unterzeichnen, das er ausschließlich brauchte, um die weitere Hilfe an die Ukraine vor seinem Publikum zu rechtfertigen. Jetzt fand das Mittagessen nicht statt, weil Putin Trump erneut eine Absage erteilte – diesmal bei einem persönlichen Treffen, genauso wie zuvor schon am Telefon. Das ist alles.
Soweit ich verstehe, gab es weder einen Anruf Trumps bei Zelensky noch bei irgendeinem europäischen Staats- oder Regierungschef. Und das ist auch klar, warum. Weil Trump ihnen nichts zu sagen hat. Was sollte er Zelensky denn am Telefon sagen? „Herr Präsident, Sie hatten völlig recht, er hat mich abblitzen lassen. Ich bin gezwungen, von irgendwelchem Fortschritt zu reden, aber in Wirklichkeit will er keinen Waffenstillstand. Und was soll ich jetzt tun, wo ich Ihnen eigentlich nicht wirklich helfen will? Ich will keine Milliarden US-Dollars ausgeben, weil ich mich lieber mit Putin über irgendwelche Geschäfte einigte, aber er will sich nicht einigen. Und Geld will ich Ihnen nicht geben, aber ich kann es auch nicht verweigern.“ – Das ist ungefähr das, was er während eines Telefonats mit Zelensky sagen müsste. Genau das möchte er im Prinzip tun, will aber nicht so dastehen.
Und nun gibt es noch ein riesiges Problem: Jetzt wird scharfe Kritik am amerikanischen Präsidenten in den Medien folgen – und zwar in allen, auch in den konservativen. Denn in diesen Medien hieß es, Trump könne den Krieg unbedingt beenden. Ich meine damit die ihm positiv gesinnten Medien, weil die konservative und rechtsradikale Presse der Vereinigten Staaten in derselben Fantasiewelt der rosa Ponys lebt wie Donald Trump selbst. Nun haben sie gesehen, dass nichts passiert ist. Ihr Präsident applaudierte dem russischen Präsidenten. Ihr Präsident begrüßte ihn freudig auf dem roten Teppich. Und Putin ließ ihn einfach abblitzen – und erzählte ihm etwas über Magadan.
Übrigens war die gefährlichste Aussage Putins während dieser Pressekonferenz, ich weiß nicht, ob Sie das bemerkt haben, gleich die erste: „Ich bin froh, meinen Nachbarn lebend zu sehen.“ Das war eine völlig konkrete, offen formulierte Drohung an Trump. Sie hängt, wie Sie verstehen, mit dem Attentat auf Trump während seines Wahlkampfes zusammen. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass wir über den Anführer der größten Terrororganisation der Welt sprechen, die nur den Anschein eines Staates erweckt, klang das äußerst bedrohlich für die Zukunft des amerikanischen Präsidenten. An seiner Stelle würde ich mir gut überlegen, welches Schicksal Putin ihm eigentlich zugedacht hat. Und die Tatsache, dass Putin so bereitwillig dem Präsidenten der Vereinigten Staaten droht, bedeutet, dass er sich in dieser Gesellschaft sehr sicher fühlt.
So endete also das erste Treffen seit vielen Jahren zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation – mit einer absoluten, hundertprozentigen Niederlage des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Und für den Präsidenten Russlands war es ein Erfolg. Denn der russische Präsident musste keine Ergebnisse erzielen – er hatte nie die Absicht, Ergebnisse zu erzielen –, sondern er wollte sich mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten treffen. Er brauchte ein Foto mit Trump. Und dieses Foto hat er bekommen. Dafür konnte man schon nach Anchorage fliegen.
Neben dem abgesagten Mittagessen kann man auch von den abgesagten Konsultationen im erweiterten Kreis sprechen. Die fanden ebenfalls nicht statt. Es war die Idee, dass es zunächst Verhandlungen im kleinen Kreis, dann eine Pressekonferenz der Präsidenten und danach Gespräche im erweiterten Kreis geben sollte. Diese Gespräche wurden ebenfalls abgesagt. Und das bedeutet, dass es in den Gesprächen im kleinen Kreis keinerlei reale Ergebnisse gab – nicht einmal bedingte, nicht einmal irgendwelche Details, die man dann in einer Sitzung mit den Delegationen hätte weiter besprechen können.
Und wissen Sie, was Putin nach der Begegnung mit Trump tat? Er fuhr nach Port Richardson, um die Gelegenheit zu nutzen und Blumen an den Gräbern sowjetischer Soldaten auf einem Ehrenfriedhof in Alaska niederzulegen. Das hatte vor ihm kein sowjetischer oder russischer Führer getan. Und er nutzte diesen Besuch natürlich, um zu zeigen, was ihm wichtig ist: auch diesen Friedhof und diese Menschen, die gegen den Faschismus gekämpft hatten – deren Urenkel sich nun als dieselben Aggressoren und Faschisten entpuppen – in den Kreis seines berühmten „Siegeskultes“ einzuschreiben.
Jetzt stellt sich die Frage: Werden sich Trump und Putin erneut treffen? Und was wird der amerikanische Präsident nach seiner nächsten Niederlage tun? Ist er überhaupt bereit einzugestehen, dass dies eine Niederlage war? Ist er bereit einzugestehen, dass Putin ihn bereits seit einem halben Jahr benutzt – erst am Telefon, jetzt auch offline? Und dass das, gelinde gesagt, für das Prestige des amerikanischen Präsidenten und der Vereinigten Staaten von Amerika äußerst unangenehm ist, wenn man als Politiker leichter Lebensführung benutzt wird, nur um nicht vorhandene Möglichkeiten zu demonstrieren.
Denn hätte Trump sich Putin gegenüber anders verhalten, hätte Putin niemals gewagt, sich so über ihn lustig zu machen. Aber was wir heute gesehen haben, war offenes Spott des russischen Präsidenten über den amerikanischen Präsidenten.
Jetzt ist es wichtig zu sehen, wie Putin sich verhalten wird, nachdem er nach Moskau zurückgekehrt ist. Wie wird es mit der Intensität der Raketenangriffe auf die Ukraine weitergehen? Wird der Terror gegen die Zivilbevölkerung verstärkt? Wird die Offensive der russischen Truppen auf ukrainische Stellungen mit dem Ziel, weitere ukrainische Gebiete zu erobern, fortgesetzt? Und wird es einen weiteren diplomatischen Kontakt mit Trump und seinem Umfeld geben?
Wir werden sehen, was der Präsident der Vereinigten Staaten nach einer so beschämenden Niederlage tun wird, wenn er in den Medien sieht, wie über sein Verhalten geurteilt wird. Auch das ist völlig offensichtlich. Wird er in sich die Kraft finden, das zu tun, was er eigentlich nicht will – Druck auf Russland auszuüben und der Ukraine zu helfen? Oder wird er darauf warten, dass Putin ihm noch irgendwelche Scheinschritte entgegenkommt, die es ihm erlauben, dies nicht zu tun?
Denn die Frage ist nicht einmal, auf wessen Seite Trump steht – wir sehen, auf wessen Seite er steht. Die Frage ist, ob ihm die Situation erlaubt, offen zu zeigen, auf wessen Seite er tatsächlich steht. Denn neben dem Präsidenten der Vereinigten Staaten und seinen offensichtlichen Sympathien für seinen russischen Kollegen gibt es auch noch die amerikanische öffentliche Meinung, politische Kalküle, das Bewusstsein, dass man Wahlen verlieren kann, dass es dann sehr große Probleme geben und man das Oval Office vorzeitig verlassen könnte – was wiederum Gerichtsverfahren und die Möglichkeit bedeutete, ins Gefängnis zu gehen statt nach Mar-a-Lago. Und all das versteht Trump sehr gut. Auch das ist ein äußerst wichtiger Punkt in der aktuellen Situation.
Übrigens will ich Ihnen noch erzählen, was Putin in den Vereinigten Staaten sonst tat. Er traf sich mit dem Erzbischof von Sitka und Alaska, Alexij. Er schenkte ihm eine Ikone. Erzbischof Alexij gehört offiziell zur autokephalen Orthodoxen Kirche Amerikas. Nur liegt der Punkt darin, dass diese Autokephalie nur von der Russischen Orthodoxen Kirche des Patriarchen Kirill anerkannt wird. Für praktisch alle anderen orthodoxen Kirchen – außer einigen wenigen, die mit Moskau verbunden sind – ist diese amerikanische orthodoxe Kirche einfach ein Teil der Russischen Orthodoxen Kirche.
Stellen Sie sich vor, was für einen symbolischen, markanten Schritt Putin in den letzten Minuten seines Aufenthalts in Alaska tat. Er trifft sich mit einem orthodoxen Metropoliten, der im Grunde zum Klerus der russischen Kirche gehört, zumindest Metropolit einer Kirche, deren Autokephalie vom russischen Patriarchen und nicht vom Konstantinopler Patriarchen gewährt wurde. Und er erinnert erneut daran, wessen Territorium das ist, welchen Ort er da betreten hat – fast wie bei sich zuhause. Und all das hat ihm sein Verhandlungspartner Donald Trump ermöglicht.
Schon jetzt berichtet eine Fox-Korrespondentin, dass die Atmosphäre im Raum nicht sehr angenehm war: „Es schien, als sei es nicht sehr gut gelaufen, und es wirkte, als sei Putin hereingekommen, habe einfach gesagt, was er wollte, habe sich mit Trump fotografieren lassen und sei wieder gegangen.“ Da haben Sie auch einen Kommentar zu dieser Pressekonferenz der Präsidenten Russlands und der Vereinigten Staaten.
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um zu sagen, dass Trump heute noch einen weiteren erstaunlichen Schritt getan hat, der erneut zeigt, wie wenig er versteht, was um ihn herum geschieht. Am Vorabend des Treffens mit Putin rief er Alexander Lukaschenko an. Und er nannte den Mann, den die gesamte zivilisierte Welt einen Usurpator der Präsidentenmacht nennt, den „hochverehrten Präsidenten von Belarus“. Er berichtete, dass er mit ihm die Freilassung von weiteren 1.300 Gefangenen bespreche.
Übrigens möchte ich Donald Trump aufrichtig viel Erfolg bei der Freilassung jener Menschen wünschen, die Lukaschenko genau deshalb eingesperrt hat, weil sie gegen die Fälschung seiner Präsidentschaftswahlen kämpften. Weil sie diesen Usurpator, Diktator und Putins Marionette nicht für einen hochverehrten Präsidenten halten. Aber wir verstehen doch sehr genau, warum Trump Lukaschenko anrief und ihn sogar in die Vereinigten Staaten einlud – was eine absolute Legitimierung des Lukaschenko-Regimes im Westen bedeuten würde, noch stärker als die Legitimierung Putins. Er glaubt nämlich, dass Lukaschenko Einfluss auf Putin nehmen könne. Er suchte Unterstützung bei einem Mann, der auf russischen Bajonetten sitzt. Stellen Sie sich einmal das Kompetenzniveau dessen vor, der sich derzeit im Weißen Haus befindet. Das nur, um einen Punkt unter diese Situation des Treffens zu setzen.
Und nun möchte ich die Erklärung von Trumps ehemaligem Sicherheitsberater John Bolton zitieren, der seinen früheren Chef für dieses Treffen scharf kritisierte: „Trump hat nicht verloren, aber Putin hat offensichtlich gewonnen. Trump hat nichts erreicht außer einer neuen Begegnung, und Putin hat sehr viel erreicht. Er hat Sanktionen verhindert. Ihm droht kein Waffenstillstand. Ein nächstes Treffen ist nicht vereinbart. Zelensky nahm nicht an den Verhandlungen teil. Das ist keineswegs das Ende, aber Putin hat den Großteil dessen erreicht, was er wollte. Das alles ist das absolut offensichtliche Ergebnis dieser Verhandlungen.“
Und ehrlich gesagt, was ich nicht verstehe: Das war doch alles klar, als es angekündigt wurde. Warum gab es diese seltsamen Hoffnungen? Warum dachte irgendjemand, Trump könne Putin zwingen, das Feuer einzustellen? Hören Sie: Wenn Trump die Möglichkeit hätte, Putin zu irgendetwas zu zwingen, hätte er sich überhaupt nicht mit ihm treffen müssen. Verstehen Sie? Wenn er sich mit Putin trifft, heißt das, er erkennt an, dass er keinen Druck auf ihn ausüben kann – und dass er ihn irgendwie überreden oder bestechen wollte. Und das zeigt wiederum, dass Trump nicht versteht, dass für Leute wie Putin Geld nicht das Hauptziel ist. Putin hat mehr Geld als jeder andere. Er besitzt praktisch einen riesigen Staat. Dieser Staat ist sein Eigentum. Davon kann Trump nur träumen. Aber was er tatsächlich hat, sind ideologische, chauvinistische Zielsetzungen. Das ist die ganze einfache Wahrheit.
Es ist schon fast 3 Uhr nachts, und viele Menschen haben beschlossen, ihre Nerven zu schonen und sich diese beschämende Pressekonferenz des russisch-amerikanischen Präsidentenduos nicht anzusehen – und nicht noch einen weiteren Fehlschlag des Führers der größten Demokratie der Welt festzustellen. Fehlschlag auf Fehlschlag. Sie können sich das morgens ansehen, um sich davon zu überzeugen, dass der gesunde Menschenverstand triumphiert und dass man sich nichts ausdenken kann, was es in Wirklichkeit nicht gibt – und dass man kein großes Fuß klein machen kann ( Bemerkung Aschenputtel), selbst wenn Putin da seine Stiefel hätte. Man kann ihn nicht groß machen. Und Amerika, übrigens, kann man auch nicht wieder groß machen, wenn man es erniedrigt.
Und ich möchte meine Sendung mit dem traditionellen und, wie mir scheint, heute absolut berechtigten Aufruf beenden: „Unterstützt die Streitkräfte der Ukraine in den kommenden Jahren des erbitterten russisch-ukrainischen Krieges, den – wie ihr seht – in Russland niemand auch nur für einen Moment beenden will. Gerade die Streitkräfte sind der Garant für den Erhalt der ukrainischen Unabhängigkeit und Souveränität.“