Der Name einer Stadt, die in den Ohren schneidet. Nadia Sukhorukova. 11.12.23

https://www.facebook.com/share/EwKA3Z7Zo5Lvz1L1/?mibextid=WC7FNe

Der Name einer Stadt, die in den Ohren schneidet wie dünnes Papier in den Fingern. Das tut weh.

Geht es nur mir so, oder ist Mariupol wie eine schlimme Krankheit geworden, die die Menschen zu verbergen versuchen?

Es gibt sie, aber es ist eine Schande, sie zuzugeben. Und es ist unmöglich, sie zu behandeln. Sie ist zu weit fortgeschritten.

Es gibt keinen Zug nach Mariupol. Aber ich stelle mir vor, dass ich in meine Stadt fahre. Als ob ich in der Zeit zurückgehen könnte.

Gestern Abend dachte ich, ich würde die Metallurgov Prospekt entlanggehen.

Im Schein der Straßenlaternen, wie in einer anderen Dimension.

Ich laufe vom Zentralmarkt zur Unterführung.

Ich erkenne die Häuser und Bäume. Auf der rechten Seite suche ich nach dem Denkmal von Kuindzhi. Er ist nicht da. Er ist verschwunden.

Es ist eine Illusion. Es ist, als wäre ich in der Wüste und irgendwo fließt ein Bach.

Das ist meine dumme Einbildung.

Zweitausend Griwna. Der Preis des Schmerzes für Binnenvertriebene.

Wer hat das gezählt?

Das ist der Preis für ein zerrüttetes Leben, tote Verwandte und Freunde, eine zerstörte Stadt, gemietete Wohnungen und die Unfähigkeit, offen zu weinen, weil die Menschen deiner Tränen überdrüssig sind.

Mein Gott, leben wir wirklich?

Eine ältere Frau mit leidenden Augen. Sie entschuldigt sich im Voraus dafür, dass sie aus Mariupol kommt.

Sie wurde schuldig gesprochen. Sie ist überflüssig. Sie hat durch Zufall überlebt und ist nicht glücklich darüber.

Sie spricht mit mir, schaut mir in die Augen und lächelt traurig.

Sie hat Angst, dass ich ihr nicht zuhören werde.

Sie will gar nichts. Sie will nur reden.

Ihr Mann ist gestorben. Sein Herz hat versagt. Er hat sie allein gelassen. Er brachte sie an einen sicheren Ort und starb. Er hat sie verlassen. Sie ist verletzt wie ein Kind.

Sie hält meine Hand und lässt sie nicht los.

„Bist du auch aus Mariupol? Wirklich?“

Ich versuche, ihr Geld zu geben. Sie nimmt es nicht an.

Ich schelte mich dafür. Also will ich sie auszahlen und gehen.

Ich bin genau wie die Menschen, die ich hasse.

Aber sie ist aus Mariupol. Und sie will darüber reden.

Über die Stadt, die andere erschaudern lässt.

Sie fragt: „Warum?“

Ich weiß es nicht.

Ich sage es ihr:

„Eines Tages wird alles gut werden. Es ist nicht alles umsonst. Es wird sich bestimmt alles ändern. Mariupol ist nicht umsonst gestorben. Es hat andere beschützt.“

Sie hält meine Hand und weint.

Das ist schon ein Sieg. Sie hat keine Angst, mit mir zu weinen.

Sie kann so viel über Mariupol sprechen, wie sie will.

Ich verstehe sie. Ich habe diese Stadt auch nie verlassen.


Ім’я міста, яке ріже слух, як тонкий папір розрізає палець. Це боляче.

Мені здається, чи Маріуполь став як погана хвороба, яку намагаються приховувати?

Вона є, але в ній соромно зізнаватись. І лікувати не виходить. Занадто запущена.

Поїзд до Маріуполя не йде. Але я уявляю, що їду до свого міста. Начебто можна повернутися в минуле.

Вчора ввечері мені здалося, що я йду проспектом Металургів.

У ліхтарях, як в іншому вимірі.

Йду шляхом від Центрального ринку до підземного переходу.

Впізнаю будинки та дерева. А праворуч шукаю очима бюст Куїнджі. Його немає. Він зник.

То ілюзія. Наче я в пустелі і десь біжить струмок.

Це моя безглузда уява.

Дві тисячі гривень. Ціна болю для переселенців.

Хто це рахував?

Саме стільки коштує розбите життя, мертві близькі та друзі, знищене місто, чужі орендовані квартири, неможливість відкрито плакати, бо сльози набридли оточуючим.

Господи, ми справді живемо?

Літня жінка з страждаючими очима. Вона заздалегідь перепрошує за те, що з Маріуполя.

Її зробили винною. Вона зайва. Випадково вижила і не рада цьому.

Говорить зі мною, заглядає в очі і сумно посміхається.

Боїться, що я не слухатиму.

Їй нічого не потрібне. Тільки поговорити.

У неї помер чоловік. Не витримало серце. Залишив її одну. Вивіз у безпечне місце та помер. Кинув. Вона скривджена, як дитина.

Тримає мене за руку і не відпускає.

„Ви теж із Маріуполя? Правда?“

Я намагаюсь дати їй гроші. Вона не бере.

Я лаю себе за це. Виходить, хочу відкупитись і піти.

Я така сама, як і ті, яких ненавиджу.

Але вона з Маріуполя. І хоче говорити про нього.

Про місто, від імені якого інші здригаються.

Вона запитує „За що?“

Я не знаю.

Кажу їй:

„Все колись буде добре. Все не дарма. Все обов’язково зміниться. Маріуполь не просто так загинув. Він захистив собою інших“

Вона тримається за мою руку і плаче.

Це вже перемога. Вона зі мною не боїться плакати.

Вона може говорити про Маріуполь скільки потрібно.

Я її розумію. Я теж так і не вийшла з цього міста.

Kommentar verfassen