„Ich verlasse“, sagte er, „diesen fragilen Kahn.“ Irina Evsa.

„Ich verlasse“, sagte er, „diesen fragilen Kahn.

Jeder Tag raubt mir meine Kraft.

Der Krieg erwürgt mich mit knochiger Hand,

Schöpft mich aus, klaut den Lebenssaft.

Im Inneren gibt es keine Blüte, kein Blatt,

keine Klippe, nicht mals ein Brachland.“

„Schau“, sagt er, „meine Hülle ist leer und leicht.

So, dass sie der Fischblase gleicht.“

Ich lese nicht mehr und schau nicht fern,

Ich hole das Essen und versteck mich ins Mäuseloch.

Ich bin psychisch gestört, ein armer Neurotiker.

Keine Hilfe von Freud, Jung oder jemanden noch.

Kratz uns weg, Oh, Herr, mit stählernem Farbenmesser.

in die feuchte Erde, in die Finsternis.

Wofür noch Poesie? Ohne ist besser.

Nur Gebeten und Psalmen nutzen uns noch gewiss.

Schüttelfrost als ob ich erkältet wäre

Die Luft auf der Zunge erstarrt.

Ich esse schon seit langem nur aus Plastikgeschirr.

Alles andere fällt mir aus der Hand.

Der Markt, die Weihnachtsbäume, der Weihnachtsschmuck,

Das Haus ist mit Girlanden geschmückt,

Ich kann das Ganze nicht sehen: alles ist fragmentiert,

Weil mein Blick sich in diesen Fragmenten verliert.

Er sagte auch: „Wenn ich zerbröckle zur Handvoll Sand,

baue mich wieder auf, oh Gott, nicht als Dichter,

sondern als Leuchtturmmann,

Dem eines gewiss ist: Nicht die Dunkelheit herrscht über das Licht,

sondern seine Hand.“


— Я покину, — сказал он, — хлипкую эту лодку.

Сил всё меньше день ото дня.

Мне война запускает костлявую руку в глотку

и вычерпывает меня.

Там, внутри, уже ни листочка, ни лепесточка,

ни обрыва, ни пустыря.

Посмотри, — говорит, — легка моя оболочка,

легче рыбьего пузыря.

Я уже не читаю книг, не включаю телик.

За харчами — и в норку юрк.

Я — законченный псих, затравленный неврастеник.

И не в помощь ни Фрейд, ни Юнг.

Соскреби нас, Господь, стальным своим мастихином

до землицы сырой, до тьмы.

И не надо стихов — какие теперь стихи нам? —

только бдение и псалмы.

Дрожь, как будто еще не выскочил из простуды.

Стынет воздух на языке.

Я давно уже ем из пластиковой посуды —

прочей не удержать в руке.

Рынок, ёлок предновогодние позументы,

дом в гирляндах, окно

в синих блёстках — не вижу в целом: всё на фрагменты,

на фрагменты расчленено.

А ещё он сказал: «Когда я рассыплюсь в этом

судном взрыве на горсть песка,

собери меня, Боже, заново — не поэтом,

а смотрителем маяка,

что уверен в одном: не тьма управляет светом,

а его рука».

2022

Irina Evsa

„Ich verlasse“, sagte er, „diesen fragilen Kahn.

Jeder Tag raubt mir meine Kraft.

Der Krieg erwürgt mich mit knochiger Hand,

Schöpft mich aus, klaut den Lebenssaft.

Im Inneren gibt es keine Blüte, kein Blatt,

keine Klippe, nicht mals ein Brachland.“

„Schau“, sagt er, „meine Hülle ist leer und leicht.

So, dass sie der Fischblase gleicht.“

Ich lese nicht mehr und schau nicht fern,

Ich hole das Essen und versteck mich ins Mäuseloch.

Ich bin psychisch gestört, ein armer Neurotiker.

Keine Hilfe von Freud, Jung oder jemanden noch.

Kratz uns weg, Oh, Herr, mit stählernem Farbenmesser.

in die feuchte Erde, in die Finsternis.

Wofür noch Poesie? Ohne ist besser.

Nur Gebeten und Psalmen nutzen uns noch gewiss.

Schüttelfrost als ob ich erkältet wäre

Die Luft auf der Zunge erstarrt.

Ich esse schon seit langem nur aus Plastikgeschirr.

Alles andere fällt mir aus der Hand.

Der Markt, die Weihnachtsbäume, der Weihnachtsschmuck,

Das Haus ist mit Girlanden geschmückt,

Ich kann das Ganze nicht sehen: alles ist fragmentiert,

Weil mein Blick sich in diesen Fragmenten verliert.

Er sagte auch: „Wenn ich zerbröckle zur Handvoll Sand,

baue mich wieder auf, oh Gott, nicht als Dichter,

sondern als Leuchtturmmann,

Dem eines gewiss ist: Nicht die Dunkelheit herrscht über das Licht,

sondern seine Hand.“

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