
Старша за Трампа. Віталій Портников. 24.08.2026.
Am Vorabend des 35. Jahrestages der ukrainischen Unabhängigkeit kam eine ganze Gruppe führender amerikanischer Politiker nach Kyiv, unter ihnen der ehemalige Ukraine-Beauftragte des amerikanischen Präsidenten, General Keith Kellogg, die Senatoren James Lankford und Richard Blumenthal, der ehemalige Vizepräsident der Vereinigten Staaten Mike Pence, ehemalige Kongressabgeordnete und geistliche Führungspersönlichkeiten. Ein Kenner der aktuellen amerikanischen Politik könnte sagen, dass sich in der ukrainischen Hauptstadt vor allem politische Repräsentationsfiguren versammelt haben. Die meisten von ihnen haben keinen wirklichen Einfluss in Donald Trumps Republikanischer Partei. Keith Kellogg selbst hat bereits erzählt, wie sich sein Amt eher als Attribut für internationale Konferenzen denn als tatsächliches Instrument zur Einflussnahme auf Donald Trump und andere Mitglieder der Administration erwies.
Doch allein die Tatsache, dass konservative Politiker nach Kyiv gekommen sind, erlaubt es, an das Modell der parteiübergreifenden Unterstützung zu erinnern, das nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der amerikanischen Hilfe für die Ukraine ist. In letzter Zeit ist eine solche parteiübergreifende Unterstützung für die amerikanische Politik generell nicht charakteristisch. Und das betrifft übrigens keineswegs nur die Ukraine. Wir sehen, wie die Mehrheit der Demokraten unser Land unterstützt und nach Stimmen unter den Republikanern sucht. Und wir sehen, wie die Mehrheit der Republikaner Israel unterstützt, während sich die Position der Demokratischen Partei in Fragen des Nahen Ostens zunehmend deutlich davon unterscheidet. Doch gerade das sollte ein zusätzlicher Anreiz für den Dialog mit jenen sein, unter denen die Ukraine keine Mehrheit hinter sich hat.
Wir haben uns daran gewöhnt, das heutige konservative Amerika an einer einzigen Größe zu messen – daran, was Trump gesagt hat. Was Trump geschrieben hat. Wen Trump ernannt hat. Das ist bequem, es passt in den Nachrichtenzyklus, und es ist nicht die ganze Wahrheit.
Die konservative Unterstützung für die Ukraine ist älter als Trump und wird Trump überdauern. Sie beruht nicht auf einer bestimmten Person im Oval Office, sondern auf Werten und Menschen. Gebetsfrühstücke, evangelikale Netzwerke, Koalitionen im Kongress, die über Jahrzehnte hinweg entstanden sind. Sie schaffen es gerade deshalb nicht in die Schlagzeilen, weil sie kontinuierlich und nicht nur sporadisch arbeiten. Und übrigens wissen in der Ukraine nur wenige von der beharrlichen Arbeit der ukrainischen Diaspora mit republikanischen Kongressabgeordneten sowohl auf nationaler als auch auf regionaler Ebene. Zu Unrecht!
Die amerikanische Politik kann sich verändern – und zwar erheblich, wie die Präsidentschaft Donald Trumps eindrucksvoll bewiesen hat. Aber das bedeutet nicht, dass eine Verringerung der Unterstützung für die Ukraine heute nicht morgen zu einer Ausweitung der Hilfe werden kann. Das kann jedoch nicht ohne einen kontinuierlichen und beharrlichen Dialog geschehen.
Der Kreml setzt anstelle des Dialogs auf Geld und Versprechungen. Putin braucht keine Freunde in den Vereinigten Staaten – er braucht Menschen, die an russischem Geld, an schnellem Profit, an all jenen Luftschlössern interessiert sind, die russische Beamte ihren amerikanischen Gesprächspartnern bauen. Die Ukraine verfügt nicht über solche finanziellen Möglichkeiten. Und wenn die Idee gemeinsamer Geschäfte aufkommt, entwickelt sie sich schnell zu einem echten politischen Skandal. Es lohnt sich daran zu erinnern, dass das erste Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump gerade mit der Ukraine-Thematik zusammenhing, mit einem Gespräch des amerikanischen Präsidenten mit seinem ukrainischen Amtskollegen. Und auch der größte öffentliche Skandal in der Geschichte des Weißen Hauses ereignete sich vor dem Hintergrund des Abkommens über ukrainische Ressourcen. Mit der Ukraine funktioniert es also nicht auf diese Weise. Wir brauchen Freunde, wir brauchen ein Verständnis gemeinsamer Werte. Wir brauchen das Verständnis dafür, dass den Vereinigten Staaten ohne Sicherheit in Europa ohnehin eine reale Gefahr drohen wird, die auch damit zusammenhängt, dass die Schwächung des Einflusses der Vereinigten Staaten in Europa die Versuchung schafft, amerikanische nationale Interessen überall auf der Welt anzugreifen.
Gerade deshalb ist der Besuch amerikanischer konservativer Politiker in Kyiv nicht einfach nur die Teilnahme an einer Feier, sondern die Fortsetzung einer politischen Tradition, auf die man nicht verzichten darf. Dazu rufe ich ständig auf – sowohl wenn es um die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten geht als auch wenn es um die Beziehungen der Ukraine zu den europäischen Staaten geht. Freunde zu überzeugen ist nicht schwer. Versuchen Sie, diejenigen zu überzeugen, die uns nicht unterstützen. Und beginnen Sie diesen Dialog mit Vertretern ihres eigenen politischen Lagers, die proukrainische Positionen vertreten und in einem für die Ukraine schwierigen Umfeld Ansehen genießen. Das ist eine schwierige Aufgabe, die keine schnellen Erfolge und keinen schnellen Applaus verspricht. Aber letztlich ist es genau das, was man parteiübergreifende Unterstützung nennt.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Старша за Трампа. Віталій Портников. 24.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 24.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.