Das Justizministerium der Vereinigten Staaten hat gleich fünf Mitglieder eines russischen Sabotage- und Terrornetzwerks angeklagt, die Auftragsmorde und Sabotageakte in den Vereinigten Staaten und europäischen Ländern vorbereitet haben sollen.
Ein Klassiker des Genres: Ein Offizier des Föderalen Sicherheitsdienstes der Russischen Föderation rekrutiert Bürger der Vereinigten Staaten, Kubas und Venezuelas für solche Sabotageakte und beauftragt sie mit der Überwachung russischer Oppositioneller, die in den Vereinigten Staaten und europäischen Ländern leben, um sie später zu ermorden. Als einer der Rekrutierten sich weigert, an einem Mord mitzuwirken, bietet er ihm für weniger Geld an, Sabotageakte auf dem Gebiet Litauens zu verüben.
Es geht also um ganz gewöhnliche russische Geheimdienstarbeit nach Art der Tschekisten, bei der ein für die Anwerbung von Agenten zuständiger Offizier versucht, sie dazu zu bringen, wenigstens irgendeinen Auftrag des FSB auszuführen, damit er seinen Vorgesetzten Bericht erstatten kann. Doch trotz aller Plumpheit der Arbeit des Föderalen Sicherheitsdienstes der Russischen Föderation müssen wir bedenken, dass diese Arbeit durchaus greifbare Ergebnisse hat. Die Ermordung von Menschen, Sabotageakte, die von Tag zu Tag häufiger werden, Versuche, die Lage in den Vereinigten Staaten und europäischen Ländern zu destabilisieren und sich in politische Prozesse einzumischen.
Ja, diesmal haben wir es mit einem Teil dieser Arbeit zu tun, der nicht ausgeführt werden konnte, und wir kennen zahlreiche Beispiele dafür, wie Offiziere des Föderalen Sicherheitsdienstes und der Hauptverwaltung für Aufklärung des Generalstabs der russischen Streitkräfte die Anweisungen ihrer Vorgesetzten nicht erfüllen konnten. Aber wir kennen auch andere Beispiele. Wir kennen Beispiele tatsächlich verübter Morde, der Beseitigung von Menschen, die es wagten, Putins Politik zu kritisieren und sich gegen Russlands Krieg in Tschetschenien oder in der Ukraine aussprachen. Wir wissen, wie oppositionelle Politiker und Journalisten in der Russischen Föderation selbst ermordet wurden. Schließlich wissen wir von einer ganzen Reihe von Morden in der Ukraine, bei denen Personen, die offensichtlich mit russischen Nachrichtendiensten in Verbindung standen, die oppositionellen Politiker und Aktivisten Iryna Farion und Andriy Parubiy ermordeten. Und das ist nur eine Ebene jener Tätigkeit, der die russischen Geheimdienste im Westen und in den Ländern nachgehen, gegen die Russland Krieg führt.
Dabei muss berücksichtigt werden, dass alle Verdächtigen, denen die Vorbereitung der mutmaßlichen Straftaten vorgeworfen wird, zur Fahndung ausgeschrieben wurden. Den amerikanischen Sicherheitsdiensten ist es also praktisch nicht gelungen, jemanden festzunehmen. Es gelang lediglich, die Pläne der Tschekisten zur Organisation von Morden aufzudecken, die direkt in der amerikanischen Hauptstadt, vor der Nase der Führung der Central Intelligence Agency der Vereinigten Staaten und des Federal Bureau of Investigation, stattfinden sollten. Doch die Effektivität der Arbeit von Sicherheitsdiensten besteht nicht nur darin, die Pläne des Gegners aufzudecken, sondern auch in der Möglichkeit, diejenigen festzunehmen, die diese Pläne vorbereiten.
Bislang kann jedoch nicht davon gesprochen werden, dass es den amerikanischen Sicherheitsdiensten gelungen wäre, über die Gewinnung dieser Informationen hinaus weitere Fortschritte zu erzielen. Natürlich werden die Mitarbeiter des Föderalen Sicherheitsdienstes der Russischen Föderation nun sowohl bei der Auswahl der Rekrutierten als auch bei der Auswahl ihrer Ziele vorsichtiger sein. Aber das bedeutet nicht, dass sie ihre Arbeit einstellen werden. Schon deshalb nicht, weil wir sehen, dass diese Arbeit wie eine ganz gewöhnliche traditionelle Bürokratie funktioniert. Wenn es nicht gelingt, einen Agenten zur Beteiligung an Überwachung und Mord zu bewegen, überträgt man ihm andere, weniger riskante Aufgaben. Doch all dies soll auf die eine oder andere Weise dazu beitragen, in den Ländern, mit denen die Russische Föderation ihre Konfrontation fortsetzt, eine Atmosphäre der Angst und Unsicherheit zu schaffen.
Und dabei spreche ich noch gar nicht von der einfachen Tatsache, dass wir jetzt erleben werden, wie der FSB seine Bemühungen zur Destabilisierung der Lage im Westen verstärkt. Jedes Mal, wenn in demokratischen Ländern Wahlen stattfinden, sind die russischen Tschekisten sofort zur Stelle.
Das deutlichste Beispiel dafür sind die jüngsten Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, für die der Föderale Sicherheitsdienst der Russischen Föderation offensichtlich ein ganzes Feuerwerk an Sabotageakten vorbereitet hatte, die potenzielle Wähler der Alternative für Deutschland davon überzeugen sollten, dass es besser sei, sich im Guten mit Russland zu einigen, damit es nicht im Bösen ende. Wie kürzlich in einem Wahlkampfvideo der Partei Einiges Russland der Spitzenkandidat ihrer Liste und nebenbei angebliche Außenminister der Russischen Föderation Sergej Lawrow erklärte, der sich in Wirklichkeit zu einem regelrechten Minister entwickelt, der Sabotageakte und Bestrafungen verspricht.
Diejenigen, die überzeugt waren, Terroranschläge in Washington verüben zu können, haben die Fähigkeiten der amerikanischen Sicherheitsdienste, ihre Pläne aufzudecken, offensichtlich unterschätzt. Aber es ist klar, dass es neben den Bürokraten, die versuchen, ihren Vorgesetzten über die Anwerbung möglicher Agenten Bericht zu erstatten, auch Menschen gibt, die weitaus professioneller und weitaus kaltblütiger arbeiten.
Die Tatsache, dass Russland bereit ist, oppositionelle Politiker und Aktivisten im Westen zu ermorden, und die Tatsache, dass selbst die freie Welt, in der die Menschen sich, so scheint es, sicherer fühlen sollten, in Wirklichkeit zu einem Schauplatz für die Tätigkeit von Agenten des Föderalen Sicherheitsdienstes Russlands wird, müsste dem Westen im Grunde vor Augen führen, dass ein weitaus ernsthafterer Kampf gegen die Lubjanka notwendig ist. Andernfalls werden Auftragsmorde und Erschießungen in westlichen Hauptstädten zur Normalität. Und zu einer weiteren Erinnerung daran, dass die Tschekisten jeden holen können und dass es für sie weder Tabuzonen noch rote Linien gibt.
Die russische Führung macht in den vergangenen Jahren keinen Hehl daraus, dass sie sich in einem regelrechten Krieg mit dem Westen befindet. Und die Unterstützung der Ukraine, die gegen die Aggression der Russischen Föderation kämpft, durch die Vereinigten Staaten und die europäischen Länder ist für Moskau lediglich ein zusätzlicher Beweis dafür, dass seinen Agenten im Westen nun alles erlaubt sei.
Deshalb ist die Enttarnung des Spionagenetzwerks, das ein Offizier des Föderalen Sicherheitsdienstes Russlands auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten und der Länder der Europäischen Union aufgebaut hat, eine weitere Erinnerung an die Notwendigkeit, die Wachsamkeit zu erhöhen und russische Drohungen ernst zu nehmen. Wenn Putin und andere russische Machthaber den Westen vor Destabilisierung warnen, sind das nicht einfach nur Worte. Dahinter steht ein ganzer Aktionsplan, der vom Kollegium des Föderalen Sicherheitsdienstes der Russischen Föderation oder des Auslandsnachrichtendienstes der Russischen Föderation gebilligt wurde.
Und wie wir an der Entscheidung des Justizministeriums der Vereinigten Staaten von Amerika sehen, wird dieser Plan durchaus erfolgreich in die Tat umgesetzt, auch wenn es bislang keine offensichtlichen Ergebnisse gibt – und zwar ohne jeden Willen, die Existenz staatlicher Grenzen zu berücksichtigen.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: ФСБ готовила убийства в США | Виталий
Портников. 17.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 17.09.2026.
Originalsprache: ru
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.